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Beiträge veröffentlicht in “Umwelt”

Neuer Höchststand bei Zahl der beobachteten Zugvogel-Arten

Horumersiel (19. 10. 2026) – Mit dem großen Zugvogelfest im Gästehaus Horumersiel sind die 18. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer am Sonntag zu Ende gegangen. Neun Tage stand der Vogelzug im Fokus: Mehr als 300 Veranstaltungen entlang der niedersächsischen Küste und auf den Inseln luden Einheimische und Gäste dazu ein, Zugvögel zu beobachten, ihre außergewöhnlichen Leistungen kennenzulernen und die Bedeutung ihrer Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete zu entdecken. Insgesamt nutzten nach Angaben der Nationalparkverwaltung über 13.000 Teilnehmende das Angebot, davon rund 2.500 Kinder. 

Voller Kursaal (nicht nur) bei der großen Verlosung.Foto: Michael Räder / NLPV

Im Mittelpunkt der diesjährigen Zugvogeltage standen die Küstenseeschwalbe als Titelvogel und Namibia als Partnerland. Die Küstenseeschwalbe verbindet das Wattenmeer mit Regionen im südwestlichen Afrika und darüber hinaus: Auf ihren jährlichen Zügen legt sie rund 90.000 Kilometer zurück. Namibia ist mit bedeutenden Rastgebieten wie Walvis Bay und Sandwich Harbour eine wichtige Station für Zugvögel auf dem Ostatlantischen Zugweg.

Zugvogelfest gut besucht

Das Zugvogelfest in Horumersiel bot zum Abschluss ein vielfältiges Programm für alle Altersgruppen. An Informationsständen, bei Vorträgen und Mitmachangeboten konnten über 900 Besucher Wissenswertes über den Vogelzug, den Nationalpark und Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung erfahren. Ferngläser, Spektive und Kameras konnten mit fachkundiger Beratung ausprobiert werden.

Fachvorträge widmeten sich der Küstenseeschwalbe, dem 40-jährigen Jubiläum des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, der Wahl der passenden Beobachtungsoptik sowie der Entwicklungszusammenarbeit in Namibia. Das Programm bot auch für Kinder vielfältige Erlebnisse – vom Bilderbuchkino über Bastelangebote bis zur „Wattpolizei“. 

200 Kinderbilder

Zudem war auch die Kinderaktion in diesem Jahr ein besonderer Anziehungspunkt beim Zugvogelfest. Die über 200 eingereichten Bilder zum Motto „Eine lebenswerte Welt für Vögel“ wurden im Kleinen Kursaal ausgestellt und zeigten die kreativen Ideen der jungen Teilnehmer. 

Ein sportlicher Höhepunkt der Zugvogeltage mit mehreren Rekorden war erneut der Aviathlon. Dabei traten Küstenregionen in einem Wettbewerb um die meisten beobachteten Vogelarten gegeneinander an. Norderney konnte mit 180 beobachteten Arten einen neuen Regionen-Rekord aufstellen. Insgesamt wurden 221 Arten beobachtet, auch das ist ein neuer Höchststand. Zu den erstmals im Rahmen des Aviathlon beobachteten Arten gehören Tannenhäher, Gleitaar, Temminckstrandläufer und Waldlaubsänger.

Verantwortung fürs Wattenmeer

„Der Aviathlon zeigt eindrucksvoll, wie artenreich das Wattenmeer und die angrenzenden Küstenlandschaften sind“, sagt Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. „Jede Beobachtung steht zugleich für die besondere Verantwortung, die wir für diese Lebensräume tragen. Zugvögel sind auf ein Netzwerk geeigneter Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete angewiesen – bis nach Namibia und darüber hinaus. Der Schutz des Wattenmeers ist deshalb immer auch internationaler Naturschutz.“ 

Die Vorbereitungen für die nächsten Zugvogeltage beginnen bereits. Die 19. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer finden vom 9. bis 17. Oktober 2027 statt.

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Vor Wangerlands Küste bleibt Krabbenfang zulässig

Wangerland/Hannover (14. 10. 2026) – Das Niedersächsische Umweltministerium hat mit dem Landwirtschaftsministerium die endgültige Flächenauswahl für fischereifreie Gebiete im niedersächsischen Küstenmeer festgelegt. Damit gilt nach rund anderthalb Jahren der so genannte „Fischereidialog“ als abgeschlossen. Die künftigen Fangverbots-Gebiete umfassen zehn Prozent des Küstenmeeres, darunter weite Teile des Jadebusens. Begründet wird die Ausweisung der Schutzgebiet mit der EU-Biodiversitätsstrategie.

Der „Fischereidialog“ ist beendet. Künftig sollen zehn Prozent der Küstengewässer vor Niedersachsen als fischereifreie Zonen ausgewiesen werden. Foto: Schreiber

Untersagt werden soll der Fischfang unter anderm im Bereich der Blauen Ballje zwischen Horumersiel und Wangerooge. Im Gegensatz zu zwischenzeitlichen Planungen können die Fischer aber einen Teil der Küste vor der Gemeinde Wangerland zwischen Horumersiel und Hooksiel weiter für ihre Fangfahrten nutzen.

Jensen: Der Druck hat sich ausgezahlt

„Der Protest, die vielen Gespräche und vor allem der öffentliche Druck haben sich ausgezahlt“, sagt die Wangerländer Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (CDU) gegenüber „Hooksiel-life“. Die ursprünglich geplanten Einschränkungen hätten deutlich abgemildert werden können. „Gar keine Einschränkungen wären mir natürlich lieber gewesen, aber das war ja illusorisch. Die Ministerien sind auf viele Anregungen aus der Fischerei eingegangen.“ 

Die Betroffenen im Jadegebiet hatten beklagt, dass die ursprünglichen Pläne gerade für Fischer mit kleinen Booten einem Berufsverbot gleichkommen würde. Der Landkreis Friesland und die Gemeinde Wangerland verfassten Resolutionen , in denen auch darauf hingewiesen wurde, dass die Krabbenfischerei für die Küste nicht nur ein Wirtschaftszweig sondern ein Stück Kulturgut mit hohem touristischen Wert sei.

Während Umweltverbände die jetzt ausgewiesenen Fischerei-Verbotszonen als nicht ausreichend kritisieren, hofft Katharina Jensen auf weitere Nachbesserungen im Rahmen es Gesetzgebungsverfahrens. „Wir brauchen meines Erachtens ausdrücklich ausgewiesene Gebiete, in denen unsere Küstenfischerei weiter bestehen kann.“ 

Im Rahmen des „Fischereidialogs“ hatten das niedersächsische Umweltministerium und das Landwirtschaftsministerium drei Dialogveranstaltungen mit Fischerei- und Umweltverbänden sowie Vertretern einiger Küstengemeinden ausgerichtet. Zudem gab es zwei Regionalkonferenzen mit Fischereibetrieben und den Hafenkommunen. 

Ministerien sehen guten Kompromiss

„Gerade die Hinweise auf regionale Betroffenheiten für kleinere Fischereifahrzeuge, die im Laufe des Dialogs eingebracht wurden, haben wir ernst genommen, um betriebliche Härten zu vermeiden“, so Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne). Das Flächenkonzept sei jetzt eine gute Grundlage für eine mit den Schutzzielen des Nationalparks niedersächsisches Wattenmeer konforme fischereiliche Nutzung. „Damit entsteht zugleich Planungssicherheit für die Krabben- und Muschelfischerei.“

Auch Umweltminister Christian Meyer (Grüne) sieht ein „tragfähiges Flächenkonzept“, das sowohl fischereifreie Gebiete in dem angestrebten Flächenumfang als auch weiterhin befischbare Gebiete umfasse. Das Konzept sei geeignet, Naturschutz und Küstenfischerei gemeinsam in die Zukunft führen. „Mit den fischereifreien, strengen Schutzgebieten innerhalb des Nationalparks werden Rückzugsräume für marine Lebensräume und Arten geschaffen und wichtige europarechtliche Anforderungen umgesetzt.“ 

Landtag entscheidet

Die rechtliche Umsetzung der fischereifreien Gebiete soll durch eine Änderung des Gesetzes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erfolgen. Den Gesetzentwurf hierfür wird das Umweltministerium vorlegen. Über die konkrete Ausgestaltung entscheidet anschließend der Landtag.

In Hooksiel gab es zu Beginn des Fischereidialogs noch drei Fischereibetriebe. Inzwischen hat ein Betrieb seine Tätigkeit eingestellt. Der Kutter „Trotz“ wurde stillgelegt. Ein weiterer Betreib hat in diese Woche seinen Fang vorübergehend eingestellt. „Es gibt zurzeit kein Krabben.“ Der Grund, Fischerei-Verbotszonen hin oder her: Wittlinge haben die Krabbenbestände weitgehend weggefressen.

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Gesprächsrunde zum Klimaschutz im Landkreis Friesland

Friesland/Wangerland (12. 10. 2026) – Wie kann die Region beim Klimaschutz vorankommen und gleichzeitig besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen? Darum geht es bei einem Informations- und Austauschabend am Mittwoch 21. Oktober, zu dem der Landkreis Friesland alle interessierten Bürgerinnen und Bürger einlädt. Los geht es um 17 Uhr im Sitzungssaal des Kreisamts (1. Obergeschoss), Lindenallee 1 in Jever. Um Anmeldungen wird bis zum Montag, 19. Oktober unter folgendem Link gebeten: https://lmy.de/yyszO

Ein heißer Tag im Büro, das sich kaum noch abkühlt; Ernte aus dem Gemüsebeet, die aufgrund der Trockenheit nur gering ausfällt; Starkregen, bei dem das Wasser nicht mehr versickern kann: Der Klimawandel macht sich auch im Alltag bemerkbar.

Bei der Veranstaltung soll es vor allem um die Erfahrungen und die Perspektive der Teilnehmenden gehen. Wo beobachten und erleben sie den Klimawandel? Wie gehen sie damit um? Was braucht es aus ihrer Sicht vor Ort? Die Ideen und Erfahrungen sollen n die weitere Umsetzung von Klimaschutz und Klimaanpassung im Landkreis Friesland einfließt.

Im Rahmen der Veranstaltung informiert das Klima-Team des Landkreises zudem über das Klimaschutzkonzept und das Klimaanpassungskonzept. Dabei geht es zum Beispiel darum, was bereits getan wurde und wird, wie die Inhalte weiterentwickelt werden und wo die Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Außerdem gibt es Tipps dazu, welche Fördermittel Eigentümerinnen und Eigentümer nutzen können, wenn sie ihr Zuhause (klima-)fit für die Zukunft machen möchten.

Faszinierende Leistungen der Zugvögel im Visier

Wilhelmshaven/Wangerland (9. 10. 2026) – Mit einer festlichen Auftaktveranstaltung im Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer-Besucherzentrum Wilhelmshaven sind heute die 18. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eröffnet worden. Bis zum 18. Oktober,dreht sich an der Küste und auf den Inseln alles um die faszinierende Welt der Zugvögel. Mehr als 300 Veranstaltungen laden dazu ein, den Vogelzug im Wattenmeer hautnah zu erleben. 

Die Küstenseeschwalbe ist der Titelvogel der 18. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Foto: Ingo Arndt

Nationalpark-Leiter Peter Südbeck begrüßte annähernd 100 Gäste aus Politik und Verwaltung, Umweltbildung, Wissenschaft, Umweltverbänden und Tourismus. In diesem Jahr stehen die Zugvogeltage im Zeichen der Küstenseeschwalbe als Titelvogel – einer Art, die wie kaum eine andere für die außergewöhnlichen Leistungen des Vogelzugs steht. Partnerland der 18. Zugvogeltage ist Namibia, ein bedeutender Durchzugsraum der Küstenseeschwalbe auf dem Ostatlantischen Zugweg. 

Wattenmeer als Drehscheibe

In einer Videobotschaft hob Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer die Bedeutung des Wattenmeers als Drehscheibe des internationalen Vogelzugs hervor. Daraus erwachse für Niedersachsen eine besondere Verantwortung, diesen einzigartigen Lebensraum zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren. Weitere Grußworte sprachen Avril Coetzee, Botschaftsrätin der Republik Namibia, sowie Ralf Kohlwes, Leiter des Fachbereichs „Umwelt- und Klimaschutz“ der Stadt Wilhelmshaven. 

Den fachlichen Schwerpunkt bildete ein Vortrag von Ruben Fijn von der Universität Amsterdam. Er zeigte, welche enormen Distanzen Seeschwalben auf ihren jährlichen Wanderungen zwischen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten zurücklegen und wie moderne Forschung dazu beiträgt, ihre Zugwege besser zu verstehen.

Zugvogelfest in Horumersiel

Für die nächste Tagen sind eine Fülle von Exkursionen, Vorträgen, Führungen, Mitmachaktionen, Filmvorführungen und Veranstaltungen für Familien geplant. Ab Samstag treten die ostfriesischen Inseln sowie die Festlandsregionen entlang der Küste beim „Aviathlon“gegeneinander an. Gesucht wird die Region, in der während der Zugvogeltage die meisten Vogelarten beobachtet werden. Die Gewinnerregion wird beim Zugvogelfest am Sonntag, 18. Oktober, 10 bis 18 Uhr, im Gästehaus in Horumersiel bekannt gegeben.

Unter dem Motto „Eine lebenswerte Welt für Zugvögel“ sind Kinder bis 14 Jahre eingeladen, kreativ zu zeigen, was Zugvögel brauchen, um sich für ihre langen Reisen zu stärken und unterwegs geschützt zu sein. Noch bis zum 14. Oktober können Beiträge bei der Nationalparkverwaltung eingereicht werden. 

Am Freitag, 16. Oktober, um 8 Uhr startet in Schillig einen vogelkundliche Wanderung zur Vogelschutzinsel Minsener Oog. Begleitet wie die Tür um Umweltschutzverband WWF. Das vollständige Veranstaltungsprogramm der 18. Zugvogeltage sowie aktuelle Informationen sind online verfügbar.

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Gemeinsame Checkliste für den Erhalt der Artenvielfalt

Friesland/Wangerland (1. 10. 2026) – Auch künftig werden die Straßen- und Wegeränder im Landkreis Friesland gepflegt und gemäht – allerdings nicht überall und nicht vollständig kurz. Die Idee dahinter: Wo ein Teil der Vegetation stehen bleiben darf, können Gräser, Kräuter und Wildblumen wachsen und wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tiere schaffen.

Extensive Grünpflege
An geeigneten Stellen soll auf öffentlichen Flächen die natürliche Vegetation möglichst lange stehen bleiben. Archiv-Bild: hol

Im Landkreis Friesland arbeiten die Kommunen, darunter die Gemeinde Wangerland, seit mehreren Jahren daran, die Pflege ihrer öffentlichen Grünflächen und Wegeränder biodiversitätsfreundlicher zu gestalten. Nun haben die Projektpartner ihre Erfahrungen in einer gemeinsamen „Checkliste“ gebündelt, die künftig flächendeckend im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt werden soll.

Gemeinsam Schulungen

Seit 2020 finden unter dem Motto „Blühendes Friesland“ in Zusammenarbeit mit der Mobilen Umweltbildung (Mobilum) und dem Landkreis Friesland jährlich Schulungen für die Mitarbeiter der Bauhöfe der Kommunen sowie weitere Akteure statt. Was zunächst mit verschiedenen praktischen Maßnahmen und dem Sammeln von Erfahrungen begann, hat sich zu einem landkreisübergreifenden Gemeinschaftsprojekt entwickelt. Gemeinsam wurde ein Pflegekonzept erarbeitet, das nun in Form einer Checkliste veröffentlicht wird und konkrete Empfehlungen für eine natur- und insektenfreundliche Pflege von Straßen- und Wegrändern sowie öffentlichen Grünflächen enthält.  

Petra Walentowitz

„Wir stehen wir vor großen Herausforderungen, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu erhalten“. sagt Petra Walentowitz (Foto) von der Mobilen Umweltbildung Mobilum.

Der Erhalts der Artenvielfalt sei von enormer Bedeutung. „Pro Tag sterben weltweit 150 Arten unwiederbringlich aus. In Niedersachsen gilt laut der Roten Liste derzeit rund die Hälfte der heimischen Pflanzen- und Tierarten als gefährdet. Dieses ist eine besorgniserregende Entwicklung, da jede einzelne Art wichtige Leistungen für ein stabiles ökologisches Netzwerk erbringt, in das auch wir eingebunden sind.“

Mahd möglichst spät

Das Konzept sieht unter anderem vor, die Vegetation auf geeigneten Flächen wachsen und sich entwickeln zu lassen und Pflegemaßnahmen grundsätzlich abschnittsweise durchzuführen. Die Mahd soll möglichst spät im Jahr erfolgen und mit einer Mahdhöhe von über 10 bis 15 Zentimetern – etwa einer Handbreite – durchgeführt werden. Zudem sollen bei den Pflegemaßnahmen mindestens zehn Prozent der Vegetation stehen bleiben, auch über den Winter hinweg. Dadurch können Pflanzen und Tiere ganzjährig auf Lebensräume, Rückzugsorte und ein vielfältiges Nahrungsangebot zurückgreifen. Pro Quadratmeter dieser naturnahen Flächen leben 100 bis über 500 Insektenindividuen. 

Mit der Umsetzung der Checkliste möchten die Projektpartner nicht nur auf den eigenen Flächen einen Beitrag zum Artenschutz leisten, sondern auch andere dazu ermutigen, geeignete Flächen naturnäher zu gestalten. Die Projektpartner sehen in der Checkliste daher auch einen Impuls für Privatpersonen, Unternehmen, Gewerbe- und Handwerksbetriebe, Institutionen und Vereine, die sich ebenfalls für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt einsetzen möchten. „Viele kleine, naturnah gepflegte Flächen können zusammen ein wertvolles Netz von Lebensräumen bilden“, so Walentowitz.

Die Checkliste ist beim Landkreis Friesland sowie bei den beteiligten Kommunen und Bauhöfen erhältlich hier einsehbar: https://nol.is/C9c. 

Aktion: Müll sammeln am Strand zum Schutz der Meere

Hooksiel (16. 9. 2026) – Am Sonntag, 20. September, steht in Hooksiel der Schutz von Küste und Meer im Mittelpunkt. Im Rahmen des weltweiten „World Cleanup Days“ findet von 15 bis 17 Uhr eine gemeinsame Strandreinigung statt. 

Organisiert wird die Aktion von der Wangerland Touristik GmbH (WTG) gemeinsam mit der DLRG Jugend und „Weil wir Hooksieler sind“ (WWHS). Gäste und Einheimische sind eingeladen, sich an der Sammelaktion zu beteiligen und damit einen Beitrag zum Schutz der Küste und des Meeres zu leisten. 

Der „World Cleanup Day“ gilt als eine der größten Bürgerbewegungen weltweit gegen Umweltverschmutzung. Millionen Menschen in zahlreichen Ländern beteiligen sich jedes Jahr an den gemeinsamen Sammelaktionen. 

Treffpunkt für die Sammelaktion in Hooksiel ist das Strandhaus 1. Für die Müllsammlung sollten eigene Handschuhe sowie eine Mülltüte oder ein Eimer mitgebracht werden. „Ein kleiner Grundbedarf steht aber auch vor Ort zu Verfügung“, so die WTG. 

Im Anschluss klingt der Nachmittag gemütlich am Strandhaus 1 aus. Bei einer Wurst und/oder einem Getränk besteht Gelegenheit zum Austuasch und zur Stärkung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wangerland bekundet Solidarität mit heimischen Fischern

Wangerland (21. 7. 2026) – Die Gemeinde Wangerland bekundet „uneingeschränkte Solidarität mit den heimischen Fischereibetrieben aus Hooksiel und Horumersiel“. Der Verwaltungsausschuss hat sich gestern der Resolution des Landkreises Friesland für den Erhalt der heimischen Küstenfischerei angeschlossen. Die geplanten weiteren fischereifreien Schutzgebiete dürfen nicht dazu führen, dass traditionsreiche Familienbetriebe ihre wirtschaftliche Existenz verlieren.

Der Verkauf von fangfrischen Krabben in den Häfen im Wangerland gehört seit Jahrzehnten zur regionalen Kultur. Archiv-Foto: Klaus Schreiber

„Die Küstenfischerei ist weit mehr als ein Wirtschaftszweig. Sie ist Teil unserer Geschichte, unserer Identität und prägt seit Generationen unsere Häfen, unsere Küstenorte und das Gesicht des Wangerlandes. Unsere Fischer leisten seit Generationen einen unverzichtbaren Beitrag für das Wangerland. Sie sichern Arbeitsplätze, schaffen regionale Wertschöpfung und sind ein wichtiger Bestandteil unseres Tourismus“, stellt Bürgermeister Mario Szlezak fest. „Wer den Fischern ihre traditionellen Fanggründe nimmt, nimmt vielen Familien ihre wirtschaftliche Grundlage und gefährdet ein Stück norddeutscher Kultur.“

Keine Gegner des Naturschutzes

Die Gemeinde Wangerland bekenne sich ausdrücklich zum Schutz des Wattenmeeres und zur Verantwortung für den Natur und Meeresschutz. Gleichzeitig macht der Ausschuss aber deutlich, dass Naturschutz und nachhaltige Küstenfischerei keine Gegensätze sein dürften. „Unsere Fischer sind keine Gegner des Naturschutzes. Im Gegenteil. Sie leben seit Generationen mit und von der Natur und haben ein eigenes Interesse an einem gesunden Wattenmeer.“ 

„Für das Wangerland ist die Sache eindeutig: Wir stehen an der Seite unserer heimischen Fischer. Sie dürfen nicht die Leidtragenden einer Politik werden, die die Realität an unserer Küste aus dem Blick verliert“, so Szlezak.

Land bekräftigt Vorschlag

Grundlage der heiligen Gesprächsrunde im Fischereidialog war eine Karte mit den ausgewählten Gebietsvorschlägen für künftige fischereifreie Zonen in der Nordsee, die das niedersächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium heute mit Vertretern der teilnehmenden Verbände und Organisationen erörtert hat. Hintergrund sind Vorgaben der EU-Biodiversitätsstrategie 2030, die umzusetzen sind.

Wie die Ministerien nach dem Gespräch ankündigten, werde man erneut „geringfügige Anpassungen“ vornehmen, um die Belange sowohl der Fischerei als auch des Meeresnaturschutzes noch besser zu berücksichtigen. Beispielsweise sollen Vorschläge im Bereich der Vogelinsel Mellum geprüft werden, die von Krabbenfischern und Umweltverbänden gemeinsam vorgeschlagen worden seien.

Umwelthilfe droht mit Klage

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte im Vorfeld des heutigen Fischereidialogs zwischen Landesbehörden, Fischernsowie Umweltverbände  gefordert, die Krabbenfischerei mit Grundschleppnetzen im Wattenmeer grundsätzlich zu untersagen. Die Vorschläge, diese Form der Fischerei nur in zehn Prozent des Nationalparks auszuschließen, würden nicht weit genug gegen.

Zu den vorgeschlagenen Gebieten gehören auch Fischgründe unmittelbar vor der Küste des Wangerlandes. Da die Wangerländer Fischer mit ihren kleinen Booten keine anderen Fanggebiete erreichen können, gefährdet der Vorschlag ihre Existenz. Für den Fall, dass die negativen Folgen der Krabbenfischerei nicht ausgeschlossen würden, kündigt die DUH an, den Klageweg beschreiten zu wollen.

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Kinder gehen auf Streifzug durch die Salzwiesen

Wangerland/Hooksiel (16. 7. 2026) – Wangerländer Kinder mit Ferienpass können die Ferien dazu nutzten, die Wunder der Natur vor ihrer Haustür zu erkunden. Das Künstlerhaus Hooksiel lädt zusammen mit dem Nationalparkhaus Minsen zu zwei Ausflügen in die Salzwiesen ein. Die Leitung der Führungen übernimmt Sylke Barkmann, Nationalparkführerin und Hobbyforografin.

Die Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren (am Dienstag, 4. August) beziehungsweise von 10 bis 14 Jahren (Mittwoch, 5. August) sind ausdrücklich aufgefordert, ein Smartphone oder eine Kamera mitzubringen, mit dem sie ihre Impressionen festhalten können. Zudem sind wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk ratsam.

Salzwiesen liegen am Rande des Nationalparks Niedersächsischen Wattenmeer. Sie werden mal vom Wasser überspült und mal nicht. Die extremen Lebensbedingungen der dort anssäsisgen Pflanzen haben mit zur Verleihung des Titels „Weltnaturerbe“ beigetragen.

Die im Rahmen des „Kunstkarussells 2026“ angebotenen, etwa dreistündigen Exkursionen starten jeweils um 10 Uhr am Nationalparkhaus. Der Unkostenbeitrag beträgt 3 Euro. Anmeldungen werden erbeten unter Telefon 04463/235.

Feucht- und Hygienetücher gehören nicht in die Toilette

Wangerland (15. 7. 2026) – Unappetitlich aussehende Klumpen kleben an der Pumpe, die der Ausleger des Spülfahrzeugs aus dem Schmutzwasserschacht zieht. Verfilzte Stränge hängen herunter, als das Gerät in die Höhe schwebt. „Kein Wunder, dass die Schmutzwasserpumpe nicht mehr reibungslos läuft“, sagt Sergei Schmidt, Fachkraft für Abwassertechnik beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV).

Zu zähen Strängen verdrehte Feuchttücher blockieren die Schmutzwasserpumpen und verursachen Störungen. Foto: OOWV

Regelmäßig müssen Kläranlagen-Teams ausrücken, um Pumpen zu reinigen und Störungen in der Abwasserentsorgung zu beseitigen. Häufige Ursache: Unrat und vor allem reißfeste Feucht- und Hygienetücher, die Menschen in der Toilette herunterspülen, verstopfen die Schmutzwasserpumpen.

Verstopfungen verursachen erhebliche Kosten

Verstopfungen durch Feuchttücher und andere Störstoffe verursachen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Manche Pumpwerke müssen OOWV-Mitarbeiter, teils unterstütz von Fremdfirmen, alle drei Monate statt geplant halbjährlich säubern. Es gibt Pumpwerke im OOWV-Verbandsgebiet, die sogar alle sechs Wochen gereinigt werden müssen. Selbst wenn die Pumpe noch läuft, verbraucht ein verdrecktes Gerät mehr Energie und hat einen deutlich höheren Verschleiß, sodass sie früher ausgetauscht werden muss. 

Die unsachgemäße Entsorgung von Feuchttüchern und anderem Müll hat auch Konsequenzen für die Allgemeinheit – und das nicht erst dann, wenn ein Pumpwerk durch die Verstopfung ausfällt und es zu einem Rückstau kommt. „Das Beseitigen der zähen Stränge in den Pumpen verursacht unnötige Kosten, die am Ende von allen Verbraucherinnen und Verbrauchern mit den Abwassergebühren zu tragen sind“, erklärt Hubertus Weißer (OOWV). Schon zwei zusätzliche Reinigungen jährlich an einem einzelnen Pumpwerk belaufen sich inklusive Fahrzeugeinsatz, Mitarbeiterstunden, Entsorgungskosten und Pumpenverschleiß auf einen soliden vierstelligen Betrag. Hochgerechnet auf die Vielzahl der Pumpwerke kommt da einiges zusammen.

Problem erhöht die Abwassergebühren

Dabei ist die Lösung für das Problem einfach: Feucht- und Hygienetücher, die nicht aus Papier bestehen, gehören nicht in die Toilette. Sie müssen über den Hausmüll entsorgt werden, ebenso wie feuchtes Toilettenpapier, das aus Polyester-Viskose-Gemisch oder aus mit Kunstharz gefestigten Fasern besteht. „Diese Tücher sind Abfall – auch wenn auf der Verpackung etwas anderes steht“, so Weißer. Da sie sich nicht oder viel zu langsam im Wasser auflösen, verstopfen sie Rohre und Pumpen und verursachen Mehrarbeit und höhere Kosten. „Zusammen mit anderen Hygieneartikeln, Haaren und Fetten ergeben sich fast unlösbare Verbindungen, die nur mit Zangen oder Sägen zu entfernen sind.“

Geschieht so eine Rohrverstopfung auf privatem Grund, tragen Hauseigentümer beziehungsweise Mieter übrigens direkt die anfallenden Kosten – passiert es im öffentlichen Kanalnetz, zahlen sie über die Abwassergebühren mit.

Experten begeistert von Mooshummel und Strandwinde

Wangerland/Wilhelmshaven (6. 7. 2026) – Seit 20 Jahren durchkämmen Artenkenner am „Nationalpark-Tag der Artenvielfalt“ in einem jährlich wechselnden Teilgebiet des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer die Naturlandschaft. In diesem Jahr haben 35 Expertinnen und Experten Lebensräume vor Schillig im Wangerland ins Visier genommen und eine große Biodiversität vorgefunden. „Dass wir hier auf dem Festland unmittelbar neben touristisch stark genutzten Bereichen eine hohe Zahl an verschiedenen Arten nachweisen konnten, ist ein großartiges Zeichen: „Nationalpark wirkt!“, erklärte Benedikt Wiggering, Dezernent für Biodiversität, Forschung und Monitoring der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. 

Über 20 Jahre hat sich ein Netzwerk von Expertinnen und Experten entwickelt, das die Artenvielfalt dokumentiert. Foto: Michael Räder/NLPV

Der Küstenort bietet eine für das friesländische Festland eher untypische Lebensraumvielfalt. Der Grund: Durch die ursprünglich künstlich geschaffenen Sandvorspülungen grenzen hier auf kleinstem Raum am Festland Salzwiesen, Dünen, Sandstrand, kleine Waldgebiete und die Watten direkt aneinander. Viele Übergänge und Grenzlebensräume bedeuten eine Fülle ökologischer Nischen für die unterschiedlichsten Lebensformen.

Sechsstündige Suche rund um Schillig

Am Treffpunkt begrüßte Wiggering die Teilnehmenden. Gruppen aus Spezialisten für bestimmte Tier- und Pflanzenarten schwärmten in verschiedene Bereiche des Schutzgebietes aus. Ihre sechsstündige Suche im Watt und an Land brachte zahlreiche spannende Nachweise zutage. Die Ausbeute wurde anschließend in der Jugendherberge Schillig zusammengetragen.

Aus der Gesamtliste von über 600 Arten stechen einige Funde hervor: Pflanzenkundler dokumentierten knapp 160 Gefäßpflanzen- und vier Moosarten. Neben typischen Küstengewächsen wie Stranddistel oder Dorniger Hauhechel sorgte ein Fund für besondere Begeisterung: Die Experten stießen auf die Strandwinde und konnten das größte Vorkommen dieser Art am Festland bestätigen.

Erstnachweis für Niedersachsen

Pilzkundler Jörg Albers kartierte beachtliche 32 Arten. In den feuchteren Bereichen des nahegelegenen Waldstücks stieß er unter anderem auf den Natternstieligen Schleimfuß. Für den Höhepunkt des Tages sorgte jedoch ein anderer Fund: Mit der Entdeckung eines Graskernlings (ein pflanzenparasitischer Pilz) gelang ein Erstnachweis für ganz Niedersachsen – möglicherweise, denn die genaue Bestimmung dieser Pilzart muss noch bestätigt werden.

In Schillig konnte die Strandwinde in der höchsten bekannten Bestandsdichte nachgewiesen werden. Foto: Benedikt Wiggering/NLPV

Das Team im Watt habe rund 30 Arten dokumentieren können, darunter verschiedene Algen und Arten des Wattbodens. Die Ergebnisse dieser Gruppe zeigten, wie dynamisch sich der Lebensraum verändert: Bei rund 20 Prozent der kartierten Arten handelte es sich um Neobiota (nicht-heimische Arten). Dazu zählten etwa die etablierte Pazifische Auster oder die Manila-Teppichmuschel, die erst vor zwei Jahren in Schillig erstmalig nachgewiesen werden konnte.

16 Wildbienenarten

Auch bei den Fluginsekten erwies sich Schillig als artenreich. Die Entomologie-Gruppe kartierte neben drei Libellenarten und einer Florfliege rund 70 Fliegen- sowie bis zu 16 Wildbienenarten. Den herausragende Fund in dieser Gruppe entdeckte Jana Deierling: Sie konnte ein Exemplar der in Deutschland stark gefährdeten Mooshummel nachweisen – ein Fund, der für große Freude sorgte und die Bedeutung intakter, vielfältiger Lebensräume unterstreicht.

Der Nationalpark ist reich an Insekten. Die Artenkenner kartierten elf Heuschrecken-, rund 50 Wanzen und mehr als 40 Zikadenarten. Auch die Käfer-Spezialist kamen mit etwa 60 unterschiedlichen Arten voll auf ihre Kosten. Seltener sind in Schillig die Schmetterlinge. Das Team verzeichnete 13 verschiedene Tagfalter-, darunter den bekannten Admiral, sowie elf Nachtfalterarten wie das auffällige Taubenschwänzchen.

Raubseeschwalbe auf Durchreise

Auch ein vielfältiges Bild zeigte sich bei den Wirbeltieren. Neben zehn Säugetier- und einer Amphibienart konnte die Gruppe der Ornithologen 75 verschiedene Vogelarten nachweisen. Für den Höhepunkt sorgte dabei die Sichtung einer Raubseeschwalbe – ein seltener Durchzügler auf dem Weg zwischen Brutgebieten an der Ostsee und Überwinterungsgebieten am Mittelmeer und in Afrika.