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Gerd Abeldt Hooksiel-life

Beitrage veröffentlicht von “Gerd Abeldt”

Gründer und Redaktionsleiter von „Hooksiel-Life“

Trotz Wertschätzung für Familien: Krippenplätze werden ab August teurer

Wangerland (26. 3. 2025) – Die Krippenentgelte im Wangerland steigen ab dem 1. August. In einer Kampfabstimmung segnete der Gemeinderat am Dienstagabend mit neun gegen acht Stimmen, bei vier Enthaltungen aus den Reihen der Unabhängigen, die neuen Gebührensätze ab, mit denen gestiegene Kosten etwa für Personal, Gebäudeunterhaltung und Energie abgedeckt werden sollen. 

Die Entgelte für die Betreuung der unter Dreijährigen seien seit 2018 nicht mehr angepasst worden, erläuterte Markus Gellert, der in der Verwaltung für soziale Belange zuständig ist. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem Einkommen der Eltern. Da die entsprechende Staffelung von derzeit 5 auf 16 Stufen erweitert werde, werde das Entgeltsystem gerechter und auch nicht für alle Eltern teurer, so Gellert.

Neue Einkommensstaffel

Bislang mussten zum Beispiel alle Eltern mit einem Nettoeinkommen von über 700 Euro für einen Platz in der Ganztags-Krippengruppe in Hooksiel 317 Euro im Monat zahlen. Künftig wird dieser Betrag erst ab einem Einkommen von 1200 bis 1400 Euro fällig. Für Besserverdienende steigt die Gebühr allerdings auf maximal 506 Euro (ab 2800 Euro Nettoeinkommen). 

Die Verpflegungskosten wurden bereits zum 1. Januar erhöht. Künftig sollen die Entgelte regelmäßig Anfang des Jahres entsprechend des amtlichen Preissteigerungsindex angepasst werden. 

„Alles wird teurer“, sagte Reiner Tammen (Grüne). „Wenn wir den hohen Standard bei unseren Gebäuden und beim Betreuungskonzept halten wollen, müssen wir die Entgelte anpassen.“ Auch den Ratsmitgliedern der Gruppe Gemeinsam fürs Wangerland (GfW) falle die Entscheidung nicht leicht, sagte Alice Brandenburg-Bienek (CDU). Aber es gehe nicht anders. „Und mit der Kostensteigerung beim Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel hat das gar nichts zu tun“, beteuerte Tammen.

Die SPD-Fraktion stimmte geschlossen gegen die Erhöhung. Als „Zeichen der Wertschätzung“ für Familien, so Ratsfrau Stefanie Bremers. Und aus Trotz, wie Fraktionssprecher Holger Ulfers erläuterte. Die Kommune bekomme zu wenig Geld, um ihre Aufgaben zu erfüllten. Sind ihre Haushalte dann nicht ausgeglichen „müssen“ die Rate Entgelte erhöhen. „Aber wir wollen die Eltern nicht weiter belasten.“ Durch die Erhöhung erwartet die Gemeinde Mehreinnahmen in Höhe von rund 15.000 Euro im Jahr.

Schlechte Zahlen solide verpackt

Trotz der Kritik an der Entgelterhöhung segnete die SPD-Fraktion ebenso wie die GfW (CDU/Grüne/FDP) und die Gruppe der Unabhängigen (ZUW) den Gemeindehaushalt für 2025 ab. Das Papier sieht Einnahmen in Höhe von 34 Millionen und Ausgaben von 35,4 Millionen Euro vor. Unter anderem sind Investitionen von über 8 Millionen Euro geplant. Die Gemeinde will dafür Kredite bis zu 6,3 Millionen Euro aufnehmen, was die Schuldenlast der Kommune erhöht. Zum Beispiel soll, so die Hoffnung von Bürgermeister Mario Szlezak, noch in diesem Herbst der 1. Spatenstich für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Hohenkirchen gesetzt werden. Auf der Agenda steht auch die Erweiterung der Grundschule Hohenkirchen.

Für Personalkosten hat Kämmerer Arthur Wichmann für das laufende Jahr 9,9 Millionen Euro angesetzt. Unklar ist noch, inwieweit die schwierige Finanzlage der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) auf den Gemeindehaushalt durchschlägt. Im Haushalt sind für eine möglicherweise erforderliche Kapitalerhöhung vorsorglich 3,5 Millionen Euro eingestellt, die aber erst nach einem gesonderten Beschluss freigegeben werden sollen. Die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern bleiben unverändert. 

Alle Gruppen im Rat dankten der Kämmerei für ihre gute Arbeit bei der Erstellung und Erläuterung des Haushalts. Das Papier sei trotz der schwierigen Rahmenbedingungen „solide aufgestellt“, so Ulfers (SPD). Das Zahlenwerk biete kaum noch Raum für Innovationen, bedauert Alice Brandenburg-Bienek als Sprecherin der GfW-Gruppe. Aber man werde „trotz Bauchschmerzen“ zustimmen. Auch Dieter Schäfermeier, Sprecher der ZUW, sah keinen Grund, das Papier abzulehnen. 

Richterin rät dringend zu gütlicher Einigung über Hallenbad-Restaurant

Hooksiel/Oldenburg (25. 3. 2025) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) als Betreiberin des Meerwasser-Hallenbades Hooksiel und die bisherige Restaurantpächterin, die Salzwiesen Gastronomie & Event GmbH, sollten sich außergerichtlich einigen. So der dringende Appell der Richterin Suzanne Rieckhoff der 1. Zivilkammer am Landgericht Oldenburg an beide Parteien. Damit geht der Streit um die Kündigung des Pachtvertrages in die nächste Runde.

Saal des Hllenwellenbades
Der Saal des Hooksieler Hallenbades wurde vom seinerzeitigen Pächter grundrenoviert. Wann er wieder genutzt werden kann, steht weiterhin in den Sternen. Archiv-Foto: hol

Zum Hintergrund: Die Salzwiesen GmbH war seit Anfang 2021 Pächterin des Restaurants am Hallenbad. Die Vorstellung des damaligen Geschäftsführers, Carsten Hippenstiel: Ein runderneuertes Restaurant kann künftig als gemeinsame Gastronomie und Rezeption für das Bad und ein auf dem Nebengrundstück geplantes Hotel genutzt werden. Dafür allerdings müsste der Gemeinderat beide Grundstücke im Flächennutzungsplan vereinen … 

Der Investor wähnte sich einige mit WTG und Gemeinderat. Dann kamen die Corona-Pandemie und die Kommunalwahl. Hippenstiel gestaltete die Außenanlage neu, sanierte Saal, Restaurant und Küche – und suchte einen Restaurant-Betreiber. Solange das Bad selbst geschlossen war, gab es keinen Zeitdruck. Das änderte sich im Juli 2023. Das Bad wurde wieder geöffnet, nicht aber das Restaurant. Das nahmen Gemeinde Wangerland und WTG im August 2023 zum Anlass, den Pachtvertrag mit der Salzwiesen GmbH zu kündigen. Zumal man im neu zusammensetzten Rat ohnehin nicht vorhatte, den Grundstücks-Plänen des Investors zu entsprechen. 

Mehrere Klagen anhängig

Das Unternehmen ging gegen die Kündigung und weitere Klagen vor, das Restaurant blieb geschlossen. Hinzu kommen wechselseitig Forderungen nach Schadensersatz. Einen Teilerfolg erzielte die WTG Ende vergangenen Jahres mit einer Räumungsklage, auch weil die Gegenseite zu der Verhandlung darüber nicht erschien. Es erging ein Versäumnisurteil, das der WTG zumindest wieder den Zugang ins Restaurant ermöglicht. Heute sollte über die Berufung der Beklagen gegen dieses Urteil verhandelt werden.

Kleine Überraschung: Für die Salzweisen GmbH trat wieder der ehemalige Geschäftsführer von Carsten Hippenstiel auf, als Vertreter des aktuellen Geschäftsführers Markus Wolf. Er betonte, dass es aus seiner Sicht nie einen Grund für die Kündigung des Pachhverhätlnisses gegeben habe, da es keinen fest vereinbaren Eröffnungstermin gab und er mehrfach potenzielle Unterpächter präsentiert habe, die das Restaurant – nach dem Abschluss von Restarbeiten – auch betrieben hätten. Er habe in der Erwartung, dass die Gemeinde die Vereinigung von Hotel- und Bad-Grundstück vornehme, bereits 950.000 Euro in die Grundsanierung investiert. Auch heute noch habe er insgesamt drei Betreiber an der Hand, die die Gastronomie übernehmen würden, wenn die WTG dem zustimmen würde.

Richterin und Kläger-Seite betonten, dass es in der Verhandlung nur um den Pachtvertrag und nicht um die Flächenplanung der Gemeinde gehe. WTG-Prokurist Ralf Ewen räumte ein, dass man tatsächlich mit einem potenziellen Betreiber im vergangenen Jahr gesprochen habe. „Das hat aber nicht gepasst.“ Weiteren Interessenten seien der WTG nicht bekannt.

Angeblich drei potenzielle Betreiber

Allerdings, so der Eindruck von Ewen, besteht im Restaurant nach wie vor sehr hoher Sanierungsbedarf. Räume und Möbel seien in desolatem Zustand, die Terrasse nicht nutzbar. Offenbar seien die bisherigen Arbeiten wenig fachmännisch ausgeführt worden, auch Brandschutzbestimmungen habe man missachtet. Derzeit gebe es jedenfalls keine Betriebsgenehmigung.

Für ihn stelle sich die Frage, so Ewen, wer denn die Arbeiten vollenden soll. Eine neuerliche vertragliche Verbindung mit der Salzwiesen GmbH komme aus seiner Sicht weder für die Gemeinde Wangerland noch für die WTG in Frage. Eine von Hippenstiel ins Gespräch gebrachte Partnerschaft mit einer dritten Person, die ihrerseits in den Pachtvertrag der Salzwiesen GmbH eintreten könnte, sei „grundsätzlich denkbar“. Bewerber müssten sich dann bei der WTG melden.

Suche nach gütlicher Einigung

Die Richterin nahm den Ball auf. Beide Seiten sollten jetzt einen letzten Versuch zur Einigung unternehmen. In vier Monaten wolle man sehen, ob das geklappt hat. Falls sich keine Lösung findet, wäre ein Termin vor dem Gütegericht, wo man mit einer Richterin als Mediatorin nach einer Konfliktlösung suchen könnte. Bis dann, so sagte die WTG zu, werde man darauf verzichten, von seinem Vermieterpfandrecht Gebrauch zu machen und das Inventar zu vermarkten, das der Salzwiesen GmbH gehört.

Eine finale juristische Aufarbeitung des Konflikts, so warnte Suzanne Rieckhofff, wäre im Fall der Fälle sehr zeit- und kostenintensiv. Und das Restaurant würde weiter leer stehen. „Daran kann eigentlich niemandem gelegen sein.“ 

Suche nach Fördermitteln für sicheres Deckwerk am Hooksieler Strand läuft

Deck in Norddeich Vorbild für Hooksiel
Das neue „Deck“ in Norddeich könnte zum Vorbild für ein Strandsicherungskonzept in Hooksiel werden.

Hooksiel (22. 3. 2025) – Noch ist der richtige Fördertopf nicht gefunden, aber die Hoffnung lebt. Im Fall einer 100-Prozent-Finanzierung könnte es eine Möglichkeit geben, den Hooksieler Badestrand dauerhaft zu sichern. Dieter Schäfermeier, Hooksieler Ratsherr von Pro Wangerland und Sprecher der ZUW-Gruppe im Rat, stellte zusammen mit Bürgermeister Mario Szlezak beim Seebadeverein Hooksiel den Stand des Projektes vor.

Dieter Schäfermeier

Die Idee geht auf das Jahr 2022 zurück. Für den Liegeplatz am Wilhelmshavener LNG-Terminal musste viel Sand aus der Jade gebaggert und in der Nordsee verklappt werden. Warum kann dieser Sand nicht kostengünstig an den Hooksieler Strand gespült werden, der darunter leidet, dass in jedem Winter etliche Kubikmeter Sand durch Sturmfluten abgetragen werden? Nach den Worten von Schäfermeier (Foto) hat die Wangerland Touristik GmbH allein in den vergangenen fünf Jahren 1,7 Millionen Euro dafür aufwenden müssen, den Strand vor Saisonbeginn wieder mit Sand aufzufüllen.

Die Idee stieß auf fruchtbaren Boden. Zu den Unterstützern gehörte und gehört auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Allerdings: Der Sand vom LNG-Terminal konnte nicht mehr umgelenkt werden, ohne das damals mit Hochdruck betriebene Genehmigungsverfahren für das Terminal zu gefährden.

Um die Idee dennoch weiter zu verfolgen, wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, der alle mit dem Thema möglicherweise befassten Behörden vertreten waren – von der Nationalparkverwaltung bis zur Sielacht, vom Landkreis Friesland bis zum Wasser- und Schifffahrtsamt. Das Wangerland wird dort durch Schäfermeier vertreten. Seither, so der Ratsherr, habe man drei Mal an einem „Runden Tisch“ zusammengesessen und das Thema konstruktiv beraten. 

Grundsätzlich sei man sich einig, so Schäfermeier, dass Sandaufspülungen möglich und sinnvoll wären. Baggerbedarf bestehe in der Jade auch künftig immer wieder. Allerdings müsse es gelingen, den Strand nachhaltig zu sichern – also immer wieder neue Sandabträge zu verhindern. Dafür habe man sich vergleichbare Projekte angesehen, so etwa in Norden-Norddeich und die Lagune in Büsum.

Daraus sei das Konzept für Hooksiel entstanden: Der Bau eines 1,8 Kilometer langen Deckwerks vom Außenhafen bis in Höhe des FKK-Strandes. Die Befestigung würde in Höhe des Deichverteidigungsweges angelegt. Von dort würden aber 80 Meter breite Treppenanlagen bis hinunter zum Watt führen. Zu dem Konzept gehören auch ein neues Wirtschaftsgebäude, Sport- und Aufenthaltsbereiche sowie ein oder zwei behindertengerechte Überquerungsmöglichkeiten von den Parkplätzen an den Strand. 

Und die Zeitachse? Mit den Bauarbeiten könnte im Herbst 2026 begonnen werden. Die eigentlichen Aufspülungen und der Deckwerksbau soll dann im Herbst 2027 beginnen und in 2028 abgeschlossen werden.

Angesichts der angespannten Finanzlage der WTG und der Gemeinde Wangerland kann das Millionen-Projekt aber nur angefasst werden, wenn es gelingt, eine 100-prozentige Finanzierung über Fördertöpfe darzustellen, sagten Schäfermeier und Szlezak. Aber nach einem Besuch bei der Landesregierung in Hannover in der vergangenen Woche zeigten sich beide Kommunalpolitiker zuversichtlich, dass das auch gelingen kann. „Wenn die Förderzusage steht, werden wird das Projekt noch einmal ganz ausführlich vorstellen.“

Arbeitsoffensive des Jobcenters: Jobmesse für Geflüchtete

Wangerland (24. 3. 2025) – Das Jobcenter Friesland setzt seine „Arbeitsoffensive für Geflüchtete“ fort. Die erste Jobmesse dieses Jahres findet am Dienstag, 1. April, zwischen 9 und 12 Uhr im St.-Stephanus-Haus der ev.-luth. Kirchengemeinde, in Hohenkirchen statt. 

Organisiert durch das Jobcenter des Landkreises Friesland in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wangerland und der Inselgemeinde Wangerooge präsentieren sich Arbeitgeber aus den Bereichen Entsorgung/Recycling, Gastronomie, Hotelgewerbe, Pflege, Reinigung und Verwaltung. Dabei werden auch Arbeits-Möglichkeiten auf der Insel Wangerooge dargestellt. 

Die Unternehmen wollen Geflüchteten auch ohne ausgeprägte Deutschkenntnisse die Chance auf Integration in den Arbeitsmarkt bieten. Besucherinnen und Besucher können vor Ort Fragen stellen, Kontakte knüpfen und sich direkt bewerben.

Die Jobmesse im Wangerland ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die vom Arbeitgeberservice des Jobcenters organisiert wird. Das Jobcenter lädt dazu gezielt Geflüchtete ein, aber auch ohne Einladung ist ein Messebesuch möglich. Vier erfolgreiche Veranstaltungen fanden bereits in der Gemeinde Sande sowie den Städten Jever, Schortens und Varel statt. Unternehmen, die sich gern bei einer der Jobmessen des Jobcenters präsentieren möchten, können sich an den Arbeitgeberservice des Jobcenters des Landkreises Friesland wenden, per E-Mail an arbeitgeberservice-jobcenter@friesland.de.

Hundebiss wirft Fragen auf: Muss der Schulhof ein öffentlicher Weg sein?

Hooksiel (22. 3. 2025) – Die Situation sieht gefährlich aus. Ein Mann spaziert mit einem Hund an der Leine über den Schulhof der Grundschule Hooksiel. Ein Schulkind läuft auf das Tier zu, will es wohl streicheln. Der Hund schnappt zu … und es tut weh. 

Eine entsprechende Szene hat sich vor wenigen Tagen ereignet – und das wohl nicht zum ersten Mal. Besorgte Eltern stellen sich Fragen: Was hat der Mann auf dem Schulhof zu suchen? Darf der dort seinen Hund ausführen? Warum untersagt ihm die Schule das nicht?

Die Antwort dazu gibt auf Anfrage von „Hooksiel-Life“ Markus Gellert, der in der Gemeindeverwaltung für die Schulen zuständig ist. „Ja, der Mann darf den Weg quer über den Schulhof nehmen.“ Warum? „Weil dort ein öffentlich-rechtlich gewidmeter Weg verläuft, der Kreuzhamm.“ Das bedeutet im Klartext, dass Mitarbeiter der Schule es niemandem verwehren können, über den Schulhof zu gehen. 

Das Überwegungsrecht gelte seit etlichen Jahrzehnten und sei bislang politisch auch noch nicht hinterfragt worden. Mit der Regelung wollte man offenbar Gewohnheitsrechte von Anwohnern sichern, die quer über den Schulhof in Richtung Ortszentrum oder zum Wohngebiet Sielhamm/Schwarzhamm laufen möchten, vermutet Gellert.

Unabhängig davon, sei der Hundehalter aber natürlich dafür verantwortlich, dass von seinem Hund keine Gefahr für andere ausgeht. Der aktuelle Fall sei der Gemeinde bekannt und werde derzeit noch beraten. 

Möglicherweise, so die Anregung einer nicht direkt betroffenen Mutter, sollte sich auch der Schulausschuss der Gemeinde mit der Situation befassen und die Wegerechtsregelung überdenken. „Andernorts werden Schulhöfe fast hermetisch abgeriegelt, um die Kinder vor Außenstehenden aller Art zu schützen. Vielleicht sollte man bei uns zumindest während der Schulzeiten den Schulhof als Durchgangsweg sperren.“ 

Trotz Kürzungen: Landkreis steht zur Sportförderung und dankt LzO Stiftung

Friesland/Wangerland (23. 3. 2025) – Nach der Kürzung der Sportförderung durch den Landkreis Friesland springt die LzO Stiftung Friesland in die Bresche und schließt die Finanzlücke zumindest zum Teil. In einer Pressemitteilung verkündet Landrat Sven Ambrosy, dass der Stiftungsrat empfohlen habe, dem Kreissportbund eine Fördersumme von insgesamt rund 30.000 Euro für 2025 und 2026 für die Anschaffung von Sportmaterialien für die Sportjugend im Landkreis Friesland in Aussicht zu stellen. Ambrosy: „Diese Unterstützung ermöglicht es, wichtige Anschaffungen und Maßnahmen zur Stärkung des Nachwuchssports umzusetzen.“

Der Landkreis müsse aufgrund seiner angespannten Finanzlage, das Haushaltsdefizit liegt bei rund 40 Millionen Euro, sparen und habe deshalb auch seine Sportförderung zurückfahren. Wie der Vorsitzende des Kreissportbundes Friesland, Kai Lange, kürzlich öffentlich gemacht hatte, sind die Ansätze für Jugend- und Ausbildungsförderung sowie für Zuschüsse für Anschaffungen in den Vereinen um insgesamt über 50.000 Euro verringert worden.

Gemeinsam freuen sich Ambrosy und Lange, dass man jetzt für den Jugendsport eine Kompensation in der Sportförderung gefunden habe. Durch das Geld von der LzO-Stiftung werde es möglich, wichtige Anschaffungen und Maßnahmen zur Stärkung des Nachwuchssports umzusetzen.

Die Unterstützung des Sports habe in Friesland hohe Priorität. Seit 2020 habe der Landkreis für die Jugendförderung insgesamt 150.000 Euro, für die Sportgeräteförderung rund 36.000 Euro und für den Übungsleiterzuschuss 525.000 Euro ausgegeben. 

Und der Kreis gewährt nach den Worten von Ambrosy auch weiterhin Zuschüsse für sportliche Aktivitäten. Im Haushaltsjahr 2025 seien zum Beispiel 123.000 Euro eingeplant – darunter u.a. Zuschüsse für den Kreissportbund Friesland etwa für „BeSS“ (Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für die Zusammenarbeit zwischen Kitas, Schulen und Sportvereinen), für Übungsleiterförderung sowie für die Förderung von Sportgerätebeschaffungen, Zuschüsse für die Sportschule und Sponsoring, so Ambrosy. 

„Zudem können alle Sportvereine, die Mitglied im Kreissportbund sind, die Sportaußenanlagen sowie Sporthallen des Landkreises kostenfrei nutzen“, so der Landrat. „In vielen Kommunen werden dafür Benutzungsgebühren fällig; nicht so in Sportstätten des Landkreises. Das unterstützt die Sportvereine sehr.“

Gerade im Bereich der Sportstätten investiere der Landkreis viel Geld. Allein seit 2015 habe man rund 25 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung von Sporthallen ausgegeben.

Hooksieler „Agentur am Meer“ als Nationalpark-Partner ausgezeichnet

Agentur am Meer jetzt Nationalpark-Partrner
Der Leiter der Nationalpark-Verwaltung, Peter Südbeck (links), zeichnete eine Reihe von Nationalpark-Partner aus. Für die „Agentur am Meer“ nahm Matthias Suckert (rechts) das Zertifikat entgegen.Foto: NPV

Hooksiel (22. 3. 2025) – Die „Agentur am Meer“ ist ab sofort zertifizierter Partner des Unesco Weltnaturerbe Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer. Im Rahmen es kleines Festaktes wurde dem Hooksieler Unternehmen im Wattenmeerhaus in Wilhelmshaven die Partnerschaftsurkunde überreicht. Grundlage der Zertifizierung ist ein umfassendes Bewerbungsverfahren, in dem potenzielle Partner nachweisen müssen, dass sie sich den Zielen des Weltnaturerbes verpflichtet fühlen und über den Partnerverbund den Nationalpark stärken wollen.

Die „Agentur am Meer“ gehört zu den führenden Vermietungsagenturen für Ferienwohnungen im Wangerland. Als sichtbares Zeichen der neue Partnerschaft, so Inhaber Matthias Suckert, werde auf der Homepage des Unternehmens künftig ein Nationalpark-Sigel zu sehen sein, über das Besucher der Seite zu Informationen über den Nationalpark und Naturerlebnis-Angeboten wie etwa Wattwanderungen gelangen können. Hinzu kommen eine Reihe von Öko- und Nachhaltigkeit-Standards, die das Unternehmen für sich umgesetzt hat – die Palette reicht vom Verzicht auf Plastikblumen bis hin zum Einsatz von umweltfreundlichen Putzmitteln durch die Reinigungskräfte.

Eine Besonderheit an der Auszeichnung sei, so Suckert, dass mit der Unternehmenszentrale auch 26 Ferienwohnungen zertifiziert worden sind, die von der Agentur vermarktet werden. „Das ist das erste Mal, das so etwas passiert ist“, sagt Suckert. Zu den Kriterien für die Beurteilungen der Wohnungen gehören unter anderem auch die Nutzung von regenerativer Energie und der Einsatz von energiesparenden Geräten. 

Suckert ist zuversichtlich, dass in Kürze noch weitere Wohnungen aus dem Ressort „Hookser Perle“ am Middeldiek die Kriterien für das Zertifikat erfüllen werden. Das entsprechende Alleinstellungs-Merkmal wolle man etwa im Bereich des Direkt-Marketings nutzen, um die Destination Hooksiel im Bewusstsein von umwelt- und naturbewussten Urlaubern zu stärken und für die Quartiere am Nationalpark zu werben.

Dem Partnernetzwerk gehören nach Angaben der Nationalpark Verwaltung aktuell 130 Betriebe sowie 176 Nationalparkführer und – führerinnen an. Zusammen mit der „Agentur am Meer“ wurden jetzt aus der Region aus Jever die PUUYU Nature Care GmbH und die Fleischerei Janssen mit diversen Wattenmeer-Produkten aufgenommen. Umrahmt wurde das Partnertreffen durch verschiedene Vorträge etwa zu nachhaltigen Wirtschaftsmodellen, zu ökologischer Verantwortung sowie zur „Lichtverschmutzung“. Starke künstliche Beleuchtung während der Nächte kann weitreichende Auswirkungen auf Natur, Tierwelt und Menschen haben.

Anmerkung: Der Artikel wurde am 25. März aktualisiert.

Ratsgruppe GfW weist Kritik von Hobbie als Einzelmeinung zurück

Wangerland (21. 3. 2025) – Die Ratsgruppe Gemeinsam fürs Wangerland (GfW) weist die Kritik von Hedde Hobbie (Pro Wangerland) hat der Politik des Gemeinderates entschieden zurück. Der Zusammenschluss auf CDU, Grüne und FDP weist in einer von Reiner Tammen (Grüne) unterzeichneten Erklärung darauf hin, dass es im Rat keine feststehende Mehrheit gibt. Deshalb seien auch alle Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Thalasso Meeres Spa (TMS) ausführlich diskutiert, aber am Ende fast ausschließlich einstimmig gefällt worden, also auch mit der Stimme von Hobbie.

Hobbie hatte seinen Rückzug aus dem Rat im wesentlichen mit dem Umgang der „Altvorderen“ mit der Kostenexplosion beim Bau des TMS begründet. Die Gemeinde wolle das „sinnlose Projekt“ um jeden Preis retten und unterstütze es mit Millionen, die für andere Dinge fehlen. 

„Es wurde nie versprochen, dass der Bau des TMS keine Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinde hat“, betont die GfW. „Für alle Verantwortlichen stand aber fest, dass, nachdem bekannt wurde, dass sich der Bau verteuert, die Gemeinde der WTG zur Seite steht.“ Den verantwortungsbewussten Mitgliedern des Rates sei es wichtig, Lösungen zu finden, nicht Schuldige zu suchen. 

Trotzdem habe sich der Rat dazu entschlossen, die Verteuerung der Baumaßnahmen durch einen Gutachter untersuchen zu lassen.„Zusätzlich hat der Rat beschlossen, ein Mitglied der Gruppe ZUW als Bauaufsicht einzusetzen. Auch diese Beschlüsse wurden einstimmig gefasst. Alle zusammen versuchen seitdem, Licht ins Dunkel zu bringen, ohne von vornherein Schuldige zu benennen“, stellt Tammen für seine Gruppe fest.

Die geplante Erhöhung der Gebühren für die Kindertagesstätten habe tatsächlich nichts mit der Explosion der Baukosten zu tun. Dabei gehe es lediglich darum, die gestiegenen Lohnkosten und die gestiegenen Kosten für Gas, Wasser und Strom weiterzugeben. Ein entsprechender Beschluss soll auf der Ratssitzung am kommenden Dienstag gefasst werden.

Die GfW sieht in der Kritik von Hobbie eine Einzelmeinung. Man hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dessen Nachfolger. 

Kritik an Thalasso-Politik der Gemeinde: Ratsherr gibt sein Mandat zurück

Wangerland/Wüppls (21. 3. 2025) – Hedde Hobbie, Ratsher der Wählergemeinschaft Pro Wangerland, hat kündigt seinen Rückzug aus dem Gemeinderat an. Als Grund dafür nennt der Wüppelser neben Veränderungen im persönlichen Bereich den Umgang im Rat mit dem finanziellen Fiasko beim Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel. 

„Im Rat gibt es eine feststehende Mehrheit, die um jeden Preis versucht, das Thalasso-Zentrum mit dem Geld der Gemeinde über Wasser zu halten“, so Hobbie (29), der 2021 erstmals in den Rat gewählt wurde. Hier hat er sich unter anderem im Umweltausschuss engagiert. Als jüngstes Ratsmitglied ist er Teil der fünfköpfigen Pro-Wangerland-Fraktion, die mit zwei weiteren Unabhängigen die Gruppe Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften (ZUW) bildet.

„Es wurde einmal versprochen, dass der Bau des TMS keine Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt haben wird. Das ist seit 2024 vorbei“, kritisiert Hobbie. „Über vier Millionen Euro hat die Gemeinde bereits beigesteuert und die nächsten 3,5 Millionen sind schon dafür im Haushalt eingeplant.“ Damit gebe es keinerlei finanzielle Spielräume mehr. Und es sei ein Irrglaube, so Hobbie, in der Gemeinde gesagt werde, diese Belastung habe nichts mit Gebührenerhöhungen in den Kindertagesstätten zu tun. 

Der scheidende Ratsherr wirft der Mehrheit der „Altvorderen“ im Rat vor, immer noch mehr Millionen „in dieses sinnlose Projekt zu stecken, um die Pleite wenigstens noch ein bisschen aufzuschieben“. Er sehe sich nicht in der Lage, den gigantischen Aufwand zu leisten, der erforderlich wäre, diese Mehrheit aufzubrechen. Selbstkritisch räumt er in einer Stellungnahme ein, dass er erst jetzt gemerkt habe, dass ihm die Arbeit in großen und langsam arbeitenden Gremien nicht liege. Er werde aber Mitglied bei Pro Wangerland bleiben und sich dort auch weiter einbringen.

Kinder freuen sich über neue Schaukel

Schaukel für die Hooksieler Küstenkinder

Hooksiel (21. 3. 2025) – Grund zur Freude bei den „Küstenkindern“. Heute durften die Kinder der Hooksieler Kindertagesstätte eine neue Schaukel auf ihrem Außengelände in Betrieb nehmen. Zur offiziellen Einweihung war auch der Vorstand der Dorfgemeinschaft um den Vorsitzende Marco Knodel eingeladen worden. Die Dorfgemeinschaft, der Verein der Vereine im Ort, hat die Anschaffung der Schaukelanlage aus den Überschüssen ihrer Feste wie die Krabben- und Heringstage finanziert hat.

Die hochwertige Schaukel stand schon einige Wochen auf dem Kita-Areal. Aufgrund der schwankenden Wetterlage war es dem Bauhof der Gemeinde aber erst jetzt möglich, den Bodenaustauch im Umfeld vorzunehmen und das Gerät unfallsicher zu platzieren. 

Kita-Leiterin Claudia Bruns dankte der Dorfgemeinschaft für die Spende, zu der auch eine Rutsche Eis für die „Küstenkinder“ gehörte, und stimmte zusammen mit den Kindern ein einstudiertes Lied an: „Danke, für diese schöne Schaukel …“