Friesland/Sanderbusch (27. 2. 2026) – Die „Friesland Kliniken“ laden am Welt-Adipositas-Tag am Mittwoch, 4. März, von 17 bis 19.30 Uhr zu einer Info-Veranstaltung in die Cafeteria im Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch ein. Der Eintritt ist frei.
„Wir wollen damit vor allem Menschen erreichen, die von der Krankheit betroffen sind, aber nicht wissen, wie ihnen geholfen werden kann oder die sich erstmal nur ungezwungen informieren möchten“, sagt Dr. Christian Delfs, Leiter des zertifizierten Adipositas-Zentrums der Friesland Kliniken. Übergewicht und Adipositas sind ein gesellschaftliches Problem. Laut Deutscher Adipositas Gesellschaft sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig – und jedes sechste Kind.
Mit Adipositas geht eine geringere Lebenserwartung einher, etwa durch ein höheres Herzinfarkt-Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes. Hinzu kommen psychische Erkrankungen und soziale Ausgrenzung. Die verschiedenen Aspekte werden die Vortragenden Antje Lüken, Ernährungsberaterin (Schortens), Fachärztin Hanna Frenzke (Medicover Oldenburg MVZ), Dr. Christian Delfs („Friesland Kliniken“) und Facharzt Dr. Ertan Dogu (Herzzentrum Bremen) beleuchten.
Um Anmeldungen beim Bildungszentrum der „Friesland Kliniken“ wird gebeten; per E-Mail: bildungszentrum@friesland-kliniken.de oder per Telefon: 04422 80-1835.
Sande/Wangerland (10. 2. 2026) – Die „Friesland Kliniken“ erweitern ihr Ausbildungsangebot. Bachelor-Studium und Ausbildung zur Pflegefachkraft werden kombiniert. Für Bewerberinnen und Bewerber eröffnen sich durch den „doppelten Abschluss“ neue Karrierechancen.
Diese Ergänzung zur klassischen Ausbildung zur Pflegekraft bieten die Kliniken in Kooperation mit der Fachhochschule des Mittelstands (FHM in Essen) an ihren Standorten in Sande und Varel an. In dreieinhalb Jahren können Absolventen des neu angebotenen dualen Studiums zwei anerkannte Abschlüsse erhalten – den Berufsabschluss als Pflegefachkraft und den akademischen Grad „Bachelor of Science“. Das Studium läuft dabei digital ab und erfolgt begleitend zur Ausbildung.
„Die Kombination von Ausbildung und Studium ist natürlich eine große Herausforderung, eröffnet im Anschluss aber auch weitergehende Karrierechancen“, sagt Kristina Loeffler, Leiterin des Pflegeausbildungszentrums der Friesland Kliniken in Varel (PAZ). Zum Ausbildungsstart 2026 können sich Interessierte bei den Friesland Kliniken ab sofort bewerben.
Voraussetzung für das duale Studium ist die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife. „Unter bestimmten Voraussetzungen kommen dafür auch Bewerberinnen und Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und mindestens drei Jahren Berufserfahrung auch ohne Abitur in Frage“, so Loeffler.
Die „Friesland Kliniken“ reagieren mit dem neuen Angebot auf die stetig steigenden Anforderungen im Bereich der Pflege. „Die Anforderungen im Bereich der Pflege nehmen stetig zu. Das gilt für die Pflege am Patienten, aber auch für Managementaufgaben rund um die Pflege“, so Loeffler. Interessierte können sich beim PAZ Varel der „Friesland Kliniken unter der Telefonnummer 04451/9202020 oder per E-Mail an info@paz-varel.de melden.
Wilhelmshaven/Friesland (27. 12. 2025) – Das Fieber steigt! Die Halsschmerzen nehmen! Der Blutdruck schwankt bedenklich! Und das ausgerechnet am Wochenende. Ein Blick in die Zeitung: Welche Praxis hat Notdienst? Rein ins Auto, hin zur Arztpraxis. Und, mit ein bisschen Glück, ist das ungute Gefühl nach einem kurzen Gespräch beseitigt.
Jeverländer, die an Wochenende oder nach Feierabend der ärztlichen Praxen medizinischen Rat benötigen, müssen sich künftig an die zentrale Bereitschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven wenden. Archiv-Foto: hol
Was über Jahrzehnte gängige Praxis in weiten Teilen Frieslands war, ändert sich jetzt. Ab Januar gibt es keine niedergelassenen Bereitschaftsdiensts-Praxen im Landkreis mehr. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitteilt, müssen Patientinnen und Patienten aus ganz Friesland künftig – wie bislang schon die Wilhelmshavener und Sander – außerhalb der Praxen-Öffnungszeiten die zentrale Bereitsschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven aufsuchen.
Versorgung auf hohem Niveau
„Für auftretende Beschwerden in den Abendstunden sowie an Wochenenden und an Feiertagen ist die Bereitschaftsdienst-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven als fester Anlaufpunkt für die Patienten etabliert und bietet eine zuverlässige Versorgung auf hohem Niveau“, sagt Matthias Abelmann, Bezirksausschuss-Vorsitzender der KVN-Bezirksstelle Wilhelmshaven. „Damit entfällt die Suche nach der geöffneten Arztpraxis am Wochenende.“
Die Suche nach Ärzten, die Bereitschaftsdienste anbieten, wurde ohnehin zunehmend problematischer. Wie Klaus-Peter Schaps, niedergelassener Facharzt in Wilhelmshaven und Vorsitzender des Ärzteverein Wilhelmshaven-Friesland der Ärztekammer Niedersachsen gegenüber „Hooksiel-life“ schildert, werde es immer schwieriger, Mediziner für die Bereitschaftsdienste zu begeistern.
Ärzteschaft ganz glücklich
„Insgesamt ist die Ärzteschaft ganz glücklich mit der Änderung der Bereitschaftsdienst-Ordnung“, ist Schaps überzeugt. „Es war ohnehin nur noch einem Hand voll Kollegen, die diese Dienste gemacht haben. Die Ärzte fühlen sich entlastet. Und das ist wichtig. Der Fachkräftemangel schlägt inzwischen auch bei den Hausärzten durch. Nachfolger für eine Praxis findet man aufgrund der Arbeitsdichte und der hohen Bürokratielast so gut wir gar nicht mehr.“
Finanzielle Einbußen müssten die Mediziner durch die Reform nicht fürchten. Wer gern als niedergelassener Arzt weiter Nebendienste machen möchte, könnte sich bei den Johannitern einstellen lassen. Die Johanniter organisieren für die KVN den zentralen Bereitschaftsdienst. „Auch die Patienten haben die Regelung inzwischen weitgehend akzeptiert“, so Schaps. „Wir hatten mit deutlich mehr Gegenwehr gerechnet.“
Lies: „Nicht hinnehmbar“
Gegenwehr kommt aber aus der Politik. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), zugleich direkt gewählter Landtagsabgeordneter im Landkreis Friesland, kritisiert die KVN-Reform der Bereitschaftsdienstes als „nicht hinnehmbar“. Die Entscheidung sei „über die Köpfe der Menschen hinweg“ gefallen
Lies wirft der KVN vor, die Reform ohne ausreichende Einbindung der politischen Entscheidungsträger und betroffenen Kommunen vorangetrieben zu haben: „Eine so grundlegende Veränderung der regionalen medizinischen Versorgung darf nicht im Alleingang beschlossen werden.“ Mit der Schließung der bisherigen Bereitschaftsdienst-Praxen im Bereich Varel-Jade-Friesische Wehde sowie dem Wegfall der dezentralen Dienste in Jever, Schortens und dem Wangerland werden nach Ansicht von Lies viele Menschen künftig deutlich längere Wege in Kauf nehmen müssen.
Lies (Foto) bemängelt zudem, dass die Entscheidung ohne Abstimmung mit den regionalen Krankenhäusern gefallen sei. Die KVN müsse zurück an den Tisch. „Wir brauchen Transparenz, Mitbestimmung und Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren.“
Unterstützt wird Lies von Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD). „Die KVN hat vor der Verkündung der Reform keinen Kontakt zum Landkreis Friesland gesucht. Bei einem so wichtigen Aspekt der gesundheitlichen Versorgung in der Region sollte es im Vorfeld gemeinsame Gespräche geben, bevor einseitige Entscheidungen verkündet werden.“
Krankschreibung vom Telearzt
Die Bereitschaftsdiensts-Praxis am Klinikum Wilhelmshaven ist künftig Anlaufpunkt für die Einwohner der Städte Wilhelmshaven, Varel, Schortens und Jever und den Gemeinden Sande, Wangerland, Zetel, Bockhorn und Jade. Die Praxis wird montags bis freitags von 20 bis 21 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 12 sowie von 20 bis 22 Uhr geöffnet haben.
Unter der zentralen Rufnummer 116 117 ist der Bereitschaftsdienst telefonisch erreichbar, wenn die Arztpraxen geschlossen sind.
Dies gilt montags, dienstags und donnerstags ab 19 Uhr, am Mittwoch und Freitagnachmittag ab 15 Uhr und samstags, sonntags und feiertags ab 8 Uhr bis jeweils 7 Uhr des folgenden Tages.
„Patientinnen und Patienten, bei denen eine zeitnahe Behandlung notwendig ist und keine Weiterleitung in eine KVN-Bereitschaftsdienst-Praxis möglich erscheint, werden künftig obligatorisch telemedizinisch durch eine Ärztin oder Arzt betreut“, erläutert Abelmann. Dies geschehe telefonisch oder per Videostream innerhalb von 30 Minuten nach dem Anruf bei der 116 117. Die Telemediziner könnten auch ein elektronisches Rezept und eine elektronische Arbeitsunfähigkeit-Bescheinigung ausstellen. „Auch der medizinische Fahrdienst bleibt erhalten, wird aber gezielter und ausschließlich auf ärztliche Anordnung durch die Teleärztin oder den Telearzt ausgelöst“, so der KVN-Bezirksvorsitzende.
KVN vertritt Ärzteschaft
Die KVN ist die Interessenvertretung der rund 14.700 niedergelassenen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Niedersachsen. Sie sichert die flächendeckende medizinische Versorgung für die rund acht Millionen Einwohner in Niedersachsen rund um die Uhr, kontrolliert die Qualität der medizinischen Leistungen und legt gemeinsam mit den Krankenkassen das Leistungsspektrum und die Honorierung der Vertragsärzte fest.
Dr. Andrea Gebauer übernimmt zum 1. April die Zahnarztpraxis von Dr. Henry de Buhr. Foto: hol
Hooksiel (23. 3. 2023) – Hooksiel behält eine Zahnarztpraxis. Dr. Henry de Buhr wird zwar Ende März in Ruhestand gehen, hat aber – und das ist die gute Nachricht – mit Dr. Andrea Gebauer eine Nachfolgerin gefunden, die die Praxis im Ärztehaus an der Ecke Nee Straat/Friesenstraße übernimmt.
Der Übergang erfolgt zum 1. April. Aber schon in den vergangenen Wochen sind alle Formalitäten so weit erledigt worden, dass der Betrieb nahtlos fortgesetzt werden kann. So übernimmt Andrea Gebauer vier Mitarbeiterinnen aus dem Praxisteam. Auch die Arbeits-Schwerpunkte bleiben unverändert. „Ich mache alles, was in einer Zahnarztpraxis anfällt – aber keine Kieferchirurgie“, sagt Andrea Gebauer.
Sie freue sich vor allem auch auf Familien und Kinder in ihren Sprechstunden, sagte die Medizinerin im Gespräch mit „Hooksiel-life“. Zuletzt hat die in Schortens lebende Medizinerin nach ihrem Studium in Berlin und einer Station in Calw von 2010 bis 2019 im Bundeswehr-Krankenhaus in Westerstede praktiziert – und dort entsprechend viele Erwachsene behandelt.
Henry de Buhr (63) war eine Institution in Hooksiel. Der gebürtige Ostfriese aus Abens (Wittmund-Burhafe) kam 1986 – nach seinem Grundwehrdienst und einem Jahr als Assistenzarzt – nach Hooksiel. Er eröffnete seine erste Praxis am Südring. 2011 erfolgte der Umzug ins Ärztehaus.
Zahngesundheit bei Kindern stark verbessert
Was hat den Alltag in der Zahnarztpraxis in 37 Jahren am nachhaltigsten verändert? „Die Digitalisierung“, sagt de Buhr. Die Röntgentechnik habe gewaltige Fortschritte gemacht. Aber auch die Verwaltung sei deutlich leichter geworden. „Früher musste eine Mitarbeiterin am Quartalsende jeden Krankenschein händisch abrechne. Und das bei uns hier – mit Patienten aus ganz Deutschland und entsprechend vielen Krankenkassen. Wenn da ein Windstoß die gerade sortierten Krankenscheine durcheinander gewirbelt hat, hat es auch schon mal Tränen gegeben.“
Auch im Bereich der Zahngesundheit habe es in den vergangenen Jahrzehnten durchaus Veränderungen zum Besseren gegeben, sagten Andrea Gebauer und Henry de Buhr. „Heute gibt es kaum noch Kinder mit ganz schlechten Zähnen. Die Zahnpflege hat einen höheren Stellenwert.“
„Ich hätte auch noch zwei Jahre weitergemacht“, verrät Henry de Buhr. Aber jetzt freue er sich, auch für Hooksiel, dass sich so schnell mit Andrea Gebauer eine optimale Nachfolgerin gefunden habe. Auch weil sich Übergaben von medizinischen Praxen im ländlichen Raum häufig schwierig gestalten. „Aber ich bleibe Hooksiel treu. Bis zum Schluss“, verspricht der Mediziner mit Blick auf seinen nahenden Ruhestand. „Meine Gruft in Pakens ist schon angelegt.“