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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Wangerländer und ihre Gäste wollen in Ruhe ins neue Jahr gleiten

Wangerland/Hooksiel (29. 12. 2023) – Das Wangerland liegt im Trend. Bundesweit berichten zahlreiche Medien aktuell über das „Wangerländer Deichleuchten“. Der Verzicht von Böllern und Raketen in der Silvesternacht steht nicht nur auf der Agenda zahlreicher Umweltorganisationen. Armin Kanning, Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG) und seine Marketing-Chefin Larissa Strangmann sehen auch einen touristischen Bedarf für eine besinnliche Jahreswende. „Viele Menschen wollen an der Küste ins neue Jahr feiern und dabei für sich und ihre Haustiere Ruhe genießen.“

Deichleuchten am Nationalpark Wattenmeer
Stimmungsvolles Leuchten statt nervtötendes Knallen – das ist das Konzept des „Wangerländer Deichleuchtens“, das im vergangenen Jahr erstmals veranstaltet wurde. Archiv-Foto: WTG

Die WTG hatte im vergangenen Jahr mit dem „Wangerländer Deichleuchten“ Premiere gefeiert. Der Verzicht auf laute Silvesterknallerei im Deichvorland war dabei aber weitgehend freiwillig. Im Herbst dieses Jahres hat sich die politische Gemeinde aktiv hinter das Konzept gestellt und das Böllern auch in einem 50 Meter breiten Streifen landeinwärts entlang der 30 Kilometer langen Deichlinie untersagt. Zur Freude der WTG: „Das neue Jahr soll fortan auf besinnliche, entschleunigte und zugleich pure und verzaubernde Weise eingeläutet werden.“

Ein Vorbild für viele andere Kommunen, nicht nur an der Nordseeküste, die darüber nachdenken, wie man die lautstarke Silvestertradition in nachhaltigere Bahnen lenken kann. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte im Verbund mit anderen Organisationen schon mit Blick auf eine mögliche Überlastung von Einsatzkräften, Krankenhäusern und Ärzten eine bundesweite „Böller-Notbremse“. Die Mediziner hätten derzeit ohnehin alle Hände voll mit Atemwegserkrankungen zu tun. Da fehle es vielerorts an Kapazitäten, auch noch die zu erwartenden „Silvester-Opfer“ zu behandeln.

Die Organisatoren des „Wangerländer Deichleuchten“ laden Gäste und Einheimische in der Silvesternacht auf den Deich ein. An verschiedenen Sammelpunkten sollen um 24 Uhr die unterschiedlichsten Leuchtmittel – von der Taschenlampe über die Lichterkette bis zur Fackel – erstrahlen. Als frohe Botschaft zum neuen Jahr, aber auch zum Wohl der Lebewesen und der Natur im Unesco Weltnaturerbe Niedersächsisches Wattenmeer. Durch den Verzicht auf Böller und Raketen wird nicht nur tierschädlicher Lärm vermieden, sondern auch jede Menge Plastikmüll und sonstiger Dreck.

Die WTG hat dazu Deichpaten gewonnen, die als Ansprechpartner an den Sammelstellen fungieren, den Countdown zu Mitternacht begleiten begleiten und Heißgetränke anbieten. In Hooksiel liegen die  Veranstaltungsorte an der Camperscheune (ab 20 Uhr), am Deichaufgang zum Reisemobilstellplatz Ostdüne (ab 21 Uhr) sowie am Strandhaus 1 (ab 18 Uhr). In Schillig warten Deichpaten am „8 Grad Ost“ (ab 21 Uhr), in Horumersiel an den Deichaufgängen bei der Friesland-Therme (ab 23.30 Uhr) und beim Hotel Bendiks (ab 23 Uhr).

Kriminelles Wirrwarr im Gästehaus: Von Mord bis zum Heiratsschwindel

Theatergruppe Hooksiel
Schock im Krüger-Wellness-Hotel: Lars Lupenrein stolpert über einen Teppich, in dem Agathe und Henny bereits einen Leichnam eingewickelt haben. Foto: hol

Hooksiel (28. 12. 2003) – Dramatische Szene im Gästehaus Hooksiel. Ein junger Mann stürmt auf die Bühne, stolpert über einen aufgerollten Teppich, schlägt lang hin und prallt mit seinem Kopf auf den Boden. Schon wieder eine Leiche?

Der Vorhang schließt. Ende des ersten Aktes. Nach einer kleinen Erfrischung können die Besucher der Premiere des neuen Stücks der Theatergruppe Hooksiel „Keen Moord ut Versehn“ aufatmen. Lars Lupenrein (Daniel Buchloh) hat den Sturz unbeschadet überstanden. Nur seine Brille ist zerbrochen. Und damit kann er zunächst Polizeikommissar Bert (Werner Funke) kaum bei der Aufklärung des kriminellen Wirrwarrs im „Krüger-Wellness-Hotel“ helfen. Mord, Mordversuch, Betrug, Heiratsschwindel. Diebstahl ….

Aber der Reihe nach: Hotelbetreiberin Agathe (Anja Harms-Janssen) und ihre Mitarbeiterin Henny (Anke Müller) geben sich alle Mühe, den Leichnam des von Agathe versehentlich vergifteten Erik (Thomas Ulfers) verschwinden zu lassen. Mit mäßigem Erfolg. Plötzlich geistert „der schmucke Erik“ wieder durchs Hotel – zur Freude vor allem von Anneliese (Bettina Onnen), die mit ihrer Freundin Frieda (Karin Ortmanns), beide Stammgäste des Hotels, vornehmlich durch Alkohol entschleunigen will. Dass Frieda dann auch noch vermeintlich Leichenteile durchs Hotel trägt, macht die Arbeit von Polizist Bert nicht einfacher.

Chrstin Janßen

Und dann ist da noch Amalia von Holdershusen, eine von Christin Janßen (Foto) herrlich arrogant gespielte Adlige, die es erstmals in das spärliche Quartier in Hooksiel verschlagen hat. Statt der Wellness-Anwendungen muss sie aber zunächst eine weitere Straftat überstehen, eine Kaffee-Sabotage. Am Ende, so gehört es sich für eine plattdeutsche Komödie, klärt sich alles auf. Das Publikum spendet kräftig Beifall und die Darsteller dürfen sich über eine gelungene Vorstellung freuen, auch wenn bei dem ein oder anderen kleinen Aussetzer die Premieren-Aufregung spürbar war. 

Neuling Bettina Onnen hat ihre Feuerprobe auf der Bühne mit Bravour gemeistert. Herrlich auch die Kodderschnauze von Karin Ortmanns, der brillenlose Daniel Buchloh („Ich bin nicht blind, ich kann nur nichts sehen“) und Thomas Ulfers als wieder auferstandene „Leiche“. Anke Müller und Anja Harms-Janssen spielten sich im Verlauf des Stückes mehr und mehr frei. Bewährt routiniert der Auftritt von Werner Funke, der den biederen Beamten-Geist lebendig werden lässt.

Insgesamt tritt die Theatergruppe zehn Mal auf. Für die Vorstellung am heutigen Donnerstag sind noch Restkarten verfügbar. Für Freitag ist das Gästehaus ausgebucht.

Jensen: Ausweitung der Lkw-Maut gefährdet ganze Transportbranche

Friesland/Wangerland (27. 12. 2023) – Die Transportbranche sorgt für volle Regale in den Supermärkten, Treibstoff an den Tankstellen und für reibungslose Produktionsabläufe. Gerade Niedersachsen ist eine Logistikdrehscheibe. „Daher ist es ein großes Problem, dass diese Branche immer stärker unter finanziellen Druck gerät“, sagt die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland). 

„Ausländische Transportunternehmen erzeugen Kostendruck, denn sie profitieren von geringeren Fahrzeugkosten beim Kauf, geringeren Fahrzeugsteuern, günstigerem Kraftstoff, geringeren Personalkosten und geringeren Sozialabgaben“, sagt Florian Knieper von Knieper Transporte aus Zetel. „Wir müssen dagegen als Transportunternehmer immer mehr für neue Fahrzeuge und Personal ausgeben.“ Dennoch hält Knieper die Löhne im Transportgewerbe in Deutschland für „viel zu niedrig“. Um Personal zu halten seien höhere Löhne, eine viereinhalb Tage Woche und neue Fahrzeuge nötig. „Wir brauchen alles, was an Marge drin ist, um das Rad am Laufen zu halten. Und es fehlt der Nachwuchs“, so Knieper. 

Jenseiepern und Kn

„Bei dieser ohnehin angespannten Wirtschaftslage treffen die Beschlüsse des Bundes zur CO2-abhängigen Lkw-Maut unsere heimischen Transportunternehmen hart“, sagt Jensen (im Foto mit Florian Knieper). . Die CDU habe deshalb im niedersächsischen Landtag die Landesregierung aufgefordert, sich beim Bund für eine Überarbeitung der erst am 25. November in Kraft getretenen mautrechtlichen Vorschriften einzusetzen. 

Der Bund hatte beschlossen, dass die Lkw-Maut für die Benutzung von Bundesfernstraßen ab dem 1. Dezember 2023 um eine CO2-Komponente erweitert und ab dem 1. Juli 2024 auch auf Lastkraftwagen mit mehr als 3,5 Tonnen bis 7,5 Tonnen ausgeweitet werden soll. „Damit steigt der Kostendruck noch weiter“, sagt Jensen. „Die Transportunternehmen können nicht alle Mautkosten weitergeben, alleine die Leerfahrten von einer Entladestelle zu einer Ladestelle bewirken enorme Mehrkosten die beim Transportunternehmer bleiben.“ 

Die CO2-abhängige Lkw-Maut soll zur Minderung der Treibhausgas-Emissionen im Verkehr und zur Erreichung des Klimaschutzziels beitragen. Ein Umstieg auf einen Elektro-Lkw gestaltet sich laut Knieper aber als wenig praktikabel: Die Reichweite der E-Lkw sei derzeit noch unbefriedigend und die passende Lade-Infrastruktur sei nicht vorhanden.

Auch wirtschaftlich sei die Anschaffung eines E-Lkw nicht darstellbar. Knieper: „Ein E-LKW (Sattelzugmaschine) kostet bei einem namenhaften schwedischen Hersteller 400 000 Euro, ein Lkw mit Dieselmotor dagegen 120 000 Euro. Das sind Mehrkosten von 280 000 Euro pro Fahrzeug.“ Förderung für emissionsfreie Nutzfahrzeuge gebe es nicht mehr. Aber die Branche sollen zudem die extremen Mehrkosten durch die Maut stemmen, klagt Knieper. „Ich kenne keinen Transportunternehmer, der vor diesem Hintergrund nicht daran denkt, seinen Fuhrpark zu verkleinern oder gleich ganz den Betrieb zu schließen.“ 

Ist der Hauptstrand noch zu halten?

Strandhaus 1 im Sturm
Bei der jüngsten Sturmflut wurde das Strandhaus 1 am Hooksieler Hauptstraße komplett umspielt. Die Fluten nagten sogar kräftig am Deich. Foto: Köster

Hooksiel (25.12.2023) – Wie lange ist das Strandhaus 1 noch zu halten? Dieser Frage stellt sich nach der jüngste Sturmflut mit gesteigerter Dringlichkeit. Die Flut hat nahezu den kompletten Sand am Hauptstrand rund um das dortige Servicegebäude weggespült. 

Um für die Badesaison 2024 wieder ausreichend Sand zu haben, wird die Wangerland Touristik GmbH viel Sand auffahren lassen müssen. Auch wenn die Schadensbilanz der WTG nach dem Sturmtief „Zoltan“ noch nicht vorliegt, dürfte schon jetzt klar sein: Das wird teuer.

Das Wasser überspülte am Donnerstag und Freitag Strände und Campingplätze und schwappte bis an den Deichfuß. Damit wird die These belegt, dass die Sicherung des Hooksieler Strandes nicht nur eine touristische Dimension hat, sondern auch eine Frage des Schutzes vor Hochwasser ist. 

Vor allem unter diesen Aspekt befasst sich bereits seit Monaten ein Runder Tisch, der Vertreter verschiedener Landesbehörden, der Gemeinde Wangerland, des Landkreises, der Nationalparkverwaltung, des III. Oldenburgischen Deichbandes und des Umweltschutzes angehören, mit der Frage, ob und wie Sand aus der Jade nachhaltig an den Hooksieler Strand gespült werden könnte – und zwar vom Campingplatz bis zum Außenhafen. Eine wichtige Aufgabenstellung dabei: Wie kann der Sand künftig dauerhaft gesichert werden? Eine andere: Wo wird in Zukunft der Hooksieler Hauptstrand liegen? 

Ein Jahr „Hooksiel-Life“ belegt: Menschen interessieren sich fürs Lokale

Von Gerd Abeldt

Es ist Weihnachen. Zeit, einmal Dankeschön zu sagen – und zwar allen Unterstützern von „Hooksiel-Life“. In wenigen Tagen ist die Netzzeitung das erste komplette Jahr online. Und deutlich über 300.000 Menschen waren dabei. Ich danke allen Leserinnen und Lesern, allen Hinweisgebern, journalistischen Kollegen und technischen Helfern, allen Korrektorinnen und Pressesprechern, die die Berichterstattung auf dem Portal durch ihre Begleitung und Kritik verbessert haben.

Es war ein spannendes Jahr für Hooksiel. Entsprechend viel gab es für „Hooksiel-Life“ zu berichten. Aus Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen ebenso wie aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 

Der Kampf um den Erhalt des Meerwasser-Hallenbades hat viele Menschen bewegt – und wird sie weiterhin bewegen. Wohin geht es mit dem Tourismus in Hooksiel? Diese Frage steckt auch hinter den Sorgen, die viele Bürger haben, wenn sie auf LNG-Terminal vor der Hafeneinfahrt blicken. Auch wenn die Genehmigungsbehörden versuchen, sich bemühen, alle ökologischen Sorgen zu zerstreuen, die bei Gedanken an Chlor und Biozide aufkommen. Ein unwohles Gefühl bleibt.

tannenbaum

Die Grundschule mit einem neuen Schulleiter, der Kindergarten „Küstenkinder“, das Leben auf dem Campingplatz und am Strand, die immer rührige Arbeitsgruppe Hooksiel, die Theaterspieler, die Sportlern aus dem Ort und viele, viele andere Menschen, die sich häufig ehrenamtlich um die Gemeinschaft kümmern. Dazu der Bau des neuen Feuerwehrhauses, die Pläne für den „Nordsee Park“ in Gerietshausen, die Sanierung der Tankstelle und mögliche Perspektiven fürs Hooksmeer.

Vielen Feste und Feiern, die die Menschen vor Ort ebenso bewegen wie die Urlaubsgäste. Und natürlich die Debatten: Bedroht die Industrialisierung nebenan den Urlaubsort? Oder geht der Charme des Sielortes am Massentourismus zugrunde? Ist Hooksiel sauber genug? Sind die Parkgebühren überzogen? Warum gibt es nicht längst Tempo 30 auf allen Straßen? 

Der kleine Auszug aus der Themenpalette zeigt: „Hooksiel-life“ war dabei, wo es spannende Geschichten über Hooksiel und Hooksieler zu erzählen gab, über Sorgen und Nöte, aber auch über Leistungen und Verdienste. Und, so eine wichtige Erkenntnis: Die Menschen interessieren sich ganz offensichtlich für lokale Geschichten und Geschichtchen von nebenan. Für Dinge halt, die sie mehr oder weniger selbst betreffen.

300.000 Besucher auf den nicht-kommerziellen Seiten von „Hooksiel-Life“. Das sind natürlich nicht 300.000 unterschiedliche Menschen. Gerade viele Hooksieler klicken das Portal inzwischen täglich, zumindest aber wöchentlich an. Hinzu kommen Interessierte aus der Nachbarschaft, viele Urlauber und Zufallsbesucher, die durch Suchmaschinen auf die Seiten aufmerksam wurden

Trotzdem: Täglich 1000 und mehr Besucher auf einem Portal zu haben, auf dem im Vergleich zum Vortag nur zwei oder vielleicht drei neue Artikel stehen, ist ein Beleg für das Interesse am Lokalen. 

Ist das ein Widerspruch zu der Krise, in der sich landauf landab viele Lokalzeitungen befinden? Keineswegs. Die Krise der Lokalpresse ist im wesentlichen eine ökonomische. Die Verlage finden keine Zeitungsausträger.Viele Leser können oder wollen sich kein Abonnement mehr leisten. Die Berichterstattung ist häufig nicht aktuell genug. Vielleicht ist auch das Verbreitungsgebiet zu groß. Super lokale Geschichten für den einen sind für Leser aus dem Ort nebenan schon deutlich weniger spannend.

Klar ist: Die Zukunft wird digitaler. Die Verlage stehen vor der Aufgabe, dafür den richtigen Themenmix zu finden. Und einen angemessenen Preis. Denn dauerhaft nachhaltige Angebote müssen sich natürlich auch wirtschaftlich tragen

Der Erfolg von „Hooksiel-Life“ belegt nur, dass sich die Mühe lohnen kann. Das Interesse an lokaler Berichterstattung ist vorhanden und bleibt hoffentlich erhalten. Eine transparente Kommunikation vor Ort, in den Dörfern, Gemeinden und Städten, ist eine tragende Säule unserer Demokratie. „Hooksiel-Life“ will diese Säule stärken. Auch im nächsten Jahr, so zumindest die fest Absicht, sollen in der Netzzeitung wieder viele spannende Geschichten veröffentlicht werden – über Hooksiel und über Hooksieler.

Campingplätze unter Wasser: Plätze für Reisemobilsten geräumt

Sturm Fähre an Land
In Neuharlingersiel haben Orkanen ein Fähr- und Frachtschiff an Land gedrückt. Es wurde kaum beschädigt, liegt jetzt aber auf dem Vorladeplatz. Foto: WSP

Wangerland/Hooksiel (22. 12. 2023) – Erst seit wenigen Tagen besteht im Wangerland die Möglichkeit, dass Reisemobilisten sich auch in der Winterzeit Stellplätze vor dem Deich buchen können. Mit dem Sturmtief „Zoltan“ wurde zugleich das Sicherheitskonzept auf den Prüfstand gestellt. Wie Larissa Strangmann, Marketing-Chefin der Wangerland Touristik GmbH, gegenüber „Hooksiel-life“ sagte, musst mit der Sturmwarnung die Stellplätze direkt am Wasser vorsorglich geräumt werden.

Wie viel Wasser der Sturm in Richtung Land gedrückt hat, kann man an den im Winter geräumten Großcampingplätzen in Schillig und Hooksiel sehen. „Die Flächen stehen bis zu 1,2 Meter unter Wasser“, so Strangmann. Ob dadurch ein dauerhafter Schaden entstanden ist, lasse sich och nicht sagen. Auf jeden Fall müssten die Stellplätze ordentlich gereinigt werden. Entsprechend hat die WTG die Außendeich-Reisemobilplätze vorerst gesperrt. 

„Die Ostdüne in Hooksiel kann ab dem 27. Dezember wieder gebucht werden“, so Strangmann. „Für Silvester haben wir schon eine ganze Reihe von Buchungen.“ 

Campingplatz Hooksiel unter Wasser
Der Campingplatz Hooksiel steht unter Wasser. Die Resemobilstellpätze wurden geräumt. Foto: hol

Der Sturm hat auch an anderen Stränden in Häfen der ostfriesischen Halbinsel für Schäden gesorgt. Wie die Wasserschutzpolizei (WSP) mitteilt, hätten Orkanböen am Donnerstagabend im Emder Hafen ein Autotransporter von seinem Liegeplatz an der Emspier losgerissen. Mehrere Leinen seien gebrochen und der Frachter trieb manövrierunfähig auf die Ems. Insgesamt vier Schleppern sei es gelungen, ein Abtreiben des Autotransporters in Richtung des Geisedamms zu verhindern. Beim Zurückdrücken das Schiffes an die Pier, wurden Kaimauer und die Außenwand des Autotransporters leicht beschädigt. 

Eine ähnliche Lage gab es laut WSP am Freitagmorgen im Hafen von Neuharlingersiel. Hier brachen ebenfalls mehrere Leinen eines Fähr- und Frachtschiffes durch die starken Orkanböen. Das zu dem Zeitpunkt unbesetzte Fährschiff trieb dann, auch bedingt durch den hohen Wasserstand, direkt auf den Vorladeplatz des dortigen Anlegers. 

Die schnell alarmierte Besatzung des Fährschiffes habe das Fährschiff zumindest noch kontrolliert auf den Vorladeplatz manövrieren und dort trockenfallen lassen. Dafür ist flache Rumpf des Schiffes durchaus geeignet. Allerdings liege die Fähre dann im Wattenmeer und nicht an Land. „Schäden konnten bislang keine festgestellt werden, auch sind keine Betriebsstoffe ausgelaufen“, teilte die WSP mit. Allerdings müsse die Reederei jetzt klären, wie sie das Fährschiff schnellstens wieder ins Wasser bekommt.

ÖPNV: Kostenloses „Schnupperticket“

Wangerland/Friesland (22. 12. 2023) – Im Januar können Friesländerinnen und Friesländer mit einem „Schnupperticket“ an einem Tag ihrer Wahl kostenlos den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Friesland auf den Linien 111, 121, 215, 219, 251 und 253 des Frieslandtaktes nutzen. Das hat der der Landkreis Friesland angekündigt. Das „Schnupperticket“ werde zum Jahresende als Flyer per Postwurfsendung in Anzeigenblättern in Friesland verteilt.

ÖPNV in Friesland
Die Grafik zeigt das Aktelle Busliniennetz im Landkreis Friesland. Grafik: Landkreis

Bei Vorlage des Flyers wird ein Tagesticket für einen beliebigen Tag im Januar ausgestellt. Informationen zu den Busverbindungen unter gibt es im Internet.

Das „Schnupperticket“ ist Teil eines Marketingkonzeptes der Busunternehmen und des Landkreises, das auf die seit 2020 umgesetzten Verbesserungen im ÖPNV im Landkreis Friesland aufmerksam macht. Der Landkreis unterstützt die Marketingmaßnahmen mit rund. 50.000 Euro aus Regionalisierungsmitteln. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.frieslandtakt.de.

Bereits seit 2020 setzt der Landkreis Friesland kontinuierlich die Ziele des Nahverkehrsplans um, um die Attraktivität des ÖPNV zu erhöhen. So gibt es unter anderem zusätzliche Buslinien, mehr Fahrtmöglichkeiten und die Fahrpläne der Linien werden hinsichtlich der Umstiegszeiten optimiert. Auch wird der barrierefreie Ausbau der Haltestellen vorangetrieben. In 2023 wurde zuletzt das Angebot auf der Linie 111 (WHV – Sande – Wiesmoor) verbessert. In 2024 soll die Optimierung der Linien 212 (Jever – Hohenkirchen) und 212 (Hooksiel-Hohenkirchen-Harlesiel) erfolgen. Zudem sollen die ersten Wasserstoff- und Elektrobusse zum Einsatz kommen.

Abgeordnete stellt Nachbesserungen für den Agrarsektor in Aussicht

Wangerland/Berlin (21. 12. 2023) – Die massiven Streichungen von Subventionen im Agrarbereich haben eine bundesweite Protestwelle ausgelöst. Landwirte demonstrieren in Berlin, Trecker blockieren seither Autobahnen und Fähren, Unbekannte zünden Strohballen an und kippen Mist auf Straßen und Wege. Auch Landwirte aus Friesland, der Wesermarsch und dem Ammerland beteiligen sich am Protest.

Am Donnerstag dieser Woche hat die für Friesland zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (Varel) angedeutet, dass die Sparmaßnahmen im Bereich der Landwirtschaft zumindest teilweise wieder zurückgenommen werden könnten. Derzeit prüfe das Parlament die von der Regierung vorgelegten Vorschläge zum Haushalt 2024. 

„Die geplanten Maßnahmen, die die Landwirtschaft betreffen, sind dabei für die heimische Landwirtschaft ein harter Schlag“, räumt Möller ein. Mit der Steuerbefreiung für Fahrzeuge der Forst- und Landwirtschaft und der Steuerentlastung beim Agrardiesel würden gleich zwei feste Einnahme-Größen der landwirtschaftlichen Betriebe ohne Vorwarnung zur Disposition gestellt. „Damit wird die Landwirtschaft im Vergleich zu anderen Ressorts überproportional zur erforderlichen Konsolidierung des Bundeshaushalts herangezogen.“

Ebenfalls am Donnerstag besuchte Dr. Gero Hocker, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, den Landvolk Friesland-Wesermarsch e.V.. An dem Treffen auf dem Hof den Kreisvorsitzenden Lars Kaper in Varel-Tange nahm auch die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (Wangerland) und Eike Ulken von der Molkerei Ammerland teil. „Wir haben uns bei Dr. Hocker dafür eingesetzt, dass sich die FDP-Abgeordneten sich an ihre Verantwortung für den ländlichen Raum erinnern“, sagt Jensen. „Dieser Kabinettsentwurf ist aus meiner Sicht abzulehnen“, so die CDU-Politikerin.

Hocker erklärte, dass die FDP grundsätzlich bereit wäre, sich für die Landwirte einzusetzen. Allerdings müsse dann überlegt werden, woher das Geld stattdessen kommen könnte. Bisher sollen die Land- und Forstwirte eine Milliarde Euro von insgesamt 17 Milliarden Euro zur Heilung des verfassungswidrigen Haushalts beitragen. „Die Aufruhr ist deswegen so groß, weil die Streichung der Beihilfen des Agrardiesels alle gleichermaßen trifft und nicht nur einen Teil des Berufsstandes“, ist Jensen überzeugt. Betroffen seien nicht nur Land- und Forstwirte, auch die nachgelagerten Branchen sowie die Betreiber von Binnenschiffen und Fähren treffe es hart. Grund ist die Streichung der Beihilfen für den Marinediesel Auch die Küstenfischerei sei betroffen.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde am Freitag aktualisiert

Nach Großbrand im Twister: Ermittler schließen Brandstiftung aus

Twister
Das „Twister“ in Flamen. Die Feuerwehr hatte keine Chance, das Gebäude zu retten. Foto: Feuerwehr

Sande (21. 12. 2023) – Die Brandursachen-Ermittler der Polizei gehen davon aus, dass der Brand in der Sander Diskothek „Twister-Dance“ auf einen technischen Defekt zurückzuführen ist. Eine vorsätzlich Brandstiftung könne ausgeschlossen werden, heißt es in einer heute verbreiteten Pressemitteilung.

Das „Twister“, die größte Diskothek im nördlichen Landkreis Friesland, war am Dienstag, 21. November, vollständig abgebrannt und samt Einrichtung komplett zerstört worden. Es entstand ein Millionen-Schaden. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden inzwischen beendet, so die Polizei. Nach mehreren Begehungen des Brandermittlers gemeinsam mit einem Sachverständigen für Brandursachen schließe man inzwischen eine „vorsätzliche Brandlegung“ aus. Nach den gewonnenen Erkenntnissen sei von einem technischen Defekt auszugehen. 

Aufgrund der Schadstoffbelastung des Brandortes mit schwach gebundenem Asbest und der damit einher gehenden Gesundheits- und Umweltrisiken könne eine detailliertere Untersuchung des Brandortes nicht mehr erfolgen.

Die Diskothek „Twister“ (zuvor „Watt“) war über Jahrzehnte die Wochenend-Anlaufstätte für junge Leute aus der ganzen Region. Nach dem Brand pilgerten zahlreiche Schaulustige und ehemalige Gäste zu der Brandstelle, um sich Erinnerungsstücke zu sichern, aber auch um ihre Solidarität mit den Betreibern zu bekunden.

Die Betreiber hatten nach dem Unglück, bei dem keine Menschen zu Schaden gekommen waren, angekündigt, das „Twister“ wieder aufbauen zu wollen. Allerdings werde das nur mit Hilfe von außen möglich sein, da das komplette Inventar, von den Möbeln über das technische Inventar bis zur Ton- und Lichtanlage, nicht versichert gewesen sein soll.

Erstes Weihnachtsfest in der fusionierten Kirchengemeinde

Kirche zu Pakets
Das Ortskirchgeld soll in Hooksiel für das Verfugen des Mauerwerks der Heilig-Kreuz-Kirche zu Pakens verwendet werden. Fotos: hol

Hooksiel (20. 12. 2023) – Weihnachen steht vor der Tür. Einer jener christlichen Festtage, an denen die Kirchen in der Regel gut gefüllt sind. Der Hooksieler Pastor Stefan Grünefeld hofft, dass das auch an diesem Heiligabend der Fall sein wird. Er lädt für Sonntag, 24. Dezember, um 15 Uhr in die Kirche zu Pakens ein. 

Grünefeld hält die Predigt. Darüber hinaus dürfen sich die Besucher auf den Auftritt eines Kinderchores unter Leitung von Barbara Köster sowie auf ein weihnachtliches Krippenspiel freuen, das der Pastor mit Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren in den vergangenen Wochen einstudiert hat.

Krippenspiel und Chor in Pakens

Die Vorbereitung des Heiligen Abends, die Proben fürs Krippenspiel, Besuche bei kirchlichen Gruppen, dazu Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Pastoren haben in der Vorweihnachtszeit jede Menge um die Ohren. Das gilt insbesondere für die drei Geistlichen in der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland. Stefan Grünefeld, Hanja Harke (Waddewarden) und Jürgen Walter (Tettens) betreuen insgesamt sieben Gemeinden, die sich erst Anfang dieses Jahres zusammengeschlossen haben. 

Pastor Stefan Grünefeld

Für Stefan Grünefeld (Foto) bedeutet das: Nach dem Gottesdienst in Pakens geht es an Heiligabend weiter zur Christvesper nach St. Joost (16.30 Uhr), im Anschluss zurück zur Christvesper in Pakens (18 Uhr) und in der Nacht um 22.30 Uhr zur gemeinsamen Christmette in Hohenkirchen. Am 1. Weihnachtstag geht es um 10 Uhr weiter mit einem Gottesdienst in St. Joost. Ähnlich gut gefüllt ist der Terminkalender von Pastor Walter, der mit Tettens und Hohenkirchen gleich zwei Krippenspiele betreut.

Weihnachten, das Fest der Besinnung? Vor der Besinnung steht für viele Pastorinnen und Pastoren harte Arbeit. Und das wird sich auch kaum ändern. Die christlichen Kirchen in Deutschland beklagen seit Jahren rückläufige Mitgliederzahlen. Hinzu kommt ein eklatanter Fachkräftemangel im Bereich der Seelsorger. 

Aber: Heiligabend 2023 ist das erste Weihnachtsfest in der Anfang dieses Jahres fusionierten Kirchengemeinde Wangerland, zu der sich sieben von insgesamt neun bis dahin selbstständigen ev.-luth. Kirchengemeinden im Wangerland zusammengeschlossen haben. Stefan Grünefeld, Vorsitzender des Kirchenvorstands, zog im Gespräch mit „Hooksiel-life“ eine positive Bilanz, obwohl der laufende Prozess des Zusammenwachsens längst noch nicht abgeschlossen sei. 

Ortskirchgeld bleibt im jeweiligen Bezirk

„Viele Mitglieder hängen an ihrer Kirche vor Ort“, ist Grünefeld überzeugt. Und: „Vieles muss ganz neu gedacht werden.“ Ein Beispiel: Wie geht die fusionierte Gemeinde mit dem Ortskirchgeld um? Traditionell bitten Kirchengemeinden ihre Mitglieder zum Jahresende um eine Spende, mit der die Kirche vor Ort gestärkt werden soll. „Wir haben uns dazu entscheiden, dass das Ortskirchgeld in dem vom Spender gewünschten Gemeindebezirk bleibt“, sagt Stefan Grünefeld. „Wir wollen die lokale Bindung erhalten.“

Konkret bedeutet das: Hooksieler können gezielt für den Erhalt der Heilig-Kreuz-Kirche in Pakens spenden. An dem Gotteshaus sind dringend Fugenarbeiten nötig, um das Eindringen von Wasser ins Mauerwerk zu unterbinden, das für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Inneren sorgt.

Gemeinsames Kirchenbüro

Alle Schritte zur Zentralisierung oder Kosteneinsparung wollen wohl überlegt sein. Beides sei aber unausweichlich, so der Pastor. Perspektivisch soll das gesamte Wangerland, also einschließlich der beiden noch selbstständigen Kirchengemeinden Wiarden und Minsen, von nur noch zwei Pastoren betreut werden. Klar ist auch: Aktuell muss die Kirchengemeinde zu viele Gebäude unterhalten. „Die Kirchen bleiben alle bestehen“, ist sich Grünefeld sicher. „Gedanken machen müssen wir uns über die Zahl der Gemeinde- und Pfarrhäuser.“ 

Beschlossen wurde bereits ein weiterer wichtiger Schritt zur Zusammenarbeit. Mit Beginn des nächsten Jahres gibt es nur noch ein zentrales Kirchenbüro als Anlaufstelle für alle rund 4200 Mitglieder der Kirchengemeinde Wangerland. In Hohenkirchen werden zwei Mitarbeiterinnen vier Tage die Woche (montags bis donnerstags) als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen.