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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Seenotretter bergen Fischkutter von einer Sandbank

Hooksiel (29. 8. 2025) – Die Seenotretter der Station Hooksiel haben am Donnerstag drei Fischer und ihren Fischkutter aus einer misslichen Lage befreit. Der Kutter mit Heimathafen Fedderwardersiel war am Morgen nördlich der Insel Mellum festgekommen. Mit dem Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gelang es den Seenotrettern schließlich, das Fischereifahrzeug freizuschleppen.

Noch vor Niedrigwasser lag der Fischkutter „hoch und trocken“ auf einer Sandbank nördlich von Mellum. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 5.30 Uhr meldete sich der Kapitän des rund 20 Meter langen Fischkutters über den internationalen Not- und Anrufkanal UKW 16 bei der deutschen Rettungsleitstelle See der DGzRS in Bremen. Beim Fischen war der Kutter etwa 3,8 Kilometer nördlich der Vogelschutzinsel Mellum in der Jade auf Grund gelaufen. Weil das Wasser während der bereits einsetzenden Ebbe ablief, befürchtete der Kapitän, sein Schiff könne zu einem späteren Zeitpunkt auf die Seite kippen.

Kapitän blieb an Bord

Die Rettungsleitstelle alarmierte die DGzRS in Hooksiel. Die „Bernhard Gruben“ nahm umgehend Kurs auf die Unglücksstelle. Als die Seenotretter vor Ort eintrafen, war der Fischkutter bereits deutlich trockengefallen. Deshalb war es zu dieser Zeit nicht mehr möglich, ihn freizuschleppen. Vorsorglich bargen die Seenotretter zwei der drei Fischer ab. Der Kapitän des Kutters blieb an Bord.

In den folgenden Stunden blieb die „Bernhard Gruben“ vor Ort, um den Fischkutter abzusichern. Dessen Lage blieb jedoch stabil. Gegen 14 Uhr war der Wasserstand durch die nun herrschende Flut wieder hoch genug, um den Kutter freizuschleppen. Diese Aufgabe übernahm der Seenotrettungskreuzer erfolgreich. Der Havarist lief aus eigener Kraft seinen Heimathafen Fedderwardersiel an.

Tolles Wattrettungsgerät – aber niemand will es für Friesland haben

Wangerland (29. 8. 2025) – März 2022. Alarm im Wattenmeer vor Schillig. Ein Trabrennfahrer steckt mit seinem Sulky etwa zwei Kilometer vom Festland entfernt im Schlick fest. Der Fahrer alarmiert per Handy die Rettungskette und löst das Sulky vom Pferd, das bereits bis zur Brust in den Schlamm eingesackt ist. Und das bei auflaufendem Wasser. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Die Feuerwehr in Büsum (Schleswig-Holstein) hat mit dem Wattrettungs-Fahrzeug Argo beste Erfahrungen gemacht. Nach Überzeugung von Immo Müller wäre das Gerät auch geeignet, die Rettungslücke im niedersächsischen Wattenmeer zu schließen. Foto: privat

„Ich habe am eigenen Leib erfahren, was es heißt, wenn man im Watt feststeckt und niemand kommt“, sagt Immo Müller, Ratsherr der Gemeinde Wangerland und begeisterter Trabrennfahrer. Seit Jahrzehnten trainiert seine Familie schon Traber im Watt. Bislang ist immer alles gut gegangen. „Aber hier gibt es eine echte Sicherheitslücke“, so Müller. „Die DLRG kümmert sich um in Not geratene Schwimmer, die DGzRS um Schiffbrüchige auf See und die Feuerwehr um Notlagen an Land. Und was ist im Watt? Die Lücke sollte unbedingt geschlossen werden.“

Zuständigkeit liegt beim Land

Das Wattenmeer ist ein kompliziertes Gebilde. Mal Land, mal Wasser. Juristisch stellt sich die Frage, wer hier eigentlich für Rettungseinsätze zuständig ist. Formal ist es das Land Niedersachsen, wie das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung auf Nachfrage von „Hooksiel-life“ bestätigt.

Konkret geht es um den schmalen Streifen Wattenmeer zwischen der Mittleren Tide Hochwasserlinie (MTHW) bis zur Brandungszone. „In den ursprünglich gemeindefreien Gebieten obliegen dem Land Niedersachsen unter anderem die Aufgaben des abwehrenden Brandschutzes und der Hilfeleistung“, heißt es in der Stellungnahme des Ministerium. „Diese Aufgabe kann jedoch durch eine Vereinbarung den Kommunen übertragen werden.“

In der Praxis seien bislang in Zweifelsfällen schon immer alle angrenzend zuständigen Einheiten mitalarmiert und eingesetzt worden. Also im Fall einer Notlage im Watt vor Schillig die Freiwillige Feuerwehr Minsen, die DLRG, die DGzRS. Zum Teil hinterließ das ein ungutes Gefühl bei den Beteiligten. Wer sorgt für die wattspezifische Ausrüstung der Helfer? Wer kommt bei Verletzungen auf, die zum Beispiel einem Feuerwehrmann widerfahren, wenn er außerhalb des Gemeindegebietes agiert?

Pilotversuch mit der Gemeinde Wangerland

Aktuell steht eine Vereinbarung über einen auf zwei Jahre angelegten Pilotversuch zwischen dem Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz und der Gemeinde Wangerland vor der Unterzeichnung. 2024 und 2025 sind dazu etliche Vorgespräche geführt worden. Mündlich sei man sich inzwischen einig, sagt Markus Gellert, Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Wangerland.

Der Vereinbarungsentwurf liegt der Gemeinde vor. Darin soll die Aufgabenübertragung der „Wattrettung durch die Freiwillige Feuerwehr an die Gemeinde Wangerland“ vereinbart werden. Ziel ist aus Sicht des Landes auch, „gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Wangerland Einsatzkonzepte und Ausrüstung für die Durchführung der Wattrettung zu erproben“. Das Land sei bereit, sich im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel auch an den Kosten für eine ergänzende Ausstattung der Feuerwehrleute zu beteiligen.

Vorbild: Feuerwehr in Büsum

Allerdings, so Gellert, habe das Land eines schon vorab klargestellt: Der Ankauf eines von Immo Müller angebotenen Wattrettungs-Fahrzeuges komme nicht in Frage. Müller findet das sehr bedauerlich. Nach seiner Havarie im Watt habe er sich nach geeignetem Rettungsgerät umgesehen. Dabei sei er auf einen Beitrag der Feuerwehr Büsum gestoßen, die mit einem Wattrettungsfahrzeug der Marke „Argo“ ausgestattet ist, das schon etliche erfolgreiche Einsätze hinter sich hat.

Müller (Foto) entdeckte per Zufall in Österreich ein entsprechendes, neuwertiges Fahrzeug. Kaufpreis 21.000 statt 40.000 Euro. Der Wangerländer kaufte das Gerät und stellte es bereits in den vergangenen Monaten der Feuerwehr Minsen für Übungszwecke zur Verfügung. Der Eindruck dort: Bestens geeignet.

Nach Müllers Vorstellungen hätte die Wangerland Touristik GmbH (Slogan: „Sicherer Urlaub am Watt“), die Gemeinde oder der Landkreis das Gerät für deutlich unter 20.000 Euro übernehmen und im Wangerländer Watt einsetzen können. Er selbst hätte sich mit einer Spende beteiligt. 

Wattschlitten als Alternative?

Seit der Insolvenz der WTG sei damit aber nicht mehr zu rechnen. Zumal die Gemeide auch klamm ist und der Landkreis Friesland sich nur für bedingt zuständig hält. Wie Landrat Sven Ambrosy in einem Schreiben an Müller ausführt, sei der Landkreis in den wassergebundenen Rettungsdienst über die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) eingebunden, für die man kürzlich drei Rettungsschlitten beschafft habe. „Ein Wattrettungsgerät, wie sie es erworben haben, benötigt der Landkreis Friesland deswegen nicht“, schreibt Ambrosy, der zudem auf formale Schwierigkeiten wie Fragen der Wartung und die fehlende Ausschreibung verweist.

Müller hat Zweifel, ob die Wattschlitten der DLRG seinem Pferd oder einer im Watt feststeckenden Personen wirklich helfen können. „Der Argo ist mit Ketten ausgestattet und schwimmfähig, ist schnell unterwegs, hat eine gehörige Zugkraft und kann Verletzte durchs Watt transportieren.“ Der Verzicht auf den Ankauf des Geräts ist aus seiner Sicht eine vertane Chance, die Sicherheitslücke im Watt zu schließen.

Traber im Glück

Nicht jeder in Not geratene Wattwanderer dürfte so viel Glück haben, wie Müller selbst im März 2022. Das stetig steigende Wasser hatte den Kopf des Pferdes bereits erreicht – und damit wohl auch für einen gewissen Auftrieb gesorgt. Dem ausgebildeten Tierarzt gelang es, seinen Traber zu beruhigen und zu einem letzten Rettungsversuch zu motivieren. Mit Erfolg. Der Vierbeiner schaffte es, sich allein aus dem schlammigen Untergrund zu befreien. Auf dem Weg zum Strand kamen Pferd und Sulkyfahrer dann die Feuerwehrleute entgegen – zu Fuß.

Dankeschön für Unterstützung im Wahlkampf

Friesland/Wangerland (28. 8. 2025) – Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Siemtje Möller (Varel) haben sich zahlreiche Sozialdemokraten aus dem Bundestagswahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund auf eine politische Bildungsreise nach Berlin begeben. Die vom Bundespresseamt organisierte Fahrt war ein Dank für die Unterstützung aus den Ortsvereinen bei der jüngsten Bundestagswahl.

Die Besuchergruppe mit MdB Siemtje Möller (vorn in der Mitte) im Bundestag. Foto: Bundesregierung/StadtLandMensch-Fotograf

Die Reisenden machten sich unter der Leitung von Dörthe Kujath auf den Weg in die Hauptstadt, wo unter anderem der Besuch des Verteidigungsministeriums, eine Stadtrundfahrt und natürlich der Besuch im Bundestag auf dem Programm standen. Weitere Höhepunkte waren der Besuch im neuen Humboldt-Forum und ein gemütlicher Abend mit der Abgeordneten.

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Landkreis Friesland sucht Pflegefamilien

Friesland/Wangerland (28. 8. 2025) – 158 Kinder und Jugendliche im Landkreis Friesland leben aktuell in einer Pflegefamilie. Die Gründe, warum sie nicht bei ihren Eltern leben können, sind unterschiedlich. Pflegefamilien bieten den jungen Menschen dann einen sicheren Lebensort und stabile Strukturen.

Das Team des Pflegekinderdienstes des Landkreises Friesland bietet Hilfestellung, Betreuung und Begleitung rund um die Themen Pflegekinder und Pflegefamilien an. Foto: Landkreis Friesland

Ankommen, Geborgenheit, Sicherheit, Zeit mit Menschen verbringen: Gerade für Kinder und Jugendliche und ihre Entwicklung ist ein verlässliches Zuhause sehr wichtig. Nicht alle erfahren dies (dauerhaft) in ihrem Elternhaus. Vor diesem Hintergrund sucht der Pflegekinderdienst des Landkreises kontinuierlich Menschen in Friesland, die bereit sind, ein Kind oder einen Jugendlichen vorübergehend oder längerfristig bei sich aufzunehmen.

Gespräche und Vorbereitungskursus

Wie das abläuft und wer geeignet ist, darüber informiert das Team im persönlichen Gespräch. Einen ersten Einblick gibt es online unter www.friesland.de/pflegekinderdienst. Zum Schutz der Kinder und Jugendlichen müssen Interessierte bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu zählt die Vorlage polizeilicher Führungszeugnisse und ärztlicher Atteste sowie Einkommensnachweise.

Mit den Fachkräften des Pflegekinderdienstes werden zudem persönliche Gespräche geführt und im Rahmen von Hausbesuchen die Lebenssituation besprochen. Auch an dem Vorbereitungskursus für Pflegefamilien, den der Landkreis regelmäßig anbietet, muss teilgenommen werden. Während des Pflegeverhältnisses werden die Familien weiterhin und kontinuierlich durch den Pflegekinderdienst begleitet, beraten und unterstützt. 

Exclusives Wohnen, „Wanger Island“ oder eine Abenteuerinsel

Wangerland (26. 8. 2025) – Neuer Anlauf für den Verkauf der so genannten Rundinsel im Wangermeer. In der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses des Gemeinderates für den Eigenbetrieb Wangermeer werden drei potenzielle Investoren am kommenden Dienstag, 2. September, ihre Konzepte für die Nutzung der Insel vorstellen.

Die Rundinsel im Wangermeer in Hohenkirchen soll verkauft werden. Aktuell sind drei Investoren im Rennen. Foto: hol

Damit kommt wieder Leben in ein Immobiliengeschäft, das 2023 bereits als abgeschlossen galt. Seinerzeit hatte sich ein Unternehmen für den Bau von Ferienwohnungen in einem groß angelegten Interessenbekundungs-Verfahren durchgesetzt. Die Investoren waren dann aber Mitte des Jahres aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wieder von dem Vertragsabschluss zurückgetreten. 

Drei unterschiedliche Konzepte

Mit einer Gruppe von Einheimischen um den Planer Herbert Weydringer und den ehemaligen Wangerländer Kurdirektor Reinhard Thomssen ist jetzt nur noch ein Bewerber aus der Startphase im Rennen. Ihr Konzept sieht eine Bebauung der Insel mit rund 300 Unterkünften für exklusives Wohnen vor (Dünenhäuser, Appartements, Reihenhäuser). Wie aus der Beratungsvorlage für den Ausschuss hervorgeht, beträgt der angebotene Kaufpreis der Gruppe vorerst drei Millionen Euro (verteilt auf sechs Jahre) zuzüglich einer Beteiligung der Gemeinde am Gewinn.

Mit Dirk Boll ist einer der Geschäftsführer des „Wangerland Resort“ im Rennen. Der Planer, der maßgeblichen Anteil am Umbau der ehemaligen Kaserne zu einem Hotelkomplex hatte, möchte eine „Abenteuerinsel“ gestalten. Sein Konzept sehe eine unterschwellige Bebauung mit wechselnden Themen unter Einbeziehung der Natur vor. Das Angebot: 4,25 Millionen Euro auf 16 Jahre verteilt.

Der Dritte im Bunde ist Alfredo Demiani vom Oldenburger Planungsbüro PZWO. Er plant eine Ferienwohnungsanlage („Wanger Island“) mit mindestens 27.000 Quadratmetern Wohnfläche. Die Insel soll autofrei bleiben. Im Eingangsbereich ist ein zentraler Parkplatz vorgesehen. Sein Gebot: 6 Millionen Euro.

Gemeinde benötigt das Geld

Die Projekte wurden den Ratsmitgliedern bereits in einer interfraktionellen Sitzung hinter verschlossenen Türen vorgestellt. Eine Entscheidung über den Zuschlag hat es aber noch nicht gegeben. Jetzt sollen die Konzepte im Rahmen der Ausschusssitzung erstmals öffentlich vorgestellt werden. Die Sitzung beginnt am Dienstag um 19.30 Uhr im Kursaal in Horumersiel. 

Die Gemeindeverwaltung drängt darauf, dass die Politik zeitnah über die jetzt vorliegenden Angebote entscheiden möge. Der Grund: Der Schuldenstand des Eigenbetriebes Wangermeer in Höhe 4,7 Millionen Euro.

Anmerkung: Im Artikel wurde der Veranstaltungsort aktualisiert

39-Jährige wollte mit privaten Bildern 55.555 Euro erpressen

Wangerland (26. 8. 2025) – Die Polizei hat im Wangerland am Montagmorgen eine 39-jährige Frau aus Jever festgenommen. Sie steht unter dem Verdacht der Erpressung. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurde einem Geschädigten aus dem persönlichen Umfeld eine Geldforderung in Höhe von 55.555 Euro gestellt. Für den Fall, dass er die geforderte Summe nicht in den frühen Morgenstunden in einem in Tettens abgestellten Pkw hinterlegt würde, drohte die Beschuldigte mit der Veröffentlichung privater Bilder.

Festnahme nach Geldübergabe

Nach erfolgter Übergabe des Geldes startete die Beschuldigte ihr Fahrzeug und entfernte sich in Richtung Wiefels. Sie konnte kurze Zeit später von der Polizei gestoppt und vorläufig festgenommen werden. 

Bei der Durchsuchung des Pkw stellten die Einsatzkräfte nach Polizeiangaben unter anderem Betäubungsmittel, ein Messer sowie Bildmaterial sicher. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung seien weitere Beweismittel beschlagnahmt worden. 

Kein Haftgrund

Die 39-Jährige wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Ein Haftgrund habe nicht vorgelegen. Zur Person des Geschädigten und zu den Motiven auf den privaten Bildern machte die Polizei keine Angaben.

Trecker und Stallgebäude in Flammen

Waddewarden (26. 8. 2025) – In Waddewarden ist am Montag ein Trecker abgebrannt. Wie die Polizei mitteilt, stand auch der Frontbereich eines Stalles in Flammen, als gegen 15.50 Uhr der Alarm bei den Leitstellen von Feuerwehr und Polizei einging.

Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich rund 50 Kälber in dem Gebäude, die jedoch vollständig und wohlbehalten ins Freie geführt werden konnten. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hätten ein Übergreifen des Feuers auf den angrenzenden Wohnbereich verhindern können. „Personen wurden nicht verletzt“, so die Polizei.

Während der Löscharbeiten musste die Warfer Straße in Höhe Am Leeghamm in nördlicher Richtung kurzfristig gesperrt werden. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Erneuter Anlauf für „Schollenbraten im Watt“

Schillig (25. 8. 2025) – Es geht noch einmal ins Watt. „Die Seesterne“, eine Kooperation von gastronomischen Betrieben aus dem ganzen Wangerland, lädt für Donnerstag, 28. August, zum letzten Mal in dieser Saison zum „Schollenbraten im Watt“ ein.

Schollenbraten im Watt vor Hooksiel
Maritimes Ambinente und leckere Schollen. Darauf dürfen sich die Gäste der „Seesterne“ in Schillig freuen. Foto: hol

Das kulinarische Spektakel findet diesmal ab 11 Uhr am Strand von Schillig statt – in der Hoffnung auf trockenes Wetter. Im Juli war die Veranstaltung witterungsbedingt noch ausgefallen. Zwischenzeitlich wurden die Essen- und Getränkezelte bereits am Strand von Hooksiel aufgebaut. Mit gutem Erfolg. Die Dauer der Schollen-Aktion am Donnerstag hängt von der Tide ab. 

Jolle gekentert: Seenotretter bergen Segler aus der Jade

Horumersiel/Hooksiel (24. 8. 2025) – Die freiwilligen Seenotretter aus Horumersiel haben am Samstagnachmittag einen Schiffbrüchigen aus Seenot befreit. Zuvor waren vor Horumersiel zwei Segler mit ihrer Jolle gekentert. Mit dem Rettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachten die Helfer einen der abgetriebenen Havaristen sicher an Land.

Dank seiner leuchtend hellen Rettungsweste konnten die freiwilligen Seenotretter der Station Horumersiel den Schiffbrüchigen im Wasser der Jade ausmachen. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 13.30 Uhr war der deutschen Rettungsleitstelle See in Bremen ein im Wasser treibender Mann gemeldet worden: Etwa 4,5 Kilometer vor Horumersiel seien zwei Segler gekentert. Beim Wiederaufrichten ihrer Jolle war einer von ihnen in die Nordsee gestürzt – bei ablaufendem Wasser wurde er rasch von dem Boot weggetrieben. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte im Seegebiet nordwestlicher Wind der Stärke 5.

DGzRS nach 20 Minuten vor Ort

Sofort alarmierte die Rettungsleitstelle See der DGzRS die Seenotretter der Stationen Hooksiel und Horumersiel, die bereits nahezu zeitgleich von der Notlage erfahren hatten. Beide Besatzungen liefen umgehend aus. Schon 20 Minuten später waren die freiwilligen Seenotretter aus Horumersiel mit dem Seenotrettungsboot „Wolfgang Paul Lorenz“ vor Ort. 

Leuchtende Weste

Der auf der Jolle verbliebene Segler wies ihnen die Richtung, in die sein Mitsegler abgetrieben war. Bei etwa einem Meter Seegang sei der Schiffbrüchige zunächst schwer auszumachen gewesen. „Zum Glück trug der Mann eine Rettungsweste, dank ihrer leuchtend hellen Farbe konnten wir ihn schließlich zwischen den Wellenkämmen entdecken“, berichtet der freiwillige Vormann Carsten Ihnken.

Die Seenotretter nahmen den Segler über die Bergepforte an Bord des Seenotrettungsbootes. Dort versorgten sie ihn medizinisch. Aufgrund seiner Schutzkleidung hatte er den Schiffbruch gut überstanden – später an Land benötigte er keine weitere medizinische Hilfe. Die Retter brachten den Schiffbrüchigen sicher nach Horumersiel, dabei begleitete sie auch die Jolle in den dortigen Hafen.

Kommentar: Gemeinde und Leistungsträger müssen endlich ihre Hausaufgaben machen

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (23. 8. 2025) – Es wird höchste Zeit, dass die Gemeinde Wangerland eine touristische Zukunftsstrategie entwickelt. Jetzt! Und nicht erst nach den Kommunalwahl im kommenden Jahr, und auch nicht erst nach dem Ende der finanziellen Schieflage der Wangerland Touristik GmbH (WTG). 

Wenn in den vergangenen Tagen eines klar geworden ist: Die gemeindeeigene WTG wird nach dem hoffentlich erfolgreichen Abschluss der „Insolvenz in Eigenregie“ völlig anders aussehen als bislang. Der Verkauf des Immobilienbesitzes und ganzer Betriebsteile hat begonnen – und wird weiter gehen. Das ist das erklärte Ziel von Geschäftsführung und des Gläubigerausschusses.

WTG wird sich komplett verändern

Nachdem man einen Investor für den Campingplatz Hooksiel (samt Hallenwellenbad) und Interessenten für die Strandkorb-Bewirtschaftung gefunden hat, werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch der Campingplatz in Schillig, die „Friesland-Therme“ und das Thalasso Meeres Spa, in Horumersiel, vielleicht auch der Sitz der Kurverwaltung sowie das Gästehaus Hooksiel ins Verkaufs-Schaufenster gestellt werden. 

Ob sich jeweils Investoren finden, wird sich zeigen. Klar ist aber, dass die WTG ein völlig anderes Unternehmen werden wird – weg vom Immobilienverwalter, hin zu Tourismus-Dienstleister und Marketing-Zentrale. 

Gemeinde hat als Unternehmer versagt

Das operative Tourismusgeschäft soll privatisiert werden. Gut so. Die WTG und die Gemeinde Wangerland als ihr einziger Gesellschafter haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, die betriebswirtschaftlichen Herausforderungen einer Branche im Umbruch zu meistern.

Beleg dafür ist nicht nur das Desaster um den Bau des Thalasso-Zentrums, dessen Baukosten sich bekanntlich verdreifachen haben. Schon zuvor fehlte die Kraft, und der politische Wille, zur Neuausrichtung der WTG. So schreckte man nach Protesten vor dem Bau eines 4-Sterne-plus-Hotels in Horumersiel zurück, das als Ergänzung zu einem Thalasso-Tempel zwingend notwendig wäre. In Hooksiel verliefen die Bemühungen der WTG nach Vorbehalten in der Politik im Sande, die Zukunft des Hallenwellenbades durch einen privaten Hotelinvestor abzusichern. Der Verkauf des von der WTG ohnehin ungeliebten Gästehauses scheiterte am Widerstand der Bürger, auch weil eine groß angelegte Seniorenanlage nicht vermittelt werden konnte

WTG zwischen Wunschdenken und Überforderung

Hinzu kommt, dass die Gemeinde ihre Tourismus-Tochter immer wieder mit Dingen überforderte, die politisch gewünscht, aber wirtschaftlich fragwürdig waren. Was soll die WTG mit einem Acker in Tettens, auf dem potenziell einmal ein Campingplatz entstehen könnte? Warum steckte die WTG zwei Millionen Euro in der Bau der Brücke über das Wangermeer in Hohenkirchen, statt mit dem Geld eine Rücklage für absehbar notwendige Sanierungen an den Campingplätzen oder in den Bädern zu bilden?

Der Eindruck, der sich aufdrängt: Die Marschrichtung der WTG ist viel zu lange vom Wunschdenken in Politik und Geschäftsführung bestimmt worden und nicht von wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Das dürfe sich bei einer Privatisierung weiter Teile des Unternehmens ändern. Wobei natürlich das Risiko besteht, dass nicht jeder Investor zwingend ein guter Unternehmer ist, und vor allem: dass nicht jedes auf Rendite bedachte Privatunternehmen bei seiner Kapitalanlage auch die Belange der Bürger und der anderen touristischen Leistungsträger im Gemeindegebiet im Blick hat. 

Zukunftsstrategie zwingend erforderlich

Um so wichtiger ist eine touristische Zukunftsstrategie der Gemeinde. Hier muss der öffentliche Rahmen für private Investoren abgesteckt werden, etwa durch entsprechende Bebauungspläne. Wohl wissend, dass Tourismus die einheimischen Bürgerinnen und Bürger auch nicht überfordern darf. Nicht jeder sieht in der Ferienwohnung nebenan eine Bereicherung seines Umfelds. 

Was kann und soll mit zum Verkauf stehenden WTG-Immobilien passieren? Sind neue Hotels erwünscht? Wo und in welcher Größenordnung? Will und kann die Gemeinde zumindest ein öffentliches Hallenbad absichern – als Wirtschaftsförderung für den Tourismus, aber auch als Daseinsvorsorge für die Wangerländer Bürger? Fragen über Fragen, auf die die Kommunalpolitik Antworten finden muss. 

Leistungsträger brauchen gemeinsame Stimme

Gut beraten sind die demokratisch legitimierten Gemeindevertreter, wenn sie bei der Suche nach dem richtigen Kurs die lokalen Akteure wie Hoteliers, Gastronomen, Vermieter, aber auch Seebade- und Gewerbevereine intensiv mit einbindet und deren Knowhow nutzen. Dafür braucht es kein Stimmrecht der „Leistungsträger“ im nur beratenden Tourismusausschuss des Rates und auch keine Sitze in der WTG-Lenkungsgruppe, deren Einfluss aller Voraussicht nach in Zukunft ohnehin deutlich abnehmen wird.

Viel wichtiger wäre eine regelmäßige Kommunikation zwischen Politik und Leistungsträgern auf Augenhöhe, geprägt von Respekt und überlappenden Interessen. Der Tourismus ist nun einmal der wichtiges Wirtschaftszweig und bedeutendste Arbeitgeber in der Gemeinde. Dafür müssten die betroffenen Unternehmen, Vereine und Verbände, die derzeit auf zumeist auf Ortsebene – in Hooksiel, Horumersiel-Schillig, Minsen und Hohenkirchen – agieren, aber endlich mit einer Stimme sprechen. 

Auch die Leistungsträger müssen ihre Hausaufgaben machen und Barrieren überwinden. Erst der Zusammenschluss zu einem Tourismus-Verein fürs ganze Wangerland garantiert einen wirkungsvolleren Zugang zur Politik und entsprechenden Einfluss auf die künftige Tourismusstrategie der Gemeinde.