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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Vor 200 Jahren: Menschen wurden von der Februar-Flut überrascht

Themenbild Sturmflut Fotolia
Sturmfluten sind eine permanente Gefahr für die Küstenregionen. Der Februar-Flut von 1825 waren etliche Deiche nicht gewachsen. Auch in Hooksiel starben Menschen. Themen-Foto: State of Emergency/Fotolia

Hooksiel (2. 2. 2025) – Heute vor 200 Jahren: In Crildumersiel unweit von Hooksiel überlegt Bauer Oltmanns, ob er angesichts einer nahenden Flut das Vieh im Stall losbinden soll. Da brich auch schon das Scheunentor, Wasser strömte herein. Oltmanns und seine Familie haben alle Mühe, sich auf den Dachboden zu retten. Dort bemerkt der Bauer, dass ein kleiner Sohn und ein Knecht fehlen. Er will heruntersteigen, um beide zu retten, aber das Wasser ist schon zu hoch angestiegen. 

Am nächsten Tag klettert der Bauer vom Boden herab und hört Stimmen. Der Junge und der Knecht haben überlebt. Sie waren in der Stube auf einen hohen Schrank geklettert. Das Wasser war bis an dessen Oberkante gestiegen, aber nicht höher. 

Viele Deiche gebrochen

Oltmanns verlor wie viele andere fast sein gesamtes Vieh. Sein Haus selbst überstand die Flut aber recht gut. Andere traf es deutlich härter. Die Februar-Flut 1825 überspülte an der gesamten Nordseeküsten Deich, viele Schutzdämme brachen und zahllose Menschen starben. Tausende verloren ihr komplettes Hab und Gut. Auch in Hooksiel.

Hooksiel war damals florierender Handelshafen. An den Packhäusern am Hafen wurden für den Export vorgesehene Waren und Importgüter zwischengelagert. Ein Großteil davon wurde durch das Sieltor über das Hookstief zur Metropole Jever transportiert.

Am 3. Februar 1825, einem Donnerstag, und die Tage danach, ging es nicht um Geschäfte. Viele Menschen hinter den Deichen von Hooksiel bis Schillig und weiter bis Carolinensiel mussten um ihr schlichtes Leben kämpfen. Der nördliche Flügeldeich in Hooksiel brach mehrfach, Menschen ertranken, Häuser wurden zerstört. Das Sieltor selbst aber konnte gehalten werden.

24 Menschen ertrunken oder erfroren

Die Schutzwälle am Neu-Wiarder-, Neu-St. Jooster- und am Neu-Pakenser-Groden wurden überspült. Das gesamte Binnenland stand unter Wasser. Allein im Bereich des Amtes Minsen, zu dem Hooksiel damals gehöre, sollen 24 Menschen ertrunken oder erfroren und 143 Stück Vieh umgekommen sein. Die Schäden der Februar-Flut waren dramatisch waren, aber nicht mit denen der Weihnachtsflut 1717 vergleichbar. Dabei kamen im Jeverland 1649 Menschen ums Leben. 

Flutmarken am Hoel Packhaus

Bereits in der Nacht zum 3. Februar hatte es kräftig gestürmt. Das Mittaghochwasser lief in der Folge deutlich höher auf als üblich. Anhaltender Sturm, von West auf Nord drehend, verhinderte, dass das Wasser bei Ebbe wieder ablaufen konnte. Mit dem Einsetzen der nächsten Flut stieg der Wasserstand weiter an, erreiche die Deichkronen und schwappte über. Der Höchstwasserstand soll laut späteren Rekonstruktionen bei 4,30 Meter (Wangerooge) und 5,00 Meter (in der Jade) über dem normalen Hochwasserstand gelegen haben. 

Am Hotel Packhaus am Alten Hafen findet man die Flutmarken (Foto) von späteren Sturmfluten. Im Februar 1962 erreiche das Wasser eine Höhe von über 6 Meter.

Berichte von Zeitzeugen

Seit dem Herbst 1824 hatten bereits eine ganze Reihe von Stürmen die ohnehin schlecht unterhaltenen Deiche vorgeschädigt, so dass der Schutzwall vielfach der Naturgewalt nicht stand hielt. Einen guten Eindruck von der Katastrophe vermitteln die Aufzeichnungen von Friedrich Arends (Bremen), der noch 1825 aus Darstellungen von Augenzeugen und Behörden ein „Gemählde der Sturmfluten vom 3.-5. Februar 1825“ für die gesamte Nordseeküste gezeichnet hat. Seine Darstellung ist in voller Länge einsehbar (Link zum Google-Buch auf Wikipedia bei den Anmerkungen zum Stichwort Sturmflut 1825).

Im Bereich von Minsen war demnach der Deich schon gegen 22 Uhr gebrochen. Das Wasser strömte in mächtigem Schwall übers Land und lief in die Häuser. Die Menschen versuchten ihr Vieh zu retten, klettern auf Böden und Dächer oder versuchten in der Kälte durch das Wasser, die höher gelegene Deiche zu erreichen. Wer dabei vom Weg abkam oder in einen Graben trat, war meist verloren. 

Stauer versinkt in den Fluten

Vor Neu-Augustengroden lief ein Schiff auf Grund, das sich in Carolinensiel losgerissen hatte. Die Besatzung konnte sich retten. Das Schiff selbst trieb weiter und wurde letztlich nahe Schillig über den Deich auf ein Haus geschwemmt. 

In Hooksiel wurden die hinter dem nördlichen Flügeldeich stehender kleiner Häuser überspült. Ein Teil der Hooksieler wurde von der Flut überrascht. Auch ein Armenhaus wurde halb zerstört. Die Bewohner seien erst aufgewacht, als das Wasser schon im Haus stand, berichtet Arends. Ein Teil der Bürger wurde mit ihren Häusern weggespült. Andere, darunter auch kleine Kinder, ertranken. 

Der Stauer Wehner sei vor seine Tür gegangen und wurde dort von den Flut erfasst. Geistesgegenwärtig packte er den Ast einer Weide, an der er sich festhalten und um Hilfe rufen konnte. Vergebens. Seine Frau rief ihm zu, er solle sich auf die Trümmer eines vorbei treibenden Daches herablassen, um so zum sicheren Mitteldeich zu gelangen. Der Stauer befolgte den Rat. Das Dach schlug um und er versank in den Fluten.

Große Tatkraft und viel Mut

Ein Phänomen, an das man in einer Gedenkfeier erinnern sollte: In jeder Katastrophe gibt es die Helden, die durch Tatkraft, Mut und Menschlichkeit glänzen. In Hooksiel gehörte Amtmann Hollmann dazu, der es schaffte, die Hooksieler Bürger dazu zu motivieren, ihre ganze Kraft dafür einzusetzen, mit Hilfe von Steinen, Holz und Stroh zu verhindern, dass das hölzerne Sielwerk, das Schutzbollwerk für das Hinterland, seitlich umspült wurde. Als Belohnung erhielt der Amtmann dafür laut den Recherchen von Hans Ney („450 Jahre Hooksiel“) im Nachgang vom Großherzog 1000 Reichstaler.

Sieltor von Hooksiel
Im Februar 1825 verteidigen die Hooksieler erfolgreich ihr Siel, das damals noch komplett aus Holz bestand. Erst 1885 wurde das Bauwerk aus Stein neu errichtet (dazu ausführlich: Hermann Rothert „Das ,alte‘ Hooksiel“). Foto: hol

Arends berichten unter anderem von Schlächter Eiben, der durch sein „tätiges Mitleid“ viel Gutes getan habe. Er habe viele Menschen aufgenommen, die obdachlos der Kälte ausgesetzt waren, und habe überall versucht, Menschen zu retten, wo es ihm möglich war. Lobend erwähnt werden auch die Schiffer Jacobs und Wilts sowie der Schneider Hillers, die mit einem Boot im Hooksieler Umland etlichen Menschen das Leben gerettet haben sollen. 

Hilfe per Floß aus Jever

Nach der eigentlichen Flut strömten viele Menschen, die alles verloren hatten, aus der Umgebung nach Hooksiel. Ihre Versorgung war extrem schwierig. Trinkwasser und Vorräte waren verdorben, die Lage aussichtslos. Erst nach vier, andere Quellen sagen nach acht Tagen nahte Hilfe. Aus Jever kam ein Floß durch das überschwemmte Gebiet und brachte Brot und Wasser für die Geschundenen. 

An viele Schicksalstage und Katastrophen wird in Gedenkstunden erinnert. Mit Blick auf die zeitlos große aktuelle Bedeutung der Deichsicherheit gäbe es in diesen Tagen gute Gründe dafür, den 3. und 4. Februar 1825 ins Gedächtnis zu rufen. Und auch auch tätige Hilfe in der Not ist heute mindestens so wichtig wie damals.

Winter im Künstlerhaus: KI-Kunst, Portraits und Bilder aus der Ukraine

Hooksiel (29. 1. 2025) – Eindrucksvolle Kunst verspricht die nächste Wnterausstellung im Künstlerhaus Hooksiel. Sie wird am Samstag, 8. Februar, um 15 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und ist danach bis zum 16. März zu sehen.

Seit zehn Jahren haben Künstlern aus der Region die Möglichkeit, ihre Gemälde oder Objekte in der Winterzeit in Hooksiel auszustellen und dabei direkt mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. „Anders als beim Jahresprogramm übernehmen die Künstler bei der Winterausstellung  persönlich die Aufsicht“, erläutert Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. 

Andreas Brauer aus Hooksiel und Manfred Rautenberg aus Wilhelmshaven werden sehr gegensätzliche Bilder zeigen. Während Brauer, der sich als Autodidakt seine Anregungen bei Buko Königshoff holte, sich unter anderem der Portraitmalerei mit Ölfarben und der Landschaftsmalerei widmet, geht Rautenberg andere Wege. 

Seine detaillierten und farbintensiven Gemälde auf Leinwand wirken wie gemalt, werden aber durch eine Kombination von Composing und generativer KI designt. Viele seiner Kunstwerke haben eine minimalistische, abstrakte, unreale Anmutung. Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz, so betont der 78-jährige Künstler, sei es wichtig, die Kontrolle über den kreativen Prozess zu behalten und die KI nur als Werkzeug zu nutzen. 

Als Gast in der Winterausstellung ist Anna dabei, eine zwölfjährige Schülerin, die in der Ukraine mitten im Kriegsgebiet lebt. In ihrer Heimat hat sie schon mehrere Preise gewonnen. Ihre Acrylbilder sind farbenfroh und zeigen Landschaften und Tiere. Annas Bilder hat Renate Brunken von „Friesen helfen grenzenlos“ mitgebracht. 

Die Ausstellung wird nach der Eröffnung jeweils samstags und sonntags sowie am Rosenmontag von 14 bis 17 Uhr zu sehen sein. Zur Vernissage hat sich Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak angesagt. 

Weiterhin Attacken auf Wahlplakate

Wangerland/Friesland (31. 1. 2025) – Die Zerstörung von Plakaten der Grünen auf Plakatwänden und an Laternenmasten hält an. In den vergangenen beiden Wochen seien mehr als die Hälfte der Großflächen-Plakate in Friesland Ziel von Vandalismus gewesen, beklagt Kreisvorsitzende Jutta Helmerichs, die schon vor zwei Wochen auf entsprechend Attacken hingewiesen hatte. „Mit politischem Wettstreit hat das nichts mehr zu tun.“ Die öffentliche Stimmungmache, die die Grünen zum Feindbild erklärt habe, schlage in Gewalt um.

Vaalismus im Wahlkampfn
Wie hier in Zetel sind offenbar in ganz Friesland Wahlplakate der Grünen das Ziel von Zerstörungswut. Foto: die Grünen

Einrichtungen und Repräsentanten seien bundesweit am häufigsten das Ziel von Übergriffen. Das belegen nach Angaben der Grünen Zahlen der Bundesregierung. Im ersten Halbjahr 2024 etwa, in dem die Europawahl stattfand, richteten sich laut Kriminalstatistik rund 2500 Straftaten gegen Wahlplakate der Grünen, SPD und AfD verzeichneten rund 1900 Fälle von Wahlplakatbeschädigung.

„Wir Grüne wollen uns nicht in eine Opferrolle drängen lassen“, erklärt Helmerichs. Die Grünen in Friesland würden weiter auf Kommunikation und Sachlichkeit setzen. „Wir rufen die demokratischen Parteien und Kräfte auf, inhaltlich zu diskutieren. Wer mit Gewalt, Angst und Hass Politik macht, stärkt aus unserer Sicht nur die Parteien, die darin ihr Geschäft sehen.“

Die Grünen in Friesland appellieren an die Bürger: „Wenn Sie die Zerstörung eines Wahlplakats beobachten, melden Sie sich direkt bei uns oder bei der Polizei.“ 

Lesung: Krimiautorin inszeniert skurrile Mordfälle in Horumersiel

Horumersiel (1. 2. 2025) – Mit einer Lesung aus ihrem neuen Krimi „Mord und Flut“ lässt Katharina Drüppel das Wangerländer Publikum, in der Bücherei im Gästehaus in Horumersiel, in einen verzwickten Mordfall eintauchen. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 2. März, in der Bücherei des Gästehauses in Horumesiel statt. Beginn ist um 19 Uhr.

Mit ihrem neuen Werk begibt sich die Autorin (Foto) erstmalig ins Wangerland. Kriminaloberkommissarin Levke Tönnens wird nach Horumersiel gerufen: Ein nackter Toter, kunstvoll in Szene gesetzt. Als ein zweites Opfer auftaucht, erkennt Levkes Freund Veit erneut ein Kunstwerk in der grausamen Mordszene. Obwohl die Opfer scheinbar völlig unterschiedlich sind, verbindet sie nur dieses Muster: Sie wurden nach Gemälden der Romantik inszeniert. In einem Wettlauf gegen die Zeit muss sie die Fälle lösen, denn Levke weiß – der nächste Mord könnte ihr Leben zerstören. 

Autorin Katharina Drüppel

Neben der Krimilesung erwartet die dürfen sich Zuhörer auf eine Gesprächsrunde mit Katharina Drüppel freuen. Die Autorin, Jahrgang 1974, stammt gebürtig aus Heilbronn und ist studierte Biologin. Seit 2019 veröffentlicht sie Regionalkrimis.

Tickets (10 bis 15 Euro) sind erhältlich in den Tourist-Informationen Horumersiel und Hooksiel, sowie online unter wangerland.de. 

2. Deichlinie gewinnt an Bedeutung

Hooksiel (30. 1. 2025) – Der Klimawandel schreitet voran. Fachleute erwarten neben einem steigenden Meeresspiegel auch eine zunehmende Zahl von Sturmfluten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Sicherheit der Deiche an Bedeutung; der Seedeiche, aber auch der so genannten 2. Deichlinie – also der Deiche hinter den Deichen.

Der III. Oldenburgisch Deichband hat in dieser Woche mit den jeweiligen Deichgeschworenen und Vertretern von Behörden im Rahmen einer Verbandsschau die 2. Deichlinie in Augenschein genommen. „Wir haben die technischen Einrichtungen entlang der zweiten Deichlinie zwischen Dangast und Harlesiel betrachtet und konnten keine Mängel feststellen“, so Verbandsgeschäftsführer Steffen Wagner gegenüber „Hooksiel-life“. „Der ordnungsgemäße Zustand und die Funktionstüchtigkeit sind durchgehend gewährleistet.“

Deichschart in Hooksiel
Das Deichschart in der Bäderstraße in Höhe des Hooksieler Campingplatzes kann bei Bedarf geschlossen werden. Es ist ein wichtiger Bestandteil der 2. Deichlinie des III. Oldenburgischen Deichbandes. Foto: hol

Der Zuständigkeitsbereich des Deichbandes reicht von Varel über Wilhelmshaven und das Wangerland bis nach Harlesiel. Die knapp 60 Kilometer lange Seedeichlinie wird auf einer Stecke von rund 40 Kilometern durch eine 2. Deichlinie gesichert, die – im Fall eines Bruch des Seedeiches – die Flut eindämmen soll. 

„Besonders wichtig ist die Funktionsfähigkeit der Deichscharte“, sagt Verbandstechniker Thomas Schmidt. Die Durchlässe, die bei Bedarf geschlossen werden können, habe man schon im Vorfeld der Schau genau in Augenschein genommen und sich die Funktionsfähigkeit von den Deichgeschorenen bestätigen lassen.

Bau- und Unterhaltungsarbeiten an der 2. Deichlinie finanziert der Deichband aus seinen eigenen Mitteln. Eine der jüngsten Baumaßnahmen war die Erneuerung des Deiches entlang der Viethstraße. Dieser alte Hooksieler Deich verläuft vom Alten Hafen am Hooksmeer entlang, knickt vor dem Freizeitgelände ab und triff in Höhe Campingplatz auf das Deichschart an der Bäderstraße. Hinter dem Campingplatz führt ein vor einigen Jahren neu profilierter Deich vorbei an Crildumersiel in Richtung Horumersiel.

Der Deichschau-Tross wurde auf seiner Kontrollfahrt von einer Delegation der Universität Hamburg begleitet. Nach den Worten von Steffen Wagner habe eine länderübergreifende Projektgruppe aus Deutschland, Niederlande und Dänemark sich bei dem Besuch über die Bewirtschaftung der Salzmarschen informiert.

Sanierung von Sporthalle deutlich teurer

Wangerland (30. 1. 2025) – Die geplante Grundsanierung der Sporthalle an der Oberschule Hohenkirchen wird deutlich teurer als veranschlagt. Wie aus einer Vorlage der Kreisverwaltung hervorgeht, die in der kommenden Woche im Finanzausschuss des Kreistages beraten werden soll, reichen die 2022 geschätzten 5,2 Millionen Euro nicht aus. Der Landkreis geht jetzt von Kosten in Höhe von 6,7 Millionen Euro aus. Bei dieser Kalkulation sind bereits Einsparpotenziale von rund 0,6 Millionen Euro ausgeschöpft.

Sporthalle Hohenkirchen
Frieslands Landrat Sven Ambrosy (links) überzeugte sich im vergangenen Frühjahr persönlich vor Ort vom Sanierungsbedarf der Sporthalle an der Oberschule Hohenkirchen. Archiv-Foto: hol

Auf Grundlage der ursprünglichen Schätzung hatte der Bund eine Beteiligung von maximal 2,34 Millionen Euro bewilligt. Der Zuschuss ist an die Anforderung geknüpft, dass die Sanierung zum Klimaschutz beiträgt und die Treibhausgas-Emissionen deutlich gesenkt werden.

Die Sporthalle stammt aus dem Jahr 1975. Seither sei an dem Gebäude wenig gemacht worden, hatten Landrat Sven Ambrosy und Ünal Alpaslan, stellvertretender Fachbereichsleiter Planung, Bauordnung und Gebäudemanagement, bei einer Ortsbesichtigung im vergangenen Jahr eingeräumt. Entsprechend groß ist der Handlungsbedarf.

Das Gebäude soll komplett entkernt, von Grund auf neu aufgebaut und energetisch vom Schulgebäude getrennt werden. Sämtliche technischen Anlagen werden erneuert. Hinzu kommt der Austausch der Böden, die Sanierung der Umkleideräume und der barrierefreie Umbau der kompletten Halle.

Ursprünglich war zudem geplant, die Außenhaut mit vergleichsweise günstigem Einblasmaterial zu dämmen. Allerdings habe sich inzwischen herausgestellt, dass die Fassade statische Mängel aufweist. Die Stahlbefestigungsanker sind durchgerostet. „Die gesamten Klinkerflächen der Sporthalle müssen abgebrochen und durch eine gedämmte und vorgehängte Fassade ersetzt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Ein weiterer Kostentreiber: die Schadstoffsanierung. Untersuchungen hätten gezeigt, dass in dem Gebäude ein verhältnismäßig hoher Anteil schadstoffbelasteter Bauteile an Dach-, Fassaden- und Putzflächen verbaut worden ist. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr beginnen und dürften ein Jahr dauern. Trotz der Kostensteigerung hält man beim Landkreis die Sanierung der Sporthalle noch für sinnvoll. Ein Neubau würde zwischen 9,5 und 11 Millionen Euro kosten.

Nach Thalasso-Schock: Armin Kanning als WTG-Geschäftsführer abgelöst

WTG-Geschäftsführer Armin Kanning geht.
Armin Kanning (Mitte) ist nicht mehr Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH. Das Bild aus dem November zeigt ihn mit Bürgermeister Mario Szlezak (re.) und FDP-Ratsherr Lübbee Meppen. Foto: hol

Wangerland (29. 1. 2025) – Armin Kanning ist ab sofort nicht mehr Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG). Das hat heute der Bürgermeister der Gemeinde Wangerland, Mario Szlezak, mitgeteilt. Für die Neuausrichtung der gemeindeeigen WTG würden er selbst, Gemeindekämmerer Arthur Wichmann und der kaufmännische Leiter der WTG, Ralf Ewen, vorübergehend die Geschäftsführung übernehmen. 

Kostenexplosion wird aufgearbeitet

Kanning scheidet in diesem Zusammenhang aus der Geschäftsführung aus, so Szlezak. „Die Gemeinde Wangerland dankt ihm für sein Engagement und die geleistete Arbeit in einer herausfordernden Zeit.“ Kanning (52), der seit 2014 an der Spitze des Touristik-Unternehmens stand, hatte im November zum 30. April dieses Jahres gekündigt. Wie er kürzlich gegenüber einer Zeitung sagte, werde er künftig für eine Beratungsfirma in Hamburg mit den Schwerpunkten Tourismus und Marketing arbeiten. 

Ein Grund für die Kündigung war der Thalosso-Schock. Wie mehrfach berichtet waren die Kosten für den Bau des „Thalasso Meeres Spa“ in Horumersiel von veranschlagten 8,7 auf etwa 23 Millionen Euro explodiert. Die Abschlussrechnung steht noch aus. Auch die Aufarbeitung der Hintergründe für die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Ein Teil der Kostensteigerung dürfte auf die Preisentwicklungen während der Corona-Pandemie und der Ukraine Krise zurückzuführen sein. Offenbar hat es aber wohl auch vor Ort an der Bauaufsicht gehapert.

Neuer Chef gesucht

Inwieweit Erkenntnissen aus der Analyse der Entwicklung für die vorzeigte Ablösung des Geschäftsführers maßgeblich waren, ist unklar. Szlezak kündigte an, dass die Verantwortlichen für die WTG parallel zu der jetzt verkündeten Interimslösung an einer langfristigen Neubesetzung der Geschäftsführung arbeiten. „Ziel ist es, eine zukunftsorientierte Führungspersönlichkeit zu gewinnen, die die Wangerland Touristik strategisch weiterentwickelt und nachhaltig aufstellt.“

Im Fokus der kommenden Monate werde die wirtschaftliche Konsolidierung des Unternehmens stehen. Ziel sei es, eine langfristig tragfähige und zukunftssichere Struktur zu schaffen. Das beinhalte auch eine sorgfältige Analyse laufender Projekte, darunter das „Thalasso Meeres Spa“. Szlezak: „Die Gemeinde Wangerland setzt hierbei auf Transparenz, wirtschaftliche Effizienz und eine enge Abstimmung zwischen der Wangerland Touristik und der kommunalen Verwaltung, um eine nachhaltige Entwicklung der Region zu gewährleisten.“

Das Fahrwasser im Hooksmeer wieder auf Solltiefe gebracht

Hooksiel (29. 1. 2025) – Das Fahrwasser im Hooksmeer im Bereich der Schleuse hat wieder eine Solltiefe von 2,5 Metern. Damit sei eine sichere und ungehinderte Zufahrt für Schiffe und Sportboote gewährleistetet, stellt die Wangerland Touristik GmbH (WTG) zum Abschluss der Arbeiten zur Beseitigung der Untiefen fest. 

Die Schlammbeseitigung im Hooksmeer in der vergangenen Woche war notwendig geworden, um genügend Tiefgang für Schiffe und Sportboote sicherstellen zu können. Die Untiefen, die sich im Laufe der Jahre im Fahrwasser vor der Schleuse angesammelt hatten, sorgten zuletzt immer häufiger bei Eigner von Jachten und Sportbooten mit größerem Tiefgang für Herausforderungen bei der Einfahrt ins Hooksmeer. 

Schleuse erreichbar

„In den vergangenen Jahren hat die Wassertiefe in einigen Bereichen des Fahrwassers kontinuierlich abgenommen und erschwerte damit die Erreichbarkeit der Schleuse für Boote aus allen Jachthäfen des Hooksmeer,“ sagt Ralf Trappe vom Wassersportverein (WSV) Hooksiel. „Dank dieser Maßnahme können Boote mit größerem Tiefgang nun wieder ohne Probleme bis zu den Liegeplätzen im Hooksmeer fahren“, ergänzt Thorsten Sassen von der WTG, der das Projekt Trappe koordiniert hat. 

Egg-Arbeiten im Hookmeer
Ein Spezialschiff hat die Untiefen im Hooksmeer imv Zufahrtsbereich der Schleuse beseitigt. Foto: WTG

Für die Arbeiten wurde ein Spezialschiff „Dirk“ von der Firma „JD Offshore“ (Wilhelmshaven) eingesetzt, das mit einer Egge den Meeresboden bearbeitete und Sediment aufwirbelte, das sich dann an tieferen Stellen wieder absetzten soll und damit für eine gleichmäßigere Wassertiefe sorgt. Kuriosum am Rande: der Schlepper „Dirk“ kam bei diesem Einsatz in seinen eigentlichen Heimathafen zurück.

Benannt ist das Schiff nach Dirk Huntemann, in dritter Generation Inhaber der Hooksieler Reederei Huntemann. „Mein Großvater Fokko Becker hat den Schlepper 1975 nach mir benannt“, bestätigte Huntemann gegenüber „Hooskiel-Life“. Um 2013 herum, damals spezialisierte sich die Reederei auf Seebestattungen, wurde das Schiff nach Wilhelmshaven verkauft. Die neuen Eigner benannten es um. „Aber alle an der Küste kannten den Schlepper nur unter ,Dirk‘. Da habe sie ihn wieder umgetauft“, schildert Huntemann. Die ursprünglichen Namensschilder des Schiffes haben übrigens in der Gaststätte „Brücke“ am Außenhafen einen Ehrenplatz erhalten.

Das Räum-Projekt im Hooksmeer wurde im Rahmen eines Förderprogramms des Landes Niedersachsen zur Ausbaggerung von Sportboot- und Freizeithäfen durchgeführt. Die WTG hatte sich erfolgreich um eine Förderung beworben und erhält 70 Prozent der veranschlagten Kosten aus dem Fördertopf. 

Wichtig für Tourismus

Das Hooksmeer ist ein bedeutendes touristisches Ziel. Es beherbergt mehrere Segelvereine, einen Surfclub und eine Wasserskianlage und ist ein beliebtes Ziel für Freizeitboote und Wassersportler. Mit der Beseitigung der Untiefen kann das Wangerland seine Attraktivität als Wassersportregion „Für die Zukunft sollten entsprechende Maßnahmen zum Erhalt des Fahrwassers auf regelmäßiger Basis durchgeführt werden, um den Aufwand überschaubar zu halten“, unterstreicht Trappe. Dies werde dazu beitragen, die langfristige Nutzbarkeit und Attraktivität des Hooksmeeres zu gewährleisten. 

Aktualisierung: Der Artikel ist am 30. Januar um den Aspekt zur Historie des Schleppers „Dirk“ erweitert worden

Elf Torschützen und ein Eklat

Turnier bei der JSG Wangerland
Das JSG-Team drei konnte das interne Fußball-Hallenturnier der JSG Wangerland nach Siebenmeter-Schießen für sich entscheiden entscheiden. Foto: JSG

Wangerland (29. 1. 2025) – Pünktlich im neuen Jahr war angerichtet zum 2. Wintercup um den „Roten Sand“. Diesmal mit vier gemischten Mannschaften aus D- und E-Jugendspielern der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Wangerland. 

Schon in der Vorrunde nach dem Modus „jeder gegen jeden“ ging es eng zu. Nur ein Spiel ging mit zwei Toren Unterschied aus. Und auch in der Finalrunde bleib es spannend . Im „kleinen Finale“ stand es beim Abpfiff 1:1. Wirklich? Gespielt wurde ohne Schiedsrichter und die Turnierleitung hatte nicht richtig aufgepasst. Die Diskussion um das Phantomtor konnte nicht aufgelöst werden. Also Siebenmeter-Schießen – und hier hatte Team zwei das bessere Ende für sich. 

Dann das Finale. Auch hier stand es beim Schlusspfiff, diesmal unstrittig, 1:1 unentschieden. Wieder mussten Schüsse vom Punkt entscheiden. Als Sieger ging Team drei vom Platz und erhielt die Siegertrophäe in Form des Leuchtturm „Roter Sand“.

Die Ehrung des Torschützenkönigs geriet zur Massenveranstaltung. Gleich elf Spieler konnte mit je einem Tor den Titel für sich in Anspruch nehmen. 

Seenotretter ziehen Bilanz: 1775 Einsätze und ein Krimi-Autor an Bord

Schriftsteller Wolf wirbt für die DGzRS
Krimiautor Klaus-Peter Wolf ist Seenotretter-Botschafter 2025. Foto: DGzRS

Hooksiel (28. 1. 2025) – Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind im im Jahr 2024 rund 1.800 Mal auf Nord- und Ostsee im Einsatz gewesen. Dabei wurde nahezu 3.000 Menschen geholfen. Allein rund 500 Menschen mussten aus Seenot gerettet oder aus einer anderen Gefahrlage befreit werden.

Die DGzRS unterhält rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote. Im Hooksieler Außenhafen ist der Kreuzer „Bernhard Gruben“ stationiert, in Wilhelmshaven und Horumersiel Boote. Die Jahresstatistik weist insgesamt 1.775 Einsätzen (2023: 1.938), bei denen 2.967 (3.532) Menschen geholfen wurde. 79 (103) Menschen wurden aus Seenot gerettet, 403 (402) Menschen aus drohender Gefahr befreit, 243 (304) Mal wurden erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert und in 26 (40) Fällen wurden Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt.

Über 87.000 Menschen gerettet

Hinzu kamen 900 (986) Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art sowie 616 (607) Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten. Seit ihrer Gründung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS damit nach eigenen Angabe bis Ende 2024 insgesamt 87.308 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahrensituationen auf See befreit. 

Die niedersächsische Nordseeküste gehörte zu den Haupteinsatzgebieten. 2024 hatten die DGzRS-Besatzungen hier 494 (578) Einsätze, bei denen 735 (1.066) Menschen geholfen wurde. 13 (39) Menschen wurden aus Seenot gerettet und 80 (97) weitere aus Gefahrensituationen befreit.

Die Seenotretter kamen im vergangenen Jahr zahlreichen Fischereifahrzeugen zu Hilfe. Sie waren aber auch vielfach für Seeleute von Handelsschiffen oder Passagiere von Fähren und Fahrgastschiffen im Einsatz. Auch Wassersportler konnten sich auf die Hilfe der DGzRS-Besatzungen verlassen. Zu den umfangreichsten Einsätzen der Seenotretter in den vergangenen Jahren gehört der Brand des Tankers „Annika“ in der Ostsee Ende Oktober 2024. 

Sammelschiffe haben Jubiläum

Neuer ehrenamtlicher Botschafter der Seenotretter ist der Schriftsteller Klaus-Peter Wolf. „Mir imponieren die Schiffe, vor allem aber die Seenotretter, die damit fahren. Für diese Menschen werde ich gerne Platz in meinen Büchern machen. Da rattert es schon in meinem Kopf“, kündigt der Erfolgsautor an. Der Erfinder des Ostfriesland-Krimis plant, den Seenotrettern in seinem nächsten Roman eine nicht unwesentliche Rolle zuzuschreiben. 

Die DGzRS wird dieses Jahr 160 Jahre alt. Die Organisation ist spendenfinanziert. Zu ihren Markenzeichen zählen die markanten Sammelschiffen in Form von historischen Rettungsbooten. Sie wurden 1875 eingeführt, also vor genau 150 Jahren. Mit den Einnahmen finanziert die DGRS unter anderem die permanente Modernisierung ihrer Flotte. Allein 2024 nahmen vier neue Seenotrettungsboote ihren Dienst auf.