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Alle Beiträge zum Thema “Gemeindeentwicklung”

Wichtige Weichenstellungen für Entwicklung von Hooksiel

Hooksiel/Wangerland (15. 11. 2025) – In der kommenden Wochen sind mehrere kommunalpolitische Weichenstellungen für Hooksiel zu erwarten. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Rates tagt gleich zweimal – nämlich am Dienstag, 18. November, und am Donnerstag, 20. November, jeweils ab 19.30 Uhr im Rathaus in Hohenkirchen.

Der Edeka-Markt an der Bäderstraße in Hooksiel soll erweitert werden. Gerade während der Hauptsaison ist es häufig extrem eng in dem Geschäft. Archiv-Foto: hol

In der Sitzung am Dienstag soll unter anderem die von der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts in Auftrag gegebene Potenzialstudie für das Hooksieler Freizeitgelände vorgestellt werden. Beraten wird zudem unter anderem über die Ausweisung weiterer Windenergie-Flächen im Gemeindegebiet.

Mehr Platz für Getränke und Frischenprodukte

Ein wichtiger Punkt am Donnerstag: Die geplante Erweiterung des Edeka-Marktes an der Bäderstraße in Hooksiel. Der Markt soll um etwa acht Meter in Richtung WiKi-Wohnheim verlängert werden. Die Verkaufsfläche, so die Planer, würde sich von derzeit 1550 auf an die 2000 Quadratmeter vergrößern. Der Grund: Gerade in der Hauptsaison wird der Markt häufig regelrecht überrannt. 

Im Zuge des Projektes sollen Verkaufs- und Lagerflächen sowie die Flächen für die Leergutannahme vergrößert werden. Geplant ist nach der Darstellung der Betreiber auch eine Sortimentserweiterung im Drogerieartikel-Bereich. Zudem sollen der Frischwarenbereich und die Getränkeabteilung geräumiger werden. Um die Erweiterung zu ermöglichen, müssen der Bebauungsplan geändert und etwaige Auswirkungen des Vorhabens auf den Einzelhandel in der Umgebung geprüft werden. 

Hotel-Planer Gast im Ausschuss

Der Ausschuss wird am Donnerstag eine Reihe weiterer Bauleitfragen im Gemeindegebiet beraten. Spannend auch: Mit Michael Moos ist der designierte Entwickler für das ehemalige Feuerwehrgelände am Alten Hafen von Hooksiel zu Gast. Der Planer soll, so die Erwartung, darüber berichten, ob er inzwischen einen Investor für den angestrebten Hotelbau auf dem Filetgrundstück gefunden hat. Das wäre eine der Voraussetzungen dafür, dass die Gemeinde ihm das Grundstück verkauft.

Mängel-Melder fürs Wangerland in der Warteschleife

Hooksiel/Wangerland (11. 11. 2025) – Oft sind es die kleinen Dinge, über die Menschen sich ärgern. Zumal in einer Urlaubsgemeinde. Es liegt ein Haufen Unrat am Strand, eine Baumwurzel drückt das Pflaster eines Fußweges nach oben. Eine Straßenlaterne ist defekt, ein Verkehrsschild ist zugewachsen, ein Hinweisschild irreführend.

Mit einem digitalen „Mängel-Melder“ möchte Matthias Suckert einen direkten Draht von Bürgern zur Gemeinde herstellen.

Mit der von ihm gestalteten Internetseite „Bürger Feedback“ möchte der Hooksieler Matthias Suckert einen Kanal schaffen, wie Bürgerinnen und Bürger auf direkten Weg ihre Beobachtungen den zuständigen Behörden oder Dienststellen melden können. „Ich bin überzeugt davon, dass wir dadurch insgesamt noch besser werden können“, sagt Suckert, der ein Vermietungsagentur betreibt und Vorsitzender des neu gegründeten Fremdenverkehrsvereins Wangerland ist.

Hinweise direkt an Behörde

Der Ablauf soll dabei so einfach wie möglich sein. Bürger müssen Name und E-Mailadresse angeben und können dann den jeweiligen Mangel auf der Internetseite eintragen. Der Mangel wird direkt an die zuständige Stelle weitergeleitet – etwa an den Bauhof, das Ordnungsamt oder an die Wangerland Touristik GmbH. Der jeweilige Sachbearbeiter dort bestätigt den Eingang, kann sich bei Rückfragen melden oder signalisierten, dass der Mangel „in Arbeit“ oder „erledigt“ ist. 

Auf der Internetseite befindet sich zudem eine Karte, auf dem der Ort des Geschehens markiert werden kann. Nutzer können bei Bedarf auch ein Foto hochladen. Zudem gibt es eine Liste mit allen gemeldeten Mängeln (ohne den Namen des Hinweisgebers). 

Beratungsbedarf im Rathaus

Suckert möchte seine Entwicklung der Gemeinde Wangerland kostenlos zur Verfügung stellen. Vor einigen Wochen habe er die Idee mehreren Vertretern der Gemeinde vorgestellt. Die Reaktion im Rathaus, so sein Eindruck: „Begeisterung.“ Doch seither ist nichts mehr geschehen. Auf Rückfragen, wann das „Bürger Feedback“ endlich online gehen solle, erhalte er nur ausweichende Antworten. Es müssten noch E-Mail-Adresse eingerichtet werden. Datenschutzfragen seien zu klären … 

Suckert befürchtet, dass man sich im Rathaus die zu erwartende Flut von Bürgerhinweisen scheut. „Wenn man das Portal nicht will, sollte man es lieber offen sagen. Aber das wäre wirklich schade. Ich bin überzeugt davon, dass der direkte Kanal zu einen besseren Miteinander von Bürgern und Gemeinde beitragen kann.“

Bürgermeister Mario Szlezack bestätigt gegenüber „Hooksiel-Life“, dass es in der Verwaltung zu dem Thema noch Diskussionsbedarf gibt. „Ein Mängel-Melder ansich ist eine gute Sache. Die Beratungen zu dem Projekt sind aber noch nicht abgeschlossen.“ 

Gemeinde übernimmt Neubaugebiet von Erschließungs-Gesellschaft

Hooksiel (1. 7. 2025) – Eine neue Fußgängerampel in der Bäderstraße sichert das Überqueren der viel befahrenen Straße Richtung Campingplatz und Strand. Bauamtsleiter Torsten Meuer und Ordnungsamtsleiter Markus Gellert von der Gemeinde Wangerland nahmen die Lichtzeichenanlage am Montagnachmittag zusammen mit Holger Eden von der Grundstücks-, Erschließungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH (GEV) in Betrieb. Mit dabei waren zudem Anja Bleckmann vom Planungsbüro Thaler Consult, Torben Becker von der Baufirma Strabag sowie einige Anwohner.

Markus Gellert, Holger Eden und Tosten Meuer (von links) nahmen die Ampel an der Bäderstraße in Höhe Neubaugebiet in Betrieb. Foto: hol

Der Hintergrund: Die GEV, ein Tochterunternehmen der Volksbank Jever, hatte das benachbarte Neubaugebiet zwischen Bäderstraße und Hohe Weg erschlossen und entwickelt. Jetzt, wo die allermeisten Grundstücke im „Baugebiet III/42“ bebaut oder zumindest verkauft sind, hat das Privatunternehmen die öffentlichen Verkehrswege samt der damit verbundenen Infrastruktur an die Gemeinde Wangerland übergegeben. Konkret bedeute das, so Meuer und Gellert, dass etwa die Straßen jetzt öffentlich gewidmet werden und künftig die Gemeinde für deren Unterhaltung zuständig ist.

Keine Ferienwohnungen erlaubt

Die Erschließung des Areals hatte 2021 begonnen, mitten in der Corona-Pandemie. Die GEV hatte von dem vorherigen Grundeigentümer die Flächen erworben, die Gemeinde den nötigen Bebauungsplan für die insgesamt 80 Grundstücke aufgestellt. Die Gemeinde gibt darin unter anderem vor, dass in dem Gebiet nur Wohnhäuser für Dauerwohnen erstellt werden dürfen – also ausdrücklich keine Ferienwohnungen. 

Eine Besonderheit ist das Feuerwehrgerätehaus am Hohen Weg, das im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. Meuer dankte Eden dafür, dass die GEV seinerzeit der Gemeinde das für den Bau benötigte Grundstück verkauft hat. Um das Baugebiet zu erschließen, mussten allein 24.000 Kubikmeter Erde bewegt und 2500 Meter Entwässerungs-Rinne verlegt werden. „Das ist keine Kleinigkeit.“

Fast alle Grundstücke verkauft

Nach den Worten von Eden sind inzwischen 75 Grundstücke an der Hinrike-Lichterfeld-Straße und der Irma-Cornelßen-Straße verkauft worden. Für vier weitere gebe es feste Interessenten. Kritik daran, dass die Grundstückspreise mit 170 bis deutlich über 200 Euro je Quadratmeter eigentlich zu teuer gewesen wären, als dass junge Familien sich darauf ihr Eigenheim errichten könnten, lässt der Immobilienmanager nicht gelten. „Das ist der Markt.“ Schon der Erwerb von landwirtschaftlicher Fläche werde deutlich teurer, sobald klar ist, dass dort ein Baugebiet entstehen soll.

Hinzu gekommen sei die Explosion der Baukosten in Folge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges, so Meuer. Statt der üblichen Baukostenindex-Steigerung von zwei Prozent im Jahr habe man Sprünge von bis zu 20 Prozent erlebt. 

Mit der Fertigstellung des Baugebietes sei die Frage aktuell geworden, wie die rund 80 Familien zu Fuß sicher in den Ort oder zum Strand gelangen können. Die Installation einer Fußgängerampel sei verglichen mit dem Bau eines weiteren Fußweges südlich der Bäderstraße die deutlich günstigere Alternative gewesen, so der Bauamtsleiter.

Projekt verliert ohne Hausboote für Politik an Reiz

Wangerland (4. 6. 2025) – Die Stimmung war angespannt, der Ton drastisch. Am Ende der Beratung im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung verließ der Investor sichtlich angefressen das Rathaus. Wie es jetzt mit dem Projekt weitergeht, ist ungewiss.

Die aktualisierte Planung sieht an der Gottelser Leide jetzt 16 Tiny Häuser, aber keine Hausboote mehr vor. Skizze: Gemeinde Wangerland

Dabei hatte beim Start des Investitionsvorhabens am Wangermeer in Hohenkirchen Ende 2023 noch alles so rosig aussehen. Damals hatte Hans-Dieter Hoffmann vom Planungsbüro „Hoffmann Consult“ erstmals Pläne veröffentlicht, wonach am Südostufer des künstlich geschaffene Sees, gegenüber von den bereits vorhandenen Hausboot-Liegeplätzen, ein weiterer Hausboot-Anleger entstehen soll.

Vorgesehen seinen dort zunächst sechs fahrbare Hausbooten, die am Ufer um jeweils ein Tiny-House als Quartier für zwei oder maximal vier Personen ergänzt werden sollten. Ermöglichen sollte das Projekt, zudem auch ein Kiosk und die Vervollständigung des Rundweges um das Wangermeer gehören, der Bebauungsplan „Hohenkirchen – An der Gottelser Leide“. Den Aufstellungsbeschluss dafür hatte der Rat noch einvernehmlich gefällt.

16 Tiny-Häuser geplant

Jetzt die Kehrtwende. Nachdem sich der Bau einer Steganlage für Hausboote offenbar als zu teuer und schwierig erwiesen hatte, haben die Planer das Projekt überarbeitet. Aktuell ist von Hausbooten keine Rede mehr, dafür sollen an Land, ein Stück abseits des Seeufers, 16 Tiny-Häuser in einer Größe von 3,5 mal 10 Metern aufgestellt werden. Nachdem das Straßenverkehrsamt einer direkten Anbindung an die Bismarckstraße eine Absage erteilt hat, soll die Zufahrt vorbei am vorhandenen Park- und Wohnmobilstellplatz erfolgen. 

Auch wenn Kiosk und Rundweg weiterhin vorgesehen sind, hätten die aktuelle Pläne mit den ursprünglichen Überlegungen nichts mehr zu tun, stellte Ratsherr Immo Müller (ZUW) fest und machte seinem Unmut Luft. „Das ist ein ganz anderes Projekt. Wir als Politik fühlen uns vera …“. Die Wohnfläche an Land solle jetzt mehr als dreimal so groß werden. 

Erneute Beratung in Fraktionen

Auch aus Sicht von Johann-Wilhelm Peters (SPD) gibt es noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. So werde durch die Zufahrt seiner Ansicht nach unnötig viel Fläche versiegelt. Auch der Hinweis von Hoffmann, dass die überarbeiteten Pläne mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt worden seien, vermochte die Stimmung im Ausschuss am Dienstagabend nicht mehr zu retten. Einstimmig folgte das Gremium dem Antrag von Lübbo Meppen (FDP), das Projekt zunächst für weitere Beratungen in die politischen Fraktionen zurück zu verweisen.

Bürgermeister kritisiert Politik

Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) machte keinen Hehl daraus, dass er persönlich das Vorhaben weiterhin gut finde – auch ohne Hausboote. Er bedauerte, dass in den politischen Gremien immer nur nach Gründen gesucht werde, warum Projekte nicht umgesetzt werden können. Eine These, der längst nicht alle Kommunalpolitiker folgen wollten. Die anhebende Diskussion darüber unterband Dieter Behrens-Focken (CDU), der als Nachfolger des aus dem Rat zurückgetretenen Ratsherrn Reiner Tammen erstmals die Beratung im Ausschuss leitete. 

Nach Beseitigung der Straßenschäden kommt die Tempo-30-Zone

Hooksiel (11. 4. 2025) – Die abschließenden Sanierungsarbeiten am Belang der Lange Straße und Pakenser Altendeich in Hooksiel sollen am Montag, 28. April, beginnen. Das teilt die Gemeinde Wangerland mit. Auf dem Straßenzug vom Ortskern bis zum Verkehrskreisel an der Tankstelle wurde aufgrund des schlechten Zustands der Fahrbahn die Höchstgeschwindigkeit bereits vor Monaten auf 30 Stundenkilometer begrenzt. 

Tempo 30 in Hooksiel

Nach der Sanierung soll die Straße (Archiv-Foto: hol) als Tempo-30-Zone ausgewiesen werden. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr gefasst. Ziel ist es, den Verkehr zu beruhigen und vor allem die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen.

Nach Abschluss der Arbeiten, so Ordnugsamtsleiter Markus Gellert, werde auch die Beschilderung entlang der Straße an die Erfordernisse einer Tempo-30-Zone angepasst. Die Gemeinde bittet die Verkehrsteilnehmer für die während der Sanierung zu erwarteten Beeinträchtigungen um Verständnis. Neben der Hauptverkehrsstraße in Hooksiel soll auch noch die Fahrbahndecke der Goldstraße in Horumersiel erneuert werden. 

Für Hooksiel und für Horumersiel sei jeweils ein Tag für die Fahrbahnsanierung vorgesehen. „Die Arbeiten erfolgen im Rahmen von Tagesbaustellen in Form von Wanderbaustellen, so dass die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmer möglichst gering gehalten werden können“, teil die Gemeinde mit. 

Die Sanierung werde im sogenannten DKS-Verfahren (Dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise) durchgeführt. Das Verfahren ermögliche eine schnelle und effiziente Instandsetzung der Fahrbahndecke bei gleichzeitig möglichst geringer Belastung für den Straßenverkehr. Dennoch bitter die Gemeinde darum, die betroffenen Bereiche während der Bauarbeiten möglichst zu umfahren. 

„Slotobweg“ schafft kurze Verbindung

Hooksiel (27. 3. 2025) – Hooksiel hat einen neuen Weg, den „Slotobweg“. Der von der Gemeinde Wangerland auf einer Länge von gut 40 Metern jetzt befestigte und gepflasterte schmale Weg für Radfahrer und Fußgänger schafft eine Verbindung zwischen dem Pad zwischen Bremer- und Hamburger Straße sowie dem Neubaugebiet. Der Weg mündet direkt in die Hinrike-Lichtenfeld-Straße von wo man zum Beispiel auf direktem Weg zur Bäderstraße und dort weiter zum Campingplatz und zum Strand gelangen kann.

Der kleine Weg war zwar im Ansatz schon vor der Erschließung des Neubaugebietes durch eine Tochterfirma der Volksbank Jever erkennbar, war aber in der Ausbauplanung wohl zunächst nicht berücksichtigt. Das änderte sich nach entsprechenden Hinweisen der Anwohner Tobias Geisen und Lars Reiners, die bei der Gemeinde ein offenes Ohr fanden. „Es ist toll, dass das geklappt hat“, sagt Tobias Geisen, der sich insbesondere bei Bauamtsleiter Thorsten Meuer bedankt. Inzwischen wurde das inoffizielle Namensschild montiert. „Slotobweg“ steht für die Initiatoren „Slotti“ Reiners und Tobias Geisen (siehe Foto).

 

Gemeinde will den Wildwuchs an Ferienwohnungen eindämmen

Wangerland (27. 11. 2024) – Die Bauleitplanung für Horumersiel kommt in eine entscheidende Phase. Am Dienstag Abend hat der Ratsausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung die so genannte „frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ für den neuen Bebauungsplans Nr. II/1 b „Horumersiel Nord-Ost“ empfohlen.

Der Plan definiert das Baurecht für die Ortsteile nördlich des Horumer Tiefs. Hier sind in der Vergangenheit mehr oder weniger ungeordnet zahlreiche Ferienwohnungen entstanden. Im Zuge der Gemeindeentwicklungs-Planung ist es das erklärte Ziel, den „Wildwuchs“ einzudämmen und die Bausubtanz rechtlich abzusichern.

Drei Wohnungen je Gebäude

Ein Knackpunkt: Die Zahl der zulässigen Wohnungen je Gebäude soll in weiten Teilen des Gebiets auf drei begrenzt werden. „Was machen die Vermieter, die derzeit vier oder fünf Wohnungen in ihrem Gebäude haben?“ wollte Heiko Manott wissen, der als beratendes Mitglied der Dorfgemeinschaft Horumersiel im Ausschuss vertreten ist.

Die Antwort der Verwaltung dürfte nicht allen Betroffenen gefallen. „Genehmigte Wohnungen haben Bestandsschutz.“ Und: Wer nicht nicht-genehmigte Ferienwohnungen betreibt, solle die Nutzungsänderung jetzt schnell auf den Weg bringen. In einer Areal aber, in dem Zweitwohnungen künftig nicht mehr zulässig sind, werde man künftig eine bislang als Zweitwohnsitz genutzte Wohnung nicht mehr als Zweitwohnung verkaufen können. Obwohl die Gemeinde sich vorgenommen hat, die vorhandenen Strukturen im Zuge der Bauleitplanung weitgehend zu legalisieren, sei schon jetzt absehbar: „Wir können nicht alle retten.“

Beteiligung der Öffentlichkeit

Konkret heißt das: Ein Teil der bislang ohne Genehmigung betriebenen Ferienwohnungen wird anders genutzt werden müssen. Obwohl, wie Manott sagte, diese Wohnungen maßgeblich mit zur touristischen Wertschöpfung in Horumersiel beigetragen haben. Betroffene haben jetzt im Rahmen es Verfahrens Gelegenheit, ihre Bedenken zu äußern.

Für eine noch intensivere Debatte in der gut besuchten Ausschusssitzung im Rathaus in Hohenkirchen die Windkraft-Planung. Die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) hatte einen Antrag eingebracht, wonach die Genehmigung für den Bau eines weiteren Windparks zwischen Tettens und Jever vorangetrieben werden sollte. Während Reiner Tammen (Grüne) den Antrag auch mit Blick auf die Finanzlage der Gemeinde Wangerland verteidigte, lehnten Holger Ulfers (SPD) und Immo Müller (ZUW) es ab, die Genehmigungsfähigkeit des Projektes durch den Landkreis Friesland vorab prüfen zu lassen. 

Debatte um neue Windparks

Bürgermeister Mario Szlezak (SPD): „Im Kern geht es um die Entscheidung, ob wir mehr oder weniger Windkraftwerke in der Gemeinde haben wollen.“ Auch vor dem Hintergrund, dass Windkraftanlagen eine gute Einnahmequelle für die Gemeinde sind. Tammen: „Wir brauchen das Geld.“

Szlezak erinnerte daran, dass aktuell zwei Windparks im Gemeindegebiet im Bau seien. Zudem habe der Gesetzgeber den Betreibern von Altanlagen das privilegierte Recht eingeräumt, ihre Anlagen zu „repowern“ – also durch neue, deutlich größere Anlagen zu ersetzen. Nach der bisherigen Beschlusslage will die Gemeinde zunächst abwarten, wie viele der rund 40 Altanlagen tatsächlich erneuert werden sollen und wie sich das aufs Landschaftsbild auswirkt.

Müller verwies darauf, dass es noch eine weitere Planung für einen Windpark gebe. Bevor man die unterschiedlichen Pläne städtebaulich bewerten könne, müsse man sich diese Projekt auch vorstellen lassen. Zum Unmut einiger Grundeigentümer, auf deren Flächen der Windpark entstehen soll, folgte der Ausschuss mehrheitlich den Vorstellungen von SPD und UWW.

Veränderungssperre soll Erweiterung der Grundschule absichern

Grundschule Hooskiel
Wenn Hooksiel weiter wachsen sollte, müsste möglicherweise die Grundschule am Kreuzhamm erweitert werden. Dafür soll eine Veränderungssperre das nötige Bauland sichern. Foto: hol

Hooksiel (12. 9. 2024) – Hooksiel wird weiter wachsen. Zumindest geht man davon bei der Gemeinde Wangerland aus. In der Folge müssten die Grundschule und die Kindertagesstätte (Kita) im Ort vielleicht mehr Kinder aufnehmen. Die Möglichkeit dafür soll eine Veränderungssperre schaffen, die jetzt der Ausschuss für Gemeindeentwicklung dem Rat zur Beschlussfassung empfahl.

Die Veränderungssperre soll für den Bebauungsplan „Hooksiel Kreuzhamm“ gelten.Vorrangig geht es dabei um ein unbebautes Privatgrundstück in der Pakenser Straße, das unmittelbar an die Grundschule grenzt. Es liegt im Allgemeinen Wohngebiet und könnte somit etwa durch ein Wohnhaus bebaut werden. 

Mit der Veränderungssperre würde sich die Gemeinde zunächst für zwei Jahre ein Vorkaufsrecht sichern und könnte unliebsame Planungen untersagen. Das Areal soll als Gemeinfläche ausgewiesen werden. 

Ina Christine Janssen (SPD) wies darauf hin, dass die Grundschule in Hooksiel 2026 Ganztagsschule wird. Möglicherweise werde dann bereits ein Anbau für eine Mensa erforderlich. Vorbereitet sein wolle man aber auch für den Fall, dass die Zahl der Kinder im Ort durch Zuzüge in Neubaugebieten steigt. Zudem wäre das Grundstück auch geeignet, die schon derzeit missliche Verkehrs- und Parkplatzsituation für Eltern und Lehrende am Kreuzhamm zu entzerren.

Im Zuge der Veränderungssperre könnte die Gemeinde die Nutzung der Gebäude in dem gesamten B-Plan-Gebiet entlang des Kreuzhamms, ein Allgemeines Wohngebiet, überprüfen. Das passiert derzeit in etlichen Ortsteilen des Wangerlandes. Der Ausschuss empfahl zum Beispiel für Minsen und Horumersiel Änderungen in den Bebauungsplänen. Dadurch sollen zum einen Wohngebiete vor der schleichenden Aushöhlung durch Ferienwohnungen geschützt werden. Zum anderen können dort, wo „das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“ (Horumersiel), Ferienwohnungen in einigen Straßenzügen ausdrücklich zugelassen werden. 

Gemeinde will mit Horumersielern über Zukunft des Bolzplatzes sprechen

Wangerland/Horumersiel (21. 2. 2024) – Der Ratssaal in Hohenkirchen war gut gefüllt. Wo sonst die Kommunalpolitiker meist unter sich diskutieren, verfolgten am Dienstagabend deutlich über zwanzig Interessierte den Verlauf der Sitzung des Ratsausschusses für Gemeindeentwicklung. Ein Grund: die Überlegungen zur Zukunft des Bolzplatzes in Horumersiel.

Die Gemeinde Wangerland ist dabei, das im vergangenen Jahr erstellte Gemeinde-Entwicklungskonzept (GEK) umzusetzen. Dafür müssen eine Fülle von zum Teil mehrere Jahrzehnte alte Bebauungspläne angepasst und der Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden. Das erklärte Ziel: Baurecht und tatsächliche Nutzung sollen in Einklang gebracht werden. Unter anderem soll der Wildwuchs von Dauerwohnungen, Ferien- und Zweitwohnungen beordnet werden.

Freizeit-Kicker im Ausschuss

In diesem Zusammenhang wird auch der Bebauungsplan „Horumersiel-Nord“ angepackt. Im Bereich nördlich Horumer Tiefs/westlich Goldstraße soll ein Allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden. Soweit besteht Einigkeit. Mittendrin befindet sich allerdings ein Fußballplatz, der, so erläuterte Bürgermeister Mario Szlezak (SPD), zumindest theoretisch als Bauland für günstige Wohnungen, etwa für Mitarbeiter der örtlichen Gastronomie, geeignet wäre. Und da der Bebauungsplan ohnehin geändert werden soll, habe man den Bolzplatz gleich mit in die Planung aufgenommen, sagte Bauamtsleiter Torsten Meuer. „Es gibt aber noch keinen genauen Plan und schon gar keinen Investor für die Fläche“, beteuerte Szlezak. 

Mit dieser nach den Worten von Alice Brandenburg-Bienek (CDU) auch für Teile des Rates überraschenden Weichenstellung hat die Gemeindeverwaltung die aktuellen Nutzer des Platzes auf den Plan gerufen. Dabei handelt es sich zum einen um eine Gruppe von 20 bis 25 Altherren-Freizeitkicker, zum anderen werde der Platz, auf dem gelegentlich auch noch Kleinfeld-Fußball-Punktspiele stattfinden, auch von Familien und Urlaubsgästen für Sport, Spiel und Spaß genutzt, erläuterte der Horumersieler Friedo Gerdes dem Ausschuss. 

Treffpunkt für Einheimische

Die Fläche, einst Sportplatz des Horumersieler FC, sei wichtig für die dörfliche Struktur in Horumersiel, wo es inzwischen keine Post, keine Bank, keine Apotheke und nicht einmal mehr einen Friseur gebe. Gerdes: „Der Bolzplatz ist der Ort, wo man auch noch mal Einheimische trifft.“

Ausschuss-Vorsitzender Reiner Tammen (Grüne) beteuerte, dass dem Gemeinderat an einem konstruktiven Dialog mit den Horumersielern gelegen sei. Auf keinen Fall wolle man ein Bürgerbegehren heraufbeschwören. „Wir sollten gemeinsam sehen, was geht.“ 

Dem schlossen sich die Ausschuss-Mitglieder von GfW, SPD und ZUW an. Der Tagesordnungspunkt wurde einvernehmlich abgesetzt und vertagt. Zunächst soll jetzt vor Ort in Horumersiel ein Bürgergespräch stattfinden, auf dem die Gemeinde die geplanten Veränderungen für den Ort vorstellt. Dabei dürfte auch die Suche nach geeigneten Flächen für den Bau von günstigem Dauerwohnraum ein Thema werden.

Pläne für Halbinsel im Wangermeer: Alle Grundstücke mit Wasserzugang

Wangerland (13. 10. 2023) – In Hohenkirchen soll ein neues Ferienhaus-Gebiet entstehen – und zwar im Wangermeer. Die Niedersächsische Landesgesellschaft (NLG), die das Areal von der Gemeinde Wangerland erworben hat, hat ihre Pläne für die so genannte Halbinsel in dem künstlich durch Kleiabbau geschaffenen See jetzt im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Rates vorgestellt. 

Halbinsel Wangermeer
So sehen die Pläne für die Bebauung der Halbinsel im Wangermeer aus. Jedes der Grundstücke ist per Boot zu erreichen. Der Bereich westlich der Ringstraße ist für Dauerwohnungen vorgesehen. Grafik: NLG

Das Gremium empfahl einstimmig, einen Bebauungsplan für ein Sondergebiet aufzustellen, das Ferienhäuser sowie in einem Teilbereich, in Richtung Ort, auch Dauerwohnungen ermöglicht. Die Halbinsel ist über eine Zufahrt von der Helmstedter Straße aus erreichbar. Im Zentrum liegt ein ehemaliger Bauernhof, dessen Areal vor allem ökologisch von Bedeutung ist. Wie die Projektleiterin der NLG, Susanne Janzen, sagte, sollen unter anderem Nistkästen und Brutsteine für Fledermäuse und Rastvögel angelegt werden. Für die ökologischen Eingriffe in die Biotop-Struktur der Halbinsel seien zudem externe Kompensationsmaßnahmen erforderlich.

Fünf zwölf Meter breite Grachten

Markantes städtebauliches Merkmal der Ferien- und Dauerwohnsiedlung werden fünf zwölf Meter breite Grachten, die vom Wangermeer aus jedes Grundstück erschließen. Die Grachten sollen mit Holzbohlen eingefasst werden, so dass jeder Bewohner problemlos mit einem Boot an seinem Grundstück festmachen kann. 

Wie Torsten Meuer von der Bauverwaltung der Gemeinde sagte, seien die Wasserwege als Privatgrachten geplant. Die Breite sei bewusst gewählt worden, um das Aufreinigen der Wasserwege zu ermöglichen, in denen bei Bedarf auch das Mähboot der Gemeinde eingesetzt werden kann. Das Regenwasser soll auf der Halbinsel an der Oberfläche gereinigt werden, damit es direkt ins Wangermeer abfließen kann.

Ziel ist ein einheitliches Bild

An einer Ringstraße, von der drei Stichwege abgehen, sollen nach den Worten von Suzanne Janßen rund 100 Wohneinheiten entstehen – entweder als Häusergruppen oder als Einzel- bzw. Doppelhäuser. Ziel sei ein einheitliches Bild der Bebauung. Dafür soll für die zweigeschossigen Häuser eine schräge Dachneigung und eine Firsthöhe von maximal 9,5 Meter festgeschrieben werden. Die ehemalige Hofstelle bietet Raum für zentrale Angebote (Café, Lädchen etc.).

Der Aufstellungsbeschluss ist der erste Schritt in der Bauleitplanung. Im Laufe des weiteren Verfahrens werden die Pläne öffentlich ausgelegt, so dass auch Bürger Anregungen und Bedenken zu dem Projekt vorbringen können