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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Tolle Stimmung beim Handwerkerball

Handwerlerball
Tolle Stimmung, wunderbare Kostüme: Auch Hooksiel kann Karneval. Foto: hol

Hooksiel (11. 2. 2024) – An der Nordseeküste gibt es keine Narren-Feiern? Wer das als Karnevalsflüchtling geglaubt hat, der hat sich geirrt. Während am Samstagnachmittag im Kursaal in Horumersiel 300 Frauen Karneval feierten, tobte in Hooksiel am Abend in der Event-Halle Langenhorst das närrische Leben.

Nach mehrjähriger Pause erlebte hier der traditionelle Handwerkerball des Hooksieler Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe eine Wiedergeburt. Tolle Kostüme, ausgelassene Stimmung und fetzige Musik. „Ab 20 Uhr war die Tanzfläche voll“, schildert ein Teilnehmer. Und das blieb sie bis tief in die Nacht so.

Eine gelungene Premier feierten in diesem Rahmen die Hooksieler Fastnachtläufer. Die 14 Schüler, Auszubildenden und Jung-Gesellen werden am Rosenmontag mit Teufelsgeige und Akkordeon durch Hooksiel ziehen, schwarze Striche verteilen und um kleine Gaben bitten. Bitter für Karnevalsflüchtlinge. Aber auch in Hooksiel lebt die Fastnachttradition.

Handwerker-Jugend
Junge Auszubildende warben auf dem Handwerkerball für ihren Rosenmontagsumzug. Foto: hol

Bilanz der Feuerwehr Hooksiel: Bei 65 Einsätzen 21 Verletzte gerettet

Feuerwehr Hooksiel 2024
Ehrungen und Beförderungen gehörten zu den Höhepunkten der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel. Foto: hol

Hooksiel (11. 2. 2024) – Die Katastrophen häufen sich. Schon deshalb würden Feuerwehren immer wichtiger, stellte Günter Schmöckel, Sprecher der Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel, auf der Jahreshauptversammlung der Wehr fest. Ebenso wie Ortsbrandmeister Jörg Nöchel dankte Schmöckel der Gemeinde Wangerland. „Es ist in den vergangenen Jahren viel in die Wehren investiert worden.“

Ratsvorsitzender Wolfram Sandmeier würdigte das Engagement in Hooksiel, insbesondere auch im Bereich der Jugendfeuerwehr. Feuerwehren, so der SPD-Politiker, seien eine Art „Kleber der Gemeinde“. Die freiwilligen Helfer würden für Zusammenhalt sorgen. Schon deshalb sei man sich im Rat darin einig, die Feuerwehren zu unterstützen.

Nutznießer dieser Strategie ist auch die Feuerwehr Hooksiel. Am 9. Mai soll das neue Feuerwehrgerätehaus am Hohe Weg eingeweiht werden. Auf der letzten Hauptversammlung im Geräteaus am Alten Hafen legte Nöchel die Bilanz der Wehr für das „ereignisreiche Jahr 2023“ vor. Die Wehr musste zu 65 Einsätzen ausrücken, darunter 17 Brände und fünf Verkehrsunfälle. Insgesamt habe man 21 Verletzte gerettet. Weniger erfreulich: Der Anteil der Fehlalarme lag bei über zehn Prozent. Als „kurios“ wertete der Ortsbrandmeister einen Einsatz am JadeWeserPort in Wilhelmshaven, wo eine Person im Wasser treiben sollte. „Aber wenn wir alarmiert werden, rücken wir natürlich aus …“

Hoher Frauenanteil

Die Feuerwehr hat aktuell 65 Mitglieder. 31, darunter 7 Frauen, gehören nach den Worten von Nöchel der aktiven Wehr an. Hinzu kommen 9 passive Mitglieder, 12 Mädchen und Jungen in der Jugendfeuerwehr sowie 13 Kameraden der Altersabteilung. Im vergangenen Jahr hätten aktive Wehr und Jugendfeuerwehr zusammen 9062 Stunden Dienst geleistet, davon 695 bei Einsätzen und 2059 bei Ausbildungsdiensten und Lehrgängen.

Die meisten Einsätze wurden im Spätsommer registriert und zwar überwiegend an Wochenenden. Zum Glück, denn unter der Woche ist es für freiwillige Feuerwehren häufig schwer, im Alarmfall genügend einsatzfähige Mitstreiter zu finden. Nöchel dankte vor diesem Hintergrund insbesondere den Freiwilligen der Ortswehr Waddewarden, die mit den Hooksielern zusammen ausrücken. 

Appell an Gemeindemitarbeiter

Günter Schmöckel appellierte mit Blick auf die Personalengpässe an die Gemeinde Wangerland, bei ihren Mitarbeitern im Rathaus, im Bauhof und auch bei der Wangerland Touristik dafür zu werben, sich in den Feuerwehren zu engagieren. „Diese Leute sind immer im Wangerland und könnten schnell vor Ort sein, wenn es unter der Woche mal knallt.“ SPD-Ratsherr Holger Ulfers sagte zu, die Anregung aufnehmen zu wollen. Hilfreich könnte auch eine weitsichtige Wohnungspolitik sein. Wie Ortsbrandmeister Nöchel sagte, habe die Wehr schon Kameraden verloren, die umziehen mussten, weil sie die hohen Mieten in Hooksiel nicht mehr zahlen konnten. 

Spende an Feuerwehr Hooksiel
Ortsbrandmeister Jörg Nöchel (links) freut sich über die Spende der Öffentlichen Oldenburg, die Philipp Opitz für die Hooksieler Feuerwehr überreichte. Foto: hol

Gemeindebrandmeister Eike Eilers und Gerhard Zunken vom Kreisfeuerwehrverband Friesland würdigen das Engagement in der Hooksieler Wehr. „Über 9000 Dienst, das ist der Hammer“, sagte Eilers. Beide unterstrichen den anhaltenden Ausbildungsbedarf bei Feuerwehren. Aktuelles Problem: Die steigende Zahl von Bränden, die durch Lithium-Ionen-Batterien ausgelöst werden. Allein in Hooksiel gab es vergangenes Jahr drei Elektro-Brände. Nicht immer seien defekte Akkus der Grund dafür, so Zunken. „In einem Fall ist aus ungeklärtem Grund eine E-Zigarette in Flammen aufgegangen. Nur gut, dass sie nicht gerade in der Hosentasche steckte.“

50 Jahre in aktiver Wehr

Zu den Höhepunkten der Hauptversammlung gehörten die Ehrungen, Beförderungen und Ernennungen. Zunken und Sandmeier ehrten Carsten Behnk, der seit 50 Jahren in der Feuerwehr ist. Nur sehr selten werde diese Auszeichung einem aktiven Feuerwehrmann zuteil, sagte Zunken. Aber: Behnk sei bereits im Alter von zehn Jahren Mitglied der Jugendfeuerwehr Hannover gewesen. Seit 2005 gehört der Hauptlöschmeister der Einsatzabteilung der Feuerwehr Hooksiel an. Unter anderem engagiert er sich hier als Jugendwart. 

Eilers und Nöchel ernannten Jan-Niklas Opfer und Harald Zinn zu Feuerwehranwärtern. Befördert wurden Femke Klein zur Feuerwehrfrau, Nando Rothert zum Feuerwehrmann, Vanessa Müller zur Oberfeuerwehrfrau, Marianne Kruse zur Hauptfeuerwehrfrau und Thomas Große zum Hauptlöschmeister. 

Als Mitglieder mit der höchsten Dienstbeteiligung wurden zudem Björn Mühlena (604 Stunden), Thomas Große (417) und Carsten Behnk (377) gewürdigt. Mühlena begleite unter anderem intensiv den Neubau des Feuerwehrgerätehauses, sagte Nöchel. Am intensivsten am Ausbildungsdienst haben sich beteiligt: Thomas Große (282 Stunden), Carsten Behnk (174), Björn Mühlena (140) und Malte Meiners (137).

Mit Applaus begrüßt wurde im Kreise der Feuerwehr Philipp Opitz. Der Leiter der Geschäftsstelle Hohenkirchen der Öffentlichen Versicherung überreichte mit Blick auf die anstehenden Jubiläumsfeiern der Feuerwehr Hooksiel eine Spende von 1000 Euro. Immerhin sorge die Wehr dafür, dass die von der Brandkasse zu deckenden Schäden geringer seien. Im Zuge der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses wird das 100-jährige Bestehen der Wehr und das 50-jährige Jubiläum der Jugendfeurwehr nachgefeiert. Zudem wird der Förderverein der Wehr 20 Jahre alt. 

Hooksieler Heimatfreund Hans Ney vor 100 Jahren geboren

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (10. 2. 2024) – Er war kein gebürtiger Hooksieler. Dennoch hat er sich wie nur wenige andere um den Sielort gekümmert, seine Historie erkundet, Besonderheiten entdeckt und öffentlich gemacht und damit das Bild von Hooksiel als einer Perle an der niedersächsischen Nordseeküste geprägt.

Hans Ney (Foto) ist im Juni 2016 im Alter von 92 Jahren in Hooksiel gestorben. In diesem Februar wäre er 100 Jahre alt geworden. Ein guter Grund, an das Engagement eines Mannes zu erinnern, dessen Wirken noch heute an jeder zweiten Ecke im Dorf sichtbar ist. 2005 hat der damalige niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Lutz Stratmann sein langjähriges Engagement bei der Erkundung der Geschichte Hooksiels mit dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens gewürdigt.

Hans Ney

„Hans Neys bürgerschaftliches Engagement für seine Heimat ist vorbildlich“, stellte der Minister damals fest. Wichtiger noch war Ney aber zeitlebens die silberne Spieker-Ehrennadel vom Heimatbund. Eine Auszeichnung von einem Bund, der die plattdeutsche Sprache hochhielt. Und das, obwohl Heimatfreund Ney selbst gar kein Plattdeutsch sprach.

Ney, am 10. Februar 1924 in Nauen (Brandenburg) geboren, wurde 1975, nach etlichen Umzügen quer durch Deutschland, in Hooksiel sesshaft. Der Fregattenkapitän a. D., der von 1961 bis 1982 bei der Bundesmarine seinen Dienst versah, setzte sich unter anderem für den Ausbau des historischen Hafens ein, trieb die Restaurierung des historischen Mudderboots von 1837 als „Kulturdenkmal“ voran, initiierte die Einrichtung einer Mühlengedenkstätte am Pakenser Altendeich und versah etliche Gebäude im Ort mit Hinweisschildern auf ihre Geschichte.

Hans Ney war kein Historiker im wissenschaftlichen Sinne. Er war ein Sammler, der sich in Archiven umtat und auch private Sammlungen durchstöberte. Was er fand, setzte er in spannende Zeit-Geschichte(n) um. Hans Ney hat mehrere Bücher („Geschichten am Hookstief“, „450 Jahre Hooksiel“, „Verwitterte Zeitzeugen“) sowie unzählige Beiträge in Tageszeitungen und Magazinen veröffentlicht und jede Menge anschauliche Vorträge gehalten. 1986 übernahm er die Organisation der 440-Jahr-Feier seines Herzensortes, der längst seine Heimat geworden war. 

Hans Ney hat erkannt, wie spannend das Leben in Hooksiel war und ist. Mit seinen historischen Arbeiten, so sagte er einmal, habe er das Wir-Gefühl der Hooksieler stärken wollen. Eine Aufgabe, die heute so wichtig wie in den zurück liegenden Jahrzehnten ist. 

Konzept für Entwicklung des Einzelhandels im Wangerland

Wangerland/Hooksiel (9. 2. 2024) – Die Gemeinde Wangerland hat die Firma Dr. Lademann & Partner Gesellschaft für Unternehmens- und Kommunalberatung (Hamburg), mit der Fortschreibung des Einzelhandels-Entwicklungskonzepts beautragt. Auf Grundlage der Studie solle der Einzelhandel im Wangerland zielgerichtet weiter entwickelt werden, teilt die Gemeinde mit.

Unter anderem dürfe es bei der Untersuchng auch darum gehen, ob die Kaufkraft in Hooksiel die Ansiedlung eines Discounters im Ort rechtfertigt. Bestätigt ist, dass sich die „Netto“-Kette nach ihrem Rückzug aus Hohenkirchen für einen Standort in Hooksiel interessiert.

Auf Grundlage der Analyse der vorhandenen Ist-Situation im Gemeindegebiet soll untersucht werden, welche Einzelhandelsentwicklungen für das Wangerland und seine Ortsteile erforderlich sind.Erkenntnisse erhofft man sich besonders dazu, welche Standorte und Aspekte bei der Ansiedlung von Unternehmen bestimmter Branchen beachtet werden sollten.

„Einzelhandels- und Zentrenkonzepte dienen als Entscheidungsgrunlage zur planerischen Bewertung für Neuansiedlungen, Investorenfragen und Planvorhaben“, so die Gemeinde in ihrer Mitteilung. „Die Neuaufstellung soll die bisherige Steuerungspraxis überprüfen sowie unter Ausschöpfung der Steuerungs- und Lenkungsmöglichkeiten, vor allem hinsichtlich der Lebensmittel-Nahversorgung,) zu einer Stärkung und Attraktivitätssteigerung des Einzelhandelsstandorts Wangerland insgesamt beitragen.“

Für die Neuaufstellung des Einzelhandelskonzepts werden Mitarbeiter der Firma Dr. Lademann & Partner in der Gemeinde von Februar bis April Bestandserhebungen im Einzelhandel und in ausgewählten Lagen auch bei Dienstleistungs- und Gastronomiebetrieben durchgeführt. Die Gemeinde bittet Bürger und Geschäftsleute, das Beraterteam durch Mitwirkung etwa bei Befragungen zu unterstützen. „ Ihre Daten werden in jedem Fall anonym erfasst und verarbeitet“, versichert die Gemeide. Ansprechpartner im Rathaus für das Thema sind seitens der Gemeinde Nicole Lunscken und Adrian Waldau.

Hooksieler Feuerwehr lädt alle Bürger ins neue Gerätehaus ein

Neubau Feuerwehrhaus Hooksiel
Inzwischen sind auch die vier großen Tore der Fahrzeughalle im neuen Feuerwehrgerätehaus installiert. Die Zufahrt von dort zur Straße Hohe Weg muss noch angelegt werden. Foto: Feuerwehr

Hooksiel (8. 2. 2024) – Der finale Fahrplan für den Umzug der Freiwilligen Feuerwehr Hooksiel in das neue Gerätehaus steht. Bis Ende März werden die Handwerker mit dem Innenausbau des Neubaus am Hohen Weg fertig sein. Danach werden Feuerwehr und Jugendfeuerwehr ihr derzeitiges Domizil am alten Hafen räumen und ihre Utensilien vom Feuerwehrschlauch über die Einsatzausrüstung bis zur Büroausstattung in die neue Unterkunft bringen.

Der Zeitplan ist für alle Beteiligten eng. Im Innenbereich des Neubaus arbeiten derzeit die Maler, Zwei Räume müssen noch gefliest, Sanitär- und Lüftungsanlagen montiert, Umkleideschränke aufgestellt werden. Noch einiges zu tun gibt es im Außenbereich. Auf dem Grundstück steht jede Menge Wasser, obwohl bereits eine Drainage und jede Menge Sand eingebaut wurden. Zum Aufgabenkatalog gehören zudem der Außenwaschplatz für die Feuerwehrfahrzeuge, eine Terrasse samt Überdachung und die Zufahren zum Gelänge – zum einen für Privatwagen, zum anderen für die Einsatzfahrzeuge der Wehr. 

Um die direkte Zufahrt aus der Fahrzeughalle zur Straße Hohe Weg zu ermöglichen, muss der dortige Straßengraben verrohrt und der vorhandene Grünstreifen zurückgebaut werden. „Das wird sportlich“, sagte Ortsbrandmeister Jörg Nöchel. „Aber wir sind überzeugt davon, dass der Zeitplan eingehalten werden wird.“

Ortsbrandsmeister Jörg Nöchel
Auch beim Innenausbau ist noch einiges zu tun. Aber Ortsbrandmeister Jörg Nöchel ist sich sicher, dass der Zeitplan für den Umzug und die Eröffnungsfeier am 9. Mai gehalten werden kann. Foto: hol

Denn: Nach dem Umzug wartet ein wichtiger Termin auf die Hooksieler Feuerwehr-Familie. Am Donnerstag, 9. Mai, dem Himmelfahrtstag, ab 10 Uhr wird die Einweihung des Feuerwehrgerätehaus mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert, zu dem alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. Und es gibt noch weitere Gründe für einen ordentlichen Festakt. Die Hooksieler Wehr wurde im vergangenen Jahre 100 Jahre alt, die Jugendfeuerwehr 50 Jahre und der Förderverein der Wehr blickt auf 20 Jahre zurück. Die Jubiläumsfeiern wurden mit Blick auf die Einweihung des Feuerwehrgerätehauses auf dieses Jahr verschoben.

„Natürlich wird es einen Festakt mit ein paar Reden geben“, sagt Nöchel. Wichtiger sei aber, dass das neue Gebäude an die Bürger von Hooksiel, die Eigentümer, übergeben wird, die es dann den Feuerwehrleuten als Nutzer zur Verfügung stellen. Geplant seien neben der Präsentation des Neubaus unter anderem eine Fahzeugausstellung, Spiele für Klein und Groß sowie reichlich Speisen und Getränke für jedermann.

Präventionsrat sucht Vorsitzenden

Wangerland/Hooksiel (8. 2. 2024) – Der Präventionsrat Wangerland benötigt eine neue Vorsitzende oder einen neuen Vorsitzenden. Wie Amtsinhaber Renke Thiemann (Waddewarden) vor dem Sozialausschuss des Gemeinderates sagte, fehle ihm aus beruflichen Gründen die Zeit, die mit der Aufgabe zusammenhängenden Termine und Veranstaltungen angemessen wahrzunehmen. 

Die Neuwahl des Vorstandes soll am Montag, 5. März, erfolgen. Thiemann hatte den Posten des Vorsitzenden im November 2022 von Renate Janßen-Niemann übernommen, die 2002 zu den Gründungsmitgliedern der Organisation zählte. Zu den Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit zählen traditionell die Sucht- und die Gewaltprävention. Enge Kooperationspartner sind die Jugendpflege der Gemeinde und die Präventionsbeauftragten der Polizei.

Als nächste Aktivität unterstützt der Präventionsrat Wangerland einen Vortrag von Christoph Rickels am 6. März in der Oberschule in Hohenkirchen. Rickels, 1987 in Jever geboren, ist selbst Gewaltopfer. 2007 traf ihn bei einer Diskotheken-Auseinandersetzung ein Faustschlag, der sein Leben veränderte. Der junge Mann ist seither zu 80 Prozent schwerbehindert. Sein Engagement für Gewaltprävention wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Ganztag an allen Grundschulen: Gemeinde pocht auf Förderung

Wangerland/Hooksiel (7. 2. 2024) – Die Gemeinde Wangerland muss noch erhebliche Anstrengungen stemmen, um den künftigen Anforderungen an den Grundschulbetrieb gerecht zu werden. Wie Markus Gellert, zuständiger Abteilungsleiter der Gemeindeverwaltung, vor dem Schulausschuss sagte, soll ab dem Schuljahr 2026/2027 in Niedersachsen zunächst für die ersten Klassen flächendeckend Ganztagunterricht angeboten werden. Das Angebot solle dann Jahr für Jahr bis Klasse 4 erweitert werden. 

Betreuung täglich von 8 bis 16 Uhr

Vorgesehen sei eine Betreuungszeit von montags bis freitags, jeweils von 8 bis 16 Uhr. Auch wenn die pädagogischen Konzepte für die drei Grundschulen im Wangerland (Hooksiel, Tettens, Hohenkirchen) noch nicht erarbeitet sind, sei absehbar, so Gellert, dass es mit den Räumlichkeiten an der GS Hohenkirchen Probleme geben könnte. 

Ganztaguntericht setzt voraus, dass die Kinder in der Schule zu Mitttag essen können. Anders als in Hooksiel und Tettens gibt es derzeit in Hohenkirchen noch keinen Ganztag. Als Schulträger müsse die Gemeinde investieren.Wie hoch der Investitionsbedarf genau ist, stehe noch nicht fest, so Gellert. Es werde zwar Fördertöpfe geben, aber – da ist man sich im Rathaus einig – auf die Gemeinde kommen dennoch Belastungen zu. Gellert: „Wir haben noch zweieinhalb Jahre Zeit. Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen.“

Kooperationspartner gesucht

Derzeit wisse noch niemand, wie die Förderungen ausgestaltet werden, so Gellert. Hinzu komme, dass ein verlängerter Schulunterricht mit erhöhten Energie- und Reinigungskosten einhergehe. Auch die Schulleitungen stehen vor Herausforderungen. Für die über den Unterricht hinaus gehende Betreuungszeit seien die Schulen auf Kooperationspartner wie Vereine oder Feuerwehren angewiesen. Hinzu komme, dass die Schließzeit der Schulen in den Sommerferien nur noch vier Wochen umfassen soll. In der übrigen unterrichtsfreien Zeit muss es ein Betreuungsangebot für die Kinder geben. 

Gespräche mit dem Landkreis

Die Hoffnungen von Bürgermeister Mario Szlezak ruhen auf Bundes- und Landesprogrammen. Ziel müsse es zwar sein, alle drei Schulen im Wangerland zeitgleich für den erweiterten Ganztagunterricht fit zu machen. Verpflichtend sei das seiner Ansicht nach aber zum Start noch nicht. Szlezak verweist zudem auf laufende Gespräche mit dem Landkreis Friesland, der auf dem Bildungscampus in Hohenkirchen als Träger für die Oberschule zuständig ist. „Wir werden die vorhandenen Räume auf dem Campus sortieren. Vielleicht findet sich dabei eine gemeinsame Lösung.“

Gespräche helfen gegen Unsinn

Skaterplatz
Ein Graffiti-Künstler aus Wilhelmshaven soll im Mai den Container an der Skateranlage in Hooksiel verschönern. Archiv-Foto: hol

Wangerland/Hooksiel (7. 2. 2024) – Der Skatboardplatz am Sportplatz von Hooksiel soll weiter aufgwertet werden. Das hat Imke Gerdes, Leiterin der Jugendpflege der Gemeinde Wangerland, vor dem Ratsausschuss für Schulen, Jugend, Kultur und Soziales angekündigt. 

Am Rande des Platzes wurde im Sommer vergangenen Jahres ein alter Container mit einer Sitzgelegenheit aufgestellt. Der soll jetzt im Mai im Rahmen einer Aktion mit Graffiti verschönert werden. „Wir stehen schon mit einem Künstler aus Wilhelmshaven in Kontakt“, sagte Imke Gerdes in ihrem Bericht zur Jugendarbeit.

Die Jugendpflege betreut unter anderem Jugendräume in Hooksiel, Waddewarden, Minsen, Hohenkirchen, Tettens und Wiefels. „Sehr schön“ sei es, so Gerdes, dass der Jugendraum in Hooksiel (Eingang an der Rückseite der Turnhalle) aktuell neben dienstags (15 bis 20 Uhr) auch freitags (16 bis 20 Uhr) geöffnet sei. Vanessa Müller, angehende Sozialpädagogin aus Hooksiel, übernimmt hier im Rahmen ihres Jahrespraktikums die Betreuung von Kindern und Jugendlichen. 

Die meisten anderen Anlaufstellen würden von unterschiedlich starken Gruppen besucht. In Waddewarden sei die übliche Frequenz von 15 bis 20 Kindern und Jugendlichen zurzeit etwa zurückgegangen. Ein Problem sieht Imke Gerdes darin nicht. „So hat man auch mal Zeit für Einzelgespräche, etwa wenn Jugendlichen Probleme mit ihre Zeugnis haben.“

Die Raumsituation in Hohenkirchen, wo rund 30 Heranwachsende betreut werden, sei sehr beengt. Durch Gespräche versuche man hier, eine kleine Gruppe von Jugendlichen, die im Ort durch „Unsinn“ auffalle, wieder „in die Spur“ zu bringen. So seien etwa Eier an die Fenster einer Altenwohnanlage geworfen worden, oder mehrfach Böller in einen privaten Garten geworfen worden. In den Räumen der Jugendhilfe selbst werde hingegen kaum Blödsinn gemacht.

Derzeit würde die Jugendhilfe das Programm für den „Ferienpass“ 2024 zusammenstellen. Eine Übersicht mit den angebotenen Aktionen solle wieder in Form eines Heftes an Kinder und Jugendliche ausgegeben werden. Ausdrücklich ruft die Gemeinde potenzielle Anbieter von weiteren Ferienpass-Aktionen dazu auf, sich bei der Jugendhilfe zu melden (Telefon 04463/691 oder per Email an imke.gerdes@jugendpflege-wangerland.de).

Ausbildung in Hooksiel: Der Traumberuf gleich nebenan

Auf Hooksiel-Life startet heute eine kleine Serie. Wir werden in loser Folge Auszubildende vorstellen, die einen Ausbildungsplatz in einem Unternehmen, einem Betrieb oder in einer Praxis in Hooksiel gefunden haben.

Saskia Fiebig Hooksiel
Steht kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten: Saskia Fiebig (links) übt das Anlegen eines Verbandes bei ihrer Kollegin Mimi Albert. Foto: hol

Hooksiel (5. 2. 2024) – Viel mit Menschen zu tun haben, aber auch mit dem Computer arbeiten. Drinnen und auch mal draußen unterwegs sein. Eigene Verantwortung tragen, aber auch auf ein gutes Team bauen könnenan. Das waren einige der Vorstellungen, die sich Saskia Fiebig von ihrem künftigen Beruf gemacht hat. Die heute 21-jährige Hooksielerin begann dann 2021 eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten in der Hausarztpraxis Leffringhausen in Hooksiel. Eine Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut hat.

Im Gegenteil. „Ich habe meinen Traumberuf gefunden“, sagt Saskia Fiebig, die sich aktuell auf ihre Abschlussprüfung vorbereitet. Auch für die Zeit danach hat sie bereits eine Festanstellung: In einer Hausarzt-Praxis in Wilhelmshaven. Auch dann möchte die junge Frau in Hooksiel wohnen bleiben.

Anspruchsvolle Ausbildung

Saskia Fiebig hat die Oberschule in Hohenkirchen besucht und danach auf der BBS Jever ihren erweiterten Realschulabschluss gemacht, bevor sie ihre Ausbildung begann. Auch dazu gehört der Besuch der Berufsschule. Im ersten Lehrjahr zweimal, ab dem zweiten Lehrjahr einmal in der Woche. Die gesamte Ausbildung gliedert sich in Theorie und Praxis. Beides ist anspruchsvoll. 

„Du bist ja schon fast eine Ärztin …“ heißt es im Freundeskreis der jungen Hooksielerin manchmal. Aber die winkt ab. „Davon bin ich weit entfernt… .“ Aber dennoch, die Ausbildung ist nicht ohne. Die Anatomie des menschlichen Körpers, Skelett, Organe, Nervensystem, die möglichen Erkrankungen von Herz, Lunge und Kreislauf, Magen-Darm-Trakt und Haut, dazu die Infektionserkrankungen. Und natürlich gehören auch allgemein bildende Fächer wie etwa Deutsch, Sozialpolitik und Englisch oder auch Warenbeschaffung, Steuern, Abrechnung von medizinischen Leistungen und der Datenschutz zum Ausbildungskanon. 

Saskia Fiebig findet es toll, dass die Ärztekammer zudem noch Fortbildungsmöglichkeiten anbietet. Aber gerade die vielen praktischen Dinge lerne man in der täglichen Arbeit. „Blut abnehmen mag ich besonders gern“, sagt die Auszubildende. Sie habe ein gutes Auge dafür, die richtige Vene zu finden, bestätigen ihre erfahrenen Kolleginnen. Beim Verbandswechsel finde sie spannend zu verfolgen, wie eine gut versorgte Wunde heilt. 

Nähe zu Menschen

Toll sei am Beruf der Medizinischen Fachangestellten der direkte Umgang mit Menschen – in der Praxis, aber auch bei Hausbesuchen. „Bei vielen Patienten spürt man die Dankbarkeit, wenn man ihnen helfen kann.“ Aber große Nähe könne schmerzhaft sein. Etwa dann, wenn ein lieber Patient verstirbt. 

Natürlich gebe es auch Nörgler, die – manchmal ohne jeden Grund – ihren Unmut am Praxispersonal auslassen. In solchen Fällen setzt Saskia Fiebig auf die Erfahrung ihrer Kolleginnen, die dann die richtigen Worte finden. „Es ist gut zu wissen, dass einem jemand hilft, wenn man nicht mehr weiter weiß. Bei uns hier ist das wie in einer kleinen Familie.“

Nachfolgerin gesucht

Auch im Gesundheitswesen sind Fachkräfte Mangelware. Möglicherweise sind deshalb die Vergütungssätze für Auszubildenden deutlich erhöht worden. Aktuell liegt sie vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr zwischen 920 und 1075 Euro im Monat. 

Hausarzt Sascha Leffringhausen betreibt zwei Praxen, eine in Jever und eine in Hooksiel. An beiden Standort ist jeweils eine Auszubildende zur Medizinischen Fachangestellten (früher: Arzthelferin) beschäftigt. Das soll auch nach der Prüfung von Saskia Fiebig so bleiben. „Wir suchen aktuell nach einer neuen Auszubildenden“, sagt Leffringhausen. „Gefunden haben wir sie noch nicht.“

Anmerkung: Bereis erschienen ein Bericht über einen Kaufmann für Einzelhandel.

Rückkehr zum alten Steuersatz verteuert Strom und Gas

Hooksiel/Friesland (6. 2. 2024) – Der Energieversorger EWE wird seine Strom- und Gaspreise in der Grundversorgung zum 1. April anheben. Das hat das Oldenburger unternehmen, das auch für die Grundversorgung im Landkreis Friesland zuständig ist, heute mitgeteilt. Betroffen sind von der Preisanpassung nach den Worten von Oliver Bolay, Geschäftsführer der EWE Vertrieb GmbH, insgesamt 210.000 Strom- und 105.000 Gaskunden. 

EWE-Kunden zahlen ab April in der Grundversorgung für Strom pro Kilowattstunde brutto 38,95 Cent und damit 1,98 Cent mehr als heute. Der jährliche Grundpreis von derzeit brutto 199,55 Euro steigt auf brutto 206,29 Euro. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.800 Kilowattstunden ergeben sich dadurch nach Berechnungen der EWE Mehrkosten von rund 62 Euro im Jahr. Das Unternehmen betont, dass man seine Zusage, keine Erhöhung in den kalten Wintermonaten vorzunehmen, einhalte.

Als Gründe für die Strompreiserhöhung verweist Bolay auf gestiegene Netzentgelte und eine gestiegene Industrieumlage. Mit der Industrieumlage werden besonders stromintensive Betriebe von den Netzentgelten befreit. Die dadurch entstehenden Kosten würden auf alle Letztverbraucher umgelegt. 

Der Gaspreis steigt pro Kilowattstunde von netto 13,01 Cent auf netto 13,75 Cent. Da der aktuell bei Erdgas noch gültige reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent nach jetzigem Stand ab dem 1. April wieder auf 19 Prozent ansteigt, ergibt sich für EWE-Kunden dadurch ein neuer Bruttopreis von 16,36 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Ohne die Anhebung der Mehrwertsteuer läge der Bruttopreis bei 14,71 Cent. Hinzu kommt: Der jährliche Netto-Grundpreis steigt von 170.36 Euro auf 175,94 Euro. „Durch die Mehrwertsteuer-Anhebung ergibt sich aus dem neuen Nettopreis ein Bruttopreis von 209,37 Euro. Ohne die Anhebung der Mehrwertsteuer läge der Bruttopreis bei 188,26 Euro“, rechnet die EWE vor.

Als wesentlichen Grund für den Anstieg des Nettopreises bei Erdgas nennt Bolay den Anstieg des CO2-Preises und die auch bei Erdgas leicht gestiegenen Netzentgelte. Einem Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 17.500 Kilowattstunden Erdgas entstehen ab dem 1. April durch die Preisanhebung und die Anhebung der Mehrwertsteuer jährliche Mehrkosten von 455 Euro.

Der Großteil der EWE-Strom- und Gaskunden nutzt laut Bolay so genannte Laufzeitverträge mit einer Preisgarantie von zwölf Monaten. Diese seien deutlich günstiger als die Grundversorgungstarife. EWE rät von der Preisanpassung betroffenen Kunden dazu, die monatlichen Abschlagsbeträge entsprechend anzupassen, um so Nachzahlungen zu vermeiden.