Hooksiel (16. 10. 2026) – Die Entscheidung über den geplanten Umbau des Badestrandes in Hooksiel verzögert sich. Noch im Sommer war man im Rathaus in Hohenkirchen davon ausgegangen, dass die notwenigen Beschlüsse über die Finanzierung des um 16 Millionen Euro teuren Projektes aus dem Kohlestrukturfonds in diesem Herbst fallen könnte.

Inzwischen ist klar: Die erforderliche Zustimmung vom friesländischen Kreistag und dem Rat der Stadt Wilhelmshaven fällt voraussichtlich erst im Winter oder auch erst in 2027. In beiden Gremien stand das Thema noch nicht auf den Tagesordnungen. Da Kreistag und Rat sich im November erst einmal neu konstituieren, ist unklar, wann sich die politischen Gremien zu einer Entscheidungen in der Lage sehen.
Gemeinde noch zuversichtlich
Torsten Meuer, Leiter der Abteilung Bautechnik im Rathaus, ist aktuell noch zuversichtlich, dass eine Entscheidung so rechtzeitig fällt, dass das erforderliche Planfeststellungsverfahren zügig anlaufen kann. Die Gemeinde habe man die Ausschreibung für die Fachbüros für das Planfeststellungsverfahren soweit vorbereitet, dass sie sofort auf den Weg gebracht werden kann – sobald die Finanzierungszusage vorliegt. Die Wartezeit nutzte man dafür, die Antragsunterlagen weiter zu optimieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist nach den Worten von Meuer die Prüfung, ob es auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten für das Projekt gibt.
„Für die Befassung der Entscheidungsgremien des Kohlestrukturfonds müssen die Anträge ausgereift sein, das heißt über das Stadium einer reinen Projektskizze hinausgehen und einen detaillierten Planungsentwurf sowie nachvollziehbare Kostenschätzungen enthalten“, betont der Landkreis Friesland auf Anfrage von „Hooksiel-life“. Erst dann würden sich die Gremien des Strukturfonds und des Landkreises damit befassen.

Bei der Gemeinde sieht man diesen Teil der Vorbereitung einer finalen Beschlussfassung bereits als erledigt an. Eine über Monate unter Federführung des Hooksieler Ratsherrn Dieter Schäfermeier tagende Arbeitsgruppe hat bereits eine detaillierte Machbarkeitsstudie vorgelegt.
Zustimmung aus Wilhelmshaven erforderlich
„Das Projekt Strandaufspülung in Hooksiel ist dem Rat der Stadt Wilhelmshaven bislang noch nicht vorgestellt worden“, teilt die Stadtverwaltung mit. Somit sei bislang auch keine Beschlussfassung möglich gewesen. „Eine Zustimmung des Rates ist jedoch zwingende Voraussetzung für eine mögliche Förderung eines Projektes aus Mitteln des Kohlestrukturfonds“.
Dass es in Wilhelmshaven bei vergleichbaren Projekten schnell gehen kann, hat der Rat der Stadt erst in dieser Woche bewiesen. So stimmte das Gremium auf einer Sondersitzung dem Ankauf von ehemals vom Chemiekonzern ICI genutzten Flächen auf dem Rüstersieler Groden Süd zu. 90 Prozent der Kosten von rund 35,5 Millionen Euro sollen aus Mitteln des Kohlestrukturfonds abgedeckt werden.
Massives Deckwerk geplant
Durch den geplanten Strandumbau soll der Hooksieler Badestrand dauerhaft gesichert werden, der in Höhe des Strandhauses 1 durch Strömungen und Sturmfluten über Jahren gut 200 Meter an Tiefe verloren hat. Um den Strand dauerhaft zu sichern, soll ein massives, 680 Meter hohes Deckwerk gebaut werden.
Das Bauwerk aus vergossenen Wasserbausteinen würde sich vom Standhaus 1 in einem Bogen um Strandhaus 2 herum erstrecken. Es soll den dahinter liegenden Sand schützen und zugleich als Promenade zum Flanieren einladen. Treppendurchlässe würden den Weg zum Wasser und zum Watt barrierefrei ermöglichen.
Wangerland hat kein Geld
Der Badestrand gilt als Herzstück des touristischen Angebotes des Ortes. Zugleich wird er von vielen Bürgern aus Wilhelmshaven und Friesland als Naherholungsgebiet genutzt. Als ein Baustein für die Finanzierung liegt der Gemeinde Wangerland als Bauherrin bislang eine Förderzusage des Landes Niedersachsen über 3,5 Millionen Euro als Mitteln der Tourismusförderung vor. Die Restsumme müsste über den Kohlestrukturfonds finanziert werden, da der Haushalt der Gemeinde Wangerland keine Spielräume für eine Großinvestition bietet.
Der vom Bund mit insgesamt 157 Millionen Euro gespeiste Kohlestrukturfonds soll Infrastruktur-Projekte im Raum Wilhelmshaven und Umland ermöglichen, die die wirtschaftlichen Nachteile ausgleichen, die der Region durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung entstehen.











