Friesland/Wilhelmshaven (5. 12. 2024) – „Industrie folgt Energie!“ Mit diesem Leitspruch für die Energiewende ist Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) schon seit Jahren unterwegs. Jetzt, so kündigte der Sander heute an, wolle das Land Niedersachsen „einen nächsten konsequenten Schritt“ machen. „Wir wollen den Nordwesten Deutschlands zur Vorzeigeregion für die klimafreundliche Weiterentwicklung unserer Industrie machen.“
Weniger Bürokratie und mehr Geld
Möglich mache das der „Net Zero Industry Act“ der Europäischen Union. So Lies in einer Presseerklärung. Durch ihn sollen europaweit ausgewählte Regionen unter anderem die Möglichkeit für beschleunigte Genehmigungsverfahren und einem besseren Zugang zu Fördermitteln erhalten.
Der Nordwesten Niedersachsen solle zu einem Net Zero Valley (NZV) entwickelt werden: „NetZero Nordwest Deutschland“. Ende Oktober sei dazu in Wilhelmshaven im Rahmen der 1. Powerhouse-Nord-Kongress der Grundstein gelegt worden. Rund 270 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik hätten diskutiert, so Lies (Foto), wie die Schlüsselregion der Energiewende von den Transformationsprozessen in Zukunft stärker profitieren kann.
„Die notwendigen Anträge und Beschlüsse sollen nun mit Hochdruck vorangetrieben werden“, kündigt der Minister an. „Damit wäre diese Region mit der Lausitz eine von zwei Regionen in Deutschland, die sich als NZV aufstellt.“
Ziel sind gute Arbeitsplätze in der Region
Der Beschluss zur Festlegung des NZV erfolgt durch das Wirtschaftsministerium in Absprache mit dem Bund und der EU-Kommission. „Die europäischen NetZero-Regionen bekommen stark vereinfachte und damit beschleunigte Genehmigungsverfahren, Zugang zu Fördermitteln und eine ganz neue öffentliche Wahrnehmung sozusagen als ‚best practice‘-Regionen“, ist Lies überzeugt. „Sie verpflichten sich im Gegenzug, nachhaltige Technologieentwicklung als zentralen Grundsatz mit Blick auf Industrie und Investitionen ganz nach oben zu stellen. Wir werden hier zeigen, wie wir unseren Industriestandort weiter entwickeln können und die Regionen mit Unternehmens-Ansiedlungen, neuen guten Arbeitsplätzen und neuer Wertschöpfung vor Ort profitieren können. Wir wollen Vorbild für Deutschland in Europa sein.“
Wangerland (5. 12. 2024) – Am Mittwoch zwischen 13.40 und 16.15 Uhr wurde in der Wilma-Teppe-Sraße in Hohenkirchen ein Auto beschädigt. Die Polizei geht davon aus, das der gegenüber der Hausnummer 44 geparkte graufarbene BMW X3 von einem vorbeifahren Fahrzeug touchiert wurde. Der Unfallverursacher habe sich vermutlich vom Unfallort entfernt, ohne seinen Mitteilungspflichten nachzukommen. Zeugen, die sachdienliche Angaben zu dem Sachverhalt machen können, werden gebeten, sich unter 04461 7449-0 mit der Polizei in Jever in Verbindung zu setzen.
Friesland/Wangerland (5. 12. 2024) – Die Mengengebühr für die Schmutzwasserbeseitigung steigt in der Gemeinde Wangerland zum 1. Januar 2025 von 3,64 Euro/m³ auf 3,99 Euro/m³. Die Verbandsversammlung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) hat die bereits angekündigte Erhöhung jetzt bestätigt. Die monatliche Grundgebühr bleibt unverändert.
In den Landkreisen Friesland und Wittmund ist der OOWV ab 2025 in sechs Kommunen für die Schmutzwasserentsorgung sowie in Wangerland zusätzlich auch für die Niederschlagswasser-Beseitigung zuständig. Grundlage für die Preisberechnung ist das jeweilige Gemeindegebiet. Beim durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von rund 46 Kubikmeter/Jahr ergibt sich bei den Abwassergebühren eine Mehrbelastung von rund 16 Euro pro Wangerländer Bürger und Jahr.
Die Gebühr für die Niederschlagswasser-Beseitigung sinkt zeitgleich von 0,54 auf 0,44 Euro je Quadratmeter. Für ein Grundstück mit einer bebauten oder befestigten Fläche von 200 Quadratmetern belaufe sich die Ersparnis auf 20 Euro/Jahr, so der OOWV.
Bedarf an Wasser steigt
Verbandsvorsteher Sven Ambrosy und Geschäftsführer Karsten Specht (rechts) unterstrichen auf der Verbandsversammlung die wichtige Rolle, die der OOWV beim Thema Wasser spielt. Foto: OOWV
OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht unterstrich auf der Verbandsversammlung die Rolle des Wasserversorgers für Fortschritt und Wachstum in den Kommunen. Insbesondere gehe es darum, ausreichende Mengen Wasser zur Verfügung zu stellen. „In mehreren Gebieten unseres Verbandsgebiets sind wir auf der Suche nach Standorten für zusätzliche Wasserwerke, damit wir den steigenden Bedarf decken können“, sagte er.
Zugleich lege der OOWV ein besonderes Augenmerk auf den Ressourcenschutz. „In Nordenham und Brake realisieren wir Brauchwasserwerke, die gereinigtes Abwasser aus dem Kläranlagenablauf aufbereiten und dann an Industrieunternehmen abgeben können“, erläuterte Specht. Der OOWV sei Vorreiter und Ansprechpartner für Innovationen rund ums Wasser. Als Beispiel nannte er die konkreter werdenden Wasserstoffprojekte in der Region. „Wir verfügen über das Wissen, notwendige Wassermengen aus alternativen Ressourcen in der benötigten Qualität bereit- und sicherzustellen“, so Specht.
Hoher Investitionsbedarf
Der OOWV ist Wasserversorger in neun Landkreisen, 21 Städten und 57 Gemeinden. Neues Mitglied zum 1. Januar 2025 wird die Stadt Emden. Im Bereich der Abwasserbeseitigung ist der Verband Partner von 39 Kommunen und einem Zweckverband. Ab 2025 kommen die Gemeinden Bockhorn und Apen sowie die Stadt Schortens hinzu.
Für die Abwasserbeseitigung kalkuliert der OOWV für 2025 mit Ausgaben in Höhe 57 Millionen Euro. „Die Ausgaben sind für eine dauerhaft verlässliche und umweltgerechte Behandlung des Abwassers erforderlich“, sagte Sven Ambrosy. „Veraltete Anlagen werden saniert oder erneuert, Entsorgungskonzepte angepasst und Kapazitäten erweitert“, erläuterte der Verbandsvorsteher. Dabei würden steigende Material-, Bau-, und Dienstleistungskosten ebenso ins Gewicht fallen wie ein anhaltend hohes Zinsniveau, das die Finanzierung von Investitionen deutlich teurer mache.
Friesland/Wangerland (4. 12. 2024) – Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) plant für das kommende Jahr Investitionen in Höhe von 144 Millionen Euro im Bereich der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung. Die entsprechenden Wirtschaftspläne hat die Verbandsversammlung am heutigen Mittwoch beschlossen.
Die Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur seien erforderlich, um die öffentliche Wasserversorgung zukunftssicher aufzustellen. 2025 kalkuliert der OOWV allein in diesem Bereich Ausgaben von rund 87 Millionen Euro und damit fünf Millionen Euro mehr als 2024. Seit 2018 hätten sich diese Ausgaben in dieser Sparte verdreifacht, hieß es.
Kubikmeterpreis künftig 1,56 Euro
Der OOWV steckt Geld in die Sanierung und Erneuerung von Netzen und Anlagen. Zudem müsse die Infrastruktur der Wasserversorgung den sich verändernden klimatischen Bedingungen angepasst werden. Als eine Folge davon steigen die Wasserpreise.
Die Verbandsversammlung beschloss eine Anhebung zum 1. Januar von 1,41 auf 1,56 Euro/Kubikmeter Trinkwasser. Bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 125 Litern/Tag beziehungsweise rund 46 Kubikmeter/Jahr ergibt sich nach Berechnung des Unternehmens eine Mehrbelastung von 6,90 Euro pro Person und Jahr. Der Grundpreis steigt von 7,63 Euro auf 8,49 Euro monatlich, was einer Mehrbelastung von 10,32 Euro pro Jahr und Haushalt in den Landkreisen Friesland und Wittmund entspricht.
Ambrosy: Wir übernehmen Verantwortung
Verbandsvorsteher Sven Ambrosy warb um Verständnis für die Erhöhung. „Wir treiben die Erneuerung und Instandhaltung unserer Anlagen und Leitungen wie in den Vorjahren kraftvoll voran. Das ist die wichtigste Grundlage für die dauerhafte Versorgungssicherheit. Die erforderlichen Investitionen ausschließlich über Schulden zu finanzieren und somit die Lasten auf künftige Generationen umzulegen, wäre nicht gerecht“, sagte er.
„Damit übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung und tragen zur Zukunft unserer Region bei“, fügte Ambrosy hinzu. Nach wie vor sei der OOWV einer der günstigen Wasserversorger in Deutschland. Einen Durchschnittspreis von 2,09 Euro/m³ weist eine Übersicht des Bundesverbands der Energie-Abnehmer (VEA) für 2024 aus.
Der neue Vorstand der CDU Wangerland: (von links). Andy Strümpel, Theo Hakvoort, Beate Wedermann, Vorsitzender Thies Fischer, Kurt Brandenburg, Claus Harms, Heiko Menkens und das Ehrenmitglied Theodor Lauts. Au dem Bild fehlt Beisitzerin Petra Euken. Foto: CDU
Wangerland (4. 12. 2024) – Die Kostenexplosion beim Bau des „Thalasso Meeres Spa“ muss nach Ansicht des Vorsitzenden der CDU Wangerland, Thies Fischer, „unbedingt aufgearbeitet werden“. Die Kosten des Gesundheitstempels in Horumersiel waren von geplanten 8,7 auf inzwischen 23 Millionen Euro gestiegen. Das sei eine „untragbare Entwicklung“, sagte Fischer auf der Mitgliederversammlung seiner Partei im Hofcafe Schild.
„Wir brauchen klare Antworten: Wie konnte es dazu kommen?“ so Fischer, der zugleich betonte: „Es bringt jetzt nichts, dieses Projekt zu verteufeln. Das Thalasso-Zentrum ist da, es ist gebaut. Jetzt müssen wir das Beste daraus machen. Wir müssen dafür sorgen, dass es ein Erfolg wird, dass es Gäste anzieht, dass es sich wirtschaftlich trägt!“
Theo Lauts Ehrenmitglied
Im Zentrum der Versammlung standen Neuwahlen und Ehrungen. Theodor Lauts (81) wurde für sein langjähriges Engagement im Gemeindeverband zum Ehrenmitglied der CDU-Wangerland ernannt. Fischer würdige den Einsatz von Lauts, der sich seit seinem Eintritt in die CDU am 1. März 1986 wie kaum ein anderer um sein Heimatdorf Waddewarden gekümmert habe.
Als herausragendes Beispiel nannte Fischer sein Engagement als Sprecher der Elterninitiative für einen Kinderspielkreis. Zusammen mit dem damaligen CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Luiken habe er trotz politischer Widerstände maßgeblich zur Schaffung des eigenen Kindergartens in Waddewarden beigetragen, der 1991 eröffnet wurde.
Fischer bleibt Vorsitzender
Lauts habe 30 Jahre lang ununterbrochen als Beisitzer im Vorstand der CDU Wangerland gewirkt und in dieser Zeit sieben Vorsitzende begleitet „Menschen wie Theo sind ein Vorbild für uns alle“, sagte der Vorsitzende, der bei den Wahlen einstimmig im Amt bestätigt wurde.
Wechsel gab es auf den Stellvertreter-Posten. Inka Wüllner und Janto Ricklefs schieden aus beruflichen und persönlichen Gründen aus. Als stellvertretende Vorsitzende neu gewählt wurden Beate Wedermann und Andy Strümpel. Schriftführer ist Heiko Menkens. Als Beisitzer wirken mit: Petra Euken, Theodor Lauts, Kurt Brandenburg, Theo Hakvoort und Claus Harms.
In seinem Bericht erinnerte Fischer an die für die CDU erfolgreiche Europawahl. Ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr habe im Dialog über die Zukunft der heimischen Wirtschaft gelegen. „Es wurde deutlich, dass die Bindung an unsere Heimat groß ist – unsere Betriebe wollen bleiben, sie wollen investieren und wachsen. Doch es fehlt ihnen an einem zentralen Faktor: Gewerbeflächen.“, so Fischer.
Dialog mit Touristikern geplant
Ein Antrag der CDU-Fraktion, mit dem die Verwaltung zur Suche nach neuen Gewerbeflächen beauftragt wurde, sei vom Rat einstimmig angenommen worden. „Bisher ist leider nicht viel passiert“, bedauerte Fischer. „Im Moment stehen viele andere Themen im Fokus der Verwaltung und des Gemeinderates. Zudem ist die Finanzierung neuer Flächen ein Knackpunkt. Aber wir werden nicht lockerlassen.“
Intensiv beschäftigt habe sich die CDU auch mit dem Thema Tourismus. „Unsere Region gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen an der Nordseeküste“, sagte Fischer. Dennoch sei bei den Touristikern vor Ort wachsende Unzufriedenheit spürbar. Die CDU plane für Anfang 2025 Veranstaltungen, in denen sie mit den Touristikern ins Gespräch kommen will.
Zudem schwor Fischer die CDU-Mitglieder auf die vorgezogene Bundestagswahl am 23. Februar ein. Deutschland sehe hier nach dem Aus der Ampel-Koalition vor einer Richtungsentscheidung.
Friesland (3. 12. 2024) – Mit einer Plakatkampagne in allen Verwaltungsgebäuden des Landkreises Friesland sendet die Kreisverwaltung ab sofort eine wichtige Botschaft: Körperliche und verbale Gewalt gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der öffentlichen Verwaltung werden nicht geduldet!
„Die Kreisverwaltung Friesland ahndet jegliche Art von Gewalt konsequent durch das Stellen von Strafanzeigen und das Erteilen von Hausverboten. Auch werden wir immer Schadensersatzansprüche prüfen“, sind sich Landrat Sven Ambrosy und die Vorsitzende des Personalrats, Indra Besold, einig. Mitarbeitende würden immer wieder von Erfahrungen mit verbaler Gewalt in ihrem Berufsalltag berichten.
Die Ausübung körperlicher Gewalt gegen Frauen und Männer in der Behörde sei aufgrund der erfolgreichen Präventionsarbeit in der Kreisverwaltung auf Einzelfälle beschränkt. Dazu gehören zum Beispiel eine Deeskalations-Schulungen und ein verwaltungsweites Alarmsystem.
„Jeder einzelne Versuch, einen Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter anzugreifen – verbal oder körperlich –, ist einer zu viel“, betont Landrat Ambrosy. „Bei aller Wut, Enttäuschung oder Verzweiflung, die ein Mensch empfindet: nichts rechtfertigt Gewalt gegenüber einem anderen Menschen.“
Wangerland (2. 12. 2024) – Am 23. Februar 2025 wird voraussichtlich der nächste Bundestag gewählt. Der Termin gilt inzwischen als sicher, obwohl zunächst noch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Vertrauensfrage im Bundestag stellen muss. Sollte nach dem Aus der Ampel-Koalition erwartungsgemäß eine Mehrheit der Abgeordneten ihm das Vertrauen verweigern, kann Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Bundestag auflösen und den Weg für Neuwahlen frei machen.
Trotz der noch vorhandenen Unwägbarkeiten: Die auf kommunaler Ebene für die Ausrichtung der Wahl zuständigen Behörden arbeiten bereits mit Hochdruck an der Vorbereitung des Urnengangs. „Der kurzfristige Termin Anfang des Jahres ist aufgrund der Weihnachtsfeiertage und der erforderlichen Jahresabschlüsse sehr sportlich. Aber wir schaffen das“, versichert Peter Podein im Gespräch mit „Hooksiel-life“. Als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeister ist er im Rathaus in Hohenkirchen verantwortlich für die Ausrichtung der Wahl im Wangerland.
Siemtje Möller verteidigt Direktmandat
Das Wangerland gehört zum Bundestagswahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund). Bislang sitzen aus dem Wahlkreis drei Abgeordnete im Parlament. Siemtje Möller (SPD), Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, hatte 2021 mit 45,4 Prozent der Erststimmen das Direktmandat gewonnen. Anne Janssen (CDU) und Joachim Wundrak (AfD) gelang der Weg nach Berlin über die Landeslisten ihrer Parteien. Bei den Zweitstimmen kam die SPD vor gut drei Jahren im Wahlkreis auf 38,0 Prozent, die CDU auf 25,5, die Grünen auf 12,6, die AfD auf 8,2 und die Linke auf 3,1 Prozent der Stimmen.
Die Bundestagsabgeordneten Siemtje Möller (links; SPD) und Anne Janssen (CDU) werden sich auch am 23. Februar wieder im Wahlkreis 26 zur Wahl stellen. Archiv-Fotos: Thomas Koehler/Tobias Koch
Kreiswahlleiter ist der Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, Carsten Feist. Im Wahlamt der Stadt laufen die Fäden zusammen. Hier wird unter anderem der Druck der Stimmzettel in Auftrag gegeben und am Wahlabend werden dort die Ergebnisse für den Wahlkreis gebündelt und weitergegeben. Die Gemeinde Wangerland liefert die Abstimmungsergebnisse aus ihren sechs Wahllokale sowie die der Briefwähler aus dem Wangerland zu.
Sechs Wahllokale im Wangerland
Froh ist Podein darüber, dass die Gemeinde eine wesentliche Erleichterung für die Organisation der Wahl bereits beschlossen hat: die Verringerung der Zahl der Wahllokale. Für ehemals zwölf Wahllokale benötige man rund 100 ehrenamtliche Wahlhelfer, die – trotz eines kleinen „Erfrischungsgeldes“ – immer schwerer zu finden waren. Zudem, so Podein, sei in sehr kleinen Wahllokalen die Anonymität der Wahl nur noch schwer zu gewährleisten gewesen.
Für die verbliebenen sechs Wahllokale und zwei Briefwahlbezirke benötigt die Gemeinde jetzt „nur“ noch 64 Helfer. Die entsprechenden Personen seien bereits angeschrieben worden, so Podein. Stimmen abgegeben werden können am Wahltag lediglich noch in Hooksiel, Hohenkirchen, Waddewarden, Tettens, Minsen und Horumersiel. Die Sorge vor langen Schlangen von Wählern vor der Grundschule in Hooksiel hält die Gemeinde für unbegründet.
Schulung für Wahlhelfer
Für die Wahlvorsteher, deren Stellvertreter und die Schriftführer in den Wahllokalen werde man wieder eine Wahlhelfer-Schulung anbieten, um sicher zu gehen, dass bei der Stimmenabgabe und deren Auszählung alles mit rechten Dingen zugeht. „Die Wahlhelfer dürfen zum Beispiel keinerlei Äußerungen von sich geben, die als Beeinflussung ausgelegt werden könnte“, so Podein (Archiv-Foto: hol). „Dazu gehören auch vermeintlich witzige Sprüche ….“ Und noch so eine wichtige Regel, die kaum jemand kennt: „Kinder haben ab einem Alter, in dem sie lesen können und den Sinn von Wahlen verstehen, nichts in den Wahlkabinen zu suchen – auch nicht als Begleitung ihrer Eltern.“
Unmittelbar nach der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr sollen die Wahlvorstände mit der Auszählung der Stimmen beginnen. „Wir hatten auch schon den Fall, dass ein Wahlvorstand die Stimmen eingepackt hat und erst einmal in ein Lokal zum Essen gegangen ist“, erinnert sich Podein. „Das geht natürlich nicht. Das Ergebnis soll so schnell wie möglich übermittelt werden.“ Seine Hoffnung für den 23. Februar: „Gegen 20 Uhr sind wir fertig.“
Strenge Verhaltensregeln
Bei der Auszählung gelte aber das Prinzip: Genauigkeit geht vor Schnelligkeit. Jeder Stimmzettel werde genau angeschaut und einer Partei, einer Kandidatin oder einem Kandidaten zugeordnet. Ist das nicht möglich, weil zum Beispiel das Kreuz zwischen zwei Feldern gesetzt wurde oder Botschaften auf den Stimmzettel gekritzelt wurden, ist der Stimmzettel ungültig.
Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsbürger ab 18 Jahren die im Wählerverzeichnis aufgeführt sind. Vorausschlich Ende Januar wird die Gemeinde Wahlbenachrichtigungs-Karten an alle gut 7000 wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger verschicken. Wer Sorge hat, dass er vergessen worden sein könnte, sollte sich spätestens dann im Rathaus melden.
Kandidaten bereits nominiert
Welche Parteien und Wählergruppe sich bundesweit um Stimmen bewerben, steht noch nicht fest. Das Anerkennungsprozedere und die Nominierung der Kandidaten läuft noch. Unterdessen haben einige Parteien ihre Direktkandidaten für den Wahlkreis 26 bereits benannt. Für die SPD geht erneut die Varelerin Siemtje Möller ins Rennen. Herausgefordert wird sie erneut von der Wittmunderin Anne Janssen (CDU). Für die AfD stellt sich der Bundestagsabgeordnete Martin Sichert zur Wahl, der in der laufenden Wahlperiode von Bayern nach Zetel umgezogen ist. Die FDP zieht mit dem Wilhelmshavener Robert Wegener in den Wahlkampf, die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen haben Ulrike Maus aus Esens nominiert.
Wangerland/Hooksiel (1. 12. 2024) – Vogelgrippen-Alarm im Wangerland. Wie das Veterinäramt Jade-Weser mitteilt, wurde am Samstag in einem Betrieb im Wangerland mit etwa 28.000 Tieren der Ausbruch der Vogelgrippe amtlich festgestellt. „Unmittelbar nachdem die ersten Tiere die typischen Symptome zeigten, wurden von Tierärztinnen und Tierärzten des Veterinäramtes strichprobenartig Proben genommen. Dabei wurde der Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen“, heißt es in der Mitteilung.
Die Tiere hätten die für Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI), allgemein bekannt als Vogelgrippe, typische Symptome gezeigt. Mehrere Tiere seien bereits an der Erkrankung gestorben gewesen. Das Veterinäramt nahm stichprobenartige Tupferproben von den Tieren. Diese wurden im amtlichen Untersuchungsinstitut des LAVES in Oldenburg untersucht. „Dabei wurde der Vogelgrippe-Erreger nachgewiesen“, so die Behörde.
Betroffene Tiere getötet
Die Tiere wurden unverzüglich getötet. Um den betroffenen Betrieb, der zwischen Carolinensiel und Neugarmssiel liegt, wurde eine Schutzzone mit drei Kilometern Radius und eine Überwachungszone mit zehn Kilometern Radius eingerichtet. Hooksiel liegt knapp außerhalb der Überwacungszone.
Die Überwachungszone betrifft weite Teile der Gemeinde Wangerland, der Stadt Wittmund und sowie Teile der Samtgemeinde Esens (Neuharlingersiel und Werdum). Für die Schutz- und Überwachungszone gilt, dass gewerbliche und auch Hobbygeflügelhalter keine Tiere hinein- oder herausbringen dürfen.
Geflügel von Wildvögeln trennen
Alle Geflügelhalter in der Schutzzone müssen ihre Tiere unverzüglich aufstallen. In der Überwachungszone ist Geflügel von Wildvögeln abzusondern, zum Beispiel durch Aufstallung oder eine Vorrichtung aus engmaschigen Netzen. Der Kontakt von Geflügel zu Wildvögeln ist strikt zu vermeiden. Der Transport von Geflügel, Eiern und weiteren tierischen Produkten aus den betroffenen Zonen ist ausschließlich mit behördlicher Genehmigung erlaubt.
Hooksiel (27. 11. 2024) – Die Wangerland Touristik GmbH steckt in einer ihre schwersten Krisen sei der Ausgründung des Unternehmens aus der Gemeinde Wangerland. Der Neubau des Thalasso Meeres Spa hat den Finanzrahmen der WTG gesprengt. 23 statt 8,7 Millionen Euro, das steckt auch ein ansonsten profitables Unternehmen nicht einfach so weg. Und in dieser schwierigen Phase kündigt auch noch der Geschäftsführer …
Armin Kanning hat gekündigt. Und das ist gut und richtig so. Respekt dafür! Auch wenn die Existenz des Unternehmens hoffentlich dank der Zuschüsse und Kredite von Land, Landkreis und Gemeinde gesichert werden kann, bleibt die Frage nach der Verantwortung. Ja, die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg kamen zur Unzeit. Beide Entwicklungen haben die Baupreise nach oben getrieben.
Aber erklärt das die ganze Misere? Es ist noch viel zu früh ist, ein Urteil zu fällen. Aber die These sei erlaubt: Eher nicht. Ganz offensichtlich hat es bei dem Projekt an Bauaufsicht gemangelt. Handwerker vermissten Ansprechpartner, Abläufe waren zuweilen unklar.
Es spricht für Armin Kanning, dass er heute versichert hat, dass er bis Ende April 2025 an der Aufklärung der Umstände mitwirken will. Und das, obwohl auch er wissen dürfte, dass der ein oder andere auch mit dem Finger auf den WTG-Geschäftsführer zeigt, wenn es um Konsequenzen geht.
Eine Konsequenz hat der Kurdirektor heute schon gezogen. Er kämpft also bei der anstehenden Aufklärungsarbeit nicht mehr um seinen Job, allenfalls noch um seinen Ruf. Denn der war bislang tadellos. Nicht nur, weil die Mitarbeiter der WTG in sehr großer Zahl hinter ihrem Chef standen und stehen.
Kanning hat das Tourismus-Unternehmen WTG in den vergangenen zehn Jahren in ruhigem Fahrwasser gehalten, es weiter entwickelt, modernisiert und digitalisiert. Er steht für ein zeitgemäßes Marketing, für eine gut Vernetzung in den Tourismusverbänden, für Nachhaltigkeit – und für das Zukunftsthema Thalasso. Längst nicht immer hat der Kurdirektor seine Pläne in der Gemeinde durchsetzen können. Aus Hooksieler Sicht war das vielleicht auch ganz gut so. Wer weiß, ob es sonst heute noch ein Meerwasser-Hallenbad und ein Gästehaus im Ort gäbe.
Aber Mut gehört zu einem Geschäftsführerposten dazu. Diesen Mut hat Kanning auch mit seiner Kündigung bewiesen. Er hat damit den Weg frei gemacht – auch für eine schonungslose Aufklärung der Thalasso-Affaire, auf die die Steuerzahler im Wangerland einen Anspruch haben – mit welchen Konsequenzen für wen auch immer.
Wangerland/Horumersiel (27. 11. 2024) – Die Nachricht schlug heute ein wie eine Bombe: Armin Kanning, seit 2014 Geschäftsführer der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH, hat gekündigt. Über diesen Schritt hatte der 51-Jährige die Gesellschafterversammlung der GmbH bereits am Dienstag Abend unterrichtet. Heute informierte der Tourismuschef zusammen mit Bürgermeister Mario Szlezak und den Ratsvertretern aus dem WTG-Lenkungsausschuss im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz die Öffentlichkeit.
Abschied Ende April 2025
„Ich habe die Gesellschafterversammlung informiert, dass ich zum 30. April 2025 das Unternehmen verlassen werde“, sagte Kanning. Bis dahin wolle er aber mit voller Kraft weiterarbeiten. Schwerpunkt dabei werde ein Sanierungskonzept für die WTG und die Aufklärung der Vorkommnisse rund ums Thalasso Meeres Spa sein. Dabei gehe es um die zeitlichen Verzögerungen beim Bau des Gesundheitstempels ebenso wie um die Gründe für die Kostenexplosion. Die Kosten für das Bauvorhaben in Horumersiel waren von veranschlagten 8,7 Millionen auf aktuell geschätzte 23 Millionen Euro gestiegen. Die Endsumme steht noch nicht fest.
Ziel von Gemeinde und WTG ist es, die Hintergründe bis zum Ende des ersten Quartals 2025 aufzuarbeiten. Um den Weg für einen Neuanfang im Unternehmen frei zu machen, habe er sich für eine „berufliche Neuausrichtung“ entschieden, so Kanning. Wo und für wen er künftig arbeiten wolle, könne er zurzeit noch nicht sagen. Auch wenn er grundsätzlich ein veränderungsfreudiger Mensch sei, das Thema Thalasso habe natürlich bei dieser Entscheidung „eine erhebliche Rolle gespielt“.
Lob für Verantwortungsbewusstsein
Aus Sicht von Bürgermeister Szlezak zeugt Kannings Entscheidung von großem Verantwortungsbewusstsein. Er eröffne damit neue Perspektiven. Der Geschäftsführer habe über Jahre sehr gute Arbeit für den Tourismus im Wangerland geleistet und gute Zahlen bei der WTG geschrieben. „Aber das letzte Projekt hat doch erheblich an er Substanz genagt“, so Szlezak.
Gemeinde, Gesellschafterversammlung und Lenkungsausschuss stünden jetzt vor großen Aufgaben. Dazu gehöre die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger in einer Zeit, in der in der Region eine ganze Reihe von vergleichbaren Positionen neu besetzt werden wollen. Klar sei aber, so betonten Mario Szlezak und Ratsherr Lübbo Meppen als Vorsitzender des Lenkungsausschusses, dass die Position des Geschäftsführers neu besetzt wird und dass die Organisationsform – hier die öffentlich-rechtliche Gemeinde und dort die privat-rechtliche Tourismus-Tochter WTG – erhalten bleiben soll.
Belegschaft betroffen
Während Mitglieder des Lenkungsauschusses aus allen politischen Lagern bekundeten, dass sie von der Kündigungsnachricht „geschockt“ worden seien, berichtete Betriebsratsvorsitzender Heiko Willms von „sehr großer Betroffenheit“ innerhalb der 180-köpfigen Belegschaft. Kanning hatte seinen Mitarbeitern Mittwoch früh seine Entscheidung mitgeteilt. Willms: „Die Kollegen machen sich natürlich Sorgen zur künftigen Ausrichtung des Unternehmens und fragen sich: Was wird aus meinem Arbeitsplatz?“ Ratsvorsitzender Johann Wilhelm Peters versicherte hingegen, dass die WTG auch weiterhin der Motor für den Tourismus im Wangerland bleiben werde.