Hooksiel (10. 8. 2023) – Sommerferien ganz ohne Tennis-Training? Das muss nicht sein. Um die eigentlich trainingsfreie Zeit zu überbrücken, bietet der FC Nordsee Hooksiel ein Tenniscamp für Kinder- und Jugendliche an. Seit Mittwoch laufen, springen und rutschen 20 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren auf der Platzanlage des Vereins am Freizeitgelände.
Spaß am Spiel, Freude an der Bewegung – darum geht es beim FCN Tenniscamp. Die Trainerinnen und Trainer (hinten von rechts) Fenja und Jan-Hendrik Funke, Jil Abels und Gian-Luca Blöcker betreuen die Kinder und Jugendlichen noch bis Freitag auf der Hooksieler Tennisanlage. Foto: hol
Organisiert hat das dreitägige Camp FCN-Tennis-Jugendwartin Fenja Funke. Unterstützt wird sie durch das Trainerteam, dem Jil Abels, Jan-Hendrik Funke und Spitzenspieler Gian-Luca Blöcker angehören. Das Quartett betreut den Tennisnachwuchs dabei nicht nur sportlich. Im Rahmen des Camps werden die Kinder auch mit Essen und Trinken, von der Banane und dem Glas Wasser zwischendurch bis zum kompletten Mittagessen versorgt.
Bei den Übungen stehen Spiel und Spaß im Vordergrund. „Ein großer Schwerpunkt ist die Koordination“, erläutert Fenja Funke. Natürlich wird auch mit Schlägern und gelben Filzbällen um Punkte gespielt. Wichtiger aber noch sei der Spaß an der Bewegung, am Laufen und am spielerischen Wettbewerb. Dazu gehört dann auch die große Rutscheinlage – dabei geht es zum Abschluss am Freitag auf nassen Plastikplanen einen nahe gelegenen Hügel herunter.
Nach den Sommerferien trainieren die jugendlichen Tennisspielerinnen und Tennisspieler dann wieder jeden Freitag ab 15 Uhr auf der Tennisanlage. Interessierte sind jederzeit willkommen.
Hooksiel (10. 8. 2023) – Mit Ausnahme eines leicht erhöhten Messwertes Ende Januar sind bislang an der schwimmenden Regasifizierungsfabrik „Höegh Esperanza“ und in der Jade keine Überschreitungen der Grenzwerte für Chloreinträge festgestellt worden. Das teilt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in einer Pressemitteilung mit.
Bislang sind die Chloreinträge des LNG-Regasifizierungsschiffes „Höegh Esperanza“ noch im Rahmen geblieben. Allerdings: Erst seit wenigen Tagen wird Seewasser als Wärmemittel eingesetzt. Foto: hol
Das positiv anmutende Ergebnis verwundert nicht: An Bord der am LNG-Terminal Wilhelmshaven in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens liegenden „Floating Storage and Regasifikation Unit“ (FSRU) wird erst seit wenigen Tagen Seewasser zum Erwärmen des minus 162 Grad kalten Flüssigerdgases eingesetzt. Um die das Seewasser leitenden Röhren an Bord von Muschel, Pocken und Algen freizuhalten, wird seither an Bord der „Höegh Esperanza“ Chlor verwendet, das über das Abwasser auch in die Jade geleitet wird.
Minimierungskonzept für Chloreinträge
Als Folge dieses Prozesses befürchten Umwelt- und Naturschützer – auch schon ohne Überschreitungen der genehmigten Einleitungsmengen – erheblichen Belastungen für Flora und Fauna im nahe gelegenen Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Da man offenbar auch bei den Genehmigungsbehörden diese Gefahr nicht ausschließen konnte, hat man der bundeseigenen Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) als Betreiberin und dem Energiekonzern Uniper als Betriebsführer der FSRU auferlegt, bis Ende August ein Konzept zu erarbeiten, wie die Choreinträge minimiert werden können. Als eine Alternative wird aktuell die Behandlung des Seewassers mit Ultraschall untersucht.
Deutschland treibt als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und dem Stopp der russischen Erdgaslieferungen den Import von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas/LNG) intensiv voran. Die Umschlaganlage am Voslapper Groden vor Wilhelmshaven wurde Ende 2022 als erste in Betrieb genommen – obwohl die dafür angemietete FSRU mit einer als ökologisch veralteten Chlortechnik arbeitet.
Desinfektion des Röhrensystems an Bord nötig
Auch beim Normalbetrieb des Schiffs wird – wie bei anderen Schiffen auch – Seewasser, das etwa für Kühlung benötigt wird, mittels Elektrochlorierung behandelt, um das so genannte „Biofouling“ zu verhindern. Bei der Elektrochlorierung wird das im Seewasser enthaltene Natriumchlorid mittels elektrischer Energie zu aktivem Chlor (Cl2) in Form von Natriumhypochlorit umgewandelt.
„Die Reaktion von Chlor mit im Seewasser natürlicherweise vorkommendem Bromid und organischem Material kann auch zu Desinfektionsnebenprodukten führen, deren Entstehung und Ausbreitung im Vorfeld der Erlaubnis gutachterlich untersucht beziehungsweise prognostiziert wurden“, erläutert das NLWKN. Auf Grundlage der wasserrechtlichen Erlaubnis vom 16. Dezember 2022 werde daher die Einleitung und Ausbreitung des chlorbehandelten Abwassers überwacht.
In ihrem vorläufigen Fazit der ersten Messreihen weist die Genehmigungsbehörde ausdrücklich darauf hin, dass alle bisher vorliegenden Aussagen sich auf einen relativ kurzen Zeitraum nach dem Übergang in den Regelbetrieb der FSRU und den bisherigen Betrieb im „closed-loop“ (also ohne Seewasser als Wärmemittel fürs LNG) beziehen.
Ende Januar Grenzwert überschritten
Ein Detailergebnis: „Am 30. Januar 2023 wurden an den Auslässen O-3 bis O-7 geringe Überschreitungen des Grenzwertes für Chlordioxid und andere Oxidantien (Chlor) im Rahmen der behördlichen Einleiterüberwachung festgestellt. Der Betreiber wurde unmittelbar auf die Überschreitung hingewiesen. Sowohl in den folgenden Probenahmen der Beweissicherung, der Eigenüberwachung sowie der folgenden Probenahme im Rahmen der behördlichen Einleiterüberwachung konnten bisher keine weiteren Überschreitungen der Grenzwerte für Chlor festgestellt werden.“
Die bisherigen Analysen im Gewässer im Nah- und Fernbereich der FSRU hätten für alle untersuchten Parameter unterhalb der Grenzwerte gelegen. Ein Zusammenhang von vereinzelten und geringfügigen Nachweisen von Chloroform mit dem Betrieb der FSRU habe nicht hergestellt werden können. Lediglich innerhalb der FSRU, jedoch nicht im Wasser der Jade, habe Bromoform in sehr geringen Konzentrationen nachgewiesen werden können.
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) sagt auch für die künftigen Ergebnisse des Monitorings „größtmögliche Transparenz “ zu. Die Ergebnisse der Messungen von Chlordioxid und anderen Restoxidantien, Chlorid, so genannten Adsorbierbaren organisch gebundenen Halogenen (AOX) und der Temperatur des Prozesswassers würden auf den Seiten des NLWKN im Internet veröffentlicht.
Friesland/Wangerland (10. 8. 2023) – Das 34. Musikfest Bremen unter der künstlerischen Leitung von Prof. Thomas Albert findet vom 19. August bis zum 9. September statt. Dabei setzt das Festival die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland fort und macht hier mit vier Konzerten Station: in Jever (20. August), Hohenkirchen (23. August), auf Schloss Gödens (31. August) und in Varel (1. September).
Das Spektrum reicht vom Abschlusskonzert des Musikfest-Ateliers „Katharinas Hofmusik V“ mit jungen Musikern in Jever, einem Orgelkonzert in Hohenkirchen als Teil des ins Musikfest integrierten Arp-Schnitger-Festivals, einem Kammermusik-Duo-Abend auf Schloss Gödens sowie einem Programm mit Madrigalen zu Texten von Francesco Petrarca in Varel.
Musikfest-Organisatoren und der Landkreis Friesland arbeiten bereits seit 2015 zusammen, seit vier Jahren gefördert durch die Barthel-Stiftung. Landrat Sven Ambrosy: „Die Konzerte in Friesland bieten eine einzigartige Atmosphäre. Deswegen ist diese Kooperation schon Tradition für uns geworden. Das Musikfest ist eine gute Ergänzung für die kulturelle Vielfalt, die Friesland zu bieten hat.“
Das seit 2010 ins Musikfest Bremen integrierte Arp-Schnitger-Festival wirft nicht nur einen Blick auf die Instrumente des namengebenden Orgelbauers aus der Wesermarsch, sondern auch auf Zeitgenossen. Einer davon war der aus Jever stammende Orgelbauer Joachim Kayser, der das prächtige Instrument für die Kirche St. Sixtus und Sinicius in Hohenkirchen geschaffen hat. „Mit Andrea Marcon präsentieren wir an dieser Orgel einen der anerkanntesten italienischen Musiker und Spezialisten auf dem Gebiet der Alten Musik“, so Albert. An der Kayser-Orgel spannt er am Mittwoch, 23. August, um 20 Uhr einen großen musikalischen Bogen von seiner Heimat nach Norddeutschland.
Wilhelmshaven/Hooksiel (9. 8. 2023) – Der Wasserstoff-Kernnetz-Plan steht vor der Vollendung. Die direkt gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund), Siemtje Möller, fordert Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grün) in einem Schreiben zu einer besonderen Berücksichtigung von Wilhelmshaven auf.
Mitte Juli war die nationale Wasserstoffstrategie vorgestellt worden. Jetzt wird das Papier vom Bundeswirtschaftsministerium in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur und den Netzbetreibern finalisiert. In dem Plan werden die wichtigsten und vorrangig zu bauenden bzw. umzurüstenden Wasserstoff-Pipelines für ganz Deutschland festgelegt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Wasserstoff dort zur Verfügung steht, wo er benötigt wird und große Wasserstoff-Einspeiser direkt mit großen Wasserstoff-Verbrauchern verbunden werden.
„Durch die nahen Offshore-Windparks, die Salzkavernen und den einzigen Tiefseehafen Deutschlands bietet Wilhelmshaven hervorragende Möglichkeiten, grünen Wasserstoff zu produzieren, zu speichern und zu transportieren. Außerdem wird neben dem bereits bestehenden LNG-Terminal aktuell ein zweites LNG-Terminal errichtet, die beide zukünftig auch auf den Import von Wasserstoff umgestellt werden können“, betont Möller in ihrem Schreiben an Minister Habeck. Und weiter: „Diese Chancen sollten bei der Finalisierung des Wasserstoff-Kernnetz-Plans besonders berücksichtigt werden, um Wilhelmshaven als führenden Akteur in der Wasserstoffwirtschaft zu etablieren.“
Siemtje Möller gehörte 2020 mit dem heutigen niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies zu den Initiatoren des „Runden Tisches Wasserstoff“. Daraus ist das „Energy Hub Wilhelmshaven“ entstanden, dem mehr als 30 Unternehmen angehören. Gemeinsam wolle man in enger Abstimmung mit Wissenschaft und Politik die Vision von Wilhelmshaven als Wasserstoff-Drehschreibe massiv vorantreiben, erläutert Möller.
„Gerade weil wir in Wilhelmshaven wichtige Voraussetzungen für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur bereits geschaffen haben, ist Wilhelmshaven prädestiniert für eine zentrale Rolle im Wasserstoff-Kernnetz. Darauf aufbauend können Kapazitäten dann rasch ausgebaut und Wilhelmshaven zu einer Schlüsselregion für grünen Wasserstoff in Deutschland und Europa werden. Das hat auch die Deutsche Energieagentur (dena) in einem wissenschaftlichen Gutachten bestätigt“, so Möller weiter. „Diese Investitionen tragen nicht nur zur Erfüllung unserer Verpflichtungen zum Klimaschutz bei, sondern wir können dadurch auch neue Arbeitsplätze und Wirtschaftsimpulse in unserer Region schaffen“, so Möller abschließend.
Ohne Wind ist das Surfen alles andere als einfach. Aber der Start zur Regatta gelang. Foto: Rhode
Hooksiel (8. 8. 2023) – Ausgerechnet am Regattatag ließ der Wind zu wünschen übrig: Dennoch bot die 28. Hooksmeer-Regatta am vergangenen Sonnabend spannende Positionskämpfe und enge Manöver an den Wendemarken.
Dabei erwiesen sich die Aktiven des ausrichtenden Hooksieler Surf-Clubs (HSC) als gute Gastgeber: Die ersten Plätze bei den Herren und den Damen gingen nach zwei Wertungsläufen auf dem Binnentief an Klaus Bücking und Ann-Marie Hobbie vom Windsurfing-Club Delmenhorst (WCD). An den Positionen zwei und drei passierten Boris Teßmer und Michael Hucke sowie Marje Hölscher und Lena Brummack (alle HSC) die Ziellinie.
Der Delmenhorster Windsurfer Klaus Bückling setzte sich gleich nach dem Start an die Spitze. Foto: Rhode.
Beim Tandem-Wettbewerb hatten Frank und Marje Hölscher die Brettspitze vorn, gefolgt von Werner Marks und Michael Hucke. Platz drei sicherten sich Christoph Heimann und Jan Schüler.
HSC-Sportwart und Regattaleiter Boris Teßmer überreichte den Siegern und Platzierten im Anschluss an die Wettbewerbe die verdienten Pokale./kdh
Hooksiel/Wangerland (8. 8. 2023) – Die ländlichen Gebite in Niedersachsen dürfen bei der Digitalisierung nocht abgehängt werden. Dafür setzt sich die CDU-Landtagsabgehordnen Katharina Jensen (Wangerland) ein. Mit ihrer Fraktion setzt sie sich dafür ein, dass die Breitbandföderung des Landes bestehen bleibt.
„Beim Breitbandausbau dürfen wir nicht zulassen, dass unsere ländlichen Gebiete weiter abgehängt werden. Die Digitalisierung ist ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Regionen und den Wirtschaftsstandort Niedersachsen“, stellt Katharina Jensen in einer Presseerklärung fest. „Die geplante Einstellung der Breitbandförderung im Bereich der ,Grauen Flecken‘ ist besorgniserregend und muss dringend überdacht werden.“
Die rot-grüne Landesregierung hatte mit Blick auf den Haushalt 2024 Sparmaßnahmen angekündigt. Digitalisierungsminister Olaf Lies (SPD) hatte angekündigt, dass über die 2018 bereitgestellten Mittel in Höhe von 1 Milliarde Euro kein weiteres Geld für den Ausbau des schnellen Internets bereitgestellt werden könnten.
Auch in der Gemeinde Wangerland gibt es noch eine Reihe von „Grauen Flecken“ mit vergleichsweise langsamem Internet. Hooksiel gehört nicht dazu. Der Ausbau des gesamten Ortes mit einer Glasfaserinfrastruktur steht vor dem Abschluss.
Die Prognose, dass das Geld wieder nicht ausreichen werde, sei wenig überraschend, so Katharina Jensen. „Als CDU-Fraktion setzen wir uns in ganz Niedersachsen dafür ein, dass unsere ländlichen Gebiete nicht benachteiligt werden und die Breitbandförderung weiterhin besteht.“
Die Band „Copy Shop“ wird wie im vergangenen Jahr am Samstag wieder für gute Stimmung am Alten Hafen von Hooksiel sorgen. Archiv-Foto: hol
Hooksiel (8. 8. 2023) – Der FC Nordsee Hooksiel lädt zum Drachenboot-Rennen ein. Die originellen Wettrennen auf dem Hooksmeer gehören zu den Höhepunkten des Hafenfestes, das der Sportverein seit Jahrzehnten einmal im Jahr ausrichtet. In diesem Jahr verwandelt sich dafür der Alte Hafen im Ort von Freitag, 18., bis Sonntag, 20. August, zu einem Festplatz.
Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak wird das Fest am Freitag um 18.30 Uhr mit einem Fassbier-Anstich eröffnen. Ab 19.30 Uhr haben dann auf der Showbühne die „Disco Piraten“ aus Osnabrück ihren Live-Auftritt.
Am Sonnabend um 12.30 Uhr beginnen die Vorläufe in den Drachenbooten. Dabei treten immer zwei Paddel-Mannschaft gegeneinander an. Zielpunkt ist der Alte Hafen, von wo aus der Rennverlauf bei Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Kaltgetränken gut verfolgt werden kann. Die Finalrunde beginnt voraussichtlich gegen 15.30 Uhr. Am Abend gibt die Band „Copy Shop“ zum wiederholten Mal ein Gastspiel in Hooksiel. Die Hamburger, die dem FCN seit Jahren die Treue halten, gelten als Stimmungsgaranten.
Am Sonntag wird das Programm mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel eröffnet (9.30 Uhr). Die Predigt wird Jan Janssen, bis 2017 Bischof der ev.-luth. Kirche zu Oldenburg, halten. Janssen arbeitet heute als Seelsorger auf Wangerooge. Im Anschluss tritt der Wilhelmshavener Shanty-Chor „Schlicktown Singers“ auf.
Zum Rahmenprogramm des Festes gehört eine große Tombola, deren attraktiven Preise zumeist von Gewerbetreibenden aus Hooksiel und Umgebung gespendet wurden. Der Erlös der Tombola und ein etwaiger Überschuss aus dem überwiegend von ehrenamtlichen Helfern getragenen Fest kommt vor allem der Jugendarbeit in dem Sportverein zugute.
Hooksiel/Schillig (7. 8. 2023) – Das traditionelle Schollenbraten am Strand von Hooksiel fällt aus. Aufgrund der unbeständigen Wetterlage und der Sturmwarnungen für diese Woche haben die Veranstalter, der Gastronomen-Verbund „Seesterne“, die für den morgigen Dienstag geplante Veranstaltung abgesagt.
Bereits die für Ende Juli geplante Schwester-Veranstaltung im Watt vor Schillig war wegen schlechten Wetters gestrichen worden. Als gemeinsamen Nachholtermin haben die Seesterne jetzt den Donnerstag, 24. August, in Schillig festgesetzt. Niedrigwasser soll dort dann – bei hoffentlich besserem Wetter – um 11.54 Uhr sein. Das Schollenbraten unter freiem Himmel beginnt bereits um 11 Uhr. Gegen 14 Uhr dürfte das originelle Gourmeterlebnis angesichts des auflaufenden Wassers auch schon wieder vorüber sein.
Das Schollenbraten im Watt ist für die beteiligten Gastronomen mit erheblichem Aufwand verbunden, der bei schlechtem Wetter kaum zu rechtfertigen ist. Auch mit Blick auf die Mitarbeiter der Betriebe, denen man es kaum zumuten kann, bei niedrigen Temperaturen, Regen und Sturm stundenlang im Freien zu arbeiten.
Die Hooksieler Krabbentage haben am Sonnabend Tausende Menschen angezogen. Foto: hol
Hooksiel (6. 8. 2023) – Die Hooksieler Krabbentage sind gelaufen. Die Veranstalter um den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Marco Knodel, zeigen sich zufrieden – trotz des Starkregens, der am Sonnabend gegen 20 Uhr einsetzte und die meisten Gäste vom Alten Hafen vertrieb.
„Das war schade. Vor allem für das Programm auf der Showbühne“, sagte Knodel gegenüber „Hooksiel-life“. „Aber die Schausteller sind alle sehr zufrieden mit dem Umsatz, den sie bis dahin erzielt haben.“
Und tatsächlich: Hooksiel war nach einem gut besuchten Freitag am Sonnabend rappelvoll. Die Musik auf der Showbühne kam gut an. Moderator Wieland Rosenboom machte aus dem Krabbenpul-Wettbewerb und einer Rettungsübung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) humorvolle Spektakel. Die zahlreichen Schiffe und Boote im Alten Hafen sorgten für den maritimen Rahmen. Tausende Einheimische und Gäste, die sich über die Verkaufsmeile in der Lange Straße schoben, ließen die Kassen der Händler klingeln.
Der Gottesdienst am Alten Hafen gehört traditionell zum Programm der Krabbentage. Foto: hol
Für ein moralisches Ausrufezeichen sorgte der ökumenische Gottesdienst Sonntag früh am Alten Hafen, der von den Geistlichen Pastor Stefan Grünefeld und Bruder Raphael sowie von Leserin Bettina Schrievers und Klavierspieler Carlo Carstens gestaltet wurde. Über Hundert Christen lauschten der Geschichte vom barmherzigen Samariter aus dem Lukas-Evangelium.
Die Botschaft sei heute noch so aktuell wie vor 2000 Jahren, sagte Stefan Grünefeld. Es ist christlich, Menschen in Not zu helfen. Der Samariter, ein Fremder im damaligen Israel, hilft einem von Räubern übel zugerichteten Mann, an dem andere zuvor achtlos vorbeigingen. Sogar Geistliche. Auch heute, so Grünefeld, sei Hilfe für Flüchtlinge geboten, die in Not sind, etwa bei der Überfahrt übers Mittelmeer – und über die in den Medien nur noch wenig berichtet werde. Bruder Raphael machte Mut zur Hilfe im Rahmen der eigenen Möglichkeiten: „Nicht jeder Fremde ist ein religiöser Fanatiker.“
Der Krabbenpul-Wettbewerb gehört zu den Höhepunkte der Hooksieler Krabbentage, die noch bis Sonntag gefeiert werden. Schon die Kinder waren mit Begeisterung dabei. Foto: hol
Hooksiel (5. 8. 2023) – Hooksiel hat eine neue Krabben-Königin. Mit 101 Gramm reinem Krabbenfleisch ließ Urlauberin Ute Meier die besten heimischen Krabbenpuler Werner Poppen und Nils Schröder (beide 85 Gramm) klar hinter sich.
Das Trio lag an der Spitze des zwölfköpfigen Feldes, das sich heute Nachmittag bei den Hooksieler Krabbentagen auf der Showbühne am Alten Hafen dem Wettbewerb stellte. Ein Berg von Granat vor sich, dazu eine kleine Schale und zehn Minuten Zeit.
Nach der Vorstellungsrunde mit Moderator Wieland Rosenboom ging es los. Kopf festhalten, Steert drehen, Chitinpanzer weg und das Fleisch in die Schale. „Hier ist Fingerfertigkeit gefragt. Das kommt gleich hinter Klavier spielen“, rief Rosenboom dem beeindruckten Publikum zu, das den ungleich anmutenden Wettkampf verfolgte. Hier Markus, der noch nie eine Krabbe aus der Nähe gesehen hat („Wo ich herkomme, essen wir Bratwurst“), da Hannelore, die weiß, wie das Pulen der Krabben funktioniert. „Aber noch lieber esse ich sie.“
Eindeutige Favoriten im Feld: Krabbenfischer Nils Schröder und Geflügelhändler Werner Poppen, die den Sieg schon im vergangenen Jahr unter sich ausgemacht hatten. Und dann das: Ute Meier, die zwar nach eigenem Bekunden schon öfter gepult hat, aber die nicht aus Hooksiel kommt, gewinnt. „Es gefällt mir hier in Hooksiel super gut!“ hatte sie schon vor dem Wettbewerb gesagt. Daran dürfte sich nichts geändert haben. Zurecht stolz auf ihre Leistung war auch die kleine Chiara aus Hessen, die zuvor den Kinderwettbewerb mit 41 Gramm gewonnen hatte.
Moderator Wieland Rosenboom (links) läutet die Siegerehrung ein: Krabbenkönigin wurde Ute Meier (3. v. l.). Sie verwies Werner Popper und Nils Schröder (2. und 3. von rechts) auf die Plätze. Foto: hol
Zu den Gewinnern des Tages gehörte aber auch das Wangerländer Original Wieland Rosenboom. Der Horumersieler stimmte nicht nur aufs Krabbenpulen stilecht ein, sondern gab den Zuschauern während der Wettbewerbe für die Erwachsenen und für die Kinder einen humorvollen Schnellkurs in Hooksieler Heimatgeschichte. Er erzählte von Hooksiels Blütezeit als Handels- und Fischereihafen, der im Gegensatz zu den meisten anderen Häfen nur einseitig umbaut ist – weil die Grenze zwischen den Herrlichkeiten Jever und Kniphausen direkt an der Nordseite des Hafens verlief. Von den Lagerhäusern, dem Holz- und Agrarhandel, den vielen Kneipen umzu und von den drei Urberufen der Menschheit: Fischer, Bauer und Zimmermann. „Alle drei gibt es heute noch in Hooksiel. Hier ist die Welt noch in Ordnung.“
Die wichtige Frage aber: Warum feiern die Friesen Krabbentage, wenn sie eigentlich doch Granat essen? Krabben sei Hochdeutsch, Granat Plattdeutsch – aber eigentlich handelt es sich bei den kleinen, leckeren Meeresbewohner um Garnelen. Warum also Granat? Rosenboom: „Wenn der Fang an Bord der Krabbenkutter gekocht wird, bekommen die Krabben eine typische rötlich Färbung – die erinnert an Halbedelstein. Also Granat!“