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Beiträge veröffentlicht in “Umwelt”

Unbedingt gehörigen Abstand zu Robben im Watt halten

Wilhelmshaven/Wangerland (16. 6. 2026) – Jedes Jahr werden im deutschen Wattenmeer mehr als 7.000 Seehunde geboren. Die Hauptgeburtszeit liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. 
Immer wieder werden so genannte „Heuler“ aufgefunden, also Seehunde im Alter von bis zu sechs Wochen, die von ihrer Mutter getrennt sind. 

Nicht jeder einsame Seehund am Strand ist ein hilfsbedürftiger „Heuler“. Robben ruhen sich auch einfach nur aus. Foto: Martin Stock / LKN.SH 

Wichtig, so die Nationalpark-Verwaltung: „Nicht jede allein liegende Robbe ist ein hilfsbedürftiger Heuler. Ob ein Seehundjunges tatsächlich Unterstützung braucht, können nur erfahrene Fachleute beurteilen.“ Wer ein Jungtier entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten, es nicht anfassen und auf keinen Fall aufnehmen.

Kontakt mit Menschen gefährlich

Schon der einfache Kontakt mit Menschen könne dazu führen, dass die Seehund-Mutter nicht mehr zurückkehrt und das Junge in Obhut genommen werden muss. „Außerdem können Robben beißen und Krankheiten übertragen, auch wenn sie gesund wirken“, warnen Seehund-Fachleute. 

Die Nationalparkverwaltung rät bei der Sichtung eines „Heulers“: Weiträumig Abstand halten (nach Möglichkeit 300 Meter), den Weg zum Wasser nicht versperren, ruhig bleiben, Hunde anleinen und von dem Tier fernhalten. „Das Jungtier soll unbedingt am Fundort belassen werden, damit die Mutter es gegebenenfalls wiederfinden kann.“

Ansprechpartner Seehundstation

Wer einen Heuler oder eine hilfsbedürftige Robbe findet, sollte den Fundort möglichst genau melden. Erster Ansprechpartner in Niedersachsen ist die Seehundstation Nationalpark-Haus Norddeich (Tel. 04931 97333-0).

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SPD-Politiker sagen Küstenfischern ihre Unterstützung zu

Jadebusen (15. 5. 2926) – Um küstennahe Fanggebiete ging es jetzt in einem Gespräch der niedersächsischen Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD) aus Berne und dem Fischer Jan-Walke Schröder am Dangaster Hafen. Schröder machte deutlich, dass insbesondere Fischer, die mit kleineren Fahrzeugen unterwegs sind, auf Priele und andere küstennahe Fanggebiete angewiesen sind. Eine weitere Einschränkung sei existenzgefährdend.

Die Landtagsabgeordnete Karin Logemann sprach am Dangaster Hafen mit Fischer Jan-Walke Schröder. Foto: Jan Lehmann

Die Politikerin aus der Wesermarsch, die unter anderem Fraktionssprecherin für Fischereipolitik ist, sagte den Fischern ihre Unterstützung zu. Sie wurde begleitet von Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, dessen Stellvertreterin Anke Kück (beide SPD), Manfred Hoffmann vom Kurverein Dangast und den Vareler Sozialdemokraten Sören Mandel und Jan Lehmann

Alle versicherten Jan-Walke Schröder ihre Unterstützung zum Erhalt von Fanggebieten im Jadebusen und in der Jade zu. „Es darf keine faktischen Berufsverbote geben“, betonte Wagner, der die wirtschaftliche Bedeutung der Küstenfischerei für Varel besonders hervorhob. Erst kürzlich hatte sich die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) dafür ausgesprochen, bei der Auswahl möglicher Schutzgebiete unbedingt die Fischer mit einzubeziehen.

Verunsichert sind die Niedersächsischen Küstenfischer wegen einer EU-Vorgabe, die die Ausweisung weiterer strenger Schutzgebiete vorsieht und vom Land Niedersachsen umgesetzt werden muss. Suchräume für mögliche Schutzgebiete werden derzeit identifiziert. Die Fischer fordern, dabei beteiligt zu werden.

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Einheimische können Verborgenes im Wattenmeer entdecken

Wilhelmshaven/Wangerland (12. 6. 2026) – Neben dem 40-jährigen Bestehen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer wird in diesem Jahr die Anerkennung des Wattenmeeres als UNESCO-Weltnaturerbe vom 26. Juni 2009 gefeiert. Die in Wilhelmshaven beheimatete Nationalparkverwaltung lädt mit zertifizierten Nationalpark-Führerinnen oder -Führern zu einem vielfältigen Programm ein. 

Im Rahmen des Weltnaturerbe-Geburtstages können Einheimische den Nationalpark bei Wattführungen erkunden. Foto: Melanka Helm/NLPVW

Von Donnerstag, 25., bis Sonntag, 28. Juni, finden entlang der niedersächsischen Küste und auf vielen Inseln Naturerlebnis-Veranstaltungen statt. Einheimische können kostenfrei an einer der Führungen teilnehmen und dabei das Wattenmeer vor ihrer Haustür unmittelbar erleben.

Zahlreiche Veranstaltungen

„Das Wattenmeer ist Wildnis von Weltrang im Großformat und von universellem Wert aus der Perspektive der Vereinten Nationen”, betont Florian Carius, Dezernent bei der Nationalparkverwaltung. „Nationalpark-Führungen unterstützen dabei, die auf den ersten Blick verborgenen Besonderheiten dieser veränderlichen Naturlandschaft zu entdecken und ihre Einzigartigkeit bewusst zu erleben.“ Ziel sei es, die globale Bedeutung des Weltnaturerbes zu vermitteln und so für seinen Schutz zu sensibilisieren. 

Für die meisten Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Informationen zu Treffpunkten und Ausrüstung werden direkt von den jeweiligen Veranstaltenden bereitgestellt. Zudem werden Führungen für geschlossene Gruppen, etwa in Kooperation mit Seniorenheimen oder Schulklassen, angeboten.

Führungen im Wangerland

Im Bereich der Gemeinde Wangerland werden gleich mehrere Veranstaltungen angeboten: „Bequem Vögel beobachten“ heißt es etwa am 28. Juni ab 13.30 Uhr in Horumersiel. Treffpunkt ist am Horumersieler Hafen. Im Nahbereich hat man direkten Einblick in Hochwasserrastplätze, eine Salzwiese, das Watt mit den Lahnungen sowie auch das Wangertief als Süßwasserlebensraum. Diese Führung dauern etwa zwei Stunden. Anmeldung erforderlich bei Nationalpark-Führerin und Ornithologin Susanne Mickstein (Tel. 04421/7728240) oder per E-Mail an susanne.mickstein@gmx.de.

Ebenfalls am 28. Juni um 11 Uhr startet in Minsen (Treff: Seewiefken-Skulptur) eine Salzwiesenführung in den Elisabethaußengroden. Anbieter ist das Nationalpark-Haus Wangerland. Anmeldung entweder per Mail (nationalparkhaus@wangerland.de )oder telefonisch unter 04426/90470-0. 

In Schillig kann man am 26. Juni ab 20 Uhr eine „Vogelführung in den Sonnenuntergang“ erleben. Während der Führung werden an der Lagune und den Hochwasserrastplätzen Vögel beobachtet, etwa Regenpfeifer und andere Watvögel, Enten, Gänse, Möwen und Singvögel. Die Tour mit gemeinsamem Picknick dauert etwa drei Stunden. Treffpunkt ist am Deichaufgang bei der Jugendherberge. Anmeldung erforderlich bei Nationalpark-Führerin und Ornithologin Susanne Mickstein (Tel. 04421/7728240) oder per E-Mail an susanne.mickstein@gmx.de.

Wanderungen mit Kind und Hund

Am 26. Juni um 14 Uhr, 27. Juni um 15 Uhr und am 28. Juni um 16 Uhr werden Wanderungen zur Vogelinsel Minsener Oog angeboten. Für Hin- und Rückweg werden etwa viereinhalb Stunden veranschlagt. Treffpunkt ist die Bäckerei „Lorenz Victorbur“ am Strand von Schillig. Die Führung übernimmt Nationalpark-Führer Rolf Tiegges. Rückfragen unter Telefon 0152/22633234 möglich.

Eine küstennahe Wattwanderung am 28. Juni ab 15.30 Uhr ab Schillig (Weltentor) trägt den Nahmen „Watt zum Schnuppern – Wattwanderung für Zwei- und Vierbeiner“. Sie ist insbesondere für Familien mit Kindern ab 6 Jahre (mit oder ohne Hund) geeignet. Begleiterin ist Nationalparkführerin Sandra Dunkmann. Anmeldung unter 0157/81797261 oder per Mail an WattwandernmitSandra@web.de.

Besuch bei den Vogelwarten

Der Nationalpark-Führer Jürgen Wackwitz nimmt am 28. Juni ab 15:30 Uhr Interessierte mit zu einer etwa fünfstündigen Wattwanderung nach Minsener Oog. Die Themen: Was sagen die Vogelwärter? Welche Zugvögel sind da? Und was macht das Brutgeschäft? Treffpunkt ist das Weltentor in Schillig. Anmeldung telefonisch unter 04461/3149 (mit AB) oder 0162-3449878 sowie per Mail (miniorarts@gmx.de). 

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Schweinswal nach zunächst erfolgreicher Rettung gestorben

Wangerland (5. 6. 2025) – Die Parallelen zum Ostseewal „Timmy“ sind unverkennbar. Bekanntlich war der mächtige Buckelwal, der sich in die Ostsee verirrt hatte und dort gestrandet war, in einer aufwendigen Rettungsaktion in die Nordsee gebracht worden – dann dort aber wenig später gestorben. Ähnlich erging es einem jungen Schweinswal, der am Donnerstag im Wangerländer Watt entdeckt worden war. Heute Mittag meldet die Polizei, dass das Tier inzwischen verendet sei.

Feuerwehr und Polizei retteten diesen hilflosen Schweinswal aus einer bedrohlichen Lage im Watt. Dennoch starb das Tier. Foto Polizei

Dabei waren alle Retter wenige Stunden zuvor noch sehr zuversichtlich. Ihr außergewöhnlicher Einsatz war am Donnerstag gegen 18 Uhr ausgelöst worden, nachdem bei der Polizei die Meldung über ein etwa drei Meter großes, hilfloses Tier eingegangen war, das im Wattenmeer vor Schillig gefangen sei.

Vor Ort bestätigte sich die Befürchtung: Ein Schweinswal hatte bei Ebbe den Weg zurück ins tiefe Wasser verpasst und lag völlig entkräftet im Watt. Es handelte sich allerdings um ein nur etwa 50 Zentimeter großes Jungtier, das offenbar von seiner Mutter getrennt worden war. In einer Gemeinschaftsaktion mobilisierten die Beamten der Polizei und der hinzugezogenen Feuerwehren Hohenkirchen und Minsen alle Kräfte, um das sichtlich erschöpfte Tier zu retten. Dem Einsatzteam gelang es, den Wal sicher aus seiner lebensbedrohlichen Lage zu bergen.

Zunächst gingen die Retter davon aus, dass ihr Einsatz sich auch für das Tier gelohnt hat. Heute Mittag dann die traurige Nachricht. „Der zunächst gerettete Schweinswal ist gestorben.“ Ein Fachmann der Seehundstation Nationalpark-Haus Norden-Norddeich hat den Tod festgestellt. Die Hilfe war offenbar zu spät gekommen.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages aktualisiert.

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Fischereidialog: Jensen warnt vor übereilten Entscheidungen

Wangerland/Hannover (28. 5. 2026) – Die Krabben- und Muschelfischer an der niedersächsischen Nordseeküste bangen um ihre Existenz: Derzeit arbeitet die niedersächsische Landesregierung an einem Konzept für so genannte „fangfreie Gebiete“. „Leider zeigt sich, dass der von der Regierung durchgeführte Fischereidialog zu einem Monolog geworden ist“, kritisiert die fischereipolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, die Abgeordnete Katharina Jensen aus dem Wangerland. „Statt echter Beteiligung der Fischer und der Küstenkommunen werden die Beteiligten zunehmend vor vollendete Tatsachen gestellt.“ 

Existenzen von Fischern bedroht

Künftig sollen zehn Prozent des Küstenmeeres streng geschützt werden. Fischen ist dort dann nicht mehr erlaubt. „Besonders problematisch ist, dass sich Rot-Grün immer wieder hinter Vorgaben aus Brüssel versteckt“, so Jensen. „Ja, es gibt europäische Zielsetzungen. Aber die konkrete Umsetzung liegt in der Verantwortung des Landes Niedersachsen.“ Deshalb sei es nicht akzeptabel, ohne ausreichende Abstimmung mit den Betroffenen, Fakten schaffen zu wollen. 

Die Zukunft der Krabbenfischerei ist ungewiss. Zehn Prozent des Küstenmeeres sollen geschützt werden. Archiv-Foto: hol

Die CDU-Politikerin berichtet von zahlreichen Gesprächen mit Fischern aus der Region. „Viele Betriebe befinden sich in großer Sorge und teilweise echter Existenzangst. Viele Betriebe, auch in meinem Wahlkreis, machen sich Sorgen.“ Aus ihrer Sicht habe die Landesregierung den direkten Kontakt mit vielen Fischern lange vernachlässigt. Stattdessen seien überwiegend Verbände in den Prozess eingebunden worden. 

CDU: Noch viel Klärungsbedarf

Aus Sicht der CDU werde der Prozess derzeit unnötig beschleunigt. Trotz vieler offener Fragen und erheblichem Klärungsbedarf stehe bereits ein Einstieg in das Gesetzgebungsverfahren Ende August im Raum. Ein Kritikpunkt aus Sicht der Fischer: Viele der vorgeschlagenen Suchräume für fangfreie Gebiete lägen genau auf den aktuellen Fangrouten der Krabbenfischer. „Das wäre dann keine Flächenreduktion um zehn Prozent, sondern für manche Betriebe faktisch ein vollständiger Verlust ihrer Arbeitsgrundlage“, warnt Jensen. Einen Plan B gebe es für viele Familienbetriebe nicht. „Wenn ein Fischer seine Fanggründe verliert, verliert er unter Umständen seinen gesamten Beruf. Das gleicht für viele einem Berufsverbot.“ 

Die Flächenkonkurrenz sei bereits jetzt hoch: Durch den Ausbau der Offshore-Windkraft, durch Infrastrukturmaßnahmen sowie durch Kabeltrassen und Schutzkorridore seien die Fanggebiete schon heute massiv eingeschränkt, erklärt Jensen. Gerade deshalb müsse jede weitere Einschränkung besonders sorgfältig geprüft und belastbar begründet werden. „Fischereifreie Gebiete erscheinen mir wissenschaftlich nicht gerechtfertigt. Viele Entscheidungen wirken derzeit eher politisch motiviert“, erklärt die CDU-Abgeordnete. 

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„Grüne Hausnummer“ für energieeffiziente Gebäude

Friesland/Wangerland (26. 5. 2926) – Hauseigentümer aus dem Landkreis Friesland, die besonders energieeffizient gebaut oder saniert haben, haben die Chance, dafür mit der „Grünen Hausnummer“ ausgezeichnet zu werden. Interessierte können sich bis Freitag, 24. Juli, bewerben.

Ansprechpartner ist Jens-Uwe Lalk aus dem Bereich Klimaschutz und Klimafolgenanpassung des Landkreises Friesland. Die Kampagne wird in Kooperation mit der Niedersächsischen Energie- und Klimaschutzagentur (KEAN) durchgeführt. Weitere Informationen gibt es online  www.klimaschutz-niedersachsen.de/gruenehausnummer oder unter www.friesland.de/klimaschutz herunterladen.  Erfolgreiche Bewerber erhalten eine individuelle „Grüne Hausnummer“ zum Anbringen an ihrem Haus sowie eine Urkunde. Die offizielle Verleihung ist für September 2026 geplant.

„Die ‚Grüne Hausnummer‘ ist ein sichtbares Zeichen für das Engagement im Bereich von energieeffizientem und nachhaltigem Bauen und Sanieren. Mit ihr wollen wir die vielen guten Beispiele im Landkreis Friesland würdigen und zeigen“, sagt Lalk. Für die Auszeichung in Frage kommen Eigentümer, die ihren Altbau besonders energieeffizient saniert oder die ihren Neubau mindestens als Effizienzhaus 40 fertiggestellt haben.

Verwaltungsgericht stoppt schnellen Bau von LNG-Terminal

Wilhelmshaven/Lüneburg (21. 5. 2026) – Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat am Donnerstag einem Eilantrag von Natur- und Umweltschutzverbänden stattgegeben. Danach wird der vom Rat der Stadt Wilhelmshaven beschlossene Bebauungsplan Nr. 225 vorerst auf Eis gelegt. Der Bebauungsplan darf danach erst umgesetzt werden, wenn das OVG seine Entscheidung im Normenkontrollverfahren gefasst hat.

Umweltschützer haben auch in Hooksiel gegen das geplante LNG-Terminal auf dem Voslapper Groden demonstriert. Archiv-Foto: ho

Das „Schutzbündnis“, bestehend aus Nabu, Deutsche Umwelthilfe (DUH) und BUND, hatte am 18. Februar Klage eingereicht, um die „Zerschlagung“ des Natur- und EU-Vogelschutzgebietes Voslapper Groden Nord in Wilhelmshaven zu verhindern. Der Bebauungsplan wäre Voraussetzung für die Pläne der Deutschen Grüngas und Energieversorgung GmbH (DGGEV), auf dem Voslapper Groden Nord ein LNG-Terminal und weitere fossile Energieimport-Infrastruktur zu bauen. Das Bündnis hält den Bebauungsplan für unrechtmäßig.

Vogelschutzgebiet darf nicht entwertet werden

„Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für den Natur- und Vogelschutz in Niedersachsen“, sagte Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen. „Das Oberverwaltungsgericht hat verhindert, dass im Voslapper Groden Nord Fakten geschaffen werden, bevor die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans geprüft ist. Genau das war unser Ziel. Ein europäisches Vogelschutzgebiet darf nicht erst trockengelegt, gerodet und entwertet werden, während noch offen ist, ob dieser massive Eingriff überhaupt zulässig ist.“ 

Ähnlich auch Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg im Eilverfahren ist ein richtiger und wichtiger Schritt für den Schutz wertvoller und einzigartiger Natur vor den Interessen eines fossilen Konzerns. Das von der DGGEV geplante fossile Großprojekt bleibt nun bis zur Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplans auf Eis.“ Die Entscheidung sei ein ermutigendes Signal für das noch ausstehende Hauptverfahren, so Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen.

Stadt sieht im Beschlusss einen Erfolg

Aber auch die Stadt Wilhelmshaven kann der Entscheidung des OVG gute Seiten abgewinnen. „Das ist noch kein Urteil, sondern ein Beschluss, der eine vorläufige Aussage trifft“, heißt es in einer ersten Stellungnahme aus dem Rathaus. Zwar sei der Bebauungsplan 225 in seiner Vollziehbarkeit gestoppt worden und es könnten bis auf Weiteres auf dieser Grundlage keine Genehmigungen erstellt werden. „Aber trotz dieser vermeintlichen Niederlage ist der Beschluss für die Stadt ein Erfolg“, so Stadtbaurat Niksa Marusic. „Schließlich hat das OVG die vollständige Entwertung des Vogelschutzgebietes für den Energiepark bestätigt und anerkannt, dass ein überwiegendes öffentliches Interesse vorliegt und es keine zumutbare Alternativ zum Standort Voslapper Groden Nord gibt.“

In seinem Beschluss hat das OVG aus Sicht von Marusic zwei Punkte angeführt, die zur vorläufigen Außervollzugsetzung des Bebauungsplanes geführt hätten. Zum einen sei unsicher, ob die Maßnahmen zum Ausgleich des Schutzgebietes tatsächlich ausreichend zeitnah umgesetzt werden können. Dieser Punkt könne aber schnell geheilt werden, ist die Stadt überzeugt. 

Der zweite Punkt betreffe eine fehlende konkrete Frist für den Umstieg von der Verarbeitung von Flüssigerdgas (LNG) auf Wasserstoff und Wasserstoff-Derivate. Auch hier weise das OVG auf eine Regelungsmöglichkeit hin und gebe entsprechende Hinweise.

Grüne erinnern an Atom-Katastrophe von Tschernobyl

Friesland (22. 4. 2026) – In der Nacht des 26. April 1986 ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl der weltweit schwerste Unfall in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Wissenschaftler gehen von über 90.000 Todesfällen durch strahlungsbedingten Krebs und weitere Spätfolgen aus.

Noch immer ist der havarierte Reaktor nicht beseitigt. Im Februar 2025 wurde die Schutzhülle von einer russischen Drohne schwer beschädigt. Im Dezember 2025 kam die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) zu dem Schluss: Die Hülle ist nicht mehr dicht. 

Für die Grünen gilt seit der Parteigründung vor fast fünfzig Jahren: „Atomkraft? Nein Danke.“ Als zentrale Veranstaltung „40 Jahre Tschernobyl“ ist in Friesland am Donnerstag, 23. April, ab 13 Uhr eine Informations- und Diskussionsveranstaltung auf dem Bockhorner Marktplatz geplant. 

Dabei soll es auch um die Stimmen gehen, die aktuell für Deutschland eine Rückkehr zur friedlichen Nutzung der Atomenergie fordern. Für die Grünen ist das keine Option. „Es gibt mehr als genug Gefahren und ungelöste Probleme, die gegen die Atomkraft sprechen: Reaktorunfälle, gefährliche Transporte, wachsende strahlende Müllberge, die Weiterverbreitung der Atombombentechnologie sowie die Gefahr terroristischer Anschläge“, sagte dazu die Kreisvorsitzender Grünen in Friesland, Dr. Jutta Helmerichs. Technisch und wirtschaftlich sei die Atomenergie weltweit ein Auslaufmodell. 

Luftmine in Kabeltrasse gefunden: Sprengung am Samstag

Hooksiel/Wilhelmshaven (17. 4. 2026) – In der Jade liegt noch jede Menge Kriegsmunition. Dabei handelt es sich nicht nur um Fliegerbomben, die bei Angriffen der Alliierten auf den Marinestützpunkt Wilhelmshaven ihr Ziel verfehlt haben. Nach dem Krieg wurden zudem große Bestände an deutschen Waffen und Munition im Jade-Fahrwasser verklappt.

Altlasten in der Jade

Auch wenn die Bomben, Minen und Granaten in die Jahre gekommen sind. Gefährlich sind sie auch heute noch. „Bei jedem Bauvorhaben in der Jade muss das betroffene Gebiet zwingend auf Altlasten untersucht werden“, erläutert Stephan Hellwig von der Wasserstraßen- und Schifffahrsamt (WSA) Weser-Jade-Nordsee. Fündig wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) jetzt bei der Sondierung der geplanten Kabeltrasse für das „NeuConnect“-Projekt, mit dem eine Stromverbindung zwischen Großbritannien und Deutschland hergestellt werden soll. 

Bei den aktuellen Sondierungen wurde unter anderem eine Luftmine (Typ LMA) aus deutschen Beständen mit einer Sprengladung von mehr als 250 Kilogramm entdeckt. Da die Bergung und ein Transport an Land als zu gefährlich eingeschätzt wird, soll die Mine von Tauchern geborgen und danach mit anderer Munition auf der Störtebekerbank südlich der Vogelschutzinsel Mellum vor Horumersiel gesprengt werden.

Fahrwasser wird gesperrt

Geplant ist die Explosion zwischen 6.30 bis 9.40 Uhr. Der genaue Zeitpunkt der per Funk ausgelösten Sprengung auf der Sandbank steht noch nicht fest. Er wird für den Schiffsverkehr über „Jade Traffik“ auf den UKW-Kanälen 20 und 63 übermittelt. Anderthalb Stunden davor und danach wird das Fahrwasser aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt. Das Auslaufen von Schiffen aus dem Hafen Wangersiel in Horumersiel ist dann untersagt. Auf der Jade werden das WSV-Schiff „Mellum“ und Einheiten der Wasserschutzpolizei die Sprengung absichern.

Die vorbereitenden Arbeiten werden um 5.30 Uhr beginnen. Zunächst sind Taucher gefordert, die an der Mine Hebesäcke und Schläuche befestigen, mit deren Hilfe die Mine später zur Sandbank transportiert werden soll. An der Mine werden zudem noch zusätzliche Sprengladungen angebracht. Diese Arbeiten sind für die strörungsarme Stauwasserphase geplant. Im Anschluss wird die explosive Fracht dann per Schiff zur Störtebekerbank gezogen werden, wo sie dann bei Ebbe zerstört werden soll. 

Beeindruckendes Naturschauspiel vor der Haustür

Wilhelmshaven/Hooksiel (12. 4. 2026) – Die Jade gilt als Wohnzimmer der Schweinswale. Die kleinen Wale kommen jedes Jahr im Frühjahr auf der Suche nach Nahrung in die Nähe der Küste. Von Wilhelmshaven und Hooksiel aus kann man ihre Rückenflossen dann häufig mit bloßen Augen sehen.

Naturschauspiel in der Jade: Immer wieder im Frühjahr lassen sich Schweinswale hier gut beobachten. Foto: Michael Hillmann

Bei den Schweinswal-Tagen, die von Freitag, 24. April, bis Sonntag, 3. Mai, zum zehnten Mal stattfinden, kann man dieses deutschlandweit einzigartige Naturschauspiel hautnah miterleben. Das Wattenmeer Besucherzentrum in Wilhelmshaven und seine Kooperationspartner informieren mit den Schweinswal-Tagen über das Leben und den Schutz von Deutschland einziger heimischer Walart.

Zehn Tage lang Programm

Für Naturinteressierte jeden Alters wird über die zehn Tage ein abwechslungsreiches Programm geboten. Tägliche Whale-watching Exkursionen mit Schiffen, begleitet durch Walexperten, gehören ebenso dazu wie Führungen durch die Walausstellung des Wattenmeer Besucherzentrums. Exklusive Erlebnisse sind auf dem Segelschiff „Nordwind“ oder auf einem Helgoländer Börteboot bei der Beobachtung der Schweinswale im Jade-Revier zu erwarten. 

Wal-Olympiade

An den Wochenenden machen Walrufer Gäste am Wilhelmshavener Südstrand auf die Meeressäuger aufmerksam. Zudem findet dort die „Wal-Olympiade“ mit interaktiven Mitmach-Aktionen statt. Vorträge in Kombination mit Dinner oder Frühstück bieten in entspannter Atmosphäre Wissenswertes über die faszinierenden Tiere. Ergänzt wird das Programm durch Naturfilme sowie eine Fotoausstellung des JadeWale e.V..

Im Jubiläumsjahr übernimmt der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke die Schirmherrschaft der Schweinswal-Tage. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter www.schweinswaltage.de.

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