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Beiträge veröffentlicht in “Hooksiel”

Bürgermeister will direkt mit den Hooksieler Müttern sprechen

Hooksiel (18. 3. 2023) – Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak hat gegenüber „Hooksiel-life“ großes Verständnis für den Unmut der Hooksieler Eltern signalisiert, die mit der großen Zahl Schließzeiten bei den Kindergärten unzufrieden sind. „Ich habe selbst Kinder und weiß, wie schnell Familien in Not geraten, wenn die Kinder nicht verlässlich betreut werden“, sagte Szlezak. 

Er bedaure, dass die Verfasster des Protestschreibens ihn im Vorfeld nicht persönlich angesprochen hätten. Er werde aber gern nach Hooksiel kommen, um mit den aufgebrachten Müttern direkt zu sprechen. 

Stefanie Seiler, Elternsprecherin des Kindergartens in Hooksiel, hatte sich in einem offenen Brief an die Gemeinde gewandt. Darin beklagte sie unter anderem die hohe Zahl von Schließtagen in den Einrichtungen – in der Ferienzeit, aber auch für Fortbildungen, Betriebsausflug und für die beiden „Regenerationstage“, die Erzieherinnen in Niedersachsen seit 2022 jährlich tariflich zustehen. 

Im vergangenen Jahr hätten die beiden Regenerationstage im Wangerland noch kurz vor Weihnachten umgesetzt werden müssen, schildert Stefanie Seiler. „Eine Notbetreuung zumindest für einzelne Kinder konnte zu dem Zeitpunkt nicht durchgesetzt werden.“

Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak

Der Bürgermeister (Foto) räumt ein, dass diese Regelung unglücklich gewesen sei. Die Regenerationstage dürften nie zur Schließung einer Einrichtung führen. Ebenfalls sagte Szlezak zu, dass für Schließtage außerhalb der Ferien auf jeden Fall eine Notbetreuung angeboten werden soll – und zwar in jedem Kindergarten im Wangerland. Die Elternsprecherin hatte beklagt, dass ihr lediglich eine zentrale Notbetreuung in einem der fünf Kitas der Gemeinde in Aussicht gestellt worden war.

Um Verständnis bittet Szlezak die Eltern darum, dass bei einer hohen Zahl von kurzfristigen Ausfällen keine geregelte Betreuung angeboten werden kann. So seien in Hooksiel phasenweise 9 der 15 Mitarbeiterinnen krank gewesen. Die Gemeinde stelle jetzt eine weitere Erzieherin für die Kita-Hooksiel ein. 

Aber die Forderung nach einer weiteren Aufstockungen des Personals, um etwa die Betreuungszeiten insgesamt auszuweiten, sei alles andere als leicht zu erfüllen. „Gerade im Bereich der Erzieherinnen macht sich der Fachkräftemangel extrem bemerkbar“, so Szlezak. Nach seiner Ansicht müssten hier die Rahmenbedingungen der Ausbildung verändert werden, um den Beruf attraktiver zu machen.

Alarmruf an die Gemeinde: Kinder müssen verlässlich betreut werden

Hooksiel (18. 3. 2023) – Stefanie Seiler weiß, was es bedeuten kann, wenn der Kindergarten mal wieder kurzfristig schließt. Die Elternsprecherin des Kindergartens Hooksiel hat selbst vier Kinder. Drei davon werden aktuell in der Kita betreut. Als Berufstätige hat sie wenig Verständnis dafür, dass die Gemeinde für das laufende Jahr – also voraussichtlich ohne Corona-Effekte – bereits 24 Tage Schließzeiten für ihre Kindertagesstätten ankündigt. „Dafür reicht mein Urlaub gar nicht aus. Wenn mein Mann nicht mit einspringen würde, wüsste ich nicht, wie ich die Kinder betreuen sollte.“ Und nicht alle Mütter haben einen Mann oder Angehörige vor Ort, die bei Bedarf einspringen können.

Kita-Protest Hooksiel
Die Hooksieler Elternsprecherin Stefanie Seiler (rechts) fordert längere und vor allem verlässliche Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten im Wangerland: Neben ihr ihre Mitstreiterinnen Katharina Geisen (Mitte) und Jasmin Mischke.

In einem offenen Brief an Bürgermeister Mario Szlezak, den zuständigen Abteilungsleiter Markus Gellert und sämtliche Ratsmitglieder hat die Elternsprecherin jetzt ihren Unmut Luft gemacht. Alle sprächen von Personalmangel. Aber ohne eine verlässliche Kinderbetreuung könnten beide Elternteile gar nicht arbeiten gehen. 

Dringenden Handlungsbedarf sieht Stefanie Seiler bei der Gemeinde, ihren eigenen Personalmangel im Bereich der Kindergärten abzustellen. Denn: Die Erweiterung der Nachmittagsbetreuung sei dringen geboten. In einigen Kitas gebe es derzeit gar keine Kinderbetreuung an Nachmittagen, in Hooksiel bestünde für die Randbetreuung von 7 bis 8 Uhr sowie von 13 bis 14.30 Uhr eine Warteliste. 

Dabei hätten Eltern auch rechtlich einen Anspruch auf eine täglich sechsstündige Betreuung ihrer drei- bis sechsjährigen Kinder, betont so Stefanie Seiler. Schon um mindestens eine Teilzeitarbeit organisieren zu können. Das habe zuletzt das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg im Dezember 2021 in einem Beschluss festgestellt – und zwar unabhängig von angeblichen Unmöglichkeiten auf Seiten der Kommune. „Die Öffnungszeiten der Einrichtungen sind schon lange nicht mehr zeitgemäß“, schreibt die Elternvertreterin der Gemeinde ins Stammbuch.

Wenig Verständnis hat die Elternsprecherin angesichts der angespannten Lage im Wangerland dafür, dass zu den offiziellen Schließzeiten dann auch noch Schließungen wegen Fortbildungen der Mitarbeiter, Betriebsausflügen oder aufgrund von „Regenerationstagen“ hinzukämen. Stefanie Seiler pocht darauf, dass an solchen Tagen zumindest eine Notbetreuung angeboten werden soll.

Die der Ankündigung der Gemeinde, eine solche Betreuung nur an einem Standort für alle Kitas anzubieten, hält die Elternvertreterin schon aus pädagogischen Grünen für nicht hinnehmbar. „Mit großer Wahrscheinlichkeit wird niemand sein Kind sein Kind, schon gar kein Krippenkind, für ein oder zwei Tage in eine fremde Einrichtung zur Betreuung durch fremde Erzieher geben“, ist Stefanie Seiler überzeugt. Ihre Forderung: „Für nicht abwendbare Schließtage muss eine ernst gemeinte Notbetreuung an jeder Einrichtung angeboten werden.“ 

Grundschule und WiKi mit Eifer beim Frühjahrsputz dabei

Grundschule Hooksiel
Jungen und Mädchen der 4. Klasse der Grundschule Hooksiel reinigten Wege in Richtung Pakens.

Hooksiel (17. 3. 2023) – Nach Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe am Donnerstag haben heute Mädchen und Jungen der Grundschule Hooksiel und die Bewohner des WiKi-Hauses an der Bäderstraße in Hooksiel Müll und Unrat gesammelt. Die Aktionen zählten zum traditionellen „Frühjahrsputz“, an dem am morgigen Sonnabend zahlreiche Gruppen und Initiativen im Raum Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund teilnehmen werden.

Die Schüler schwärmten klassenweise in verschiedene Richtungen rund um das Schulgelände aus. Die Bewohner der WiKi-Einrichtung „Haus am Pakenser Groden“, Erwachsene mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen, kümmerten sich am Nachmittag um Unrat, der am Wegesrand der Bäderstraße lag – vor allem Plastik, das bei entsprechendem Wind auch schnell in die Jade geweht werden kann. Insgesamt war das Müllvolumen deutlich größer als im Vorjahr. Erfreuen konnten sich die Sammler an aufgehenden Blümchen auf dem Grünstreifen der Bäderstraße, die sie selbst im Rahmen einer früheren Aktion gepflanzt haben. 

Wiki Frühjahrsputz
Einrichtungsleiterin Saskia Ponath (vorn, links) sammelte mit Mitarbeitern und Bewohnern der WiKi-Einrichtung „Haus am Pakenser Groden“ Unrat von den Grünsteifen an der Bäderstraße. Fotos: hol

Die Region unternimmt in diesem Jahr zum 25. Mal den „Frühjahrsputz“. Die Aktion geht zurück auf eine Initiative des damaligen Chefredakteurs der „Wilhelmshavener Zeitung“, Jürgen Westerhoff. Einige Jahre später übernahmen die Kommunen der Region die immer aufwendiger werdende Organisation der bürgernahen Naturschutz-Veranstaltung, bei der alljährlich etliche Tonnen Müll und Unrat in Parks, Grünanlage, an Straßen und Wegen sowie Gewässern gesammelt und entsorgt werden. 

Über die Zukunft des Alten Hafens sollen die Bürger mitentscheiden

Hooksiel (17. 3. 2023) – Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak hat „größtmögliche Transparenz“ bei der bevorstehenden Sanierung und Umgestaltung des Areals am und um den Alten Hafen angekündigt. Er hoffe bei dem Millionenprojekt auf Unterstützung durch das Land Niedersachsen.

Alter Hafen von Hookksiel
Die Kaimauer am Alten Hafen von Hooksiel muss saniert werden. Foto: hol

Aktuell gebe es Gespräche zwischen der Gemeinde und dem Amt für regionale Landentwicklung in Oldenburg über das Projekt, sagte der Bürgermeister auf der Jahreshauptversammlung des Seebadevereins Hooksiel. Heute fand eine Begehung vor Ort statt. Am Alten Hafen, aus Sicht des Seebadevereins-Vorsitzenden Erwin Abels eines der touristischen Herzstücke des Ortes, muss laut Szlezak die Kaimauer saniert werden. Der Zustand des Wassers sei bedenklich, da die Anlage zur Sauerstoffzufuhr nur noch in Teilen funktioniere. Auch das Binnentief hinter dem Sieltor müsse dringend aufgereinigt werden. Weitere Themen seien das zugemauerte Sieltor und die fehlende Barrierefreiheit des Hafens.

Schon jetzt arbeite man an Konzepten für die Nutzung des heutigen Feuerwehrstandortes. Die Feuerwehr zieht voraussichtlich im Herbst in einen Neubau um. Was aus dem Altbau bzw. dem Grundstück werden soll, werde man mit breiter Bürgerbeteiligung mit den Hooksielern besprechen, sagte der Bürgermeister zu.

Keine Entschädigung für Bau des LNG-Terminals

Auf Kompensationsmittel seitens des Landes als „Entschädigung“ für den Bau des LNG-Terminal Wilhelmshaven in Sichtweite von Hooksiel setzt der Bürgermeister nicht. „Kompensationen wir es nicht geben“, so Szlezak. „Das Land hat aber Fördermittel für konkrete Projekte in Aussicht gestellt.“ Für die Investitionen am Alten Hafen werde die Gemeinde aber durch den Verkauf des Feuerwehr-Gebäudes auch Eigenmittel haben. Abels zeigte sich skeptisch: „Ich habe schon drei Runde Tische zum Alten Hafen mitgemacht – rausgekommen ist das bislang nichts.“

Pilzbefall in tragenden Balken im Hallenwellenbad

Kurdirektor Armin Kanning erläuterte die Hintergründe für die weiter anhaltende Schließung des Meerwasser-Hallenwellenbades bis voraussichtlich in den Juni. Kernbohrungen im Rahmen der Revisionsarbeiten der vergangenen Wochen hätten ergeben, dass acht der zwölf tragenden Leimbinder-Balken im Inneren des Bades mit einem Pilz befallen seien. Die Balken sollen gekappt und durch Betonstützen ersetzt werden. Die Ausschreibung laufe jetzt an. „Wir hoffen, dass die Arbeiten bis Juni abgeschlossen werden“, sagte Kanning. „Dann wäre der Schwimmbetrieb für die nächsten Jahre möglich.“ Unabhängig davon müssten die Wangerland Touristik als Betreiber und die Gemeinde Wangerland weiter über ein Betreibermodell nachdenken, um die Kosten zu senken und möglicherweise die Attraktivität des Bades erhöhen zu können.

Gespräche über Entwicklung des Freizeitgeländes

Als „großes Pfund“ für die touristische Entwicklung von Hooksiel bezeichnete Kanning das Freizeitgelände. Die vor rund 50 Jahren aufgespülten Flächen gehörten dem Land, würden aber seit einigen Jahren nicht mehr durch Schutzansprüche der Industrie auf dem Voslapper Groden blockiert. „Wir führen erste Gespräche mit der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts, wie wir hier gemeinsam die touristische Entwicklung Hooksiels voranbringen können.“

Als weitere Pluspunkte für den Sielort nannte Kanning die Sanierung der Schleuse am Außenhafen, die in dieser Saison erneut ab Wilhelmshaven über Hooksiel fahrenden Helgoland-Fähren der Adler&Eils-Reederei und die bevorstehende Erhöhung des Seedeiches.

Noch keinen neuen Stand gibt es bei der Konzeption eines Kurparks, der für die Klassifizierung von Hooksiel als Heilbad unverzichtbar wäre. Wie Dietrich Gabbey von der Bürgerinitiative Hooksiel sagte, sei es trotz enger Kontakte zur Leibniz-Universität Hannover noch nicht gelungen, ein studentisches Projekt zur Gestaltung des Parks auf den Weg zu bringen. Gabbey regte an, dass sich Gemeinde und WTG um das Förderprogramm „Soziale Stadt“ kümmern sollten. Hieraus könnten Projekte mit bis zu 90 Prozent gefördert werden – möglicherweise auch ein Kurpark am Gästehaus oder eine Dünenlandschaft am Strand.

Supermarkt moderner und neu sortiert

Edeka-Markt in Hooksiel
Sind stolz auf den neun Backshop: Edeka-Mitarbeiterinnen Andrea Künken (rechts) und Julia Knak.
Foto: hol.

Hooksiel (16. 3. 2023) – Heller, freundlicher, neu sortiert – so präsentiert sich seit heute der Edeka-Markt in Hooksiel. Nach Angaben von Inhaber Carl Scheidemann hat das Unternehmen rund 300 000 Euro in den Umbau und die technische Modernisierung des Supermarktes investiert. Die augenfälligsten Veränderungen: Eine deutlich größere Getränkeabteilung, eine neue Salatbar, ein erweiterter Backshop sowie neue Tiefkühl- und Kühlgeräte. 

Nach zweiwöchigen Vorarbeiten war Hooksiels einziger Supermarkt zuletzt drei Tage komplett geschlossen. Neben den Mitarbeitern von Handwerksbetrieben hätten auch rund 25 Mitarbeiter des Edeka-Markes kräftig mit Hand angelegt, um den Markt am Donnerstag wieder pünktlich öffnen zu können, sagte Marktleiter Hans-Dieter Harms. „Das war eine starke Leistung“, lobte auch Scheidemann. 

Der letzte Umbau liege acht Jahre zurück. Mit der aktuellen Investition habe man unter anderem die technischen Geräte auf einen modernen Stand gebracht und die Wege der Mitarbeiter bei der Bestückung der Regale verkürzt.

Die nächste Herausforderung für sein Team erwartet Harms für die Osterfeiertage. Dann reisen traditionell viele Urlauber aus Nordrhein-Westfalen an die Küste. In NRW gebe es keine „Easy Shopper“ und auch die „Deutschland-Card“ als Startkarte für den digitalen Einkaufswagen sei dort nicht allzu weit verbreitet. Ob die Gäste die Funktion der Extra-Kasse für Easy-Shopper- und Kleinkunden auf Anhieb verstehen? „Wir werden schon einiges erklären müssen“, befürchtet der Marktleiter. Aber immerhin: Vielen Stammkunden sei das Ende vergangenen Jahres eingeführte System inzwischen geläufig.

Soldaten holen Müll aus Freizeitgelände

Soldaten des in Schortens stationieren Objektschutzregiments der Luftwaffe haben heute im Vorfeld der „Frühjahrsputz-Aktion“ am Wochenende bereis das Freizeitgelände von Hooksiel von Unrat befreit. Nach den Worten von Stabsfeldwebel Torsten Ganzke beteiligen sich sich rund 130 Freiwillige an der Aktion. 50 wurden in Hooksiel eingesetzt, 80 im Bereich Horumersiel/Schillig. Die Objektschützer unterstützen die Gemeinde Wangerland aus alter Verbundenheit. Bis zu Schließung der Wangerland-Kaserne war in Hohenkirchen eine Staffel des Regiments stationiert. Allein im Freizeitgelände, zwischen Seedeich und Hooksmeer, sammelten die Soldatinnen und Soldaten etlich Säcke Müll zusammen – darunter viele Corona-Masken, abgestürzte Drachen und etliche Beutel mit Hundekot. Foto: hol

Neues Reetdach für das Entenhaus

Entenhaus am Gästehaus

Jetzt müssen nur noch die Enten kommen. Mit viel Kraft und Unterstützung des Bauhofes der Wangerland Touristik GmbH ist gestern das Entenhaus auf die Kraft vor dem Hooksieler Gästehaus zurückgekehrt. Der Seebadeverein hatte die Sanierung der auf einem Ponton schwimmenden Holzhütte Ende vergangenen Jahres bei einem Reet-Fachbetrieb in der Gemeinde Stadland in Auftrag gegeben. „Das Haus ist wirklich schön geworden“, freute sich gestern der Seebadevereins-Vorsitzende Erwin Abels. Foto: hol

Bereitet zweites LNG-Terminal den Weg für Sandaufspülungen am Strand?

Hooksiel (16.3. 2023) – Die Sorgen um Flora und Fauna in der Jade durch den Betrieb von schwimmenden LNG-Terminalschiffen in Wilhelmshaven könnten sich schon bald erledigt haben. Der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier (WPW) geht fest davon aus, dass der Uniper-Konzern als Betreiber des Flüssigerdgas-Terminals nahe des Hooksieler Strandes den Umbau der „Höegh Esperanza“ in Kürze auf den Weg bringen wird. 

Sandabbruch am Strand
Sturmfluten und Strömung nagen am Sandstrand von Hooksiel. Das Strandhaus 1 steht bei Flut bereits regelmäßig im Wasser. Foto: hol

Schäfermeier verwies auf der Jahreshauptversammlung des Seebadevereins Hooksiel am Mittwochabend auf Gespräche mit Uniper, Niedersachsens Umweltministerium Christian Meyer (Grüne) und der Firma Hasytec (Kiel). Hasytec setzt bei der Bekämpfung von Muscheln, Schnecken und Algen, die sich in Rohrleitungen festsetzen können, auf Ultraschall. Zur Erwärmung und damit zur Regasifizieung von tiefgekühltem Flüssigerdgas (minus 162 Grad) wird an Bord der „Höegh Esperanza“ Jadewasser genutzt, das durch ein Rohrsystem geleitet wird, das mit Chlor sauber gehalten wird. Das dabei entstehende Abwasser ist mit Bioziden belastet.

Schäfermeier hatte zusammen mit verschiedenen Umweltschutzorganisationen davor gewarnt, dass die Biozide Kleinstlebewesen und Pflanzen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer schädigen könnten. Das vergleichsweise kalte Abwasser würde Blasen bilden, in denen die Schadstoff-Konzentration vergleichsweise hoch wäre.

Zum Durchbruch bei den Überlegungen zur Nachrüstung der „Höegh Esperanza“ könnte das zweite Regasifizierungsschiff sein, die FSRU „Excelsior“, die im Herbst ebenfalls am in Wilhelmshaven festmachen soll. Das Schiff kommt ohne Chlor aus. Bekanntlich plant das Unternehmen TES ebenfalls den Import von LNG. 

Die Arbeiten an einem zweien LNG-Terminal sollen demnächst beginnen. Sie könnten nach Ansicht von Schäfermeier eine Chance sein, Sand am Hooksieler Badestrand aufzuspülen. Eine entsprechende Zusage habe im vergangenen Jahr der damalige Umweltminister Olaf Lies (SPD) dem Wangerländer Rat gemacht. Im Zuge von laufenden Baggerarbeiten in der Nachbarschaft wäre der Aufwand für Sandaufspülungen überschaubar. „Nach meiner Kostenberechnung würde die notwendige Aufspülung sonst rund 12 bis 14 Millionen Euro kosten“, sagte Schäfermeier. „Das kann ja niemand bezahlen.“ 

Vorschlag: Neuer Strand mit Dünen und Lagune

Sturmfluten und Strömung haben seit Jahrzehnten am Hooksieler Strand genagt. Das Strandhaus 1 am Hauptbadestrand steht bei Flut schon jetzt im Wasser. Alt-Bürgermeister Dietrich Gabbey bezweifelte vor diesem Hintergrund, ob es sinnvoll sei, den zusätzlichen Sand dort anzuspülen, wo er ohnehin wieder abgetragen werde. Sinnvoller sei es, an einer schon vorhandenen Landzunge in Höhe des Hundestrandes einen neuen Hauptstrand, möglichst mit Dünen und Badelagune, anzulegen. Ein solcher Strand wäre ein Alleinstellungsmerkmal und damit ein guter Grund für einen Hooksiel Urlaub. 

Bei der Finanzierung eines solchen Vorhabens müssten das Land und möglicherweise auch die neuen Industriebetriebe auf dem Voslapper Groden der Gemeinde Wangerland beziehungsweise der Wangerland Touristik GmbH unter die Arme greifen, forderte Seebadevereins-Vorsitzender Erwin Abels.

Meerwasser-Hallenwellenbad bleibt mindestens bis zum Juni geschlossen

Hooksiel/Horumersiel (14. 3. 2023) – Die Hallenbäder im Wangerland werden wieder geöffnet. Wie die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) heute mitteilt, wird die Friesland-Therme in Horumersiel ab Montag, 3. April, für den Badebetrieb freigegeben. Das Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel lädt allerdings voraussichtlich erst im Juni wieder zum Badevergnügen ein.

Die WTG hatte mit Blick auf die explodierenden Energiepreise beide Bäder Mitte November vergangenen Jahres geschlossen. Offizielles Ziel damals: Wiedereröffnung Ende März. Inzwischen sind die Energiepreise gesunken. Dass das Bad in Hooksiel dennoch weitere zwei bis drei Monate geschlossen bleiben soll, begründet die WTG mit Sanierungsmaßnahmen, die während der Revisionsarbeiten in den vergangenen Wochen identifiziert worden seien.

Meerwasser-hallenwellenbades
Das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel bleibt mindestens bis Juni geschlossen. Foto: WTG

WTG-Mitarbeiter hatten die Schließungsphase im Hallenwellenbad Hooksiel ebenso wie in der Friesland-Therme in Horumersiel für unterschiedliche Revisionsarbeiten genutzt. Über den Zustand des Bades in Hooksiel seien zudem zusätzlich vertiefende Gutachten zum baulichen Zustand des Gebäudes erstellt worden. Zeitgleich habe man mit ersten Sanierungsarbeiten begonnen.

Leimbinder müssen saniert werden

Eine dieser Maßnahmen, so die WTG in einer Presseerklärung, sei die Sanierung der Leimbinder, die besonders wichtig für die Statik des Gebäudes seien. Das sei ein wichtigen Faktor für den Erhalt des Meerwasser-Hallenwellenbades. Die Beseitigung der zum Teil erst in der Schließphase identifizierten Mängel sei der Grund dafür, dass das Bad nicht wie geplant wiedereröffnet werden könne.

„Zum aktuellen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass eine Wiedereröffnung im Juni möglich sein wird“, sagt Armin Kanning, Geschäftsführer der Wangerland Touristik. „Wir bedauern sehr, dass die angepeilte Eröffnung zum Saisonbeginn nicht klappen wird. Anderseits sind wir froh darüber, dass die Arbeiten die aktuell getätigt werden, vorerst einen generellen Weiterbetrieb des Bades in Hooksiel ermöglichen werden.“ 

Zum Hintergrund: Im Herbst hatten Gutachter nach flüchtiger Untersuchung des über 40 Jahre alten Bades Mängel und mögliche Schäden am Gebäude befürchtet, deren Beseitigung einen zweistelligen Millionenbetrag kosten könnte. Ein Teil der Befürchtungen konnten nach genauerer Betrachtung in der Revision ausgeräumt oder zumindest abgeschwächt werden. Die Hoffnung, dass sich im Rahmen eines parallel ausgeschriebenen Interessen-Bekundungsverfahrens ein privater Investor findet, der sich an den Sanierungskosten beteiligt, haben sich allerdings auch nicht erfüllt.

Friesland-Therme wird mit Wasser gefüllt

In der Friesland-Therme in Horumersiel wurden in den vergangenen Wohen neben den normalen Revisionsarbeiten Malerarbeiten durchgeführt, defekte Fliesen ersetzt, das Lüftungssystem intensiv gereinigt und das Dach des Gebäudes in Stand gesetzt. „Aktuell wird das Wasser wieder in die Becken gelassen und die Pumpen werden wieder in Gang gebracht“, so die WTG. 

Ab dem 3. April sollen zunächst die Schwimmhalle und der innen liegende Saunabereich wieder genutzt werden können. Das Freibad und die Außensaunen, werden wie üblich zur Sommersaison freigegeben. Informationen zu den Öffnungszeiten unter wangerland.de 

Krabbenfischer fürchten um ihre Existenzgrundlage

Hooksieler Fischer
Mit einem Kreuz am Alten Hafen machen die Hooksieler Krabbenfischer auf ihre Sorgen aufmerksam: (von links) Jörg Peters, Sven Kaiser, Nils Schröder und Sebastian Dreyer. Foto: hol

Hooksiel (14. 3. 2023) – Bei den Fischern schrillen die Alarmglocken. Nachdem die EU-Kommission den Vorschlag gemacht hat, die Fischerei mit Grundnetzen in sämtlichen Schutzgebieten der Nordsee ab 2030 zu verbieten, fürchten sie um ihre Existenz. Seit heute stehen an allen Fischereihäfen an der Nordseeküste mahnende Kreuze, die auf das drohende Ende der traditionellen Küstenfischerei in Deutschland hinweisen.

„Wir wollen nicht zum Bauernopfer der grünen Energie werden“, sagt Krabbenfischer Nils Schröder, der heute zusammen mit seinem Mitarbeiter Sebastian Dreyer sowie den Krabbenfischern Jörg Peters und Sven Kaiser am Alten Hafen in Hooksiel ein schwarzes Kreuz aufgestellt hat. „Wir wollen in einem ersten Schritt die Öffentlichkeit sensibilisieren“, sagt Schröder. Als zweiter Schritt ist eine Großdemonstration aller Küstenfischer am 23. März vor Büsum geplant – pünktlich zur Agrarministerkonferenz mit Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) sollen in Sichtweite des Konferenz-Hotels möglichst alle deutschen Kutter liegen. 

Özdemir habe die EU-Pläne ausdrücklich begrüßt, sagt Schröder. Aus ökologischen Gründen. Dabei würden die leichten Netze der Krabbenfischer gar keinen Schaden am Meeresboden der Nordsee verursachen. Besonders dramatisch aus Sicht der Fischer: Der EU-Aktionsplan sieht schon ab März 2024 Einschränkungen für Teile des Nationalparks Wattenmeer vor. „Wenn das wie geplant umgesetzt wird, gibt es ab 2030 keine deutschen Krabbenfischer mehr.“

Die Fischer sehen sich als Opfer der Industrialisierung der Nordsee. Immer mehr Windparks auf hoher See, Kabeltrassen, Pipelines. „Dafür werden Ausgleichsflächen benötigt“, befürchten die Fischer. Und dafür sollen dann die Fischereizonen eingeschränkt werden. Das Problem: Zumindest für die deutschen Krabbenfischer, die traditionell mit kleinen Booten auf See gehen, gibt es keine alternativen Fanggründe. 

Am Jadebusen gibt es nur noch vier Krabbenfischer, Hooksiel, Horumersiel und Varel in See stechen. Allerdings würde das Aus der Krabbenfischerei auch erhebliche Folgen für den Tourismus an der deutschen Nordseeküste haben, ist Schröder überzeugt. „Stellen Sie sich mal Greetsiel, Neuharlingersiel oder auch Büsum ohne Krabbenfischer vor …“. Und auch Hooksiel wäre ohne seine Fischer um eine Attraktion ärmer.