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Alle Beiträge zum Thema “Gemeindeentwicklung”

Fachkräftemangel im Bauamt: Planungen bleiben unbearbeitet liegen

Wangerland (26. 2. 2026) – War es nur Wahlkampfgetöse oder haben die Kritiker im Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung ein echtes strukturelles Problem der Gemeinde Wangerland identifiziert? Bei der lebendigen Debatte ging es eigentlich „nur“ um die Verlängerung von so genannten Veränderungssperren für verschiedene Bebauungspläne. Einige davon sind allerdings bereits ausgelaufen, ohne dass die Verwaltung den Rat darüber rechtzeitig informiert hat.

Veränderungssperren abgelaufen

Veränderungssperren sind eine Art Notbremse für Kommunen, zu deren Kernaufgaben die Bauleitplanung gehört. Die Bauleitplanung umfasst Flächennutzungspläne und Bebauungspläne, die regeln, was ist einem Ortsteil oder auch nur einem Straßenzug gebaut werden darf – oder eben nicht. 

Unterschiede zwischen Wohn- und Gewerbegebieten etwa liegen auf der Hand. Aber auch im Bereich der Wohngebiete gibt es etliche Differenzierungsmöglichkeiten. Hier sollen Häuser maximal eingeschossig sein, dort sind Mehrfamilienkomplexe möglich. Die Größe des Bauteppichs, der Abstand zum Nachbarhaus, die Dachform; die Liste der regelbaren Details ist lang. Unter anderm geht es im Wangerland auch um die Frage, wo in welchem Umfang die Vermietung Ferienwohnungen zulässig ist und wo nicht.

Die Veränderungssperre ist eine kommunale Satzung. Mit ihr wird eine allgemeine Bausperre für neue Vorhaben in Gebieten verhängt, in denen die Gemeinde Änderungsbedarf sieht. Ausnahmen für Projekte, die dem politischen Willen entsprechen, können erteilt werden. Die Sperrzeit, in der die Gemeine neue Bauregeln aufstellen kann, umfasst zwei Jahre, kann aber bei Bedarf um weitere zwei Jahre verlängert werden. 

Personalmangel im Bauamt

Zwei Jahre haben der Gemeinde Wangerland in einer Reihe von Fällen aber nicht ausgereicht. Bei der Personalstärke im Bauamt der Gemeinde gibt es schon seit längerem Engpässe. „Das Aufstellen eines neuen Bebauungsplanes dauert in der Regel ein gutes Jahr“, sagte Bürgermeister Mario Szlezak. Und da die Gemeinde Wangerland im Zuge der Umsetzung ihres Gemeindeentwicklung-Konzeptes seit gut zwei Jahren eine Vielzahl von Bebauungsplänen überarbeitet und auch noch andere wichtige Planungsvorhaben auf dem Tisch liegen, hätten Prioritäten gesetzt werden müssen. 

Soweit so einleuchtend. Aber: Teilweise sei außer dem Aufstellungsbeschluss nichts mehr passiert, räumte Bauamtsleiter Peter Podein ein. Eigentlich müssten die Pläne danach im Detail ausgearbeitet, öffentlich ausgelegt und Bedenken abgewogen werden. Bevor der neue Plan Rechtskraft gewinnt, sind zwei weitere Ratsbeschlüsse nötig. Flächennutzungspläne müssen zudem noch vom Landkreis abgesegnet werden. 

Politik kritisiert Verwaltung

Alice Brandenburg-Bienek (CDU) zeigte sich „verwundert, nein verärgert“. Die von ihre geführte Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (CDU, Grüne, FDP) habe mehrfach nach dem Stand der Planungen gefragt, aber keine Rückmeldung erhalten. Entsprechend überrascht sei man gewesen, dass die Verwaltung jetzt gleich sieben Veränderungssperren in die Beratungen eingebracht habe – die meisten davon betreffen Teile von Horumersiel – , von denen einige bereits im vergangenen Jahr abgelaufen waren. Brandenburg-Bienek: „Ich finde das dramatisch.“

Auch Immo Müller (UWW) hält die Sachlage für „nicht akzeptabel“. SPD-Fraktionschef Holger Ulfers stufte die Sachlage hingegen als „ärgerlich, aber nicht dramatisch“ ein. Er regte mehr Transparenz und regelmäßige Informationen für die politischen Gremien über den Bearbeitungsstand sämtlicher Planungsprojekte an. 

Nur Wahlkampfgeplänkel?

Zu den Engpässen in der Bauverwaltung sei es gekommen, obwohl ein Teil der Arbeit bereits an private Planungsbüros vergeben wird, sagte Podein. Aber auch die müssten aus der Verwaltung heraus begleitet werden. Dafür hätten lange die nötigen Fachkräfte gefehlt. Inzwischen habe sich die Personallage ein wenig entspannt. „Die Mitarbeiter im Bauamt haben fleißig gearbeitet“, beteuerte Bürgermeister Szlezak. Faktisch gebe es bislang auch keine Probleme. Es seien keine Bauanträge eingegangen, die entgegen dem politischen Willen der Gemeinde hätten genehmigt werden müssen. Die scharfe Kritik an der Verwaltung stufte er als „Wahlkampfgeplänkel“ ein.

Immobilienbesitzer müssen warten

Heiko Manott, als Vertreter des Seebadevereins Horumersiel beratendes Mitglied im Ausschuss, wies Politiker und die Verwaltung darauf hin, dass der Streit um die Laufzeit von Veränderungssperren keineswegs nur von akademischer Bedeutung ist. „Dahinter stehen menschliche Schicksale. Da warten im Zweifelsfall Besitzer von Immobilien, die nicht wissen, was sie mit ihren Gebäude anfangen können.“ 

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Marode Georg-Adden-Straße meldet sich zurück

Hooksiel (14. 1. 2025) – Der Schnee ist weg, die Sorgen bleiben. Christiane Obst blickt besorgt aus dem Fenster ihres Wohnzimmers auf die Georg-Adden-Straße, die beim Besuch von „Hooksiel-life“ an diesem Montag noch von einer dicken Schneedecke bedeckt war.

Schnee zu schieben war nach den Worten von Christiane Obst in der Georg-Adden-Straße gar nicht möglich. Der Schneeschieber hätte die Klinker aus dem maroden Straßenbelag gezogen..Foto: hol

„Wir hätten gern einen Gehstreifen für Fußgänger frei geschoben“, schildert Christiane Obst. „Aber das geht beim besten Willen nicht.“ Warum? Die Klinkerstraße ohne separaten Gehweg ist nach Darstellung der Hooksielerin zumindest in Teilbereichen in einem derart desolatem Zustand, dass man beim Schneeschieben gleich etliche Klinkersteine mit aus der Straße reißen würde.

Stark sanierungsbedürftig

Die historische Straße gilt seit Jahren als dringend sanierungsbedürftig. Lange stand sie in einer Prioritätenliste der Gemeinde Wangerland ganz oben. Viel passiert ist in den vergangenen fünf Jahren dennoch nicht. Auch aus finanziellen Gründen. „An einigen Stellen wurden mal kaputte Klinker ausgetauscht“, erinnert sich Christiane Obst. Allerdings habe man dann offenbar nicht genug Steine für die gesamte Straße gehabt. Vor ihrem Haus jedenfalls sei der Zustand inzwischen untragbar.

Hilferuf an Gemeinde

Dass die Klinker durch vorbeifahrende Autos hochgeworfen würden, sei das eine. Das andere die desolate Entwässerung. Die Berme entlang der Straße könne das Wasser nicht aufnehmen. Immer wieder fließe Wasser auf ihr Grundstück und – trotz Drainage am Haus – in den Keller des Wohnhauses. Ihr grause es schon vor dem Tauwetter. „Ich würde mir wirklich wünschen, dass sich das mal jemand vom Bauamt der Gemeinde ansieht, damit man mal gemeinsam überlegen kann, was hier geschehen kann und muss.“ 

Wichtige Weichenstellungen für Entwicklung von Hooksiel

Hooksiel/Wangerland (15. 11. 2025) – In der kommenden Wochen sind mehrere kommunalpolitische Weichenstellungen für Hooksiel zu erwarten. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Rates tagt gleich zweimal – nämlich am Dienstag, 18. November, und am Donnerstag, 20. November, jeweils ab 19.30 Uhr im Rathaus in Hohenkirchen.

Der Edeka-Markt an der Bäderstraße in Hooksiel soll erweitert werden. Gerade während der Hauptsaison ist es häufig extrem eng in dem Geschäft. Archiv-Foto: hol

In der Sitzung am Dienstag soll unter anderem die von der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts in Auftrag gegebene Potenzialstudie für das Hooksieler Freizeitgelände vorgestellt werden. Beraten wird zudem unter anderem über die Ausweisung weiterer Windenergie-Flächen im Gemeindegebiet.

Mehr Platz für Getränke und Frischenprodukte

Ein wichtiger Punkt am Donnerstag: Die geplante Erweiterung des Edeka-Marktes an der Bäderstraße in Hooksiel. Der Markt soll um etwa acht Meter in Richtung WiKi-Wohnheim verlängert werden. Die Verkaufsfläche, so die Planer, würde sich von derzeit 1550 auf an die 2000 Quadratmeter vergrößern. Der Grund: Gerade in der Hauptsaison wird der Markt häufig regelrecht überrannt. 

Im Zuge des Projektes sollen Verkaufs- und Lagerflächen sowie die Flächen für die Leergutannahme vergrößert werden. Geplant ist nach der Darstellung der Betreiber auch eine Sortimentserweiterung im Drogerieartikel-Bereich. Zudem sollen der Frischwarenbereich und die Getränkeabteilung geräumiger werden. Um die Erweiterung zu ermöglichen, müssen der Bebauungsplan geändert und etwaige Auswirkungen des Vorhabens auf den Einzelhandel in der Umgebung geprüft werden. 

Hotel-Planer Gast im Ausschuss

Der Ausschuss wird am Donnerstag eine Reihe weiterer Bauleitfragen im Gemeindegebiet beraten. Spannend auch: Mit Michael Moos ist der designierte Entwickler für das ehemalige Feuerwehrgelände am Alten Hafen von Hooksiel zu Gast. Der Planer soll, so die Erwartung, darüber berichten, ob er inzwischen einen Investor für den angestrebten Hotelbau auf dem Filetgrundstück gefunden hat. Das wäre eine der Voraussetzungen dafür, dass die Gemeinde ihm das Grundstück verkauft.

Mängel-Melder fürs Wangerland in der Warteschleife

Hooksiel/Wangerland (11. 11. 2025) – Oft sind es die kleinen Dinge, über die Menschen sich ärgern. Zumal in einer Urlaubsgemeinde. Es liegt ein Haufen Unrat am Strand, eine Baumwurzel drückt das Pflaster eines Fußweges nach oben. Eine Straßenlaterne ist defekt, ein Verkehrsschild ist zugewachsen, ein Hinweisschild irreführend.

Mit einem digitalen „Mängel-Melder“ möchte Matthias Suckert einen direkten Draht von Bürgern zur Gemeinde herstellen.

Mit der von ihm gestalteten Internetseite „Bürger Feedback“ möchte der Hooksieler Matthias Suckert einen Kanal schaffen, wie Bürgerinnen und Bürger auf direkten Weg ihre Beobachtungen den zuständigen Behörden oder Dienststellen melden können. „Ich bin überzeugt davon, dass wir dadurch insgesamt noch besser werden können“, sagt Suckert, der ein Vermietungsagentur betreibt und Vorsitzender des neu gegründeten Fremdenverkehrsvereins Wangerland ist.

Hinweise direkt an Behörde

Der Ablauf soll dabei so einfach wie möglich sein. Bürger müssen Name und E-Mailadresse angeben und können dann den jeweiligen Mangel auf der Internetseite eintragen. Der Mangel wird direkt an die zuständige Stelle weitergeleitet – etwa an den Bauhof, das Ordnungsamt oder an die Wangerland Touristik GmbH. Der jeweilige Sachbearbeiter dort bestätigt den Eingang, kann sich bei Rückfragen melden oder signalisierten, dass der Mangel „in Arbeit“ oder „erledigt“ ist. 

Auf der Internetseite befindet sich zudem eine Karte, auf dem der Ort des Geschehens markiert werden kann. Nutzer können bei Bedarf auch ein Foto hochladen. Zudem gibt es eine Liste mit allen gemeldeten Mängeln (ohne den Namen des Hinweisgebers). 

Beratungsbedarf im Rathaus

Suckert möchte seine Entwicklung der Gemeinde Wangerland kostenlos zur Verfügung stellen. Vor einigen Wochen habe er die Idee mehreren Vertretern der Gemeinde vorgestellt. Die Reaktion im Rathaus, so sein Eindruck: „Begeisterung.“ Doch seither ist nichts mehr geschehen. Auf Rückfragen, wann das „Bürger Feedback“ endlich online gehen solle, erhalte er nur ausweichende Antworten. Es müssten noch E-Mail-Adresse eingerichtet werden. Datenschutzfragen seien zu klären … 

Suckert befürchtet, dass man sich im Rathaus die zu erwartende Flut von Bürgerhinweisen scheut. „Wenn man das Portal nicht will, sollte man es lieber offen sagen. Aber das wäre wirklich schade. Ich bin überzeugt davon, dass der direkte Kanal zu einen besseren Miteinander von Bürgern und Gemeinde beitragen kann.“

Bürgermeister Mario Szlezack bestätigt gegenüber „Hooksiel-Life“, dass es in der Verwaltung zu dem Thema noch Diskussionsbedarf gibt. „Ein Mängel-Melder ansich ist eine gute Sache. Die Beratungen zu dem Projekt sind aber noch nicht abgeschlossen.“ 

Gemeinde übernimmt Neubaugebiet von Erschließungs-Gesellschaft

Hooksiel (1. 7. 2025) – Eine neue Fußgängerampel in der Bäderstraße sichert das Überqueren der viel befahrenen Straße Richtung Campingplatz und Strand. Bauamtsleiter Torsten Meuer und Ordnungsamtsleiter Markus Gellert von der Gemeinde Wangerland nahmen die Lichtzeichenanlage am Montagnachmittag zusammen mit Holger Eden von der Grundstücks-, Erschließungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH (GEV) in Betrieb. Mit dabei waren zudem Anja Bleckmann vom Planungsbüro Thaler Consult, Torben Becker von der Baufirma Strabag sowie einige Anwohner.

Markus Gellert, Holger Eden und Tosten Meuer (von links) nahmen die Ampel an der Bäderstraße in Höhe Neubaugebiet in Betrieb. Foto: hol

Der Hintergrund: Die GEV, ein Tochterunternehmen der Volksbank Jever, hatte das benachbarte Neubaugebiet zwischen Bäderstraße und Hohe Weg erschlossen und entwickelt. Jetzt, wo die allermeisten Grundstücke im „Baugebiet III/42“ bebaut oder zumindest verkauft sind, hat das Privatunternehmen die öffentlichen Verkehrswege samt der damit verbundenen Infrastruktur an die Gemeinde Wangerland übergegeben. Konkret bedeute das, so Meuer und Gellert, dass etwa die Straßen jetzt öffentlich gewidmet werden und künftig die Gemeinde für deren Unterhaltung zuständig ist.

Keine Ferienwohnungen erlaubt

Die Erschließung des Areals hatte 2021 begonnen, mitten in der Corona-Pandemie. Die GEV hatte von dem vorherigen Grundeigentümer die Flächen erworben, die Gemeinde den nötigen Bebauungsplan für die insgesamt 80 Grundstücke aufgestellt. Die Gemeinde gibt darin unter anderem vor, dass in dem Gebiet nur Wohnhäuser für Dauerwohnen erstellt werden dürfen – also ausdrücklich keine Ferienwohnungen. 

Eine Besonderheit ist das Feuerwehrgerätehaus am Hohen Weg, das im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. Meuer dankte Eden dafür, dass die GEV seinerzeit der Gemeinde das für den Bau benötigte Grundstück verkauft hat. Um das Baugebiet zu erschließen, mussten allein 24.000 Kubikmeter Erde bewegt und 2500 Meter Entwässerungs-Rinne verlegt werden. „Das ist keine Kleinigkeit.“

Fast alle Grundstücke verkauft

Nach den Worten von Eden sind inzwischen 75 Grundstücke an der Hinrike-Lichterfeld-Straße und der Irma-Cornelßen-Straße verkauft worden. Für vier weitere gebe es feste Interessenten. Kritik daran, dass die Grundstückspreise mit 170 bis deutlich über 200 Euro je Quadratmeter eigentlich zu teuer gewesen wären, als dass junge Familien sich darauf ihr Eigenheim errichten könnten, lässt der Immobilienmanager nicht gelten. „Das ist der Markt.“ Schon der Erwerb von landwirtschaftlicher Fläche werde deutlich teurer, sobald klar ist, dass dort ein Baugebiet entstehen soll.

Hinzu gekommen sei die Explosion der Baukosten in Folge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges, so Meuer. Statt der üblichen Baukostenindex-Steigerung von zwei Prozent im Jahr habe man Sprünge von bis zu 20 Prozent erlebt. 

Mit der Fertigstellung des Baugebietes sei die Frage aktuell geworden, wie die rund 80 Familien zu Fuß sicher in den Ort oder zum Strand gelangen können. Die Installation einer Fußgängerampel sei verglichen mit dem Bau eines weiteren Fußweges südlich der Bäderstraße die deutlich günstigere Alternative gewesen, so der Bauamtsleiter.

Projekt verliert ohne Hausboote für Politik an Reiz

Wangerland (4. 6. 2025) – Die Stimmung war angespannt, der Ton drastisch. Am Ende der Beratung im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung verließ der Investor sichtlich angefressen das Rathaus. Wie es jetzt mit dem Projekt weitergeht, ist ungewiss.

Die aktualisierte Planung sieht an der Gottelser Leide jetzt 16 Tiny Häuser, aber keine Hausboote mehr vor. Skizze: Gemeinde Wangerland

Dabei hatte beim Start des Investitionsvorhabens am Wangermeer in Hohenkirchen Ende 2023 noch alles so rosig aussehen. Damals hatte Hans-Dieter Hoffmann vom Planungsbüro „Hoffmann Consult“ erstmals Pläne veröffentlicht, wonach am Südostufer des künstlich geschaffene Sees, gegenüber von den bereits vorhandenen Hausboot-Liegeplätzen, ein weiterer Hausboot-Anleger entstehen soll.

Vorgesehen seinen dort zunächst sechs fahrbare Hausbooten, die am Ufer um jeweils ein Tiny-House als Quartier für zwei oder maximal vier Personen ergänzt werden sollten. Ermöglichen sollte das Projekt, zudem auch ein Kiosk und die Vervollständigung des Rundweges um das Wangermeer gehören, der Bebauungsplan „Hohenkirchen – An der Gottelser Leide“. Den Aufstellungsbeschluss dafür hatte der Rat noch einvernehmlich gefällt.

16 Tiny-Häuser geplant

Jetzt die Kehrtwende. Nachdem sich der Bau einer Steganlage für Hausboote offenbar als zu teuer und schwierig erwiesen hatte, haben die Planer das Projekt überarbeitet. Aktuell ist von Hausbooten keine Rede mehr, dafür sollen an Land, ein Stück abseits des Seeufers, 16 Tiny-Häuser in einer Größe von 3,5 mal 10 Metern aufgestellt werden. Nachdem das Straßenverkehrsamt einer direkten Anbindung an die Bismarckstraße eine Absage erteilt hat, soll die Zufahrt vorbei am vorhandenen Park- und Wohnmobilstellplatz erfolgen. 

Auch wenn Kiosk und Rundweg weiterhin vorgesehen sind, hätten die aktuelle Pläne mit den ursprünglichen Überlegungen nichts mehr zu tun, stellte Ratsherr Immo Müller (ZUW) fest und machte seinem Unmut Luft. „Das ist ein ganz anderes Projekt. Wir als Politik fühlen uns vera …“. Die Wohnfläche an Land solle jetzt mehr als dreimal so groß werden. 

Erneute Beratung in Fraktionen

Auch aus Sicht von Johann-Wilhelm Peters (SPD) gibt es noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. So werde durch die Zufahrt seiner Ansicht nach unnötig viel Fläche versiegelt. Auch der Hinweis von Hoffmann, dass die überarbeiteten Pläne mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt worden seien, vermochte die Stimmung im Ausschuss am Dienstagabend nicht mehr zu retten. Einstimmig folgte das Gremium dem Antrag von Lübbo Meppen (FDP), das Projekt zunächst für weitere Beratungen in die politischen Fraktionen zurück zu verweisen.

Bürgermeister kritisiert Politik

Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) machte keinen Hehl daraus, dass er persönlich das Vorhaben weiterhin gut finde – auch ohne Hausboote. Er bedauerte, dass in den politischen Gremien immer nur nach Gründen gesucht werde, warum Projekte nicht umgesetzt werden können. Eine These, der längst nicht alle Kommunalpolitiker folgen wollten. Die anhebende Diskussion darüber unterband Dieter Behrens-Focken (CDU), der als Nachfolger des aus dem Rat zurückgetretenen Ratsherrn Reiner Tammen erstmals die Beratung im Ausschuss leitete. 

Nach Beseitigung der Straßenschäden kommt die Tempo-30-Zone

Hooksiel (11. 4. 2025) – Die abschließenden Sanierungsarbeiten am Belang der Lange Straße und Pakenser Altendeich in Hooksiel sollen am Montag, 28. April, beginnen. Das teilt die Gemeinde Wangerland mit. Auf dem Straßenzug vom Ortskern bis zum Verkehrskreisel an der Tankstelle wurde aufgrund des schlechten Zustands der Fahrbahn die Höchstgeschwindigkeit bereits vor Monaten auf 30 Stundenkilometer begrenzt. 

Tempo 30 in Hooksiel

Nach der Sanierung soll die Straße (Archiv-Foto: hol) als Tempo-30-Zone ausgewiesen werden. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr gefasst. Ziel ist es, den Verkehr zu beruhigen und vor allem die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen.

Nach Abschluss der Arbeiten, so Ordnugsamtsleiter Markus Gellert, werde auch die Beschilderung entlang der Straße an die Erfordernisse einer Tempo-30-Zone angepasst. Die Gemeinde bittet die Verkehrsteilnehmer für die während der Sanierung zu erwarteten Beeinträchtigungen um Verständnis. Neben der Hauptverkehrsstraße in Hooksiel soll auch noch die Fahrbahndecke der Goldstraße in Horumersiel erneuert werden. 

Für Hooksiel und für Horumersiel sei jeweils ein Tag für die Fahrbahnsanierung vorgesehen. „Die Arbeiten erfolgen im Rahmen von Tagesbaustellen in Form von Wanderbaustellen, so dass die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer möglichst gering gehalten werden können“, teil die Gemeinde mit. 

Die Sanierung werde im sogenannten DKS-Verfahren (Dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise) durchgeführt. Das Verfahren ermögliche eine schnelle und effiziente Instandsetzung der Fahrbahndecke bei gleichzeitig möglichst geringer Belastung für den Straßenverkehr. Dennoch bitter die Gemeinde darum, die betroffenen Bereiche während der Bauarbeiten möglichst zu umfahren. 

„Slotobweg“ schafft kurze Verbindung

Hooksiel (27. 3. 2025) – Hooksiel hat einen neuen Weg, den „Slotobweg“. Der von der Gemeinde Wangerland auf einer Länge von gut 40 Metern jetzt befestigte und gepflasterte schmale Weg für Radfahrer und Fußgänger schafft eine Verbindung zwischen dem Pad zwischen Bremer- und Hamburger Straße sowie dem Neubaugebiet. Der Weg mündet direkt in die Hinrike-Lichtenfeld-Straße von wo man zum Beispiel auf direktem Weg zur Bäderstraße und dort weiter zum Campingplatz und zum Strand gelangen kann.

Der kleine Weg war zwar im Ansatz schon vor der Erschließung des Neubaugebietes durch eine Tochterfirma der Volksbank Jever erkennbar, war aber in der Ausbauplanung wohl zunächst nicht berücksichtigt. Das änderte sich nach entsprechenden Hinweisen der Anwohner Tobias Geisen und Lars Reiners, die bei der Gemeinde ein offenes Ohr fanden. „Es ist toll, dass das geklappt hat“, sagt Tobias Geisen, der sich insbesondere bei Bauamtsleiter Thorsten Meuer bedankt. Inzwischen wurde das inoffizielle Namensschild montiert. „Slotobweg“ steht für die Initiatoren „Slotti“ Reiners und Tobias Geisen (siehe Foto).

 

Gemeinde will den Wildwuchs an Ferienwohnungen eindämmen

Wangerland (27. 11. 2024) – Die Bauleitplanung für Horumersiel kommt in eine entscheidende Phase. Am Dienstag Abend hat der Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung die so genannte „frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ für den neuen Bebauungsplans Nr. II/1 b „Horumersiel Nord-Ost“ empfohlen.

Der Plan definiert das Baurecht für die Ortsteile nördlich des Horumer Tiefs. Hier sind in der Vergangenheit mehr oder weniger ungeordnet zahlreiche Ferienwohnungen entstanden. Im Zuge der Gemeindeentwicklungs-Planung ist es das erklärte Ziel, den „Wildwuchs“ einzudämmen und die Bausubtanz rechtlich abzusichern.

Drei Wohnungen je Gebäude

Ein Knackpunkt: Die Zahl der zulässigen Wohnungen je Gebäude soll in weiten Teilen des Gebiets auf drei begrenzt werden. „Was machen die Vermieter, die derzeit vier oder fünf Wohnungen in ihrem Gebäude haben?“ wollte Heiko Manott wissen, der als beratendes Mitglied der Dorfgemeinschaft Horumersiel im Ausschuss vertreten ist.

Die Antwort der Verwaltung dürfte nicht allen Betroffenen gefallen. „Genehmigte Wohnungen haben Bestandsschutz.“ Und: Wer nicht nicht-genehmigte Ferienwohnungen betreibt, solle die Nutzungsänderung jetzt schnell auf den Weg bringen. In einer Areal aber, in dem Zweitwohnungen künftig nicht mehr zulässig sind, werde man künftig eine bislang als Zweitwohnsitz genutzte Wohnung nicht mehr als Zweitwohnung verkaufen können. Obwohl die Gemeinde sich vorgenommen hat, die vorhandenen Strukturen im Zuge der Bauleitplanung weitgehend zu legalisieren, sei schon jetzt absehbar: „Wir können nicht alle retten.“

Beteiligung der Öffentlichkeit

Konkret heißt das: Ein Teil der bislang ohne Genehmigung betriebenen Ferienwohnungen wird anders genutzt werden müssen. Obwohl, wie Manott sagte, diese Wohnungen maßgeblich mit zur touristischen Wertschöpfung in Horumersiel beigetragen haben. Betroffene haben jetzt im Rahmen es Verfahrens Gelegenheit, ihre Bedenken zu äußern.

Für eine noch intensivere Debatte in der gut besuchten Ausschusssitzung im Rathaus in Hohenkirchen die Windkraft-Planung. Die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) hatte einen Antrag eingebracht, wonach die Genehmigung für den Bau eines weiteren Windparks zwischen Tettens und Jever vorangetrieben werden sollte. Während Reiner Tammen (Grüne) den Antrag auch mit Blick auf die Finanzlage der Gemeinde Wangerland verteidigte, lehnten Holger Ulfers (SPD) und Immo Müller (ZUW) es ab, die Genehmigungsfähigkeit des Projektes durch den Landkreis Friesland vorab prüfen zu lassen. 

Debatte um neue Windparks

Bürgermeister Mario Szlezak (SPD): „Im Kern geht es um die Entscheidung, ob wir mehr oder weniger Windkraftwerke in der Gemeinde haben wollen.“ Auch vor dem Hintergrund, dass Windkraftanlagen eine gute Einnahmequelle für die Gemeinde sind. Tammen: „Wir brauchen das Geld.“

Szlezak erinnerte daran, dass aktuell zwei Windparks im Gemeindegebiet im Bau seien. Zudem habe der Gesetzgeber den Betreibern von Altanlagen das privilegierte Recht eingeräumt, ihre Anlagen zu „repowern“ – also durch neue, deutlich größere Anlagen zu ersetzen. Nach der bisherigen Beschlusslage will die Gemeinde zunächst abwarten, wie viele der rund 40 Altanlagen tatsächlich erneuert werden sollen und wie sich das aufs Landschaftsbild auswirkt.

Müller verwies darauf, dass es noch eine weitere Planung für einen Windpark gebe. Bevor man die unterschiedlichen Pläne städtebaulich bewerten könne, müsse man sich diese Projekt auch vorstellen lassen. Zum Unmut einiger Grundeigentümer, auf deren Flächen der Windpark entstehen soll, folgte der Ausschuss mehrheitlich den Vorstellungen von SPD und UWW.

Veränderungssperre soll Erweiterung der Grundschule absichern

Grundschule Hooskiel
Wenn Hooksiel weiter wachsen sollte, müsste möglicherweise die Grundschule am Kreuzhamm erweitert werden. Dafür soll eine Veränderungssperre das nötige Bauland sichern. Foto: hol

Hooksiel (12. 9. 2024) – Hooksiel wird weiter wachsen. Zumindest geht man davon bei der Gemeinde Wangerland aus. In der Folge müssten die Grundschule und die Kindertagesstätte (Kita) im Ort vielleicht mehr Kinder aufnehmen. Die Möglichkeit dafür soll eine Veränderungssperre schaffen, die jetzt der Ausschuss für Gemeindeentwicklung dem Rat zur Beschlussfassung empfahl.

Die Veränderungssperre soll für den Bebauungsplan „Hooksiel Kreuzhamm“ gelten.Vorrangig geht es dabei um ein unbebautes Privatgrundstück in der Pakenser Straße, das unmittelbar an die Grundschule grenzt. Es liegt im Allgemeinen Wohngebiet und könnte somit etwa durch ein Wohnhaus bebaut werden. 

Mit der Veränderungssperre würde sich die Gemeinde zunächst für zwei Jahre ein Vorkaufsrecht sichern und könnte unliebsame Planungen untersagen. Das Areal soll als Gemeinfläche ausgewiesen werden. 

Ina Christine Janssen (SPD) wies darauf hin, dass die Grundschule in Hooksiel 2026 Ganztagsschule wird. Möglicherweise werde dann bereits ein Anbau für eine Mensa erforderlich. Vorbereitet sein wolle man aber auch für den Fall, dass die Zahl der Kinder im Ort durch Zuzüge in Neubaugebieten steigt. Zudem wäre das Grundstück auch geeignet, die schon derzeit missliche Verkehrs- und Parkplatzsituation für Eltern und Lehrende am Kreuzhamm zu entzerren.

Im Zuge der Veränderungssperre könnte die Gemeinde die Nutzung der Gebäude in dem gesamten B-Plan-Gebiet entlang des Kreuzhamms, ein Allgemeines Wohngebiet, überprüfen. Das passiert derzeit in etlichen Ortsteilen des Wangerlandes. Der Ausschuss empfahl zum Beispiel für Minsen und Horumersiel Änderungen in den Bebauungsplänen. Dadurch sollen zum einen Wohngebiete vor der schleichenden Aushöhlung durch Ferienwohnungen geschützt werden. Zum anderen können dort, wo „das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“ (Horumersiel), Ferienwohnungen in einigen Straßenzügen ausdrücklich zugelassen werden.