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Zwischenruf: Lokaljournalismus ist wichtig für die demokratischen Strukturen

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (5. 5. 2026) – Gedenktage richtet man häufig für Dinge ein, um die man sich Sorgen macht. Die Tage für Gleichberechtigung, für Menschenrechte, fürs Wassers und für die Pressefreiheit sind Beispiele dafür. Der heutige 5. Mai gilt als „Tag des Lokaljournalismus“. 

Müssen wir uns um den Lokaljournalismus Sorgen machen? Ja, müssen wir. International, national und auch direkt vor Ort. Das hat auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Gesprächsrunde mit Journalistinnen und Journalisten im Schloss Bellevue unterstrichen. 

Printmedien im Überlebenskampf

Der morgendliche Griff zur Lokalzeitung sei für ihn über Jahre mehr als ein Ritual gewesen, „es war Teil des Ankommens im neuen Tag“. Aber: Heute gebe es in vielen Regionen schon keine klassische Lokalzeitung mehr. Die Printmedien stünden unter wirtschaftlichem Druck. Ein Überlebenskampf, der nach Überzeugung von Steinmeier nicht nur für Verlage, sondern auch für die Demokratie wichtig ist.

„Ohne Lokaljournalismus gibt es kein gemeinsames Fundament vor Ort, das die Demokratie braucht; gibt es kein Bewusstsein, dass es Menschen sind, die vor Ort in der Gemeinde, in der Kleinstadt das Leben lebenswert halten, Tradition bewahren und für die Zukunft vorsorgen. Dass Demokratie vom Machen und Mitmachen lebt, vom gemeinsamen Engagement, nicht von allfälliger Empörung.“ 

Wahrheitsgehalt überprüfbar

Und, so der Bundespräsident weiter: „In Zeiten erodierenden Vertrauens in Politik, Medien, Kirchen und Institutionen hat die Lokalzeitung etwas Besonderes: Sie bewahrt Überschaubarkeit im Nahraum, der die eigentliche Befindlichkeit noch mehr prägt als die so genannte große Politik. Lokalzeitung ist im besten Sinne ein Stück Heimat – mit einem besonderen Verhältnis zu ihren Leserinnen und Lesern. Was die Lokalzeitung berichtet, lässt sich fast immer an Ort und Stelle auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfen. Reporter und Redakteure, die zu haltlosen Übertreibungen neigen, müssen damit rechnen, schon am nächsten Morgen beim Bäcker zur Rede gestellt zu werden. Dieses Vertrauen ist ein hohes Gut. Mehr: Das Lokale ist – weil leicht und von vielen überprüfbar – eine kleine, aber wichtige Bastion gegen das Postfaktische.“

Demokratische Strukturen stärken

In diesem Sinne versucht auch die Netzzeitung „Hooksiel-life“ den Lokaljournalismus zu stärken – auch wenn sie ganz ohne Papier auskommt. Sogar ohne Verlag und Abogebühren. Aber, was gerade am „Tag des Lokaljournalismus“ wichtig ist zu betonen: „Hooksiel-life“ versteht sich als Ergänzung zur kommerziellen Lokalpresse – auch und gerade um die Kommunikation vor Ort zu stärken und damit demokratische Strukturen zu schützen.

Wenn Fakten beliebig würden, zwischen schnellem Like und lauter Empörung kein Raum mehr bliebe für Zwischentöne; wenn die Suche nach dem täglichen Skandal den Blick auf das Wichtige vernebelte, dann, so Frank-Walter Steinmeier, dann drohe ein Kommunikationsinfarkt. Dann gerate in Gefahr, was jede Demokratie brauche: die Fähigkeit zum Kompromiss.

„In einer Gesellschaft der Verschiedenen können wir nicht alle einer Meinung sein. Aber umso wichtiger ist dieses gemeinsame Fundament, das eine gemeinsame Wahrnehmung der Wirklichkeit voraussetzt. Und diese gemeinsame Wahrnehmung entsteht nicht durch Klicks, sondern durch unabhängige Information. Dafür stehen viele Journalistinnen und Journalisten in vielen Medien in unserem Land.“ Wir als „Hooksiel-life“ sind stolz darauf, seit fast vier Jahren dazuzugehören.

Neu auf „Hooksiel-Life“: Blick auf Wetter und Gezeiten

Hooksiel (25. 8. 2025) – Auf „Hooksiel-Life“ gibt es einen neuen Service. Auf der Veranstaltungsseite der Netzzeitung findet sich ein neuer Reiter, über den Nutzer das aktuelle Wetter in Hooksiel und die Gezeiten erkunden können. Die Informationen werden in Kooperation mit der Hooksieler „Agentur am Meer“ angeboten.

Wann ist Hoch-, wann Niedrigwasser am Strand von Hooksiel? Das ist eine wichtige Information nicht nur für Badegäste, sondern auch für Wattwanderer. Da sich die Gezeiten täglich verschieben, ist es schon aus Sicherheitsgründen klug, sich im Vorfeld schlau zu machen. Denn bei auflaufendem Wasser kann das Watt auch mal tückisch werden.

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Ein Jahr „Hooksiel-Life“ belegt: Menschen interessieren sich fürs Lokale

Von Gerd Abeldt

Es ist Weihnachen. Zeit, einmal Dankeschön zu sagen – und zwar allen Unterstützern von „Hooksiel-Life“. In wenigen Tagen ist die Netzzeitung das erste komplette Jahr online. Und deutlich über 300.000 Menschen waren dabei. Ich danke allen Leserinnen und Lesern, allen Hinweisgebern, journalistischen Kollegen und technischen Helfern, allen Korrektorinnen und Pressesprechern, die die Berichterstattung auf dem Portal durch ihre Begleitung und Kritik verbessert haben.

Es war ein spannendes Jahr für Hooksiel. Entsprechend viel gab es für „Hooksiel-Life“ zu berichten. Aus Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen ebenso wie aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 

Der Kampf um den Erhalt des Meerwasser-Hallenbades hat viele Menschen bewegt – und wird sie weiterhin bewegen. Wohin geht es mit dem Tourismus in Hooksiel? Diese Frage steckt auch hinter den Sorgen, die viele Bürger haben, wenn sie auf LNG-Terminal vor der Hafeneinfahrt blicken. Auch wenn die Genehmigungsbehörden versuchen, sich bemühen, alle ökologischen Sorgen zu zerstreuen, die bei Gedanken an Chlor und Biozide aufkommen. Ein unwohles Gefühl bleibt.

tannenbaum

Die Grundschule mit einem neuen Schulleiter, der Kindergarten „Küstenkinder“, das Leben auf dem Campingplatz und am Strand, die immer rührige Arbeitsgruppe Hooksiel, die Theaterspieler, die Sportlern aus dem Ort und viele, viele andere Menschen, die sich häufig ehrenamtlich um die Gemeinschaft kümmern. Dazu der Bau des neuen Feuerwehrhauses, die Pläne für den „Nordsee Park“ in Gerietshausen, die Sanierung der Tankstelle und mögliche Perspektiven fürs Hooksmeer.

Vielen Feste und Feiern, die die Menschen vor Ort ebenso bewegen wie die Urlaubsgäste. Und natürlich die Debatten: Bedroht die Industrialisierung nebenan den Urlaubsort? Oder geht der Charme des Sielortes am Massentourismus zugrunde? Ist Hooksiel sauber genug? Sind die Parkgebühren überzogen? Warum gibt es nicht längst Tempo 30 auf allen Straßen? 

Der kleine Auszug aus der Themenpalette zeigt: „Hooksiel-life“ war dabei, wo es spannende Geschichten über Hooksiel und Hooksieler zu erzählen gab, über Sorgen und Nöte, aber auch über Leistungen und Verdienste. Und, so eine wichtige Erkenntnis: Die Menschen interessieren sich ganz offensichtlich für lokale Geschichten und Geschichtchen von nebenan. Für Dinge halt, die sie mehr oder weniger selbst betreffen.

300.000 Besucher auf den nicht-kommerziellen Seiten von „Hooksiel-Life“. Das sind natürlich nicht 300.000 unterschiedliche Menschen. Gerade viele Hooksieler klicken das Portal inzwischen täglich, zumindest aber wöchentlich an. Hinzu kommen Interessierte aus der Nachbarschaft, viele Urlauber und Zufallsbesucher, die durch Suchmaschinen auf die Seiten aufmerksam wurden

Trotzdem: Täglich 1000 und mehr Besucher auf einem Portal zu haben, auf dem im Vergleich zum Vortag nur zwei oder vielleicht drei neue Artikel stehen, ist ein Beleg für das Interesse am Lokalen. 

Ist das ein Widerspruch zu der Krise, in der sich landauf landab viele Lokalzeitungen befinden? Keineswegs. Die Krise der Lokalpresse ist im wesentlichen eine ökonomische. Die Verlage finden keine Zeitungsausträger.Viele Leser können oder wollen sich kein Abonnement mehr leisten. Die Berichterstattung ist häufig nicht aktuell genug. Vielleicht ist auch das Verbreitungsgebiet zu groß. Super lokale Geschichten für den einen sind für Leser aus dem Ort nebenan schon deutlich weniger spannend.

Klar ist: Die Zukunft wird digitaler. Die Verlage stehen vor der Aufgabe, dafür den richtigen Themenmix zu finden. Und einen angemessenen Preis. Denn dauerhaft nachhaltige Angebote müssen sich natürlich auch wirtschaftlich tragen

Der Erfolg von „Hooksiel-Life“ belegt nur, dass sich die Mühe lohnen kann. Das Interesse an lokaler Berichterstattung ist vorhanden und bleibt hoffentlich erhalten. Eine transparente Kommunikation vor Ort, in den Dörfern, Gemeinden und Städten, ist eine tragende Säule unserer Demokratie. „Hooksiel-Life“ will diese Säule stärken. Auch im nächsten Jahr, so zumindest die fest Absicht, sollen in der Netzzeitung wieder viele spannende Geschichten veröffentlicht werden – über Hooksiel und über Hooksieler.