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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Gemeinde glaubt nicht mehr ans Hotel-Projekt am Alten Hafen

Wangerland/Hooksiel (9. 12. 2025) – Die Suche nach einem Investor für das Grundstück des ehemaligen Feuerwehrgerätehaus am Alten Hafen in Hooksiel geht in eine neue Runde. Wie Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) in der Ratssitzung am Dienstagabend mitteilte, habe der Verwaltungsausschuss beschlossen, „die Fläche erneut aktiv in die Vermarktung zu geben und Gespräche auch mit weiteren Interessenten aufzunehmen“. 

Die Gemeinde Wangerland verhandelt jetzt mit weiteren Interessenten für das ehemalige Feuerwehrareal am Alten Hafen in Hooksiel. So sah der Vorentwurf für ein Hotel aus, das auf dem Filetgrundstück gebaut werden sollte. Foto: hol

Die Gemeinde hatte sich nach einem Interessenbekundungs-Verfahren für die Firma „Moss und Kumbrink“ als Planer ausgesprochen. Bislang habe das Unternehmen jedoch weder einen Investor noch einen Betreiber für das geplante Hotel-Projekt benennen können. Ziel bleibe es, so Szlezak, für diesen zentralen Standort eine zukunftsfähige Lösung zu entwickeln. „Sobald hierzu konkrete Ergebnisse vorliegen, wird die Öffentlichkeit informiert.“

Kommunikation nicht ausreichend

Ausführlich ging der Bürgermeister auf die aktuelle Lage der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein. Betroffen davon seien vor allem die Mitarbeiter, Wangerländer Bürger, Urlaubsgäste und die touristischen Leistungsträger. Durch die Schließung beider Hallenbäder im Gemeindegebiet habe sich die Situation nochmals deutlich verschärft, so Szlezak. 

Die Steuerung des nicht-öffentlichen Verfahrens samt der Kommunikation läge beim Insolvenzverwalter und beim Gläubigerausschuss. „Aber es ist uns bewusst, dass in der Öffentlichkeit und auch hier im Rat ein berechtigter Wunsch nach Transparenz und klarer Kommunikation besteht“, sagte der Bürgermeister und räumte ein: „Rückblickend muss offen benannt werden, dass diese Kommunikation an verschiedenen Stellen nicht ausreichend gelungen ist.“

Chance für ein Schwimmbad?

Szlezak versicherte, dass Entwicklungen, die öffentlich gemacht werden dürfen, auch umgehend öffentlich gemacht würden. Unabhängig davon laufe die umfassende Aufarbeitung der Ursachen für die Insolvenz von Verantwortlichkeiten, Entscheidungen und Kostenentwicklungen weiter. „Das ist eine echte Herkulesaufgabe.“ Als Auslöser der finanziellen Schieflage der WTG gilt der Bau des „Thalasso Meeres Spa“. Die Kosten dafür hatten sich auf zuletzt veranschlagte 23 Millionen Euro verdreifacht.

Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen wird, die gemeindeeigene WTG schrittweise zu konsolidieren und perspektivisch auch wieder ein Schwimmbad-Angebot vorzuhalten. Dies sei mit Blick auf Schulen, Vereine, Bürger, Gäste sowie die touristischen Leistungsträger erforderlich. 

Windpark vorerst auf Eis

In seinen Ausführungen ging der Bürgermeister auf eine Reihe von Projekten ein, die bereits öffentlich diskutiert wurden, für die aber noch Beratungsbedarf bestehe. So etwa für die Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde zugunsten zweier neuer Windpark-Flächen bei Wiarden. Hier sollen moderne Windräder als Ersatz für eine größere Zahl von Alt-Anlagen entstehen, die aufgrund ihrer Größe nicht als privilegiert für ein so genanntes Repowering gelten. Szlezak: „Es sollen zunächst grundsätzliche Überlegungen angestellt werden, ob und in welchem Umfang zusätzliche Windenergie in der Gemeinde Wangerland insgesamt noch sinnvoll und verträglich umgesetzt werden kann.“

Rundinsel noch nicht verkauft

Offene Fragen gebe es auch noch zur Entwicklung der ehemaligen Hofstelle Damm an der Helmstedter Straße in Hohenkirchen. Geplant war hier eine ans „Wangerland-Ressort“ angegliederte Außenanlage. Auch der Verkauf der Rundinsel im Wangermeer sei bislang nicht unter Dach und Fach. Die Verwaltung arbeite noch an den vertraglichen Grundlagen. Auch in diesem Fall geht es um einen Vertrag mit den Betreibern des „Wangerland-Ressorts“, die hier eine Abenteuerinsel entwickeln wollen. 

Wie der Bürgermeister weiter mitteilte, hat die Gemeinde aus dem Bestand der WTG landwirtschaftliche Flächen am Ortsrand von Tettens gekauft. Die Grundstücke würden Potenzialflächen für die zukünftige Entwicklung von Tettens darstellen, so Szlezak. Möglicherweise könnte hier auch ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut werden, das laut Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde in den kommenden Jahren erforderlich werde. Unabhängig davon bietet die Gemeinde im Bereich des Schwimmbades Tettens einige Baugrundstücke zum Verkauf an.

EWE senkt Strom- und Gaspreis in der Grundversorgung

Friesland/Wangerland (9. 12. 2025) – Der Oldenburger Energiekonzern EWE will zum Februar 2026 seinen Strom- und Gaspreis in der so genannten Grundversorgung senken. 

Entlastung um 7 Prozent

Für Stromkunden sinkt der Arbeitspreis, also der Preis pro Kilowattstunde von aktuell 31,90 auf 29,63 Cent brutto. Dies entspricht einer Senkung von gut sieben Prozent. Der jährliche Grundpreis ändert sich von jetzt brutto 209,29 auf 224,80 Euro. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Stromverbrauch von 2.800 Kilowattstunden spart durch diese Preisanpassung nach Berechnungen der EWE in der Grundversorgung 48 Euro im Jahr. Davon würden rund 166.000 EWE-Stromkunden profitieren.

Die 69.000 Erdgaskunden in der Grundversorgung sollen ab dem 1. Februar 2026 pro Kilowattstunde Erdgas 11,01 Cent zahlen und damit knapp sechs Prozent weniger als heute. Der Grundpreis verändert sich von aktuell 253,39 Euro brutto auf 278,28 Euro pro Jahr. Insgesamt spare ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Gasverbrauch von 17.500 Kilowattstunden 96 Euro im Jahr, so die EWE.

Gasspeicherumlage fällt weg

Für alle Gaskunden, sowohl für Grundversorgungs- als auch für Sondervertragskunden mit befristeten Laufzeitverträgen, gelte zudem, dass sich der Gaspreis pro Kilowattstunde bereits zum 1. Januar durch den Wegfall der Gasspeicherumlage reduziert. Diese betrag derzeit 0,289 Cent netto pro Kilowattstunde. Die Bundesregierung hat beschlossen, diese Umlage nur noch bis zum 31. Dezember 2025 zu erheben.

„Die aktuellen Marktbedingungen ermöglichen erneut sinkende Preise“, sagt Oliver Bolay, Geschäftsführer der EWE Vertrieb GmbH. „Zwar haben sich die Energiepreise stabilisiert, dennoch bleibt das Umfeld weiterhin anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es uns, die vorhandenen Spielräume zuverlässig auszuschöpfen und die Entlastungen direkt an unsere Kunden weiterzugeben.“ 

Vermisster Mann in Schortens tot aufgefunden

Jever/Schortens (9. 12. 2025) – Der 58-jährige Mann, der seit dem 28. November vermisst worden war, ist tot. Wie die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland mitteilt, wurde am Sonntag auf einer Grünfläche in Schortens der Leichnam des Gesuchten gefunden. 

„Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen liegen keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden vor“, so die Polizei. Der 58-jährige war zuletzt bei einem Besuch der Schloss-Apotheke in Jever gesehen worden. Danach verlor sich seine Spur.

Umfrage zeigt Handlungsbedarf: Viel Kritik an Parkgebühren

Hooksiel (8. 12. 2025) – Die Haupturlaubsorte im Wangerland – Hooksiel, Horumersiel und Schillig – stehen bei den Urlaubern für Natur, Ruhe, Strand und „Nordsee-Feeling“. Das ist eines der Ergebnisse der Online-Umfrage, die der Hooksieler Matthias Suckert, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Wangerland und Inhaber einer Vermietungsagentur, in den vergangenen Wochen vorgenommen hat. 

Ein Bad sollte erhalten bleiben

Sehr häufig haben Einheimische und Gäste den Wunsch geäußert, dass zumindest ein Schwimmbad erhalten bleiben möge. Ebenso auffällig: Die Forderung nach einem vereinfachtem Parksystem, mit Tages- und Wochentickets, die sowohl für die Parkplätze der Wangerland Touristik GmbH (WTG) an den Ständen wie für die der Gemeinde in den Orten gültig sein sollten. Weitere Wünsche: Mehr öffentliche Toiletten, zusätzliche Lademöglichkeiten für Elektro-Autos und E-Bikes sowie bessere Geh- und Radwege.

Die Urlauber lieben am Wangerland vor allem die Ruhe, die Natur und die Weite des Wattenmeeres. Archiv-Foto: hol

Insgesamt haben sich an der Umfrage nach Angaben von Suckert 390 Menschen beteiligt. Zum Teil mit umfangreichen Einlassungen. Hintergrund der Aktion ist die Neuausrichtung der WTG nach der Insolvenz des gemeindeeigenen Unternehmens. Unter anderem sind aktuell beide WTG-Hallenbäder in Hooksiel und Horumersiel geschlossen. 

Wunsch nach „bezahlbarer Küche“

Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer an der Umfrage mit den Angeboten im Bereich Einzelhandel und Gastronomie im Wangerland weitgehend zufrieden. Einige wünschten sich einen weiteren Supermarkt sowie eine größere Vielfalt im Bereich „bezahlbare Küche“, andere vermissen mehr vegetarische Gerichte.

In Hooksiel gebe es im Vergleich zu Horumersiel und Schillig in der Hauptsaison zu wenig Veranstaltungen. Insgesamt sollten auch mehr Aktivitäten außerhalb der Hauptsaison stattfinden. Mehr Mülleimer wären aus Sicht einiger Teilnehmer ratsam – und die Anleinpflicht für Hunde sollte strenger kontrolliert werden,

Suckert zeigte zufrieden sich mit der Zahl der Rückmeldungen und der Vielfalt der Anregungen. „Wir nehmen das Feedback mit und bleiben dran.“

Jetzt doch „Health-Care-Appartements“ statt eines Hotels am Hafen?

Wangerland (4. 12. 2025) – Der Gästebeitrag, den erwachsene Urlauber im Wangerland zu entrichten haben, soll in Hooksiel, Horumersiel und Schillig von aktuell 3,80 Euro pro Übernachtung in der Hauptsaison ab 2026 auf 3,20 Euro gesenkt werden. So zumindest sieht es der Vorschlag der Gemeindeverwaltung vor, über den der Rat auf seiner Sitzung am Dienstag, 9. Dezember, abstimmen soll. 

Gästebeitrag soll auf 3,20 Euro sinken

Der Vorschlag basiert auf einer Analyse der Kommuna Treuhand. Berücksichtigt wurde dabei, dass im Zuge der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) eine Reihe von touristisch relevanten Einrichtungen geschlossen wurden – unter anderem die Bäder in Hooksiel und Horumersiel –, die somit von Urlaubern nicht mehr genutzt werden können. Durch den Gästebeitrag sollen laut kommunaler Satzung 32 Prozent der Kosten für touristische Einrichtungen und Veranstaltungen gedeckt werden. 

Feuerwehrgerätehaus zum Verkauf
Kehrtwende beim Verkauf‘ des ehemaligne Feuerwehrareals am Alten Hafen in Hooksiel. Im Gemeinderat wachsen die Zweifel, ob sich ein Investor für einen Hotelbau findet. Archiv-Foto: hol

In der Nebensaison (von November bis zu Beginn der Osterferien) müssen Urlauber in der so genannten Zone 1 lediglich noch 1,30 Euro (statt 1,50) je Übernachtung entrichten. In Zone 2, dem übrigen Gemeindegebiet, sollen künftig in der Hauptsaison 1,60 Euro (statt 1,90) und in der Nebensaison 0,65 Euro (statt 0,75) erhoben werden. Für Kinder und Jugendliche gelten geminderte Sätze. Kinder bis 3 Jahren sind frei. 

GfW will Ratsvorsitzenden abberufen

Die Ratssitz beginnt um 18 Uhr im Ratsaal in Hohenkirchen. Die Ratsvertreter werden sich mit einer Fülle verschiedener Themen beschäftigen. Ein überraschend hinzu gekommener Punkt: Ein Antrag der Gruppe „Gemeinsam für Wangerland“ (CDU, Grüne, FDP) zur Abberufung des Ratsvorsitzenden JohannWilhelm Peters (SPD). Peters habe in diversen Sitzungen wiederholt gegen die Geschäftsordnung verstoßen, heißt es in der Begründung.

Ein wichtiger Punkt für Hooksiel: Die Beratung über das weitere Vorgehen beim geplanten Verkauf des ehemaligen Feuerwehr-Areals am Alten Hafen. Viele Ratsvertreter sehen Handlungsbedarf, da es dem mit einem Hotelbau betrauten Planungsbüro aus dem Emsland immer noch nicht gelungen ist, einen Investor und einen Betreiber vorzustellen. 

Moss sucht nach Investor

Gegenüber „Hooksiel-life“ hatte Michael Moss vor wenigen Tagen beteuert, an dem Projekt unverändert interessiert zu sei. Er habe noch in dieser Woche ein weiteres Gespräch mit einem potenziellen Investor. Ob sich der Rat mit diesem Zwischenstand zufrieden gibt, ist fraglich.

Dem Vernehmen nach mehren sich in der Politik die Stimmen, die einen neuen Anlauf für den Grundstücksverkauf fordern. Was das bedeutet, ist unklar. Einige wollen das Grundstück an der Schnittstelle zwischen Ortskern und Alten Hafen jetzt ohne weitere Debatte der Bremer Specht-Gruppe an die Hand geben, die Anfang des Jahres ebenfalls ihr Interesse bekundet hatte. Allerdings für den Bau eines so genannten „Health-Care-Gebäudes“ mit 15 Appartement-Wohnungen, in denen vornehmlich Familien mit sehr betagten oder anderweitig beeinträchtigten Angehörigen Urlaub machen sollen.

Angst vor weiteren Ferienwohnungen

In Hooksiel selbst war dieser Vorschlag seinerzeit auf wenig Gegenliebe gestoßen. Eine Reihe von Vereinen und Verbänden hatten sich ausdrücklich dagegen ausgesprochen. Ein Grund: Sollte das Health-Care-Konzept nicht aufgehen, würden die Appartements sehr schnell zu Ferienwohnungen. 

Andere Stimmen in der Politik raten dazu, ein neuerliches Interessen-Bekundungsverfahren für das gut 400.000 Euro teure Grundstück auf den Weg zu bringen – eingeschränkt auf Investoren, die ein Hotel bauen möchten. 

Bund: Autobahn-Abschnitt Jaderberg-Westerstede ist baureif

Friesland ( 12. 2025) – Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat heute in Berlin neben anderen Projekten den Bau des neuen Autobahnabschnittes der A 20 zwischen Westerstede und Jaderberg für „baureif“ erklärt. Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD): „Das ist ein gutes Signal für Niedersachsen und ganz Norddeutschland. Die A 20 erhöht die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger, erleichtert den Austausch von Waren, löst logistische Herausforderungen und befördert den Tourismus.“

Dem Beginn des Baus der „Küstenautobahn A 20“ steht nichts mehr im Wege. Das Teilstück zwischen Weserstede und Jaderberg ist „baureif“.

Auch die Wirtschaftsverbände in Wilhelmshaven und Friesland erhoffen sich von der A 20 wesentliche Impulse. Die neue Autobahn soll Niedersachen besser mit Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verbinden. Mit dem Abschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg könne jetzt ein weiteres Puzzleteil gebaut werden, so Tonne. „Niedersachsen hat seine Hausaufgaben bei der Planfeststellung längst erledigt.“ Er begrüße, dass jetzt auch der Bund Nägel mit Köpfen mache und die Bagger tatsächlich rollen werden. 

Der Baufreigabe-Bescheid wurde an die Autobahn GmbH überreicht, die umgehend mit der Planung und der Vorbereitung der Bauarbeiten beginnen soll. Der Abschnitt der A 20 verbindet künftig Westerstede mit Jaderberg: das ist eine wichtige Verkehrsachse für Pendler, Wirtschaft und den Güterverkehr. Als Bestandteil des transeuropäischen Straßennetzes überwindet die Nordwestumfahrung von Hamburg die Trennung zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 

Windkraft weht Gewerbesteuern in die Gemeindekasse

Wangerland (2. 12. 12025) – Trotz der insgesamt angespannten Finanzlage der Gemeinde Wangerland, ein gute Botschaft aus der Kämmerei. Die Gewerbesteuer-Einnahmen werden im laufenden Jahr deutlich höher ausfallen als veranschlagt. Wie Kämmerei-Mitarbeiter Arno Hinrichs vor dem Finanzausschuss des Rates vortrug, sind bereits 6,27 Millionen Euro Gewerbesteuern bei der Gemeinde eingegangen. Veranschlagt worden waren für 2025 lediglich 5,2 Millionen Euro.

Bescheide vom Finanzamt fehlen

Ganz grundsätzlich sind Gemeinden gehalten, potenzielle Einnahmen eher konservativ zu schätzen. Damit allein lässt sich das Plus von über einer Millionen Euro allerdings nicht erklären. Die Höhe der Gewerbesteuer spiegle die gute wirtschaftliche Lage einiger Branchen wider, so Hinrichs. Dazu gehöre auch die Windenergie.

Während der Einnahmen aus der Grundsteuer B für private Grundstücke und Immobilien mit 2,5 Millionen fast genau den Erwartungen entsprechen, wartet die Gemeinde noch auf einen erheblichen Teil der Grundsteuer A. Grundsteuer A müssen Besitzer von landwirtschaftlichen Betrieben zahlen. Statt der kalkulierten 440.000 Euro seien bislang erst gut 320.000 Euro eingegangen, so Hinrichs. 

Verantwortlich dafür seien aber nicht die betroffenen rund 250 Landwirte, sondern das Finanzamt. „Das Finanzamt hat es noch nicht geschafft, die Messbescheide an uns zu übermitteln“, so Hinrichs. Der dort ausgewiesene Betrag wird mit dem Hebesatz der Gemeinde multipliziert und dann als Steuerbescheid an die Zahlungspflichtigen verschickt.

Weniger Vergnügungssteuern

Deutlich hinter den Erwartungen zurück ist auch die Vergnügungssteuer. Hier stehen 20.800 Euro den erhofften 36.800 Euro gegenüber. Bei allen anderen Einnahmeposten liegen die Ist-Einnahmen in veranschlagter Höhe. So etwa bei der Zweitwohnungssteuer (1,3 Mio. Euro), der Hundesteuer (98.000 Euro), dem Einkommensteueranteil der Gemeinde (4,4 Mio. Euro) und den Schlüsselzuweisungen vom Land (1,8 Mio. Euro). Hinrichs zeigte sich zudem zuversichtlich, dass auch die Parkgebühren – anders als im Vorjahr – die erwartete Höhe von 385.000 Euro erreichen werden. 

Neue Berechnungsformel für Zweitwohnungs-Steuer

Wangerland (29. 11. 2025) – Die Gemeinde Wangerland ändert ihre Satzung zur Erhebung von Zweitwohnungssteuern im Gemeindegebiet. Hintergrund sind mehrere Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg gegen bereits erlassene Zweitwohnungssteuer-Bescheide.

Künftig, so erläuterte Thomas Hayen aus der Gemeindeverwaltung vor dem Finanzausschuss des Rates, werde bei der Berechnung der Steuerhöhe der so genannte „Einheitswert“ der Immobilie keine Rolle mehr spielen. Das Verwaltungsgericht meldete mit Blick auf ein entsprechendes Urteil des Bundesverfassungsgerichtes Zweifel an, ob dieser auf das Jahr 1964 zurückgehende Wert für heutige Immobilien noch aussagekräftig ist.

Als Grundlage für die Ermittlung der Steuer soll jetzt ein „Wohnwert“ ermittelt werden, der sich aus vier Faktoren zusammensetzt: der Wohnfläche, der Lage der Immobilie, deren Baujahr und der Gebäudeart. Wie Hayen sagte, werde die Umstellung für die Gemeinde aufkommensneutral erfolgen. Man rechne weiterhin mit Einnahmen aus der Zweitwohnungssteuer in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. Für die einzelnen Steuerpflichtigen könnten sich durch die Neufassung der Satzung aber im geringen Umfang Veränderungen der Steuerlast in die eine oder andere Richtung ergeben. 

Jensen will mehr Offshore-Steuern für Küstengemeinden

Wangerland/Wilhelmshaven (28. 11. 2025) – Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) setzt sich für eine gerechtere Beteiligung der Küstenkommunen an den Gewerbesteuereinnahmen aus Offshore-Windparks ein. Hintergrund ist der Entwurf der Landesregierung, nach dem ausschließlich die Stadt Wilhelmshaven hebeberechtigt sein soll.

110 Millionen Euro für Wilhelmshaven

Wilhelmshaven könnte nach Berechnungen des Landes durch eine Änderung der Verordnung über die Erhebung der Gewerbe- und der Grundsteuer in gemeindefreien Gebieten, vornehmlich von Windparks, mit Mehreinnahmen in Höhe von rund 110 Millionen Euro jährlich rechnen. Davon würden über den Kommunalen Finanzausgleich rund 65 Millionen Euro auf andere niedersächsische Kommunen umverteilt werden, so die Pläne der Landesregierung. Das Land Niedersachsen und der Bund würden gemeinsam über die Gewerbesteuerumlage rund 9 Millionen Euro erhalten. Insgesamt könnten also rund 36 Millionen Euro im Haushalt der Stadt Wilhelmshaven bleiben.

Jensen betont ausdrücklich, dass die Bedeutung Wilhelmshavens für die Energie- und Hafeninfrastruktur unstrittig sei. Sie weist aber darauf hin, dass auch andere Gemeinden im Küstenraum erhebliche Belastungen durch Kabeltrassen, Baustellen, Leitungsinfrastruktur und Konverterstationen tragen. 

„Die Energiewende wird entlang der gesamten Küste umgesetzt. Deshalb ist es sinnvoll zu prüfen, wie die Landesregierung die Belastungen der übrigen betroffenen Gemeinden bewertet und welche Beteiligungsmodelle denkbar sind“, so Jensen. Über eine Kleine Anfrage will sie jetzt Klarheit darüber gewinnen, welche fachlichen und wirtschaftlichen Kriterien zur geplanten zentralen Hebeberechtigung geführt haben, wie die Situation der Trassen- und Anlandungskommunen eingeordnet wird und ob Ausgleichsmechanismen für diese Regionen geprüft werden. 

CDU wählt Thies Fischer zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten

Wangerland (28. 11. 2025) – Die CDU Wangerland hat einen neuen Vorstand. Auf einer Mitgliederversammlung wählten die Mitglieder Christian Burchardt (48) aus Hohenkirchen, Verwaltungsfachangestellter in der Bundeswehrverwaltung, als Nachfolger von Thies Fischer (24) zum neuen Vorsitzenden. Fischer hatte das Amt wie angekündigt mit Blick auf seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt abgegeben.

Die CDU Wangerland hat Thies Fischer (links) zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten gewählt. Neuer Ortsvereinsverbands-Vorsitzender ist Christian Burchhardt. Foto: CDU

Dem neuen Vorstand gehören neben Burchardt als stellvertretende Vorsitzende Beate Wedermann und Andy Strümpel, als Schriftführer Heiko Menkens sowie als Beisitzer Kurt Brandenburg, Petra Euken, Theo Hakvoort, Theo Lauts, Tobias Geisen und Claus Harms an.

Einstimmiges Votum

Zuvor hatten die Mitglieder des CDU Gemeindeverbandes Fischer einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2026 gewählt. Der 24-jährige Diplom-Finanzwirt ist seit mehreren Jahren kommunalpolitisch aktiv und begleitet sowohl Fraktions- als auch Vorstandsarbeit auf Gemeinde- und Kreisebene. 

In seiner Bewerbungsrede vertrat Fischer die Ansicht, dass zentrale Projekte der vergangenen Jahre unvollendet seien und eine strukturelle Neuausrichtung erforderlich sei. Die derzeitige Haushaltslage der Gemeinde sei kritisch. Er warnte vor einer Fortführung kurzfristiger Einnahmenpolitik. Steigende Steuer-Hebesätze würden Bürger und Unternehmen übermäßig belasteten, ohne dass dadurch strukturelle Verbesserungen erzielt würden. „Uns fehlt eine Strategie, wie wir die Einnahmenseite langfristig verbessern können. Stattdessen greifen wir reflexartig an die Hebesätze – das ist langfristig eine Sackgasse.“ Ziel der Finanzpolitik müsse es sein, Handlungsspielräume zurückgewinnen, ohne kontinuierlich die Belastung für bestehende Steuerzahler zu erhöhen. 

Ansiedlung von Gewerbe

Fehlende Gewerbeflächen, Abwanderung von Betrieben und ein hoher Gewerbesteuerhebesatz würden die Standortattraktivität mindern, so Fischer. „Der Kauf und die Erschließung neuer Gewerbeflächen kostet Geld – ja. Aber es ist eine Investition, die sich auszahlt. Durch Flächenverkäufe, durch Gewerbesteuer-Einnahmen und das bei gleichbleibenden Hebesätzen.“ 

Ausführlich ging Fischer auf die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein. Er bezeichnete den Umgang der vergangenen Jahrzehnte – insbesondere den Bau des Thalasso Meeres Spa – als wesentliche Ursache für die aktuelle finanzielle Belastung. Vertrauen sei durch Planung, Kostenentwicklung und Insolvenz verloren gegangen. 

Vollständige Aufklärung

Fischer forderte vollständige Aufklärung. „Wenn sich schuldhaftes Verhalten bestätigt, muss dieses ohne Verzögerung an die zuständigen Ermittlungsbehörden weitergeleitet werden.“ Darüber hinaus müsse geprüft werden, ob zivilrechtliche Schritte, darunter mögliche Regressforderungen, notwendig und rechtlich durchsetzbar sind. 

Für die Zukunft skizzierte Fischer einen Neubeginn: Er spricht sich – vorbehaltlich des Gutachtens und der weiteren Entwicklung des Insolvenzverfahren – für eine konsequente Abwicklung der bestehenden Struktur und den Aufbau einer neuen, kleineren Organisation aus. Diese soll nach Vorstellung Fischers gemeinsam mit touristischen Leistungsträgern entwickelt werden, um wirtschaftliche Tragfähigkeit und Vertrauen dauerhaft herzustellen.

Wende im Gemeinderat

Der neue Vorsitzende Burchhardt forderte, dass das Wangerland für Gewerbe, Landwirtschaft, Tourismus und nicht an letzter Stelle für die Bürger einladend, attraktiv und lebenswert bleiben müsse. Dafür sei eine Wende im Gemeinderat bei der Kommunalwahl imSeptember 2026 zwingend erforderlich.