Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Beiträge veröffentlicht in “Umwelt”

Wangerland bekundet Solidarität mit heimischen Fischern

Wangerland (21. 7. 2026) – Die Gemeinde Wangerland bekundet „uneingeschränkte Solidarität mit den heimischen Fischereibetrieben aus Hooksiel und Horumersiel“. Der Verwaltungsausschuss hat sich gestern der Resolution des Landkreises Friesland für den Erhalt der heimischen Küstenfischerei angeschlossen. Die geplanten weiteren fischereifreien Schutzgebiete dürfen nicht dazu führen, dass traditionsreiche Familienbetriebe ihre wirtschaftliche Existenz verlieren.

Der Verkauf von fangfrischen Krabben in den Häfen im Wangerland gehört seit Jahrzehnten zur regionalen Kultur. Archiv-Foto: Klaus Schreiber

„Die Küstenfischerei ist weit mehr als ein Wirtschaftszweig. Sie ist Teil unserer Geschichte, unserer Identität und prägt seit Generationen unsere Häfen, unsere Küstenorte und das Gesicht des Wangerlandes. Unsere Fischer leisten seit Generationen einen unverzichtbaren Beitrag für das Wangerland. Sie sichern Arbeitsplätze, schaffen regionale Wertschöpfung und sind ein wichtiger Bestandteil unseres Tourismus“, stellt Bürgermeister Mario Szlezak fest. „Wer den Fischern ihre traditionellen Fanggründe nimmt, nimmt vielen Familien ihre wirtschaftliche Grundlage und gefährdet ein Stück norddeutscher Kultur.“

Keine Gegner des Naturschutzes

Die Gemeinde Wangerland bekenne sich ausdrücklich zum Schutz des Wattenmeeres und zur Verantwortung für den Natur und Meeresschutz. Gleichzeitig macht der Ausschuss aber deutlich, dass Naturschutz und nachhaltige Küstenfischerei keine Gegensätze sein dürften. „Unsere Fischer sind keine Gegner des Naturschutzes. Im Gegenteil. Sie leben seit Generationen mit und von der Natur und haben ein eigenes Interesse an einem gesunden Wattenmeer.“ 

„Für das Wangerland ist die Sache eindeutig: Wir stehen an der Seite unserer heimischen Fischer. Sie dürfen nicht die Leidtragenden einer Politik werden, die die Realität an unserer Küste aus dem Blick verliert“, so Szlezak.

Land bekräftigt Vorschlag

Grundlage der heiligen Gesprächsrunde im Fischereidialog war eine Karte mit den ausgewählten Gebietsvorschlägen für künftige fischereifreie Zonen in der Nordsee, die das niedersächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium heute mit Vertretern der teilnehmenden Verbände und Organisationen erörtert hat. Hintergrund sind Vorgaben der EU-Biodiversitätsstrategie 2030, die umzusetzen sind.

Wie die Ministerien nach dem Gespräch ankündigten, werde man erneut „geringfügige Anpassungen“ vornehmen, um die Belange sowohl der Fischerei als auch des Meeresnaturschutzes noch besser zu berücksichtigen. Beispielsweise sollen Vorschläge im Bereich der Vogelinsel Mellum geprüft werden, die von Krabbenfischern und Umweltverbänden gemeinsam vorgeschlagen worden seien.

Umwelthilfe droht mit Klage

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte im Vorfeld des heutigen Fischereidialogs zwischen Landesbehörden, Fischernsowie Umweltverbände  gefordert, die Krabbenfischerei mit Grundschleppnetzen im Wattenmeer grundsätzlich zu untersagen. Die Vorschläge, diese Form der Fischerei nur in zehn Prozent des Nationalparks auszuschließen, würden nicht weit genug gegen.

Zu den vorgeschlagenen Gebieten gehören auch Fischgründe unmittelbar vor der Küste des Wangerlandes. Da die Wangerländer Fischer mit ihren kleinen Booten keine anderen Fanggebiete erreichen können, gefährdet der Vorschlag ihre Existenz. Für den Fall, dass die negativen Folgen der Krabbenfischerei nicht ausgeschlossen würden, kündigt die DUH an, den Klageweg beschreiten zu wollen.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Kinder gehen auf Streifzug durch die Salzwiesen

Wangerland/Hooksiel (16. 7. 2026) – Wangerländer Kinder mit Ferienpass können die Ferien dazu nutzten, die Wunder der Natur vor ihrer Haustür zu erkunden. Das Künstlerhaus Hooksiel lädt zusammen mit dem Nationalparkhaus Minsen zu zwei Ausflügen in die Salzwiesen ein. Die Leitung der Führungen übernimmt Sylke Barkmann, Nationalparkführerin und Hobbyforografin.

Die Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren (am Dienstag, 4. August) beziehungsweise von 10 bis 14 Jahren (Mittwoch, 5. August) sind ausdrücklich aufgefordert, ein Smartphone oder eine Kamera mitzubringen, mit dem sie ihre Impressionen festhalten können. Zudem sind wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk ratsam.

Salzwiesen liegen am Rande des Nationalparks Niedersächsischen Wattenmeer. Sie werden mal vom Wasser überspült und mal nicht. Die extremen Lebensbedingungen der dort anssäsisgen Pflanzen haben mit zur Verleihung des Titels „Weltnaturerbe“ beigetragen.

Die im Rahmen des „Kunstkarussells 2026“ angebotenen, etwa dreistündigen Exkursionen starten jeweils um 10 Uhr am Nationalparkhaus. Der Unkostenbeitrag beträgt 3 Euro. Anmeldungen werden erbeten unter Telefon 04463/235.

Feucht- und Hygienetücher gehören nicht in die Toilette

Wangerland (15. 7. 2026) – Unappetitlich aussehende Klumpen kleben an der Pumpe, die der Ausleger des Spülfahrzeugs aus dem Schmutzwasserschacht zieht. Verfilzte Stränge hängen herunter, als das Gerät in die Höhe schwebt. „Kein Wunder, dass die Schmutzwasserpumpe nicht mehr reibungslos läuft“, sagt Sergei Schmidt, Fachkraft für Abwassertechnik beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV).

Zu zähen Strängen verdrehte Feuchttücher blockieren die Schmutzwasserpumpen und verursachen Störungen. Foto: OOWV

Regelmäßig müssen Kläranlagen-Teams ausrücken, um Pumpen zu reinigen und Störungen in der Abwasserentsorgung zu beseitigen. Häufige Ursache: Unrat und vor allem reißfeste Feucht- und Hygienetücher, die Menschen in der Toilette herunterspülen, verstopfen die Schmutzwasserpumpen.

Verstopfungen verursachen erhebliche Kosten

Verstopfungen durch Feuchttücher und andere Störstoffe verursachen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Manche Pumpwerke müssen OOWV-Mitarbeiter, teils unterstütz von Fremdfirmen, alle drei Monate statt geplant halbjährlich säubern. Es gibt Pumpwerke im OOWV-Verbandsgebiet, die sogar alle sechs Wochen gereinigt werden müssen. Selbst wenn die Pumpe noch läuft, verbraucht ein verdrecktes Gerät mehr Energie und hat einen deutlich höheren Verschleiß, sodass sie früher ausgetauscht werden muss. 

Die unsachgemäße Entsorgung von Feuchttüchern und anderem Müll hat auch Konsequenzen für die Allgemeinheit – und das nicht erst dann, wenn ein Pumpwerk durch die Verstopfung ausfällt und es zu einem Rückstau kommt. „Das Beseitigen der zähen Stränge in den Pumpen verursacht unnötige Kosten, die am Ende von allen Verbraucherinnen und Verbrauchern mit den Abwassergebühren zu tragen sind“, erklärt Hubertus Weißer (OOWV). Schon zwei zusätzliche Reinigungen jährlich an einem einzelnen Pumpwerk belaufen sich inklusive Fahrzeugeinsatz, Mitarbeiterstunden, Entsorgungskosten und Pumpenverschleiß auf einen soliden vierstelligen Betrag. Hochgerechnet auf die Vielzahl der Pumpwerke kommt da einiges zusammen.

Problem erhöht die Abwassergebühren

Dabei ist die Lösung für das Problem einfach: Feucht- und Hygienetücher, die nicht aus Papier bestehen, gehören nicht in die Toilette. Sie müssen über den Hausmüll entsorgt werden, ebenso wie feuchtes Toilettenpapier, das aus Polyester-Viskose-Gemisch oder aus mit Kunstharz gefestigten Fasern besteht. „Diese Tücher sind Abfall – auch wenn auf der Verpackung etwas anderes steht“, so Weißer. Da sie sich nicht oder viel zu langsam im Wasser auflösen, verstopfen sie Rohre und Pumpen und verursachen Mehrarbeit und höhere Kosten. „Zusammen mit anderen Hygieneartikeln, Haaren und Fetten ergeben sich fast unlösbare Verbindungen, die nur mit Zangen oder Sägen zu entfernen sind.“

Geschieht so eine Rohrverstopfung auf privatem Grund, tragen Hauseigentümer beziehungsweise Mieter übrigens direkt die anfallenden Kosten – passiert es im öffentlichen Kanalnetz, zahlen sie über die Abwassergebühren mit.

Experten begeistert von Mooshummel und Strandwinde

Wangerland/Wilhelmshaven (6. 7. 2026) – Seit 20 Jahren durchkämmen Artenkenner am „Nationalpark-Tag der Artenvielfalt“ in einem jährlich wechselnden Teilgebiet des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer die Naturlandschaft. In diesem Jahr haben 35 Expertinnen und Experten Lebensräume vor Schillig im Wangerland ins Visier genommen und eine große Biodiversität vorgefunden. „Dass wir hier auf dem Festland unmittelbar neben touristisch stark genutzten Bereichen eine hohe Zahl an verschiedenen Arten nachweisen konnten, ist ein großartiges Zeichen: „Nationalpark wirkt!“, erklärte Benedikt Wiggering, Dezernent für Biodiversität, Forschung und Monitoring der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. 

Über 20 Jahre hat sich ein Netzwerk von Expertinnen und Experten entwickelt, das die Artenvielfalt dokumentiert. Foto: Michael Räder/NLPV

Der Küstenort bietet eine für das friesländische Festland eher untypische Lebensraumvielfalt. Der Grund: Durch die ursprünglich künstlich geschaffenen Sandvorspülungen grenzen hier auf kleinstem Raum am Festland Salzwiesen, Dünen, Sandstrand, kleine Waldgebiete und die Watten direkt aneinander. Viele Übergänge und Grenzlebensräume bedeuten eine Fülle ökologischer Nischen für die unterschiedlichsten Lebensformen.

Sechsstündige Suche rund um Schillig

Am Treffpunkt begrüßte Wiggering die Teilnehmenden. Gruppen aus Spezialisten für bestimmte Tier- und Pflanzenarten schwärmten in verschiedene Bereiche des Schutzgebietes aus. Ihre sechsstündige Suche im Watt und an Land brachte zahlreiche spannende Nachweise zutage. Die Ausbeute wurde anschließend in der Jugendherberge Schillig zusammengetragen.

Aus der Gesamtliste von über 600 Arten stechen einige Funde hervor: Pflanzenkundler dokumentierten knapp 160 Gefäßpflanzen- und vier Moosarten. Neben typischen Küstengewächsen wie Stranddistel oder Dorniger Hauhechel sorgte ein Fund für besondere Begeisterung: Die Experten stießen auf die Strandwinde und konnten das größte Vorkommen dieser Art am Festland bestätigen.

Erstnachweis für Niedersachsen

Pilzkundler Jörg Albers kartierte beachtliche 32 Arten. In den feuchteren Bereichen des nahegelegenen Waldstücks stieß er unter anderem auf den Natternstieligen Schleimfuß. Für den Höhepunkt des Tages sorgte jedoch ein anderer Fund: Mit der Entdeckung eines Graskernlings (ein pflanzenparasitischer Pilz) gelang ein Erstnachweis für ganz Niedersachsen – möglicherweise, denn die genaue Bestimmung dieser Pilzart muss noch bestätigt werden.

In Schillig konnte die Strandwinde in der höchsten bekannten Bestandsdichte nachgewiesen werden. Foto: Benedikt Wiggering/NLPV

Das Team im Watt habe rund 30 Arten dokumentieren können, darunter verschiedene Algen und Arten des Wattbodens. Die Ergebnisse dieser Gruppe zeigten, wie dynamisch sich der Lebensraum verändert: Bei rund 20 Prozent der kartierten Arten handelte es sich um Neobiota (nicht-heimische Arten). Dazu zählten etwa die etablierte Pazifische Auster oder die Manila-Teppichmuschel, die erst vor zwei Jahren in Schillig erstmalig nachgewiesen werden konnte.

16 Wildbienenarten

Auch bei den Fluginsekten erwies sich Schillig als artenreich. Die Entomologie-Gruppe kartierte neben drei Libellenarten und einer Florfliege rund 70 Fliegen- sowie bis zu 16 Wildbienenarten. Den herausragende Fund in dieser Gruppe entdeckte Jana Deierling: Sie konnte ein Exemplar der in Deutschland stark gefährdeten Mooshummel nachweisen – ein Fund, der für große Freude sorgte und die Bedeutung intakter, vielfältiger Lebensräume unterstreicht.

Der Nationalpark ist reich an Insekten. Die Artenkenner kartierten elf Heuschrecken-, rund 50 Wanzen und mehr als 40 Zikadenarten. Auch die Käfer-Spezialist kamen mit etwa 60 unterschiedlichen Arten voll auf ihre Kosten. Seltener sind in Schillig die Schmetterlinge. Das Team verzeichnete 13 verschiedene Tagfalter-, darunter den bekannten Admiral, sowie elf Nachtfalterarten wie das auffällige Taubenschwänzchen.

Raubseeschwalbe auf Durchreise

Auch ein vielfältiges Bild zeigte sich bei den Wirbeltieren. Neben zehn Säugetier- und einer Amphibienart konnte die Gruppe der Ornithologen 75 verschiedene Vogelarten nachweisen. Für den Höhepunkt sorgte dabei die Sichtung einer Raubseeschwalbe – ein seltener Durchzügler auf dem Weg zwischen Brutgebieten an der Ostsee und Überwinterungsgebieten am Mittelmeer und in Afrika.

Nach Überflutungen: OOWV prüft Entwässerungssystem

Hooksiel/Wangerland (4. 7. 2026) –  Die Arbeiten an einem Generalentwässerungsplan (GEP) für die Gemeinde Wangelrand haben in der vergangenen Woche begonnen. Wie der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) auf Anfrage von „Hooksiel life“ mitteilt, habe der Verband ein externes Ingenieurbüro mit der Studie beauftragt. „Der GEP soll die bestehenden Entwässerungsstrukturen systematisch erfassen und eine Grundlage für notwendige Maßnahmen schaffen, so OOWV-Sprecher Heiko Poppen.

Immer wieder müssen Feuerwehr und THW nach Starkregenfällen ausrücken, um das Wasser aus Gräben wie hier an der Viethstraße, Kellern und von überfluteten Grundstücken abzupumpen. Foto: hol

Die Starkregenereignisse der vergangenen Tage hätten erneut gezeigt, vor welchen Herausforderungen Entwässerungssysteme angesichts immer häufiger auftretender Extremniederschläge stehen. Selbst leistungsfähige Entwässerungssysteme könnten dabei an ihre Belastungsgrenzen stoßen, so der OOWV. Die Überflutungsvorsorge im Starkregenfall erfordere ein abgestimmtes Zusammenwirken aller an den Entwässerungssystemen beteiligten Akteure.

Klärendes Gespräch mit der Gemeinde

Nach den großflächigen Überflutungen in Hooksiel am vergangenen Wochenende hatte es auch Kritik am OOWV gegeben. Unter anderem hatte der SPD-Ratsherr Holger Ulfers dem Verband Untätigkeit vorgeworfen. Die Gemeinde Wangerland hat die Oberflächenentwässerung an den Verband übertragen. Offenbar gibt es aber immer noch Unstimmigkeiten über die Aufgabenverteilung, insbesondere bei der Aufreinigung von offenen Gräben. 

„Richtig ist, dass es derzeit in einzelnen Punkten noch Abstimmungsbedarf zwischen der Gemeinde Wangerland und dem OOWV hinsichtlich der Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung gibt“, räumt der Verband ein. Dazu sei für Anfang August ein gemeinsames Gespräch vereinbart worden. „Ziel ist es, offene Fragen zu klären und die weitere Zusammenarbeit verbindlich abzustimmen. Auch die Frage, welche Anlagen im Einzelfall in die Unterhaltungspflicht des OOWV fallen, ist Gegenstand dieser Abstimmungen.“

Analyse der Schwachstellen

Für den Bereich Hooksiel müssten die konkreten Ursachen der Überflutungen sorgfältig ausgewertet werden. Dabei sind nach Ansicht des OOWV verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: etwa die Leistungsfähigkeit einzelner Entwässerungsanlagen, die örtlichen Gegebenheiten sowie die außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen. Poppen: „Auf dieser Grundlage werden wir gemeinsam bewerten, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen sinnvoll sind.“

Grundsätzlich weise der OOWV seit Jahren mit Partnern wie dem Landkreis, den Gemeinden und weiteren Akteuren darauf hin, dass sich private Grundeigentümer angesichts zunehmender Starkregenereignisse mit dem Schutz ihrer Gebäude vor möglichen Überflutungen beschäftigen sollten.  So empfiehlt der Verband Hauseigentümern unter anderem, sich grundsätzlich gegen Rückstau absichern, wenn sie einen Keller haben oder Räume im Gebäude ganz oder teilweise unterhalb der Straßenoberkante liegen.

Tipps für Hauseigentümer

Zum Schutz vor eindringendem Oberflächenwasser könnten Barrieren wie Schwellen oder Aufkantungen sinnvoll sein. „Auch Sandsäcke vor Kellerlichtschächten oder tieferliegenden Eingängen können im Ernstfall helfen“, so der OOWV. Darüber hinaus könnten Vordächer über Kellerzugängen sowie wasserdichte Fenster und Türen dazu beitragen, Gebäude besser vor eindringendem Wasser zu schützen.

Werbeanzeige
– Werbeanzeige –

Managementplan für den Schutz von Rotschenkel und Kiebitz

Wangerland (26. 6. 2026) – Was ist ein „Managementplan“ und wie können Naturschutz und Landwirtschaft zusammenarbeiten, um den Vogelschutz zu fördern? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt der Landkreis Friesland bei einem öffentlichen Informationsabend am Dienstag, 30. Juni, ab 19.30 Uhr im „Café Schild“ am Elisabethgroden im Wangerland. Alle Interessierten sind willkommen.

Vogelschutzgebiet

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises erarbeitet derzeit den „Managementplan“ für das Vogelschutzgebiet „V02 Wangerland binnendeichs“. Ein Managementplan ist eine naturschutzfachliche Planung, die Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung eines Schutzgebietes sowie seiner besonders schützenswerten Arten und Lebensräume beschreibt. Im Mittelpunkt stehen dabei die für das Gebiet besonders bedeutsamen Wiesenvogelarten wie Wiesenweihe, Kiebitz, Rotschenkel und Uferschnepfe. 

Rücksicht auf Küken und Gelege

Während des Informationsabends erläutern die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde die Ziele und Inhalte der Managementplanung. Sie erklären, was ein Managementplan ist, welchem Zweck er dient und welche Maßnahmen grundsätzlich infrage kommen. Dazu gehören beispielsweise eine angepasste Bewirtschaftung von Flächen sowie Maßnahmen zum Küken- und Gelegeschutz.

Im Anschluss haben die Gäste Gelegenheit, Fragen zu stellen, Anregungen einzubringen und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Unbedingt gehörigen Abstand zu Robben im Watt halten

Wilhelmshaven/Wangerland (16. 6. 2026) – Jedes Jahr werden im deutschen Wattenmeer mehr als 7.000 Seehunde geboren. Die Hauptgeburtszeit liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. 
Immer wieder werden so genannte „Heuler“ aufgefunden, also Seehunde im Alter von bis zu sechs Wochen, die von ihrer Mutter getrennt sind. 

Nicht jeder einsame Seehund am Strand ist ein hilfsbedürftiger „Heuler“. Robben ruhen sich auch einfach nur aus. Foto: Martin Stock / LKN.SH 

Wichtig, so die Nationalpark-Verwaltung: „Nicht jede allein liegende Robbe ist ein hilfsbedürftiger Heuler. Ob ein Seehundjunges tatsächlich Unterstützung braucht, können nur erfahrene Fachleute beurteilen.“ Wer ein Jungtier entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten, es nicht anfassen und auf keinen Fall aufnehmen.

Kontakt mit Menschen gefährlich

Schon der einfache Kontakt mit Menschen könne dazu führen, dass die Seehund-Mutter nicht mehr zurückkehrt und das Junge in Obhut genommen werden muss. „Außerdem können Robben beißen und Krankheiten übertragen, auch wenn sie gesund wirken“, warnen Seehund-Fachleute. 

Die Nationalparkverwaltung rät bei der Sichtung eines „Heulers“: Weiträumig Abstand halten (nach Möglichkeit 300 Meter), den Weg zum Wasser nicht versperren, ruhig bleiben, Hunde anleinen und von dem Tier fernhalten. „Das Jungtier soll unbedingt am Fundort belassen werden, damit die Mutter es gegebenenfalls wiederfinden kann.“

Ansprechpartner Seehundstation

Wer einen Heuler oder eine hilfsbedürftige Robbe findet, sollte den Fundort möglichst genau melden. Erster Ansprechpartner in Niedersachsen ist die Seehundstation Nationalpark-Haus Norddeich (Tel. 04931 97333-0).

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

SPD-Politiker sagen Küstenfischern ihre Unterstützung zu

Jadebusen (15. 5. 2926) – Um küstennahe Fanggebiete ging es jetzt in einem Gespräch der niedersächsischen Landtagsabgeordneten Karin Logemann (SPD) aus Berne und dem Fischer Jan-Walke Schröder am Dangaster Hafen. Schröder machte deutlich, dass insbesondere Fischer, die mit kleineren Fahrzeugen unterwegs sind, auf Priele und andere küstennahe Fanggebiete angewiesen sind. Eine weitere Einschränkung sei existenzgefährdend.

Die Landtagsabgeordnete Karin Logemann sprach am Dangaster Hafen mit Fischer Jan-Walke Schröder. Foto: Jan Lehmann

Die Politikerin aus der Wesermarsch, die unter anderem Fraktionssprecherin für Fischereipolitik ist, sagte den Fischern ihre Unterstützung zu. Sie wurde begleitet von Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, dessen Stellvertreterin Anke Kück (beide SPD), Manfred Hoffmann vom Kurverein Dangast und den Vareler Sozialdemokraten Sören Mandel und Jan Lehmann

Alle versicherten Jan-Walke Schröder ihre Unterstützung zum Erhalt von Fanggebieten im Jadebusen und in der Jade zu. „Es darf keine faktischen Berufsverbote geben“, betonte Wagner, der die wirtschaftliche Bedeutung der Küstenfischerei für Varel besonders hervorhob. Erst kürzlich hatte sich die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) dafür ausgesprochen, bei der Auswahl möglicher Schutzgebiete unbedingt die Fischer mit einzubeziehen.

Verunsichert sind die Niedersächsischen Küstenfischer wegen einer EU-Vorgabe, die die Ausweisung weiterer strenger Schutzgebiete vorsieht und vom Land Niedersachsen umgesetzt werden muss. Suchräume für mögliche Schutzgebiete werden derzeit identifiziert. Die Fischer fordern, dabei beteiligt zu werden.

Wangerland Touristik Thalassa
– Werbeanzeige –

Einheimische können Verborgenes im Wattenmeer entdecken

Wilhelmshaven/Wangerland (12. 6. 2026) – Neben dem 40-jährigen Bestehen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer wird in diesem Jahr die Anerkennung des Wattenmeeres als UNESCO-Weltnaturerbe vom 26. Juni 2009 gefeiert. Die in Wilhelmshaven beheimatete Nationalparkverwaltung lädt mit zertifizierten Nationalpark-Führerinnen oder -Führern zu einem vielfältigen Programm ein. 

Im Rahmen des Weltnaturerbe-Geburtstages können Einheimische den Nationalpark bei Wattführungen erkunden. Foto: Melanka Helm/NLPVW

Von Donnerstag, 25., bis Sonntag, 28. Juni, finden entlang der niedersächsischen Küste und auf vielen Inseln Naturerlebnis-Veranstaltungen statt. Einheimische können kostenfrei an einer der Führungen teilnehmen und dabei das Wattenmeer vor ihrer Haustür unmittelbar erleben.

Zahlreiche Veranstaltungen

„Das Wattenmeer ist Wildnis von Weltrang im Großformat und von universellem Wert aus der Perspektive der Vereinten Nationen”, betont Florian Carius, Dezernent bei der Nationalparkverwaltung. „Nationalpark-Führungen unterstützen dabei, die auf den ersten Blick verborgenen Besonderheiten dieser veränderlichen Naturlandschaft zu entdecken und ihre Einzigartigkeit bewusst zu erleben.“ Ziel sei es, die globale Bedeutung des Weltnaturerbes zu vermitteln und so für seinen Schutz zu sensibilisieren. 

Für die meisten Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Informationen zu Treffpunkten und Ausrüstung werden direkt von den jeweiligen Veranstaltenden bereitgestellt. Zudem werden Führungen für geschlossene Gruppen, etwa in Kooperation mit Seniorenheimen oder Schulklassen, angeboten.

Führungen im Wangerland

Im Bereich der Gemeinde Wangerland werden gleich mehrere Veranstaltungen angeboten: „Bequem Vögel beobachten“ heißt es etwa am 28. Juni ab 13.30 Uhr in Horumersiel. Treffpunkt ist am Horumersieler Hafen. Im Nahbereich hat man direkten Einblick in Hochwasserrastplätze, eine Salzwiese, das Watt mit den Lahnungen sowie auch das Wangertief als Süßwasserlebensraum. Diese Führung dauern etwa zwei Stunden. Anmeldung erforderlich bei Nationalpark-Führerin und Ornithologin Susanne Mickstein (Tel. 04421/7728240) oder per E-Mail an susanne.mickstein@gmx.de.

Ebenfalls am 28. Juni um 11 Uhr startet in Minsen (Treff: Seewiefken-Skulptur) eine Salzwiesenführung in den Elisabethaußengroden. Anbieter ist das Nationalpark-Haus Wangerland. Anmeldung entweder per Mail (nationalparkhaus@wangerland.de )oder telefonisch unter 04426/90470-0. 

In Schillig kann man am 26. Juni ab 20 Uhr eine „Vogelführung in den Sonnenuntergang“ erleben. Während der Führung werden an der Lagune und den Hochwasserrastplätzen Vögel beobachtet, etwa Regenpfeifer und andere Watvögel, Enten, Gänse, Möwen und Singvögel. Die Tour mit gemeinsamem Picknick dauert etwa drei Stunden. Treffpunkt ist am Deichaufgang bei der Jugendherberge. Anmeldung erforderlich bei Nationalpark-Führerin und Ornithologin Susanne Mickstein (Tel. 04421/7728240) oder per E-Mail an susanne.mickstein@gmx.de.

Wanderungen mit Kind und Hund

Am 26. Juni um 14 Uhr, 27. Juni um 15 Uhr und am 28. Juni um 16 Uhr werden Wanderungen zur Vogelinsel Minsener Oog angeboten. Für Hin- und Rückweg werden etwa viereinhalb Stunden veranschlagt. Treffpunkt ist die Bäckerei „Lorenz Victorbur“ am Strand von Schillig. Die Führung übernimmt Nationalpark-Führer Rolf Tiegges. Rückfragen unter Telefon 0152/22633234 möglich.

Eine küstennahe Wattwanderung am 28. Juni ab 15.30 Uhr ab Schillig (Weltentor) trägt den Nahmen „Watt zum Schnuppern – Wattwanderung für Zwei- und Vierbeiner“. Sie ist insbesondere für Familien mit Kindern ab 6 Jahre (mit oder ohne Hund) geeignet. Begleiterin ist Nationalparkführerin Sandra Dunkmann. Anmeldung unter 0157/81797261 oder per Mail an WattwandernmitSandra@web.de.

Besuch bei den Vogelwarten

Der Nationalpark-Führer Jürgen Wackwitz nimmt am 28. Juni ab 15:30 Uhr Interessierte mit zu einer etwa fünfstündigen Wattwanderung nach Minsener Oog. Die Themen: Was sagen die Vogelwärter? Welche Zugvögel sind da? Und was macht das Brutgeschäft? Treffpunkt ist das Weltentor in Schillig. Anmeldung telefonisch unter 04461/3149 (mit AB) oder 0162-3449878 sowie per Mail (miniorarts@gmx.de). 

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –

Schweinswal nach zunächst erfolgreicher Rettung gestorben

Wangerland (5. 6. 2025) – Die Parallelen zum Ostseewal „Timmy“ sind unverkennbar. Bekanntlich war der mächtige Buckelwal, der sich in die Ostsee verirrt hatte und dort gestrandet war, in einer aufwendigen Rettungsaktion in die Nordsee gebracht worden – dann dort aber wenig später gestorben. Ähnlich erging es einem jungen Schweinswal, der am Donnerstag im Wangerländer Watt entdeckt worden war. Heute Mittag meldet die Polizei, dass das Tier inzwischen verendet sei.

Feuerwehr und Polizei retteten diesen hilflosen Schweinswal aus einer bedrohlichen Lage im Watt. Dennoch starb das Tier. Foto Polizei

Dabei waren alle Retter wenige Stunden zuvor noch sehr zuversichtlich. Ihr außergewöhnlicher Einsatz war am Donnerstag gegen 18 Uhr ausgelöst worden, nachdem bei der Polizei die Meldung über ein etwa drei Meter großes, hilfloses Tier eingegangen war, das im Wattenmeer vor Schillig gefangen sei.

Vor Ort bestätigte sich die Befürchtung: Ein Schweinswal hatte bei Ebbe den Weg zurück ins tiefe Wasser verpasst und lag völlig entkräftet im Watt. Es handelte sich allerdings um ein nur etwa 50 Zentimeter großes Jungtier, das offenbar von seiner Mutter getrennt worden war. In einer Gemeinschaftsaktion mobilisierten die Beamten der Polizei und der hinzugezogenen Feuerwehren Hohenkirchen und Minsen alle Kräfte, um das sichtlich erschöpfte Tier zu retten. Dem Einsatzteam gelang es, den Wal sicher aus seiner lebensbedrohlichen Lage zu bergen.

Zunächst gingen die Retter davon aus, dass ihr Einsatz sich auch für das Tier gelohnt hat. Heute Mittag dann die traurige Nachricht. „Der zunächst gerettete Schweinswal ist gestorben.“ Ein Fachmann der Seehundstation Nationalpark-Haus Norden-Norddeich hat den Tod festgestellt. Die Hilfe war offenbar zu spät gekommen.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages aktualisiert.

- Werbeanzeige -
– Werbeanzeige –