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Gerd Abeldt Hooksiel-life

Beitrage veröffentlicht von “Gerd Abeldt”

Gründer und Redaktionsleiter von „Hooksiel-Life“

Frühlingsfest am Hooksieler Maibaum

Maibaum in Hooksiel
Der Schmuck ist angelegt. Der Hooksieler Maibaum kann am Dienstag, 30. April, am Alten Hafen aufgestellt werden. Foto: hol

Hooksiel (28. 4. 2024) – Es wird wärmer. Ein weiterer deutlicher Hinweis, dass der Frühling da ist: In Friesland schießen Maibäume aus dem Boden. Auch in Hooksiel. Die Dorfgemeinschaft stellt am Dienstag, 30. April, am Alten Hafen ein wunderbar geschmücktes Exemplar auf. Zu der Traditionsveranstaltung sind alle Hooksieler und deren Gäste eingeladen.

An diesem Sonnabend haben Mitglieder der Dorfgemeinschaft, des FC Nordsee Hooksiel, der Initiative „Weil wir Hooksieler sind“ und der Wilhelmshavener Kinderhilfe (WiKi) in einer Halle der Zimmerei Langenhorst den stattlichen Baum mit viel Grün und bunten Blumen geschmückt. Die Blüten hatten Bewohner des WiKi-Wohnheims bereits im Vorfeld gebastelt.

Am Dienstag ab 16.30 Uhr soll die Fichte vom ZOB in der Ortsmitte quer durch Hooksiel zum Alten Hafen getragen werden. Begleitet von Feuerwehrleuten, möglichst vielen Bürgern und vielleicht auf von Musik. Gegen 17 Uhr wird der 15 Meter lange Baum dann am Hafen „gepflanzt“. Ein erfahrungsgemäß nicht ganz einfaches Unterfangen. Danach muss er bis zum Morgen des 1. Mai bewacht werden, damit er nicht „geklaut“ werden kann.

Am Alten Hafen sorgen Hooksieler Vereine und Institutionen bereits ab 16 Uhr für Speis und Trank. Das Wetter soll mitspielen. Meteorologen erwarten über 20 Grad. Beste Voraussetzungen also für ein schönes Frühlingsfest. 

Bürokratie und Tierwohl-Investitionen belasten deutsche Landwirtschaft

Friesland/Wangerland (27. 4. 2024) – Hohe Naturschutz- und Tierwohlauflagen hier, Wettbewerbsverzerrungen und massiver Bürokratie-Ballast dort. Hat die die deutsche Landwirtschaft noch eine Zukunft? Darum sorgt sich die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen aus dem Wangerland. Eine ihrer Erkenntnisse nach einer Expedition mit dem Agrarausschuss des niedersächsichen Landtags nach Spanien: „Die Politik steht da viel geschlossener hinter ihren Landwirten, auch die linken und grünen Parteien.“

Gebühren-Regelung ein Unding

Szenenwechsel: Auf einer Weide in Schortens kalbt eine Kuh. Das Tier liegt auf dem Boden, das Kälbchen bahnt sich seinen Weg in die Welt. Ein Passant kommt vorbei, erlebt die Geburt – und alarmiert das Veterinäramt. Mitarbeiter der um das Tierwohl besorgten Behörde besuchen den Landwirt, der inzwischen seine Kuh in den Stall geholt hat. Das Fazit der Kontrolleure: „Alles in Ordnung.“ Aber die Rechnung für ihren Besuch muss der Landwirt zahlen.

„Ein Unding“, sagt Hilmar Beenken, selbst Landwirt in Jever und als Stimme der Milcherzeuger Mitglied im Vorstand Kreislandvolk-Verbandes Friesland. „Das ist so, als würde mein Nachbar die Feuerwehr zu mir schicken und ich müsste dann die Kosten für den Fehlalarm übernehmen.“ Die Gebühren-Regelung ist Landessache und zeugt aus Sicht von Beenken und Jensen davon, dass es nicht nur auf Bundes- und EU-Ebene Handlungsmöglichkeiten gibt, die den Bauern in Niedersachsen das Leben erleichtern würden.

Agrarausschuss in Spanien
Beim Besuch des Agrarausschusses in Spanien stand unter anderem ein Gespräch mit der deutschen Botschafterin Maria Magarete Gosse (bleue Jacke) auf dem Programm . Daneben die Wangerländer Landtagsabgeordnete Katharina Jensen. Foto: privat

Erst kürzlich hat die CDU-Fraktion im Landtag eine Liste mit 17 Entbürokratisierungs-Vorschlägen vorgelegt. Sie enthält Regelungen, die nach Ansicht von Landwirten und Christdemokraten einfach gestrichen oder doch deutlich erleichtert werden könnten, sowie Vorschläge bestehende Antrags-, Aufzeichnungs- oder Nachweisverpflichtungen zu lockern. „Es ist zum Beispiel doch völlig sinnlos, wenn ein Landwirt für mehrere Behörden dieselben Daten zusammen stellen muss“, sagt Katharina Jensen, die als Frau eines Schweinehalters Einblick in die Praxis hat. „Wen der Bauer mehr Zeit im Büro als bei seinen Tieren verbringen muss, ist da etwas nicht in Ordnung.“

Nitratprobleme auch in Spanien

Zurück nach Spanien. Der Agrarausschuss tauschte sich in Spanien mit Vertretern der Zentralregierung in Madrid, mit Agrarpolitikern in Katalonien sowie mit Vertretern mehrerer Bauernverbände aus. Dabei ging es unter anderem um die Agrarproduktion, aber auch um das vor allem in Südspanien schwierige Wassermanagement. „Das Wasser ist knapp und da stehen Tourismus und Landwirtschaft bei der Wasserversorgung im Wettbewerb.“

Ein wichtiger Produktionszweig der spanischen Landwirtschaft ist die Schweinehaltung. Häufig stünden die Stallanlagen in kargem Umfeld ohne Pflanzen, die die von den Tieren ausgeschiedene Gülle verwerten könnten. „Spanien hat ein Nitratproblem“, sagt Katharina Jensen. Ähnlich dem im Großraum Vechta in Niedersachsen. Die EU drohe mit Strafzahlungen. Aber niemand in der spanischen Politik komme auf die Idee, deshalb die Produktionsbedingungen für die Landwirte durch Auflagen zu verändern.

Handel gibt Kosten nicht weiter

Oder beim Tierwohl. „Das ist praktisch in Spanien kein Thema“, so die CDU-Politkern. Zeitgleich werde in Deutschland über Sonderabgaben wie den „Tierwohl-Cent“ oder eine Anpassung des Mehrwertsteuer-Satzes diskutiert, um die Kosten etwa für Investitionen in tiergerechtere Stallanlagen finanzieren zu können. Das Problem dabei, so Beenken: „Die Kosten bleiben letztlich bei den Landwirten hängen.“ 

Der Handel sei nicht bereit, zusätzliche Abgaben an seinen Kassen weiterzugeben. Hinzu komme, dass nach seiner Einschätzung nur ein Bruchteil der Kunden bereit ist, für gehobene Tierwohl-Standards mehr Geld auszugeben. Das sei ein Nischenmarkt. In den Supermärkten werde überwiegend nach den günstigen Produkten gegriffen. Marktkonform lasse sich das Problem kaum lösen. Bei den Verhandlungen etwa über die Preise für Milch und Milchprodukte, so Beenken, stünden 80 Molkereien nur vier Lebensmittelkonzerne gegenüber.

Eigenversorgung ist nachhaltig

Wer mehr Tierwohl-gerechte Ställe wolle, so Katharina Jensen, sollte ein Programm für einfache und unbürokratische Investitionsförderung auflegen. Allein jedenfalls könne die Landwirtschaft die Kosten auf keinen Fall stemmen. Auch auf EU-Ebene verschiebe sich aktuell die Grenze zwischen Ökonomie und Ökologie in der Landwirtschaft zu Gunsten der Wirtschaftlichkeit. Zum einen liege das wohl an den massiven Protesten vor allem französischer Landwirte, so Beenken, zum anderen habe man auch in Brüssel angesichts der verschiedenen globalen Krisen erkannt, dass man bei Lebensmitteln nicht in Abhängigkeit geraten sollte. 

Insofern sei auch für Deutschland die Eigenversorgung wichtig – und auch ökologisch nachhaltig. Beenken: „Es macht keinen Sinn, Lebensmittel, die man vor Ort produzieren kann, Tausende Kilometer durch die Welt zu fahren.“

Leo Beninga gibt im Künstlerhaus Einblick in Welt des Wunderbaren

Ausstellung Leo Benninga

Hooksiel (26. 4. 2024) – Er ist im Jeverland kein Unbekannter. Leo Beninga, Jahrgang 1971, aus Hamburg. Am Sonntag, 5. Mai, um 11.15 Uhr wird im Künstlerhaus Hooksiel seine Ausstellung „Friesisches Orakel“ eröffnet. Dazu wird Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann die Gäste begrüßen.

In seiner Ausstellung zeigt Leo Beninga neben Bildern auch Objekte und Gedichte, da er sich in jüngste Zeit diesen Ausdrucksformen verstärkt gewidmet hat. „In beiden Disziplinen weiß er zu irritieren wie zu überraschen, beide Metiers ergänzen seine Malerei auf überzeugende Weise“, heißt es in der Ankündigung des Künstlerhauses. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. 

Leo Beninga ist ein Künstlername. Der dahinter steckende Gestalter zeigt eine Welt des Wunderbaren, in der verschiedenartige Elemente durch eine geheimnisvoll-dunkle Atmosphäre verbunden sind. Im Werk des Malers finden sich Bezüge zu diversen Kunststilen, vor allem zum Surrealismus und Neoexpressionismus. 

Beninga lebt seit den 1990er Jahren in Hamburg, stammt jedoch ursprünglich aus Jever und malt bisweilen auch im Wangerland. Seine Bilder waren nicht nur in zahlreichen Einzelausstellungen in Hamburg, Bremen und Wien zu sehen, sondern auch in Madrid und Paris. 

Die Ausstellung „Friesisches Orakel“ wird bis zum 9. Juni täglich (außer montags) von 14 bis 18 Uhr im Künstlerhaus in der Langen Straße 16 zu sehen sein. Der Eintritt ist frei. 

Hooksieler können ihre Vorstellungen von einem Kurpark einbringen

Hooksiel (26. 4. 2024) – Die Meinung der Hooksieler ist gefragt. Und die Meinung all jener, denen der Sielort ans Herz gewachsen ist, etwa als Urlaubs- oder Ausflugsziel. Konkret geht es um die Umgestaltung des Gästehaus-Geländes zu einem Kurpark. Hierzu schreibt Alina Zoch, Studierende der Leibniz-Universität in Hannover im Masterstudiengang für Umwelt- und Regionalplanung, mit Vertiefung in den Bereichen Landschaftsplanung und Naturschutz, aktuell ihre Masterarbeit.

Alina Zoch am Gästehaus Hooksiel
Wie könnte und sollte ein Kurpark am Hooksieler Gästehaus aussehen? Diese Fragen will die angehende Landschaftsplanerin Alina Zoch im Rahmen ihrer Masterarbeit angehen. Foto: sur

Teil der wissenschaftlichen Arbeit ist eine empirische Erhebung zu den Erwartungen der Hooksieler Bürger und ihrer Gäste. In einem zweiseitigen Fragebogen geht es unter anderem darum, was Nutzer von einem Kurpark erwarten, wie er aus Sicht der Bürger gestaltet sein müsste (Spazierwege, Pflanzen, Sitzgelegenheiten etc.) und welche Einrichtungen (Spielplatz, Café, Fitnessgeräte etc.) auf dem fünf Hektar großen Gelände untergebracht werden sollten. Alina Zoch: „Die Meinung der Menschen ist sehr wichtig, damit der Kurpark besser gestaltet und den Bedürfnissen gerecht werden kann.“

Fragebögen liegen aus

Die Frageböden liegen demnächst im Gästehaus an der Batterie sowie in der Apotheke am Ärztehaus aus. Nach weiteren Verteilpunkten wird noch gesucht. Die ausgefüllten Fragebögen müssen innerhalb von vier Wochen wieder zurückgegeben werden, damit die 30-jährige Hannoveranerin sich an die Auswertung machen kann. Bis zum 17. Juli muss sie ihre Masterarbeit abgeben.

Die Ideenentwicklung für die Planung eines Hooksieler Kurparks hat große praktische Relevanz. Das haben jetzt in einer Pressekonferenz Dietrich Gabbey, Günter Schmöckel, Uwe Diekmann und Christof Ueberschaar von der Bürgerinitiative Hooksiel (BI) unterstrichen. Wenn Hooksiel Nordseebad werden will, gehöre dazu auch ein Kurpark. Zumindest im Ortskern selbst gebe es dafür keinen anderen Platz als das von drei Seiten von einer Graft eingefasste ehemalige Batteriegelände, auf dem das Gästehaus mit Tourist-Information und Bücherei, das Awo-Heim sowie ein Spielplatz untergebracht sind.

Wichtig fürs Nordseebad

Schon am 15. Mai wird eine Kommission erwartet, die das potenzielle Nordseebad in Augenschein nehmen wird. Derzeit ist Hooksiel lediglich als Küstenbadeort klassifiziert. Auch wenn die staatliche Anerkennung nicht von der Fertigstellung des Kurparks abhängen sollte, wäre die Konkretisierung der Planung durch eine wissenschaftliche Arbeit aus Sicht der BI ein wichtiges Signal – ans Land, aber auch an die Politik im Wangerland, sich dem Projekt zu nähern.

Alina Zoch wird von der Bürgerinitiative, zur Freunde der BI aber auch von der Wangerland Touristik GmbH (WTG), der Eigentümerin des Areals, unterstützt. So seien ihr sämtliche Unterlagen zur Geschichte des Geländes und zum laufenden Anerkennungsverfahren von Hooksiel als Nordseebad zur Verfügung gestellt worden. Die WTG übernimmt zudem Kosten etwa für Fahrten und Unterbringung der Studentin. Mit Stefan Koch wurde der Akademikerin zudem ein ortskundiger WTG-Mitarbeiter als Coach zur Seite gestellt.

Kurpark gehört zum Gästehaus

Die BI appelliert an die Bürger, sich an der Fragebogenaktion rege zu beteiligen. Die Entwicklung eines Kurparks gehörte mit zur Zukunftsplanung für das Gästehaus insgesamt. Die Initiative hatte bekanntlich im Februar 2021 durch ein Bürgerbegehren die damaligen Verkaufspläne für das Objekt gekippt. Dank der Zustimmung von fast 80 Prozent der Wangerländer Bürgerinnen und Bürger, so Uwe Diekmann. 

„Das Gästehaus samt Kurpark ist genau so wie das Hallenwellenbad ein unverzichtbarer Baustein für die touristische Entwicklung Hooksiels“, betonte Gabbey. Nach dem seinerzeitigen Versprechen, mehr Leben ins Gästehaus zu holen, sei aber bis heute nichts passiert. Mit Blick auf die industrielle Entwicklung in Wilhelmshaven sei es aber wichtiger denn je, die Grundlagen für den Tourismus zu stärken, so Schmöckel.

Finanzierung noch offen

Die Masterarbeit könnte Grundlage für einen künftigen Gestaltungs-Wettbewerb für Planungsbüros werden, so die Hoffnung. Wer wie die Entwicklung eines Kurparks dann bezahlen soll, steht auf einem anderen Blatt. Alt-Bürgermeister Gabbey erinnert daran, dass vor 30 Jahren, bei der Einweihung des Gästehauses, der damalige Landes-Wirtschaftsminister Peter Fischer bereits eine Förderzusage auch für den dazu gehörigen Kurpark gegeben habe. Nach politischem Wechsel im Rathaus der Gemeinde sei dieser Antrag dann aber nie gestellt worden. „Aber vielleicht erinnert sich in Hannover ja noch jemand daran ….“ 

Landkreis Friesland tritt Zukunftspakt für die Küstenfischerei bei

Krabbenfischer Nils Schröder
Nils Schröder geht von Hooksiel aus mit seinem Kutter „Trotz“ auf Krabbenfang. Archiv-Foto: hol

Friesland/Hooksiel (26. 4. 2024) – Der Kreisausschuss des Landkreises Friesland hat einstimmig beschlossen, dass der Landkreis Friesland dem „Zukunftspakt-Küstenfischerei 2050“ beitritt. Das Bündnis aus Kommunen in der Küstenregion sowie Bürgervertretern und Verbänden aus den Bereichen Tourismus und Fischerei setzt sich für den Erhalt der deutschen Küstenfischerei ein.

Bereits im April 2023 hatte der Landkreis sich öffentlich zur Küstenfischerei bekannt, indem er eine Resolution zur Unterstützung der Küstenfischerei auf den Weg brachte. „Die Küstenfischerei ist eine wichtige Tradition in der Region. Der Landkreis Friesland setzt sich für die Fischerinnen und Fischer ein, deren Existenz durch die Pläne auf EU-Ebene teilweise stark gefährdet wird“, sagt Landrat Sven Ambrosy.

Der „Zukunftspakt“ appelliert an die Politik auf Landes-, Bundes- und Europaebene, die Fischereipolitik so anzupassen, dass die Küstenfischerei eine Zukunft hat. Die Küstenfischer sehen sich unter anderem durch eine zunehmende Industrialisierung der Nordsee sowie parallel dazu steigender Umweltschutzauflagen bedroht. Zuletzt lösten Pläne der Europäischen Union einen Proteststurm aus, das Fischen mit Grundschleppnetzen zu untersagen. Für die Krabbenfischer an der deutschen Nordseeküste käme das einem Berufsverbot gleich.

Sonja Janßen verlässt „Nordsee GmbH“

Wilhelmshaven/Hooksiel (26. 4. 2024) – Geschäftsführerin Sonja Janßen verlässt die „Die Nordsee GmbH“. Die Hooksielerin werde zum Jahreswechsel auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen mit Sitz in Wilhelmshaven ausscheiden, heißt es in einer Pressemitteilung im Nachgang zur 50. Gesellschafterversammlung. „Die Nordsee“ betreibt seit 1998 das touristische Dachmarketing für die niedersächsische Nordseeküste. Gesellschafter der GmbH sind sieben Küstenorte, darunter das Wangerland, die Städte Wilhelmshaven und Bremerhaven sowie ein Fährbetrieb. 

Sonja Janßen (Foto) war im Mai 2020 zur Geschäftsführerin des kommunal geprägten Unternehmens berufen worden. Zunächst arbeitete sie parallel dazu noch für den Tourismusverband Nordsee e. V.. Die habe maßgeblich die Gründung der Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (TANO) begleitet, die sich inzwischen um das Destinations-Marketing für die gesamte niedersächsische Küstenregion kümmert, heißt es. 

Bei der „Die Nordsee GmbH“ verantwortete die Geschäftsführerin neben den laufenden Marketing-Aktivitäten die Einführung der digitalen Projekte: Besucher-Managementsystem und digitale Gästekarte. Darüber hinaus verhandelte habe sie die Kooperationsvereinbarung mit der TANO verhandelt, auf deren Basis die „Die Nordsee GmbH“ nun weiterarbeiten wird. „Meine Arbeit für die ,Die Nordsee GmbH‘ ist abgeschlossen. Ich hinterlasse ein gut bestelltes Feld und bin mir sicher, dass die Aufgaben auch künftig in den richtigen Händen liegen“, wird Sonja Janßen zitiert.

Einmalige Chance für junge Leute

Hooksiel (25. 4. 2024) – Die auch für das Wangerland zuständigen Bundestagsabgeordneten werben für den deutsch-amerikanischen Jugendaustausch. Das „Parlamentarische Patenschafts-Programm“ gibt seit 1983 jedes Jahr Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Im Gegenzug sind junge US-Amerikaner zu Gast in Deutschland. In den USA bietet der Kongress entsprechende Stipendien an.

Während die SPD-Abgeordnete Siemtje Möller (Varel) Celina Haake aus Wilhelmshaven viel Erfolg für ihren Aufenthalt in den USA wünschte, sucht CDU-Abgeordnete Anne Janßen (Wittmund) im Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund nach Gasteltern, die bereit sind, einen jungen Amerikaner aufzunehmen.

„Das Programm bietet für viele junge Menschen eine einmalige Chance, einen Teil ihrer schulischen Ausbildung in den USA zu absolvieren“, sagt Siemtje Möller. Sie ist Patin für Celina Haake, die derzeit die 10. Klasse der Cäcilienschule in Wilhelmshaven besucht und ab Sommer für ein Jahr in die USA gehen wird. Celina Haake: „Ich freue mich sehr auf die spannende Zeit in Amerika und diese unglaubliche Chance für ein Auslandsjahr.“ 

Auch Anne Janssen sieht in dem Stipendium eine einmalige Chance für junge Leute aus beiden Ländern. Die Bewerbungsphase für ein Vollstipendium in 2025/26 beginnt am 2. Mai. Zeitgleich werden auch schon deutsche Gasteltern für amerikanische Schüler gesucht. Die CDU-Abgeordnete ist aktuell Gastpatin für drei junge Menschen aus den USA. Die Schüler und Schülerinnen wohnen während ihres Austauschjahrs bei Gastfamilien und besuchen eine örtliche Schule. Anne Janssen: „Die Austauscherfahrung ist für beide Seiten ein unvergessliches Erlebnis.“

Gastfamilie können fast alle werden – ob Alleinerziehende, Patchwork- oder Regenbogen-Familien, ob Paare mit oder ohne Kinder, ob Großstadt oder Dorf. Wichtig, so Janssen, seien Humor, Neugier und Toleranz sowie die Bereitschaft, sich auf ein „Familienmitglied auf Zeit“ einzulassen. 50 neue US-Schülerinnen und Schüler reisen am 7. September 2024 an und bleiben für zehn Monate in Deutschland. Interessierte können sich an die Geschäftsstelle der durchführenden Organisation „Experiment“ in Bonn wenden, per Telefon 0228 95722-41 oder per E-Mail: gastfreundlich@experiment-ev.de.

Deutsche Jugendliche, die sich ab dem 2. Mai für das Programmjahr 2025/2026 für ein Stipendium in den USA bewerben möchten, können sich über Details im Internet unter www.bundestag.de/ppp informieren.

Ausbildung in Hooksiel: Als Maler so richtig in Bewegung sein

Maik Knodel Auszubildender
Ein neuer Fußboden gefällig? Auszubildender Maiko Knodel kann bei den Sanierungsarbeiten schon ordentlich mit anpacken. Foto: hol

Hooksiel (24. 4. 2024) – Es gibt sie, die Liebe auf den zweiten Blick. Auch bei der Berufswahl. Davon berichten kann der Hooksieler Maiko Knodel. Der 17-Jährige ist heute Auszubildender in dem Malerbetrieb seines Vaters. 

Der junge Mann ist in Hooksiel aufgewachsen. Nach der Grundschulzeit wechselte er nach Hohenkirchen an die Oberschule, wo er im vergangenen Jahr seinen Realschulabschluss machte. Plötzlich wurde die Frage aktuell: Welchen Berufsweg schlage ich ein?

„Ich habe schon während meiner Schulzeit anderthalb Jahre lang als Kellner gejobbt“, schildert Maiko im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Auf Dauer wäre das aber nicht das Richtige für ihn gewesen. „Ich brauche eine Beschäftigung mit viel Bewegung, bei der ich mich auch praktisch auspowern kann“, sagt Maiko, der in seiner Freizeit gern als Fahrrad-Artist unterwegs ist und Kraftsport macht, aber auch schon mal am Computer „zockt“, 

Entscheidung nach Praktikum

Beim Schulpraktikum in einer Hooksieler Zimmerei entdeckte er, dass ein Handwerksberuf die richtige Wahl sein könnte. Die Entscheidung fiel dann nach einem freiwilligen Praktikum im Betrieb seines Vaters Marco Knodel. „Das hat richtig Spaß gemacht. Ich habe mich danach entschieden zu fragen, ob ich nicht bei ihm eine Ausbildung als Maler und Lackierer machen kann.“

Bislang hat Maiko seine Wahl nicht bereut. Zweimal in der Woche besucht er die Berufsschule in Wilhelmshaven (ab dem zweiten Lehrjahr ist nur noch ein Unterrichtstag vorgesehen). Die übrige Zeit verbringt der junge Mann mit praktischer Arbeit auf unterschiedlichsten Baustellen. „Ich kann zum Beispiel schon Räume streichen, schleifen, Fenster und Böden versiegeln und Belege verlegen“, sagt Maiko hörbar zufrieden. 

Fachkräftemangel

Für Vater Marco ist sein Sohn inzwischen eine wertvolle Kraft. In seinem Betrieb arbeiten drei fest angestellte Maler, zwei Aushilfskräfte und ein Lehrling. „Die Auftragslage ist gut“, sagt Knodel. Aber der Mangel an Fachkräften sei bei allen Betrieben in der Branche stark spürbar. Ausgebildete Gesellen seien trotz Tariflohn und betrieblicher Zusatzleistungen so gut wie nicht zu finden. Um so wichtiger sei die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Für einen kleinen Betreib mit vielen Privatkunden gehe es dabei nicht nur ums handwerkliche Können, sondern auch um sauberes Arbeiten und korrektes Auftreten vor Ort.

Für Maiko gehört all das inzwischen zum Alltag. Da er noch bei seinen Eltern lebt, kommt er mit der Ausbildungsvergütung von monatlich 770 Euro (im ersten Lehrjahr) gut klar. Und über sein künftiges Auskommen als Maler braucht er sich ohnehin keine Sorgen zu machen. Handwerk hat goldenen Boden, weiß der Volksmund. Und das gilt besonders dann, wenn Fachkräfte rar sind.

„Hooksiel-life“ stellt in loser Folge Auszubildende vor, die in Hooksiel eine Lehre machen. Bereits erschienen sind Berichte über einen Einzelhandelskaufmann und eine Medizinische Fachangestellte.

Konzerne fordern schnellstmöglichen Bau einer Pipeline nach Salzgitter

Wilhelmshaven ((24. 4. 2024) – Die Salzgitter AG und die Uniper SE haben einen Vorvertrag über die Lieferung und Abnahme von grünem Wasserstoff (H2) unterzeichnet. Dieser soll in der von Uniper geplanten Großelektrolyse in Wilhelmshaven produziert werden. Die Inbetriebnahme der Anlage an der Jade ist für 2028 vorgesehen. Der grüne Wasserstoff wird für das Programm „Salcos“ (Salzgitter Low CO2-Steelmaking) benötigt, mit dem die bislang kohlebasierte Stahlproduktion klimafreundlicher werden soll.

Der Wasserstoff soll in laut Pressemitteilung der beiden Konzerne in der im Bau befindlichen Direktreduktionsanlage (DRI-Anlage) in Salzgitter eingesetzt werden.Von den ursprünglichen Plänen, wonach die Salzgiter AG in Wilhelmshaven eine eigene DRI-Anlage mit entsprechender Wertschöpfung vor Ort geplant hatte, ist keine Rede mehr. 

Minister lobt Erfolgsmodell

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (Sande) sieht in den Plänen der Salzgitter AG ein „Erfolgsmodell“ und ein Beispiel dafür, wie „ein guter Markt für Wasserstoff“ entsteht. „Hier kommen ein innovatives Angebot und eine starke Nachfrage zusammen, und durch dieses Projekt wird der abstrakte Begriff „Transformation“ hervorragend sichtbar.“ Durch das Salcos-Programm würden die Salzgitter AG und Uniper einen riesigen Beitrag zur CO2-Reduzierung in Niedersachsen leisten. 

Gegenstand des Vorvertrags sind unter anderem technische und kommerzielle Rahmenbedingungen der Wasserstofflieferung. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit des deutschen H2-Kernnetztes beziehungsweise einer konkreten Pipelineroute von Wilhelmshaven nach Salzgitter könnte Uniper frühestens ab 2028 jährlich bis zu 20.000 Tonnen zertifizierten „grünen“ Wasserstoffs nach Salzgitter liefern. Der Wasserstoff soll mit Hilfe erneuerbarer Energien in der geplanten 200-Megawatt-Elektrolyse produziert werden, die Uniper auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohlekraftwerks in Wilhelmshaven errichten will. 

Stahlindustrie setzt auf Wasserstoff

Die zwingend erforderliche Pipelineverbindung von Wilhelmshaven nach Salzgitter ist müsse schnellstmöglich geschaffen werden, fordern die Konzerne. „Hier müssen sich die Pipeline-Betreiber und die politischen Entscheidungsträger gemeinsam mit der Salzgitter AG und der Uniper SE dringend auf einen beschleunigten Fahrplan einigen.“ Die 20.000 Tonnen Wasserstoff sind nur ein erster Schritt hin zur klimafreundlichen Stahlproduktion. Allein für die erste Stufe des Salcos-Projektes zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion benötige die Salzgitter AG bis zu 150.000 Tonnen jährlich. 

„Grüner Wasserstoff spielt insbesondere bei der Dekarbonisierung der energieintensiven Industrien wie der Stahlindustrie eine entscheidende Rolle“, ist Holger Kreetz, Vorstandssprecher der Uniper SE, überzeugt. Aufgrund des guten Zugangs zu erneuerbaren Energien, insbesondere aus den Offshore-Windparks in der Nordsee, der frühzeitigen Anbindung an das deutsche Wasserstoffpipelinesystem sowie der geplanten Wasserstoffspeicher in Norddeutschland sei Wilhelmshaven der ideale Standort für Unipers „Green Wilhelmshaven“ Projekte. Geplant sei der Ausbau der Elektrolyse bis auf eine Leistung von 1 GW, die eine Wasserstoffproduktion von 100.000 Tonnen pro Jahr ermöglich würde.

Kooperation bei Ammoniak-Logistik

Zusätzlich wird Uniper in Wilhelmshaven ein Terminal für den Import von grünem Ammoniak per Schiff mit einer Output-Menge von mindestens 300.000 Tonnen H2 errichten, das in Wasserstoff umgewandelt und enbenfalls in das deutsche Kernnetz eingespeist werden kann. Erst vor wenigen Tagen hat Uniper im Beisein von Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff mit dem Unternehmen SKW Piesteritz in der Lutherstadt Wittenberg eine Vereinbarung zur wechselseitigen Unterstützung bei der Versorgung, Produktion und Logistik von Ammoniak und Wasserstoffderivaten unterzeichnet. 

SKW Piesteritz, eine Tochter des tschechischen Agrofert-Konzerns, gilt als größter Produzent von Ammoniak und Harnstoff in Deutschland. Uniper soll nachhaltig produzierten Ammoniak liefern. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen unter anderem beim Import über Unipers Importterminal in Wilhelmshaven eng zusammenarbeiten.

Randale an der Hooksieler Tennisanlage: Polizei hofft auf Zeugen

beschädigte Tennishütte
Viel Unrat und einige Schäden haben Unbekannte an der Hooksieler Tennisanlage hinterlassen. Foto: hol

Hooksiel (23. 4. 2024) – Unbekannte haben auf der Hooksieler Tennisanlage in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag ein Saufgelage veranstaltet und dabei Platzanlage und Inventar erheblich beschädigt. Der FC Nordsee Hooksiel hat Strafanzeige erstattet. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und hofft auf Hinweise von möglichen Zeugen. 

Noch bis Samstag 19.40 Uhr hatten Vereinsmitglieder auf einem der gerade für die anstehende Saison hergerichteten Plätze gespielt. Irgendwann danach muss die Gruppe gekommen sein, die sich über den Fußballplatz Zugang zu dem Gelände verschafft hat. Anhand der Spuren vor Ort ist davon auszugehen, dass die Täter mit Fahrrädern unterwegs waren. Mit Blick auf die vor Ort hinterlassenen leeren Flaschen und Becher müssen sie größere Mengen Alkohol transportiert haben.

Schlimmer als der zurückgelassene Unrat sind für den Verein die Schäden am Inventar im Umfeld der Hütte. Stühle wurden zerbrochen, eine Sitzbank und ein Schiedsrichterstuhl beschädigt. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurden Haltepfosten für eines der Tennisnetze. Ob sie bis zum Saisonbeginn instand gesetzt werden können, ist fraglich.

Die Polizei hat vor Ort Spuren gesichert und erste Recherchen angestellt. Zeugen, denen am Samstag, 20. April, ab 19.40 Uhr bis Sonntagmittag etwas Ungewöhnliches auf oder im Umfeld der Platzanlage an der Jaderennbahn aufgefallen ist, mögen sich unter Telefon 04463/808910 melden.

Unabhängig von den Schäden lädt die FCN-Tennisabteilung für den kommenden Samstag, 27. April, ab 13 Uhr alle Vereinsmitglieder zum Antennis ein. Der Trainingsbetrieb für Jugendliche und Erwachsene ist bereits angelaufen. Das erste Punktspiel in Hooksiel ist für den 5. Mai angesetzt.