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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Comedian Miriam Boes verspricht heiße Rhythmen und knackige Kerle

Wangerland (16. 6. 2023) – Am Dienstag, 27. Juni, startet das Wangerland in den „Comedy-Sommer 2023“. Gleich zum Auftakt kommt mit Mirja Boes eine der erfolgreichsten deutschen Komikerinnen nach Horumersiel. Mit ihrem Programm „Heute Hü und morgen auch!“ steht die mehrfache Gewinnerin des Deutschen Comedypreis gemeinsam mit ihrer Band „Die Honkey Donkeys“ auf der Bühne im Haus des Gastes. 

„Das neue Programm ist einfach saulustig, bis zum Anschlag bekloppt, zum Schreien schön und manchmal auch zum Heulen. Eben voll Möhre Mirja!“, verspricht das Team Boes. „Außerdem gibt es neue Songs, heiße Rhythmen und knackige Kerle.“ 

Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Tickets sind ab 26 Euro erhältlich unter wangerland.de und in den Tourist-Informationen Horumersiel und Hooksiel. 

Private Vermieter skeptisch: WTG darf nicht als Konkurrent auftreten

Wangerland/Hooksiel (15. 6. 2023) – Auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche nördlich des Großparkplatzes in Schillig soll eine Feriensiedlung mit bis zu 14 Mobil-Homes entstehen. Der Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung hat den Entwürfen für die Änderung des Baurechts mehrheitlich zugestimmt. Die finale Entscheidung trifft der Rat auf seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 27. Juni.

Die Initiative für das Projekt geht auf die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) zurück, der das zum Campingplatz gehörende Areal auch gehört. Die neue Nutzung für „Mobilhomes/Camping und Gastronomie“ würde nach Überzeugung der Planer der Destination Wangerland und der Ortschaft Schillig gut tun, da das touristische Angebot erweitert wird. Kontrovers diskutiert wurde im Ausschuss darüber, ob es Aufgabe der WTG sein kann, ein entsprechendes Ferienhaus-Angebot zu schaffen und möglicherweise auch selbst zu betreiben.

Bis zu 14 Mobil-Homes am Strand von Schillig

Heiko Mannott, Vertreter der Dorfgemeinschaft Horumersiel im Ausschuss, brachte den Unmut der privaten Vermieter im Umfeld darüber zum Ausdruck, dass die gemeindeeigene WTG, die den Tourismus in der Gemeinde fördern soll, künftig als Betreiber eine Ferienhaus-Siedlung als Konkurrent im Vermietungssektor auftreten könne. Mannott: „Die WTG sollte die Vermietung von Ferien-Immobilien anderen überlassen, die das im Zweifel auch besser können.“ 

Ratsherr Immo Müller (UWW) hält es sogar mit Blick auf die niedersächsische Kommunalverfassung für „rechtlich äußerst fragwürdig“, wenn sich die WTG privatwirtschaftlich engagiert. Reiner Tammen (Grüne) bezeichnete das wiederum als abwegig. Wie im Nachgang bekannt wurde, hat die WTG genau zu dieser Frage bereits im Vorfeld eine rechtliche Stellungnahme eingeholt. Die Fachkanzlei sieht in der Vermietung der Mobil-Homes eine „bloße Annextätigkeit“, also ein Anhängsel an die Hauptaufgaben, für die im öffentlichen Interesse agierende WTG und damit eine „zulässige wirtschaftliche Tätigkeit“. 

WTG-Geschäftsführer Armin Kanning sieht sein Unternehmen auch nicht auf dem Weg zu einem Konkurrenten privater Vermieter von Ferienwohnungen. „Die Mobil-Homes sind eine zeitgemäße Weiterentwicklung unseres Campingplatz-Angebotes.“ 

Ob die WTG tatsächlich am Ende auch die Vermietung der bis zu 50 Quadratmeter großen Mobil-Homes (Müller: „Ferienwohnungen in 1-A-Lage“) übernehmen wird, ist nach den Worten von Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) noch nicht klar. Denkbar wäre auch ein Betreiber-Modell. Bei dem aktuellen Ratsbeschluss gehe es ohnehin erst einmal nur um das Planungsrecht, sagte SPD-Fraktionschef Holger Ulfers

Wohnmobil-Stellplätze rechtlich abgesichert

Ohne inhaltliche Bedenken ließ der Ausschuss im Anschluss die Pläne für den Bebauungsplan „Campingplatz Hooksiel-Ostdüne“ passieren. Damit soll unter anderem die bereits seit Jahren betriebene Wurt mit Stellplätzen für Wohnmobilisten neben dem eigentlichen Campingplatz baurechtlich gesichert werden. 

Landkreis untersagt den Betrieb von illegalen Ferienwohnungen

Wangerland/Hooksiel (14. 6. 2023) – Die im vergangenen Jahr angeschobene Gemeinde-Entwicklungsplanung im Wangerland ist noch voll in Gang. Jetzt wird die Tragweite der kommunalen Entscheidungen sichtbar. Mit Thomas Gehlenburg und Rainer Zechner haben zwei Investoren in Ferienwohnungen in Horumersiel vom Landkreis Friesland die Aufforderung erhalten, die unzulässige Vermietung einzustellen.

Gehlenburg und Zechner meldeten sich am Dienstag Abend während der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Gemeinderates im Rathaus in Hohenkirchen zu Wort. Beide haben nach eigenem Bekunden selbst bei der Gemeinde gemeldet, dass sie Ferienwohnungen im Pommernweg beziehungsweise Am Tief in Horumersiel betreiben – in Wohngebieten, in denen Ferienwohnungen nach derzeitiger Rechtslage eigentlich nicht zulässig sind. 

Bürgermeister mit Zusage zu weit vorgeprescht

Die Selbstanzeige könnte den Investoren jetzt zum Verhängnis werden. Sie hatten auf eine Aussage von Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) vertraut, der in einer öffentlichen Beratung zur Entwicklungsplanung gesagt hatte: „Niemand soll seine Ferienwohnung schließen müssen.“ Szlezak räumte jetzt ein: „Mit der Aussage bin ich zu weit vorgeprescht.“ Es habe sich gezeigt, dass es nicht so einfach möglich sei, die baurechtlichen Fehler zu heilen.

Der Antrag, die illegalen Ferienwohnungen der Familien Zechner und Gehlenburg in dem Wohngebiet zu dulden, sei politisch in der Gemeinde abgelehnt worden. Mehr noch: Die Gemeinde reichte den Vorgang an die Genehmigungsbehörde, den Landkreis Friesland, weiter, der jetzt die illegale Nutzung untersagt hat. Zechner gegenüber „Hooksiel-Life“: „Wir haben unsere Ferienwohnungen bis zum Saisonende vermietet. Jetzt wird mir unter Androhung eines Bußgeldes ab sofort untersagt, die Wohnungen weiter zu vermieten …. Ich verstehe das nicht. Die Gemeinde lebt doch vom Tourismus.“

Selbstanzeige wird zum Bumerang

„Wir haben sicher nicht alles richtig gemacht“, räumt Gehlenberg ein. „Aber nicht nur wir.“ Er halte es nicht für in Ordnung, dass gerade diejenigen, die selbst auf ihren Fehler hinweisen, von der Gemeinde angezeigt und vom Landkreis mit harten Konsequenzen bedroht werden. „Wenn wir die Ferienwohnungen nicht mehr vermieten dürfen, bin ich am Ende.“

Jeder wisse, dass im Wangerland eine Vielzahl von Ferienwohnungen seit Jahren und Jahrzehnten illegal betrieben werden. Zum Beispiel in reinen Wohngebieten. „Eigentlich müsste jetzt alles geschlossen werden, was nicht genehmigt ist“, stellte Gehlenberg fest.

Ob es so weit kommt? Wie Bürgermeister Szlezak sagte, habe die Gemeinde Wangerland keine Kenntnis davon, wo nicht-genehmigte Ferienwohnungen betrieben werden. Entsprechende Recherchen würden die Verwaltung überfordern. Zudem sei die Anpassung der Bebauungspläne im Wangerland noch nicht abgeschlossen. Letztlich werde von Bereich zu Bereich zu prüfen sein, inwieweit illegal betriebene Ferienwohnungen nachträglich zu legalisieren sind. Derzeit würden die Behörden nur dann aktiv, wenn eine illegale Nutzung angezeigt wird – egal ob von einem genervten Nachbarn oder vom Betreiber selbst.

Suche nach Lösung geht weiter

Gibt es für die Ferienwohnungen von Gehlenberg und Zechner noch eine Perspektive? Eher nicht. Aber Ausschuss-Vorsitzender Reiner Tammen (Grüne) vertrat die Ansicht, dass die Behörden die Betroffenen mit ihrem Dilemma nicht allein lassen dürften. Bürgermeister Szlezak bot einen Gesprächstermin an, bei dem man über Lösungen nachdenken könne.

Seit 2017 gelten Ferienwohnungen bundesweit als eigenständige Nutzungsform, die in Bebauungsplänen berücksichtigt werden muss. Das ist selbst noch nicht in allen Bebauungsplänen geschehen, in denen das grundsätzlich möglich wäre. Durch die Eindämmung von illegalen Ferienwohnungen sollen vor allem Gebiete fürs Dauerwohnen gesichert werden.

Hartmut Seetzen – Interessenvertreter mit Gespür für gute Kompromisse

Friesland (12. 6. 2023) – Der Kreislandvolkverband Friesland e. V. hat einen neuen Vorsitzenden. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der Interessenvertretung in Bockhorn-Steinhausen wurde Hartmut Seetzen verabschiedet. Der Landwirt aus Varel war 2002 zum Nachfolger von Hajo Tjarks (Wangerland) gewählt worden. Er stand mithin 21 Jahre lang an der Spitze des Verbandes. Zu seinem Nachfolger wählte das Kreislandvolk einstimmig Lars Kaper (49) aus Varel.

Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen, steckte Seetzen für dessen Verdienste die goldene Ehrennadel des Dachverbandes an. Friesland Landrat Sven Ambrosy würdige ebenso wie Hennies das ausgeglichene Gemüt und die Dialog-Bereitschaft des scheidenden Vorsitzenden. Seetzen habe maßgeblichen Anteil daran, dass im Landkreis Friesland bei potenziellen Konflikten zwischen den Interessen der Landwirtschaft und anderen öffentlichen Belangen fast immer der best mögliche Kompromiss gefunden wurde. 

Als Beispiele nannte Ambrosy die Landesraumordnungs-Planung, die Ausweisung von FFH- und Natura-2000-Gebieten sowie aktuell die Planung und den Bau von Leitungstrassen für Strom und Gas, die für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar seien. Der Landrat forderte in diesem Zusammenhang eine Konzessionsabgabe, von der Städte und Gemeinde profitierten sollen, deren Planungshoheit und Entwicklungschancen durch die Leitungen erheblich beeinträchtigt werden. 

Hartmut Seetzen
Der Präsident des Landvolks Niedersachsen, Dr. Holger Hennies (li.), steckt dem scheidenden Vorsitzenden des Kreislandvolkverbandes Friesland, Hartmut Seetzen, die goldene Ehrennadel des Verbandes an.

Als Dritter im Bunde sprach Tom Nietiedt, Präsident des Arbeitgeber- und Wirschaftsverbandes Jade (AWV) aus Wilhelmshaven, Seetzen seinen Dank aus. Dieser habe maßgeblichen Anteil daran, dass beide Verbände nah zusammengerückt seien und mit einer starken Stimme für den Wirtschaftsraum sprächen. 

Seetzen ließ in seinem Rückblick die Entwicklung der Landwirtschaft und des Kreislandvolk-Verbandes Revue passieren. In den Anfangsjahren nach dem 2. Weltkrieg habe die Sicherung der Ernährung der Bevölkerung eine zentrale Rolle gespielt. „Wir Landwirte sind stolz darauf, gesunde Lebensmittel zu produzieren.“ Der scheidende Verbandsvorsitzende warnte vor einer Politik, die die Selbstversorgungsquote mit Lebensmitteln in Deutschland immer weiter senkte. „Haben wir denn aus der Corona-Krise gar nichts gelernt?“

Produktions-Verlagerung schadet dem Klima

Landvolk-Präsident Hennies räumte ein, dass Deutschland sich auf dem Weltmarkt Lebensmittel kaufen könne, damit hier niemand hungern muss. Diese Produkte würden aber anderen Ländern weggekauft. Produktion, die in Deutschland aus ökologischen Gründen zurückgefahren werde, werde in anderen Teilen der Welt wieder aufgebaut – vornehmlich durch Landnahme mit entsprechend negativen Folgen für das Klima. 

Die deutsche Landwirtschaft sei auf einem guten Weg, ihre Klima- und Umweltziele zu erreichen. Die Politik in Berlin und Brüssel müsse den Betrieb dafür aber auch eine gesellschaftliche Perspektive geben. Hennies klagte über immer neue Verordnungen und Auflagen, die sich häufig als Bürokratiemonster entpuppen würden. Die geplanten neuen EU-Immissionsschutzregeln seien ein schwerer Schlag für Familienbetriebe. Mittelgroße Viehhalterbetriebe würden mit falschen Zahlen zu „Industrie“ erklärt und dann mit strengsten Auflagen belegt. „Lebensmittel werden teuerer, die Produktivität der Betriebe sinkt, die Produktion verlagert sich ins Ausland – und das zu Lasten des Klimas“, warnte der Bauernpräsident.

EWEtel macht Fremdfirma für Schäden am Glasfasernetz verantwortlich

Hooksiel (9. 6. 2023) – Wie hat die Welt bloß ohne Internet funktioniert? Viele Betroffene eine noch schwierigere Frage: Wie verbringe ich zwei komplette Tage ohne Fernsehempfang?

Mehrere Tausend Kundinnen und Kunden verschiedener Telefon- und Telekommunikations-Unternehmen waren von einem Störfall betroffen. Bis Donnerstagabend ging in vielen Haushalten in Wilhelmshaven sowie im Landkreis Friesland – darunter auch in Hooksiel – nichts mehr.

Heute war die Erleichterung beim Glasfasernetz-Betreiber EWEtel in Oldenburg groß. „Das Wichtigste haben wir erreicht: Die Kundinnen und Kunden sind wieder online“, sagt EWE-Pressesprecher Mathias Radowsky gegenüber „Hooskiel-Life“. 

Baugrube zugeschüttet und Schaden nicht gemeldet

Bei Bauarbeiten in Schortens habe eine Fremdfirma mehrere Glasfaser-Trassen von EWEtel zerstört. „Das Bauunternehmen hat den Schaden nicht gemeldet und die Baugrube direkt wieder zugeschüttet“, schildert der Unternehmens-Sprecher. „Unsere Techniker haben mit Hochdruck daran gearbeitet, den Schaden zu reparieren und die Glasfaserkabel wieder zu verbinden.“

Da die Beschädigungen sehr umfangreich gewesen seien, hätte die Reparaturarbeiten bis in die Nacht zum Freitag gedauert Von dem Ausfall seien Kunden verschiedener Anbietern betroffen, die die Glasfaser-Infrastruktur der EWEtel mit nutzen. Ob durch den Ausfall der Dienstleitungen Entschädigungsansprüche für Kunden entstanden seien, werde man jetzt bewerten müssen, so Radowsky. Das sei unter anderem von den individuellen Verträgen abhängig. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die durch das sehr unachtsame Vorgehen der Fremdfirma ausgelöst wurden.“

Zu den Nutzer der Glasfaser-Stränge von EWEtel gehört auch das Unternehmen Vodafone. Mussten aufs Internet und aufs Kabelfernsehen verzichten. Wie ein Unternehmenssprecher gegenüber „Hooksiel-Life“ sagte, habe man jederzeit im engen Austausch mit der EWEtel gestanden. „Leider war es uns nicht möglich eine Umleitungsstrecke einzurichten“. Die Zahl der betroffenen Kunden allein bei Vodafone habe im vierstelligen Bereich gelegen.

Auch Polizei von Störfall betroffen

Zu den Betroffenen des Störfalls gehörte übrigens neben der Netzzeitung „Hooksiel-Life“ auch die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Wie ein Polizeisprecher bestätigte, seien die Email-Verbindungen und das Vorgangsbearbeitungs-System „Nivadis“ nicht mehr funktionsfähig gewesen. In solchen Fällen, so der Sprecher, greife die Polizei auf so genannte „Rückfallebenen“ zurück. So habe die Handlungsfähigkeit in sämtlichen Organisationsbereichen aufrechterhalten werden können. Besonders wichtig: „Der Netzausfall hatte keinerlei Auswirkungen auf Notrufe, da diese zentralisiert in Oldenburg auflaufen.“

Volkszählung im Wattenmeer: Jäger nehmen Seehunde ins Visier

Seehund Laves
Der Bestand der Seehunde im Wattenmeer wird jährlich gezählt. Foto: LAVES

Wangerland/Friesland (7. 6. 2023) – Die ersten jungen Seehunde sind schon auf den Sandbänken zu entdecken. Zeit für den Start der diesjährigen Seehundzählflüge: Los geht es am Freitag, 9. Juni.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat fünf Termine mit insgesamt 15 Flügen vor der niedersächsischen Küste organisiert. Die Termine: 9. Juni, 24. Juni, 27. Juni und 7. August. Der letzte Flug ist für Mittwoch, 23. August, geplant. Die Seehundzählungen finden im Rahmen des internationalen Seehundschutzabkommens zeitgleich in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden statt.

Das niedersächsische Küstengebiet wird in drei etwa gleich große Zählabschnitte unterteilt. Drei Kleinflugzeuge starten gleichzeitig; jedes übernimmt einen Abschnitt. Es geht bei Niedrigwasser ab Emden, Sande-Mariensiel und Nordholz los. Eine gute Zeit für die Zählung, denn bei Niedrigwasser sammeln sich viele Seehunde auf den Sandbänken. Sie kümmern sich um ihren Nachwuchs, sonnen sich und wechseln ihr Fell.

Auch in diesem Jahr haben sich laut Landesamt niedersächsische Jäger bereit erklärt, Zählungen ehrenamtlich zu übernehmen. Eine Aufgabe, die die erfahrenen Zähler teilweise bereits seit Jahrzehnten ausüben. Begleitet werden sie von Wissenschaftlern des LAVES, die sich erste Eindrücke über den aktuellen Gesundheitszustand der Meeresbewohner verschaffen.

Seehunde sind ein wichtiger Bioindikator für den einzigartigen Lebensraum Wattenmeer. Neben der Zählung wird der Seehundbestand durch ein Gesundheitsmonitoring überwacht, gestrandete Tiere werden in der Pathologie des LAVES in Oldenburg untersucht.

Der Seehundbestand hat sich in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert: 8.723 Seehunde wurden 2022 erfasst, 2021 waren es noch 10.277 Seehunde. Der Nachwuchs: 2.176 Jungtiere wurden 2022 gezählt, in 2021.

Rückzug von Rundinsel: Helma-Chefin spricht von schwerer Entscheidung

Wangerland/Hohenkirchen (6. 6. 2013) – Andrea Sander, Vorstandsvorsitzende der Helma Eigenheimbau AG (Lehrte), hat des Rückzug des Unternehmens von der Bebauung der Rundinsel im Wangermeer gegenüber „Hooksiel-Life“ bedauert. Der Grund dafür liege in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Die größte Wirtschaftskrise der Immobilienbranche mit sich ständig ändernden Marktbedingungen zwingt uns auch zu kurzfristigen Reaktionen.“

Die zur Unternehmensgruppe gehörende „Helma Ferienimmobilien GmbH“ hatte Ende Mai überraschend ihr Angebot für das Projekt in Hohenkirchen zurückgezogen. Das sei für die Unternehmens-Verantwortlichen eine schwere Entscheidung gewesen, beteuert Andrea Sander in einer Erklärung. Die Gespräche mit der Gemeinde und Bürgermeister Mario Szlezak über den Kauf und die Bebauung der Rundinsel im Wangermeer seien sehr positiv verlaufen. „Wir haben bis zuletzt daran gearbeitet, dass wir mit unserer großen Erfahrung und unserem Erfolg bei Ferienimmobilien auch die Bebauung auf der Rundinsel im Wangermeer realisieren“, so Andrea Sander.

Das Unternehmen Helma hatte sich im Herbst vergangenen Jahres in einem öffentlichen Vergabeverfahren gegen vier Mitbewerber durchgesetzt. Auf der künstlich geschaffenen Insel am Rande von Hohenkirchen sollten danach neben Service-, Gewerbe- und Funktionsgebäuden 160 Ferien- und 20 Dauer-Wohnhäuser gebaut werden. Geschätztes Investitionsvolumen: 50 bis 60 Millionen Euro. Der Kaufpreis hätte 6,65 Millionen Euro in die Kassen der Gemeinde spülen sollen.

Bürgermeister Szlezak hatte nach dem Rückzug von Helma bekräftigt, dass die Gemeinde auch weiterhin nach einem Investor für die Insel suchen wird. Über das geplante weitere Vorgehen wurde bislang noch nichts bekannt. 

90 Jahre Landkreis Friesland: Mit Landrat Ambrosy unterwegs

Friesland (6. 6. 2013) – Anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Landkreises Friesland bietet die Veranstaltungsreihe „Mit dem Landrat unterwegs“ die Möglichkeit, mit Landrat Sven Ambrosy hinter die ein oder andere Kulisse der Arbeit der Kreisverwaltung zu blicken. Interessierte können sich unter www.friesland.de/90jahre für die verschiedenen Veranstaltungen anmelden.

Los geht es am Donnerstag, 22. Juni, mit der Inspektion des Sander Sees. Landrat und Bürger werden dort ab 9.30 Uhr mit dem Gesundheitsamt am Ufer und von einem Boot aus Gewässerproben nehmen. Geplant sind zudem vier weitere Aktionen. Am Freitag, 7. Juli, geht es von 10 bis 12 Uhr mit Fachleuten des Landkreises und Ambrosy durch das Bockhorner Moor. Das Bockhorner Moor ist seit fast 40 Jahren Naturschutzgebiet.

Sven Ambrosy

Am Donnerstag, 17. August, 10 bis 12 Uhr, steht ein Besuch im Abfall-Wirtschafts-Zentrum (AWZ) in Wiefels auf dem Programm. Gelegenheit, sich mit Landrat Ambrosy (Foto) über den öffentlichen Nahverkehrs und den Tourismus in der Region auszutauschen, haben Interessierte am Freitag, 15. September, wenn es mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) von Varel Richtung Dangast geht. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe „Mit dem Landrat unterwegs“ bildet die Besichtigung der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Jever am Mittwoch, 11. Oktober. Los geht es um 17.30 Uhr. 

Die Teilnehmerzahl für die einzelnen Veranstaltungen ist begrenzt. Anmeldungen sind online möglich und werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Einen Überblick und weitere Informationen zu „Mit dem Landrat unterwegs“ sowie die Anmeldemöglichkeit gibt es auf der Website des Landkreises.

Jens-Olaf Fianke aus Varel neuer Kreisbrandmeister in Friesland

Olaf Franke Feuerwehr
Der neue Kreisbrandmeister für den Landkreis Friesland Olaf Fianke (vorn, von links) mit seinem Vorgänger Gerhard Zunken, Frieslands Landrat Sven Ambros und dem neuer stellvertretenden Kreisbrandmeister Dirk Heuern. Dahinter (v. l.) Timo Dorn, Danny Rieck sowie Bernd Niebuhr aus der Kreisverwaltung. Foto: Landkreis

Friesland (3. 6. 2023) – Der Landkreis Friesland hat seit dem 1. Juni mit Jens-Olaf Fianke einen neuen Kreisbrandmeister. Neuer Stellvertreter wird Dirk Heuer. Die Amtszeit des Duos beträgt sechs Jahre. Beim ehrenamtlich arbeitenden Kreisbrandmeister laufen die Fäden für die Unterstützung des Landkreises bei den Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz zusammen.

Fianke war zuvor zwölf Jahre lang stellvertretender Kreisbrandmeister. Der 60-jährige Vareler ist seit 1980 Angehöriger der Ortsfeuerwehr Varel. Heuer ist seit 2013 Mitglied der Ortsfeuerwehr Schortens und des Gefahrgutzugs des Landkreises Friesland. Seine Feuerwehrkarriere begann in Diepholz. 

Zuvor hatte Gerhard Zunken zwölf Jahre lang das Amt des Kreisbrandmeisters inne. Zunken ist seit 1978 Angehöriger der Ortsfeuerwehr Accum. Der heute 63-Jährige wurde 2011 erstmals, 2017 zum zweiten Mal in das Amt des Kreisbrandmeisters des Landkreises Friesland berufen. Für seinen jahrelangen Einsatz für die Menschen in der Region dankt Frieslands Landrat Sven Ambrosy: „Danke für diese gewaltige Leistung für die Sicherheit und den Schutz der Menschen in Friesland.“

Der Kreisbrandmeister leitet die Kreisfeuerwehr, in Friesland also die Gesamtheit von 22 Ortsfeuerwehren und die Feuerwehrtechnische Zentrale. Er unterstützt den Landkreis ehrenamtlich bei der Umsetzung der dem Kreis übertragenen Aufgaben im Brand- und Katastrophenschutz und stehen mit ihrem Fachwissen dem Landkreis und den angeschlossenen Kommunen zur Verfügung.

Nachtrag: Jens-Olaf Fianke ist am 14. Januar 2025 im Alter von 61 Jahren gestorben

Touristiker fordern auch zu Silvester Verbot für Böller und Raketen am Deich

Wangerland/Hooksiel (2. 6. 2023) – Das „Wangerländer Deichleuchten“ zu Silvester soll zu einem Markenzeichen der Gemeinde werden. Nach den Worten von Larissa Strangmann, Marketingleiterin der Wangerland Touristik GmbH (WTG), sei die Aktion, die erstmals zum Jahreswechsel 2022/2023 veranstaltet wurde, deutschlandweit auf positive Reaktionen gestoßen. Statt mit Raketen und Böllern wurde an den Stränden im Wangerland, direkt am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer in Hooksiel, Schillig und Horumersiel, das neue Jahr mit Fackeln, Lichtern und Leuten begrüßt – ruhig und umweltbewusst.

„Wir haben mit dem Deichleuchten etwas Besonderes geschaffen“, betonte Larisa Strangmann vor dem Tourismus-Ausschuss der Gemeinde. „Das sollten wir weiter ausbauen.“ Die Belastungen von Natur und Umwelt durch Böller und Silvesterraketen sei nicht mehr zeitgemäß und passe auch nicht mehr zu Nachhaltigkeits-Strategie der WTG. 

Deichleuchten am Nationalpark Wattenmeer
Zu Silvester Fackeln und Leuchten statt Böller und Raketen: Die Wangerland Touristik will das „Deichleuchten“ zum Markenzeichen für Wangerland machen. Foto: Cristian Stankovic

WTG-Geschäftsführer Armin Kanning forderte die Gemeindevertreter auf, als Zeichen der Unterstützung dieses Kurses eine Satzung zu erlassen, die das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in allen Erholungsgebieten in der Gemeinde, auf jeden Fall aber vor dem Deich, zu verbieten. 

Im Rahmen der nachhaltigen Förderung des Umwelt- und Gesundheits-Tourismus habe man inzwischen alle Zigaretten-Automaten an WTG-Gebäuden abgebaut, sagte Larissa Strangmann. Als nächster Schritt könnte das Ausweisen von raucherfreien Strandabschnitten erfolgen. Gerade die am Strand zurückgelassenen Zigarettenkippen seien eine erhebliche Belastung. 

Kanning: Irgendwo muss das Geld ja herkommen

Die vor wenigen Tagen eingeführten Parkgebühren vor dem Hooksieler Badestrand lösen nicht nur positive Reaktionen aus, berichteten Erwin Abels (Seebadeverein Hooksiel) und Heiko Mannott (Dorfgemeinschaft Horumersiel). Vor allem Urlauber mit Gästekarte würden beklagen, dass sie jetzt auch noch zusätzlich fürs Parken zahlen müssten, zumal, so Abels, der Hooksieler Strand zu Fuß oder per Fahrrad mitsamt den nötigen Bade- und Kinderutensilien kaum zu erreichen sei.

Die Rückmeldungen bei der WTG hingegen seinen überwiegend positiv, sagte Kanning. Schließlich sei mit der Einführung der Parkgebühren der Strandeintritt weggefallen. „Irgendwo muss das Geld zur Unterhaltung des Strandes ja herkommen“, sagte der WTG-Geschäftsführer. Allen die Rettungsschwimmer der DLRG würden 140 000 Euro im Jahr kosten. Die Gästebeträge werd nicht für die Reinigung der Strände erhoben, sondern zur Finanzierung der touristischen Infrastruktur wie Hallenbäder, Gästehaus und Tourist-Informationen. 

Gäste müssen sich auf digitale Welt einstellen

Den Vorschlag, die Vorteile, die der Gast mit Gästekarte im Wangerland genießt, doch auf einen Flyer oder auf die Rückseite der Kurkarte aufzudrucken, lehnten die WTG-Vertreter ab. Die Vorteile könne man online auf der Internetseite wangerland.de ersehen. Das sei aktueller und kostengünstiger. „Auch eine gedruckte Kurkarte wird es nicht mehr lange geben“, sagte Kanning. Die Zukunft sei online, daran würden sich die Gäste gewöhnen. 

Aber, so hielt Heiko Mannott dagegen, nicht jeder sei online unterwegs. „Es gibt Gäste, die sind unzufrieden.“ Der Konter von Kanning: „Es gab auch mal Zeiten, da hatten die Leute noch kein Smartphone …“