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Alle Beiträge zum Thema “WTG”

FVW: Gemeinde muss den Weiterbetrieb der Bäder aktiv sichern

Wangerland (2. 10. 2025) – Der Fremdenverkehrsverein Wangerland (FVW) fordert die Gemeinde Wangerland auf, den Weiterbetrieb der Frieslandtherme in Horumersiel und des Meerwasser-Hallenwellenbades aktiv zu sichern. In einer heute verbreiteten Erklärung weist der erst kürzlich gegründete Verein, der sich als Stimme der Leistungsträger sieht, auf die zentrale Funktion der Bäder für den Tourismus hin.

Leistungsträger sehen Existenzen bedroht

Gerade in den Wintermonaten seien wetterunabhängige Angebote für Urlaubsgäste von hoher Bedeutung. Der Wegfall der Bäder im Wangerland könne dazu führen, dass sie Gäste Alternativen in anderen Regionen suchen – mit entsprechenden Folgen für Vermieter, Hoteliers, Gastronomen, den Einzelhandel und letztlich auch für die Gemeinde. Arbeitsplätze könnten wegfallen, Gewerbesteuer-Einnahmen sinken.

In einem vom Vorsitzenden Mathias Suckert unterzeichneten Positionspapier fordert der Verein Klarheit über die Zukunft der Bäder. Die in Insolvenz befindliche Wangerland Touristik GmbH (WTG) hat die Frieslandtherme zum 1. September geschlossen und wird, wie gestern angekündigt, auch das Hallenwellenbad Hooksiel zum 15. Oktober aus wirtschaftlichen Gründen außer Betreib nehmen. 

Vertrauen der Gäste verspielt

Aus Sicht der Leistungsträger ist das ein schwerer Schlag für den Tourismus im Wangerland. Die Unternehmen stünden ihren Gästen gegenüber im Wort. Entscheidungen, die die Attraktivität des Wangerlands erheblich mindern, könnten existenzielle Folgen für Hoteliers und Vermieter haben. Man benötige Verlässlichkeit, Kommunikation und Transparenz. Kurzfristige Schließungen würden die betrieblichen Kalkulationen, aber auch das Vertrauen der Gäste und Partner schädigen.

Vor diesem Hintergrund fordert der Verein Klarheit über die Zukunft und weitere Nutzung der Bäderstandorte. Selbst bei einem Verkauf sei ja nicht sicher, ob die Einrichtungen kurzfristig wieder in Betrieb genommen werden. 

Was ist mit dem Thalassa-Zentrum?

Erforderlich sei auch eine verbindliche Kommunikation zum neuen Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel, das aktuell noch in Betrieb ist. „Wir fordern eine klare und transparente Darstellung, welche Angebote des TMS dauerhaft zur Verfügung stehen und wie diese verlässlich vermarktet werden können.“ Eine grundsätzliche Forderung: Der Verein will in grundlegende touristische Entscheidungen eingebunden werden. Die Leistungsträger seien davon unmittelbar betroffen und müssten die wirtschaftlichen Folgen tragen.

Thalasso metres Spa Logo
Die Leitungsträger fordern Klarheit darüber, wie es mit der touristisch relevanten Infrastruktur im Wangerland weiter geht. Archiv-Foto: hol

„Gemeinde muss Verantwortung übernehmen“

In der Pflicht sieht der Verein nicht nur die WTG, sondern auch deren Eigentümerin, die Gemeinde. „Die Gemeinde Wangerland hat noch nicht alle Karten ausgespielt“, ist der Verein überzeugt. „Wir fordern die Gemeinde daher auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und den Weiterbetrieb oder eine tragfähige Nachfolgelösung für die Frieslandtherme und das Meerwasser-Hallenbad aktiv zu sichern.“

Der Gemeinderat dürfe nicht mehr länger nur reagieren, sondern müsse aktiv an Lösungen arbeiten. „Es gilt, frühzeitig Szenarien zu entwickeln, Optionen zu prüfen und die nächsten Züge zu planen, statt auf äußere Entwicklungen zu waren.“ Der Tourismus als Rückgrat der Wirtschaft im Wangerland, dürfe nicht allein von Insolvenzverfahren abhängig sein. 

WTG schließt Hallenwellenbad Hooksiel zum 15. Oktober

Hooksiel (1. 10. 2025) – Jetzt also doch. Das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel wird seinen Betrieb zum 15. Oktober einstellen. Entsprechende Gerüchte, die bereits den gesamten Tag über in den Sozialen Medien kursierten, hat die Wangerland Touristik GmbH (WTG) am späten Nachmittag bestätigt. Die Mitarbeitenden seien bereits zuvor über den aktuellen Stand informiert worden, heißt es in einer Erklärung.

Leeres Becken im Hallenwellenbad
Noch plätschert das Wasser im Hallenwellenbad. Zum 15. Oktober soll das Bad geschlossen werden – mit ungewisser Zukunft. Foto: hol

Als Begründung für den Schritt führt das gemeindeeigene Unternehmen aus, dass man keine Gesamtlösung für den Verkauf des Campingplatzes Hooksiel und des Hallenwellenbades gefunden habe. Bekanntlich befindet sich die WTG in einer finanziellen Schieflage. Grundlage der laufenden Insolvenz in Eigenregie ist ein Sanierungsplan, der auch die Trennung von Immobilien und ganzer Betriebsteilen des Tourismus-Marketing-Unternehmens vorsieht.

Keine Gesamtlösung gefunden

In einem Interessenbekundungs-Verfahren war nach einem potenziellen Investor für den Campingplatz mit 1500 Stellplätzen gesucht worden, der auch eine Idee für die Nutzung des nahe gelegenen defizitären Bades hat. Zuletzt hatte man Verhandlungen mit dem aussichtsreichsten Investor geführt, bei denen aber offenkundig keine Gesamtlösung gefunden werden konnte.

„Im Rahmen eines Bieterverfahrens wurden der Nordsee-Campingplatz Hooksiel und das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel gemeinsam angeboten, um einem Investor die Möglichkeit zu geben, ein tragfähiges touristisches Gesamtkonzept zu entwickeln“, heißt es in der Erklärung der WTG. Nach intensiven Gesprächen habe man jedoch keine Einigung erzielen können. Knackpunkt bei den Verhandlungen ist offenbar das Meerwasser-Hallenwellenbad. „Die Verhandlungen für den Campingplatz mit dem potenziellen Interessenten laufen weiter“, so die WTG. 

„Entscheidung unausweichlich“

Da das Hallenwellenbad seit Jahren erhebliche Verluste verursache und jetzt keine wirtschaftliche Perspektive mehr bestehe, werde der Betrieb Mitte Oktober eingestellt. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber sie war im Rahmen des Sanierungsprozesses unausweichlich“, erklärt Geschäftsführer Torsten Riedel. Welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen sich daraus ergeben, werde derzeit geprüft. Bereits zum 1. September hatte die WTG ihr zweites Bad, die „Friesland-Therme“ in Horumersiel, geschlossen.

DLRG und Schule betroffen

Eine Gesamtlösung war deshalb angestrebt worden, weil die WTG mit dem Campingplatz eines ihrer Überschusssparten verlieren würde, die bislang mit zur Finanzierung des Defizits im Hallenwellenbad beigetragen hat. Betroffen von der Schließung des Bades sind neben einzelnen Badegästen insbesondre das Schulschwimmen der Grundschule Hooksiel und das Schwimm- und Rettungstraining der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Die DLRG-Ortsgruppe Wangerland war bei Schließungen in der Vergangenheit in „Aqua-Fit“ nach Schortens ausgewichen. Eine Dauerlösung könne das aber nicht sein, hatte der Vorstand stets betont. 

Hallenbad Hooksiel
War fünf Jahrzehnte lang ein touristisches Alleinstellungsmerkmal von Hooksiel: Das mit Meerwasser betriebene Hallenwellenbad. Foto: hol

Auch die touristischen Leistungsträger hatten stets die Bedeutung von Bädern in der Gemeinde für den Tourismus betont. Die aktuellen Pläne dürften auch Diskussions-Gegenstand beim Leitungsträger-Stammich werden, zu dem der neu gegründete Fremdenverkehrsverein Wangerland für kommenden Dienstag, 7. Oktober, ins Kurmittelhaus in Horumersiel eingeladen hat. Beginn ist um 10 Uhr.

Streit mit Restaurant-Pächter

Vor wenigen Jahren hatten sich Hooksieler Bürger noch erfolgreich gegen Pläne der damals noch handlungsfähigen WTG gewehrt, das Bad aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Nach einer Schließphase während der Conona-Pandemie war das Bad saniert und wieder eröffnet worden. Allerdings ohne das anhängende Restaurant. Dem Pächter, der den gastronomischen Betrieb sanieren wollte und sollte, war im Sommer 2023 gekündigt worden. Der Rechtsstreit über den Vorgang und mögliche Entschädigungszahlungen dauern bis heute an. 

Grundstücke in Tettens verkauft

Einer Entschuldung einen Schritt näher gekommen ist die WTG offenbar an anderer Stelle. Wie das Unternehmen mitteilte, konnten für die rund 15 Hektar Grünlandflächen in Tettens, die der WTG gehörten, im Rahmen eines eigenen Bieterverfahrens ein Käufer gefunden werden. „Der Abschluss steht noch unter rechtlichen Vorbehalten, stellt aber einen wichtigen Schritt zur finanziellen Stabilisierung der Gesellschaft dar“, so Riedel. Angaben zur Höhe des Kaufpreises machte die WTG nicht. Der Bodenrichtwert liegt für Flächen in dem Bereich bei 32.000 Euro je Hektar.

Die Wangerland Touristik GmbH verfolge mit der Sanierung in Eigenverwaltung weiterhin das Ziel, tragfähige Lösungen für zentrale touristische Einrichtungen zu entwickeln und die Attraktivität der Region zu sichern, beteuert der Geschäftsführer. Dafür müsse die WTG aber wirtschaftlich stabil aufgestellt werden. 

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Auf dem Wanama: Nachhaltige Produkte und praktische Tipps

Wangerland/Horumersiel (29. 9. 2025) – Am Freitag und Samstag, 3. und 4. Oktober, öffnet der „Wanama“ zum fünften Mal seine Türen. Jeweils von 10 bis 16 Uhr sind Einheimische sowie Gäste ins Gästehaus in Horumersiel eingeladen, nachhaltige und regionale Ideen und Produkte zu entdecken und sich über die vielfältigen lokalen Initiativen der Region zu informieren. 

Kunst und Leckereien

Die Besucher erwartet ein vielseitiges Angebot aus handgemachten Produkten, kulinarische Leckereien und kreativem Kunsthandwerk. Von Produkten rund um das Schaf und friesischem Honig über Naturkosmetik und Makramee-Kunst bis hin zu Deko für Haus und Garten oder gefertigtem Räucherwerk gibt es zahlreiche Schätze zu entdecken, verkündet die Wangerland Touristik GmbH.

Die Ausstellenden präsentieren nicht nur ihre Produkte und Missionen, sondern geben auch praktische Tipps und zeigen, wie sich Nachhaltigkeit im Alltag umsetzen lässt. Wer mehr über den Natur- und Umweltschutz erfahren möchte, findet bei lokalen Verbänden wie WAU, BUND Wilhelmshaven, JadeWale e.V. oder Erde und Flut Einblicke und Mitmachangebote. 

Flohmarkt zum Stöbern

Am Stand des Nationalpark-Hauses Wangerland können Interessierte zudem einen Blick durch das Mikroskop werfen. Beim Spinnkreis Neustadtgödens darf zudem gefilzt oder beim Spinnen zugesehen werden. 

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Am Freitag lädt ein Flohmarkt im kleinen Kursaal zum Stöbern ein. Neben gut erhaltenen Alltagsgegenständen, Büchern und Dekorationsartikeln warten auch besondere Einzelstücke auf neue Besitzer. Wer selbst einen Stand anbieten möchte, kann sich bis zum 1. Oktober unter veranstaltungen@wangerland.de anmelden. 

Bilderbuchkino

Für die kleinen Gäste gibt es an beiden Tagen jeweils um 11 Uhr und 15 Uhr eine kostenfreie Vorstellung des beliebten Bilderbuchkinos in der Bücherei. Am Freitag ergänzt eine Rallye durch die Bücherei von 11.30 bis 15 Uhr das Programm. Am Samstag findet der beliebte Bücherflohmarkt mit einer Bastelecke für Kinder im kleinen Kursaal statt. 

Beim Hofmarkt auf dem kleinen Parkplatz vor dem Gästehaus kann man frische Produkte erwerben. Dort präsentieren sich neben dem Fairmobil aus Aurich auch die Jägerschaft Friesland-Wilhelmshaven mit Informationen rund um Natur- und Tierschutz. Am Freitag gibt es zusätzlich beim Hoflädchen Faß regionale und, mit einem mitgebrachten Gefäß, auch unverpackte Produkte zu kaufen. Der Eintritt zum „Wanama“ ist kostenfrei. 

Dürfen private Dienstleister am Hafen von Horumersiel Knöllchen verteilten?

Wangerland (28. 9. 2025) – Strafen für falsches Parken sind immer ärgerlich. Entweder wurde die Parkzeit falsch erfasst oder die Beschriftung auf dem Parkautomaten war unklar. Zumindest aus Sicht vieler Autofahrer. Erst zahlen, dann parken? Das erschließt sich auch nicht jedem. Zumal es von Ort zu Ort komplett unterschiedliche Regelungen gibt. 

Der Parkplatz am Hafen von Horumersiel wird von der WTG betrieben und von privaten Dienstleistern überwacht. Foto: hol

Ein ebenfalls häufiger Grund für Beschwerden bei der Wangerland Touristik GmbH (WTG) und der Gemeinde Wangerland: Warum kann man mit einem Tagesticket für einen Strandparkplatz etwa in Hooksiel nicht auch noch anschließend im Ort parken? Gemeinde und gemeindeeigene GmbH haben unterschiedliche Parksysteme …

Ticket in den frühen Morgenstunden

Viel grundsätzlicher ist der Einwand von Heinz-Georg Plettenberg. Der Kriminalrat a. D. aus Bad Zwischenahn war mit seinem Wohnmobil im Wangerland unterwegs. Abends suchte er einen Stellplatz in Schillig, fand aber keinen. Er fuhr weiter zum Hafen in Horumersiel, wo die WTG Stellplätze für Wohnmobilisten anbietet. 

Aber auch hier waren alle Plätze belegt. In Anbetracht der späten Uhrzeit stellte Plettenberg sein Wohnmobil auf die freie Pkw-Parkfläche davor, in der Erwartung, am nächsten Tag auf einen Wohnmobil-Stellplatz vorrücken zu können.

Doch dazu kam es gar nicht erst. Schon am sehr frühen Morgen erhielt Plettenberg ein Ticket von einer Mitarbeiterin der von der WTG mit der Parkraum-Überwachung beauftragten PRS Parkraum Service GmbH. Die Konsequenz: Der Falschparker soll eine „Vertragsstrafe“ in Höhe von 66 Euro zahlen. „Ich werde nicht zahlen“, versicherte Plettenberg gegenüber „Hooksiel-life“. Nach Überzeugung des juristisch kundigen Seniors ist die Strafe gegen ihn rechtswidrig verhängt worden.

Öffentlich-rechtlich gewidmet?

„Bei dem Hafenparkplatz handelt es sich unzweifelhaft um gewidmeten rechtlichen und tatsächlichen Verkehrsraum, der sich als gewidmete Fläche in der Verantwortung der Gemeinde Wangerland befindet“, ist Plettenberg überzeugt. Die Hafenanlagen seien öffentliches Gut, der Hafen selbst sei Ausgangspunkt für Schiffsausflüge und andere maritime Aktivitäten. Der nach eigener Überzeugung zu Unrecht zur Kasse gebetene Wohnmobilist verweist auf bundesweit relevante Entscheidungen des Oberlandesgerichte (OLG) Frankfurt aus dem Jahr 2017, wonach die Verkehrsüberwachung von öffentlich gewidmeten Verkehrsflächen nicht auf private Dienstleister übertragen werden darf – auch nicht, so Pletternberg, auf eine kommunale Tochtergesellschaft wie die WTG.

Auf öffentlich-rechtlich gewidmeten Verkehrsflächen gilt das staatliche Gewaltmonopol. Anders als etwa auf privaten Flächen wie Supermarkt-Parkplätzen, wo private Dienstleister sehr wohl „Vertragsstrafen“ aussprechen dürfen, wenn jemand sich nicht an Vorgaben hält. Im öffentlichen Verkehrsraum hingegen dürfen nur Polizisten oder andere Mitarbeiter von Behörden Verwarngelder oder Bußgelder verhängen.

Die Stellplätze für Wohnmobile am Horumersieler Hafen mit Blick auf die Jade sind äußert beliebt. Foto: hol

Der Knackpunkt: Eine Straße oder ein Parkplatz in Besitz etwa der Gemeinde Wangerland wird erst durch eine Widmung der Gemeinde zu einer öffentlich-rechtlichen Verkehrsfläche. Diese „öffentlichen Straßen“ dürfen dann von jedermann genutzt werden. Davon zu unterscheiden ist der tatsächlich-öffentliche Verkehrsraum, der nicht gewidmet ist, sich auch in Privatbesitz befinden kann, aber auch von jedermann nutzbar ist – etwa Parkplätze von Supermärkten oder die Strandparkplätze in Hooksiel, die dem Land Niedersachsen gehören, das sie der privaten WTG GmbH als Parkplatz zur Verfügung stellt.

Bürgermeister: WTG handelt rechtmäßig

Und wie verhält es sich mit dem Parkplatz am Hafen von Horumersiel, wollte „Hooksiel-life“ von der Gemeinde Wangerland wissen? „Die von der WTG privatrechtlich betriebenen Parkplätze sind nicht straßenverkehrsrechtlich öffentlich gewidmet“, teilte Bürgermeister Mario Szlezak auf Anfrage mit. „Es sind die Parkplätze auf den Campingplätzen Schillig und Hooksiel, der Parkplatz unterhalb des Kurmittelhauses in Horumersiel, die Strandparkplätze entlang der Bäderstraße und am Außenhafen in Hooksiel.“ Hier dürfe die WTG sich ausdrücklich privater Dienstleister für die Parkraum-Überwachung bedienen. Anders bei den Parkplätzen der Gemeinde Wangerland, für die eine öffentlich-rechtliche Widmung ausgesprochen wurde, so Szlezak. Hier dürften nur von Behördenmitarbeiter Knöllchen verteilen.

Und was ist mit dem Parkplatz am Hafen von Horumersiel, der in der Auflistung des Bürgermeisters nicht zu finden ist? „Für den gilt dasselbe“, versichert Ordnungsamtsleiter Markus Gellert. „Er wird privat betrieben und ist nicht öffentlich-rechtlich gewidmet.“ Bleibt abzuwarten, inwieweit sich der betroffene Wohnmobilist aus Bad Zwischenahn mit der Aussage zufrieden gibt. 

WTG versteigert landwirtschaftliche Flächen bei Tettens

Wangerland (23. 9. 2025) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) bietet knapp 15 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zum Verkauf an. Damit setzt das insolvente Unternehmen seinen Kurs fort, sich durch den Verkauf von Immobilien zu sanieren.

Sanierung durch Immobilien-Verkauf

Die gemeindeeigene Tourismus-Marketinggesellschaft versucht bekanntlich, sich im Rahmen einer „Insolvenz in Eigenregie“ aus seiner finanziellen Schieflage zu befreien. Ausgelöst worden waren die Zahlungsschwierigkeiten vornehmlich durch die Explosion der Baukosten für das Thalasso Meeres Spa in Horumersiel von 8,7 auf rund 23 Millionen Euro. 

Der gerichtlich abgesegnete Sanierungsplan der WTG sieht vor, dass das Unternehmen sich von Immobilien und ganzen Betriebsteilen trennt, um die Forderung seiner Gläubiger befriedigen zu können. So laufen aktuell bereits Verkaufsverhandlungen für den Campingplatz Hooksiel samt Meerwasser-Hallenwellenbad. Auf der Verkaufsliste stehen weitere Immobilien, darunter auch das neue Thalasso-Zentrum.

Überlegungen für Tiny-House-Dorf

Mit den landwirtschaftlichen Flächen am Ortsrand von Tettens bietet die WTG jetzt Grundbesitz an, das das Unternehmen einst aus strategischen Gründen erworben hat. Es gab Überlegungen, Tettens als Naherholungsort hinter der Küstenlinie auszubauen. „Eine konkrete Planung gibt es hierfür nicht“, so die WTG auf Anfrage von „Hooksiel-Life“. Aber: „Dauercamping oder ein Tiny-House-Dorf waren schon einmal im Gespräch.“

Aktuell werden die zum Verkauf stehenden Flächen landschaftlich genutzt. „Perspektivisch“, so die WTG, sei je nach Entwicklung der Gemeinde Wangerland, auch „eine Nutzung für andere Zwecke nicht ausgeschlossen“.

Gebote bis 29. September

Der Verkauf der Flächen liegt in den Händen des Auktionators Johann Ihnen (Wittmund). Abgegeben werden sollen die verschiedenen Flurstücke an den jeweils Meistbietenden. Gebote können bis zum 29. September, 15 Uhr, abgegeben werden.

Ungewissheit über Zukunft des Campingplatzes nagt an den Nerven der Gastronomen

Hooksiel (22. 9. 2025) – Bingo-Abend, Schlager-Party, Line-Dance-Parade. Auf dem Campingplatz Hooksiel herrscht ausgelassene Stimmung. Garanten dafür sind seit Jahren Irene und Jens Unger. Seid 16 Jahren betreibt das Gastronomen-Paar die Camper-Scheune und die Gaststätte „Kajüte“ mit angegliedertem Verkaufsshop. Wie lange noch, ist ungewiss. Jens Unger, der sich unter anderem um das Musik-Programm kümmert: „Es ist schon ein ungutes Gefühl, wenn man nicht weiß, wie es weitergeht.“

Irene und Jens Unger kümmern sich seit 16 Jahren um die Urlauber auf dem Campingplatz in Hooksiel. Gern werden sie ihre Gäste auch in den kommenden Jahren in der „Kajüte“ und in der Camperscheune begrüßen. Foto: hol

Auslöser der Sorgen ist die Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH. Die WTG ist die Verpächterin von Camperscheune und „Kajüte“. Noch. Der Campingplatz soll verkauft werden. An wen, ist noch nicht bekannt. Genauso wie wie die Antwort auf die Frage, wie der künftige Eigentümer sich die Betreuung der Camper vorstellt.

„Wir brauchen Planungssicherheit“

„Wir hoffen auf ein baldiges Signal. Wir brauchen Planungssicherheit“, so Irene und Jens Unger. Ihre Idealvorstellung? „Ein langfristiger Vertrag über fünf oder auch sieben Jahre.“ Bislang ist der Verkauf des Campingplatzes samt des Hallenwellenbades offenbar noch nicht unter Dach und Fach. Zuletzt hatte die WTG mitgeteilt, mit dem potenziell aussichtsreichsten Interessenten in Verhandlungen über Details eingestiegen zu sein. Wie lange die sich hinziehen? Unklar. 

Klar ist für die Familie Unger, dass am 19. Oktober die Saison endet. Der Hooksieler Campingplatz mit seinen 1500 Stellplätzen liegt vor dem Deich. In der Sturmflutsaison muss er geräumt werden. Für die Ungers heiß das: Die „Kajüte“ wird wasserfest verbarrikadiert. Lediglich die Veranstaltungen in der Partyscheune dürfen mit behördlicher Zustimmung eingeschränkt weiterlaufen – ohne Heizung und fließend Wasser. Fest geplant ist zum Beispiel das Programm zu Weihnachten und zum Jahreswechsel: Am Sonntag, 21. Dezember, Kinder-Weihnachtsparty; an den Dienstagen, 23. und 30. Dezember, Bingo mit Irene und zum Jahreswechsel die Silvesterparty zum Deichleuchten.

Schon Turbulenzen gemeistert

Weiter mögen die Ungers derzeit nicht blicken. So lange es keine Klarheit über die Zukunft ist, können sich nicht ins Inventar investieren, ihren Aushilfskräften im Verkaufs-Shop keine Zusagen machen und auch keine Waren bestellen. „Wir wissen ja nicht, ob wir künftig noch Pächter sind“, so Jens Unger, der aber mit seiner Frau schon einige Turbulenzen erfolgreich gemeistert hat.

Von 2015 bis 2020 etwa bewirtschaftete das Paar zusätzlich das Restaurant „Wellenblick“ im Hallenwellenbad Hooksiel. Erfolgreich. Zu den Gäste zählten nicht nur die Besucher des Schwimmbades, sondern auch viele Hooksieler, die im großen Saal Familien- oder auch Straßenfeste feierten. Unvergessen die großen Grünkohl-Essen des Sportvereins FC Nordsee Hooksiel.

Erinnerungen an den „Wellenblick“

Gern hätten die Ungers das Restaurant weiter getrieben. Doch dagegen standen die Pläne der damaligen WTG-Geschäftsführung, die sich vom Hallenbad verabschieden, zumindest aber private Investoren mit ins Boot holen wollte. Den Ungers wurde nahegelegt, statt des „Wellenblicks“ das Strandhaus 3 am FKK-Strand zu betreiben. Die Restauration im Hallenbad ging an einen Investor, der große Hotel-Pläne hatte, mit dem Umbau von Restaurant und Saal begann … aber dann kam die Corona-Pandemie, die Politik versagte den Hotel-Plänen ihre Zustimmung, der Pachtvertrag wurde gekündigt. Ein Desaster, das vor Gericht endete und dessen letztes Kapitel bis heute nicht geschrieben ist. 

Steht für Party und gute Stimmung: Die Camperscheune in Hooksiel bietet auch während der Wintermonate Programm. Foto: hol

„Wir wären gern im ,Wellenblick‘ geblieben“, erinnern sich Irene und Jens Unger. Zumal sich schnell herausstellte, dass der Betrieb im Strandhaus 3 sehr wetterabhängig ist. Die Gastronomen verlängerten ihren dreijährigen Pachtvertrag dort nicht und konzentrierten sich in den letzten Jahren voll und ganz auf „Kajüte“ und Camperscheune. Gerade in der Saison gibt es hier jede Menge Arbeit. „In Hochzeiten haben wir bis zu 6000 Menschen auf dem Platz“, schildert Ungers. „Dann herrscht hier Ausnahmezustand.“

Oktober-Scheunenfest

Nach dem Rückzug der Bäckerei vom Campingplatz haben die Ungers auch noch den Brötchen-Service für die Camper übernommen. Ihr Arbeitstag beginnt seither morgens um 6.30 Uhr und endet nicht vor 23 Uhr, häufig erst um 24 Uhr. Unter den Gästen sind sehr viele Stammkunden, etwa aus den Reihen der 850 Dauercamper. Aber auch Hooksieler besuchen die „Kajüte“, etwa zum Flammlachs-Essen oder zum Labskaus-Schmaus. In der Camperscheune sind auch oft Einheimische zu Gast. Nächster Höhepunkt dort: Das „Oktober-Scheunenfest“ am 3. und 4. Oktober. 

„Wir haben viel Arbeit. Aber es macht Spaß“, versichern Irene und Jens Unger. „Aber die Zeit der Ungewissheit, die geht langsam an die Substanz.“ 

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Erholung im Einklang mit Natur und Umwelt

Wangerland (12. 9. 2025) – In diesem September und Oktober finden bereits zum dritten Mal die „Wanawos – die Wangerländer Nachhaltigkeitswochen“ statt. Über vier Wochen hinweg können Einheimische und Gäste die nachhaltige Vielfalt der Region hautnah erleben und aktiv gestalten. Die Nachhaltigkeitswochen widmen sich sechs Themenbereichen, die im Einklang mit der Umwelt und der Zukunftsfähigkeit der Region stehen: Biodiversität, Mobilität, Regionalität, Ressourcen, Achtsamkeit und Wattenmeer. 

Beim Wangerländer Sommerfest kann man die Schönheit des Wattenmeeres erleben. Foto: WTG

Den Auftakt bildet am Freitag, 19. September, das Wangerländer Spätsommerfest im und am Nationalpark-Haus Wangerland in Minsen. Von 11 bis 17 Uhr erwartet die Besucher ein lebendiges Programm, das Natur, Nachhaltigkeit und regionale Besonderheiten miteinander verbindet. Ob beim Stöbern auf dem Bücherflohmarkt der Bücherei Wangerland, bei Salzwiesenführungen, kostenlosen Fischfütterungen oder beim Mikroskopier-Schnupperkurs – Groß und Klein können die Natur aktiv entdecken. 

Markt mit besonderen Produkten

Ein weiterer Höhepunkt der Wanawos ist der „Wanama“, der Wangerländer Nachhaltigkeitsmarkt, der am Freitag und Samstag, 3. und 4. Oktober, in Horumersiel (Haus des Gastes) stattfindet. Jeweils von 10 bis 16 Uhr präsentieren Ausstellende regionale und nachhaltige Produkte. Der beliebte Bücherflohmarkt darf auch hier nicht fehlen. Besucher haben die Gelegenheit, besondere Produkte kennenzulernen und mit den Akteuren ins Gespräch zu kommen, ihre Erfahrungen zu teilen und Impulse für mehr Nachhaltigkeit im Alltag mitzunehmen. Der Eintritt zum Wanama ist kostenfrei. 

Abschluss der Zugvogeltage

Während der Wanawos finden außerdem die 17. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer statt. Sie geben vielfältige Einblicke in das faszinierende Phänomen des Vogelzugs und laden mit zahlreichen Veranstaltungen entlang der Küste dazu ein, die Natur intensiv zu erleben. Ihren Abschluss finden sowohl die Zugvogeltage als auch die Wanawos am Sonntag, 19. Oktober, ab 10 Uhr mit dem großen Zugvogelfest im Gästehaus in Horumersiel. 

Gemeinsam mit dem Wangerländer Deichleuchten sollen die Wanawos für zukunftsweisende, nachhaltige touristische Angebote stehen, so die Wangerland Touristik GmbH. Die Absicht: Ein starkes Zeichen setzten für die positiven Veränderungen, die gemeinsam die Umwelt bewirkt werden können. 

Neuer Verein will Stimme der touristischen Leistungsträger werden

Wangerland (12. 9. 2025) – Der erste Schritt ist gemacht. In dieser Woche haben neun touristische Leistungsträger den Fremdenverkehrsverein Wangerland gegründet. Der Verein möchte eine Plattform zur Stärkung und Weiterentwicklung des regionalen Tourismus im gesamten Gemeindegebiet werden. 

Wollen den Fremdenverkehrsverein Wangerland zur zentralen Stimme der touristischen Leistungsträger im Wangerland machen: Vorsitzender Matthias Suckert (links) und sein Stellvertreter Christian Fuchs. Foto: hol

Bei der Gründungsveranstaltung waren Gastronomen, Hoteliers und Vermieter aus Hooksiel, Horumersiel und Minsen vertreten. Zum 1. Vorsitzenden wurde Matthias Suckert gewählt, sein Stellvertreter ist Christian Fuchs. Als Schatzmeisterin fungiert Geraldine Vogdt, zum Schriftführer wurde Christian Narjes gewählt. Arno Meents fungiert als Beisitzer.

Alle Ortsteile im Blick

Der Verein verfolgt das Ziel, den Tourismus in allen Ortsteilen des Wangerlandes gleichermaßen zu fördern – unabhängig von einzelnen Ortschaften oder Interessenlagen. „Unser Verein möchte ein gemeinsames Dach für alle touristischen Aktivitäten im Wangerland bilden. Wir bündeln Kräfte statt sie zu zersplittern und setzen uns für eine starke, einheitliche Außendarstellung der ganzen Region ein“, so der Vorstand. Suckert: „Wir wollen keinem anderen Verein etwas wegnehmen. Bei uns kann jeder mitmachen.“

Ziel des Fremdenverkehrsvereins ist es, möglichst viele der 486 registrierten touristischen Leistungsträger für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Die Spannbreite der Zielgruppe reicht vom Gastronomen in Hooksiel über den Hotelier in Horumersiel und den Vermieter einer Ferienwohnung in Minsen bis zum Gewerbetreibenden in Hohenkirchen, Tettens oder Middoge. „Wir wollen die Stimme des Tourismus im Wangerland werden“, so Christian Fuchs. „Schließlich haben wir das Ohr an den Gästen.“

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Unterstützung für touristische Angebote

Der Verein will bestehende touristische Einrichtungen unterstützen, gemeinsame Veranstaltungen fördern, nachhaltige touristische Angebote stärken und aktiv Öffentlichkeitsarbeit für die gesamte Region betreiben. Erklärtes Ziel dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wangerland, lokalen Betrieben und Vereinen. Suckert: „Dafür brauchen wir das Rad nicht neu zu erfinden. Es gibt viele tolle Dinge, die es schon gibt, die wir aber neu mit Leben erfüllen können.“

Wangerland-Botschafter

Als Beispiel nennt Suchert etwa die „Wangerland-Botschafter“, die es schon einmal gab. Dabei sollen Studierende oder Praktikanten aus dem Bereich Tourismus-Wirtschaft in den Sozialen Medien ihre Eindrücke aus dem Wangerland verbreiten – und dadurch für den Standort werben. Wichtig auch ein direkter digitaler Draht zwischen Leistungsträgern und der Wangerland Touristik GmbH (WTG). Gemeinsam wolle man den Touristischen Leitpfaden wieder aufnehmen und – sobald sich die künftige Struktur der WTG abzeichnet – sehen, was sich davon umsetzen lasse.

Der Verein verfolgt nach eigenem Bekunden ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Er sei offen für alle, die den Tourismus im Wangerland aktiv unterstützen möchten – ob Privatpersonen, Unternehmer und Unternehmerinnen oder Institutionen. Eine Mitgliedschaft kann über die Homepage des Vereins beantragt werden und ist im Gründungsjahr beitragsfrei. 

Regelmäßige Stammtische

Die Vereinsgründung ist durch die Insolvenz der WTG vorangetrieben worden. Gastronomen hatten in der Folge eine stärkere Einbindung ihrer Kompetenz in die touristischen Gremien der Gemeinde und die WTG beantragt. Da die Folgen der Insolvenz für das gemeindeeigene Tourismusunternehmen noch nicht absehbar sind, wollen sich die touristischen Leistungsträger jetzt so aufstellen, dass sie mit einer Stimme sprechen und gegebenenfalls selbst Aufgaben übernehmen können, die bislang vorwiegend die WTG abgebildet hat.

 Wie will der Vereine die potenziellen Mitglieder im Gemeindegebiet für sich gewinnen? Fuchs: „Wir werden liefern. Wer mitmachen will, ist bei uns herzlich willkommen. Aber wir werden niemandem hinterher laufen.“ Als Kontakt-Plattform soll die Internetseite des Vereins dienen. Geplant seien zudem monatliche Leistungsträger-Stammtische. Für Februar 2026 ist zudem die erste förmliche Mitgliederversammlung vorgesehen. Hier soll dann auch die Höhe der Mitgliedsbeiträge festgelegt werden.

WTG-Insolvenzverfahren offiziell eröffnet: Hallenbad bleibt offen

Wangerland (5. 9. 2025) – Das Amtsgericht Wilhelmshaven hat antragsgemäß am 1. September 2025 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung der Wangerland Touristik GmbH (WTG) eröffnet. Damit kann das laufende Sanierungsverfahren aus dem „vorläufigen Insolvenzverfahren“ planmäßig weiter fortgeführt werden. 

Amtsgericht bestätigt laufende Sanierung

Zum Sachwalter hat das Gericht Rechtsanwalt Michael Waculik bestellt, der die WTG bereits als vorläufiger Sachwalter im Verfahren begleitet hat. Er wird die Geschäftsführung auch weiterhin in der Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen im Sinne der Gläubiger überwachen und unterstützen. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb geordnet fortzuführen und die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens im Rahmen des Sanierungskonzeptes weiter voranzutreiben. Dr. Christian Kaufmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH arbeitet weiterhin als Generalhandlungsbevollmächtigter und unterstützt den WTG-Geschäftsführer beim Sanierungsprozess. 

Restrukturierung der WTG läuft

WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel: „Mit der Eröffnung des Verfahrens ist ein wichtiger Schritt in der Restrukturierung der Wangerland Touristik GmbH vollzogen.“ In den kommenden Monaten würde weitere Maßnahmen zur künftigen Ausrichtung und Organisation des Unternehmens geprüft und umgesetzt. 

Hallenbad Hooksiel
Die Zukunft des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel ist ungewiss. Vorerst bleibt das Bad aber weiter geöffnet. Archiv-Foto: hol

Auf die aktuellen Angebote und Leistungen der WTG für Gäste, Partner und Dienstleister hat die Eröffnung des Verfahren keinen Einfluss. „Im Zuge des Sanierungsverfahrens sind weiterhin zahlreiche Projekte auf dem Prüfstand, dennoch bleibt das Wangerland mit seiner Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten attraktiv“, heißt es in einer Pressemitteilung der WTG. „Auch nach der Saison finden zahlreiche Veranstaltungen wie geplant statt.“ 

Noch kein Zeitplatz für Campingplatz-Verkauf

Über die weiteren Schritte und Maßnahmen im Verfahren werde die WTG die Öffentlichkeit, soweit möglich, regelmäßig informieren. So etwa für den Bereich des Strandkorb-Geschäfts: Hier liegen, wie „Hooksiel-life“ berichtete, inzwischen mehrere Angebote von Interessenten vor, mit denen nun konkrete Verhandlungen aufgenommen werden. Einen genauen Zeitplan für eine mögliche Geschäftsübernahme gebe es noch nicht, so die WTG. Auch für den Nordsee-Campingplatz in Hooksiel und das Meerwasser-Hallenwellenbad führen die Verantwortlichen derzeit Gespräche. 

Niedrigerer Wasserstand im Hallenwellenbad

Gerüchte, dass nach der Schließung der „Friesland-Therme“ in Horumersiel in den nächsten Tagen auch das Hallenbad in Hooksiel schließen werde, weist die WTG zurück. „Derzeit ist der Wasserstand im Meerwasser-Hallenwellenbad etwas niedriger als gewohnt“, räumt die WTG gegenüber „Hooksiel-Life“ ein. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Ursache zu beheben und den Wasserstand schnellstmöglich wieder zu normalisieren.“

Die Nutzung des Bades sei weiterhin uneingeschränkt möglich. Ziel der WTG bleibe es, den Betrieb des Bades aufrechtzuerhalten und das geöffnete Bad an einen geeigneten Investor zu übergeben, der es langfristig weiterführt.

„Vor Beteiligung sollte erkennbar sein, wohin die Reise der WTG geht“

Hooksiel (5. 9. 2025) – SPD und Unabhängige im Rat der Gemeinde Wangerland begrüßen die Bemühungen der touristischen Leistungsträger im Wangerland, sich zu einem gemeindeweiten Verein zusammenzuschließen. Wie Holger Ulfers (SPD) und Dieter Schäfermeier (ZUW) gegenüber „Hooksiel-life“ sagten, stehe ihre ZUW/SPD-Gruppe jederzeit für Gespräche bereit. Zur aktuellen Lage der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) könne man aktuell aber nicht viel sagen. Ulfers: „Entweder wir wissen nichts oder wir dürfen darüber nicht sprechen.“

Gläubigerausschuss hat das Sagen

Entschieden weisen Ulfers und Schäfermeier den Verdacht aus den Reihen der Leistungsträger zurück, der Rat habe im Zusammenhang mit der WTG-Insolvenz etwas zu verbergen. Aber, so Schäfermeier, die Insolvenz sei ein nicht-öffentliches Verfahren. „Im Moment hat der Gläubigerausschuss das Sagen. Und der kümmert sich in erster Linie darum, dass die WTG-Gläubiger möglichst viel von dem ihnen zustehenden Geld bekommen.“

Darin liege auch der eigentliche Grund dafür, dass der Tourismusausschuss des Rates die Beratung über den Antrag der Leistungsträger für eine bessere Einbindung in die Entscheidungsstrukturen von Gemeinde und WTG um drei Monate verschoben habe, so Ulfers. Jetzt sei die Zeit, dass die Leistungsträger sich Gedanken darüber machen, wie sich organisieren wollen, damit es eine legitimierte Vertretung der Branche, oder auch mehrerer Branchenzweige, gebe. Dann könne man gemeinsam über eine angemessene Beteiligungsform nachdenken.

Stimmrecht für Externe nicht zulässig

Ein Stimmrecht für Externe im Tourismusausschuss lasse das Kommunalverfassungsrecht nicht zu. Mit vier Beratern ohne Stimmrecht habe man auch diese Beteiligungsform bereits ausgeschöpft. Ja, so räumt Ulfers ein, die Beteiligung des 24-köpfigen WTG-Beirates hätte in der Vergangenheit „intensiver gelebt“ werden können. Als konstruktiv habe er die Gesprächsrunde am Leistungsträger-Stammtisch empfunden, zu der die WTG vor einigen Wochen gut 60 Leistungsträger eingeladen hatte. „Aber für echte Arbeit ist das Gremium eigentlich schon zu groß …“

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Bevor über konkrete Beteiligungsformen für die Leistungsträger entschieden werden könne, da sind sich die Sprecher der ZUW/SPD-Gruppe einig, sollte erkennbar sein, wohin die Reise der WTG geht. Aktuell bemühen sich Gläubigerausschuss und Geschäftsführung darum, Unternehmensteile und Immobilen zu veräußern. Für den Campingplatz Hooksiel samt Hallenwellenbad und das Strandkorb-Management gibt es bereits Interessenten. 

Interesse am Thalasso-Zentrum

Auch für das Grundstück Hafen 3 in Horumersiel, das Areal der WTG-Zentrale mit dem neuen Thalasso Meeres Spa, dessen Bau den Weg in die Insolvenz gewiesen hat, gebe es bereits Bewerber, bestätigten Ulfers und Schäfermeier. Zuletzt hatte ein Oldenburger Immobilen-Unternehmen verkündet, in Horumersiel ein Hotel bauen und das Thalasso-Zentrum darin integrieren zu wollen.

Was am Ende von der WTG übrig bleiben werde, wisse man im Moment nicht, so Ulfers und Schäfermeier. Und die Gemeinde habe darauf – mit oder ohne private Leistungsträger an ihrer Seite – im Moment auch keinen Einfluss.