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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Bessert die WTG ihr Parkkonzept nach?

Hooksiel (15. 11. 2023) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) will ihr Parkraumkonzept möglicherweise nachbessern. Das sagte Marketing-Chefin Larissa Strangmann gegenüber „Hooksiel-Life“. Grund dafür seien vor allem Wünsche und Anregungen von so genannten touristischen Leistungserbringern, also Vermieter und Gastronomen.

Die WTG hatte Ende Mai Parkuhren auf allen Parkplätzen am Strand aufgestellt. Während der Strandbesuch kostenfrei ist, müssen Autofahrer seither für ihren Stellplatz zahlen. Für eine halbe Stunde zum Beispiel 60 Cent, für eine Ganztageskarte 8 Euro. Bewirtschaftet werden die Parkplätze von 8 bis 20 Uhr. Die Parkgebühren hatten vor allem bei Urlaubern Kritik ausgelöst, die bislang mit einer Gästekarte ohnehin keinen Strandeintritt zahlen mussten. 

Parkuhr-Außenhafen
Die Parkuhren an den Stränden haben in diesem Sommer für viel Diskussionsstoff gesorgt. Jetzt will die WTG ihr Konzept in einigen Punkten nachbessern. Archiv-Foto: WTG

Die Parkgebühren sollen nach den Worten von Larissa Strangmann ganzjährig erheben werden, als auch in der Nebensaison, in den Herbst- und Wintermonaten. Neu nachdenken wolle man bei der WTG aber über die Einführung von Mehrtages- und Ganzjahres-Parkkarten. 

Gemeinsam mit der Gemeinde Wangerland werde man zudem den Vorschlag prüfen, dass die einmal entrichtete Parkgebühr sowohl für Parkplätze der WTG als auch für Stellflächen der Gemeinde Wangerland gilt. Dadurch müsste zum Beispiel ein Urlauber, der zunächst den Strand besucht und danach in einem Restaurant in Hooksiel essen gehen möchte, nicht zweimal fürs Parken zahlen.

Bislang hatte man bei der WTG derartige Vorschläge eher kritisch gesehen. Ein Grund: Das Bedienermenü an den Parkuhren soll so einfach wie möglich gestaltet sein, um die Nutzer nicht zu verwirren. „Möglicherweise müssen Gäste, die einen Mehrtages- oder Jahresparkschein kaufen wollen, das dann künftig bei den Tourist-Informationen machen“, beschreibt Larissa Strangmann eine denkbare Lösung. Vor einer Entscheidung werde die WTG sich aber eng mit der Gemeinde abstimmen. 

Wichtiger Baustein für die Energiewende

CDU bei TEs
Die TES-Manager (v.l.) Frank Albers und Sven Partzsch informierten zusammen mit dem WHV-Präsidenten John H. Niemann (2. v. r.) die CDU-Landtagsabgeordneten Hartmut Moorkamp, Saskia Buschmann, Björn Thümler, Katharina Jensen und Ulf Thiele. Foto: CDU

Hooksiel/Wilhelmshaven (15. 11. 2023) – Der weitere Ausbau der Hafeninfrastruktur in Wilhelmshaven sei dringend erforderlich, wenn die Energiewende in Deutschland gelingen soll. Das war der Eindruck, den die CDU-Politiker aus dem „Arbeitskreis Häfen und Schifffahrt“ bei einem Besuch beim Energiekonzern TES gewannen, der derzeit vor den Toren Hooksiels Milliarden-Investitionen anschiebt.

Fazit der Wangerländer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen: „Es müssen unbedingt Auflagen gelockert und Bürokratie abgebaut werden, damit wir im internationalen Wettbewerb im Energiesektor mithalten können!“ 

An der Bereisung der Wilhelmshavener Häfen nahmen auch Vertreter der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV) teil. Zum Programm gehörte auch ein Besuch am Containerhafen JadeWeserPort. Die Firma TES plant bekanntlich den Import grüner Gase (eNG), die in anderen Regionen der Welt aus regenerativen Energien erzeugt, per Schiff nach Wilhelmshaven transportiert und hier zum Teil in Wasserstoff umgewandelt werden sollen. Die erforderliche Unterstützung beim Bau der nötigen Hafeninfrastruktur von Bund und Land sei geboten, da Wilhelmshaven die besten Voraussetzungen für das Projekt biete. 

Basis rät zu Gasimporten aus Russland

Hooksiel/Hannover (15. 11. 2023) – Zu teuer, ökologisch gefährlich und überflüssig. Die Partei „die Basis“ stellt sich gegen Flüssigerdgas-Importe. Das ist das Ergebnis eines internen Meinungsbildungsprozesses, für den sich etwa 50 Parteimitglieder Ende Oktober in Hooksiel getroffen hatten. Nach der Diskussion, ohne externe Fachleute, hatte man sich den Wilhelmshavener LNG-Terminal samt der FSRU (Floating Storage and Regasification Unit) „Höegh Esperanza“ von der Seeseite aus angesehen. 

Mit Blick auf das Ökosystem Wattenmeer und eine nahe gelegene Miesmuschelkultur fordert die aus der Protestbewegung gegen die „Corona-Regeln“ entstandene Partei, dass die FSRU nicht mit einer Elektrochlorierung als Antifouling-System betrieben werden darf. Die Chlorierung soll den Wärmetauscher an Bord frei von Algen und Muscheln halten. „Da unbekannt ist und nicht untersucht wurde, welche Nebenprodukte dabei insgesamt entstehen, kann es negative Auswirkungen auf die Flora und Fauna des Weltnaturerbes Wattenmeer haben“, sagt Roger Staves, Vorsitzender des Basis-Kreisverbandes Küste-Jade. 

Weitere Kritikpunkte: Der Import von Fracking Gas hauptsächlich aus den USA sei nicht akzeptabel. LNG, das die Folgen des Ausfalls russischen Pipeline-Gases abfedern soll, weise insgesamt vor allem durch das Entweichen von Klimaschädling Methan eine schlechte Umweltbilanz auf. Zudem koste die FSRU den Steuerzahler 120 000 Euro am Tag. Die Bereitstellung der Infrastruktur erhöhe den Gaspreis. Dabei decke das importiere LNG lediglich fünf Prozent des deutschen Gasverbrauches. 

Die Basis fordert transparente Informationen über mögliche Einflüsse auf die Umwelt durch Behörden und unabhängige wissenschaftliche Institute. Der Einsatz von FSRU im Jadebusen müsse von einem umfangreiches Biomonitoring begleitet werden. Außerdem sollte die Umweltverträglichkeitsprüfung nachgeholt werden. 

Die Basis sieht nach eigenem Bekunden aktuell keine Gasmangel-Lage in Deutschland. Da der Import von Erdgas nicht auf der Sanktionsliste stehe, könnte Deutschland über den intakten Teil der Ostseepipeline „NordStream II“ bis zu 27 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland importieren.

Sturm drückt Fähre gegen Kaianlage

Wangerland/Harlesiel (14. 11. 2023) – Aufgrund des starken Windes ist heute gegen 10 Uhr eine Personenfähre im Hafen von Harlesiel mit zwei kleineren Fahrzeugen und einer Steganlage kollidiert. Verletzte gab es nach Angaben der Polizei nicht. 

Die von Wangerooge kommende Fähre wollte in den Hafen von Harlesiel einlaufen. An Bord befanden sich 143 Fahrgäste. In Höhe des Liegeplatzes beabsichtigte der Kapitän, das Schiff im Hafenbecken wie üblich zu drehen, jedoch sei das erste Manöver aufgrund des starken Westwindes, der zeitweise in Böen neun Windstärken erreichte, misslungen, berichtet die Wasserschutzpolizei. 

Der Kapitän entschied sich, weiter in das geschütztere Hafenbecken zu fahren, um hier ein Drehmanöver über Steuerbord zu fahren. Aber auch dieses Manöver misslang, da das Schiff keine Fahrt mehr machen konnte und vom Wind in Richtung der östlichen Kaianlage gedrückt wurde. 

Es kam dann laut Polizei zu einer leichten Kollision mit dem Bug mit einer kleinen Schnellfähre. Um weitere Schäden zu verhindern, steuerte der Kapitän die Personenfähre rückwärts wieder in Richtung Hafeneinfahrt. Bei diesem Versuch habe die Fähre mit dem Heck eine Steganlage am Westkaje des Hafens sowie ein weiteres am Steg liegendes Fahrzeug beschädigt.

An der Personenfähre ist am Bug und Heck lediglich Farbabrieb zu erkennen. Da alle Fahrzeuge bei diesem Seeunfall beschädigt worden sind, müsse eine Begutachtung erfolgen. Die Wasserschutzpolizeistation Wilhelmshaven hat die Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen.

„Küstenkinder“ trotzen dem Regen

Laternelaufen hooksiel
Der Dauerregen konnte die Kinder nicht abschrecken. Mit der Laterne in der Hand ging es am Montag Abend durch Hooksiel. Foto: hol

Hooksiel (14. 11. 2023) – Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte: Handelsübliche Laternen sind wasserfest. Und das ist auch gut so. Sonst hätten die Hooksieler Kinder, die am Montag bei strömendem Regen mit ihren Leuchten durch den Ort zogen, nur halb so viel Spaß gehabt. 

Die Organisatoren des Umzugs von der Dorfgemeinschaft hatten noch kurz vor 16 Uhr große Zweifel, ob angesichts der Wetterlage überhaupt jemand zum Startpunkt am Kindergarten „Küstenkinder“ kommen würde. Doch dann strömten sie doch herbei: Kinder, Mütter, Väter – gut gelaunt, regenfest verpackt.

Und auch die Feuerwehr war pünktlich zur Stelle, um den Laternenumzug mit rund 200 Teilnehmern abzusichern. Vorweg ein Feuerwehrauto, an allen Straßeneinmündungen Feuerwehrleute mit Warnleuchten und mittendrin die Kinder und die Erzieherinnen aus dem Kindergarten, die immer wieder versuchten, Laterne-Lieder anzustimmen. Ein schwieriges Unterfangen, zumal die Zettel mit den Liedtexten schnell durchnässt waren.

Laternelaufen Hooksiel
Die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel sicherte den Laternenumzug ab. Foto: privat

Vom Kreuzhamm ging es quer durch den Ort zum Gästehause. Am daneben liegenden Awo-Heim warteten bereits die Helfer der Hooksieler Arbeitsgruppe, die Kinder und Erwachse in der Goepelscheune mit einer warmen Bratwurst versorgten. Und dann gab es doch noch die gemeinsamen Lider: „Laterne, Laterne Sonne, Mond und Sterne …“ Und zum Ausklang des rustikalen Erlebnisses ertönte dann noch einmal das Martinshorn der Feuerwehr. Kinderherz, was willst du mehr ….

Tödlicher Unfall auf Bundesstraße

Unfall b210
Tödlich verunglückt ist in der Nacht zum Dienstag ein 37-Jähriger auf der B 210. Foto: Polizei

Roffhausen (14. 11. 2023) – Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 210 ist in der Nacht zum Dienstag ein Mann gestorben. Wie die Polizei mitteilt, war der 37-Jährige gegen 0.50 Uhr von Schortens kommend in Richtung Wilhelmshaven unterwegs. In einer langgezogenen Linkskurve vor der Kreuzung Orbisstraße/Oldenburger Damm sei es dann aus ungeklärter Ursache zu dem Unglück gekommen.

Der Fahrer sei in der Linkskurve nach links von der Fahrbahn auf die Berme abgekommen und habe die Leitplanke touchiert. Anschließend kam der Wagen rechts von der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen einen Baum, der aufgrund des Aufpralles auf die B 210 stürzet. „Durch den Aufprall erlitt der Mann derart schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstarb“, so die Polizei. Die B210 wurde in Fahrtrichtung Wilhelmshaven während der Bergungsarbeiten voll gesperrt.

Ungefährdeter Sieg gegen Varel II

Hooksiel (13. 11. 2023) – Die Herren-50 Tennisspieler des FC Nordsee Hooksiel haben am Sonntag in der Bezirksklasse einen klaren Sieg verbucht. Gegen TV Varel II gewannen das Team um Mannschaftsführer Mirko Ortmanns ungefährdet mit 6:0.

Spitzenspieler Thomas Otte (6:2, 6:0) ließ im Einzel an Position eins ebenso wenig etwas anbrennen wird Robert Lebin an zwei (6:3, 6:1) und Thorsten Csikos an vier (6:0, 6:0). Spannend war leidlich das Match von Mirko Ortmanns an drei, bei dem nach 6:3 und 2:6 der dritte Satz entscheiden musste, der als Matchtiebreak bis 10 Punkte ausgespielt wird. Allerdings muss der Sieger mindestens zwei Punkte Vorsprung haben. Am Ende war es der Hooksieler, der mit 15:13 die Nase vorn hatte. 

Die beiden Doppelpaarungen sicherten Ortmanns/Csikos (6:3, 6:3) und Otte/Alexander Scholz (6:3, 6:1) für den FCN. Die Herren 50 belegt nach zwei Spieltagen und 3:1 Punkten punktgleich mit der JTG Wilhelmshaven und dem SV Nordenham Platz zwei der Tabelle. 

Am nächsten Sonntag geht es für die Ü 50 zum Spitzenspiel nach Nordenham. Die Herren 60 des FCN steigt am Samstag mit ihrem ersten Spiel in Aurich in die Saison ein. 

Wo altersgerechtes Wohnen in den eigenen vier Wänden noch möglich ist

Gerd Nedzolka
Gerd Niedzolka fühlt sich wohl in seiner Wohnung in der Altenwohnanlage an der Goedeke-Michel-Straße in Hooksiel. Er ist erster Anprechpartner für die Wobau-Hausverwaltung vor Ort. Foto: hol

Hooksiel (12. 11. 2023) – Wie wollen wir im Alter leben? Diese Frage stellen sich viele Bürgerinnen und Bürger. In unserem Eigenheim? Viel zu groß. In der Mietwohnung im dritten Stock? Nur beschwerlich zu erreichen. Im Altersheim? Zu teuer.

Eine gute Antwort auf die Frage hat Gerd Niedzolka gefunden, der vor über 50 Jahren im Zuge der Aufspülungen des Voslapper Grodens als Arbeiter nach Hooksiel zog und jetzt seit 13 Jahren zusammen mit seiner Frau in einer Altenwohnung in der Goedeke-Michel-Straße wohnt. Die insgesamt 22 ebenerdigen Zwei-Zimmer-Wohnungen in ruhiger Sackgassenlage sind optimal geschnitten, bieten Privatsphäre und sind mit um die 370 Euro Miete vor allem auch für Menschen mit kleinerer Rente noch bezahlbar. 

„Wir fühlen uns sehr wohl hier“, sagt Niedzolka. Er ist vor Ort erster Ansprechpartner der Hausverwaltung der Wohnungsbau Friesland GmbH mit Sitz in Jever, stellt die Mülltonnen zeitgerecht an die Straße und schaut hier und dort in der Anlage nach dem Rechten.

Altenwohnungen Hooksiel
Die Vergabe der sehr begehrten Altenwohnungen in Hooksiel erfolgt nach einer Warteliste. Foto: hol

Einer der Mitgesellschafter der kommunal getragenen „Wobau“ ist die Gemeinde Wangerland, die ein Vorschlagsrecht für die Belegung für die Altenwohnungen in Hooksiel sowie für weitere vergleichbare Wohnungen in Hohenkirchen (Kattrepel und Anton-Günther-Straße) hat. Insgesamt hat die Wobau 1400 Wohnungen im Landkreis Friesland im Bestand. Rund 25 Prozent davon wurden öffentlich gefördert.

„Es gibt insgesamt zu wenig günstige Wohnungen“, sagte Wobau-Geschäftsführer Jörg Tantzen im Gespräch mit „Hooksiel-Life“. Daran werde sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die Wobau habe jedenfalls angeschickt der aktuelle Baupreis- und Zinslage keine Neubauten in der Planung.

Entsprechend lang seien die Wartelisten mit Interessenten, die die Wobau-Mitarbeiter und die Gemeindeverwaltung gleichermaßen im Blick haben. „Wir haben natürlich ein Interesse daran, eine Wohnung, die aus welchen Gründen auch immer leer wird, so schnell wie möglich wieder zu vermieten“, beteuert Tanten. Aber nicht in jedem Fall sei das von einer auf die andere Woche möglich.

„Mietverträge laufen nach dem Tod eines Bewohners grundsätzlich noch drei Monate weiter“, so der Immobilienfachmann. Ob die Wohnung tatsächlich so lange unbewohnt bleiben muss, hänge zum Beispiel vom Zeitplan der Angehörigen ab, die die Wohnung räumen wollen. Manchmal müssen die Räume aber vor der Übergabe an neue Mieter auch renoviert werden. Wenn sich Mieter und Nachmieter einige seien, könne die Übergabe auch sehr zügig erfolgen.

„Die Neuvergabe der Altenwohnungen erfolgt strikt nach der Warteliste“, beteuert auch Markus Gellert, für soziale Belange zuständiger Abteilungsleiter der Gemeinde Wangerland. „Wird eine Wohnung frei, wird der nächste Bewerber gefragt. Hat der dann doch kein Interesse mehr, ist die nächste Person auf der Liste dran.“ 

Auf die Warteliste kommt nur, wer entsprechende Voraussetzungen erfüllt. Potenzielle Mieter benötigen einen Wohnberechtigungsschein. Er ist Voraussetzung dafür, dass man eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnung beziehen darf. Darüber hinaus müssen die Bewerber in der Regel mindestens 60 Jahre alt sein und bereits vor dem Umzug ihren Wohnsitz im Wangerland gehabt haben. 

Diese Barrieren sollen unter anderem verhindern, dass sich gut betuchte Auswärtige im Wangerland eine Altenwohnung als Ferienwohnung halten. Nach dem Eindruck von Gerd Niedzolka klappt das auch sehr gut. Allerdings hätten heute die Bewohner der Altenwohnungen fast alle ein Auto, einige auch zwei. Das werde es denn schon mal eng. „Als die Wohnanlage gebaut wurde, hat man je Wohnung mit einem halben Pkw-Stellplatz geplant“, sagt Niedzolka. „Benötigt werden heute aber eher anderthalb.“

Tagsüber geschlossene Rollländen sind ein Signal für Einbrecher

Friesland/Hooksiel (11. 11. 2023) – Einbrecher sind findig. Scheitern sie an den Türen, nehmen sie häuft die Fenster ins Visier. Im Rahmen der Informationsoffensive der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland und des Vereins zur Förderung kommunaler Prävention (VKP) zum Thema Einbruchschutz geben die Fachleute Tipps zur Sicherung von Häusern. 

Heute geht es vorrangig um die Fenster. „Übliche Fensterkonstruktionen bieten in der Regel keinen Schutz – meist werden sie vom Einbrecher mit einfachem Werkzeug aufgehebelt“, sagt Katja Reents, Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion. Besonders gefährdet seien leicht erreichbare Fenster-, Terrassen- und Balkontüren. 

Pressebild PI Einbruch

Leicht gemacht werde es den Dieben natürlich dann, wenn Fenster und Türen gar nicht verschlossen sind. Eine wichtige Verhaltensregel, so Reents: „Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit. Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen.“
Foto: Polizeiliche Kriminalprävention

Rollläden böten in der Nacht einen gewissen Schutz. Aber: Sind die Rollläden tagsüber herunter gelassen, sei das ein Signal dafür, dass die Bewohner abwesend sind. Quasi eine Einladung für Einbrecher.

Die Fachleuten raten zum Einbau von geprüft einbruchhemmenden Fenstern, Balkon- und Terrassentüren nach der Norm DIN EN 1627 (mindestens Widerstandsklasse [RC] 2). „Sie bieten einen guten Einbruchschutz“, versichert Katja Reents. In der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung) gebe es dann keinen Schwachpunkt. 

Alte Fenster sicherer machen

Auch im Nachhinein kann der Einbruchschutz von Fenstern noch deutlich verbessert werden. Einbruchhemmende Fensterbeschläge und abschließbare Fenstergriffe erhöhen den Schutz. Bei Holz- oder Kunststofffenstern mit Einhand-Drehkippbeschlägen könnten Fachbetriebe häufig den vorhandenen Beschlag um Sicherheitselemente erweitern. Abschließbare Fenstergriffe allein reichen nicht aus, weil sie keinen Aufhebelschutz bieten. 

Ob Fenster für eine solche Nachrüstung geeignet sind, können Bürgerinnen und Bürger auch mit dem Präventionsteam der Polizei besprechen. Wichtig bei Umrüstungen sei aber immer auch eine fachgerechte Montage. 

Richtig befestigte Gitter bieten Schutz

Weitere Schwachpunkte können die Verglasungen (Schutz bieten nur einbruchhemmende Verbundsicherheitsgläser) und Kellerfenster sein. Schwer zu überwinden sind stabile Schutzgitter. Aber auch die müssen fachgerecht befestigt sein. Betongitter schützen nach den Erfahrungen der Polizei ebenfalls gut vor Einbrüchen. „In Kellerlichtschächten können Täter meist ungesehen arbeiten“, so das Präventionsteam. „Betonierten Kellerlichtschächten sollte beim Neubau der Vorzug gegeben werden. Sie lassen sich mechanisch besonders gut sichern.“ 

Als Ansprechpartnerinnen zum Einbruchschutz stehen in Wilhelmshaven Katja Reents, Beauftragte für Kriminalprävention (Tel. 04421/942-108) sowie fürs Jeverland Anja Kienetz, Sachbearbeiterin Prävention beim Polizeikommissariat Jever (Tel. 04461/7449-181) bereit. VKP-Geschäftsführerin Teelke Battermann ist unter Telefon 04421/7780942 zu erreichen. 

Großeinsatz mit Spezialkräften: Entwarnung nach Gasalarm im Bahnhof

Sande/Friesland (10 11. 2023) – Ein Gasalarm im Bahnhof Sande hat heute vormittag zu massiven Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs auf den Strecken Wilhelmshaven-Oldenburg sowie Sande-Esens geführt. Eine Reihe von Zugverbindungen fielen aus. Die Nordwestbahn (NWB) richtete Schienenersatzverkehre zwischen Wilhelmshaven und Varel sowie zwischen Heidmühle und Wilhelmshaven ein.

Kesselwagen Gasaustritt
Ein Trupp des Gefahrgutzuges des Landkreises Friesland überprüft unter vollem Atemschutz die Dichtigkeit des Kesselwagens auf dem Sander Bahnhof. Foto: Janssen

Der Bahnhof war gegen 9 Uhr komplett gesperrt worden, nachdem aus einem Gefahrgut-Güterzug ein zunächst unbekanntes Gas entwichen sein sollte. Ein Mitarbeiter am Bahnhof habe Gasgeruch wahrgenommen, so die Polizei. Kräfte der Feuerwehr Sande waren als erstes vor Ort, sperrten den Bereich um den Kesselwagen ab und evakuierten die auf dem Bahnsteig wartenden Fahrgäste. Parallel dazu wurden Spezialkräfte des Gefahrgutzuges des Landkreises Friesland alarmiert.

Der aus allen Feuerwehren in Friesland zusammengestellte Gefahrgutzug rückte mit rund 50 Kräften an. Erste Analysen ergaben, dass in dem leeren Kesselwagen, der in Richtung Wilhelmshaven unterwegs war, zuletzt Butan geladen war. Wie Gruppenführer Eike Janssen (Wangerland) schildert, sei ein Trupp des Gefahrgutzuges unter vollem Atemschutz zu dem Zug vorgerückt, um zu messen, ob tatsächlich Gas ausgetreten war. Zuvor hatte ein Notfallmanager der Deutschen Bahn das Gleisbett dafür freigegeben.

Bei den Messungen wurde kein Gas mehr festgestellt. Der Mitarbeiter, der den Geruch wahrgenommen hatte, wurde dennoch vorsorglich ärztlich untersucht. Neben dem Gefahrgutzug waren Polizei und Bundespolizei, rund 30 Kräfte der Feuerwehren Sande und Gödens sowie der Rettungsdienst Friesland und Kräfte des Roten Kreuzes vor Ort. Einsatzleiter Torsten Sölken, stellvertretender Gemeindebrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr in Sande, gab gegen 11.45 Uhr Entwarnung. Der Bahnhof wurde wieder freigegeben.