Hooksiel/Wilhelmshaven (27. 3. 2026) – Das Milliarden-Projekt wird die Stromversorgung in Großbritannien und in Deutschland sicherer machen. Da sind sich die Experten einig. Derzeit erleben viele Hooksieler die begleitenden Bauarbeiten für den NeuConnect Interkonnektor hautnah mit.
Die Arbeiten an der Erdkabeltrasse entlang der L 810 schreiten schnell voran. Foto: hol
Entlang der Landesstraße 810 zwischen Hooksiel und Sengwarden sind derzeit etliche (niederländische) Bagger dabei, in „Deutschland-Geschwindigkeit“ die Trasse für ein Erdkabel zu buddeln, das den Anlandepunkt des Seekabels – südlich des Hooksieler Außenhafens – mit der im Bau befindlichen, riesigen Konverterstation in Wilhelmshaven-Fedderwarden (direkt an der A 29) verbinden soll. Für die Dauer der Arbeiten sind entlang der L 810 (siehe Grafik von NeuConnect) zum Schutz der Baustellenzufahrten mehrere Tempo-50-Zonen eingerichtet worden. Vorsicht: Hier wird auch geblitzt!
Die neue Stromverbindung NeuConnect mit einer Kapazität von 1,4 Gigawatt (GW) soll 2028 in Betrieb gehen. Sie wird den direkten Stromaustausch zwischen Deutschland und Großbritannien ermöglichen. Überschüssiger Strom kann wechselseitig importiert oder exportiert werden.
Herzstück des Projektes ist die Hochspannungs-Gleichstromübertragung quer durch den Ärmelkanal. Das Seekabel ist rund 725 Kilometer lang. Deren Endpunkte sind Konverterstationen im britischen Isle of Grain und in Wilhelmshaven, in denen Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden kann.
Das mit einem Investitionsvolumen von rund 2,8 Milliarden Euro veranschlagte Projekt wird privat finanziert. Zu den Investoren zählen unter anderem Unternehmen wie Meridiam, Allianz, Kansai Electric Power und Tepco.
Wangerland (26. 3. 2026) – Die gewählten Politiker und die Verwaltungsvertreter der Gemeinde Wangerland wollen bei den Beratungen im Wirtschaftsausschuss des Gemeinderates unter sich bleiben. Wie die Gemeinde heute mitteilte, habe der Rat bereits in seiner Sitzung am 17. März den Antrag der örtlichen Interessenvertretungen aus Handel, Handwerk und Gewerbe abgelehnt, die für sich einen Sitz mit beratender Stimme im Ausschusses für Wirtschaft, Finanzen und Energie beantragt hatten.
Vertrauliche Beratungen
Man habe hierzu eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, heißt es in der Mitteilung. Offenbar im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung. Im öffentlichen Teil war der Antrag nicht Gegenstand der Beratungen. Nach der Entscheidung bleibt der Fachausschuss weiterhin ausschließlich mit gewählten Ratsmitgliedern besetzt.
Das niedersächsische Kommunalverfassungsrecht lässt es grundsätzlich zu, beratene Mitglieder zum Ausschuss hinzuzuziehen. Eine Verpflichtung dafür gibt es nicht. In anderen Ausschüssen wie etwa im Schul- und Sozialausschuss oder im Tourismusausschuss werden auch im Wangerland beratende Mitglieder eingebunden.
In diesen Gremien, so ein Argument der Gemeinde, stünden aber in der Regel keine vergleichbar sensiblen Inhalte in den nicht öffentlichen Beratungen auf der Tagesordnung. Beratende Mitglieder hätten auch Zugang zum nicht-öffentlichen Teil der Sitzungen. Darin gehe es häufig um vertrauliche Informationen oder um die Belange Dritter.
Einstimmige Entscheidung
Die Entscheidung des Rates gegen den Antrag der Wirtschaftsvertreter aus Horumersiel, Hohenkirchen und Hooksiel sei einstimmig gefallen, so die Gemeinde. Die Vereine hatten auch mit Blick auf das Desaster bei wirtschaftlichen Entscheidungen zur gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH die Ansicht vertreten, das Fachwissen in wirtschaftlichen Fragen den Entscheidungen im Rat gut tun könnte.
Der Austausch mit der örtlichen Wirtschaft bleibe trotz der negativen Entscheidung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Gemeinde. „Externe Fachleute sowie Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden können weiterhin bei Bedarf zu einzelnen Themen hinzugezogen werden“, heißt es aus dem Rathaus Die Gemeinde Wangerland setze weiterhin auf eine „transparente, verantwortungsvolle und dialogorientierte Zusammenarbeit mit allen Akteuren vor Ort“.
Wangerland (26. 3. 2026) – Die Polizei im Wangerland sucht nach einem Tankbetrüger. Wie die Polizei heute mitteilte, habe ein Mann bereits am Mittwoch, 18. März, gegen 13.15 Uhr, an der Tankstelle in der Jeverschen Straße in Hohenkirchen für 40 Euro getankt, aber nicht bezahlt.
Der Beschuldigte habe einen silbernen Ford C Max mit tschechischem Kennzeichen (Länderkennung CZ) gefahren. Auf der Heckklappe rechts soll sich der Schriftzug „GO VEGAN“ befinden. Der Gesuchte soll zwischen 50 und 55 Jahr alt und schlank sein. Er hat kurze dunkle Haare, trug eine dunkle Latzhose und einen auffälligen weißen Pullover.
Die Ermittler bitten Personen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zur Identität des Fahrers beziehungsweise zum Fahrzeug machen können, sich bei der Polizeistation Wangerland unter der Rufnummer 04463/808910 zu melden.
Hooksiel (26. 3. 2026) – Der Alten Hafen zählt zu den schönsten Plätzen in Hooksiel. Aber er hat auch eine Reihe von Problemen. Nicht nur, dass die Zukunft des ehemaligen Feuerwehrareals zwischen Lange Straße und Hafen noch ungeklärt ist. Das Hafenbecken und vor allem das Binnentief hinter dem Siel drohen zu verschlammen, Kai- und Hafenmauer müssten saniert, das schlecht begehbare Kopfsteinpflaster auf dem Hafenplatz ausgetauscht werden – zumindest wenn der Festplatz behindertengerecht werden soll.
Der Alte Hafen, das Markenzeichen von Hooksiel. Aber auch hier gibt es jede Menge Baustellen. Archiv-Foto: hol
Der Strauß an Handlungsfeldern am Alten Hafen war eines der Themen, mit der sich Vertreter des Seebadevereins Hooksiel und eine hochkarätige Delegation der Gemeinde Wangerland bei einem gut zweistündigen Rundgang durch das Dorf beschäftigen. Dazu hatte Bürgermeister Mario Szlezak Bauhofleiter Renke Oltmanns sowie den Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes Markus Gellert mitgebracht. Sie wurden von Seiten des Seebadevereins von dessen Vorsitzenden Wolfgang Ademes, Vorstandsmitglied Thomas Leimkühler sowie dem Lotsen der „Arbeitsgruppe Infrastruktur“, Frank Müller, begleitet.
Schnelle Abhilfe zugesagt
Szlezak bewertet die Aktion im Anschluss gegenüber „Hooksiel-Life“ als sehr aufschlussreich. Es sei schon sinnvoll, wenn Bürger, gerade Neu-Bürger, auf tatsächliche oder vermeintliche Missstände hinweisen. „Wenn man mit den Themen seit Jahren zu tun hat, wird man ja auch ein Stückweit betriebsblind.“ Der Bürgermeister sagte schnelle Hilfe und Abhilfe dort zu, wo es möglich und geboten sei – und wo die Gemeinde auch tatsächlich zuständig ist.
Unternahmen einen Ortsrundgang: Bürgermeister Mario Szlezak (2. von rechts) mit (von links) Frank Müller (Seebadeverein), Markus Gellert (Gemeinde), Wolfgang Ademes und Thomas Leimkühler (beide Seebadeverein) sowie Renke Oltmanns (Gemeinde). Foto: hol
Dazu gehört die Beschilderung. Viele Verkehrsschilder im Ort sind verdreckt, einige Hinweistafeln überflüssig und einige falsch montiert. So etwa die neuen Verkehrsschilder „Verkehrsberuhigter Bereich“ an den Eingängen zum Neubaugebiet zwischen Bäderstraße und Hohe Weg. Sie hängen zu hoch. Szlezak: „Das werden wir in Kürze ändern.“
Investitionen müssen geplant werden
Schwieriger zu beseitigen sind die Mängel etwa am Radweg an der Bäderstraße oder auf Fahrbahn und Gehweg an der Straße „An der Jaderennbahn“. Sanierungsarbeiten dort müssten geplant und auch finanziell machbar sein. Nach und nach abgebaut und gegebenenfalls durch Blumenkübel ersetzt werden sollen die Pflanzbeete an der Friesenstraße. Deren Betoneinfassungen sind zum Teil massiv beschädigt.
Überflüssige Schilder: Die zahlreichen Hinweise auf das Meerwasser-Hallenwellenbad im Ort sind irreführend. Das Bad ist geschlossen und wird nicht wieder eröffnet. Auch die Musikkneipe „Lütt und Lütt“ gibt es seit Jahren nicht mehr. Foto: hol
Gemeinsam begutachtet die Gruppe den in der vergangenen Woche vom Bauhof der Gemeinde sanierten Fußweg zwischen ehemaligem Hallenbad und zweiter Deichlinie. Offenkundigen Handlungsbedarf gibt es aber auf dem Deich selbst. Die Gehwegplatten sind verrutscht, teilweise stehen sie fast senkrecht. „Echte Gefahrenpunkte gehen wir natürlich sofort an“, versicherte Szlezak. Aber Grundsätzlich sei für die Unterhaltung des Weges auf dem Deich die Wangerland Touristik GmbH zuständig. Warum das die inzwischen insolvente Gemeinde-Tochter in der Vergangenheit nicht ordentlich gemacht habe, könne er nicht beurteilen.
Großbaustelle Alter Hafen
Wie der Bürgermeister versicherte, werde die Gemeinde jetzt auch die vielfältigen Aufgaben rund um den Alten Hafen angehen, auch wenn hier unterschiedlichste Institutionen und Behörden zuständig seien. Zumindest für Investitionen in den Bereichen „Denkmalschutz“ und „Behindertengerechtigkeit“ müsste es auch Fördermöglichkeiten geben. Dass es Schritt für Schritt voran gehen kann, zeigt die Absperrung am Sieltor. Nach einem entsprechenden Hinweis hatte hier der Bauhof ein marodes Teilstück innerhalb weniger Tage saniert und neu montiert. Frank Müller: „Es ist doch gut, wenn wir gemeinsam daran arbeiten, dass Hooksiel noch schöner wird.“
Hooksiel (25. 3. 2026) – Schießlärm kann nerven. Und er nervt auch viele. Gerade in Hooksiel. Wenige Kilometer von der Ortsgrenze entfernt, auf Wilhelmshavener Grund, ist der Wurftaubenschießclub-Jade beheimatet. Sein 2002 eingeweihter Schießstand wird gut genutzt. Vor allem an den Wochenenden. Morgens bis abends. Bei schönem Wetter. Wenn andere Leute die Ruhe auf ihrer Terrasse genießen wollen.
Der Wurftaubenschießstand in Wilhelmshaven-Tammhausen. Der Seebadeverein will mit dem dortigen Verein nach Wegen suchen, wie die Lärmbelastung für Hooksiel verringert werden kann. Foto: Wurftaubenschießclub
Vor allem bei östlichen Winden sind die Schießgeräusche der Sportschützen, darunter auch Jäger aus dem Wangerland, in Hooksiel gut zu hören. In einigen Ecken mehr, in anderen weniger. Zu jenen, die die Schüsse gewaltig stören, gehört der Konrad Severin. Er lebt seit einem Jahr in Hooksiel und engagiert sich im örtlichen Seebadeverein – in der Arbeitsgruppe „Schießlärm“. Deren Ziel: Die Lärmbelastung reduzieren.
Bauschuttdeponie als Schutzwall
Am Dienstag trug Severin beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins den Stand der bisherigen Bemühungen vor. Er erzählte von Gesprächen mit ebenfalls Betroffenen, von Recherchen zu lange zurück liegenden juristischen Auseinandersetzungen, über ein Telefonat mit dem Vorsitzenden des Wurftaubenschieß-Clubs und über Bemühungen des Wangerländer Alt-Bürgermeisters Dietrich Gabbey, der sich erneut an die Stadt Wilhelmshaven gewendet habe in der Hoffnung, dass man dort im Zuge der laufenden Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Stadt etwas für den Schallschutz der Hooksieler tun könnte.
Die Idee: Ein Lärmschutzwall. Eine entsprechende Konstruktion hatten Gabbey, der heutige Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) und Vereinsvorsitzender Heinz Weerda sich schon vor einigen Jahren einmal in Osnabrück angesehen. Dort schützt eine riesige Erddeponie in unmittelbarer Nähe des Schießstandes die Nachbarn vor Lärm.
Gemeinsam nachdenken
Rechtlich, so der Eindruck von Severin, ist dem Schießstand ohnehin nicht beizukommen. Sinnvoller wäre es, mit dem Verein zusammen nach Möglichkeiten der Lärmminderungen zu suchen. Als Pate für solche Gespräche bot sich im Gästehaus Bernd Abrahams an. Der Bauingenieur und Bürgermeister-Kandidat der Unabhängigen ist Jäger und nutzt den Schießstand auch selbst. Er habe den Eindruck, dass man sich bislang dort zwar schon über Lärm dämmende Maßnahmen sehr viele Gedanken gemach, aber halt noch keine Lösung gefunden habe. Er sei überzeugt, so Abrahams: „Es gibt Möglichkeiten, die Situation für die Hooksieler Bürger zu verbessern.“
Denkbar seien leisere Munition oder Schalldämpfer oder auch bauliche Maßnahmen wie der Einsatz von schalldämpfenden Materialien oder der Bau von Lärmschutzwänden. Wenn der Schießbetrieb nicht eingeschränkt werde und auf den Verein keine Kosten zukämen, so Abrahams, wären die Schützen sicher kooperationsbereit.
Gartengeräusche werden Nebensache
Bürgermeister Szlezak, auch zu Gast beim Seebadeverein, bestätigte, dass die Lärmschutzsatzung der Gemeinde Wangerland keine Handhabe gegen den Schießlärm biete. Was allerdings vor Ort schon zu kuriosen Situationen führen kann, wie ein Hooksieler Bürgerin schilderte. Sie habe sich gerade Gedanken darüber gemacht, ob sie einen Nachbarn rügen solle, der während der offiziellen „Mittagsruhe“ in Hooksiel mit Gartengeräten hantierte. Dann setzte die Schießerei ein – und der Lärm von nebenan wurde zur Nebensache.
Hooksiel/Wilhelmshaven (25. 3. 2026) – Die Hooksieler Seeschleuse wird voraussichtlich nicht vor Pfingsten (24. Mai) für Boote und Schiffe passierbar sein. Als Grund für die Verzögerungen der Sanierungsarbeiten verweisen Holger Banik, Geschäftsführer der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts, und der Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, Mathias Lüdicke, auf den strengen Winter. Acht Wochen lang habe an dem Wasserbauwerk nicht gearbeitet werden können. Nach der ursprünglichen Planung sollte die Schleuse ab Ende April wieder für Skipper nutzbar sein.
NPorts-Chef Holger Banik (links) und Mathias Lüdicke, Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, stellten die Perspektiven für die Wilhelmshaven Häfen sowie geplante Investitionen vor. Foto: hol
Die Scheusenanlage aus dem Jahr 1975 wird mit mit einem finanziellen Aufwand in zweistelliger Millionenhöhe rundum saniert. Die Arbeiten laufen bereits seit 2022. Aktuell werden die sanierten Torlinien zwei bis fünf wieder in die Schleusenkammer eingelassen. Lüdicke bat heute im Rahmen der Jahrespressekonferenz seiner Niederlassung in der NPorts-Zentrale am Jade-Weser-Port um Verständnis dafür, dass im Zuge der Arbeiten auch der Straßenverkehr hier und dort kurzfristige gesperrt werden muss.
Schleusenöffnung erst Ende Mai
Neben der Schleusenkammer mit ihren hydraulischen Elementen soll auch die komplette Elektrik und Elektronik des technischen Bauwerkes erneuert werden. Vorgesehen ist auch die Runderneuerung des Schleusenwärter-Zentrale. Dieser Bauabschnitt sei allerdings erst für 2027/28 geplant.
Allein im laufenden Jahr investiert NPorts im Bereich der Niederlassung Wilhelmshaven, zu der Hooksiel gehört, 14 Millionen Euro. Weitere 11 Millionen Euro sind für Unterhaltungsarbeiten vorgesehen.
Banik und Lüdicke stellten eine Reihe von Großprojekten vor, die perspektivisch in Wilhelmshaven verwirklicht werden sollen. Möglich gemacht würden die auch durch ein 375-Millionen-Euro schweres Sonderpaket des Bundes für den Ausbau der Hafeninfrastruktur in Niedersachsen.
Großprojekte für die Energiewende
Ein Schwerpunkt dabei ist die Sicherung der Energieversorgung und die Umsetzung der Energiewende. So laufen derzeit die Planungen für einen neuen Anleger für sechs Großschiffe in der Jade, den Anleger für verflüssigte Gase (AVG), auf Hochtouren. NPorts arbeite derzeit an der Finanzierung des 650 Millionen Euro teuren Projektes und bereite die Planfeststellung vor. Wenn die privaten Kunden, ein Konsortium um das Energieunternehmen TES, ebenfalls ihre „Hausaufgaben“ machen, könne im zweiten Halbjahr 2027 mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Die Pläne für den Voslapper-Groden-Nord: Der geplante Anleger für verflüssigte Gase soll einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten. Die derzeit noch nördlich davon gelegene Umschlagbrücke mit dem LNG-Terminal Wilhelmshaven 1 ist auf der Skizze nicht mehr zu sehen. Grafik: NPorts
Über das AVG sollen unter anderem flüssige Gase wie Ammoniak (nötig für die Wasserstoff-Produktion) und flüssiges Erdgas (LNG) importiert und klimaschädliches Kohlendioxid (CO2), etwa auf dem Weg zur Verpressung unter der Nordsee, exportiert werden. Die privaten Investoren wollen dafür auf dem Voslapper Groden-Nord die notwendigen industriellen Anlagen bauen, darunter einen stationären LNG-Terminal. Vor dem Startschuss für den Bau des AVG müssten sie aber einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Euro absichern, der neben den Mitteln von Land und Bund (je 275 Mio. Euro) für die Investition benötigt werde.
Mehrzweck-Terminal mit RoRo-Anlage
Zweites Großprojekt: Der Bau eines etwa 900 Meter langen „Multipurpose Terminal“ (MPT). Der Mehrzweck-Terminal soll in Verlängerung des Jade-Weser-Ports in Richtung Hooksiel entstehen. Damit will NPorts unter anderem die nötigen Platz für den Umschlag von Windkraftanlagen, von Spezialladungen – gegebenenfalls auch für militärische Zwecke –, für den Autoimport und für zusätzlichen Containerumschlag schaffen. Das MPT soll dafür mit einer RoRo-Anlage ausgestattet werden, über die rollende Ladung direkt zu den Logistikflächen hinter der Kaikante transportiert werden kann.
Ohne zusätzliche Umschlagflächen in Häfen seien die Ausbauziele für Windparks in der Nordsee, ein wichtiger Baustein der geplanten Energiewende, nicht zu erreichen, sagte Banik. Insgesamt würde ein MPT die Rolle Wilhelmshavens als Logistikstandort weiter stärken. NPorts rechnet für das bis zu eine Milliarde Euro teure Vorhaben mit einer Planungszeit von zwei Jahren. Dem dürfte sich ein zweijähriges Genehmigungsverfahren anschließen. Im aktuellen Haushalt des Unternehmens sind für das Projekt sieben Millionen Euro Planungskosten eingestellt.
Schlepperhafen an der Niedersachsenbrücke?
Im Zusammenhang mit den Plänen für ein AVG und den MPT stehen auch Überlegungen zur Betonsanierung und künftigen Nutzung der Niedersachsenbrücke, an der im Moment ausschließlich Kohle importiert wird. Ein Gedanke dabei: Hier, südlich des Jade-Weser-Ports, könnte ein neuer Schlepperhafen entstehen, der auf der Nordseite des Containerterminals durch den Bau des MPT wegfallen würde. Welche Funktion die Brücke künftig haben könnte, hänge maßgeblich von den Wünschen potenzieller Kunden ab, sagte Banik.
Hoch zufrieden zeigte sich Banik mit der Entwicklung der Umschlagzahlen am Jade-Weser-Port. An dem über Jahre als Geisterhafen verspotteten Containerterminal wurden 2025 1,47 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Die Prognose für das laufende Jahr: 1,5 bis 1,8 Millionen TEU. Zu verdanken sei das vor allem der Partnerschaft von Hafenbetreiber Eurogate mit der Hamburger Großreederei Hapag-Lloyd.
Gespräche über „Hafenhaus“ in Hooksiel
Einen festen Platz im neu erarbeiteten Perspektivpapier für die Wilhelmshavener Häfen hat auch Hooksiel. Wie Lüdicke sagte, könne er sich am Außenhafen sehr gut den Bau eines „Hafenhauses“ mit Büroräumen, kleiner Restauration und Informationspunkt zu Häfen und Energie vorstellen. Man führe bereits Gespräche mit potenziellen Investoren.
Eher „Platzhalter“ hingegen seien bislang Überlegungen zur Verlängerung der Nord- und der Südmole des Hafens. Jedenfalls gebe es hier noch keine Notwendigkeit für Liegeplätze etwa für Schlepper oder andere Dienstleister.
Völlig neu im Portfolio der NPorts-Niederlassung ist die Entwicklung und Vermarktung von Flächen für touristische Zwecke. für das Hooksieler Freizeitgelände zwischen zweiter Deichlinie und Außenhafen, zwischen Bäderstraße und Hooksmeer werden unter anderem Interessenten für den Bau zum Beispiel eines Hotel oder auch von naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten wie „Wohnen auf dem Wasser“ oder „Hütten-Camping im Wald“ gesucht.
Bei dem Nebeneinander von Hafen- und Energiewirtschaft auf der Wilhelmshavener und Tourismus auf der Hooksieler Seite sehe er keinen Widerspruch, so Lüdicke. Aber bei der Entwicklung der Flächen im Freizeitgelände, für die man auch auf die Bauleitplanung der Gemeinde Wangerland angewiesen sei, rechne man schon mit Zeiträumen von 10 bis 20 Jahren.
Wangerland (24. 3. 2026) – Es fehlt an aktiven Feuerwehrleuten. Dieses Thema beschäftigt alle Ortswehren im Wangerland. Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Tettens will in diesem Jahr gezielt aktive Mitgliederwerbung betreiben und vor allem den jugendlichen Nachwuchs fördern.
Der Vorstand des Fördervereins der Feuerwehr Tettens mit (von links) Adolf Hirsch an der Spitze sowie Jan-Iko Jassen, Sabine Spelsberg und Viola Dorow wurde für zwei Jahre im Amt bestätigt. Foto: Feuerwehr
Auf der Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus Tettens wurden dazu Ideen gesammelt: Tage der offenen Tür, von Tür-zu-Tür-Werbung, Schulaktionen. Angeregt wurde auch ein Treffen der Fördervereine aller Ortswehren im Wangerland, um gemeinsam mehr Reichweite zu erlangen.
Der Vorsitzende des Tettenser Fördervereins, Adolf Hirsch, berichtete, dass 2025 die aktive Feuerwehr mit nützlichem Werkzeug, Schonbezügen für den neuen Mannschafts-Transportwagen und Kleidung unterstützt werden konnte. Sein Dank galt den zahlreichen Unterstützern. Der Vorstand wurde für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt.
Horumersiel (24. 3. 2026) – Zu Ostern füllen sich die Sielorte im Wangerland merklich. Hooksiel und auch Horumersiel bereiten sich darauf mit verschiedenen Veranstaltungsangeboten vor.
So werden in vielen Orten im Wangerland am Ostersamstag traditionell Osterfeuer entzündet werden. Neben dem gemütlichen Feuerschein werden die Gäste dabei auch heiße und kalte Getränke und andere Leckereien genießen können.
Strauchgut anliefern
Die Veranstalter des Osterfeuers am Strand von Horumersiel weisen darauf hin, dass Bürger sauberes Strauchgut an diesem Freitag, 27. März, von 14 bis 18 Uhr und am Samstag, 28. März, von 10 bis 14 Uhr anliefern können.
Über die Osterfeiertage wird am Alten Hafen von Hooksiel wieder ein Ostermarkt aufgebaut. Zu den Attraktionen im Ort zählt zudem am Ostersamstag die große Ostereier-Suchaktion der Initiative „Weil wir Hooksieler sind“.
Bücherflohmarkt
Für Mittwoch, 1. April, lädt die Bücherei Horumersiel zum Bücherflohmarkt in den Kleinen Kursaal im Gästehaus Horumersiel ein. Von 10 bis 16 Uhr sind Lesebegeisterte eingeladen, nach spannender, unterhaltsamer und typisch friesischer Lektüre zu stöbern. Alle Einnahmen fließen in die Anschaffung neuer Bücher für die Bücherei. Der Eintritt ist frei. Vor Ort ist nur Barzahlung möglich.
Hooksiel/Fedderwardersiel (24. 3. 2026) – Der Leuchtturm Roter Sand soll in Fedderwardersiel (Gemeinde Budjadingen) neu aufgebaut werden. Bekanntlich sucht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen neuen Standort für das Kulturdenkmal in Landnähe, da eine dauerhaft sichere und denkmalgerechte Erhaltung des Leuchtturms in der Außenweser nicht mehr gewährleistet sei, so die DSD.
Das Kulturdenkmal Leuchtturm „Roter Sand“ soll nach Fedderwardersiel versetzt werden. Hooksiel ist aus dem Rennen. Foto: Eike Doyen
Bedenken gegen Hooksiel und Bremerhaven
Als potenzielle Standorte beworben hatten sich Bremerhaven, Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und Hooksiel. Davon hätten sich im bisherigen Prüfverfahren nach denkmalpflegerischen, infrastrukturellen und technischen Kriterien zwei als grundsätzlich genehmigungsfähig erweisen: Fedderwardersiel und Wilhelmshaven. Bremerhaven und Hooksiel seien aus dem Rennen ausgeschieden, da die zuständigen Wasserstraßen- und Naturschutzbehörden zu der Einschätzung gelangt waren, dass eine Genehmigungsfähigkeit nicht gegeben sei; insbesondere wegen einer Verwechselungsgefahr mit aktiven Seezeichen.
Nächstes Ziel: Baugenehmigung
Die Gemeinde Wangerland, die zunächst Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Bedenken gegen den Standort am Hooksieler Außenhafen angemeldet hatte, hatte nach neuerlicher Prüfung der Rechtslage zuletzt angekündigt, ihre Bemühungen um den „Roten Sand“ einzustellen. Wie die DSD gestern ankündigte, werde man jetzt die baurechtlichen Anträge für den Standort vor Fedderwardersiel vorbereiten.
„Ziel ist eine entsprechende Baugenehmigung: Davon sowie von den folgenden fachlichen Abstimmungen und der noch zu sichernden Finanzierung hängt ab, wann die nächsten Schritte im Versetzungsprozess konkret umgesetzt werden können“, heißt es in einer Mitteilung. Die DSD werde das weitere Vorgehen eng mit dem Bundesministerium für Verkehr, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, dem Landesamt für Denkmalpflege Niedersachsen sowie der Gemeinde Butjadingen abstimmen.
Friesland/Wangerland (24. 3. 2026) – Am Samstag, 28. März, ist es wieder so weit: Zwischen 20.30 und 21.30 Uhr schalten Millionen Menschen weltweit das Licht aus und setzen damit ein Zeichen für den Klimaschutz. Auch der Landkreis Friesland sowie die Städte Jever und Varel und die Gemeinden Wangerland und Wangerooge sind dabei und folgen damit einem Aufruf des „World Wide Fund For Nature“ (WWF) Deutschland.
Friesland beteiligt sich an der WWF-Aktion „Earth Hour“. In der „Stunde des Erde“ wird das Licht ausgeschaltet. Foto: Landkreis
Egal ob als öffentliche Verwaltung, Unternehmen oder Privatperson: Jeder Mensch kann bei der symbolischen Aktion mitmachen und das Licht, wo möglich, für 60 Minuten ausschalten. Der Landkreis stellt in der „Stunde der Erde“ das Licht in und an kreiseigenen Liegenschaften ab, die damit wie so bekannte Bauwerke wie das Brandenburger Tor in Berlin, Big Ben in London oder die Christus-Statue in Rio de Janeiro in die Dunkelheit eintauchen.
Ziel von „Earth Hour“ ist es, deutlich zu machen, dass jeder einzelne Mensch einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten kann. Der WWF ruft dazu auf, sich in den 60 Minuten Zeit zu nehmen, um über die Thematik nachzudenken, sich auszutauschen oder zu diskutieren. Unter dem Hashtag #EarthHour kann in den Sozialen Netzwerken Solidarität bekundet werden. Wer möchte, kann sich auf der Seite des WWF anmelden: www.wwf.de/earth-hour
Die „Earth Hour“ findet dieses Jahr zum 20. Mal in weltweit 180 Ländern statt. Der Landkreis Friesland beteiligt sich bereits seit 2018 an der Aktion.