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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Grünes Licht für zweites LNG Terminal: Genehmigung wohl Ende März

Wilhelmshaven/Hooksiel (14. 2. 2024) – Das zweite LNG-Terminal in der Jade nimmt Gestalt an. Das wurde am Dienstag Abend bei einer Informationsveranstaltung deutlich, zu der die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) und die FSRU Wilhelmshaven GmbH ins JadeWeserPort-Infocenter eingeladen hatten. Dabei erläuterten Vertreter der beteiligten Firmen und Genehmigungsbehörden den Sachstand.

Die Materie ist in mehrfacher Hinsicht kompliziert. Die Struktur der Akteure ist unübersichtlich, das Bauvorhaben ungewöhnlich und das Genehmigungsverfahren verschachtelt. Dennoch zeigte sich Dr. Andreas van Hooven von der DET zuversichtlich, dass das Terminal den Import von Flüssigerdgas (LNG) Ende des zweiten Quartals, also im Juni, aufnehmen wird.

Hoegh Esperanza am LNG Terminal
Die „Höegh Esperanza“ bekommt bald Gesellschaft. Mit der „Excelsior“ wird demnächst eine zweite FSRU in der Jade LNG anlanden. Archiv-Foto: Bökhaus

Über eine FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) wird von Frachtschiffen angelandetes, 162 Grad kaltes Flüssigerdgas in Gas zurückverwandelt und ins Versorgungsnetz eingespeist. Die erste FSRU in der Jade, die „Höegh Esperanza“, liegt bekanntlich am LNG Terminal Wilhelmshaven in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens. 

Für die FSRU 2 wird derzeit in der Jade, vor dem Grundstücke des Energiekonzerns TES, ein Ponton-Anleger gebaut, an dem in einigen Wochen die „Excelsior“ festmachen soll. Derzeit liege das Industrieschiff noch in einer spanischen Werft und werde für ihre Aufgabe in Wilhelmshaven umgerüstet, sagte Gerd Töpken, einer von vier Geschäftsführern der FSRU Wilhelmshaven GmbH. Dabei würden auch die Ultraschallanlagen montiert, die dafür sorgen sollen, dass beim Erwärmungsprozess mittels Seewasser keine Biozide anfallen, die die Umwelt belasten könnten. 

Bund ist Eigentümer der Anlagen

Eigentümer der Infrastruktur und Auftraggeber für den LNG-Import in der Jade, in Brunsbüttel und künftig auch in Stade ist der Bund. Der bediene sich als „Erfüllungsgehilfen“ einer privatrechtlichen GmbH, der DET, erläutert van Hooven. Diese GmbH wiederum beauftrage andere Unternehmen wie die FSRU Wilhelmshaven GmbH, die für den Aufbau des Terminals bis zur Betriebsbereitschaft verantwortlich ist. 

Gesellschafter der FSRU GmbH sind die Energie-Unternehmen TES und Engie. Weitere Partner der DET sind die Reederei der „Excelsior“, für das kaufmännische Management ein litauisches Unternehmen und eine Firma für die Wartung der Anlagen. Diese Ausschreibung sei noch nicht abgeschlossen.

Der Bund will durch den Betrieb von LNG-Terminals die Energieversorgung Deutschlands und der EU sicherstellen, sagte van Hooven. Dafür brauche man LNG. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und den Ausfall russischen Erdgases habe sich die Versorgungslage komplett verändert. Weiterhin muss Deutschland rund 90 Prozent des in privaten Haushalten, Industrie- und Gewerbebetrieben benötigen Gases importieren. Russland habe in der Vergangenheit rund 52 Prozent des Bedarfs gedeckt. Inzwischen sei Norwegen Hauptlieferant, zumal die Niederlande kein eigenes Erdgas mehr fördere. 

LNG für Gasversorgung in der EU

Künftig, so sagte van Hooven, dürften auch die russischen Erdgaslieferungen nach Tschechien und Österreich wegfallen. Die LNG-Terminals seien damit auch ein Baustein für die Gasversorgung anderer EU-Länder. Die deutschen Gasspeicher seien derzeit mit 70 Prozent noch gut gefüllt. Das reiche, um den Bedarf für zwei Monate zu decken. Damit kämen die Haushalte zwar über den Winter, für die Wirtschaft sei das als Planungsgröße aber zu wenig.

Obwohl die abschließende Bau- und Betriebsgenehmigungen erst in den nächsten Wochen vorliegen werden, sind die Arbeiten an der Ponton-Anlage in der Jade weit fortgeschritten. Wie Töpken sagte, wurde das Baufeld des Insel-Anlegers bereits im vergangenen Jahr von Munition geräumt. Liegewanne und Zufahrt für die Schiffe wurden ausgebaggert, das Sauggut verklappt und vor Ort zehn 70 Meter lange Dalben in den Jadegrund gerammt. Aktuell würden die Dalbenköpfe montiert und die Köpfe mit Stegen verbunden.

Von Bord der „Excelsior“ soll das regasifizierte LNG künftig per Kunstoffpipelines durchs Wasser Richtung Land-Annahmestelle gepumpt werden. Die Leerrohre, die die Pipelines aufnehmen, sind am Deich von der Straße Am Tiefen Fahrwasser aus bereits gut zu erkennen. Die Rammarbeiten in der Jade seien naturschonend vorgenommen worden, betonte Töpken. Dafür seien um die Baustelle so genannte Blasenschleier gelegt worden, die den Schall im Wasser brechen. „Schon im Vorfeld haben wir die Schweinswale aus dem Umfeld vergrämt.“ 

Kompliziertes Genehmigungsverfahren

Ralf Regensdorff, stellvertretender Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes (GAA) Oldenburg, und Dorothea Klein vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erläuterten das komplexe Genehmigungsverfahren, bei dem auch die Behörden zum Teil Neuland betreten hätten. Durch das LNG-Beschleunigungsgesetz seien nicht nur Auslegungs- und Einwendungsfristen verkürzt, sondern auch Prüf- und Genehmigungsabläufe so verzahnt worden, dass ein erheblicher Abstimmungsbedarf zwischen den Behörden entstand. Das Ziel: Eine zügige Abwicklung der Genehmigungsschritte. Als hilfreich habe sich erwiesen, dass ein beim Umweltministerium in Hannover installierter „Lenkungsausschuss“ das Verfahren koordinierend begleitet habe.

Das GAA muss vor allem immissionsschutzrechtliche Frage klären. „Eine FSRU ist eine Industrieanlage auf dem Wasser“, sagte Regensdorff. An Bord der „Excelsior“ werden bis zu 58,7 Tonnen entzündbare Gase gelagert und eine Dampfkesselanlage betrieben. Zudem müssten die Lade- und Entladevorgänge geprüft werden. Das NLWKN kümmert sich vornehmlich um das Planfeststellungsverfahren für den Bau des Anlegers und um die wasserrechtliche Genehmigung für die Einleitung von erwärmtem Wasser in die Jade. Viele weitere Themen etwa zu schifffahrtsrechtlichen Fragen oder zu städtischen Belangen seien zudem in diese Genehmigungen „einkonzentriert“ worden. „Am Ende steht eine umfassende Baugenehmigung“, sagte Regensdorff, die voraussichtlich Ende März erteilt werden könne.

Nach fünf Jahren soll Wasserstoff kommen

Laut Bauantrag soll der Betrieb der FSRU auf fünf Jahre begrenzt sein. Zum einen werde dadurch deutlich, dass das fossile LNG nur eine Übergangslösung sei, so Frank Albers, TES-Manager in Diensten der FSRU Wilhelmshaven GmbH. Zum anderen solle das Areal des Insel-Anlegers danach auf sechs bis acht Schiffs-Liegeplätze erweitert werden. Damit werde die Grundlage für den TES Green Energy Hub gelegt – über den der Import von Wasserstoff-Derivaten laufen soll. Wasserstoff soll einer der Eckpfeiler einer klimaschonenden Energieversorgung Deutschlands werden. Aber, so betonte Albers: „LNG Terminal und Green Energy Hub sind zwei paar Schuhe.“

Viel Lob für die Jugendfeuerwehr

Jugendfeuerwehr Hooksiel
Hobby Feuerwehr – das vereint die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Hooksiel. Foto: Feuerwehr

Hooksiel (14. 2. 2024) – Die Jugendfeuerwehr ist eine anerkannt gute Einrichtung in Hooksiel. Das wurde auf der Jahreshauptversammlung der Nachwuchsorganisation der Freiwilligen Feuerwehr im Ort wieder einmal deutlich. Alle Gäste lobten in ihren Grußworten das Engagement und die gute Arbeit der vor über 50 Jahren gegründeten Einrichtung.

Der Jugendwehr gehören aktuell fünf Mädchen und sieben Jungen an. Wie Jugendwart Carsten Behnk ausführte, wurde im vergangenen Jahr an 61 Tagen Dienst versehen. Dabei seien insgesamt 3460 Dienststunden zusammen gekommen – 2613 von den Kindern sowie 856 von deren Betreuern. Die fleißigsten Kinder waren dabei Martha Schröder, Damian Priebe und Juliane Ahlschläger. Sie wurden mit einem kleinen Präsent ausgezeichnet.

Als besondere Ereignisse in 2023 hob Behnk ein Zeltlager in Grömitz, das Ablegen der Leistungsspange in Emden, die „Jugendflamme 1“ bei der Feuerwehr Grömitz und die Sicherung Hooksiel hervor. 

Die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs unterstrich die Bedeutung von Jugendfeuerwehren für die Nachwuchsarbeit der Feuerwehren in der Gemeinde. Ausdrücklich bezog sie in en Dank der Gemeinde auch die Betreuer mit ein. 

Zu den weiteren Gästen zählten Gemeindebrandmeister Eike Eilers, Ortsbrandmeister Jörg Nöchel, Ratsvorsitzender Wolfram Sandmeier und der Hooksieler Ratsherr Holger Ulfers sowie der Vorsitzenden des Fördervereins Freiwillige Feuerwehr Hooksiel Dr. Thomas Große und als Vertreter der Dorfgemeinschaft Stephan Köhl.

Große berichtete, dass viele Spenden, die der Förderverein erhält, ausdrücklich für die Jugendfeuerwehr gedacht seien. Köhl kündigte im Namen der Dorfgemeinschaft eine Spende in Form eines Pavillons an. Die Jugendfeuerwehr braucht diesen zum Unterstellen bei Regen und Sonne bei Ausflügen und Diensten.

Fast an jedem zweiten Auto hatte die Polizei etwas zu beanstanden

Wilhelmshaven/Wangerland (13. 2. 2024) – Bei einer Verkehrskontrolle auf der Oldenburger Straße (Bundesstraße 210) im Bereich der Stadt Wilhelmshaven hat die Verfügungseinheit der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland heute etliche Verstöße festgestellt. Die Beamtinnen und Beamten kontrollierten in der Zeit von 10.30 bis 13 Uhr rund 60 Fahrzeuge, darunter vier Lastwagen.

Besonderes Augenmerk bei der Kontrolle (Foto/Polizei) habe bei den Themen Ablenkung der Fahrer, etwa durch Handynutzung, und Fahrtüchtigkeit der Autofahrer gelegen. Darüber hinaus seien die Führerscheine sowie das Vorhandensein von Warndreieck, Verbandkasten und Warnwesten überprüft worden.

Polizeikontrolle

Die gute Nachricht, so die Polizei: „Alle Fahrzeugführer waren verkehrstüchtig und verfügten über die notwendige Fahrerlaubnis.“ Aber es habe an fast jedem zweiten Auto etwas zu beanstanden gegeben. Häufig hätten sicherheitsrelevante Gegenstände gefehlt, oder der TÜV-Termin war abgelaufen.

Bei allen kontrollierten Lkw stellten die Beamten Verstöße im Bereich der Sozialvorschriften fest. Die Vorschriften für Lenk- und Ruhezeiten waren nicht eingehalten worden. Probleme gab es auch mit der Sicherung der Ladung. 

„Wir wollten die Verkehrsteilnehmer zur Einsicht bringen und haben viele Gespräche geführt“, so Sven Schwarz, Leiter der Verfügungseinheit der Polizei. „Uns geht es um Nachhaltigkeit, nicht um das Abkassieren“, so Schwarz weiter. Aber die Vielzahl der Verstöße habe ganz deutlich gezeigt, dass solche Kontrollen erforderlich seien. 

Dass der Polizei auch Tiere am Herzen liegen, habe ein Gespräch mit einer Autofahrerin gezeigt: Das Gebot der richtigen „Ladungssicherung“ gilt nämlich auch zum Schutz von Hunden. Das Tier der Frau war nicht ordnungsgemäß „verladen“, was auch eine Gefahr für die Fahrerin selbst hätte werden können.

Nach Unfall von Straße abgekommen

Waddewarden/Hooksiel (13. 2. 2024) – Am Montag gegen 18.50 Uhr kam es nach Angaben der Polizei in Haddien zu einem Unfall. Der Unfallverursacher sei die Landesstraße 812 aus Richtung Hooksiel kommend in Richtung Waddewarden gefahren. In Haddien kollidierte er mit einem Fahrzeug im Gegenverkehr, an dem Sachschaden entstand. Der Verursacher sei weiter gefahren und habe damit eine Verkehrsunfallflucht begangen, so die Polizei.

Kurze Zeit später sei derselbe Mann im Einmündungsbereich L 812/Kreisstraße 87 von der Fahrbahn abgekommen. Sein Fahrzeug kam erst auf einem Feld zu stehen, meldet die Polizei. „Der Fahrzeugführer wurde mit Verdacht eines gesundheitlichen Umstandes anschließend ins Krankenhaus verbracht. Der Pkw musste abgeschleppt werden.“

Dankeschön an die Feuerwehren

Boßeln im Wangerland
Angehörige Rat und Verwaltung waren mit Feuerwehrleuten auf Boßeltour. Foto: Gemeinde

Wangerland/Hooksiel (13. 2. 2024) – Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak hat sich im Rahmen einer gemeinsamen Boßeltour bei den Mitgliedern der Feuerwehren im Gemeindegebiet bedankt. Ausdrücklich würdigte er den unermüdlichen Einsatz und das überragende ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen für das Wangerland.

Über 80 Feuerwehrleute aus den sieben Wehren waren der Einladung von Rat und Verwaltung der Gemeinde Wangerland zum Boßelwettstreit auf dem Fliegerhorst Upjever gefolgt. Der strahlende Sonnenschein stehe sinnbildlich für die gute Stimmung innerhalb der Wangerlandwehr, so der Bürgermeister. „Ihr macht das Wangerland sicher. Dafür sind wir Euch zu großem Dank verpflichtet.“ 

Nach der Boßeltour klang der Abend bei leckerem Grünkohl, kalten Getränken und guten Gesprächen im Unteroffiziersheim gemütlich aus.

Tolle Leistungen beim Jugendvergleich

RuF Hooksiel
Überzeugten beim Jugendvergleichswettkampf: (von links) Zoe Kuper, Reentje Janßen und Johanna Backhaus vom RuF Hooksiel. Foto: Elsbeth Noatzsch

Hooksiel (13. 2. 2024) – Sehr gut präsentiert haben sich drei Nachwuchsreiterinnen des Reit- und Fahrvereins (RuF) Hooksiel beim Bezirksentscheid des „Jugendvergleichswettkampfes 2024“ des Reiterverbandes Oldenburg. Für die Veranstaltung in Höven hatten sich aus Hooksiel Reentje Janßen, Johanna Backhaus und Zoe Kuper qualifiziert.

Beim Jugendvergleichswettkampf müssen die Teilnehmerinnen eine E-Dressur (wird dreiach gewertet) und ein E-Springen (zweifache Wertung wird) reiten sowie das Pferd auf gerader Linie vormustern und Theoriefragen beantworten. Ponys und Pferde werden dabei getrennt bewertet. Startberechtigt sind Reiter und Reiterinnen des Jahrgangs 2008 und jünger mit der Leistungsklasse (LK) 0,7 und 6. Für den Kreisreiterverband Friesland-Wilhelmshaven waren die Teilnehmerinnen auf zwei Sichtungsterminen ausgewählt worden.

Vom RuF Hooksiel durften bei den Pferden Reentje Janßen mit Raja und bei den Ponys Johanna Backhaus mit Giselle und Zoe Kuper mit Michel teilnehmen. Dabei haben sich Reentje Janßen und Johanna Backhaus sogar für das Auswahltraining am 24. Februar in Ganderkesee qualifiziert, teilt RuF-Pressesprecherin Elsbeth Noatzsch mit. „ Hier wird entschieden, welche für Reiterinnen und Reiter den Reiterverband Oldenburg beim Landesentscheid in Emsbühren vertreten.“

Erst ein Lied, dann schwarze Striche

Karneval Grundschule
Die Fastnachtsläufer wurden von den Kindern der Grundschule Hooksiel freudig begrüßt. Im Vordergrund Ella und Johanna aus der dritten Klasse. Foto: hol

Hooksiel (12. 2. 2024) – Am Rosenmontag hatten die Fastnachtsläufer Hooksiel fest im Griff. Nachdem die 14 jungen Frauen und Männern am Wochenende bereits beim Handwerkerball und beim Kinderfasching aufgetreten waren, zogen sie am Montag in drei Gruppen in traditioneller Verkleidung mit Teufelsgeige, Akkordeon und jeder Menge gute Laune zunächst von Bauernhof zu Bauernhof und ab dem Frühstück durch den Ort selbst.

Eine Station: die Grundschule. Hier wurden die Schüler, Auszubildenden und Jung-Gesellen in der großen Pause vom Lehrerkollegium und den Schüler der ersten bis vierten Klasse stilgerecht empfangen – nämlich ebenfalls verkleidet. Nach einem zünftigen Lied begann die Jagd der „schwarzen Männer“ auf ihre kleinen „Opfer“, die mit einem schwarzen Strich auf der Nase gekennzeichnet wurden, sobald sie ihren Häschern in die Hände fielen. 

Im Anschluss zogen die Fastnachtsläufer weiter. Von Haus zu Haus, von Betrieb zu Betrieb und am Abend von Gaststätte zu Gaststätte. Ein anstrengender Wochenbeginn für die jungen Leute. Aber zum Trost für alle Karnevalisten: Am Aschermittwoch ist schon alles vorbei. 

Just sieht Etappensieg bei Klage gegen Parkgebühren am Strand

Wangerland/Hooksiel (12. 2. 2024) – Ist es nur eine Formalie? Oder ein Etappensieg im Parkgebühren-Streit, wie es Janto Just empfindet. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat in einer Zuständigkeitsfrage zugunsten des Schortenser Kreistagsabgeordneten geurteilt. Bekanntlich klagt Just seit Mai 2023 gegen die seinerzeit neu eingeführten Entgelte auf den Strandparkplätzen in Hooksiel, Horumersiel und Schillig. 

Die „Parkgebühren“, die die Wangerland Touristik (WTG) für die Nutzung der Strandparkplätze erhebt, haben den bis dahin für die Strandbäder erhobenen Strandeintritt abgelöst. Die Entgelt für die Autostellplätze sollen das Loch in der Kasse der gemeindeeigenen WTG stopfen, das der Verzicht auf den Strandeintritt gerissen hat, und damit die Kosten der Unterhaltung der Strände abdecken. 

Während der Strandeintritt nach einem von Just erstrittenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) nach 2017 nicht mehr generell, sondern nur noch für besonders intensiv bewirtschaftete Strandabschnitte erhoben werden durfte, gelten die Parkgebühren für alle Strandbesucher – und das auch noch außerhalb der Badesaison, beklagt Just. Die vom BVerwG ausdrücklich untersagte „großflächige Kommerzialisierung des Strandzugangs“ sei damit nicht nur wiederhergestellt, sondern sogar noch auf das ganze Jahr ausgedehnt worden.

Kostendeckung durch neue Entgelte

Just hatte dagegen vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg Klage eingereicht. Gemeinde und WTG hatten durch ihre Anwaltsbüros dagegen erklären lassen, dass die Entgelte für die Strandparkplätze in „keinerlei Zusammenhang“ mit dem Recht auf freien Strandzugang stünden, den freien Strandzugang nicht beeinträchtigen würden und dem Strandbesucher somit auch kein Abwehrrecht dagegen zustünde. Die Gegenseite, so Just, habe die Sache so dargestellt, als ginge es um x-beliebige kommunale Parkgebühren und habe beantragt, die Klage ans Amtsgericht zu verweisen, da es nur um die Höhe der durch die WTG privatwirtschaftlich erhobenen Parkentgelte gehe. Dafür seien Zivilgerichte und nicht das Verwaltungsgericht zuständig.

Verwaltungsgericht ist zuständig

Dem Argument, dass es nur ums private Parken gehe und das mit freiem Strandzugang nichts zu tun habe, hatte sich das VG Oldenburg im Dezember angeschlossen und die Klage ans Amtsgericht verwiesen. Gegen diese Entscheidung hatte Just vor dem OVG Lüneburg Beschwerde eingereicht. Mit Erfolg. Das OVG hab die Verweisung an die Zivilgerichtsbarkeit Ende Januar aufgehoben, berichtet Just. Dabei habe das Gericht richtiggestellt, dass der Gegenstand seiner Klage „nicht der Zugang zu einer kommunalen Einrichtung in Form von kommunalen Parkflächen“ ist, sondern dass es „weiterhin“ um den auf Grundgesetz und Bundesnaturschutzgesetz „gestützten Anspruch auf freien Zugang zu bestimmten Strandabschnitten“ geht. 

Das OVG habe den Zweck seiner Klage richtig verstanden. Er als Kläger verlange „einen von Strandkosten freien Zugang zu Strandflächen in dem vom Bundesverwaltungsgericht tenorierten Umfang und zwar unabhängig davon, ob Strandkosten über personenbezogenen Eintritt über Strandkassen oder über fahrzeugbezogene Entgelte über mit Kassenautomaten ausgestattete Strandparkplätze umgelegt und erhoben werden“. So gesehen wären die Parkgebühren nur eine andere Form von Strandeintritt. Das wiederum wäre ein „Verstoß gegen das naturschutzrechtliche Betretungsrecht“ und „schränke die grundrechtlich garantierte Handlungsfreiheit unzulässig ein“.

Kommerzialisierung des Strandzugangs?

Just wird neben der Gemeinde und der WTG auch der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts vor, sich an der „großflächigen Kommerzialisierung des Zugangs zu Strand und Nationalpark Wattenmeer“ zu beteiligen. NPorts gehören die Flächen. Das Unternehmen erhalte zudem eine Provision von zehn Prozent der Parkentgelte. 

Das OVG habe dem VG Oldenburg aufgegeben zu prüfen, ob und wieweit „durch die Kostenpflichtigkeit der strandnahen Parkflächen in Hooksiel, Schillig und Horumersiel“ das Recht auf freien Strandzugang betroffen und gegebenenfalls rechtswidrig beschränkt ist, so Just. „Der Prüfungsauftrag steht damit, wir dürfen gespannt sein.“ 

Versöhnlicher Saison-Abschluss

Wangerland/Hooksiel (12. 2. 2024) – Saisonabschluss der E2-Jugend der E2-Fußball-Jugend der JSG Wangerland in eigener Halle in Hohenkirchen – während sich die Eltern um das Catering kümmern, müssen die Jungen gleich im Lokalderby gegen den Heidmühle FC ran. 

Die Wangerländer zeigen eine gute Leistung. Dennoch kassieren die JSG-Jungen in de 5. Minute das 0:1. Die Wangerländer erspielen sich einige gute Chancen, fangen aber in den Schlussminuten noch zwei weitere Treffer ein: 0:3.

Gegen Neuenburg beginnt die JSG überlegen. Thede gibt hinten den Libero und räumt alles ab. Vorne eine Doppelchance durch Elian und Eysem. „Aber die Murmel wollte einfach nicht über die Linie“, bedauert Trainer Bernhard Köster. „Und wenn du vorn die Dinger nicht machst, dann kassiert du hinten eins …“ So geschehen in Minute fünf. Endstand 0:1. Gegen Dangastermoor geht es hin und her. Aber wieder dasselbe Spiel: Vorne 0, hinten 2. In der Schlussphase fällt dann sogar noch das 0:3.

„Ein komischer Tag, wir spielen gut, aber Zählbares kommt nicht heraus“, bilanziert Köster – zumindest bis zum letzten Spiel gegen SV Wilhelmshaven. Benny tankt sich gegen drei Leute an der Außenlinie durch, maßgerechte Hereingabe vors Tor, aber Eysem und Elian verpassen knapp. Weiteren Chancen folgen. Dann, in der 7. Minute, die Erlösung. Elian fasst sich ein Herz, zweimal scheint der Ball schon weg, aber er setzt immer wieder nach und wird mit dem 1:0 belohnt. Danach steht die Abwehr gut. Und kurz vor Schluss sorgt Noah für die Entscheidung. 2:0. Ein versöhnlicher Saisonabschluss. 

Tolle Stimmung beim Handwerkerball

Handwerlerball
Tolle Stimmung, wunderbare Kostüme: Auch Hooksiel kann Karneval. Foto: hol

Hooksiel (11. 2. 2024) – An der Nordseeküste gibt es keine Narren-Feiern? Wer das als Karnevalsflüchtling geglaubt hat, der hat sich geirrt. Während am Samstagnachmittag im Kursaal in Horumersiel 300 Frauen Karneval feierten, tobte in Hooksiel am Abend in der Event-Halle Langenhorst das närrische Leben.

Nach mehrjähriger Pause erlebte hier der traditionelle Handwerkerball des Hooksieler Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe eine Wiedergeburt. Tolle Kostüme, ausgelassene Stimmung und fetzige Musik. „Ab 20 Uhr war die Tanzfläche voll“, schildert ein Teilnehmer. Und das blieb sie bis tief in die Nacht so.

Eine gelungene Premier feierten in diesem Rahmen die Hooksieler Fastnachtläufer. Die 14 Schüler, Auszubildenden und Jung-Gesellen werden am Rosenmontag mit Teufelsgeige und Akkordeon durch Hooksiel ziehen, schwarze Striche verteilen und um kleine Gaben bitten. Bitter für Karnevalsflüchtlinge. Aber auch in Hooksiel lebt die Fastnachttradition.

Handwerker-Jugend
Junge Auszubildende warben auf dem Handwerkerball für ihren Rosenmontagsumzug. Foto: hol