Wangerland/Friesland (19. 12. 2023) – Die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (SPD) hat politisch interessierte Frauen aus ihrem Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund nach Berlin eingeladen. Zur Gruppe gehörten unter anderem die Küsten Pinkies Wilhelmshaven, das Mammo75 Team der Landfrauen Friesland/Wilhelmshaven, die Landfrauen Wittmund und die weibliche „Bier-Prüfkommission“. Die vom Bundespresseamt organisierte Fahrt von Dörthe Kujath geleitet.
Neben dem Besuch des Bundestages und dem Gesundheitsministeriums standen unter anderem auch ein Besuch im Deutschen Dom, eine Führung im neunen „Humboldt Forum“ und im „Futurium – Haus der Zukünfte“ auf dem Programm.
Die Besuchergruppe aus Friesland mit MdB Siemtje Möller im Bundestag. Foto: Bundesbildstelle/Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Wangerland/Hooksiel (19. 12. 2023) – Der Oldenburgisch-OstfriesischenWasserverband (OOWV) appelliert an seine Kunden, mit Blick aufs Winterwetter an die Wasserinstallation zu denken. Auch wenn die nächste Kältewelle aktuell noch nicht in Sicht ist, sollten frei liegende Wasserzähler und Wasserleitungen geschützt werden, insbesondere Installationen in Gärten, Ferien- und Gartenhäusern sowie in ungeheizten Kellern.
„Wasserschäden durch geplatzte Leitungen sind durch ein wenig Vorsorge vermeidbar“, sagt OOWV-Sachgebietsleiter Matthias Geib. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Leitungen zu entleeren und sprichwörtlich warm einzupacken.“ Das bedeutet: Leitungen, die nicht entleert werden können, müssen ausreichend mit Dämmmaterial umwickelt werden. Besonders gut geeignet seien dafür Mineral- oder Steinwolle.
Wichtig: Absperrhähne und Wasserzähler müssen trotz der Maßnahmen zum Frostschutz leicht zugänglich bleiben. Für den Fall, dass eine Leitung bereits eingefroren ist, rät Geib dringend davon ab, sie mit Infrarotstrahlern, Kerzen, Schweiß- oder Lötbrennern zu erwärmen. „Besser ist es, die Leitungen mit warmem Wasser oder warmen Tüchern aufzutauen. Wer offenes Feuer nutzt, riskiert nicht nur, dass die Leitung platzt, sondern auch einen Brandschaden.“
Wangerland/Wilhelmshaven (20. 12. 2023) – Die Gemeinde Wangerland pocht auf die Umrüstung der „Höegh Esperanza“ auf eine Ultraschall-Reinigung. Wie Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) in einer Stellungnahme betonte, lehne man die von Betreiber Uniper ins Auge gefasste Stoß-Chlorierung des Rohleitungssystems an Bord der FSRU ab, da dabei giftige Brom-Verbindungen entstehen, die in die Jade fließen.
Uniper als Betreiber des bundeseigenen LNG-Terminals in Wilhelmshaven hatte zum 31. August ein Minimierungskonzept zum Chloreinsatz an Bord der vor der Hafeneinfahrt von Hooksiel liegenden „Höegh Esperanza“ vorgelegt. Über die „Floating Storage and Regasification Unit“ (FSRU) wird bekanntlich seit einem Jahr verflüssigtes Erdgas importiert und regasifiziert.
Um das von Meerwasser durchspülte Rohrleitungssystem im Schiff vor dem Befall von Muschel und Alten zu bewahren, wird Chlor eingesetzt. Die Gemeinde weist darauf hin, dass Uniper in seinem Minimuierungskonzept den Einsatz physikalischer Reinigungsverfahren (wie zum Beispiel die Ultraschallreinigung) von vorn herein ausgeschlossen habe. Dafür seien in dem Konzept reihenweise chemische Verfahren untersucht worden wie die derzeit angewandte Chlorierung und die geplante Stoß-Chlorierung.
Szlezak: Brom ist ein Nervengas
Bei allen untersuchten chemischen Verfahren würden Brom-Verbindungen entstehen, die letztlich in die Jade ausgestoßen werden. „Brom ist ein Nervengift“, so Bürgermeister Szlezak. „Anfang 2023 gab es überhöhte Bromwerte in der Jade, woraufhin Probenahmen erfolgten. Der Ursprung der erhöhten Werte sowie Messergebnisse wurden nie veröffentlicht.“
Das Ultraschallverfahren der Firma Hasytec werde bei der zweiten FSRU, der „Höegh Excelsior“, die von Tree Energy Systems (TES) betrieben werden wird, schon vor deren Einsatz eingebaut. Uniper lehnt dieses Verfahren ab, weil angeblich die Betriebsrisiken zu groß seien. Es werden für die Ultraschall-Reinigung eine Vielzahl von Sensoren eingebaut. Nach Darstellung der Gemeinde befürchte Uniper, dass der Ausfall einzelner Sensoren nicht entdeckt werden könne und sich in dem davon betroffenen Rohr-Abschnitt Biofouling entwickeln könnte.
Diese Aussage ist aus Sicht der Gemeinde unhaltbar. Das Ultraschall-Reinigungsverfahren von Hasytec sei derzeit auf 800 Schiffen im Einsatz, unter anderem auf Kreuzfahrtschiffen, bei deren Größe eine ähnliche Anzahl von Sensoren verbaut sein dürfte.
Zweifel an den Mess-Methoden
Mit Blick auf die Entwarnung zu des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN), das bislang keine Chlor- und Brom-Belastungen im Jadewasser festgestellt haben will, meldet die Gemeinde Zweifel an den Messungen an. So sei bislang nicht veröffentlicht worden, wo genau die Proben entnommen worden sind. Zu erwarten wären Brom-Verbindungen am Meeresboden, wohin das eingeleitete kältere Abwasser sinke und sich zu einer Wolke verdichte.
Angesichts des geringen Anteils von verflüssigtem Erdgas an den Gasimporten Deutschlands könne keine Rede davon sein, dass das LNG-Terminal „einen wesentlichen Beitrag zur Gasversorgung“ leiste. Damit sei bei der Genehmigung der Anlage aber der Verzicht auf eine Umweltverträglichkeit-Untersuchung begründet worden. „Eine sorgfältige Umweltverträglichkeit-Untersuchung hätte dazu führen können, dass es nur eine zeitlich begrenzte Genehmigung für die chemische Rohrreinigung gegeben hätte und der Umbau auf umweltneutrales Ultraschallreinigung zwingend vorgeschrieben worden wäre“, argumentiert die Gemeinde.
Es sei zu vermuten, dass die Entscheidung zur Stoß-Chlorierung ausschließlich wirtschaftliche Gründe habe. Allerdings müsse die Gemeinde Wangerland als Anlieger mit den Entscheidungen, die jetzt vom Betreiber und dem NLKWN getroffen werden, 20 Jahre lang leben. „Das bedeutet, dass allein über 600 Tonnen Chlor in dieser Zeit vor unserer Haustür landen.“
Kassel/Wilhelmshaven (20. 12. 2023) – Greenport Scandinavia ist ein geplantes Kohlendioxid-Drehkreuz, das im Hafen von Hirtshals (Dänemark) entwickelt wird und für eine Finanzierung in Höhe von 14,6 Millionen Euro aus dem Klimawandel-Strukturfonds (Just Transition Fund) der Europäischen Kommission vorgeschlagen wurde. Entstehen soll eine Drehscheibe für die CO2-Emissionen aus der dänischen Industrie und aus anderen europäischen Ländern, das zur dauerhaften Lagerung in den Speicherstätten in der Nordsee transportiert werden soll. Aus deutscher Sicht spielt dabei Wilhelmshaven eine wichtige Rolle.
Das Projekt gilt als wichtiger Baustein einer CCS-Wertschöpfungskette, also der Abspaltung von CO2 etwa in Industriebetrieben, dessen Transport und Entlagerung. Hinter Greenport Scandinavia steht ein Konsortium bestehend aus Wintershall Dea, IneosEnergy, Evida, Port of Hirtshals und anderen dänischen Partnern.
Die im Hafen von Hirtshals gewonnenen Erfahrungen sollen, so Wintershall Dea, in die Entwicklung eines CO2-Hubs in Wilhelmshaven einfließen. Dort entwickelt der Konzern mit Sitz in Kassel mit Partnern CO2nnectNow, darunter die HES-Tankfarm in Wilhelmshaven, einen geplanten Sammel- und Transportpunkt für bis zu zehn Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Mit dem Aufbau von Projekten für Carbon Capture and Storage (CCS) sowie kohlenstoffarmem Wasserstoff möchte Wintershall Dea, eines der führenden Erdgas- und Ölunternehmen in Europa, nach eigenen Angaben bis 2040 jährlich bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 einsparen.
„Dänemark macht Fortschritte bei der Entwicklung der CCS- Wertschöpfungskette, die wir für die Dekarbonisierung Europas dringend benötigen“, sagt Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender der Wintershall Dea. „Um sicherzustellen, dass die Emissionen aus Deutschland ab 2027 in Hirtshals verarbeitet werden können, brauchen wir so schnell wie möglich einen Rechtsrahmen für den grenzüberschreitenden CO2-Transport in Deutschland.“
Ziel des Projekts ist es, ab 2025/2026 jährlich bis zu 500.000 Tonnen CO2 aus Biogasanlagen in Nordjütland zu transportieren. Ab 2029, mit dem Bau der ersten dänischen CO2-Pipeline-Infrastruktur, soll das Umschlagsvolumen am Hub auf rund drei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr steigen. Die jährliche Kapazität wird weiter auf rund 15 Millionen Tonnen steigen, wenn der Hub Anfang der 2030er Jahre CO2 aus ganz Nordeuropa aufnehmen kann.
Die Schauspieler der Theatergruppe Hooksiel fiebern der Premiere entgegen: (v.l) Werner Funke, Karin Ortmanns, Bettina Onnen, Anja Harms-Janssen, Thomas Ulfers, Anke Müller und Chistin Janßen.Foto: hol
Hooksiel (19. 12. 2023) – Vorweihnachtszeit in Hooksiel. Im Obergeschoss des Gästehauses brennt jeden Abend Licht. Wer näher kommt, hört zudem Stimmen. Hooksieler wissen: Das ist die Theatergruppe, die für die Premiere ihres neuen Stückes am Tag nach Weihnachten probt.
„Keen Mord ut Versehn“ heißt das plattdeutsche Stück, das sich die Laienspieler um Speelbaas Jan Gerjets für dieses Jahr ausgesucht haben. Bis Ende Januar stehen zehn Aufführungen auf dem Programm.
Kartenvorverkauf läuft
Der Kartenvorverkauf (Preis:10 Euro) im Kiosk Dekena läuft bereits seit einigen Tagen. Die meisten Vorstellungen werden aller Voraussicht nach wieder ausverkauft sein. Die Theatergruppe Hooksiel hat viele Fans, Einheimische und auch Urlauber, die die Jahreswende an der Küste verbringen. Und um das Publikum nicht zu enttäuschen, muss geprobt werden. Sehr viel.
Ihre Texte beherrschen die Schauspielerinnen und Schauspieler inzwischen weitgehend sicher. Falls nicht, helfen Annette Hellkuh und Marika Engelhardt als Topusterschen. Bei den Proben auf der mit Hilfe von Sponsoren gestalteten Bühne im Gästehaus geht es jetzt vorrangig um das Zusammenspiel, um die Raumaufteilung, die Gestik und die Betonung.
Beim Kritikgespräch vor der nächsten Probe sprechen Speelbaas und Schauspieler intensiv über Detailfragen zu den jeweiligen Rollen. Foto: hol
Jede Probe wird auf Video festgehalten, als Grundlage für die nächste Kritikrunde: „Der Blick muss auf der Bühne bleiben! Der Satz war keine Frage, sondern eine Aussage! Da musst mehr Arroganz in die Stimme …“ Jan Gerjets geht mit den Darstellern Szene für Szene durch. Die Manuskripte mit dem Text sind inzwischen voller kurzer Notizen.
Letze Korrekturen vor der Premiere
Und dann geht es wieder raus auf die Bühne. Der Beleuchter nimmt letzte Korrekturen vor, das Bühnenbild wird noch im Detail nachgebessert. Hier ein Stuhl verrückt, dort eine Tür geöffnet. Bis zum Mittwoch, 27. Dezember, sind es ja nur noch ein paar Tage.
Das Publikum darf sich auf einen spannenden, vor allem aber humorvollen Drei-Akter freuen: Agathe hat aus Versehen ihren Lebensgefährten vergiftet. Eigentlich wollte sie ihm nur einen Denkzettel verpassen, da er im Dorf mit einer anderen gesehen worden war – und nun ist das Dilemma groß.
Die Hotel-Gäste fürs Wochenende kommen. Da muss der Leblosen möglichst unauffällig verschwinden. Nur doof, dass dieser irgendwie immer wieder von selbst verschwindet. Als die Gäste Lunte riechen, wird die Polizei eingeschaltet. Und die mischt nun in dem ohnehin schon herrschenden Durcheinander mit, bis – ja, bis die „Leiche“ gar nicht mehr so tot ist, wie alle glauben . . .
Armbruch kein Beinbruch
Die Theatergruppe ist so gut wie startklar. Besonders nervös dürfte Bettina Onnen sein, die erstmals auf der Bühne zu sehen sein wird. Und Jan Gerjets, der hofft, dass nichts Unvorhersehbares mehr bis zur Premiere passiert. Aber das wäre ungewöhnlich. Irgendetwas passiert immer. Erst in dieser Woche hat sich Schauspielerin Karin Ortmanns den Arm gebrochen. Natürlich wird sie dennoch auf der Bühne stehen. „Aber wie soll ich meinen Koffer tragen?“ – Die Anweisung der Regie: „Kein Problem. Du hast doch zwei Arme.“
Die Aufführungstermine: 27., 28., 29 Dezember sowie 3., 5., 6., 12., 13., 19. und 20. Januar. Der Vorhang im Gästehaus öffnet sich jeweils um 20 Uhr.
Wilhelmshaven/Hooksiel (19. 12. 2023) – Trotz der jüngsten Entwarnung durch die Genehmigungsbehörde: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat am heutigen Dienstag beim Bundesverwaltungsgericht Klage gegen den Einsatz von Bioziden beim Betrieb des LNG-Terminalschiffs „Höegh Esperanza“ vor Wilhelmshaven eingereicht. Die Umwelthilfe möchte damit einen Stopp der Chlor-Einleitungen erreichen.
DUH: Gefahr für sensibles Ökosystem Wattenmeer
Die Betreiber der FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) verwenden Chlor, um die Rohrsysteme des Terminalschiffs zum Beispiel vom Befall mit Muscheln und Algen zu reinigen. In der Folge werden mit dem Abwasser Chlor-Biozide in die Jade geleitet. Die DUH kritisiert, dass dies das sensible Ökosystem der Jade und des Wattenmeers erheblich gefährde und fordert die unverzügliche Umrüstung des Terminalschiffs auf den aktuellen Stand der Technik ohne Chlor.
Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hatte erst vor wenigen Tagen eine Zwischenbilanz zum Gewässer-Monitoring an und um die „Höegh Esperanza“ veröffentlicht. Danach seien im ersten Jahr des Betriebes der FSRU keine über die genehmigen Mengen erhöhten Chlorwerte festgestellt worden. Die meisten Werte lagen unter der Nachweisgrenze. Gutachter hatten vor diesem Hintergrund einen Betrieb der vor der Hooksieler Hafeneinfahrt liegenden „Höegh Esperanza“ ausgeschlossen – trotz der Elektro-Chlorierung an Bord.
Es gibt schonendere Alternativen
DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller Kraenner der DUH wird Betreiber Uniper dennoch vor, die Nordsee zu verschmutzen, obwohl schonendere Alternativen für das so genannte Antifouling vorhanden seien. „Das Wattenmeer wird damit leichtfertig als Müllhalde missbraucht.“ Dass die Regasifizierung des flüssigen Erdgases auch ohne Chlorensatz funktioniere, beweise das zweite Terminalschiff „Excelsior“, das im Februar in der Jade festmachen soll. Hier soll das Rohrsystem mit Hilfe eines Ultraschall-Verfahrens geschützt werden – ohne Biozide.
Die DUH habet mit anderen Umweltverbänden und Fischereibetrieben das Bundeswirtschaftsministerium, das Land sowie die Genehmigungsbehörden mehrfach darauf hingewiesen, dass der Betrieb des Terminalschiffs mit Biozid aus ihrer Sicht rechtlich nicht zulässig sei, zumal umweltfreundlichere Lösungen zur Verfügung stünden. Auch der Haushaltsausschuss des Bundestages habe das Bundeswirtschaftsministerium bereits im März 2023 aufgefordert, die Umrüstung der „Höegh Esperanza“ einzuleiten.
„Uniper und die Zulassungsbehörde müssen endlich handeln, anstatt weiter die Hände in den Schoß zu legen. Mit unserer Klage werden wir den Schutz des Wattenmeers über den Rechtsweg jetzt durchsetzen“, ist Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH, zuversichtlich: „Leidtragende des Biozid-Einsatzes sind auch die Krabben- und Muschelfischer an der Jade. Diese drohen ihre Existenzgrundlage zu verlieren, wenn die Einleitung von Chlor-Biozid unmittelbar neben den Muschelkulturen ungebremst fortgesetzt wird.“
Hooksiel (18. 12. 2023) – Wangerländer können Platt. Wenn auch nicht aktiv sprechen, so doch zumindest verstehen. Einen Beleg dafür gab es bei der humoristischen Lesung „Advent op Platt“ am Sonntagabend im Hooksieler Gästehaus. Die 80 Zuhörer hatten gehörig zu lachen. Und sie lachten an den richtigen Stellen. Die meisten jedenfalls.
Die Wangerländer Urgesteine Wieland Rosenboom (links) und Frank Hensel erzählten im Gästehaus humorvoll Geschichten auf Plattdeutsch, der Muttersprache an der Küste. Foto: Hol
Auf der Bühne warfen sich die Wangerländer Urgesteine Wieland Rosenboom und Frank Hensel sprachlich die Bälle zu. Der Platt-Profi Wieland aus Horumersiel und sein Lehrling Frank, trugen Gedichte vor, erzählten Anekdoten und Witze, von denen viele etwas mit dem Leben im Wangerland, an der Küste, zu tun hatten. Teils historisch verbrieft, teils erfunden – aber allesamt komisch.
Wieland Rosenboom strahle in seiner Rolle als Heimatkenner und textsicherer Erzähler, Frank Hensel übernahm die Rolle des Übersetzers ins Hochdeutsche. Schwierig wurde es für ihn immer dann, wenn er von seinem Co-Akteur handschriftlich verfasste, plattdeutsche Texte vorlesen sollte. Der prompte Rüffel von Rosenboom: „Wenn du weiter so stammelst, erzähl ich die Geschichten lieber selbst.“ Konter von Hensel: „Ich glaube, du hast den Text in Sütterlin geschrieben.“
Durch den Abend zogen sich Gedichte von Rudolf Kienau aus Finkenwerder sowie Lebenserinnerungen von Eduard Ohmstede, der ebenfalls ein Wangerländer Original war. Seine Aufzeichnungen hat Wieland Rosenboom aufbereitet. Es gab Adventliches und Witziges, wie die Geschichte von den beiden Bauern, die sich wundern, dass die Pracht-Kuh des einen von dem strammen Bullen des anderen nichts wissen will. „Kommt deine Kuh aus Cloppenburg?“ – „Jo, woher weist du das?“ – „Na ja, meine Frau auch.“
Das Platt-Duo erzählte von der Entstehungsgeschichte der Kirche in St. Joost, die angeblich Bremer Kaufleute erbauen ließen, nachdem ihnen aus Seenot geholfen worden war. Und von Zigeunern, die früher regelmäßig in Hundsdorf (am heutigen Hohenstiefersiel) ihr Lager aufschlugen und dann umzu ihre Waren anboten.
Und von den vorweihnachtlichen Bootsfahrten des Gewerbevereins Horumersiel nach Oldeoog. Häufig durch Packeis. Mit dabei Mutter Winter, „MuWi“ genannt, wie Wieland Rosenboom sich erinnerte. Der Aufenthalt im vom Zigarrenrauch geschwängerten Fahrgastraum des Schiffes bekam ihr gar nicht gut. Aber die beiden Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrsamtes, ein Hausmeister und ein Lokführer, auf dem ansonsten unbewohnten Strombauwerk hätten sich stets gehörig über den Besuch vom Festland gefreut. Und für manch einen Wangerländer war die Fahrt mit der Schmalspurbahn vom Anleger zum Quartier auf Oldeoog seine erste Begegnung mit der Eisenbahn.
Die zweite Auflage der von der Wangerland Touristik GmbH ausgerichteten Lesung „Advent op Platt“ war unterhaltsam, humorvoll und diente wie die Premiere vor einem Jahr einem guten Zweck. Der Eintritt war frei. Die Plattschnacker verzichteten auf eine Gage. Erbetene Spenden sowie der Erlös aus dem Verkauf von Glühwein und Punsch kommen dem Ehrenamt im Wangerland zugute.
Wilhelmshaven/Hooksiel (18. 12. 2023) – Aus Sicht von Fachgutachtern gibt es keinen Grund, das an Bord der „Höegh Esperanza“ eingesetzte Antifouling-Verfahren auf der Basis von Elektro-Chlorierung durch andere Methoden zu ersetzten. „Bislang konnten keine negativen Auswirkungen auf das Gewässer festgestellt werden“, stellt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) nach elf Monaten Betrieb der FSRU fest.
Stellt nach Überredung von Gutachtern keine Gefahr für das Ökosystem Jade dar: das LNG-Regasifierungsschiff „Höegh Esperanza“. Foto: hol
Die Messwerte für verschiedene Chlor- und Nebenprodukte (unter anderem Chlordioxid sowie organische Chor- und Bromderivate) hätten überwiegend unter der jeweiligen Nachweisgrenze gelegen. Auch eine Auswirkung der Einleitung von heruntergekühltem Wasser im Sommer beziehungsweise erwärmtem Wasser im Winter sei im Gewässer selbst nicht mehr messbar gewesen. „Damit unterschritten die Messwerte auch die Prognosen der im Vorfeld erstellten Fachgutachten“, so die Genehmigungsbehörde.
Laut eines Berichts der Gutachter, der online verfügbar ist, sei „eine Verschlechterung des Zustands des betroffenen Jadewasserkörper als Folge der Einleitungsmaßnahmen aus der FSRU ausgeschlossen“. Damit stehe aus Sicht der Gutachter dem dauerhaften Betrieb der LNG-Anlage Hooksieler Außenhafen unter Nutzung der Elektro-Chlorierung als Antifouling-Verfahren mit Blick auf den ökologischen Zustand der Jade nichts entgegen.
Umweltschützer hatten immer wieder gefordert, die Elektro-Chlorierung durch ein Ultraschall-Antifouling-Verfahren zu ersetzen, um Chloreinträge ins Wattenmeer auszuschließen. Auch Fischer und Muschelzuchtbetreiber hatten Sorge, das Chloreinträge Mikroorganismen in der Jade schädigen könnten.
42,6 Terrawattstunden LNG importiert
Die FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) „Höegh Esperanza“hat in Wilhelmshaven vor fast genau einem Jahr ihren Betrieb aufgenommen. Es soll einen Beitrag zur Sicherung der deutschen Gasversorgung liefern. Über das Schiff sind nach Angaben der Bundesnetzagentur seither 42,6 Terrawattstunden verflüssigtes Erdgas (LNG), vornehmlich aus den USA, regasifiziert und ins Netz eingespeist worden. Damit war Wilhelmshaven der wichtigste LNG-Importhafen. Deutschlands Gasimporte insgesamt lagen im selben Zeitraum bei 933,4 Terrawattstunden.
Umwelt- und Naturschützer halte die „Höegh Esperanza“ aber auch für ein Risiko für das Ökosystem Wattenmeer. Der Hauptgrund: Die Regasifizierung des 162 Grad kalten Gases erfolgt überwiegend mit Meerwasser. Die Reinigung der Kühl- und Prozesssysteme wie Rohrleitungen und Wärmetauscher erfolgt dabei mit Chlor, das anschließend mit dem Meerwasser in die Nordsee geleitet wird.
Minister Meyer verspricht Transparenz
Um mögliche Gefahren erkennen und eingrenzen zu können, hat das Land Niedersachsen mit der Betriebsgenehmigung für die FSRU Umweltauflagen erlassen. Dazu gehört ein gewässerökologisches Monitoring. Die Ergebnisse veröffentlich das NLWKN im Internet. Der jüngste Ergebnisbericht ist im Internet einsehbar.
Wie Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grün) sagt, wolle man „größtmögliche Transparenz“ herstellen. Sein Versprechen: „Wir werden auch weiterhin sehr genau hinsehen, damit sichergestellt ist, dass Niedersachsens Einsatz zur Sicherung der deutschen Gasversorgung nicht zu Lasten unserer einzigartigen Natur geht. Einen Umweltrabatt wird es nicht geben.“
Gemäß der wasserrechtlichen Erlaubnis für die FSRU ist neben einer behördlichen Einleiterüberwachung und einer Eigenüberwachung auch eine gewässerökologische Beweissicherung, ein sogenanntes Monitoring, vorgeschrieben. Dazu seien seit Dezember 2022 sowohl an Bord der FSRU als auch im Nah- und Fernbereich um die „Höegh Esperanza“ herum monatlich zu allen Tidezeitpunkten und in mehreren Wassertiefen eine Vielzahl an Chlor- und Brom-Nebenprodukten analysiert worden, so das NLWKN. Auch die Temperaturausbreitung des eingeleiteten Prozesswassers in der Jade werde fortlaufend überwacht.
Etliche Pannen bei Messungen
Dass dabei zu einer Reihe von Pannen gekommen ist, hat den positiven Gesamteindruck der Behörde offenbar nicht beeinträchtigt. Mal waren Messungen aufgrund der starken Strömung in der Jade nicht möglich, mal hatte man keine geeigneten Gefäße für die Probenentnahme. Zudem gingen mehrfach Flaschen mit Wasserproben auf dem Transport ins Labor zu Bruch.
Betreiberin der Anlage in Wilhelmshaven ist die bundeseigene Deutsche Energy Terminal GmbH (DET). Das Energieunternehmen Uniper hat über seine Tochter LNG Terminal Wilhelmshaven GmbH (LTeW) im Rahmen eines Bewirtschaftungsvertrags die kommerzielle und technische Betriebsführung des LNG-Terminals an der Umschlaganlage Voslapper Groden (UVG) in Wilhelmshaven übernommen.
Uniper und DET zeigen sich zufrieden
Das Unternehmen Uniper, das im März 2022 von der Bundesregierung den Auftrag erhalten hatte, den Import von LNG über ein seeseitiges Terminal in Wilhelmshaven zu ermöglichen, erinnert zum Jahrestag der Einweihung an die Rekord-Bauzeit von nur neun Monaten für das Terminal. Seit der Inbetriebnahme am 21. Dezember 2022 laufe das Terminal nahezu unterbrechungsfrei. 42 LNG-Carrier hätten bislang über die FSRU „Höegh Esperanza“ etwa sieben Millionen Kubikmeter LNG angeliefert. Dieses LNG sei in etwa vier Milliarden Kubikmeter Erdgas umgewandelt und in das deutsche Ferngasnetz eingespeist worden. Damit habe man rund sechs Prozent des deutschen Gasverbrauchs im Jahr 2023 gedeckt. Bereits jetzt sei sicher, dass die Kapazitäten der „Esperanza“ auch für 2024 voll ausgelastet sein werden.
Uniper-Manager Holger Kreetz: „Wir sind sehr stolz auf dieses Terminal, das wir in Deutschland-Geschwindigkeit errichtet haben. Das Jahr 2023 hat bewiesen, wie sehr Deutschland das Terminal brauchte und auch künftig brauchen wird. Uniper arbeitet aber auch mit Hochdruck an künftigen grünen Importmöglichkeiten in Form von Ammoniak. Die Region um Wilhelmshaven wird weit in die Zukunft ein Energieknotenpunkt sein.“ Ähnlich zufrieden äußert sich DET-Manager Dr. Peter Röttgen:„Das erste Terminal in Deutschland wurde vor genau einem Jahr in Wilhelmshaven errichtet und hat einen Grundstein für die Sicherung der Energieversorgung für Deutschland und Europa gelegt.“ DET-Partner Uniper habe sehr gute Arbeit geleistet.
Friesland/Wangerland (18. 12. 2023) Die friesländische SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller ruft Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 20 Jahren dazu auf, sich am Engagement-Wettbewerb für den „Otto-Wels-Preis für Demokratie 2024“ zu beteiligen. Alle Teilnehmer sind aufgefordert, sich mit dem Thema „Was tun wir gegen Rassismus und Antisemitismus? Was tun wir gegen Israelfeindlichkeit und Judenhass?“ auseinanderzusetzen.
„Wir suchen kreative Ideen, die zeigen, wie junge Menschen in ihrem Lebensumfeld Antisemitismus, Rassismus und Feindlichkeit gegenüber Jüdinnen und Juden begegnen“, sagt Möller. Die Abgeordnete ist überzeugt: „Langfristige und nachhaltige Bekämpfung von Antisemitismus ist nur durch interreligiösen und interkulturellen Austausch möglich.“
Mit dem Otto-Wels-Preis für Demokratie zeichnet die SPD-Bundestagsfraktion junge Menschen mit kreativen Ideen und Engagement aus, jeder Art von Antisemitismus entgegentreten. Der Preis soll einen Beitrag dazu leisten, dass sich junge Menschen mit Erinnerungskultur und einem friedlichen Zusammenleben in Europa beschäftigen. Es können Einzel- oder Gruppenarbeiten eingereicht werden.
Die Wettbewerbsausschreibung und das Teilnahmeformular sind unter www.spdfraktion.de/ottowelspreis abrufbar. Einsendeschluss ist der 16. Februar 2024. Die Preisverleihung findet in Berlin ein statt. Den ausgezeichneten Beiträgen winken zudem attraktive Geldpreise, die von den SPD-Bundestagsabgeordneten gestiftet werden.
Anliegen des Preises ist, die Erinnerungen an die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft wachzuhalten und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern, dass Demokratie, Rechtstaatlichkeit und ein friedliches Zusammenleben es, immer wieder verteidigt und gefestigt werden müssen.
Freuen sich über den gelungenen Weihnachtsmarkt der Grundschule Hooksiel: (von links) Nicole Neumann, Michaela Conring und Myriam Giersdorf. Fotos: hol
Hooksiel (17. 12. 2023) – Kinderpunsch und Popcorn, offene Feuer, der Duft von Bratwurst und dazu das Lied „In der Weihnachtsbäckerei“, vorgetragen von Dutzenden Kindern, die sich mitten auf dem Schulhof zum Chor formiert hatten. Davor Hunderte Zuhörer: Eltern, Großeltern, Geschwisterkinder und zurecht stolze Lehrerinnen und Lehrer. Der erste Weihnachtsmark der Grundschule Hooksiel war ein voller Erfolg.
Die Premieren-Veranstaltung zum dritten Advent eröffnete Schulleiter Peter Nußbaum am Freitagnachmittag. Er begrüßte die Gäste, darunter auch viele ehemalige Schüler, vor geschmückten Weihnachtshütten. Im Schulgebäude selbst hatte die Lehrerschaft fast für jeden Raum unterschiedlichste Angebote vorbereitet. So wurden beispielsweise Kekshäuser, Schneemänner am Spieß, Teelicht-Halter und Weihnachtskarten gebastelt. Die Kinder konnten sich schminken lassen und sogar zum eigens vom Nordpol eingeflogenen Weihnachtsmann in die Sprechstunde gehen. In der Turnhalle war eine „winterliche Bewegungslandschaft“ aufgebaut.
Dank enger und effektiver Zusammenarbeit mit dem Elternförderverein, der Freiwilligen Feuerwehr, der Dorfgemeinschaft Hooksiel, unzähligen Helfereltern und nicht zuletzt mit dem Weihnachtsmann, ist es es dem Team der Mitarbeiter der Grundschule Hooksiel gelungen, einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen berührte.
Die etwa 400 Gäste des Weihnachtsmarktes verteilten sich auf dem gesamten Areal der Schule am Kreuzhamm. Auf dem Schulhof, auf dem in den beiden Winterhütten einiges zur Stärkung des leiblichen Wohls angeboten wurde, bildeten sich zahlreiche Gesprächsrunden. Im Schulgebäude waren die Cafeterias gut besucht und der von Eltern gespendete Kuchen sowie die frisch zubereiteten heißen Waffeln fanden viele Abnehmer.
Nach Einbruch der Dunkelheit kam draußen, besonders durch die Feuerkörbe und die beleuchteten Tannenbäume, weihnachtliche Stimmung auf. Dazu trugen auch die von den Kinder vorgesungenen Weihnachtslieder bei.
Lehrerin Myriam Giersdorf stellte in ihren kurzen Abschiedsansprache eine Wiederholung des Marktes im nächsten Jahr in Aussicht, was besonders seitens der Kinder großen Jubel hervorbrachte. Schulleiter Nußbaum zeigte sich vom Engagement seines Teams und den externen Helfern mehr als beeindruckt und sprach von einem vollen Erfolg, der einen krönenden Abschluss seines ersten halben Jahres an der Grundschule darstelle.
Die Schülerinnen und Schüler trugen Weihnachtslieder vor.