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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Skulpturen, die Menschen bewegen

Thorsten Schütt Ausstellung
Bei der Ausstellungseröffnung im Künstlerhaus Hooksiel: (von links) Einrichtungsleiterin Renate Janßen-Niemann, der Journalist Christoph Hinz, Wangerland Bürgermeister Mario Szlezak und Bildhauser Thorsten Schütt. Fotos: Gieseke

Hooksiel (3. 5. 2023) – Der Bildhauer Thorsten Schütt ist ein Künstler mit Zugkraft. Beleg dafür war der Andrang bei der Eröffnung seiner aktuellen Ausstellung im Künstlerhaus Hooksiel. Gut 60 Menschen drängten sich nach Schätzung von Künstlerhaus-Leiterin Renate JanßenNiemann allein im eigentlichen Ausstellungsraum. Hinzu kam eine große Traube von Interessierten, die die Vernissage bei herrlichem Wetter vom Vorplatz aus verfolgten.

Zur Magnetwirkung beigetragen haben dürften auch die Ständchen, die Musiklehrer Jörg Weißenfels-Bonin mit vier Schülerinnen und Schülern der Kreismusikschule Friesland vor dem Künstlerhaus zum besten gaben. Renate Janßen-Niemann: „Eine ganz tolle Idee, die wirklich gut ankam.“

Die Eröffnung der Ausstellung übernahm Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak. Thorsten Schütt zeigt darin unter dem Titel „Leere, Raub und Ästhetik“ eine Auswahl von überwiegend filigranen Arbeiten, die häufig durch das Weglassen von Komponenten zum Nachdenken und zu Interpretationen zum Zustand unseres Planeten und den Umgang der Menschen miteinander einladen. 

In die Ausstellung, das Werk und die Denkansätze des Künstlers aus Horsten (Gemeinde Friedeburg) führe der Journalist Christoph Hinz (Jever) ein. Ausgehöhlte, zum Teil löchrige Skulpturen können gleichermaßen für Verlust und Raum wie für die Zerbrechlichkeit der Welt und Raub stehen. Kleine Boote, die man den Inselwelten im Pazifik zuordnen würde, zeigen den Bezug des Künstlers zur indogenen Welt. Der gelernte Tischler und Technische Zeichner, der nie an einer Kunstakademie studiert hat, hat in der Frühzeit seines Schaffens bei einer Reise in die USA unter anderem auch ein Reservat der Hopi-Indianer besucht. 

„Wie soll die Kunst die Menschen bewegen, wenn sie selbst nicht von den Schicksalen der Menschen bewegt wird?“ Dieser Erkenntnis von Berthold Brecht hat sich auch Schütt verschrieben. Wer sich in diesem Sinne von seinen Werken anregen lassen möchte, hat dazu im Künstlerhaus Hooksiel bis zum 4. Juni, jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr, Gelegenheit. 

Pannenfreie Ausfahrt ohne Gemecker und mit Benzin im Blut

oldtimer-Treff
Fachsimpeln über Details der historischen Fahrzeuge – das gehörte auch bei der Ausfahrt des OKT-Hooksiel von Hooksiel nach Greetsiel dazu. Fotos: privat

Hooksiel (2. 5. 2023) – Bestes Wetter, tolle Stimmung und nicht eine einzige Panne. Die Organisatoren der Ausfahrt zum sechsjährigen Bestehen des „Oldtimer Klön Tag“ (OKT) waren vollauf zufrieden. An die 40 Oldtimer-Fans mit ihren Autos der Baujahre von etwa 1950 bis Ende 1970 nahmen an dem Ausflug von Hooksiel nach Greetsiel teil.

„Der Service-Wagen kam nicht einmal zum Einsatz“, freut sich Mitorganisator Ulrich Nolzen.
Auf dem Parkplatz beim Hooksieler Kreisel machten sich rund 25 Oldtimern auf dem Weg zum OBI Parkplatz in Jever. Dort schlossen sich sechs weitere Liebhaber historische Autos an. Gemeinsam nutzte man die Gelegenheit, über das gemeinsame Hobby ins Gespräch zu kommen.

Von Jever ging es über die Dörfer nach Neuharlingersiel, wo sich weitere fünf Oldtimer dem Korso anschlossen. Nach einer weiteren Klön-Runde und einem Fischbrötchen führte die Route weiter entlang der Küste zum Ziel: Schoof’s Mühlencafe in Greetsiel.
Für die Gäste war dort alles bestens vorbereitet: Abgetrennte Oldi-Parkplätze, drinnen und draußen gemütliche Runden bei Kaffee und Kuchen. Wer mochte, unternahm eine Mühlen- oder Hafenbesichtigung, bevor man sich wieder auf die Heimfahrt machte. 

„Alle Beteiligten waren restlos zufrieden“, ist Nolzen überzeugt. „Die Oldtimer-Fans wünschen sich zum 7.OKT-Geburtstag wieder eine tolle Ausfahrt ohne Stress, Gemecker und mit Benzin im Blut.“

Dänische Motoryacht aus Not gerettet

Rettung auf der Jade
Freiwillige Seenotretter der Station Wilhelmshaven im Einsatz auf der Jade. Foto: DGzRS

Hooksiel/Wilhelmshaven (2. 5. 2023) – Gleich zwei Mal kurz hintereinander im Einsatz waren die freiwilligen Seenotretter der Station Wilhelmshaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Mit dem Seenotrettungsboot „Wilma Sikorski“ kamen sie gemeinsam mit dem Tochterboot „Johann Fidi“ des in Hooksiel stationierten Seenotrettungskreuzers „Bernhard Gruben“ am Sonntag einer dänischen Motoryacht mit Wassereinbruch zu Hilfe. 

Dem Skipper war es nach Darstellung der DgzRS noch gelungen, an einem Anleger der HES Tankfarm festzumachen. Dort pumpten die Seenotretter das eingedrungene Wasser außenbords. Sie nahmen den Havaristen auf den Haken und schleppten ihn und die zweiköpfige Besatzung sicher nach Wilhelmshaven. 

Am späten Abend alarmierte die Crew einer im Vareler Tief festgekommenen Segelyacht die Seenotretter. In der Nacht war sie bei ablaufendem Wasser nicht mehr zu erreichen. Beim nächsten Hochwasser am Maifeiertag befreiten die Seenotretter das Boot samt alleinsegelndem Skipper und brachten beide sicher nach Varel.

Reitabzeichen stärken die Motivation

Reiter des ruf Hooksiel
Die erfolgreichen Reiterinnen mit ihren Ausbildern und Prüfern. Foto: RuF Hooksiel

Hooskiel (2. 5. 2023) – Eine ganze Reihe von Aktiven des Reit- und Fahrvereins (RuF) Hooksiel wurden für ihre erfolgreiche Teilnahme an Fortbildungs- und Vorbereitungslehrgängen ausgezeichnet. Die Richter Reiner Guschke und Ralf Ulfers überreichten auf der Reitanlage in Oesterdieken 14 Reiterinnen und Reitern Urkunden und Abzeichen, die ihr theoretisches Wissen beziehungsweie ihr praktisches Können dokumentieren. 

Den Lehrgang zum „Pferdeführerschein Umgang“ schlossen erfolgreich ab: Nadine Kuper, Zoe Kuper, Teelke Oletti, Karin Oletti, Amrei Lüken, Kian Janssen und Leni Mross. Das Reitabzeichen 5 (RA 5) erhielten Zoe Kuper, Leni Mross, Teelke Oletti, Amrei Lüken, Kian Janssen, Hannah Treu und Franka Kabierschke. Die Prüfung für das Reitabzeichen 4 (RA 4) bestanden Reentje Janßen, Rieke van der Meer und René Riedel. Über das Longierabzeichen Freya Heinen, Elsbeth Noatzsch und Karin Oletti.

In den vergangen Wochen hatte der RuF Vorbereitungslehrgänge ausgerichtet. Die Abzeichen sollen die Motivation stärken, sich ständig im sportlichen und alltäglichen Umgang mit dem Partner Pferd weiterzubilden. Das RA 5 ist Bedingung für die Einstufung in die Leistungsklasse 6, der Voraussetzung zur Teilnahme an hochwertigen Turnieren. 

Das RA 4 bescheinigt die weiterführende Ausbildung des Reiters und bildet die Grundlage, in die Leistungsklasse 5 aufsteigen zu können. Das korrekte Longieren von Pferden bekommt ebenso immer mehr Wertigkeit.

Neben dem theoretischen Unterricht standen Unterrichtseinheiten in der Dressur, dem Springen, der Bodenarbeit sowie dem Longieren auf dem Programm. Diese wurden von Melanie Lüttge, Frauke Janßen, Juliane Weers und Stephan Mohrmann durchgeführt.

Für den Neustart ziehen im Wohnstift Hooksiel alle an einem Strang

Wohnstift Hooksiel Einweihung
Freuen sich über einen gelungenen Neustart im Wohnstift Hooksiel: (von links) Pfarrer Lars Bratke, Diana Ruhmöller, Daniela Westerhoff (beide Wohnstift) , stellv. Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek, Alexander Meyer (Wohnstift) und Pastor Stefan Grünefeld. Foto: hol

Hooksiel (2. 5. 2023) – Mit einem gelungenen Maibaumfest hat das Wohnstift Hooksiel seinen Neustart gefeiert. Die stellvertretende Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek überbrachte den Mitarbeitern und den Eigentümern der Seniorenanlage im Herzen von Hooksiel die Glückwünsche der Gemeinde Wangerland und von Bürgermeister Mario Szlezak: „Wir sind alle froh und glücklich, dass es hier weiter geht“, sagte Brandenburg-Bienek. „Niemand möchte im Alter Zukunftsangst haben.“

Die Seniorenresidenz war von der Insolvenz der Convivo-Gruppe (Bremen) betroffen. Zum 1. April übernahm die neu gegründete „Wohnstift Hooksiel Betriebsgesellschaft mbH“ den Betrieb samt aller 35 Mitarbeiter und Bewohner. Hinter der GmbH steht die Pflegeimmobilien-Beratung Terranus (Köln), die in den nächsten Monaten die Wirtschaftlichkeit des Hauses wieder herstellen soll. Damit wäre die Basis für einen neuen Langzeitbetreiber geschaffen.

„Wir haben schwere Zeiten hinter uns“, sagte Interims-Einrichtungsleiterin Diana Ruhmöller. „Und wir werden noch einige Herausforderungen meistern müssen.“ Das die einstige Seniorenresidenz als Wohnstift überlebt habe, sei nur dem Umstand zu verdanken, dass alle Beteiligten an einem Strang gezogen hätten: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten weiter mit viele Engagement gearbeitet, die Bewohner und deren Angehörige hätten Ruhe bewahrt und die Immobilieneigentümer Hemsö seien bereit, weiter in das Haus zu investieren. Hinzu gekommen sei, dass die Gemeinde Wangerland und die Heimaufsicht beim Landkreis Friesland den Übergang sehr konstruktiv begleitet hätten.

„Das Haus mit seiner tollen Lage ist etwas ganz Besonderes“, sagte Diana Ruhmöller. Jetzt wolle man gemeinsam die vorhandenen Probleme lösen. Einige Mitarbeiter müssten zusätzlich eingestellt und weitere Bewohner geworben werden. Von den 95 Wohnplätzen waren zwischenzeitlich nur 25 belegt. Inzwischen sind erste Bewohner aus dem geschlossenen Seniorenhaus St. Willehad in Wilhelmshaven nach Hooksiel umgezogen. Betreut werden können in dem Wohnstift Menschen aller Pflegestufen.

Die Einrichtungsleiterin kündigte an, dass man weitere Ideen und Chancen suchen und umsetzen werde, um das Haus in eine ruhige Zukunft zu führen. Dazu werde unter anderem das Restaurant und das Cafe nach außen zu öffnen. Diana Ruhmöller: „Wir wollen ein gute Ort für alle Senioren sein.“

Feier Wohnstift Hooksiel
Einrichtungsleiterin Diana Ruhmöller (am Mikrofon) bedankt sich bei Mitarbeitern und Bewohnern, die in schwieriger Zeit die Ruhe bewahrt und engagiert weitergearbeitet hätten. Foto: hol

An einer lieb gewonnene Tradition werde man aber auf jeden Fall festhalten, versicherten die Pastoren Stefan Grünefeld und Lars Bratke von der evangelisch-lutherischen bzw. von der katholischen Kirchengemeinde Wangerland. Alle zwei Wochen wird im Wohnstift eine Andacht gehalten. 

Die Geistlichen überbrachten die besten Wünsche, über die sich die Bewohner ebenso freuten, wie über die musikalische Untermalung der Feier, Kaffee und Kuchen sowie die Bratwurst vom Grill. Zu den Gästen der Einweihungsfeiern gehörten zahlreiche Vertreter von Institutionen und Vereinen, die die Verbundenheit des Orts mit dem Wohnstift unterstrichen. 

Hunderte Hooksieler eskortieren den Maibaum zum Alten Hafen

Maibaum Hooksiel
In luftiger Höhe befreit Patrick Obst den Maibaum vom Tragegurt. Foto: hol

Hooksiel (1. 5. 2023) – Der Maibaum steht. Das war die erste frohe Botschaft. Und die zweite: Er stand auch heute, am 1. Mai, noch am Alten Hafen von Hooksiel. Aktive der Vereine im Ort hatten die gut zehn Meter lange, bunt geschmückte Fichte die ganze Nacht über bewacht. Denn der Frühlingsbote darf nach alter Tradition in der Nacht auf den 1. Mai „geklaut“ werden, ohne dass man strafrechtliche Konsequenzen fürchten müsste.

Das Aufstellen des Maibaums war am Sonntagnachmittag eine rundum gelungene Veranstaltung. Mehrere Hundert Hooksieler, darunter zahlreiche Kinder, trafen sich am ZOB in der Ortsmitte, um – gesichert durch die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel und begleitet vom Musikzug Sillenstede – den Baum auf dem Weg zum Alten Hafen zu begleiten. Auf dem Platz angekommen begann unter den Augen der Schaulustigen das durchaus spektakuläre Manöver, den Baum mit Hilfe eines Krans der Firma Langenhorst aufzurichten. 

Dafür wurde der mit einem Tragegurt am Kranausleger befestigte Maibaum in die Höhe gezogen und am Boden von Feuerwehrleuten und Helfern der Vereine in einer Bodenhülse verankert. Geschafft!? Nicht ganz. Der Baum steht, aber der Tragegurt hängt noch in luftiger Höhe am Mast fest. 

Die Feuerwehr wäre nicht die Feuerwehr, wenn sie nicht auch dieses Problem lösen könnte. Kurzum wurde eine lange Leiter aus dem benachbarten Feuerwehrhaus geholt und am Maibaum angestellt. Gesichert durch ein halbes Dutzend Kameraden, die die Leiter festhielten, kletterte der stellvertretende Ortsbrandmeister Patrick Obst in die Höhe, um unter den Augen von Bürgermeister Mario Szlezak den Tragegurt zu lösen. Die Feier kann beginnen …

Bei herrlichem Wetter genossen die Besucher der Veranstaltung im Anschluss bei Bier und Bratwurst den schönen Blick auf den Maibaum und den Hafen. Schade: Als der erstmals ausgerichtete „Hexenumzug“ mit rund 50 verkleideten Teilnehmern zur Walpurgisnacht vom Gruseleum kommend den Platz erreichte und um den Maibaum tanzte, waren die allermeisten Schaulustigen schon wieder auf dem Heimweg. Aber der Baum war noch da, gut bewacht. Der Tenor in der Dorfgemeinschaft: „Das hat viel Spaß gemacht. Im nächsten Jahre stellen wir den Maibaum wieder am 30. April auf.“ 

Maibaum am Hafen
Applaus von Hunderten Schaulustigen: Der Maibaum steht am Alten Hafen. Foto: Geisen

Wildwechsel: Polizei mahnt zur Vorsicht

Hooksiel (1. 5. 2023) – Die Polizei warnt vor Wildwechsel. In den vergangenen Tage sei es im Jeverland zu einer erhöhten Zahl von Verkehrsunfällen gekommen, an denen Wildtiere beteiligt waren.

Insbesondere in der Dämmerungszeit quere aktuell viel Wild die hiesigen Landesstraßen, warnt die Polizei. „Hierbei kann das Wild auch scheinbar plötzlich beim Verlassen eines Grabens auftauchen.“ Alle Verkehrsteilnehmer werden zu erhöhter Vorsicht ermahnt.

Anke Müller – eine Tausendsassarin im Einsatz für Hooksiel

Anke Müller im Park der Generationen
Der „Garten der Generationen“ als grüne Oase im Herzen von Hooksiel liegt Anke Müller besonders am Herzen. Foto: hol

Hooksiel (29. 4. 2023) – Der „Garten der Generationen“ ist eine grüne Lunge von Hooksiel. Zwischen Wohngebiet und Ortskern, zwischen Senioren-Anlage und Nee Straat haben sich zahlreiche Prominente verewigt – vom ehemaligen Arbeitsminister Dr. Herbert Ehrenberg bis zum Fußballidol Uwe Seeler, von den Liedermachern Rolf Zuckowski und Johannes Oerding bis jüngst auch der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke. 

Die Gemeinsamkeit der 14 Promis, die sich zwischen Sitzbänken und Fitnessgeräten verewigt haben: Jeder hat bei seinem Besuch in Hooksiel ein Bäumchen gepflanzt, das – wenn es entsprechend gepflegt wird – wächst und gedeiht. Die Pflege der Bäume und Beete sowie die Gestaltung des Gartens liegt in den Händen von Anke Müller, die mit einer Schar Mitstreiter den Park seit 2012 betreut.

Damals hat die Interessengemeinschaft „De Hooksieler“ das Areal gepachtet. „Früher kamen noch gelegentlich Mitarbeiter der Gemeinde, um den Rasen zu mähen“, erinnert sich Anke Müller, die 2. Vorsitzende der Gemeinschaft ist. „Seit einigen Jahren machen wir auch das selbst.“ 

Noch Mitstreiter für die Pflege des Parks gesucht

Finanziell werden die Aktionen im Park – wie etwa das jährliche Spielefest (25. Juli ab 14.30 Uhr) – von „De Hooksieler“, einer Reihe weiterer Vereine im Ort und von Gewerbetreibenden unterstützt. Für die praktische Arbeit würde sich Anke Müller noch über ein paar mehr Helfer freuen. Interessierte können sich an diesem Mittwoch, 3. Mai, um 19 Uhr zum Stammtisch im Awo-Heim am Gästehaus einfinden – oder direkt beim nächsten Arbeitsdienst im Pak am Dienstag, 2. Mai, um 15 Uhr. 

Für Anke Müller ist der „Garten der Generationen“ nur ein Aktionsfeld. Im Bemühen, Hooksiel und das Wangerland noch schöner und lebenswerter zu machen, engagiert sich die Tausendsassarin in einer ganzen Reihe von Initiativen. Was treibt sie dabei an? „Ich habe einfach so viele gute Ideen. Und es würde mir weh tun, wenn ich mich nicht bemühen würde, sie auch umzusetzen.“

Anke Müller ist am Wüppelser Altendeich aufgewachsen und in Hooksiel zur Grundschule gegangen. „Schon als Kind war man am Wüppelser Altendeich in die Organisation der großen Straßenfeste eingebunden“, erinnert sich die Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Nach der Schule hat sie 16 Jahre lang im Büro im Ferienhof „Friesland-Stern“ von Bernhard Eden in Horum gearbeitet. Eine gute Schule für die Entwicklung von Ideen und deren Umsetzung.

Internationale Anerkennung für „Erde und Flut“

Seit 1999 ist Anke Müller Vermieterin. Sie managt in Hooksiel elf Ferienwohnungen, die ihr und ihrem Mann Dieter gehören. Natürlich habe sie bei all ihren Aktivitäten auch das Wohl ihre Gäste im Blick. „Aber alles, was wir für die Gäste machen, ist auch für die Einheimischen schön.“

Als Sprecherin der Lenkungsgruppe „Erde und Flut“, der rund ein Dutzend Bürgerinnen und Bürger angehören, hat sich die Hooksielerin um die Verschönerung der gesamten Gemeinde auf die Fahne geschrieben. Ein augenfälliges Projekt: die künstlerische Gestaltung von Bushaltestellen. Alle zwei Jahre richtet die Gruppe zudem so genannte „Garten-Spaziergänge“ aus, bei denen Interessierte einen Blick in die Gärten anderer Leute werfen können. Ein neues Vorhaben, das auf einer Idee von Bernhard Eden basiert: Alte Stromkästen sollen aufgearbeitet und so umgebaut werden, dass sie als „Bücherschränke“ genutzt werden können – für kostenlose Buch-Tauschaktionen auf Gegenseitigkeit. 

„Erde und Flut“ ist bereits national und international gewürdigt worden. Das Projekt wurde im Rahmen des Ortsbildverschönerungs-Wettbewerbs „Entente Florale“ mehrfach ausgezeichnet – zuletzt 2016 in Brünn (Tschechien) mit einer Silbermedaille. „Das war schon eine tolle Sache“, erinnert sich Anke Müller, die bedauert, dass es den Wettbewerb so nicht mehr gibt. 

Zu den Erfolgen von Anke Müller und „Erde und Flut gehört auch die Zertifizierung der Gemeinde Wangerland als „Fairtrade-Gemeinde“. Auch hier fungiert sie als Sprecherin der Steuerungsgruppe, die sich für den Fairen Handel mit Produkten aus der so genannten „Dritten Welt“ einsetzt. Die nächste Aktionswoche von Fairtrade Deutschland mit dem Motto „Fair in den Tag“ beginnt am 22. Mai.

Anke Müller Theater
Anke Müller (rechts) bei ihrer Theaterpremiere. Links im Bild: Karin Ortmanns. Foto: hol

Mutter von zwei heute fast erwachsenen Kindern (18 und 20 Jahre alt), Vermieterin von Ferienwohnungen, Einsatz für Hooksiel und die Verschönerung des Wangerlandes, dazu das Engagement für Umwelt und fairen Handel. Wer meint, damit müsste das Arbeitspensum einer Person bei weitem ausgeschöpft sein, der irrt: Seit vergangenen Winter gehört Anke Müller zum Kreis der Theaterspieler der „Theatergruppe Hooksiel“. Beim Stück „De Arvschaft“ stand sie erstmals als „Tod-Pflegerin Elvira Blankenfurth“ vor Publikum auf der Bühne. „Das hat riesigen Spaß gemacht. Ich konnte Plattdeutsch zwar immer verstehen, aber selbst sprechen konnte ich es nicht“, schildert Anke Müller. 

Das sollte sich ändern, so die Idee. Und Anke Müller wäre nicht Anke Müller, wenn sie nicht einen Weg finden würde, ihrer Idee auch Taten folgen zu lassen. Gedacht, getan – heute spricht sie platt. 

Jensen: Küstenfischerei muss bleiben

Hooksiel/Hannover (28. 4. 2023) Mit einem Entschließungsantrag zur Küstenfischerei fordert die CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag die Landesregierung auf, sich auf nationaler und europäischer Ebene gegen pauschale Verbote und für eine differenziertere Bewertung verschiedener Formen der mobilen Grundfischerei einzusetzen. „Unsere Küstenfischer brauchen jetzt alle Unterstützung, die sie bekommen können“, betont die Wangerländer CDU-Abgeordnete Katharina Jensen

Die Nachricht, dass nach Plänen der EU-Kommission Fischern an der Nordseeküste bereits ab 2024 die so genannte „grundberührende Fischerei“verboten werden soll, habe hohe Wellen geschlagen. Inzwischen habe der zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevičius die kulturelle Bedeutung der Küstenfischerei sowie ihre Bemühungen um eine ökologisch nachhaltige Fischerei anerkannt. Er habe zugesichert, dass die Europäische Kommission „für März 2024 kein pauschales Verbot von Grundschleppnetzen in Meeresschutzgebieten“ plant. 

Katharina Jensen beim Landvolk

Aus Sicht von Jensen (Foto) und ihrer Fraktion muss die rot-grüne Landesregierung dafür werben, dass die Küstenfischerei in ihrer bisherigen Form erlaubt bleibt, sofern Forschungsergebnisse zeigen, dass von ihr nur geringe Auswirkungen auf den Zustand der Meeresökosyseme ausgehen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, müsse die Fischerei zumindest so lange praktiziert werden können, bis innovative, schonendere Alternativen entwickelt und zur Praxisreife gebracht worden sind. 

„Bei uns an der Nordseeküste herrscht Konsens, dass die Küstenfischerei grundsätzlich erhalten bleiben muss und keinen EU-Verboten zum Opfer fallen darf“, betont Jensen. Garnelen etwa werden seit dem 17. Jahrhundert im deutschen Wattenmeer gefangen. In ihrer heute bekannten Form existiere die Küstenfischerei etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts. 

Nach Angaben des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums gingen 2020 noch rund 100 Krabbenkutter von Niedersachsen aus auf Fangfahrt, drei davon aus Hooksiel. Mehr als 50 Prozent der Umsätze der niedersächsischen Küstenfischerei werden im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erzielt. 

TES will Sonnenenergie aus Afrika nach Wilhelmshaven bringen

Tes-Info
TES-Manager Frank Albers stellt die Investitionspläne des Unternehmens vor. Fotos: TES/Lübbe

Hooksiel/Wilhelmshaven (28. 4. 2023) – Noch mehr Schiffe auf der Jade, wird da nicht die Luft verpestet? Was bedeutet ein weiteres LNG-Importterminal für den Nationalpark Wattenmeer und für Hooksiel? Wo soll das ganze Wasser herkommen, das für die Wasserstoffproduktion benötigt wird?

Über einen Mangel an kritischen Fragen brauchten sich TES-Manager Frank Albers und die zahlreich erschienenen Fachleute des Energie-Konzerns im Gästehaus Hooksiel nicht zu beklagen. Obwohl: Mit rund 50 Bürgerinnen und Bürgern, die der Einladung des Unternehmens zu einer Informationsveranstaltung für den TES „Green Energy Hub“ Wilhelmshaven gefolgt waren, war das Interesse nicht überragend. 

Zu den Gästen von TES (Tree Energie Solutions) gehörten auch Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak, Frieslands Landrat Sven Ambrosy sowie eine Reihe von Ratsmitgliedern. Schon daraus lässt sich ableiten, dass das für den Voslapper Groden in Wilhelmshaven geplante Milliarden-Projekt auch auf die Nachbargemeinde ausstrahlen wird. 

Aus keinen Fall aber dürfe der Tourismus im Wangerland gefährdet werden, sagte Szlezak. „Wir brauchen auch Wertschöpfung in unserer Gemeinde“, so der Bürgermeister. Man habe eine Reihe von Baustellen: von der notwendigen Sandaufspülung am Strand bis hin zur Sanierung des Hallenwellenbades in Hooksiel. Eine Mindestanforderung an die TES: „Wir gehen davon aus, dass es am geplanten LNG-Terminal keine Biozid-Einträge geben wird.“

Im Kern geht es beim Green Energy Hub um den Import von „grünem“ Wasserstoff, der im Sonnengürtel dieser Welt – etwa im Nahen Osten, Afrika, den USA oder Australien – aus Sonnenenergie hergestellt werden soll. Die Herstellung von regenerativer Energie per Photovoltaik koste dort etwa 10 Euro je Megawattstunde, sagte Albers. Das sei erheblich günstiger als geschätzt 65 Euro/MWh für Strom von Offshore-Windparks in der Nordsee. Auf diese Preisdifferenz baue die TES ihr Geschäftsmodell auf – müsse aber natürlich erhebliche Kosten für Logistik, Umwandlung und Transport des Wasserstoffes abdecken, räumte Albers ein.

CO2-Kreislauf mit den Sonnenländern im Süden

Bei der Verbrennung von Wasserstoff (H2) entsteht kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO2). Aber: H2 ist per Schiff kaum transportfähig. Deshalb, so erläuterte Albers, werde es am Herstellungsort in „grünen“ Methan (CH4), auch eNG, umgewandelt. Der Import von eNG soll 2027 anlaufen. In Wilhelmshaven werde das CH4 dann entweder wieder in Wasserstoff zurückverwandelt, direkt als eNG ins Fernleitungsnetz eingespeist oder als Brennstoff für ein Kraftwerk genutzt, das Strom liefert, wenn Wind- und Sonnenenergie einmal nicht zur Verfügung stehen.

Das bei der Umwandlung von Methan in Wasserstoff anfallende CO2 soll in einem Kreislauf zurück die Sonnenländer gebracht werden, wo es für die H2-Elektrolyse benötigt wird. Zudem plane TES zusammen mit dem Oldenburger Energieversorger EWE für 2028 den Bau von zwei Elektrolyse-Anlagen mit einer Kapazität von jeweils 500 Megawatt, um auch vor Ort selbst Wasserstoff erzeugen zu können.

Für fünf Jahre weiteres schwimmendes LNG-Terminal

Unabhängig von den Wasserstoff-Plänen sei ein LNG-Projekt, was TES auf Bitten der Bundesregierung umsetzen werde, so Albers. Am künftigen, noch zu bauenden Wasserstoff-Importterminal mit sechs Anlegern (direkt neben dem vorhandenen LNG-Terminal) sollen ab Winter 2023 Tanker mit Flüssigerdgas festmachen. Dafür werde man – auf fünf Jahre befristet – eine schwimmende FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) chartern, über die das verflüssigte Erdgas wieder gasförmig gemacht wird. 

Ziel sei es, so Albers, die Regasifizierung ohne Beeinträchtigung der Umwelt vorzunehmen. So soll die FSRU mit Ultraschall arbeiten, um das Festsetzen von Muscheln und Algen im Röhrensystem des Schiffes zu vermeiden. Derzeit werde noch untersucht, ob die Schallwellen niemanden im Wattenmeer schädigen. Durch das Verfahren, so die Hoffnungen, kann Einsatz von Chlor und damit Chlorverbindungen im Abwasser verhindert werden.

Ob mehr Schiffe auf der Jade als Belastung oder als touristische Attraktion wahrgenommen würden, sei unklar. Und um den Wasserbedarf der geplanten H2-Produktion in der Region kümmere sich bereits eine Arbeitsgruppe der betroffenen Firmen und der Wasserversorger. Klar sei dabei, dass die Trinkwasserversorgung der Region nicht gefährdet werden dürfe.