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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Jensen strikt gegen staatliche Regeln für höhere Milchpreise

Wangerland (14. 3. 2024) – Die Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (CDU) aus dem Wan- gerland warnt vor staatlichen Eingriffen in die Milchpreis-Findung. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) liebäugle derzeit mit Artikel 148 der Gemeinsame Marktorganisation, der EU-Staaten die Möglichkeit einräume, Milchankaufverträge vorzuschreiben. „Bisher findet die EU-Regelung in Deutschland keine Anwendung und ich sehe darin keinerlei Vorteile“, so Jensen, die Mitglied im Agrarausschuss des Landtages ist.

„Wo soll das Geld für höhere Milchpreise herkommen? Nur aufgrund des Abschlusses schriftlicher Verträge erhöht sich die Zahlungsfähigkeit der Molkereien nicht“, betont Jensen. „Es kann nicht das Ziel sein, die Molkereien in die Insolvenz zu treiben.“ 

In der Region Friesland/Wilhelmshaven gibt es 723 landwirtschaftliche Betriebe, von denen 348 Milchviehalter sind, die zusammen 48 000 Kühe halten. Das sind im Durchschnitt 139 Milchkühe pro Betrieb. Deren Milchertrag liegt insgesamt bei 310 Millionen Litern Milch. „Damit spielen die Milchviehbetriebe in der Region innerhalb der Landwirtschaft als einer der tragenden Wirtschaftszweige eine erhebliche Rolle“, erläutert Jensen. 

Die meisten Milchviehhalter seien genossenschaftlich organisiert. Deutschlandweit werde etwa 70 Prozent der erzeugten Milch von Genossenschaften erfasst und verarbeitet. Die Anwendung des Artikels würde nach Überzeugung von Jensen dazu führen, dass die heimischen Milcherzeuger weiter geschwächt würden. „Wie soll Deutschland seine Milch auf dem (Welt-)Markt absetzen, wenn die Preise in der EU künstlich hochgerechnet werden?“

Deutschland exportiere einen erheblichen Anteil von Milch und Milcherzeugnissen: Von Januar bis November 2023 seien das 5,2 Millionen Tonnen Milch und Milcherzeugnisse im Wert von 1,5 Milliarden Euro gewesen. Die Exportmenge sei gegenüber 2022 um 10,1 Prozent gestiegen, der Wert der exportierten Waren sei aber um ein Prozent gesunken. 

„Genossenschaften und Milcherzeuger dürfen in Deutschland nicht weiter geschwächt werden, daher lehne ich die Anwendung des Artikels 148 GMO auf nationaler Ebene strikt ab“, betont Jensen. Die Abgeordnete fordert stattdessen den Abbau bürokratischer Hürden und eine Verringerung des Mehraufwands in der deutschen Landwirtschaft im Vergleich zu Mitbewerbern.

Ratsmehrheit segnet Haushalt ab – trotz ganz schlechter Perspektiven

Wangerland (13. 3. 2024) – Entweder läuft die Gemeinde Wangerland sehenden Auges in eine Überschuldung oder sie muss auf Ausgaben im Bereich ihrer Pflichtaufgaben verzichten. Auf dieses „Dilemma“ wies Bürgermeister Mario Szlezak am Dienstagabend die Ratsmitglieder hin, die im Anschluss den Haushalt für 2024 bei zwei Gegenstimmen verabschiedet.

Die Gemeinde gilt im Moment nicht als überschuldet, steuert aber in den kommenden Jahren darauf zu. Die Verschuldung steigt rasant, auch weil ein Investitionsstau aus den vergangenen Jahren aufgearbeitet werden muss. „Die Gemengelage ist dramatisch“, sagte SPD-Fraktionschef Holger Ufers. Während Szlezak als Ursache dafür auf die schlechte Finanzausstattung der Kommunen durch Bund und Land verwies, warnte Ratsherr Immo Müller (UWW) davor, die Schuld für die schlechte Finanzlage ausschließlich bei anderen zu suchen. 

Müller forderte mit Blick auf den geplanten Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Gewerbegebiet in Hohenkirchen (5,2 Millionen Euro) eine unabhängige Überprüfung, ob es mit einer Sanierung des vorhandenen Gerätehauses nicht auch getan sei. Angesichts erheblicher Investitionsbedarfe im Bereich des kommunalen Bauhofes stelle sich zudem die Frage, ob die Gemeinde mit der Vergabe eines Teils der Aufträge an Privatunternehmen nicht besser fahren würde.

Investitionsbedarf im Bauhof

Verwaltung und Ratsmehrheit folgten der Argumentation nicht. Im Bauhof bestehe dringender Handlungsbedarf, betonte Szlezak (SPD). „Da ist seit 24 Jahren nichts getan worden.“ Unter anderem sollen die sanitären Anlagen erneuert und neue Fahrzeuge beschafft werden. Davon hätten sich die Ratsmitglieder bei einer Ortsbegehung selbst überzeugte. Wolfram Sandmeier (SPD): „Im Bauhof arbeiten Mitarbeiter der Gemeinde. Die haben auch Rechte.“

Feuerwehrgerätehäuser dürften keinen Vorrang vor Schulen und Kindergärten haben, sagte Alice Brandenburg-Bienek (CDU). Sie warb dafür, die Einnahmesituation der Gemeinde so schnell wie möglich zu verbessern. Eine Erhöhung der Steuern und Gebühren über das bereits beschlossene Maß hinaus komme aber nicht in Frage. Die Gemeinde solle neue Gewerbeflächen ausweisen und beim Verkauf der Rundinsel im Wangermeer „in die Pötte“ kommen. Müller sprach sich hier für einen umgehenden Verkauf der Insel aus, um die Schuldenlast zu senken.

Fördermittel für Rundinsel?

Ulfers warnte vor übereilten Entscheidungen. „Tafelsilber kann man nur einmal verkaufen.“ Wichtiger als der Verkaufserlös seien langfristige Effekte zur Verbesserung der Einnahmen der Gemeinde. Der Bürgermeister verwies auf einen Arbeitskreis des Rates, der derzeit prüfe, wie es mit der Rundinsel weitergehen soll, nachdem der Verkauf an externe, inzwischen insolvente Investoren geplatzt ist. Mit Blick auf Zuschüsse aus dem Fördertopf des Kohlestrukturfonds in Höhe von 90 Prozent sei auch eine Nutzung der Insel unter Regie der Gemeinde denkbar. Darüber hinaus sei man aber weiterhin für Ideen neuer Investoren offen.

Beratungen ohne Streit

Einvernehmliche dankten die Vertreter der verschiedenen politischen Gruppierungen im Rat der Kämmerei für die gute Vorbereitung der Haushaltsberatungen. „Wir haben den Haushalt gemeinsam erarbeitet. Ohne Streit“, stellte Reiner Tammen (Grüne) fest. 

Der Finanzetat weist der Ergebnishaushalt Erträge in Höhe von 27,0 und Aufwendungen von 27,4 Millionen Euro aus. Für Investitionen sind 6,1 Millionen Euro eingeplant. Die Hebesätze für die Grundsteuern A und B werden auf 480 Prozentpunkte festgesetzt, die Gewerbesteuer auf 458 Prozentpunkte. 

SPD stellt sich im Rat neu auf

Johann Wilhelm Peters im Rat
Johann-Wilhelm Peters (rechts) leitet ab sofort für Wolfram Sandmeier (links) die Ratssitzungen. In der Mitte: Bürgermeister Mario Szlezak. Foto: hol

Wangerland (13. 3. 2024) – Der Rat der Gemeinde Wangerland steht unter neuer Führung. Auf der Ratssitzung am Dienstagabend gab Ratsvorsitzender Wolfram Sandmeier (SPD) seinen Rückzug als Ratsvorsitzender bekannt. In geheimer Abstimmung wurde SPD-Urgestein Johann-Wilhelm Peters mit 14 Ja- und neun Gegenstimmen bei einer Enthaltung zu seinem Nachfolger gewählt.

Sandmeier (Wiefels) zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück. Kurios: Peters war erst in der Sitzung als neuer Ratsherr verpflichtet worden. Er war für Ihno Gerdes in das Gemeindeparlament nachgerückt. Gerdes hatte sein Mandat aus beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt. Peters ist ein erfahrener Kommunalpolitiker. Der Hohenkirchener hatte die Ratssitzungen bereits bis zur Kommunalwahl 2021 etliche Jahre lang geleitet. 

„Ich finde es nicht in Ordnung, wenn meine Stellvertreterin immer wieder einspringen muss, weil ich gesundheitliche Probleme habe“, sagte Sandmeier gegenüber Hooksiel-Life. Seine Stellvertreterin Alice Brandenburg-Bienek (CDU) bedankte sich im Namen des gesamten Rates mit einem Blumenstrauß für die gute Zusammenarbeit. 

Sandmeier bleibt weiter im Rat und arbeitet in der nur noch siebenköpfigen SPD-Fraktion mit. Nadine Kirschner hatte in der Sitzung „aus persönlichen Gründen“ ihren Rückzug aus der SPD-Fraktion und der Partei erklärt. Sie will künftig als Einzelkämpferin im Rat mitarbeiten und ihr Grundmandat im Ausschuss für Schulen und Soziales wahrnehmen. Die von Holger Ulfers (Hooksiel) geführte SPD bleibt dennoch die stärkste Fraktion im Rat.

„Ankerpfad“ soll Geschichte mit Daten und Fakten lebendig machen

Vorstand Verein Kunst- und Erlebispfad
Der Vorstand des Verein Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel mit dem ausgeschiedenen Schriftführer Henning Gieseke (links). Daneben Günter Schmöckel, Sylke Barkmann, Vorsitzender Björn Mühlena, Anja Dittmer, Günter Hoffmann und Heinz Keweritsch. Foto: Verein

Hooksiel (12. 3. 2024) – Der Verein Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel wird das Projekt „Ankerpfad“ weiter vorantreiben. Das bekräftigte Vorsitzender Björn Mühlena auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins am Montagabend. Die hohen Fertigungskosten für die geplanten Informationstafeln an den im Ort präsenten Ankern hätten den Verein zwar anfänglich vor große Herausforderungen gestellt. Aber, so Mühlena: „Nachdem das Projekt vorübergehend auf Eis gelegt worden war, sind wir im vergangenen Jahr aus der Planungsphase herausgekommen und haben die Arbeit am Ankerpfad wieder aufgenommen.“

Inzwischen sind die ersten drei Tafeln fertiggestellt. Sie sollen zusammen mit Vereinsmitgliedern und im Beisein von Seeleuten der jeweiligen beschriebenen Schiffe enthüllt werden. Der Termin stehe noch nicht fest. Zur feierlichen Enthüllung sollen aber auch Sponsoren, Vertreter der Gemeinde und der Wangerland Touristik GmbH (WTG) geladen werden.

Mühlena dankte insbesondere der WTG. Sie habe zugesagt, alle vom Verein betreuten Anker als Sehenswürdigkeiten auf ihrer Homepage zu präsentieren. Geplant sei, alle Anker mit Ortsangabe, Lagekarte und ausführlicher Beschreibung vorzustellen. Dafür sollen die Infotafeln über QR-Codes verfügen, die es den Besuchern ermöglichen, weitere Informationen mit ihren Handys abzurufen. Der Verein würde sich freuen, mehr Geschichten und Fakten zu den Ankern zu erfahren und bittet Wangerländer und Urlaubsgäste um Mithilfe, so der Vorsitzende.

Die Neuwahlen zum Vorstand brachten nur wenige Veränderungen. Björn Mühlena wurde als Vorsitzender, Heinz Keweritsch als zweiter Vorsitzender, Günter Hoffmann als Kassenwart und Günter Schmöckel als Beisitzer bestätigt. Henning Gieseke schied als Schriftführer aus. Zu seiner Nachfolgerin wurde Anja Dittmer gewählt. Mühlena dankte Gieseke für dessen langjähriges Engagement. Er habe unter anderem die Aktivitäten des Künstlerhauses fotografisch dokumentiert und in den Sozialen Medien beworben. „Diese virtuelle Präsenz ermöglicht es uns, die Kunstszene von Hooksiel über die Grenzen hinaus bekannt zu machen und weiter zu fördern“, so Mühlena.

Der Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel habe im vergangenen Jahr erneut intensiv die Arbeit des Künstlerhauses im Ort begleitet. Die Ausstellungen dort würden gut angenommen und böten den Gästen die Möglichkeit zum Austausch mit den Künstlern. Mühlena ließ das Ausstellungsprogramm 2023 Revue passieren. Anfang 2024 sei ein lang gehegter Wunsch des Vereins erfüllt worden: Eine Ausstellung in der Winterpause, die Werke von Künstlern zeigt, die bereits früher einmal im Künstlerhaus ausgestellt haben. Unter dem Titel „Verborgenes“ wurden diese Werke präsentiert, während Vereinsmitglieder die Ausstellung betreuten. 

Christen haben gewählt: Kern des neuen Gemeindekirchenrates steht

Wangerland/Hooksiel (12. 3. 2024) – Das neue Führungsgremium der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland steht. Zumindest im Kern. Bei den Gemeindekirchenratswahlen wurden 14 der künftig 21 Posten direkt besetzt. Weitere sieben sollen im Nachgang in das Gremium berufen werden.

Die Wahl, deren vorläufiges Ergebnis bis zum späten Sonntagabend ausgezählt wurde, war eine Premiere. Erstmals hat jetzt die zum 1. Januar 2023 aus sechs selbstständigen Gemeinden fusionierte Kirchengemeinde einen gemeinsam gewählten Kirchenrat.

Von 3642 wahlberechtigten Christen haben sich 1061 an der Abstimmung beteiligt. 236 davon nutzten die Möglichkeit, ihre Stimmen online abzugeben. 825 gaben ihren mit bis zu 14 Kreuzen versehenen Stimmzettel per Briefwahl ab. Eine Urnenwahl gab es nicht. Einige Stimmzettel und einige Wahlbriefe wurden dem ersten Anschein nach als ungültig eingestuft.

Nach den Feststellungen des Wahlvorstandes um Pastor Jürgen Walter liegen laut vorläufigem Ergebnis folgende Kandidaten vorn: Jürgen Habben, Bettina Schriever, Matthias Götzl, Gaby Szlezak, Kea Müller, Renate Peters, Eilert Kleyhauer, Klaus Anneken, Udo Braun, Herbert Ulfers, Lübbo Meppen, Nicole Menssen, Heinz Martin und Hermann Reents. Bettina Schriever und Herbert Ulfers aus Pakens-Hooksiel waren bereits bislang Kirchenälteste aus Hooksiel-Pakens, Kea Müller und Heinz Martin engagierten sich bislang im Bezirk St. Joost-Wüppels.

Boßeltour mit Blick auf ICI-Historie

Boßeln der Klebearsch-Runde
Angela Homuth (in der Mitte mit Boßelkugel) hat das traditionelle FSGKS-Treffen organisiert. Foto: hol0

Hooksiel (12. 3. 2024) – Es gibt sie seit genau 20 Jahren: die Friesische Stiftung Goldener Klebearsch, kurz FSGKS. Am Wochenende trafen sich die Mitglieder, zum Teil aus ganz Deutschland angereist, am Hooksieler Strand zu ihrer traditionellen Boßeltour mit anschließendem Grünkohlessen – und zur weit weniger dramatischen Mitgliederversammlung.

Die Geschichte der FSGKS ist eng mit der „ICI Wilhelmshaven“ und damit mit den Anfängen der Industrialisierung des Voslapper Grodens in Wilhelmshaven verbunden. Was in den 1980er Jahren als firmeninterne Veranstaltung begann, ist heute eine Art Ehemaligen-Treffen der Hafenwirtschaft. Nicht ohne Grund gehörte auch der Vizepräsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV), Hans-Joachim Uhlendorf, zu den gut 20 Gummkugel-Werfern. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bedankten sich im Rahmen der Mitgliederversammlung im Restaurant „Zur Brück“ vor allem bei der Hooksielerin Angela Homuth, die als langjährige Ineos-Managerin und Logistikchefin der firmeneigenen Containerlinie das Treffen organisiert hatte. Auch die Kultur kam bei der Veranstaltung nicht zu kurz. Auf dem Tisch stand eine vom Wilhelmshavener Künstler Hartmut Wiesner geschaffene Skulptur: der „Klebearsch“. Er symbolisiert das gute Sitzfleisch der FSGKS-Mitglieder bei den geselligen Veranstaltungen. Auch das sicher ein Ausdruck von guter Stimmung.

Genehmigung für zweites LNG-Terminal

Wilhelmshaven/Hooksiel (11. 3. 2024) – Das zweite schwimmende LNG-Terminal in Wilhelmshaven kann demnächst den Betrieb aufnehmen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat der FSRU Wilhelmshaven GmbH hat erwartungsgemäß die wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung von Abwasser aus der FSRU-Regasifizierungsschiff (Floating Storage and Regasification Unit) in die Innenjade erteilt. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Inbetriebnahme erfüllt.

Anders als die bereits bestehende FSRU „Höegh Esperanza“ wurde das zweite Schiff, die „Excelsior“, auf Kosten des Bundes auf Ultraschalltechnik umgerüstet. Die Schallwellen verhindern, dass sich Algen, Muscheln oder Seepocken am Seewasser führenden Rohrsystem im Schiff festsetzen können. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) in einer Pressemitteilung seines Ministeriums: „Die Anlage arbeitet komplett ohne Biozide wie Chlor. Das freut mich sehr und ich danke allen Beteiligten für ihre Arbeit, die Umwelt maximal zu schützen.“

Das Seewasser wird im Schiff zur Erwärmung und damit zur Regasifizierung des 162 Grad kalten Flüssigerdgases verwendet. Das bei diesem Prozess erkaltete Wasser wird zurück in die Jade geleitet. Die Einleitungsgenehmigung sieht ein Monitoring zu den Auswirkungen der Temperaturveränderungen im Ökosystem Jade vor. 

Dazu, ob Ultraschallwellen auch außerhalb des Schiffes gelangen und zum Beispiel das Orientierungssystem von Schweinswalen beeinflussen können, machte das Ministerium keine Angaben. Offen bleibt auch die Frage, warum es offenbar noch keinen Plan für die Umrüstung der „Höegh Esperanza“ auf Ultraschalltechnik gibt. 

Pilzanker hat neuen Platz im Alten Hafen

Henning Giesecke

Hooksiel (11. 3. 2024) – Das Projekt „Ankerpfad“ des Fördervereins Kunst- und Erlebnispfad Hooksiel kommt voran. Ein Pilzanker wurde jetzt mit Hilfe des Bauhofes der Gemeinde und der Arbeitsgruppe Hooksiel auf eine neue Position gebracht. Die Männer der Arbeitsgruppe haben den Anker am Wochenende entrostet und neu „gepönt“. Der Pilzanker hat über Jahrzehnte dem Seezeichen „Feuerschiff Weser“ (ehemals „Norderney“) in der deutschen Bucht Halt gegeben. Er fristete bislang ein Schattendasein unten an der Hafenmauer im alten Hafen von Hooksiel. Jetzt erstrahlt er in neuem Glanz an einem neuen Platz. 

Der Anker schmückt künftig anstelle des zerborstenen Evermastes das Rondell im hinteren Hafenbereich. Bruno Bölts, Sprecher der Arbeitsgruppe, hat einige Fakten zur Geschichte des Pilzankers recherchiert. Er hat ein Gewicht von knapp drei Tonnen und gehörte zum Feuerschiff, das 1906 bis 1907 von der AG Weser in Bremen unter der Baunummer 157 gebaut wurde. „Durch die Pilzform des Ankers konnte sich das Schiff rund um den Anker herum drehen und blieb trotz unterschiedlicher Strömungen immer in Position“, so Bölts.

Das Schiff hatte eine Länge von 52,50 Meter, war 7,80 Meter breit und hatte einen Tiefgang von 3,81 Meter. Nach einigen vorherigen Positionen wurde das Feuerschiff am 26. März 1954 auf die Station „Weser“ ausgelegt. Das Leuchtfeuer hatte eine Tragweite von 19 Seemeilen. „Es wies bis zum 23. September 1981 den Steuerleuten der Schiffe den Weg. Dann wurde es wegen zu hoher Unterhaltungskosten außer Dienst gestellt“, so Bölts. 

Im Jahr 2023 wurde das Schiff auf der Neuen Jadewerft restauriert und wieder in „Norderney“ umbenannt. Der Stationsname „Weser“ wurde in „Wilhelmshaven“ geändert. Das Schiff soll als Museumsschiff am Bontekai wieder zugänglich gemacht werden. „Wie der Anker nach Hooksiel gekommen ist, wissen wir nicht genau“, so Bölts.

Henning Giesecke, Initiator des „Ankerpfad“-Projektes beim Förderverein und Arbeitsgruppen-Mitglied, dankte dem Malerbetrieb Knodel, der die Farbe für den Anker zur Verfügung gestellt hat. Ein weiterer Anker (Draggen) sei dem Förderverein vom Rosarium Wilhelmshaven zur Verfügung gestellt worden. Er soll in den nächsten Tagen durch den Bauhof nach Hooksiel transportiert werden.

Arbeitsgruppe Hooksiel am Anker
Mitglieder der Arbeitsgruppe haben den Anker in Position gebracht und im Anschluss gepönt.

Mit rundum sanierter Kanone für touristischen Wettbewerb gerüstet

Hooksieler Kanone
Hobbyschmied Uwe Schuster (am Boden) passt die Beschläge an die Lafette der Hooksieler Kanone an. Unterstützt wird er von (von links) Erwin Abels, Wolf Hegemann und Wolfram Heibeck. Foto: hol

Hooksiel (11. 3. 2024) – Die besten Kanonen sind die, die nie abgefeuert werden müssen. Abschreckung heißt die Devise. Bei den beiden historischen Kanonen, die 1849 an der Hafeneinfahrt des Handelshafens Hooksiel stationiert wurden, hat das offenbar geklappt. Zu den damals befürchteten Übergriffen von dänischen Kriegsschiffen kam es nie.

Eine der beiden Kanonen hat bis heute ihren Platz auf dem Deich an der Viethstraße unweit des Alten Hafens. Allerdings: Die Bodenplatte, auf der das Museumsstück bald wieder als Fotomotiv für Hooksiel-Urlauber glänzen soll, ist noch verweist. Die Kanone wird saniert. „Originalgetreu“, wie Wolf Hegemann vom Seebadeverein Hooksiel beteuern. Und das dauert sein Zeit.

Hegemann hat in Archiven recherchiert, nach Bauteilen für die preußische Kanone gesucht, von dem richtigen Holz für die Lafette und die Speichen der Räder bis hin zur Machart von Beschlägen und Nägeln. Dazu hat er die richtigen Fachleute gefunden. Zwei davon: Der Hooksieler Segelbootsbauer Wolfram Heibeck und der Wilhelmshavener Hobbyschmied Uwe Schuster, der sich in der Arbeitsgemeinschaft altes Sande engagiert.

Während Heibeck die hölzerne Lafette, auf der die Kanone montiert wird, nachgebaut hat, hat Schuster in der Schmiede in Alt Marienhausen metallische Beschläge, Halterungen für das Kanonenrohr sowie die für die Verankerung erforderlichen Stahlnägel gefertigt. Zur Anprobe der Beschläge trafen sich jetzt Hegemann, Heibeck, Schuster und der Vorsitzende des Seebadevereins, Erwin Abels.

Hooksieler Kanone
Wolf Hegemann (links) und Uwe Schuster passen die per Handarbeit gefertigten Beschläge für das Fahrgestell an. Wann die Kanone wieder auf dem Deich stehen wird, ist noch ungewiss. Foto: hol

Die Bilanz: Das Kanonen-Projekt ist auf einem guten Weg. Aber zu Ostern, wie ursprünglich geplant, wird das gute Stück noch nicht wieder auf dem Deich stehen können. Dafür gibt es noch zu viel zu tun. Die Beschläge müssen leicht nachgearbeitet, die Löcher für die Befestigung an der Lafette gebohrt und die Nägel eingeschlagen werden. Danach muss die ganz Konstruktion mehrfach gestrichen werden, um für die nächsten Jahre gegen Wind und Wetter gefeit zu sein.

Ein wichtiger Punkt sei auch, so Abels, das die Kanone auf dem Deich gut verankert wird. „Wir müssen ja auf jeden Fall vermeiden, dass jemand das gute Stück aus einer Bierlaune heraus vom Deich rollt.“ Auf die Mündung des Kanonenrohres wird zudem eine Eisenkugel geschweißt.

Zum Zeitplan heißt es jetzt: „Die Kanone kehrt in diesem Sommer zurück.“ Dann, so Abels, „ist Hooksiel wieder wehrfähig“. Zumindest für den rauer werdenden touristischen Wettbewerb an der Küste. Über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten wird Wolf Hegemann sicher auch an diesem Mittwoch, 13. März, Auskunft geben. Dann nämlich treffen sich die Mitglieder des Seebadevereins um 19.30 Uhr im Hooksieler Gästehaus zu ihrer Jahreshauptversammlung.

Viel Arbeit vor Saisonbeginn

Tennis Arbeitsdienst Hooksiel
Arbeitsdienstleiter Reiner Meints (rechts) mit einem Teil der Hooksieler Tennisspieler, die sich beim ersten Arbeitsdienst in der Saison eigebracht haben. Foto: FCN

Hooksiel (10. 3. 2024) – Es fühlt sich schon an wie Tennis. Bei herrlichem Sonnenschein, aber nur 8 Grad, tummelten sich am Sonnabend eine ganze Reihe von Tennisspielern des FC Nordsee Hooksiel auf der Zwei-Feld-Anlage am Freizeitgelände. Im Rahmen der Aktion „Frühjahrsputz“ absolvierten die Sportlerinnen und Sportler den ersten Arbeitsdienst vor Saisonbeginn.

Arbeitsdienstleiter Reiner Meints war nach fünf Stunden mit den Ergebnissen zufrieden: Jede Menge Blätter von der Spielflächen und der gesamten Anlage beseitigt, Unkraut aus den Beeten gezupft, die Entwässerungsrinnen gereinigt, Hecken in Form gebracht, einige Schadstellen an der Vereinshütte beseitigt. „Arbeit gibt es immer genug.“ 

Bevor wieder gelbe Filzkugeln über die Netz geschlagen werden können, steht aber noch Einiges auf dem Zettel von Meints. Eine Werkzeughütte soll aufgestellt, der Quarzsandboden muss ergänzt, Netze und Windschutzplanen aufgehängt werden. Da jedes Mitglied der Tennisabteilung zu zwölf Arbeitsstunden pro Saison verpflichtet ist, hat der Arbeitsdienstleiter keinen Zweifel, dass auch am nächsten Sonnabend wieder genügend Helfer auf den Platz kommen werden. Treffpunkt ist um 10 Uhr.

Ziel ist es, die Plätze bis Ostern spielbereit zu bekommen. Die Punktspielrunden beginnen im Mai. „Vorher müssen wir aber ja noch ein paar Mal trainieren“, sagt Meints.