Wangerland/Wilhelmshaven (28. 11. 2025) – Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) setzt sich für eine gerechtere Beteiligung der Küstenkommunen an den Gewerbesteuereinnahmen aus Offshore-Windparks ein. Hintergrund ist der Entwurf der Landesregierung, nach dem ausschließlich die Stadt Wilhelmshaven hebeberechtigt sein soll.
110 Millionen Euro für Wilhelmshaven
Wilhelmshaven könnte nach Berechnungen des Landes durch eine Änderung der Verordnung über die Erhebung der Gewerbe- und der Grundsteuer in gemeindefreien Gebieten, vornehmlich von Windparks, mit Mehreinnahmen in Höhe von rund 110 Millionen Euro jährlich rechnen. Davon würden über den Kommunalen Finanzausgleich rund 65 Millionen Euro auf andere niedersächsische Kommunen umverteilt werden, so die Pläne der Landesregierung Das Land Niedersachsen und der Bund würden gemeinsam über die Gewerbesteuerumlage rund 9 Millionen Euro erhalten. Insgesamt könnten also rund 36 Millionen Euro im Haushalt der Stadt Wilhelmshaven bleiben.
Jensen betont ausdrücklich, dass die Bedeutung Wilhelmshavens für die Energie- und Hafeninfrastruktur unstrittig sei. Sie weist aber darauf hin, dass auch andere Gemeinden im Küstenraum erhebliche Belastungen durch Kabeltrassen, Baustellen, Leitungsinfrastruktur und Konverterstationen tragen.
„Die Energiewende wird entlang der gesamten Küste umgesetzt. Deshalb ist es sinnvoll zu prüfen, wie die Landesregierung die Belastungen der übrigen betroffenen Gemeinden bewertet und welche Beteiligungsmodelle denkbar sind“, so Jensen. Über eine Kleine Anfrage will sie jetzt Klarheit darüber gewinnen, welche fachlichen und wirtschaftlichen Kriterien zur geplanten zentralen Hebeberechtigung geführt haben, wie die Situation der Trassen- und Anlandungskommunen eingeordnet wird und ob Ausgleichsmechanismen für diese Regionen geprüft werden.
Wangerland (28. 11. 2025) – Die CDU Wangerland hat einen neuen Vorstand. Auf einer Mitgliederversammlung wählten die Mitglieder Christian Burchardt (48) aus Hohenkirchen, Verwaltungsfachangestellter in der Bundeswehrverwaltung, als Nachfolger von Thies Fischer (24) zum neuen Vorsitzenden. Fischer hatte das Amt wie angekündigt mit Blick auf seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt abgegeben.
Die CDU Wangerland hat Thies Fischer (links) zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten gewählt. Neuer Ortsvereinsverbands-Vorsitzender ist Christian Burchhardt. Foto: CDU
Dem neuen Vorstand gehören neben Burchardt als stellvertretende Vorsitzende Beate Wedermann und Andy Strümpel, als Schriftführer Heiko Menkens sowie als Beisitzer Kurt Brandenburg, Petra Euken, Theo Hakvoort, Theo Lauts, Tobias Geisen und Claus Harms an.
Einstimmiges Votum
Zuvor hatten die Mitglieder des CDU Gemeindeverbandes Fischer einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026 gewählt. Der 24-jährige Diplom-Finanzwirt ist seit mehreren Jahren kommunalpolitisch aktiv und begleitet sowohl Fraktions- als auch Vorstandsarbeit auf Gemeinde- und Kreisebene.
In seiner Bewerbungsrede vertrat Fischer die Ansicht, dass zentrale Projekte der vergangenen Jahre unvollendet seien und eine strukturelle Neuausrichtung erforderlich sei. Die derzeitige Haushaltslage der Gemeinde sei kritisch. Er warnte vor einer Fortführung kurzfristiger Einnahmenpolitik. Steigende Steuer-Hebesätze würden Bürger und Unternehmen übermäßig belasteten, ohne dass dadurch strukturelle Verbesserungen erzielt würden. „Uns fehlt eine Strategie, wie wir die Einnahmenseite langfristig verbessern können. Stattdessen greifen wir reflexartig an die Hebesätze – das ist langfristig eine Sackgasse.“ Ziel der Finanzpolitik müsse es sein, Handlungsspielräume zurückgewinnen, ohne kontinuierlich die Belastung für bestehende Steuerzahler zu erhöhen.
Ansiedlung von Gewerbe
Fehlende Gewerbeflächen, Abwanderung von Betrieben und ein hoher Gewerbesteuerhebesatz würden die Standortattraktivität mindern, so Fischer. „Der Kauf und die Erschließung neuer Gewerbeflächen kostet Geld – ja. Aber es ist eine Investition, die sich auszahlt. Durch Flächenverkäufe, durch Gewerbesteuer-Einnahmen und das bei gleichbleibenden Hebesätzen.“
Ausführlich ging Fischer auf die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein. Er bezeichnete den Umgang der vergangenen Jahrzehnte – insbesondere den Bau des Thalasso Meeres Spa – als wesentliche Ursache für die aktuelle finanzielle Belastung. Vertrauen sei durch Planung, Kostenentwicklung und Insolvenz verloren gegangen.
Vollständige Aufklärung
Fischer forderte vollständige Aufklärung. „Wenn sich schuldhaftes Verhalten bestätigt, muss dieses ohne Verzögerung an die zuständigen Ermittlungsbehörden weitergeleitet werden.“ Darüber hinaus müsse geprüft werden, ob zivilrechtliche Schritte, darunter mögliche Regressforderungen, notwendig und rechtlich durchsetzbar sind.
Für die Zukunft skizzierte Fischer einen Neubeginn: Er spricht sich – vorbehaltlich des Gutachtens und der weiteren Entwicklung des Insolvenzverfahren – für eine konsequente Abwicklung der bestehenden Struktur und den Aufbau einer neuen, kleineren Organisation aus. Diese soll nach Vorstellung Fischers gemeinsam mit touristischen Leistungsträgern entwickelt werden, um wirtschaftliche Tragfähigkeit und Vertrauen dauerhaft herzustellen.
Wende im Gemeinderat
Der neue Vorsitzende Burchhardt forderte, dass das Wangerland für Gewerbe, Landwirtschaft, Tourismus und nicht an letzter Stelle für die Bürger einladend, attraktiv und lebenswert bleiben müsse. Dafür sei eine Wende im Gemeinderat bei der Kommunalwahl imSeptember 2026 zwingend erforderlich.
Wangerland/Hooksiel (28. 11. 2025) – Die einen sagen: „Gott sei dank!“. Die anderen: „Leider“. Im Zuge der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) wird der Gästebeitrag sinken. Um wie viel steht noch nicht fest. Klar dürfte aber sein: Urlaubsgäste, die 2026 im Wangerland übernachten, werden dafür weniger an die Kommune zahlen müssen. Damit geht einher, dass weniger Geld von Auswärtigen in die Infrastruktur vor Ort fließt, die ja auch von Einheimischen mitgenutzt wird.
Der Gästebeitrag, den Urlauber im Wangerland zahlen müssen, wird für 2026 vermutlich sinken. Aus den Einnahmen werden unter anderem auch Anteile der Kosten gedeckt, die der Betrieb des Gästehauses Hooksiel verursacht. Archiv-Foto: hol
Stefan Plaumann, Steuerberater in Diensten der Kommuna Treuhand GmbH, hat am Mittwochabend vor dem Finanzausschuss des Rates die Rechtslage erläutert. Keine einfache Materie auch deshalb, weil es nicht allzu häufig vorkommt, dass kommunale Touristikunternehmen in finanzielle Schieflage geraten und Hals über Kopf Einrichtungen geschlossen werden, die dann den Urlaubern schlichtweg nicht mehr zur Verfügung stehen.
Rat entscheidet über Höhe der Gebühr
Nach dem niedersächsischen Kommunalabgabengesetz (NKAG) können anerkannte Urlaubsorte für Ausgaben für die Herstellung, Anschaffung, Erweiterung, Verbesserung, Betrieb und Unterhaltung von touristischen Einrichtungen sowie für Veranstaltungen Gästebeiträge erheben. Welche Ausgaben dabei in welcher Höhe zugrunde gelegt werden können, ist genau geregelt. So müssen von den Kosten etwa Eintrittsgelder wieder abgezogen werden. Zudem ist ein „Eigenanteil“ für einheimische Nutzer zu berücksichtigen.
Die Höhe des Gästebeitrags, der aktuell für die Haupturlaubsorte Hooksiel, Horumersiel und Schillig (Zone 1) für Erwachsene bei 3,80 Euro je Übernachtung liegt (in Zone 2: 1,90 Euro), legt der Gemeinderat per Beschluss fest. Grundlage dafür ist nach den Worten von Plaumann eine Kostenkalkulation für die Jahre 2024 bis 2026. Mit der aktuellen Schließung der Schwimmbäder , dem Verkauf des Campingplatzes in Hooksiel und möglicherweise weiterer Einrichtungen sind die ursprünglichen Zahlen für 2026 aber Makulatur.
Urlauber müssen weniger zahlen
Klar ist aus Sicht des Steuerberaters, dass man für Einrichtungen, die überhaupt nicht mehr genutzt werden können, keine Gästebeiträge erheben kann – auch wenn diese Einrichtungen immer noch im gewissen Umfang Kosten verursachen. Plaumann erläuterte in der Sitzung die Eckpunkte seiner Empfehlung für eine zeitnahe Anpassung des Gästebeitrages fürs kommende Jahr.
Der zugrunde liegende touristische Gesamtaufwand lag 2024 bei 13,2 Millionen und 2025 bei 14,4 Millionen Euro. In 2026 werde der Wert voraussichtlich auf 9,9 Millionen Euro fallen. Umlagefähig wären davon 4,3 (2024), 5,2 (2025) und etwa 3,9 (2026) Millionen Euro. Daraus ergebe sich ein Durchschnittswert von 4,5 Millionen Euro pro Jahr, von dem man aber für 2026 über 0,5 Millionen Euro für den Ausfall der Bäder in Horumersiel und Hooksiel abziehen müsse.
Ungereimtheiten wurden deutlich
Die Berechnung, zu welchem Gästebeitrag ein kalkulatorischer Aufwand von rund vier Millionen Euro dann führen würde, ist noch nicht ganz abgeschlossen. Hierbei spielt auch die zu erwartende Gästezahl eine Rolle. Plaumann geht davon aus, dass eine gewisse Senkung des Gästebeitrages für 2026 ein erster Schritt wäre. Ein weiterer könnte mit der Kalkulation für 2027 folgen.
In der Diskussion mit den Ratsvertretern wurden mehrere Ungereimtheiten um die Berechnung des Gästebeitrages deutlich. Auf Nachfrage des Ausschuss-Vorsitzenden Lübbo Meppen (FDP) bestätigte Plaumann, dass die Sinnhaftigkeit eines touristischen Angebots keine Rolle spielt. Würde man theoretisch aus einem der Bäder „ein Museum“ machen, ließen sich die Kosten dafür weiter von der Urlaubsgästen eintreiben. Ähnlich verhält es sich mit den laufenden Kosten (Abschreibung, Zinsen etc.) für das Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel. Sie fließen in die Kalkulation ein, obwohl der touristische Nutzen des Gesundheitstempels (noch) überschaubar sein dürfte.
Der Erwartung einiger touristischer Leistungs-Anbieter, dass eine Senkung des Gästebeitrages die Zahl der Urlauber im Wangerland deutlich nach oben treiben wird, teilt Plaumann nicht. „Überall wo ich bislang tätig war, hat sich eine Veränderung des Gästebeitrages kaum auf die Gästezahlen ausgewirkt.“
Die Kosten für die Werbung für einen Urlaub im Wangerland werden zu einem gewissen Teil vom Tourismusbeitrag gedeckt. Archiv-Foto: hol
Tourismusbeitrag ist gedeckelt
Ebenfalls auf dem Prüfstand steht die Höhe des „Tourismusbeitrages“, den alle Unternehmen zu entrichten haben, die direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr im Wangerland profitieren. Mit diesen Einnahmen sollen unter anderem die Kosten für Werbung und Marketing für die Urlaubsgemeinde auf die umgelegt werden, die davon am meisten profitieren.
Laut Kommuna Treuhand liegt der umlagefähige Aufwand bei rund 800.000 Euro. Aufgrund eines politischen Beschlusses des Gemeinderates ist die Summe, die über den Tourismusbeitrag eingetrieben werden soll, aber auf maximal 350.000 Euro gedeckelt. Die fehlenden 450.000 Euro seien eine Art „freiwillige Leistung“ der Gemeinde, wie die Kämmerei auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Holger Ulfers bestätigte. Offen blieb die Frage, inwieweit sich das Wangerland diesen Verzicht auf Einnahmen auch künftig leisten kann.
Beschlüsse zu den Hebesätzen werden voraussichtlich in der nächsten Ratssitzung gefällt. Die Sitzung im Rathaus in Hohenkirchen ist für Dienstag, 9. Dezember, 18 Uhr, angesetzt.
Hooksiel (27. 11. 2027)n – Das Bild im Hooksieler Außenhafen hat sich geändert. Seit wenigen Tagen hat der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ( DGzRS) einen neuen Liegeplatz.
Die „Bernhard Gruben“ hat einen neuen Liegeplatz im Hooksieler Außenhafen. Foto: hol
Das Schiff liegt jetzt auf der Nordseite der Schleuse an einem Ponton, auf dem unter anderem ein Container der DGzRS platziert ist. Mit der Verlegung des Anlegers auf die andere Schleusenseite ist der Hafenbetreiber, die landeseigene NiedersachsenPorts (NPorts), einem langjährigen Wunsch der Seenotretter nachgekommen. Der Container beinhaltet unter anderem eine Werkstatt sowie einen kleinen Büro- und Aufenthaltsraum.
„Das wird kleinere Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten unseres Seenotrettungskreuzers vor Ort durch unsere Besatzung erleichtern und ihre Raumverhältnisse an Land erheblich verbessern“, so ein Sprecher der Rettungsorganisation. NPorts hat für den neuen Ponton die Wasserfläche sowie Anschlüsse für Strom, Wasser und Internet zur Verfügung gestellt.
Wangerland/Hooksiel (27. 11. 2025) – Gute Nachrichten für die Wangerländer. Im nächsten Jahr sinkt der Preis für die Entsorgung des Schmutzwassers. Wie Vertreter des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) am Mittwoch Abend vor dem Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Energie ankündigten, fällt der Preis je Kubikmeter Abwasser um 31 Cent von 3,99 Euro auf 3,68 Euro. Der Preis für die Entsorgung des Niederschlagswassers soll mit 44 Cent stabil bleiben.
Erhebung zu versiegelten Flächen
Die Höhe der Regenwasser-Gebühren hängt davon ab, wie groß die versiegelte Fläche auf dem jeweiligen Grundstück ist. Aktuell bereit der OOWV eine Befragung aller Bürger vor, mit der die Daten zu den versiegelten Flächen aktualisiert werden sollen.
Das Entwässerungssystem kommt auf den Prüfstand: Nur durch den Einsatz der Hooksieler Feuerwehr konnte Anfang August verhindert werden, dass im Bereich der Viethstraße Regenwasser in Wohnhäuser eindringt. Foto: Feuerwehr
Der OOWV ist in der Gemeinde Wangerland für die Entwässerung und die Schmutzwasserbeseitigung zuständig. Unter anderem betreibt der Zweckverband dafür drei Kläranlagen in Hooksiel, Schillig und Hohenkirchen. Wie OOWV-Regionaleiter Bernd Janssen sagte, habe der Neubau der Kläranlage in Schillig begonnen. Hier soll künftig auch das im Raum Hooksiel anfallende Schmutzwasser mit geklärt werden. Dennoch habe man in der Anlage in Hooksiel in diesem Jahr noch die Belüftung erneuert.
Entwässerung auf dem Prüfstand
Im kommenden Jahr will der Verband einen Generalentwässerungsplan für die acht Ortschaften im Gemeindegebiet erstellen. Mit Hilfe von hydraulischen Messungen und Berechnungen soll dabei ermittelt werden, welche Wassermassen wo zu erwarten sind und ob die Entwässerungssysteme und Gräben leistungsfähig genug sind, das Wasser abzuführen. Der OOWV ist dabei allerdings nur für die gemeindeeigenen Gräben zuständig und nicht für Gräben, deren Unterhaltungspflicht bei Verbänden oder privaten Grundeigentümern liegt.
Wie notwendig ein solcher Plan gerade auch für Hooksiel ist, unterstrich SPD-Ratsherr Holger Ulfers. Er wies den OOWV darauf hin, dass Anfang August im Bereich Viethstraße die Hooksieler Feuerwehr große Mengen Wasser aus dem Graben ins Hooksmeer pumpen musste, um zu verhindern, dass das Wasser nicht in die Wohnhäuser läuft.
Hooksiel (26. 11. 2025) – Der Seebadeverein hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Leuchtturm „Roter Sand“ doch noch seinen Ruhesitz in Hooksiel erhält. Wolfgang Ademes, Sprecher des Kompetenzteams, das sich um das Denkmal kümmert, zeigte sich beim „Gäste- und Bürgersnak“ des Vereins am Dienstag zuversichtlich. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.“
Der Seebadeverein Hooksiel will sich weiter darum bemühen, dass der Leuchtturm „Roter Sand“ nach Hooksiel kommt. Foto: Jan-Eike Doyen
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) will bekanntlich den Turm von See an Land versetzten, um ihn vor Sturm, Strömung und Korrosion zu schützen. Ein Mitteilung der Stiftung, wonach Bremerhaven als einer der vier Bewerber als Standort nicht in Frage kommt und man sich jetzt bei der weiteren Planung auf Wilhelmshaven und Fedderwardersiel konzentrieren wolle, war von zahlreichen Medien so interpretiert worden, dass auch Hooksiel aus dem Rennen sei.
„Runder Tisch“ zu offenen Fragen
Ademes bestätigte, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Bedenken gegen den Platz auf dem Deich am Außenhafen angemeldet hat. Welche Vorbehalte das aber genau sind und ob man die Gründe dafür gegebenenfalls ausräumen kann, wisse man nicht, so Ademes.
Entsprechende Fragen sollen jetzt an einem „Runden Tisch“ geklärt werden. Ihre Teilnahme daran hätten neben der Gemeinde Wangerland und dem Kompetenzteam des Seebadevereins die Denkmal-Stiftung, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und Frieslands Landrat Sven Ambrosy zugesagt. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Anne Janssen versuche zudem im Bundesverkehrsministerium um Zustimmung für Hooksiel zu werben. Denkbar sei, so Ademes, dass Hooksiel erneut ins Rennen kommt, wenn es auch für Wilhelmshaven und Fedderwardersiel Ausschlussgründe gibt.
„Rost guckt aus den Flasschen“
Als weiteres Projekt will sich ein Kompetenzteam des Verein jetzt um die Zukunft des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel kümmern. Das von der insolventen Wangerland Touristik GmbH betriebene Bad steht derzeit zum Verkauf. Im Rahmen eines Interessen-Bekundungsverfahrens hatten sich mehrere Interessenten gemeldet. Das anschließende Angebotsverfahren soll bis Anfang Dezember laufen.
Ademes geht davon aus, dass es rund um das Bad noch so viele offene Fragen gibt, dass es kurzfristig zu keinem Verkauf kommen wird. Da sei der noch anhängige Rechtsstreit mit dem Restaurant-Pächter. Völlig unklar seien zudem die Abrisskosten für das Bad, die sich – je nach Schadstoffbelastung – zwischen einer und über zehn Millionen Euro bewegen könnten. Sein Eindruck nach einer Besichtigung des Bades: „Ekelig, angeranzt – da guckt der Rost aus den Flanschen.“ Auf jeden Fall sei eine Totalsanierung erforderlich.
Viele Mitglieder des Seebadevereins Hooksiel würden gern ein Hallenbad in Hooksiel erhalten. Foto: privat
Das Schlimmste aber, was passieren könnte, wäre, so Ademes, dass ein Investor auf der Grundlage ungesicherter Informationen den Zuschlag für das Bad und das umgebende Grundstück bekomme, der Abriss dann aber nicht voran gehe. Auch stellt sich aus Sicht des Seebadevereins die Frage, ob Hooksiel auf dem Gelände wirklich ein 800-Betten-Hotel oder ein Ferienwohnungs-Komplex wolle. Sollten entsprechende Großinvestitionen nicht funktionieren, würden sie ohnehin der Gemeinde wieder vor die Füße fallen.
Schulschwimmen im Thalassa-Zentrum
Der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) hielt dem entgegen, dass die WTG ein privates Unternehmen sei. Der Verkauf des Bades sei Teil des Sanierungsplans im Rahmen der Insolvenz in Eigenregie, über den der Gläubigerausschuss entscheide. Die Gemeinde habe darauf keinen Einfluss mehr. Im Gegenteil. Wenn die Gemeinde das inzwischen geschlossene Bad von ihrem Tochterunternehmen übernehmen wolle, müsse auch sie dafür 2,7 Millionen Euro zahlen. Er sei froh, so Schäfermeier, dass sich zumindest fürs Schulschwimmen eine Perspektive zeige. Die Kinder sollen das Schwimmbad im Thalasso-Zentrum in Horumersiel nutzen.
Der Seebadeverein setzt auf Zeitgewinn, um die Substanz des Gebäudes genau erkunden und möglicherweise mit Partnern ein neues Betreiber- und Nutzungskonzept erarbeiten zu können. Ziel sei es, ein Schwimmbad für Hooksiel zu erhalten.
Geschenk an die Hooksieler?
Eine Chance dafür könnte sich eröffnen, wenn sich herausstellt, dass die Gemeinde Wangerland das Meerwasser-Hallenwellenbad niemals an ihre Tochter WTG hätte verschenken dürfen. Dann müsste es zurückgegeben werden. Gerüchte wollen wissen, so Schäfermeier, dass das von Geldern der Industrie gebaute, 42 Jahre alte Bad ausdrücklich ein Geschenk des Landes Niedersachsen an „die Hooksieler“ gewesen sei. Nach Belegen für dieses Gerücht wollen Schäfermeier und Ademes jetzt in Zeitungsarchiven forschen.
Hooksiel (25. 11. 2025) –In der Apotheke Hooksiel können Medikamente jetzt auch außerhalb der Öffnungszeiten abgeholt werden. Eine neue Abholstation soll helfen, die Wartezeiten zu verkürzen und die Kunden unabhängiger von den Öffnungszeiten zu machen. Wann das Medikament abholbereit ist, erfährt der Kunde auf Wunsch per automatischem Anruf, SMS oder E-Mail.
Mit einer Abholstation baut die Apotheke Hooksiel ihren Service aus. Kundinnen und Kunden können so auch nach Ladenschluss bestellte Medikamente oder sonstige Waren abholen. Auf dem Bild: Die Apotheker Christof (links) und Hennig Ueberschaar. Foto: hol
Apothekerehepaar Marlies und Christof Ueberschaar, sowie Sohn Henning, ebenfalls Apotheker, stellten das neue Angebot vor. Ein Beispiel: Die Apotheke bestellt für einen Kunden ein Medikament, das am Nachmittag in Hooksiel ankommen soll. Der Kunde ist aber erst am späten Abend wieder vor Ort. Er erhält einen Code, mit dem er die Abholstation an der Außenseite der Apotheke öffnen kann. In der Station haben Apotheken-Mitarbeiter zwischenzeitlich sein Präparat abgelegt.
Produkte werden sicher hinterlegt
Ein weiteres Beispiel aus der Praxis: Ein Urlauber stellt auf dem Weg zur Nordsee fest, dass er ein wichtiges Medikament vergessen hat. Noch von der Autobahn aus nimmt er über sein Handy Kontakt mit der Apotheke auf, übermittelt sein E-Rezept an die Apotheke, die das Präparat in der Abholstation für ihn bereitlegt. Über eine Bezahlfunktion an dem Automaten kann der Kunde zudem seine Zuzahlung entrichten.
Hennig Ueberschaar demonstreert, wie die Abholstation mit Medikamenten und anderen Präparaten bestückt wird. Foto: hol
Kunden haben künftig auch an Mittwochnachmittagen, an denen die Apotheke geschlossen hat, die Chance, ihre Medikamente abzuholen. Insgesamt, so Ueberschaar, bietet die Station, die von innen bestückt wird, 30 Ablageplätze. Nicht zulässig sei lediglich die Herausgabe von Betäubungsmitteln und von zu kühlenden Präparaten. „Wir sind überzeugt, dass der neue Service hilfreich sein wird.“
Bei E-Rezepten hakt es immer noch
Das ist nicht unbedingt bei allen Innovationen der Vergangenheit im medizinischen Bereich uneingeschränkt der Fall. Auch ein Jahr nach der Einführung von E-Rezepten läuft das System noch nicht reibungslos. Im Gegensatz zum klassischen Papier-Rezept, das der Arzt dem Patienten aushändigt, wird das E-Rezept in einer Cloud im Internet abgelegt. Mit Hilfe der Gesundheitskarte des Patienten erhält die jeweilige Apotheke dann Zugang zu dem Rezept.
„In der Regel gibt es immer noch einmal in der Woche einen Systemabsturz“, beklagt Henning Ueberschaar. Dann sei – zum Ärger von Patienten und Apotheken – kein Zugriff auf die Rezepte möglich. Hinzu komme, dass nicht jede Ärztin oder jeder Arzt die E-Rezepte so zeitnah in der Datenbank im Internet hinterlegt, dass Patienten die ihnen verschriebenen Präparate unmittelbar nach der Behandlung auch schon in einer Apotheke abholen können. Christof Ueberschaar: „Insofern sind wir ganz froh, dass die Arztpraxis bei uns im Haus die meisten Rezept noch auf Papier ausstellt.“
Neue Technik zum 1. Januar
Sorge bereitet nicht nur den Apothekerinnen und Apothekern eine Umstellung zum 1. Januar nächsten Jahres. Dann soll eine neue Verschlüsselungstechnik für die Übertragung der medizinischen Daten zum Einsatz kommen. Arztpraxen, denen es nicht gelingt, bis dahin die neue Technik einzurichten und zu testen, können für eine bestimmte Zeit keine E-Rezepte mehr ausstellen. „Nach aller Erfahrung hakt es bei solchen Umstellungen ja häufiger mal“, sagt Ueberschaar. „Wir sind mal gespannt.“
Hooksiel/Horumersiel (26. 11. 2025) – Auch in diesem Jahr lädt die Wangerland Touristik am zweiten und dritten Advent zur plattdeutschen Lesung „Advent op Platt“ ein. Einheimische und Gästen dürfen sich auf besinnliche und heitere Vorweihnachtsstunden freuen. In gemütlicher Atmosphäre werden die Wangerländer Urgesteine Wieland Rosenboom (Foto) und Kurt Brandenburg Geschichten auf Plattdeutsch vorlesen und das Publikum mit humorvollen und nachdenklichen Erzählungen verschiedener Autoren begeistern.
Angesetzt sind die Lesungen für Sonntag, 7. Dezember, in der Bücherei in Horumersiel und für Sonntag, 14. Dezember, im Saal des Gästehauses in Hooksiel. Die Vorstellungen beginnen um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, jedoch freut sich die Wangerland Touristik über eine großzügige Spende. In diesem Jahr sollen die Einnahmen an das Friedel-Orth-Hospiz in Jever gehen.
Die Spenden, sowie die Erträge aus dem Glühwein- und Punschverkauf kommen vollständig in den Spendentopf.
Der Besuch der Veranstaltung ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Aufgrund der hohen Beliebtheit der Veranstaltung ist schnelles Handeln gefragt. Kostenfreie Eintrittskarten sind erhältlich in den Tourist-Informationen in Horumersiel und Hooksiel oder online unter wangerland.de.
Hooksiel (25. 1. 2025) – Der FC Nordsee Hooksiel ist seit einigen Wochen Geschichte. Durch die Verschmelzung mit Eintracht Wangerland und Rot-Weiß Tettens ist der FCN heute Teil des Sport-Club Wangerland (SCW). Das traditionelle „FCN Hafenfest“, das in diesem Jahr zum 42. Mal am Alten Hafen in Hooksiel gefeiert wurde, soll aber auch künftig ausgerichtet werden – zum Wohle des Vereins, der Hooksieler Bürger und der Urlaubsgäste.
Die Tombola ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein des „FCN-Hafenfestes“. Das Orga-Team sucht hier nach Verstärkung. Archiv-Foto: hol
Bei seiner Abschlussbesprechung hat das Organisations-Team jetzt eine positive Bilanz für 2025 gezogen. Auch in diesem Jahr war das im August gefeierte Fest ein wirtschaftlicher Erfolg. Die Erlöse des weitgehend von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gestalteten Festes waren über Jahrzehnte Garant für sozialverträgliche Mitgliedsbeiträge – und zugleich ein belebender Faktor für die Tourismus-Wirtschaft im Wangerland.
Personelle Lücke schließen
Auch wenn das Orga-Team vor personellen Umbrüchen steht: Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es auch 2026 ein „FCN-Hafenfest“ geben. Mit Mirko Ortmanns und Christian Doyen haben nach jeweils zehn Jahren Arbeit im Hafenfest-Team zwei Aktivposten ihren Rückzug aus dem Gremium bekannt gegeben. Beide versicherten aber, weiterhin helfend mit Rat und Tat zur Seite stehen zu wollen und als Vereinsmitglieder am Festwochenende als ehrenamtliche Arbeitskräfte mitzuwirken.
Das Orga-Team hofft, die personelle Lücke schnell schließen zu können. Interessierte werden gebeten, sich möglichst zeitnah bei Marina Doyen (ma.doyen@t-online.de) oder Hajo Hasbargen (hajohasbargen@t-online.de) zu melden. „Dadurch, dass alle weiteren Mitglieder des eingespielten Teams auch für 2026 für die Organisation unseres Festes zur Verfügung stehen, ist ein Einstieg für Interessierte nicht sehr kompliziert“, so Marina Doyen. Neue Mitglieder im Orga-Team könnten sich auf das Know-How der ‚alten Garde‘ verlassen, dürfen aber auch gern neue Ideen einbringen.
Organisator für Tombola gesucht
Mit dem Abschied von Ortmanns und Doyen ist insbesondere eine Vakanz bei der Organisation der FCN-Tombola entstanden, deren Erlöse bislang ein wichtiges wirtschaftliches Standbein des FCN-Hafenfestes waren. „Unsere Tombola kann mit seinen beinahe sicheren Einnahmen auch mal ungeplante Lücken ausgleichen“, so Marina Doyen und Hajo Hasbargen. „Es wäre wirklich toll, wenn jemand zu uns stößt, der die Organisation der Tombola in die Hand nehmen möchte.“
Die Organisatorin oder der Organisator dürften gern eigene „Adjutanten“ mitbringen, könnten aber auch mit der Unterstützung durch andere Vereinsmitglieder rechnen. Da aber gerade die Tombola eine gewisse Vorlaufzeit benötigt, sollten Interessierte sich möglichst bald melden.
Wangerland/Minsen (25. 11. 2025) – Das Nationalpark-Haus in Minsen bietet spannende Einblicke in die Natur und Tierwelt des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer – auch während der eingeschränkten Winteröffnungszeiten. Darauf weist die Wangerland Touristik GmbH hin. Besuchergruppen dürfen sich auf die interaktive Ausstellung und Mitmach-Aktionen freuen.
Das Nationalpark-Haus in Minsen bietet spannende Einblicke in das Leben im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Archiv-Foto: hol
Das Nationalpark-Haus Minsen ist bis zum 21. März 2026 in der Winterpause. Während dieser Zeit bleibt das Haus für den allgemeinen Besuch geschlossen. Ausgenommen sind die Tage vom 27. Dezember bis 10. Januar, an denen das Haus täglich von 11 bis 15 Uhr geöffnet ist. Allerdings: Am 31. Dezember und 1. Januar bleibt das Haus geschlossen.
Für Gruppen sind weiterhin Führungen nach vorheriger Absprache möglich. Interessierte können unter Telefon 04426/ 904 700 Termine vereinbaren.