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Alle Beiträge zum Thema “Kommunalwahl”

Wie sieht die Zukunft von Horumersiel aus?

Horumersiel (10. 8. 2026) – Der Seebadeverein Horumersiel und der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe Horumersiel-Schillig wollen den Bürgermeister-Kandidaten auf den Zahn fühlen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Freitag, 28. August, wollen sie von Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und dessen Herausforderern Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) wissen, wie die Zukunft des Wangerlandes und Horumersiels aussehen soll.

Stellen sich den Fragen der Bürger: die Bürgermeisterkandidaten (von links) Thies Fischer, Mario Szlezak und Bernd Abrahams. Foto: privat

Im Rahmen der Veranstaltungen sollen auch Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit erhalten, ihre Fragen direkt an die Kandidaten zu richten. Schwerpunktthema dürfte dabei auch die touristische Entwicklung der Gemeinde werden.

Der Bürgermeister, der ab November acht Jahre lang an der Spitze der Gemeindeverwaltung stehen soll, wird bekanntlich im Rahmen der Kommunalwahl am Sonntag, 13. September, neu gewählt. Die öffentliche Podiumsdiskussion beginnt um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Horumersiel.

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Ausschluss von Landratswahl: Sichert setzt auf Gericht

Friesland (5. 8. 2026) – Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert (Zetel) will juristisch erzwingen, dass er doch noch als Kandidat zur Landratswahl in Friesland am 13. September zugelassen wird. Um das zu erreichen, habe er eine „einstweilige Anordnung“ gegen den Ausschluss von der Wahl durch den Kreiswahlausschuss beim Verwaltungsgericht Oldenburg beantragt, teilt Sichert mit.

Fehler bei Entscheidung?

Der Kreiswahlausschuss hatte unter anderem auf der Basis von Informationen des Verfassungsschutzes entschieden, Sichert nicht zur Wahl ins Landratsamt und damit einem Beamtenverhältnis auf Zeit zuzulassen, da nicht gewährleistet sei, dass er jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehe. Der Verfassungsschutz stuft des AfD-Landesverband Niedersachen, zu dessen führenden Köpfen der Abgeordnete gehört, als „gesichert rechtsextrem“ ein.

In seinem Antrag hat Sichert nach einen Angaben auf 45 Seiten plus Anhängen zahlreiche vermeintliche Verstöße des Wahlausschusses aufgelistet. Unter anderem bemängelt er die fehlende Auseinandersetzung der Ausschussmitglieder mit den Ausschlussgründen. Der Ausschussvorsitzende habe in der Sitzung gesagt, dass die Prüfung der Landesregierung obliege.

Sichert: Demokratiefeindlich

„Die Betonung der Landesregierung als auch des Wahlausschusses, dass die Tätigkeit als Funktionär in einer zugelassenen Partei als Ausschlussgrund für die Landratswahl ausreicht, ist absolut demokratiefeindlich“, so Sichert, der sich als Opfer „politischer Willkür“ sieht. Er habe die einstweilige Anordnung auch eingereicht, um den Schaden zu vermeiden, der durch eine Wiederholung der Wahl entsteht, die dann erforderlich wird, wenn die Wahl im Nachgang als juristisch fehlerhaft bewertet werden sollte.

SPD: Fragenrunde mit Olaf Lies und Rolf Neuhaus in Jever

Jever/Wangerland (27. 7. 2026) – Der SPD Kreisverband Friesland lädt unter dem Motto „Auf ein Wort“ zu einer Wahlkampfveranstaltung mit dem Landesvorsitzenden der Partei, Ministerpräsident Olaf Lies (Sande), und dem Landratskandidaten für den Landkreis Friesland, Rolf Neuhaus (Jever), ein. Geplant ist eine Gesprächsrunde zu allen aktuellen Themen.

Gäste haben die Möglichkeit, Fragen loszuwerden. Das Prinzip ist einfach: Es gibt Bierdeckel auf denen Fragen notiert werden können. Lies und Neuhaus werden diese dann beantworten.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 11. August, ab 19 Uhr im Parkhotel Jever, Mühlenstr. 51, statt. Die SPD weist darauf hin, dass es auf dem Hotelgelände keine Parkmöglichkeiten für die Veranstaltungsbesucher gibt. Empfohlen wird die Anreise mit dem Fahrrad oder die Nutzung nahegelegener öffentlicher Parkplätze. Der Kreisverband bitten um Anmeldung per Mail unter spd-friesland@gmail.com bis zum 6. August. 

Kandidaten der Grünen stellen sich am Wangermeer vor

Wangerland (27. 7. 2026) – Das Bündnis 90/Die Grünen im Wangerland lädt ein zu einem „Treffpunkt“. Dabei soll es um einen Erfahrungsaustausch rund um die Themen klimafreundliches Wohnen, nachhaltiges Bauen und erneuerbare sowie dezentrale Energien gehen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 29. Juli, ab 19 Uhr in der Wilma-Teppe-Straße in Hohenkirchen direkt am Wangermeer statt. Dort hat die Familie Schweers 2022 ein Nullenergie-Haus gebaut. Mit dabei sein wird auch ein Vertreter der Firma PV Green, der Einblicke in moderne Photovoltaik-Lösungen gibt und für Fragen zur Verfügung steht.

Im Rahmen des „Treffpunkt“ sollen die Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen vor, die bei der Kommunalwahl für den Gemeinderat kandidieren. Weitere „Treffpunkte“ sollen folgen.

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CDU sieht Eigenständigkeit der Gemeinde Wangerland in Gefahr

Wangerland/Hooksiel (24. 7. 2026) – Die CDU im Wangerland sieht in der Stärkung der Finanzkraft der Gemeinde eines der wichtigsten Aufgaben der nächsten Wahlperiode für Bürgermeister und Gemeinderat. Nach der Bestätigung der 23-köpfigen Kandidatenliste der Partei durch den Gemeindewahlausschuss haben Christian Burchardt als Gemeindeverbands-Vorsitzender, CDU-Kreisvorsitzender Thies Fischer als Bürgermeister-Kandidat und Alice Brandenburg-Bienek als Fraktionsvorsitzende im Rat auf einer Pressekonferenz in Hooksiel das Wahlprogramm vorgestellt.

Wahlprogramm vorstellt

Um die großen Herausforderungen meistern zu können, vor denen die Gemeinde stehe, muss es aus Sicht der CDU oberste Priorität haben, die Finanzkraft der Kommune zu stärken. Ein wichtiger Hebel dafür sei, die Wirtschaft zu stärken, so Fischer. Auf jeden Fall müsse verhindert werden, dass weitere Betriebe das Wangerland verlassen, weil es keine Gewerbeflächen gibt.

Stellten das Programm der CDU für den Kommunalwahlkampf im Wangerland vor: (von links) Thies Fischer, Alice Brandenburg-Bienek und Christian Burchardt. Foto: hol

Auf Antrag der CDU habe der Rat jüngst den Auftrag an die Gemeindeverwaltung erneuert, nach Flächen Ausschau zu halten, auf denen Gewerbegebiete ausgewiesen werden können, und den Bedarf dafür zu prüfen. „Den Wunsch danach gibt es schon seit zehn Jahren. Aber die Verwaltung sah sich dazu bislang aufgrund personeller Engpässe nie in der Lage“, so Alice Brandenburg-Bienek.

Gemeindefinanzen stärken

Fischer sieht in der Sicherung von Wertschöpfung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen, wenn möglich auch durch Ansiedlung neuer Unternehmen, einen wesentlichen Baustein bei der Konsolidierung der Gemeindefinanzen. Aktuell habe die Gemeinde einen Schuldenstand von 16,8 Millionen Euro. Angesichts anstehender Aufgaben etwa in den Bereichen Feuerwehren, Schulen und Kindergärten sieht die CDU die Gefahr, dass die Gemeinde erneut in eine Überschuldung rutscht. „Am Ende könnten wir dann im Rahmen einer kommunalen Gebietsreform durch das Land sogar unsere Selbstständigkeit verlieren“, befürchtet Fischer.

Dem wolle man mit aller Kraft entgegen wirken. Denn, so die Überzeugung der CDU, zusätzliche Mittel von Bund und Land wird es eher nicht geben. Um Einsparungen im Rathaus zu erzielen, müssten Arbeitsabläufe verschlankt und digitalisiert werden. Als Bürgermeister würde er zudem versuchen, nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen zu suchen, um Kosten zu sparen, so Fischer. Durch Digitalisierung könne die Verwaltung zudem bürgerfreundlicher werden. Hilfreich wäre auch eine Abholstation, aus der Bürger sich – unabhängig von den Öffnungszeiten des Rathauses – zum Beispiel Bescheinigungen, Bestätigungen oder auch Ausweispapiere abholen könnten.

Neue Rechtsform für die WTG?

Ein weiteres Schlüsselthema für die CDU ist der Tourismus. Die Kommunalpolitiker unterstrichen die Transparenz-Zusage für die Aufklärung des Desasters beim Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel. Die Explosion der Baukosten hatte letztlich zur Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) geführt. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen wolle man sich an Schuldzuweisungen nicht beteiligen, auch wenn es mit Blick auf die aktuellen Ratsmitglieder hilfreich gewesen wäre, erste Erkenntnisse aus den gutachterlichen Untersuchungen der Abläufe bereits öffentlich zu machen.

Wichtiger sei aber die Debatte, welche Aufgaben die im Rahmen der Insolvenz deutlich verkleinerte WTG denn künftig übernehmen soll und was die geeignete Rechtsform für das Unternehmen ist. „Die Diskussion über die Zukunft der WTG hätte längst beginnen können“, bedauert Fischer. Dafür sei es aus seiner Sicht ratsam, die Expertise der touristischen Leistungsträger einzubinden. Möglicherweise sei es sinnvoll, die GmbH für Partner aus der Wirtschaft zu öffnen. Alice Brandenburg-Bienek geht noch einen Schritt weiter: „Meine persönliche Meinung: Die Politik sollte mit der Organisation des Tourismus nichts mehr zu tun haben.“

Parksystem vereinheitlichen

Ein wichtiges Detail: die Neuorganisation der Parkgebühren. Auf den Parkplätzen der WTG und der Gemeinde sollte es ein einheitliches Gebührensystem geben, das möglichst unkompliziert ist. Sinnvoll wäre es aus Sicht der CDU, wenn Urlauber im Vorfeld Parktickets buchen könnten und für Kurzzeit-Parker eine „Brötchen-Taste“ eingerichtet würde. 

Ein weiters zentrales Thema sieht die CDU in der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, zum Beispiel in Kooperation mit der kreiseigenen Wohnungsbau Friesland GmbH. Um Familien zu unterstützen, sollen Kindergärten und Grundschule modernisiert werden. Aufgabe der Gemeinde solle es zudem sei, das ehrenamtliche Engagement in Vereinen und bei den Feuerwehren gezielt zu stärken. Wichtig sei zudem ein gutes Miteinander von Tourismus und Landwirtschaft.

Historisch große Mannschaft

Für den Fall seiner Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister und damit zum Chef der Verwaltung hat sich Fischer vorgenommen, mit allen Angestellten der Gemeinde ein persönliches Gespräch zu führen, um zu erfahren, wo den Mitarbeitern der Schuh drückt. Handlungsbedarf sieht die CDU in der Verbesserung der Kommunikation im Rathaus und bei der Zusammenarbeit von Rat und Verwaltung.

Fischer, Burchardt und Brandenburg-Bienek zeigten sich zuversichtlich, dass es der CDU gelingen werde, aus der Kommunalwahl gestärkt hervorzugehen. Mit der Aufstellung der historisch großen Kandidaten-Mannschaft habe man einen Neuanfang gewagt. Zu dem Team gehörten viele bislang kommunalpolitisch noch nicht aktive Menschen aus etlichen Orten des Wangerlandes. Wichtiger noch sei, so Burchardt: „Wir bilden ein enorm breites Spektrum von Berufsbildern und Kompetenzen ab.“ 

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Wahlausschuss lässt alle Wangerländer Kandidaten zu

Wangerland (23. 7. 2026) – Die Kandidaten für die Kommunalwahl im Bereich der Gemeinde Wangerland stehen fest. Der Gemeindewahlausschuss hat  am Mittwochabend in öffentlicher Sitzung sämtliche von den Parteien und Wählervereinigungen angemeldeten Bewerberinnen und Bewerber für einen Sitz im künftigen Gemeinderat der Gemeinde Wangerland und für das Bürgermeisteramt abgesegnet, darunter auch eine Kandidatin der Alternative für Deutschland (AfD).

Wie die Prüfung der Listen ergab, erfüllen alle Kandidaten die formalen Voraussetzungen für die Bekleidung eines Ehrenamtes im Rat. Unter anderem müssen die Bewerberinnen und Bewerber ihren Wohnsitz im Wangerland haben. Deutlich strenger sind die Anforderungen an die Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Ein hauptamtlicher Bürgermeister ist eine Beamter auf Zeit. Von ihm wird eine besondere Treuepflicht erwartet, die unter anderem ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung umfasst.

Besondere Treuepflicht

Wie Gemeindewahlleiterin Bianca Situs erläuterte, bestehen daran bei den drei Bürgermeister-Kandidaten im Wangerland keine Zweifel. Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) wurde ebenso zur Wahl zugelassen wie seine Herausforderer Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland).

Keine Beanstandungen gab es auch gegen die eingereichten Kandidatenlisten für den Rat. Die Liste der SPD umfasst elfNamen: Holger Ulfers, Stefanie Bremers, Florian Wirth, Ronja Hildebrand, Jannes Wiesner, Elke Brüggestrath, Reiner Meints , Ina Janssen, Jann-Peter Boomgaarden, Jürgen Stille und Sven Ambrosy.

CDU mit den meisten Kandidaten

Die CDU hat 23 Kandidaten benannt: Thies Fischer, Alice Brandenburg-Bienek, Christian Burchardt, Beate Wedermann, Mario Krar, Andy Strümpel, Jan Wanowius, Dieter Behrens-Focken, Andree Lüken, Arndt Lowien, Katharina Jensen, Tobias Geisen, Marco Knodel, Rolf Bäuerle, Joachim Janßen, Wolfgang Weidemann, Björn Christiansen, Matthias Poth, Franz Höner, Matthias Suckert, Rolf Franzen, Romuald Samul und Theo Hakvoort.

Die Liste der Grünen umfasst acht Namen: Gaby Szlezak, Sven Pohle, Waltraud Rohde, Thomas Schweers, Geesche Janßen, Susanne Tibke sowie Robert und Michaela Lebin.

Freie Wähler und AfD dabei

Für Pro Wangerland treten zehn Kandidaten an: Dieter Schäfermeier,  Géraldine Vogdt, Bernd Abrahams, Hermann Wilken, Carsten Ihnken, Marten Vogdt, Deike Müller, Renate Schüller, Dirk Henneicke und Andreas Voege. 

Für die FDP werben mit Lübbo Meppen und Christian Fuchs zwei Bewerber um die Stimmen der Wähler. Bislang noch nicht öffentlich bekannt war, dass auch die Freien Wähler mit zwei Bewerbern (Fabian Ulbrich und Enno Peters) und die AfD mit einer Bewerberin (Martina Müller) ins Rennen geht.

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AfD-Kandidat Sichert nicht zur Landratswahl zugelassen

Friesland (21.7. 2026) – Der AfD-Bewerber Martin Sichert darf nach dem Willen des Kreiswahlausschusses am 13. September nicht über als Landratskandidat antreten. Der Ausschuss entschied heute über die die eingereichten Wahlvorschläge für die Landratswahl und die Kreistagswahl.

Für die Landratswahl zugelassen sind danach lediglich Rolf Neuhaus (SPD), Sibylle Raquet (FDP) und Jan-Ole Möller (Die Partei). Amtsinhaber Sven Ambrosy (SPD) tritt nicht wieder an. Vor der Ablehnung des Wahlvorschlags Sichert (Foto) hatte der Kreiswahlleiter die Kommunalaufsicht beim Innenministerium in Hannover eingeschaltet, um die Verfassungstreue des Bundestagsabgeordneten aus Zetel zu überprüfen.

Offenbar hält man es dort für nicht gewährleistet, dass der Bewerber zweifelsfrei am dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht. Das allerdings ist für die Wahl in ein Beamtenverhältnis Voraussetzung. Ein Rolle dabei dürfe gespielt haben, dass der AfD-Landesverband Niedersachen nach Einschätzung des Verfassungsschutzes als gesichert rechtsextrem gilt. Allerdings: Die Alternative für Deutschland ist dennoch eine zugelassene Partei.

Sichert kündigt Rechtsmittel an

„Ich bin fassungslos“, kommentierte Sichert seinen Ausschluss von der Landratswahl. „Ich werde dagegen selbstverständlich alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ergreifen, denn es geht hierbei nicht um mich, es geht um die Demokratie als solches.“ Es sei ein schwerer Verstoß gegen das Grundprinzip der freien und gleichen Wahl, einen Bewerber vor der Wahl auszuschließen. Offensichtlich sei in den anderen Parteien die Angst zu groß, dass er die Wahl gewinnen könnte. 

Kreiswahlleiter Bernd Niebuhr und seine Stellvertreterin Andrea Jeske koordinieren gemeinsam mit den Städten und Gemeinden die organisatorischen Vorbereitungen für die Kommunalwahl. Zu den Aufgaben der Kreiswahlleitung gehören unter anderem die Annahme und Prüfung der Wahlvorschläge, die Beschaffung der Stimmzettel für die Kreistags- und Landratswahl sowie die Organisation der Sitzungen des Kreiswahlausschusses. 

46 Plätze im künftigen Kreistag

Im Landkreis Friesland sind derzeit 83.939 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt (Stand: Mai 2026). Je nach Wohnort erhalten sie bis zu vier Stimmzettel: für die Kreistagswahl, die Landratswahl, die Stadt- beziehungsweise Gemeinderatswahl sowie – in den Städten und Gemeinden Bockhorn, Sande, Schortens, Varel und Wangerland – zusätzlich für die Bürgermeisterwahl.

Aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl des Landkreises auf über 100.000 werden in diesem Jahr erstmals 46 Mitglieder des Kreistages gewählt. Bei der vergangenen Kommunalwahl waren es noch 42 Sitze. Durch eine Änderung des Niedersächsischen Kommunalwahlrechtes ist in diesem Jahr erstmals die Prüfung der Verfassungstreue der Bewerberinnen und Bewerber für ein Amt als Hauptverwaltungsbeamter vorgesehen.

Nachricht bis zum 23. August

Die Wahlbenachrichtigungskarten werden durch die Städte und Gemeinden voraussichtlich Anfang August versandt. Spätestens bis zum 23. August müssen alle Wahlberechtigten ihre Benachrichtigung erhalten haben. Die Beantragung der Briefwahl sollte möglichst erst nach Erhalt der Wahlbenachrichtigung erfolgen und kann vorzugsweise online bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde beantragt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Briefwahl direkt vor Ort in den Rathäusern auszuüben. 

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Kreiswahlleiter lässt Verfassungstreue von Sichert prüfen

Friesland (14. 7. 2026) – Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert (Zetel) hält die laufende Prüfung seiner Verfassungstreue durch das niedersächsische Innenministerium für paradox. „Derzeit bin ich auf Einladung der US-Regierung in Washington und führe dort als Vertreter des deutschen Parlaments zahlreiche Gespräche mit Regierungs- und Parlamentsvertretern“, schreibt Sichert in einer Presseerklärung. „.Gleichzeitig wird in meinem eigenen Wahlkreis meine Verfassungstreue angezweifelt, weil ich von der AfD als Kandidat nominiert wurde.“

Sichert (Foto) kandidiert für die vom Verfassungsschutz in Niedersachsen als rechtsextrem eingestufte AfD bei der Kommunalwahl am 13. September für das Amt des Landrates im Landkreis Friesland. Offenbar hegt die Kreiswahlleitung Zweifel daran, ob er auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht und hat Anhaltspunkte dafür an die Kommunalaufsicht weitergeleitet.

Das Niedersächsische Kommunalwahlgesetz (NKWG) sieht entsprechende Überprüfungen bei potenziellen künftigen Wahlbeamten vor. Bei Bedarf kann die Kommunalaufsicht für ihre Bewertung von Kandidaten Rücksprache mit dem Verfassungsschutz halten. Sichert, der 2022 seinen Wohnsitz aus privaten Gründen aus Bayern nach Friesland verlegt hat, ist sei 2024 Vorsitzender des AfD-Verbandes Friesland-Wittmund.

„Sollte ich tatsächlich nicht als Landratskandidat zugelassen werden, werde ich gegen diesen undemokratischen Ausschluss klagen“, kündigt Sichert an. „Meine Nicht-Zulassung wäre reine Willkür, um die derzeit größte deutsche Partei zu schwächen.“ Der AfD-Bewerber sieht die Überprüfung als Schikane und als einen Beleg dafür, dass SPD, Grüne und CDU Angst vor einem AfD-Landrat haben. 

Es bleibt beim Dreikampf um das Bürgermeisteramt

Wangerland (7. 7. 2026) – Es bleibt in der Gemeinde Wangerland bei drei Bürgermeisterkandidaten. Wie Gemeindewahlleiterin Bianca Siuts gegenüber „Hooksiel-Life“ sagte, hätten sich bis zum Ablauf der Meldefrist am 6. Juli keine weiteren Bewerberinnen oder Bewerber für das Amt des Hauptverwaltungsbeamten gemeldet.

Im Rahmen der Kommunalwahl am 13. September wird bekanntlich auch das Bürgermeisteramt neu vergeben. Neben Amtsinhaber Mario Szlezak (52/SPD) treten Thies Fischer (25/CDU) und Bernd Abrahams (56/Pro Wangerland) zu der Direktwahl an. Vor der offiziellen Bestätigung wird jetzt noch geprüft, ob Zweifel an der Verfassungstreue eines der Bewerber besteht.

Sollte kein Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten, findet zwei Wochen später am 27. September eine Stichwahl der beiden Bestplatzierten statt. Bei der Kommunalwahl 2021 hatte sich Szlezak in der Stichwahl mit 52 zu 48 Prozent der Stimmen gegen Abrahams durchgesetzt.

Nahkämpfer will Abläufe im Rathaus effizienter machen

Hooksiel (30. 6. 2026) – Man sieht ihn zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch auf einem Motorroller. Mit dabei immer ein Paket Flyer mit Informationen. Bernd Abrahams, Bürgermeisterkandidat der Wählergruppe Pro Wangerland, ist im Wahlkampfmodus. Seine Paradedisziplin: der Nahkampf.

Bernd Abrahams (links) will im zweien Anlauf den Sprung auf den Bürgermeistersessel im Wangerland schaffen. Unterstützt wird er von Dieter Schäfermeier und der Wählergemeinschaft Pro Wangerland. Foto: hol

Seit einigen Tagen zieht der 57-Jährige im gesamten Wangerland Haustür zu Haustür. „Ich möchte möglichst viele Menschen persönlich kennen lernen“, sagt Abrahams, der vermutet, dass seine Mitbewerber ihm auf großen Bühnen oder in öffentlichen Redeschlachten überlegen sein könnten. Auch deshalb hofft er, dass er bei den Haustür-Besuchen die Wähler von sich überzeugen kann.

Abrahams besucht Bürger

Seine ersten Eindrücke seien positiv, sagte Abrahams im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Viele Bürgerinnen und Bürger würden ihn noch aus seinem ersten Anlauf aufs Bürgermeisteramt vor fünf Jahren kennen. 2021 hatte er als unabhängiger Kandidat mehr oder weniger aus dem Stand den Sprung in die Stichwahl geschafft, in der er dann dem heutigen Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) knapp unterlag.

Allerdings: Die Vorkenntnisse der Bürger seien extrem unterschiedlich. „Die einen winken einem schon zu, wenn man kommt, und freuen sich auf ein Gespräch mit einem Kandidaten. Andere hingegen haben von der Kommunalwahl im September noch gar nichts gehört und kennen nicht mal den Namen des Bürgermeisters.“

Hauptthema: Das Thalasso-Desaster

Bei vielen von denen, die kommunalpolitisch interessiert sind, gebe es ein Hauptthema: Die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG). „Viele Menschen sind sauer und enttäuscht“, so der Eindruck von Abrahams, der einräumt, dass er sich ohne eigenen Zugang zu den vertraulichen Details der Affäre noch kein abschließendes Bild über Schuld und Verantwortung für den Ausverkauf bei der Tochtergesellschaft der Gemeinde habe machen können. „Ich bin nur froh, dass Pro Wangerland erst seit 2021 im Rat ist …“. Die Entscheidung für das finanziell völlig aus dem Ruder gelaufene Bauprojekt „Thalasso Meeres Spa“ war da bereits gefallen.

Für Abrahams seht fest: Schon die Strategie, die hinter dem Bau des Thalasso-Zentrums stand, nämlich das Werben um neue, wohlhabendere Zielgruppen, war ein Fehler. „Wir sollten uns bei unserer Tourismusförderung in ersten Linie auf die Menschen konzentrieren, die schon bislang zu unserem Stammpublikum gehören.“ Dafür wäre es ratsam, wenn die Gemeinde und eine auf Marketing und Veranstaltungs-Management reduzierte WTG („Mit Immobilienverwaltung sollte die lieber nichts mehr zu tun haben“) den engen Schulterschluss mit den touristischen Leistungsträgern wie Hoteliers, Vermietern und Gastronomen suchen. Ein gutes Beispiel für eine gelungene private Initiative war aus seiner Sicht die Strandparty „Wave & Sand“ am vergangenen Wochenende in Hooksiel.

Expertise im Bauingenieurwesen

Abrahams, gebürtiger Wangerländer, lebt seit der Rückkehr in die Gemeinde seit drei Jahren in Hooksiel. Der Vater von zwei erwachsenen Töchtern (24 und 27 Jahre alt) hat nach Schule, abgeschlossener landwirtschaftlicher Lehre und Bundeswehrzeit bei der Luftwaffe Bauingenieurwesen studiert. Seit 1996 habe er für verschiedene Ingenieurbüros, Baufirmen und Kommunen gearbeitet und habe dabei ausgewiesene Kenntnisse unter anderem im Bauvertrags- und Vergaberecht erworben. Heute ist er bei der niedersächsischen Hafengesellschaft NPorts beschäftigt.

Unter anderem durch seine Tätigkeit bei der Volkswagen AG habe er gelernt, Projekte sicher und im Rahmen des geplanten Budgets umzusetzen, so der Kandidat. „Das kann der Gemeinde zugute kommen. Immerhin habe wir ja noch den Bau einer Grundschule und von drei Feuerwehren vor der Brust.“

„Ein Bürgermeister muss zuhören können“

Verwaltungserfahrung habe er unter anderm durch seine siebenjährige Tätigkeit bei der Samtgemeinde Gellersen als Leiter vom Bauhof und Hausmeisterdienst. Aber auch durch Erfahrungen aus der Stadt Lübeck und NPorts. Sein Eindruck mit Blick auf das Rathaus in Hohenkirchen: „Die Abläufe müssen effizienter werden.“ Möglicherweise könnten Entscheidungswege verkürzt, Organisationsformern verändert und die Software des interne Kommunikationssystems optimiert werden.

Ein Erfolgsrezept, das er von VW-Sanierer Jose Lopez gelernt habe: „Jeder Mitarbeiter sollte möglichst das machen, was er am liebsten macht – und dafür dann die nötigen Mittel bekommen.“ Wichtig für einen Verwaltungschef im Umgang mit den Mitarbeitern sei dabei eine Tugend, die Abrahams für sich selbst reklamiert: „Man muss zuhören können.“

Lebensqualität erhöhen

Inhaltlich ist das mit Pro Wangerland abgestimmte Wahlprogramm überschaubar. Den Tourismus maßvoll weiterentwickeln, vorhandene Fördermittel stärker nutzen, durch kleine Projekte wie etwa die Absenkung von Bordsteinen, die Sanierung von Gehwegen sowie mehr Mülleimer und zusätzliche Sitzgelegenheiten die Lebensqualität erhöhen. Neue Windparks jenseits dem Ersatz von Altanlage durch moderne Konverter (Repowering) lehnt man ab. Und: Vor der Ausweisung neuer Gewerbegebiete, sollte zunächst einmal der tatsächlich Bedarf geprüft werden.

Das gelte auch für Hooksiel. Abrahams und Pro Wangerland wollen die derzeit noch landwirtschaftlichen Flächen zwischen Bäderstraße und Altendeich bedarfsgerecht entwickeln – für Wohnzwecke, aber teilweise vielleicht auch für „stilles“ Gewerbe, sagte Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier. Skeptisch sei man, ob sich die Markthallen-Pläne auf dem Areal des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses am Alten Hafen wirtschaftlich umsetzen lassen. Der ursprünglich geplante Hotelbau sei aber wohl ebenso schwierig.

Suche nach Maßnahmen gegen Schießlärm

Persönlich kümmert sich Abrahams seit Wochen um das Thema „Schießlärm“, der von der Wurftaubenschießanlage aus Wilhelmshaven ins Wangerland schallt und viele Bürger nervt. Einfache Lösungen werde es aber auch hier nicht geben, räumt der Bürgermeister-Kandidat ein. Rechtlich sei die Anlage aus seiner Sicht nicht anfechtbar. Einschränkungen im Schießbetrieb wolle und könne der Betreiberverein nicht hinnehmen.

Leisere Munition gebe es zwar, die sei aber auch langsamer und für Sportschützen deshalb nicht akzeptabel. Ein Erdwall? „Der schützt den Bereich unmittelbar dahinter, aber nicht Hooksiel“, ist Abrahams überzeugt. Seine letzte Hoffnung: Schalldämmende Maßnahmen. Dazu müsste aus seiner Sicht ein Schlallschutzexperte gehört werden.

Was dabei herauskommt, dürften die Bürgerinnen und Bürger für den Fall, dass Abrahams im September zum neuen Bürgermeister gewählt wird, auf jeden Fall schnell erfahren. Sein Versprechen: Die Ratsarbeit wird transparent sein. „Alles was rechtlich möglich ist, soll auch öffentlich beraten werden.“ 

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