Hooksiel/Hohenkirchen (31. 8. 2023) – In Hooksiel besteht ein Bedarf an eine Ausweitung der Betreuungszeiten im örtlichen Kindergarten. Das hat eine Umfrage unter den Erziehungsberechtigten ergeben, die die Gemeinde Wangerland nach Beschwerden aus der Elternschaft für die gesamte Gemeinde veranlasst hatte.
In der Kita „Küstenkinder“ gibt es 98 Plätze. Wie der für Soziales zuständige Abteilungsleiter im Rathaus, Markus Gellert, vor dem Ratsausschuss für Schulen, Jugend, Kultur und Soziales auf Nachfrage von Eltern sagte, hätten in Hooksiel (nur) 44 Eltern an der Befragung teilgenommen. „Das sind weniger als 50 Prozent“, stellte Gellert fest. Bei 25 Rückmeldungen sei ein erweiterter Betreuungsbedarf gewünscht worden.
In einem ersten Schritt könne das Mittagessen-Angebot um 15 Plätze erhöht werden. Eine Ausweitung der täglichen Betreuungszeiten gebe die Personalsituation aber derzeit noch nicht her, ergänzte Gellert gegenüber „Hooksiel-Life“.
Elternvertreter gehen davon aus, dass die Zahl der Befragten deutlich unter 98 gelegen hat. Fünf Plätze in der Kita seien zum Zeitpunkt der Befragung nicht belegt gewesen. Zudem war die Meinung der Eltern von angehenden Abc-Schützen nicht mehr eingeholt worden. „Damit dürfte die Beteiligung bei über 70 Prozent gelegen haben“, sagte eine Mutter. „Das ist doch ganz ordentlich.“
Neuer Kindergarten erst 2024 fertig
Die neue Kindertagesstätte in Hohenkirchen kann nach aktuellen Schätzungen der Gemeindeverwaltung entweder im April oder erst im August 2024 bezogen werden. Ausschlaggebend dafür ist der Liefertermin für eine Wärmepumpe. Ob der Betrieb vielleicht auch schon im Frühjahr (ohne Wärmepumpe) anlaufen kann, werde noch geprüft, sagte Gellert.
Aktuell sind die Aufträge für ein Reihe von Gewerken in der Ausschreibung – Malerarbeiten, Bodenbeläge, Türen, Alu-Elemente und die Heizungs- und Lüftungstechnik. „Trotz zahlreicher Lieferengpässe in Folge des Ukraine-Krieges sind wir noch einigermaßen im Zeit- und im Finanzrahmen“, so Gellert. Ursprünglich sollte der Umbau der ehemaligen Grundschule zu einer Kita mit fünf Gruppen im Herbst dieses Jahres fertig werden. Die Mehrkosten werden voraussichtlich rund 200.000 Euro betragen.
Freuten sich über 25 Jahre Die Nordsee GmbH: (v. l.) Geschäftsführerin Sonja Janßen, Carola Havekost, Tourismus-Geschäftsführerin der Oldenburgischen IHK, Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutscher Tourismusverband e. V. sowie Wirtschaftsminister Olaf Lies. Foto: Neue Medien Gestalten GmbH
Wangerland/Wilhelmshaven (30. 8. 2023) – Die Nordsee GmbH besteht seit 25 Jahren. Das Jubiläum wurde mit rund 60 Gästen in Wilhelmshaven, darunter der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, Olaf Lies, im TheOs, dem Studiotheater der Landesbühne Niedersachsen Nord, gefeiert.
Die touristische Dachmarketing-Organisation zog eine positive Bilanz. „Es ist uns gelungen, die Tourismusmarke ,Nordsee‘ in Niedersachsen als eine beliebte Urlaubsregion im In- und Ausland erfolgreich zu positionieren“, resümierte die gebürtige Hooksielerin Sonja Janßen, Geschäftsführerin der Die Nordsee GmbH.
Zudem habe man die Digitalisierung entscheidend vorangetrieben. 2022 habe man mit acht Küstenorten und in Kooperation mit dem Landkreis Cuxhaven ein digitales Besuchermanagementsystem eingeführt, mit dem Besucherströme in hochfrequentierten Freizeiteinrichtungen erfasst und ausgewertet werden können. Als weiteres Beispiel nannte Sonja Janßen die ortsübergreifende digitale Gästekarte.
„Die Gesellschafter der Die Nordsee GmH haben früh verstanden, dass gutes Marketing für Urlaubsziele für alle Beteiligten ein Gewinn ist“, stellte Minister Lies fest. „Für die Urlauber, die Informationen über die Region und die möglichen Aktivitäten erhalten – und für die Region selbst, die so mehr Gäste anzieht. Mit mehr als 13,3 Millionen Übernachtungen im Jahr ist die niedersächsische Nordseeküste heute eines der beliebtesten Urlaubsziele in Deutschland – ein Beweis für den Erfolg dieses Engagements.“
Carola Havekost, Geschäftsführerin für den Bereich Tourismus der Oldenburgischen IHK, dankte Geschäftsführungen und ihre Teams der Nordsee GmbH auch für die Unterstützung beim Aufbau der Tourismus Agentur Nordsee (TANO). „Damit wird die Tourismusentwicklung an der Nordsee auf eine neue Stufe gehoben: das Destinations-Management in der Region.“
„Mit Kirchturmdenken können wir den Fragen und Anforderungen der Zukunft nicht begegnen“, sagte Norbert Kunz, Geschäftsführer Deutscher Tourismusverband e. V.: „Ich kann der Nordsee GmbH in ihrem Engagement nur zustimmen, die Akteure zusammenzubringen und damit die Netzwerkarbeit voranzubringen. Das ist genau das, was der Tourismus benötigt.“
Die Nordsee mit Sitz in Wilhelmshaven wurde 1998 als touristische Marketingorganisation der niedersächsischen Nordseeregion gegründet. Der GmbH gehören sieben Küstenorten, zwei maritime Städte und ein Fährbetrieb an. Zu den Partnern der ersten Stunde zählen die Wangerland Touristik GmbH und die Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH .
Wangerland/Hooksiel (30. 8. 2023) – Den drei Grundschulen im Wangerland werden künftig feste Einzugsbereiche zugeordnet. Der Ausschuss für Schulen, Jugend, Kultur und Soziales segnete am Dienstag Abend einvernehmlich einen Satzungsentwurf ab, in dem einzelne Orte und Straßenzüge den Schulen in Hooksiel, Tettens und Hohenkirchen zugeordnete werden.
„Im Grunde ist der Beschluss nur einen Formalie“, sagte der zuständige Abteilungsleiter Markus Gellert. Nach einem Hinweis des Landkreises Friesland müsse eine gleich lautender Beschluss des Rates durch eine Satzung abgesichert werden. Zudem komme die Zuordnung aktuell nur bedingt zum Tragen, da alle drei Grundschulen ein deutlich unterschiedliches Profil haben. In Hooksiel und Tettens werden Ganztags-Angebote vorgehalten. Die Verlässliche GS Tettens ist zudem als Umweltschule anerkannt. Die unterschiedlichen Ausrichtungen erlauben es derzeit den Eltern, Ausnahmen für die Zuordnung ihres Schulkindes zu einem Schulstandort zu stellen.
Ab dem Einschulungsjahrgang 2026 soll damit aber Schluss sein. Geplant ist ein flächendeckendes Ganztagsangebot in Niedersachsen. Die Angebote sollen harmonisiert werden. Damit bekämen die Schuleinzugsbezirke ein größeres Gewicht. „Für Kinder, die bereits eine bestimmte Schule besuchen, besteht aber auch danach Bestandsschutz“, sagte Gellert.
Ein vor wenigen Wochen gebildete Unterausschuss für Schulen und Kitas hat alle drei Schulen bereist, um herauszufinden, ob mit Blick auf den Ganztagsschulbetrieb bauliche Veränderungen erforderlich sind. Das dürfte insbesondere in Hohenkirchen der Fall sein.
Hooksiel/Wilhelmshaven (29. 8. 2023) – Die „Höegh Esperanza“ hat heute – wie gestern auf „Hooksiel-Life“ angekündigt – ihren Liegeplatz am Wilhelmshavener LNG-Terminal vor dem Hooksieler Außenhafen verlassen. Das Regasifiizierungsschiff wird einige Tage auf Schillig Reede liegen und dann zurückkehren. Am Anleger am LNG-Terminal muss gebaggert werden. Foto: Dietmar Bökhaus
Der ehemalige Leiter des Forstamtes Neuenburg, Berndt Kriebitzsch, hatte vor 40 Jahren maßgeblichen Anteil an der Anpflanzung des Hooksieler Waldes zwischen Hooksmeer und Industrie. Foto: hol
Hooksiel (29. 8. 2023) – Menschen feiern runde Geburtstage. Jubiläen von Gebäuden und Institutionen werden begangen. Aber Wälder? Wer weiß schon, wie alt ein Wald ist? Beim Hooksieler Wald ist klar. Der wächst seit genau 40 Jahren.
Berndt Kriebitzsch, von 1981 bis 2006 Leiter des Forstamtes Neuenburg, kann das bezeugen. Er war in verantwortlicher Position, als seine Förster den Auftrag umsetzten, die „Schutzzone“ zwischen den geplanten Industrieansiedlungen auf dem aufgespülten Voslapper Groden und dem heutigen Hooksmeer zu bepflanzen.
Kriebitzsch besuchte jetzt auf Einladung der „Freunde des Neuenburger Holzes“ Hooksiel. Ein heftiges Gewitter und Hagel verhinderten zwar den geplanten Spaziergang durch den Wald, aber dafür blieb um so mehr Zeit, den Werdegang des ökologischen Kleinods bei Kaffee und Tee in der Gaststätte „Zur Brücke“ zu beleuchten.
Wald als Schutzzone gegen die Industrie
Ursprünglich habe die Universität Bochum einen Bepflanzungsplan für die rund 170 Hektar große Fläche erstellt. Veranschlagte Kosten: 5 Millionen D-Mark. Das sei dem Land zu teuer gewesen, vermutet Kriebitzsch – und schon ging der Auftrag ans Forstamt Neuenburg. „In fünf Jahren soll hier ein Wald stehen. Euch stehen dafür 1,5 Millionen D-Mark zur Verfügung.“
Schon 1978 war eine sechs Hektar große Versuchsfläche in Angriff genommen worden. 1981 wurde geplant, 1982 und 1983 gepflanzt. Dabei und auch noch danach mussten etliche Schwierigkeiten gemeistert werden.
Die Fläche sei damals schon dicht bewachsen gewesen. Was tun? „Der Einsatz chemische Mittel kam nicht in Frage“, so Kriebitzsch. „Also haben wir den Bewuchs komplett untergemulcht.“ Die nächste Schwierigkeit: Der aus der Jade aufgespülte Sand hatte einen sehr hohen Salzgehalt. Welche Bäume vertragen salzige Böden? Und: Kann man Regenwasser einsetzen, um das Salz aus besonders belasteten Stellen herauszuspülen? Letztes Problem wurde durch Drainagen gelöst, die durch das Waldgebiet gezogen wurden.
Besondere Anforderungen an Baumarten
Kriebitzsch und seine Mitstreiter schauten sich ähnliche Aufforstungsprojekte in Schleswig-Holstein und in den Niederlanden an. Nadelbäume seien zunächst verpönt gewesen. Angestrebt wurde ein Mischwald, bei dem jeweils zwei unterschiedliche Arten auf zwei Hektar großen Teilstücken angepflanzt werden sollten. Unter anderem Pappeln, Weiden, Eschen, Erlen und Eichen.
Der ursprüngliche Plan sah vor, den Wald in Richtung Industrie durch einen sieben Meter hohen Wall zu begrenzen. Der Wall sei schon teilweise bepflanzt gewesen, als die neue Anordnung kam: „Der Wall wird auf 15 Meter aufgespült.“ Damit war das Land einer Forderung der damaligen Hooksieler Bürgerinitiative nachgekommen.
Krumme Pappeln laden in Wunderwelt ein
„Für einen 15 Meter hohen Sanddamm brauchten wir Bäume, die sich gut im Sand verwurzeln können“, schilderte Kriebitsch. Die Wahl fiel auf die Holland-Eiche. „Die haben wir als zweijährige Sämlinge zusammen mit vielen Erlen angepflanzt. Die Eichen sehen heute wunderbar aus.“ Anders die Pappeln die von der Hooksieler Außenschleuse kommend am Eingang des Waldes stehen. „Die sind krumm und schief. Aber dadurch wird der Charakter eines Wunderwaldes unterstrichen.“
Die bearbeite Fläche einschließlich des Wegenetzes umfasst rund 170 Hektar. Davon wurden 120 Hektar auf dem terrassenförmig angelegten Gelände aufgeforstet: Im Durchschnitt mit 6500 Pflanzen je Hektar. Macht in der Summe rund 780.000 Bäume. In der Fläche wurden Pflanzmaschinen eingesetzt, die aber auf dem schluffigen und weichen Untergrund häufig versackten. Kriebitzsch: „Wir brauchten vor Ort immer zwei Schlepper, die sich gegenseitig aus dem Sand ziehen konnten.“
Eine weitere Herausforderung: 1980 bis 1984 waren ausgesprochene Trockenjahre. Viele Sämlinge hatten Wachstumsprobleme, die dadurch noch verstärkt wurden, dass nicht alle Bäume die sehr salzhaltige Luft an der Jade vertrugen. Die Lücken habe das Forstamt durch robuste Schwarzkiefern aus Österreich gefüllt. So kamen dann doch noch Nadelbäume im Hooksieler Wald zu Ehren.
Frettchen löste Polizei-Einsatz aus
Kriebitzsch berichtete von Kaninchenplagen, von großen Mengen Rebhühnern, von Rehwild und sogar von einer Orchideen-Wiese, die es einst im Hooksieler Wald gab. Und auch von kuriosen Begebenheiten. Als ein Jäger sein Frettchen aus einem Kaninchenbau befreien wollte, habe plötzlich die Polizei im Wald gestanden, der offenbar die vielen Bewaffneten und der am Boden liegende Mann ungewöhnlich vorkamen. „Wo ist der Tote?“
Tote hat es, soweit bekannt, im Hooksieler Wald bis heute nicht gegeben. Im Gegenteil. Der Wanderweg vom Alten Hafen zur Hooksieler Schleuse wird rege von Spaziergängern genutzt. Zudem wird der Wald wie jeder andere bewirtschaftet. Verantwortlich dafür ist die Försterei Upjever, die zum Forstamt Neuenburg gehört.
Wenn Berndt Kriebitzsch heute auf den Hooksieler Wald blickt, ist er stolz auf die gelungen Mischung von Bäumen, die einen gesunden Wald ausmacht. Stolz ist er auch darauf, dass er vor 40 Jahren seinen Auftrag punktgenau erfüllt hat. Mehr noch. Mit Blick in seine alten Aufzeichnungen beteuert der Forstamt-Leiter: „Wir haben nur 1,4 Millionen D-Mark gebraucht.“
Anmerkung:Wen der Verein „Freunde des Neuenburger Holzes“ interessiert, kann sich bei Jürgen Konrad oder Andrea Hicken (Telefon 04452/948606) melden.
Hooksiel/Wilhelmshaven (28. 8. 2023) – Die „Höegh Esperanza“ wird voraussichtlich am Dienstag ihren Liegeplatz am LNG-Terminal Wilhelmshaven für zwei bis drei Tage verlassen. Das Regasifizierungsschiff für Flüssigerdgas verlegt auf Schillig Reede, um am Terminal Platz zu machen für Baggerarbeiten.
Wie Thomas Hohmann, Geschäftsführer der LNG-Terminal Wilhelmshaven, gestern anlässlich eines Besuchs von regionalen Pressevertreten an Bord der Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) sagte, werden derartige Unterhaltungsbaggerungen voraussichtlich alle halbe Jahr notwendig sein, da sich durch die Strömungsverhältnisse in der Jade Schlick und Sande an dem Liegeplatz ablagern.
Das Wilhelmshaven LNG-Terminal . Die „Höegh Esperanza“ liegt am Anleger, davor ein LNG-Frachter, der Flüssigerdgas anliefert, das an Bord der FSRU regasifiziert wird. Archiv-Foto Scheer
Der Energiekonzern Uniper, der das Terminal im Auftrag der bundeseigenen Deutschen Energy Terminal GmbH (DET) betreibt, zog für die LNG-Importe über Wilhelmshaven seit Anfang des Jahres eine positive Bilanz. Bislang hätten 30 mit minus 162 Grad kaltem Flüssigerdgas befüllte LNG-Tanker an der „Höegh Esperanza“ festgemacht, die allermeisten davon aus den USA.
Alle acht Tage komme ein Frachter, der in etwa 30 Stunden seine Ladung, das flüssige Gas, an die FSRU abgebe. An Bord der „Höegh Esperanza“ wird das Gas über 3600 Meter Rohrleitung geführt, erwärmt und – dadurch wieder gasförmig – über Verladearme und eine Pipeline vom Terminal zur WAL, der Wilhelmshavener Anbindungs-Leitung, gepumpt, über die es in Richtung Kavernenanlage Etzel geleitet wird.
Umrüstung auf Ultraschall-Verfahren ungewiss
Zum Erwärmen des Gases an Bord der FRSU wird ein mit überschüssigem Erdgas betriebener Verdampfer (closed loop) oder Seewasser (open loop) genutzt. Die hohe Biomasse in der Jade sei eine Herausforderung für den Betrieb der „Höegh Esperanza“, sagte Hohmann. Damit sich das Rohrsystem der FSRU nicht mit Muschel, Algen und Seepocken zusetze, müssten die Rohe mit aus dem Meerwasser gewonnenem Chlor gespült werden. Die dadurch entstehende Chlorbelastung der Umgebung wird von Fischern, Umweltverbänden und der Tourismuswirtschaft scharf kritisiert.
„Bislang haben wir bei Messungen alle Grenzwerte eingehalten“, versicherte der LNG-Terminal-Geschäftsführer. Allerdings: Die bislang bekannten Messreihen reichen nur bis zum Juni. Erst Anfang August wurde erstmals in den „open loop“ umgestellt. Warum man erst so spät das Seewasser als Wärmequelle genutzt? Hohmann: „Vermutlich weil man die Versorgssicherheit nicht gefährden wollte.“
Ende August soll Uniper laut Betriebsgenehmigung ein Minimierungs-Konzept für den Chloreinsatz vorlegen. Dafür läge bereits ein Entwurf vor, sagte Hohmann gegenüber „Hooksiel-Life“. Ob aber das Schiff in einer Werft für ein chlorfrei arbeitendes Ultraschall-Verfahren umgerüstet werde, dürfte auch von den Erfahrungen mit dem Betrieb des „Excelsior“ abhängen. Die „Excelsior“, die am zweiten, im Bau befindlichen Wilhelmshavener LNG-Terminal Flüssigerdgas für die Firma Tree Energy Solutions (TES) regasifizieren soll, wird mit einem Ultraschall-System ausgerüstet. Das Schiff wird aber frühestens in einigen Monaten in der Jade erwartet.
Im Detail wird die filigrane Arbeit der Künstlerin Stephanie Hüllmann sichtbar. Hunderte von Werft-Überbleibseln sind an eine Leinwand genäht. Foto: hol
Hooksiel (28. 8. 2023) – Das Detail macht den Unterschied. Hunderte von kleinen Schnecken auf einer Leinwand. Aus zwei Meter Entfernung sehen alle gleich aus. Bei näherer Betrachtung stellt sich dieser Eindruck als Illusion dar. Jede Schnecke ist ein Individuum. Kleinste Unterschiede dokumentieren Wachstum, Wandel und Vergänglichkeit in der Zeit.
Je nach Blickrichtung entsteht ein neues Muster, eine andere Facette ein und desselben Kunstwerkes. Eines Werkes, das Respekt für seine Objekte dadurch dokumentiert, dass die Schnecken nicht auf die Leinwand geklebt, sondern aufgenäht wurden. Schnecke für Schnecke. Sorgsam und zeitaufwändig platziert, ohne das Einzelstück dabei zu beschädigen.
Die neue Ausstellung im Künstlerhaus Hooksiel ist beeindrucken. Unter dem Titel „zeit.lupe“ hat Stephanie Hüllmann, Jahrgang 1965, einen Teil ihrer Werke zum Thema Wasser, Küste und Klima zusammengestellt. Die Stipendiatin der Gemeinde Wangerland wird bis in den Oktober hinein in Hooksiel leben – und vielleicht auch arbeiten.
Sie wünsche sich, in Hooksiel viele nette Menschen kennen zu lernen, sagte die Künstlerin aus Göttingen bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag. Sie freue sich auf sechs Wochen, in denen sie sich den Luxus erlauben könne, die Kunst selbst über den Prozess des Schaffens entscheiden zu lassen. „Entweder arbeite ich eine halbe Stunde – oder aber bis zum nächsten Morgen.“
Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak begrüßte Stephanie Hüllmann in der Gemeinde. Im Zwiegespräch mit Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann stellte Stephanie Hüllmann ihre Arbeitsweise und ihre Inspiration dar. Die Autodidaktin führt ihre Liebe zum Detail auf ihren Umgang mit fremden Sprachen zurück. Die Künstlerin hat lange im Ausland gelebt, etwa in Spanien, den USA, Palau und Japan. Der Blick auf die kleinsten Unterschiede in den Sprachen zeige, dass der Wandel in der Zeit völlig normal ist. Dennoch verursache Wandel Ängste, die sie auch durch ihre Kunst zu überwinden versuche.
Bürgermeister Mario Szlezak und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann (Mitte) begrüßten Stephanie Hillmann in Hooksiel. Hier wird die Stipendiatin sechs Wochen lang leben. Foto: hol
Exzellente Beispiele dafür: Eine Aneinanderreihung von filigranen Teeblättern, in diesem Fall aus technischen Gründen tatsächlich auf Papier geklebt, die mit ein wenig Abstand den Eindruck eines Schriftzuges einer unbekannten Sprache vermitteln. Oder eine Collage aus Hunderten verschiedener metallischer Bruchstücke, gefunden auf einem ehemaligen Werftgelände. Alle ähnlich, keines gleich. Alles kaputt – aber doch ein wunderbares Kunstwerk.
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Und wer Glück hat, trifft die Stipendiatin vor Ort an.
Wangerland/Hooksiel (27. 8. 2023) – Bei der Jugend-Spiel-Gemeinschaft (JSG) Wangerland ist richtig was los. Die Teams aus Spielern den Wangerländer Vereinen, darunter aus Hooksiel, verbuchten zum Saisonstart drei Siege.
Die C-Jugend setzte sich gegen die JSG Wilhelmshaven mit 3:1 durch. Zudem fuhren beide E-Jugend-Mannschaften deutliche Siege ein. Die E I gewann gegen Jever I mit 8:1, die E II kam aus Obenstrohe mit einem 7:0-Sieg nach Hause.
Aufgrund der hohen Kinderzahl hatten die JSG-Verantwortlichen beschlossen, mit zwei E-Jugend-Mannschaften in die Saison zu gehen. Gerade bei der E II, ein völlig neu formierte Teams, war unklar, wo man sich einordnen kann.
In Obenstrohe lag man dann aber nach drei Toren von Benny bereits zur Halbzeit mit 3:0 vorn. Allerdings: Wenn Dominik im Tor der Wangerländer nicht ein ums andere Mal in höchster Not seine Klasse gezeigt hätte, hätte man sich auch über ein 3:3 zur Pause nicht beschweren können.
Nach Wiederanpfiff ging es dann mit dem Toreschießen munter weiter. Die Belohnung für zum Teil sehenswerten Kombinationsfußball: Mats, Noah und Eysem mit gleich zwei Treffern sorgten für den verdienten Endstand.
Anmerkung: In einer früheren Fassung stand ein falsches Ergebnis für die C-Jugend
Wangerland/Hooksiel (25. 8. 2023) – Der Klimawandel ist schon da. Und alle zu erwartenden Symptome signalisieren: Das Wasser-Management wird immer wichtiger. Starkregen mit Überflutungen nehmen zu, zeitgleich fallen ganze Landstriche der Dürre zum Opfer. Hinzu kommt der Anstieg des Meeresspiegels, der die Deichsicherung, aber auch die Entwässerungssysteme vor Herausforderungen stellt.
Die richtige Menge Wasser am richtigen Platz – das ist die Herausforderung. Gerade auch dann, wenn die Energiewende gelingen soll, wozu die Region Friesland-Wilhelmshaven unter anderem mit der Produktion von Wasserstoff (H2) als Speicher für grüne Energie beitragen will. Die aktuell in der Region geplanten Projekte könnten in einigen Jahren bis zu 60 Prozent des deutschen Wasserstoff-Bedarf abdecken. Allerdings: Für die Elektrolyse zur Aufspaltung von Wasser (H2O) wird neben Strom viel Wasser benötigt. Sehr viel Wasser.
Was sind die Herausforderungen für das Wasser-Management der Zukunft? Zu einem Gespräch darüber im Schöpfwerk Wangerland begrüßte Sielacht-Vorsteher Marko Harms (2. v. r.) Kreistagspolitiker sowie Vertreter vom Landkreis Friesland und des OOWV. Foto: hol
Ein entscheidender Faktor für die Regulierung des Wasserstandes in der Gemeinde Wangerland ist das Schöpfwerk Wangerland. Am Freitag trafen sich hier auf Initiative des Wangerländer Ratsherrn und Kreistagsabgeordneten Reiner Tammen (Grüne) Politiker der SPD/Grüne/FDP-Mehrheitsgruppe im Kreistag mit Vertretern der Sielacht, der Unteren Wasserbehörde, des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) und Regionalplanern des Kreises.
Längst noch nicht alle Probleme gelöst
In diesem ersten Gespräch zum Wasser-Management der Zukunft wurde deutlich: Die Aufgaben vom Schutz des Grundwassers als Trinkwasser-Reservoir bis hin zur Deckung des steigenden Süßwasser-Bedarfs von Industriebetrieben sind so vielfältig, dass längst noch nicht für alle Probleme Lösungen in Sicht sind. Schon gar keine schnellen Lösungen.
Derzeit laufen Studien, in denen Möglichkeiten zur Wassergewinnung analysiert werden. Denn, so Jochen Meier von der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis: „Die Wasserrechte in Friesland sind weitgehend ausgeschöpft. Grundwasser steht uns zur Wasserstoff-Produktion nicht zur Verfügung.“
Woher also soll das benötige Wasser kommen? Eine Idee: Über Regenwasser-Rückhaltesysteme. In der Region fallen 800 bis 850 Liter Regen je Quadratmeter im Jahr. Ein Großteil davon fließt von versiegelten Flächen in Gräben oder in die Kanalisation – und dann über Schöpfwerke in die Nordsee. Aus Süßwasser wird Salzwasser.
Schöpfwerk reguliert den Wasserstand
Allein über das Bauwerk am Hohenstiefersiel vor den Toren von Horumersiel werden nach den Worten von Marko Harms, Vorsteher der Sielacht Wangerland, rund 60 Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser im Jahr in die Nordsee geleitet. Regenwasser, das über Tiefs, Leiden und Gräben mit einer Gesamtlänge von 350 Kilometern in Richtung Küste abfließt, damit die Menschen hinter den Deichen bis nach Jever trockene Füße behalten.
Das überschüssige Wasser kann aber maximal an fünf Stunden am Tag abfließen, nämlich nur bei Niedrigwasser in der Jade. Zusätzliche Pumpen werden bei Extrem-Wetterlagen angeworfen, so Harms. Und in trocknen Perioden? Dann bleibt das Schöpfwerk geschlossen und reguliert so den Wasserstand für eine Fläche von insgesamt rund 26.000 Hektar Land.
Gert Bartels, Geschäftsführer der Wasser- und Bodenverbände in Jever, ist daher skeptisch, ob es sinnvoll wäre, Wasser aus dem Polder am Schöpfwerk in Richtung Wasserstoff-Industrie in Wilhelmshaven oder in Sande-Gödens zu pumpen. „Eine kontinuierliche Versorgung können wir nicht leisten – und auch das Pumpen kostet ja viel Energie.“
Ems-Jade-Kanal als Süßwasserlieferant?
Wie die Landtagsabgeordnete der Grünen, Sina Beckmann, schilderte, hat man in Gödens einen Blick auf den Ems-Jade-Kanal, im Kern ein Entwässerungskanal für Ostfriesland, als Wasserquelle geworfen. Die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden ebenso noch geprüft wir die Frage, ob eine Meerwasser-Entsalzung wirtschaftlich machbar wäre.
Politisches Ziel müsse es sein, so wenige Süßwasser wie möglich ins Meer zu pumpen, stellte Gerhard Ratzel (FDP) fest. Hierzu wird beim Landkreis über einen ganzen Strauß von Maßnahmen nachgedacht. Jochen Meier nannte als Beispiel Zisternen-Projekte. In Zisternen könnten Bürger Regenwasser auffangen und es auf ihren Grundstücken zur Bewässerung nutzen. Uwe Burgenger (Grüne) mahnte mit Blick auf die Stadt Jever zu einer weitsichtigeren Bauleitplanung. „Es ist eindeutig falsch, Neubaugebiete im Moorland zu erschließen, um dann permanent zu pumpen, damit die Leute keine nassen Füße bekommen.“
Ein weiteres Stichwort ist die Entsiegelung von Flächen. Gert Bartels: „Mit Blick auf das Grundwasser müssen wir erreichen, dass möglichst viel Regenwasser auf den Flächen bleibt.“ Wenn das Wasser erst am Schöpfwerk angekommen sei, habe es schon viel von seiner Qualität eingebüßt.
Hooksiel (25. 8. 2023) – Da ist ein mutmaßlicher Fahrraddieb an die Falschen geraten. Ein 23-Jähriger aus Sachsen-Anhalt hatte nach Angaben der Polizei am Donnerstag gegen 18.30 Uhr auf einem Grundstück in Hooksiel-Schmidtshörn ein Fahrrad entwendet.
Die Geschädigten bemerkten den Vorgang und entschlossen sich, dem Täter eigenständig zu folgen. An der Landesstraße in Richtung Waddewarden, in Höhe Bottens, stellten sie den jungen Mann, setzten ihn fest und übergaben ihn wenig später der Polizei.