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Gerd Abeldt Hooksiel-life

Beitrage veröffentlicht von “Gerd Abeldt”

Gründer und Redaktionsleiter von „Hooksiel-Life“

Erneute Pleite für Tennis-Herren

Hooksiel (17. 6. 2024) – Auch im dritten Spiel der Tennis-Saison reichte es für Herren ü50 des FCN Hooksiel in der Regionsliga nicht für den ersten Punktgewinn. Beim TuS Ofen im Ammerland unterlag das Team um Mannschaftsführer Mirko Ortmanns mit 0:6 deutlicher als nötig. Mit etwas mehr Spielglück wäre sogar ein Unterschieden möglich gewesen.

Die Hooksieler reisten erneut ohne ihre drei leistungsstärksten Spieler an, die alle verletzungsbedingt passen mussten. Dennoch schlug sich Torsten Csikos, Nummer vier der Setzliste, im Spitzeneinzel hervorragend. Nachdem er den ersten Satz denkbar knapp mit 6:7 verloren hatte, lag er im zweiten schon mit 5:3 vorn. Am Ende hieß aber auch hier nach über zweieinhalb Stunden Spielzeit 5:7 für den Ofener. 

Die drei übrigen Einzel gingen mehr oder weniger deutlich an die Heimmannschaft. Mirko Ortmanns unterlag 4:6, 1:6, Gerd Abeldt 2:6, 0:6 und Torsten Riedel 2:6, 3:6. Das dennoch etwas drin gewesen wäre, zeigten die Doppel, die beide erst im Matchtiebreak des dritten Satzes verloren wurden. Csikos/Abeldt unterlagen 7:6, 4:6, 10:12, wobei sie einen eigenen Matchball nicht verwerten konnten. Ortmanns/Riedel hatten bei ihrem 6:4, 5:7, 6:10ebenso knapp das Nachsehen. 

Die ü50 geht mit 0:6 Punkten in die Sommerpause. Die nächsten Spiele werden im August und September ausgetragen.

Die Damen-Mannschaft des FCN siegte unterdessen bei ihrem Auswärtsspiel beim MTV-Jever souverän mit 6:0. In den Einzeln punkteten Kiara Krause (6:3, 6:3), Michelle Krause (6:3, 6:4) und Dilber Kocas (6:2, 6:1) sowie im Doppel Kiara Krause/Alina Fiebig (6:2, 6:0). Ein Einzel und ein Doppel gingen kampflos an die Hooksielerinnen, da Jever nur mit drei Spielerinnen angetreten war. Die Damen liegen aktuell mit 5:3 Punkten in der 2. Regionsklasse auf Platz zwei.

Wenn einem ein Flirt den Verstand verwirrt, kann es teuer werden

Friesland/Wangerland (15. 6. 2024) – Liebe macht blind, sagt der Volksmund. So blind offenbar, dass viele Verliebte gar nicht auf die Idee kommen, dass sie vielleicht in eine Liebesfalle tappen. Vor diesem Hintergrund warnt die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland vor der „Love-Scamming“-Masche. Aktuell lägen zwei Anzeigen vor. Allein bei einer der Taten brachten Betrüger eine Geschädigte zu Überweisungen von insgesamt 10.000 Euro. 

Bei der Betrugsmasche suchen sich die „Scammer“ ihre Opfer in Online-Partnerbörsen oder „sozialen“ Netzwerken (Facebook, WhatsApp). Die Täter versprechen nichts ahnenden Opfern die große Liebe, um sie hinterher um ihr Erspartes zu bringen. „Sie schaffen es, sich im täglichen Leben ihrer Opfer unverzichtbar zu machen – und zwar ohne ein einziges Treffen“, warnt die Präventionsbeauftrage der Polizei, Katja Reents. „Sie flirten und umgarnen ihre Opfer bis diese sich in ihr virtuelles Gegenüber verlieben.“ 

Morgens bekomme das Opfer eine romantische Mail, abends werde stundenlang telefoniert oder gechattet. Dann plötzlich gebe es Schwierigkeiten. Reents: „Dann kommt die Frage nach dem Geld, zum Beispiel für eine dringende Operation oder eine andere angebliche Notlage, für die die Opfer Geld überweisen sollen.“ Viele der Verliebten täten das dann auch, da sie zu diesem Zeitpunkt schon von ihrer Internet-Bekanntschaft emotional abhängig seien.

Die Polizei rät dringend dazu, für die Nutzung von Online-Kontaktbörsen oder den digitalen Schriftverkehr mit Unbekannten eine alternative E-Mail-Adresse zu nutzen. So könne man im Fall eines Betruges verhindern, dass der Hauptmail-Account gelöscht werden muss. Bei der Bitte um Geld sollte man auf jeden Fall hellhörig werden. „Überweisen sie niemals Geld an Personen, die sie noch nie von Angesicht zu Angesicht getroffen haben“, so Reents.

Weitere Tipps: Wenn man den Namen seiner Internetbekanntschaft mit dem Zusatz „Scammer“ in die Suchmaschine eingebe, bestätigt sich möglicherweise der Betragsverdacht sehr schnell. Und: Betroffene sollten zur Polizei gehen, auch wenn die Strafverfolgung der mutmaßlichen Liebes-Betrüger „enorm schwierig“ sei, da sie in der Regel aus dem Ausland agieren. 

Das Mitglied des Präventionsteams der Polizeiinspektion Anja Kienetz vom Polizeikommissariat Jever, unter Telefon 04461/7449-181 zu erreichen. Sie ist Ansprechpartnerin für Bürgerinnen und Bürger aus dem nördlichen Landkreis Friesland.

Ausbildung in Hooksiel: Von der Liebe zum Holz zur Zimmerin

Hooksiel (15. 6. 2024) – Machmal sind es die kleinen Dinge, die die Weichen für ein ganzes Leben stellen. Etwa bei Geesche Erdwin. Die 20-Jährige erinnert sich noch genau daran, dass ihr Vater mit ihr im Garten viele Dinge gebastelt und repariert hat. Daraus sei bei ihr eine große Liebe zum Werkstoff Holz entstanden. 

Geesche Erdwin aus Hooksiel
Auf dem Weg zur Zimmerin: Auszubildende Geesche Erdwien aus Hooksiel. Foto: hol

Heute ist die Hooksielerin auf dem Weg, Zimmerin zu werden. Zimmerin ist die weibliche Form von Zimmerer, ein Beruf der früher fast nur als „Zimmermann“ bekannt war. Da „Zimmerfrau“ als sprachliches Gegenstück wohl in eine falsche Richtung geführt hätte, entstand der Begriff Zimmerin. Auch heute noch sind Zimmerinnen auf Baustellen selten. Das mag an den körperlichen Anforderungen beim Umgang mit schweren Balken und Brettern liegen. „Aber“, so verrät Geesche Erdwiens. „Da gibt es kleine Tricks, wie man schwere Gewicht bewältigen kann.“ Und notfalls packe halt ein Kollege mit an.

Öfter mal hoch hinaus

Zimmereibetriebe bauen, im Gegensatz zu Tischlereien, ganze Häuser oder sanieren Dachstühle. Dabei geht es dann auch schon mal hoch hinauf. Ein gutes Körpergefühl und Fitness sind für den Beruf von Vorteil. Geesche Erdwin hilft dabei ihr Hobby. In der Freizeit ist die junge Frau im Tanzstudio „Let´s dance“ in Wilhelmshaven aktiv.

Geesche Erdwin ist in Hooksiel aufgewachsen. Nach der Grundschule besuchte sie die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Schortens. 2022 legte sie ihr Abitur ab. Danach begann sie eine Lehre als Bootsbauerin. „Eine Fehlentscheidung“, wie sich herausstellte. „Beim Bootsbau spielt heute Kunststoff eine viel größere Rolle als ich gedacht hatte.“ 

Nach der Lehre studieren

Mit Blick auf ihre große Liebe zum Holz wechselte Geesche Erdwien zur Hooksieler Zimmerei Langenhorst, wo sie aktuell im zweiten Lehrjahr auf verschiedenen Baustellen „ihre Frau“ steht und sich auf die Zwischenprüfung vorbereitet. Nach ihrer Lehre, so der Plan, möchte sie gern Architektur studieren. „Aber wenn das nicht klappen sollte, arbeite ich erst einmal als Gesellin. Der Beruf selbst bietet ja auch viele Möglichkeiten.“

Zur dreijährigen Ausbildung gehört der Besuch der Berufsbildenden Schulen in Jever; im ersten Lehrjahr zweimal, danach einmal in der Woche. Ein Schwerpunkt im theoretischen Unterricht bildet neben dem Zeichnen das Fach Mathematik, etwa die Berechnung von Winkeln, Gewichten und der Statik. Hinzu kommt die praktische Ausbildung im Ausbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Jade in Jever. „Natürlich hilft einem eine gute Schulausbildung“, sagt Geesche Erdwin. „Aber die Berufsschule ist sicher auch ohne Abitur gut zu schaffen.“

„Hooksiel-life“ stellt in loser Folge Auszubildende vor, die in Hooksiel eine Lehre machen. Bereits erschienen sind Berichte über einen Einzelhandelskaufmann, eine Medizinische Fachangestellte, einen Maler und zwei Veranstaltungskauffrauen.

Vortrag zu Solarenergie-Systemen

Wangerland/Oldenburg (14. 6. 2024) – Zu einer Informationsveranstaltung rund um Solarsysteme lädt der Energiedienstleister EWE alle Interessierten ein. Die Online-Veranstaltung findet am Montag, 17. Juni, von 19 bis 20 Uhr statt. Solarexperte Michael Märtens informiert, wie die klimafreundliche Technik funktioniert und für wen Solar-Komplett-Systeme aus Photovoltaikanlage, Stromspeicher und Wallbox geeignet sind.

Die meisten Eigenheimdächer sind technisch geeignet und groß genug, um Photovoltaikanlagen für die Stromerzeugung zu tragen. Die Montage sei meist unkompliziert und die Anschaffungskosten geringer als noch vor wenigen Jahren. Zudem verspreche das neue Solarpaket der Bundesregierung Vereinfachung und Bürokratieabbau.

Aber wie genau kommt man zu einer solchen Anlage, einem Stromspeicher oder einer Wallbox fürs E-Auto, was braucht man für Installation und Inbetriebnahme, wie hoch sind die Kosten, welches Solarsystem passt am besten zu den persönlichen Bedürfnissen oder wieviel Strom lässt sich erzeugen? Das sind Fragen, auf die die Veranstaltung Antworten geben soll.

Eine Anmeldung für die Online-Veranstaltung ist bis 16. Juni unter www.ewe-solar.de/onlinevortrag möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Gemeinsamer Schritt von Bund und Land in Richtung Chancengleichheit

Friesland/Wangerland (7. 6. 2024) – Der Bund stellt eine Milliarde Euro pro Jahr für das so genannte „Startchancen-Programm“ bereit. Dieses soll zum Schuljahr 2024/25 mit einer Laufzeit von zehn Jahren starten. Die Länder beteiligen sich in gleichem Umfang. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (Varel) und die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) begrüßen das Projekt. 

Das Geld soll an Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler verteilt werden. In Friesland werden fünf, in Wilhelmshaven acht Schulen bedacht. Es könne nicht sein, dass der Bildungserfolg in Deutschland immer noch stark von der sozialen Herkunft abhänge. „Dem müssen wir entgegenwirken“, so Siemtje Möller. „Wir dürfen das Potenzial der jungen Generation nicht verschenken.“ Das Startchancen-Programm sei ein wichtiger Baustein, den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft entkoppeln und für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen. 

Die Auswahl der geförderten Schulen ist durch das Land Niedersachsen erfolgt. In Friesland werden die Grundschulen am Schloßplatz und in der Osterstraße in Varel sowie die Oberschulen in Jever, Varel und Sande gefördert. Ein Fokus der Unterstützung liegt auf der Stärkung der Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Ziel ist, die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch verfehlen, bis zum Ende der Programmlaufzeit an den Startchancen-Schulen zu halbieren. 

Katharina Jensen bedauert, dass von 2718 Schulen in Niedersachsen nur 390 Schulen gefördert werden. Das seien lediglich 14,3 Prozent. Die CDU-Abgeordnete fordert die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) auf, sich beim Bund für eine Ausweitung des Programms einsetzen. 

Das Startchancen-Programm umfasst drei Säulen: Investitionen, Chancenbudgets und Personal. „Wir begrüßen den Sozialindex grundsätzlich. Allerdings sollten die Mittel aus der zweiten Säule des Startchancen-Programms ebenfalls für das Personal eingesetzt werden. Zudem sollten die Personaleinstellungen aus der dritten Säule möglichst schnell umgesetzt werden, also spätestens zum neuen Schuljahr 2024/2025“, sagt Katharina Jensen. Insgesamt sei das Programm aber der „richtige Schritt, um den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft zu entkoppeln und Chancengerechtigkeit zu fördern“.

Transparenter Neubau am Alten Hafen könnte Tor zum Ort werden

Bauplan für Alten Hafen
So oder ähnlich könnte nach den Plänen des Bauunternehmers Bodo Rothert das Grundstück des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses am Alten Hafen gestaltet werden. Repro: hol

Hooksiel (13. 6. 2024) – „Ja, so könnte das Areal am Alten Hafen einmal aussehen …“. Das war der einvernehmliche Tenor in der Diskussion der Runde von Hooksielern, die sich am Mittwochabend im Awo-Heim traf. 

Der Plan: Das ehemalige Feuerwehrgerätehaus mit angegliedertem Wohnhaus wird komplett abgerissen. Als Ersatz entstehen auf der auch heute bebauten Fläche zwei neue Klinkergebäude, die sich an der Höhe der benachbarten Packhäuser orientieren. In Richtung „Schwarzer Bär“ wird das Ensemble verlängert durch einen transparenten, weitgehend gläsernen Anbau. 

Restaurant mit Treppe zum Hafen

Untergebracht werden könnten dort nach den Vorstellungen des Wilhelmshavener Bauunternehmers Bodo Rothert ein Restaurantbetrieb, einige Hotel-Zimmer, vielleicht auch eine öffentliche Toilettenanlage. „Das Restaurant würde im ersten Obergeschoss liegen, mit freiem Blick auf den Alten Hafen“, so Rothert, nach dessen Plänen der gesamte Komplex eine Art Eingangstor zum historischen Hafen und damit zum Ort werden würde. Das Restaurant müsse ein „Highlight“ werden. Vom Obergeschoss würde eine breite Treppe über die Hochwasser-Schutzmauer hinweg direkt in den Hafen führen. „Dafür müssten die dortigen Parkplätze weichen“, so Rothert. Wichtig wäre es, dass öffentliches Leben am und im Hafen stattfindet.

Rothert stellte seine Vision für den Alten Hafen auf Einladung von Dietrich Gabbey vor einem Kreis von Interessierten aus dem Umfeld des örtlichen Seebadevereins und der Arbeitsgruppe Hooksiel vor. Aktueller Hintergrund: Das laufende Interessenbekundungs-Verfahren, mit dem die Gemeinde Wangerland einen Investor und Käufer für das an die 1000 Quadratmeter große Areal zwischen Lange Straße und Alter Hafen sucht.

Gabbey, Alt-Bürgermeister und einer der Sprecher der Bürgerinitiative Hooksiel, hatte den Kontakt zu Rothert in der Hoffnung gesucht, dass dessen Pläne vielleicht doch noch umgesetzt werden können. Denn, so sagte der Geschäftsführer der Firma Geithner-Bau: „Eigentlich habe ich die Pläne schon abgehakt.“ Gabbey will jetzt möglichst schnell zwischen Bürgermeister Mario Szlezak und dem potenziellen Investor ein Gespräch vermitteln, damit dieser sein Projekt viellicht doch noch in die Interessenbekundung einbringt.

Gespräche schon seit 2019

Derzeit sieht es danach nicht aus. Schon seit 2019 steht Rothert in Kontakt mit dem Bauamt der Gemeinde. Man habe über den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses gesprochen und auch über die künftige Bebauung des frei werdenden Areals am Alten Hafen. 2022 hätte sich diese Idee dann verfestigt. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister und der Geschäftsführung der Wangerland Touristik habe er den Eindruck gehabt, dass seine Pläne sehr gut ankommen. Es sei ihm sogar geraten worden, auf den zweigeschossig geplanten Bau noch eine Etage draufzusetzen.

Konkrete Rückmeldungen oder Planungen von Seiten der Gemeinde habe es aber nicht gegeben. Im Frühjahr 2023 sei dann bei einer Behördenbegehung des Alten Hafens die Rede davon gewesen, dass zunächst noch Gutachten eingeholt werden müssten. „Da wurde mir schlecht und ich wusste, dass es noch mehrere Jahre dauern würde, bis der erste Spatenstich gesetzt wird“, sagte Rothert. „Danach habe ich mich auf andere Projekte konzentriert, die zum Teil schon in der Umsetzung sind.“

Preiserwartung fürs Grundstück unrealistisch?

Kritisch sieht der Bauunternehmer nicht nur die Zeitachse der Gemeinde. Auch die Preisvorstellungen für das Grundstück, basierend auf ein Gutachten aus dem Jahr 2021, seien mit 480.000 Euro (abzüglich 60.000 Euro Abrisskosten) zu hoch. Nehme man den derzeitigen Bodenrichtwert zur Grundlage, käme man auf etwa 130.000 Euro für das Grundstück. Die Baukosten seien seit 2021 explodiert, die Gastronomie stecke in einer Krise und auch die touristischen Perspektiven seien ungewiss. Bei seinen Kalkulationen sei er von einem Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro ausgegangen. Die Prognose von Rothert: „Es wird schwer für die Gemeinde, einen Investor zu finden, der den Preis zahlt.“

Das ist auch eine der Sorgen, die Dietrich Gabbey umtreiben. Bodo Rothert habe Wurzeln in Hooksiel. Sein Großvater hat im Sielort das Bauunternehmen gegründet. Sein Vater Hermann Rothert hat kurz vor einem Tod noch ein Hooksiel-Buch geschrieben. Der Familie gehören noch Immobilien im Ort. „Herr Rothert wollte durch sein Projekt dem Ort etwas zurückgeben.“

Gabbey: Bürger in Planung einbinden

Gabbey warnt vor einem Verkauf des Grundstücks an Investoren, die lediglich ihren Profit maximieren wollen, indem sie zum Beispiel (Ferien-)Wohnungen bauen, die dann weiter verkauft werden sollen. Wichtig bei der Auswahl eines Projektes sei die Meinung der Hooksieler. „Wir sind die Bürger vor Ort, die damit leben müssen.“ Die Runde vereinbarte, die Planungen für den Alten Hafen weiterhin intensiv begleiten zu wollen.

Konsequente Trennung von Schwarz und Weiß schützt Feuerwehrleute

Feuerwehr-Auschuss
Der Feuerwehrausschuss des Gemeinderates zeigte sich von den vielen guten Ideen beeindruckt, die im neuen Feuerwehrgerätehaus in Hooksiel umgesetzt wurden. Foto: hol

Hooksiel (12. 6. 2024) – Zwar sind die Restarbeiten am neuen Feuerwehrgerätehaus in Hooksiel auch einen guten Monat nach der offiziellen Einweihung des Gebäudes noch nicht abgeschlossen. Dennoch konnten die Mitglieder des Feuerwehrausschusses des Wangerländer Gemeinderats vor Ort einen guten Eindruck davon gewinnen, wie die Millionen-Investition zum Wohle der ehrenamtlichen Feuerwehrleute und des Brandschutzes eingesetzt wurden. 

Ortsbrandmeister Jörg Nöchel und Gemeindebrandmeister Eike Eilers stellten den Neubau vor: Die geräumige Halle für die Feuerwehrfahrzeuge mit Waschplatz vor der Tür, die verschiedenen Lagermöglichkeiten, den nach Frauen und Männern getrennten Umkleide- und Sanitärbereich, die Aufenthalts- und Besprechungsräume, die von den Aktiven, aber auch von den Mitglieder der Jugendfeuerwehr und der Altersabteilung genutzt werden. Was noch aussteht, sind vor allem Teile der Pflasterarbeiten im Umfeld. 

Als wichtige Neuerung betone Eilers die konsequente Trennung „des weißen und des grauen Bereichs“. Feuerwehrleute, die zum Beispiel nach einem Brandeinsatz mit verrußter Ausrüstung ins Gerätehaus zurückkehren, können die getragenen Sachen separat ablegen und die Duschen erreichen, ohne mit dem Ruß ihre Zivilbekleidung zu kontaminieren. Nöchel verwies auf Studien, die gezeigt hätten, dass vom Einsatz mit nach Hause gebrachte Schadstoffe in der Vergangenheit zu einer erhöhten Krebserkrankungsrate bei Feuerwehrleuten und deren Angehörigen geführt haben. 

Eilers stellte dem Ausschuss im Anschluss an die Gebäudebegehung das Einsatzgeschehen in den ersten Monaten des Jahres vor. Herausragend dabei der Großbrand auf der Hofstelle Gronhuse, bei dem das Haupthaus und ein angrenzender Stall komplett abbrannten, aber weder Menschen noch Tiere zu Schaden kamen. Insgesamt verzeichnen die sieben freiwilligen Feuerwehren im Gemeindegebiet im Schnitt zwischen 160 und 180 Einsätze im Jahr. 

Schwierig gestalten sich für die Gemeinde die für die Feuerwehr notwendigen Investitionen. Aktuell, so Eilers, seien vier neue Fahrzeuge im Zulauf. Mehrere Millionen Euro teuer dürfte der geplante Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Hohenkirchen werden. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung sicherte für das Projekt kürzlich ein Grundstück im Gewerbegebiet. Am bisherigen Standort im Ortskern, darüber besteht im Rat inzwischen Einvernehmen, reicht der Platz für eine Erweiterung nicht aus. 

Ratsherr Immo Müller (UWW) scheiterte mit seinem Antrag, die Bauleitplanung für das Gemeinwohl-Grundstück in Hohenkirchen mit Blick auf die finanziellen Engpässe der Gemeinde zurückzustellen. Allerdings, so Holger Ulfers (SPD), werde mit dem Beschluss lediglich das nötige Baurecht geschaffen und noch keine Investitionsentscheidung gefällt. Ulfers: „Das Baurecht verursacht uns keine Bauchschmerzen.“ 

Noch kein Ende des Rechtsstreits um Hallenbad-Restaurant in Sicht

Saal-Hallenwellenbad
Gegenstand des Zivilstreits vor dem Landgericht Oldenburg ist auch die Frage, ob Restaurant und Saal am Hallenwellenbad Hooksiel nahezu betriebsbereit sind oder erhebliche Mängel aufweisen. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (11. 6. 2024) – Auch ein gutes ein Jahr nach der Wieder-Inbetriebnahme des Meerwasser-Hallenwellenbades in Hooksiel ist völlig unklar, wann das dazu gehörende Restaurant wieder öffnet. Bei einer Güteverhandlung vor dem Landgericht Oldenburg wurde heute deutlich, dass sich der Rechtsstreit zwischen der Wangerland Touristik GmbH (WTG) und der Pächterin, der Salzwiesen Gastronomie & Event GmbH, noch mindestens bis ins nächste Jahr ziehen wird, wenn sich beide Seiten nicht gütlich einigen. Dabei ist der Ausgang des Zivilstreits, so wurde aus den rechtlichen Einschätzungen der Richterin Reinhold-Bachelier deutlich, völlig ungewiss.

Ein Hoffnungsschimmer: Im Laufe der mündlichen Verhandlung trat ein Vertreter eines anderen Gastronomen auf, der das Interesse bekundete, das Restaurant betreiben zu wollen. WTG-Geschäftsführer Armin Kanning will dem Interessenten jetzt die Räume zeigen und Gespräche über einen möglichen Pachtvertrag führen. 

Neuer Pächter bekundet Interesse

Eine denkbare Konstruktion: Die WTG schließt mit dem neuen Interessenten einen Pachtvertrag ab. Die Salzwiesen GmbH beendet den Ausbau von Restaurant und Saal und erhält dafür vom neuen Pächter eine Abstandszahlung. Voraussetzung dafür wäre aber wohl, dass die WTG zehn Jahre lang auf Pachtzahlungen für das Hallenbadrestaurant verzichtet. Das habe Kanning, so die Anwältin der Salzwiesen GmbH, auch Carsten Hippenstiel als Vertreter der bisherigen Pächterin in Aussicht gestellt. Eine Zusage dazu könnte er nur im Einvernehmen mit dem Gemeinderat als Gesellschafterversammlung geben, sagte der WTG-Geschäftsführer.

WTG und Salzwiesen GmbH hatten am 1. März 2021, rückwirkende zum 1. Januar 2021, einen auf zehn Jahre angelegten Pachtvertrag unterzeichnet. Für die Pächterin trat stets Carsten Hippenstiel auf, der allerdings nur bis Mitte 2021 Geschäftsführer der Salzwiesen GmbH war. Nachfolgerin wurde dann seine Frau, die gestern aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Verhandlung teilnehmen konnte. Carsten Hippenstiel war zwar vor Ort, wurde von der Richterin aber gebeten, die mündliche Verhandlung nicht direkt zu begleiten, da er noch als Zeuge wichtig werden könnte.

Restaurant am Hallenbad
Ein potenzieller neuer Pächter geht davon aus, das Eiscafé am Hallenwellenbad innerhalb weniger Wochen wieder eröffnen zu können. Gespräche dazu sollen jetzt mit der WTG geführt werden. Archiv-Foto: hol

Hippenstiel baute das Restaurant und den dazu gehörigen Saal komplett um und gestaltete den Außenbereich neu. Inwieweit diese Investitionen im Detail mit der WTG als Eigentümerin abgestimmt waren, blieb unklar. Erschwerend hinzu kam, dass die Planung der neuen Gaststätte in die Hochzeit der Corona-Pandemie fiel. Aufgrund der damals explodierenden Energiepreise hatte die WTG zudem das Bad nach einer Revision und notwendigen Sanierungsarbeiten von Mitte November 2022 bis zum 15. Juli 2023 geschlossen. 

Keine Betriebsgrundlage für Pachtvertrag?

Mit einem geschlossenen Bad wäre aber nach Ansicht der Richterin die Betriebsgrundlage für den Pachtvertrag des Schwimmbad-Restaurants ohnehin entfallen. Fraglich sei, ob vor diesem Hintergrund die fristlosen Kündigungen des Vertrages zum 1. August 2023 überhaupt greifen. Aus Sicht der WTG hatte Hippenstiel mehrfach geforderte Eröffnungstermine verstreichen lassen. Auch Ende Juli 2023 – und damit auch heute noch – sei der Gastrobetrieb weit davon entfernt gewesen, eröffnet werden zu können. Das habe ein Gutachten belegt. Vor Gericht bekräftigte Kanning: „Das Vertrauen zu Herrn Hippenstiel ist völlig dahin.“ Eine weitere Zusammenarbeit mit ihm oder der Salzwiesen GmbH sei aus seiner Sicht ausgeschlossen.

Offen blieb vor Gericht die Frage, inwieweit Hippenstiel im Vorfeld ein verbindlicher Öffnungstermin für das Bad genannt worden war, auf den er seine eigene Eröffnung hätte ausrichten können. Die Salzwiesen GmbH hatte kurz vor Eröffnung des Bades noch einen möglichen Unterpächter präsentiert, der den Betreib hätte übernehmen wollen. Dieser Konstruktion wollte die WTG-Gesellschafterversammlung damals aber nicht folgen.

Küche aus anderem Restaurant ausgebaut

Sollte sich die Kündigung des Pachtvertrags als nichtig erweisen, wäre auch die daran geknüpfte Schadensersatz-Forderung der Salzwiesen GmbH hinfällig. Hippenstiel hatte in einer Exel-Tabelle Investitionen und sonstige Kosten in sechsstelliger Höhe aufgelistet, die er bei einer Trennung ersetzt haben möchte. Aus Sicht von Richterin Reinhold-Bachelier werfen aber viele der aufgelisteten Posten Zweifel auf beziehungsweise sind nicht hinreichend belegt. 

Zum Teil stammten Belege, etwa für den Kauf der Küche, bereits aus dem Jahr 2019 – also aus der Zeit vor Beginn des Pachtvertrages. Der mögliche Grund dafür: Hippenstiel hatte die Küche für ein anderes Restaurant (Casa Grande) erworben. Als sein Engagement in Wilhelmshaven dann scheiterte, ließ er die Küche in Hooksiel einbauen. Völlig unklar sei derzeit auch noch, wie sich der Wert der Gastro-Räumlichkeiten durch die Investitionen verändert hat. 

Verfahren kann sich lange hinziehen

Einen neuerlichen Gerichtstermin wird es erst geben, wenn die vereinbarten Gespräche zwischen WTG und dem Vertreter eines möglichen neuen Pächters geführt wurden. Wie der Interessent sagte, gehe auf der Grundlage von Fotos davon aus, dass das Eiscafe zwei Wochen nach Vertragsabschluss wieder eröffnet werden könnte. Für die restlichen Arbeiten in Küche und Restaurant würde er rund zwei Monate veranschlagen. 

Richterin Reinhold-Bachelier blickte entspannt auf den weiteren Fortgang des Rechtsstreits. Sie gehe Ende des Jahres in Ruhestand. Entweder gebe es vorher eine gütliche Einigung, oder die Kammer müsse eine Entscheidung fällen. Das wäre dann aber eine Aufgabe für einen anderen Kollegen. „Und es gibt dann ja auch noch eine zweite Instanz ….“ 

Weg durchs Wäldchen wieder offen

Bauzaun am Hooksmeer
Der Bauzaun ist abgeräumt. Der Weg ins Hooksieler Wäldchen an der Seeschleuse ist wieder frei. Foto: hol

Hooksiel (11. 6. 2024) – Der Rundweg rund ums Hooksmeer ist wieder passierbar. Wie Mathias Lüdicke, Leiter der NPorts-Niederlassung Wilhelmshaven, gegenüber „Hooksiel-Life“ sagte, sind die Sicherungsarbeiten an der Dammstelle nach der Hooksieler Schleuse abgeschlossen. 

Die landeseigene Hafengesellschaft als Grundeigentümerin hatte dort den Zugang zum „Hooksieler Wäldchen“ auf der Südseite des Hooksmeeres einige Monate lang abgeriegelt, weil die Dammstelle über den Rhynschloot Undichtigkeiten aufwies. Die Ursache für die Aus- und Unterspülungen musste beseitigt werden. 

Die Sperrung des Weges sei ausschließlich aus Gründen der Verkehrssicherheit vorgenommen worden, so Lüdicke. „Wir wollten in Absprache mit der Landesforstverwaltung verhindern, dass sich dort jemand verletzt.“ Jetzt können Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Dammstelle wieder sicher überqueren.

Kommentar: Späte Beteiligung der Bürger ist gewagter Balanceakt

Von Gerd Abeldt

Hooksiel steht vor einer wichtigen Weichenstellung. Was wird aus dem Grundstück Lange Straße 8, das über 40 Jahre lang von der Freiwilligen Feuerwehr als „provisorisches“ Feuerwehrgerätehaus genutzt wurde? Das Grundstück liegt in direkter Nachbarschaft zu den historischen Packhäusern und dem Alten Hafen, gleichsam dem touristischen Markenkern von Hooksiel. Was auch immer dort entsteht: Es wird den Ortskern und damit die weitere Entwicklung des Ortes prägen.

Dass die Feuerwehr den Altbau Anfang dieses Jahres verlassen würde, stand seit zwei Jahren fest. Auch wenn das Bauamt der Gemeinde mit massiven Personalproblemen zu kämpfen hatte, ist es nur schwer nachzuvollziehen, warum die Debatte über eine künftige Nutzung erst jetzt beginnt. Zumindest die Willensbildung bei Politik und Hooksieler Bevölkerung über die Zukunft des Grundstücks hätte längst abgeschlossen sein können

Die Gemeinde Wangerland hat einen anderen Weg gewählt. Sie sucht jetzt – ohne vorher über mögliche Projekte vor Ort diskutiert zu haben – nach Investoren, die eine gute Idee für eine „touristische Nutzung“ haben. Das ist ein gewagter Balanceakt. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass bereits konkrete Investitionsvorhaben im Wangerland im Rahmen der Umsetzung am Widerstand der Bürger scheitern.

Nun gut. Warum soll es nicht auch Vorschläge von Investoren geben, die den Bürgern gefallen? Voraussetzung dafür ist es, erst einmal überhaupt Interessierten zu finden. War es vor diesem Hintergrund wirklich klug, das Bekundungsverfahren auf den Nordwesten zu beschränken? 

Oder gibt es vielleicht schon Investoren, die in den Startlöchern stehen? Denkbar wäre es. Dem Vernehmen nach hatte schon vor über einem Jahr ein Bauunternehmer mit Hooksiel-Bezug erste, gute Vorschläge für ein touristisches Projekt am Alten Hafen ausgearbeitet. Ob die Pläne noch aktuell sind? In wenigen Wochen werden wir es wissen.

Sie haben auch eine Meinung zu dem Thema? Schreiben Sie uns gern eine Email an die Adresse infos@hooksiel-life.de mit dem Betreff „Leser-Meinung