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Alle Beiträge zum Thema “Badestrand”

Finanzierung des Strandumbaus hängt am Kohlestrukturfonds

Hooksiel (15. 7. 2026) – Im Herbst dürfte Klarheit darüber bestehen, ob die Gemeinde Wangerland den geplanten Umbau des Badestrandes in Hooksiel auf den Weg bringen kann. Wie der Hochseile Ratsherr Dieter Schäfermeister (Pro Wangerland) am Montagabend vor der Männerrunde der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland um Herbert Ulfers sagte, werde im September das Vergabegremium für die Mittel aus dem Kohlestrukturfonds tagen. Falls das Strandprojekt berücksichtig werden sollte, dürfe die Finanzierung des rund 16 Millionen Euro teuern Vorhabens gesichert sein.

Zusätzlichen Buhnen und eine kleinw Seebrücke sollen dabei helfen, den Sand am Hooksieler Badestrand dauerhaft zu sichern. Foto: hol

Der Hooksieler Badestrand verliert in Höhe des Strandhauses 1 seit Jahren an Tiefe. Durch den Abtrag durch Strömung und Sturmfluten habe sich allein seit 2012 die Tiefe des Strandes um rund 200 Meter verringert. Um den Strand dauerhaft zu sichern, soll nach den Worten von Schäfermeier ein massives, 680 Meter hohes Deckwerk gebaut werden.

Promenade auf dem Bollwerk

Das im Erdreich verankerte Bauwerk aus vergossenen Wasserbausteinen soll sich vom Standhaus 1 in einem Bogen um Strandhaus 2 herum erstrecken. Auf dem Bauwerk soll eine Promenade zum Flanieren einladen. Treppendurchlässe würden den Weg zum Wasser und zum Watt auch weiterhin barrierefrei ermöglichen.

Das Bollwerk gegen die Fluten könnte nach Überzeugung von Fachleuten den dahinter liegenden Sand schützen. Zwischen Deichverteidigungsweg und Deckwerk sollen 250.00 Kubikmeter Sand aus der Jade auf eine Höhe von 3,70 Meter aufgespült werden. Die geschützte Fläche könne dann für Gastronomie und Erholung sowie für Freizeit und Sport genutzt werden. Unter anderem soll eine Veranstaltungsbühne installiert werden.

Touristische Infrastruktur sichern

Aktuell laufen die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren, das vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit Unterstützung der Gemeinde Wangerland vorangetrieben wird. Dem liege die Überzeugung zugrunde, so Schäfermeier, dass der Strandumbau realisierbar ist und dass die neu geschaffene Infrastruktur den Tourismus in Hooksiel und der gesamten Region nützen würde.

„Allein an den Stränden in Hooksiel zählt die Wangerland Touristik rund 25.000 Auto im Jahr mit WHV-Kennzeichen“, sagte Schäfermeier. Damit sei der Nachweis erbracht, dass der Hooksieler Strand auch als Naherholungsgebiet von Wilhelmshavener Bürgern genutzt wird.

Der vom Bund mit 152 Millionen Euro gespeiste Kohlestrukturfonds soll Infrastruktur-Projekte ermöglichen, die die wirtschaftlichen Nachteile der Region ausgleichen, die durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung entstehen. Die Gemeinde Wangerland selbst fehlt das Geld, das Vorhaben zu realisieren. Aktuell stünden lediglich 3,5 Millionen Euro aus der Tourismus-Förderung des Landes bereit, so Schäfermeier. „Ohne Mittel aus dem Strukturfonds hat sich das Thema für uns erledigt.“

Rat gibt Startschuss für finale Planung der Strandsicherung

Hooksiel (1. 7. 2026) – Der Rat der Gemeinde Wangerland steht einmütig hinter dem Projekt „Strandumbau“ Hooksiel. Einstimmig fassten die Ratsmitglieder am Dienstag Abend den Grundsatzbeschluss für das auf 16 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt zur Sicherung des Hooksieler Badestrandes.

Der Hooksieler Badestrand soll durch ein Deckwerk gesichert werden. Foto: hol

Der Beschluss hat zwei konkrete Folgen. Zum einen kann jetzt das Planfeststellungsverfahren beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) anlaufen, in dem Bürger und Behörden aller Art ihre Vorbehalte gegen das Projekt vorbringen können. Zum anderem eröffnet der Beschluss die Aussicht auf Fördergelder aus dem so genannten „Kohlestrukturfonds“, mit dem der Bund die wirtschaftlichen Nachteils in Folge des Ausstieges aus der Kohleverstromung für die Region ausgleichen will. In Aussicht gestellt ist eine Übernahme von 90 Prozent der Kosten. Das zuständige Vergabegremium tagt im September.

Wangerland setzt auf Fördermittel

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens, das nach Einschätzung von Ratsherr Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) mindestens ein Jahr lang dauern dürfte, müssen weitere Modelle und Studien zu möglichen Auswirkungen des Projektes auf Natur und Umwelt erstellt werden. Der Rat gab dafür bis zu 500.000 Euro frei, die aber auch durch Fördermittel abgedeckt werden, wenn das Projekt am Ende genehmig wird. Falls nicht, könnte die Gemeinde auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben.

Das „finanzielle Restrisiko“ habe in der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) Bauchschmerzen ausgelöst, sagte Gruppensprecherin Alice Brandenburg-Bienek (CDU). Dennoch stehe man zu dem Projekt, auch weil bereits in eine Machbarkeitsstudie Geld geflossen sei. Holger Ulfers (SPD) bekundete für seine Fraktion volle Zustimmung, „ohne jegliche Bauchschmerzen“. Ausdrücklich dankte er Schäfermeier, der das Vorhaben seit 2022 maßgeblich vorangetrieben habe. Für ihn, so Ulfers, sei der Umbau des Badestrandes nicht nur von touristische Bedeutung. Die Sicherung des Standkörpers im Umfeld des Strandhauses 1 verbessere auch den Küstenschutz für Hooksiel.

Massives Bauwerk soll Sand sichern

Schäfermeier hatte vor der Abstimmung noch einmal die Eckpunkte des Strandumbaus umrissen. Vom Strandhaus 1 würde in einem Bogen ein 650 Meter langes Deckwerk aus Schüttsteinen und Beton gebaut. Der 3,70 Meter Damm, der den Strand 30 bis 50 Jahre sichern soll, sei vergleichbar mit der aktuell laufenden Sicherung des Deichfußes zwischen dem LNG-Terminal und dem Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven.

Die Fläche zwischen dem mit einer Deckwerk und dem Deich werde mit 250.000 Kubikmeer Sand auf Höhe des Deichsicherungsweges aufgefüllt. In der Beschlussvorlage war noch von 100.000 Kubikmetern die Rede. Auf dem Sand entstehen Flächen für Gastronomie und Erholung sowie für Sport und Freizeit.

Der Strandzugang werde barrierefrei möglich sein. Dafür werde ein Weg vom Parkplatz am Außenhafen bis zum Strandhaus 1 gebaut. Im Deckwerk sind entsprechende Durchlässe vorgesehen. Ein ursprünglich vom Strandhaus 3 durch den naturbelassenen Strandbereich bis zum Standhaus 1 geplanten Holzsteg werde verkürzt, das Holz durch Kunststoff-Bohlen ersetzt. Dadurch sollen Kosten und Unterhaltungsaufwand deutlich verringert werden.

Wichtig für die Sicherung des Sandes am Badestrand sind nach den Worten von Schäfermeister Anfang der 1990er Jahre angelegte Buhnen. Die vier ins Watt ragenden Bauwerke sollen um zwei ergänzt und möglicherweise etwas verlängert werden. Schäfermeier zeigte sich zuversichtlich, dass die Mittel aus dem Kohlestrukturfonds bewilligt werde. Das Projekt habe regional Bedeutung und sei auch für Wilhelmshaven wichtig.

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Steht der Gemeinderat zum „Strandumbau Hooksiel“?

Hooksiel/Wangerland (23. 6. 2026) – Das Projekt „Strandumbau Hooksiel“ kommt in die entscheidende Phase. In der nächsten Sitzung des Rates der Gemeinde Wangerland am kommenden Dienstag, 30. Juni, ab 18 Uhr im Ratssaal in Hohenkirchen steht das Thema auf der Tagesordnung. Bevor die offizielle Planung beginnt und Anträge für Fördergelder gestellt werden können, muss die Gemeinde einen Grundsatzbeschluss fassen, dass sie zu dem laut Kostenschätzung 16 Millionen Euro teurem Vorhaben steht.

So könnte das Deckwerk verlaufen, das den Hooskieler Badestrand sichern soll. Grafik: Planungsbüro

Worum geht es? Der Hooksieler Badestrand am Strandhaus 1 ist in den vergangenen Jahrzehnten immer schmaler geworden. Sturmfluten und Strömung nagen am Strand, tragen Sand ab und gefährden inzwischen auch das Strandgebäude selbst. In dem von einer Vielzahl von Behörden und Verwaltungen unter Leitung des Hooksieler Ratsherren Dieter Schäfermeier entwickelten Projekt geht es im Kern darum, den Strand durch ein massives Betonbauwerk zu sichern. 

650 Meter langes Deckwerk

Eine Machbarkeitsstudie sieht ein etwa 650 Meter langes Deckwerk aus Schüttsteinen in Beton vor, das am Fuß durch eine Spundwand gesichert werden soll. Auf dem Deckwerk ist ein 4,5 Meter breiter Promenadenweg geplant. Drei zusätzlich in die Jade gesetzte Buhnen sollen weiteren Sandabtrag verhindern. 

In das Areal hinter dem Deckwerk werden rund 100.000 Kubikmeter Sand gespült werden. Hier könnten zum Beispiel Spiel- oder Veranstaltungsflächen entstehen. Ein wichtiger Punkt: Strand und Wasser sollen barrierefrei erreichbar sein.  Dafür ist eine Rampenanlage über den Hauptdeich und das Deckwerk vorgesehen.

Geld aus dem Kohlestrukturfonds

Finanziert werden soll das Projekt vornehmlich aus dem Kohlestrukturfonds des Bundes, durch den die Nachteile für die Region aus dem Ausstieg aus der Kohleverstromumg ausgeglichen werden sollen. Angestrebt wird eine maximale Förderquote von 90 Prozent. Zehn Prozent müsste die Gemeinde stemmen, gegebenenfalls auch mit Hilfe von Dritten wie dem Land Niedersachsen.

Vor dem Baubeginn stehen aber – neben dem Grundsatzbeschluss der Gemeinde – noch einige Hürden. So wird das NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserbau und Küstenschutz Nord) ein Planfeststellungsverfahren einleiten, in dem unter anderem in Modellen die Auswirkungen aufs Wattenmeer, auf Strömungen und Sandverschiebungen untersucht werden müssen.

Modelle zu den Auswirkungen

Allein diese Studien und Modelle dürften rund 500.000 Euro kosten, für die zunächst die Gemeinde als Antragstellerin gerade stehen muss. Falls das Projekt genehmig wird, können auch die im Rahmen der Planfeststellung anfallenden Untersuchungskosten über Fördergelder abgedeckt werden. Aber, so ein Risiko, das die Gemeindeverwaltung in der Beschlussvorlage für den Rat benennt: Wenn es am Ende keine Genehmigung gibt, gibt es auch kein Projekt und damit auch keine Projektförderung – die Gemeinde bliebe auf den Kosten für Modelle und Studien sitzen.

Verkauf der Rundinsel

Ob die Gemeinde dieses Risiko eingehen will, dürfte in der öffentlichen Ratssitzung diskutiert und entschieden werden. In weiteren Tagesordnungspunkten geht es unter anderem um die Bauleitplanung für Horumersiel, die Abschaffung der Wochenmarkt-Gebühren und die Schaffung von Wohn- und Gewerbeflächen in Tettens.

Wichtigster Punkt im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung dürfte der geplante Verkauf der Rundinsel im Wangermeer in Hohenkirchen werden. Mit einem finalen Beschluss sollen die monatelangen Verhandlungen über die Vertragskonditionen mit Dieter Boll, Mitgesellschafter im „Wangerland-Ressort“, abgeschlossen werden. 

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Deichband sieht am Badestrand keine Gefahr für den Küstenschutz

Wangerland/Wilhelmshaven (15. 4. 2026) – Die Deiche im Landkreis Friesland und im Bereich der Stadt Stadt Wilhelmshaven haben den Winter und die Sturmflutsaison gut überstanden. Davon überzeugten sich Vertreter des III. Oldenburgischen Deichbandes, der Deichschutzbehörden und der Kommunen am Dienstag bei der Frühjahrsdeichschau. Aber, auch das eine Erkenntnis: Es gibt mit Blick auf die Zukunft jede Menge Handlungsbedarf. Allein für 2026 plant der Deichband Investitionen in Höhe von sechs Millionen Euro.

Das Meer hat nach und nach weite Teile vom Hooksieler Badestrand abgetragen. Das Strandhaus 1 steht schon fast im Wasser. Eine Gefahr für den Küstenschutz sieht der III. Oldenburgische Deichband aber in der Entwicklung noch nicht. Foto: Jonas Abeldt

Im Fokus stehen dabei der Voslapper und der Rüstersieler Seedeich. Seit Jahren schon lässt der Deichband das Deckwerk des Deiches zwischen Hooksiel und dem Jade-Weser-Port erneuern. Stück für Stück. In 2026, so Verbandsvorsteher Eilt-Onno Garlichs, wird der etwa 350 Meter lange 15. Bauabschnitt angepackt. Veranschlagte Kosten: 3,8 Millionen Euro. In 2027, so die Planung, soll das Gesamtprojekt zum Schutz des Deichfußes gegen die anbrandende See dann abgeschlossen werden.

Kleidepots für Deicherhöhung

Abschließen will der Deichband in diesem Jahr auch die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Erhöhung und Verstärkung des Rüstersieler Seedeiches. Das Bollwerk hat nach Berechnung von Experten des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) einen so genannten Unterbestick von rund 1,4 Metern. Soll heißen: Damit der Deich auch mit Blick auf den zu erwartenden Anstieg des Meerwasserspiegels Wilhelmshaven schützen kann, muss er erhöht werden.

Im Rahmen der Frühjahrsdeichschau besprach Deichbandvorstehder Eilt-Onno Garlichs (rechts) eine Reihe von Projekten mit Ulrich Wegener von der Unteren Deichbehörde der Stadt Wilhelmshaven. Foto: hol

Insgesamt, so erläuterten Garlichs und Ulrich Wegener von der Unterer Deichschutzbehörde der Stadt Wilhelmshaven, werden dafür rund 200.000 Kubikmeter Klei als Deichbaustoff benötigt. „Auf Deponien an der Maade und in der Nähe des Jade-Weser-Ports haben wir schon 160.000 Kubikmeter gesammelt.“ Die benötige Restmenge soll im laufenden Jahr hinzukommen. Der Deichband rechnet für 2026 für das Projekt mit Ausgaben in Höhe von 600.000 Euro. 

Als weitere Großbaustelle zeichnet sich in Wilhelmshaven die Erneuerung des Deckwerkes auf einer Strecke von rund einem Kilometer Länge zwischen dem Helgolandkai und dem Fliegerdeich ab. Auch hierfür sollen im laufenden Jahr die Vorarbeiten vorangetrieben werden.

Schlussrechnung für Hooksiel

Nach drei Jahren abgeschlossen worden ist im vergangenen Jahr die Erhöhung des Hooksieler Seedeiches (zwischen Campingplatz und Strandhaus 1). Hier arbeite man aktuell nur noch an der Schlussrechnung, so Garlichs. Bei dem nächsten Großvorhaben in diesem Bereich, die Sicherung des Hooksieler Badestrandes, sieht er den Deichband selbst nur bedingt in der Pflicht. „Natürlich unterstützen wir das Projekt. Aber aus Sicht des Küstenschutzes ist es nicht notwendig. Insofern können wir auch keine Küstenschutzmittel dafür ausgeben.“

1,1 Millionen Euro will der Verband hingegen in diesem Jahr für den Schutz des Deichvorlandes zwischen Harlesiel und Schillig investieren. Hier sollen bestehende Lahnungsfelder instand gesetzt werden. Mit Hilfe des Verbundes aus Holzpfählen und Reisig wird die Fließgeschwindigkeit des Wassers gedrosselt und die Sedimentation, also die Ablagerung von Sand und Schlick, erhöht. 

Im Rahmen ihrer ganztägigen Bereisung begutachteten die Fachleute die Deiche von Varel über Stand bis Wilhelmshaven und weiter von Hooksiel für Schillig bis Harlesiel. Dabei ließen sie sich auch über den Stand der Arbeiten an den Schleusen in Wilhelmshaven (4. Einfahrt) und Hooksiel informieren. Die Sanierung der Bauwerke liegt in der Verantwortung des Bundes beziehungsweise des Landes. Die gute Botschaft für Hooksiel, so Garlichs: „NPorts hat angekündigt, dass die Schleuse wie zuletzt geplant zu Pfingsten wieder in Betrieb gehen kann.“

Wangerland Touristik Thalassa
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Verwaltungsgericht weist Klage gegen Parkgebühren ab

Hooksiel/Oldenburg (20. 3. 2026) – Gegen die Parkgebühren am Strand von Hooksiel ist aus rechtlicher Sicht nichts einzuwenden. Das zumindest ist die Einschätzung der 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Oldenburg. Die Juristen haben sich in dieser Woche mit der Klage von Janto Just auseinandergesetzt. Nach Ansicht des Kreistagsabgeordneten aus Schortens handelt es sich bei den Parkentgelten eigentlich um einen verkappten Strandeintritt, durch den der freie Zugang zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eingeschränkt wird. Die Kommerzialisierung des Strandzuganges in der Gemeinde Wangerland hatte das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) aber bereits 2017 für unzulässig erklärt.

Freier Strandzugang gewährleistet

Die Kammer folgte der Argumentation von Just nicht und wies die Klage ab. Die Erhebung von Parkentgelten auf den strandnahen Parkflächen durch die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) schränke das Recht auf freien Zugang zum Strand nicht ein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Kläger kann beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die Zulassung der Berufung beantragen.

Hooksielerin Strand
Der Hooksieler Strand ist auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Bus zu erreichen. Besucher müssten nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Oldenburg nicht zwingend Parkgebühren zahlen, wenn sie Erholung suchen. Archiv-Foto: hol

Wie Just gegenüber „Hooksiel-life“ ankündigte, werde er zunächst einmal die schriftliche Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichtes abwarten. Danach werde er voraussichtlich die Berufung beantragen. Er sei unverändert der Ansicht, dass die Gemeinde mit der Abschaffung des Strandeintritts bei gleichzeitigen Einführung von Parkentgelten lediglich ihr Finanzierungsmodell geändert habe.

Die Parkgebühren stehen nach Ansicht der 6. Kammer am Verwaltungsgericht „rechtlich und faktisch neben dem geschützten Betretungsrecht“. Dadurch werde freier Zugang zum Strand weder unmöglich gemacht noch unzumutbar erschwert. Die Parkplätze würden für die Erreichbarkeit der Strände nicht zwingend benötigt. So könnten Erholungsuchende die Strände auch mit Bussen, dem Fahrrad oder auf andere Weise aufsuchten. Das im Bundesnaturschutzgesetz geregelte Betretungsrecht der freien Landschaft umfasse nicht die kostenlose Inanspruchnahme einer dem frei zugänglichen Strand vorgelagerten Infrastruktur.

Parkentgelt kein verkappter Strandeintritt

Auch den Umstand, dass die Parkentgelte im zeitlichen Zusammenhang mit der Abschaffung des bis zur Strandsaison 2023 in den Strandbädern im Wangerland geltenden Strandeintritts eingeführt wurden, erachtet die Kammer als rechtmäßig. Die von Just angeprangerte erneute großflächige Kommerzialisierung des Strandzugangs sei hierin nicht zu erkennen. „Eine erneute Einführung von Strandgebühren durch einen Wechsel des Finanzierungsmodells in Form der Erhebung von Parkentgelten liegt nach Auffassung der Kammer nicht vor“, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts. „Vielmehr werden die Parkentgelte als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung von Parkraum erhoben.“

Anmerkung: Der Artikel wurde im Laufe des Tages ergänzt.

Gemeinde treibt Pläne für Sicherung des Badestrandes voran

Wangerland (18. 3. 2025) – Die Finanzlage der Gemeinde Wangerland ist angespannt. Die Schulden steigen. Dennoch verabschiedete der Rat am Dienstag einstimmig den Haushaltsansatz für 2026. Mehr noch: Sprecher von SPD, GfW (CDU, Grüne, FDP) und ZUW (Unabhängige) bedankten sich ausdrücklich bei der Verwaltung für deren gute Arbeit und die erhellende Klausurtagung, zu der sich alle drei politischen Lager vor einigen Tagen getroffen hatten.

Der Rat der Gemeinde Wangerland will die Planung für die Sicherung des Hooksieler Badestrandes vorantreiben. Für das nötige Verfahren stellt die Gemeinde 500.000 Euro bereit. Grafik: Planungsbüro

Die Finanzverwaltung geht für das laufende Jahr von Erträgen in Höhe von 26,4 Millionen Euro aus. Dem werden voraussichtlich Aufwendungen in Höhe von 27,6 Millionen Euro gegenüber stehen. Der Finanzhaushalt weist unter anderem Investitionen in Höhe von 8,1 Millionen Euro aus, die zum Teil durch neue Kredite finanziert werden müssen. 

Drei weitere Buhnen

Damit entsprach die Vorlage für den Rat dem vom Finanzausschuss empfohlenen Zahlenwerk. Mit einer Ausnahmen. Das Kommunalparlament bewilligte einvernehmlich auf Antrag der ZUW weitere 0,5 Millionen Euro. Wie ZUW-Sprecher Dieter Schäfermeier erläuterte, werde das Geld für die Finanzierung des Planfeststellungsverfahrens benötigt, das den Weg für die Sicherung des Hooksieler Badestrandes freimachen soll.

„Das Projekt Strandumbau wird nach wie vor sehr positiv bewertet“, versicherte Schäfermeier, der das Gemeinschaftsprojekt mit verschiedenen Landes- und Bundesbehörden seit über einem Jahr im Auftrag der Gemeinde begleitet. Die Nationalparkverwaltung habe grundsätzlich zugestimmt, drei weitere Buhnen zur Sicherung des Sandes zu bauen, wenn dadurch das Wattenmeer keinen Schaden nehme. 

Hoffnungen ruhen auf Kohlestrukturfonds

Grundlage für das Planfeststellungsverfahren, das im Auftrag der Gemeinde vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betrieben werden soll, wird eine Machbarkeitsstudie sein, die Fachbüros im vergangenen Jahr erarbeitet haben. Für die Finanzierung des bis zu 20 Millionen Euro teuren Vorhabens setzt die Gemeinde Wangerland auf den Kohlestrukturfonds, mit dem der Bund Regionen unterstützt, in denen Kohlekraftwerke stillgelegt wurden. Aus diesem Topf sollen später auch die Planungskosten rückerstattet werden.

Die steigende Verschuldung der Gemeinde sei nicht vermeidbar, sagte Bürgermeister Mario Szlezak. Das habe strukturelle Gründe. Zum einen gebe es in der Gemeinde auch als Folge des Entschuldungsvertrages mit dem Land (2012 bis 2022) erheblichen Nachholbedarf beim Unterhalt der Infrastruktur. Zum anderen stünden mit dem Bau eines Feuerwehrhauses und einer Grundschule in Hohenkirchen unvermeidbare Ausgaben im Bereich der Pflichtaufgaben der Gemeinde an. 

Zusätzliche Einnahmen aus Windenergie?

Dennoch sei nach seiner Überzeugung die Gemeinde Wangerland „finanziell grundsätzlich solide“ aufgestellt. Mit Blick in die Zukunft müsse aber auch die Einnahmeseite des Haushalts gestärkt werden. Dabei komme der Weiterentwicklung der Nutzung der Windenergie eine besondere Rolle zu. Bekanntlich gibt es mehrere Interessenten, die weitere Windparks bauen wollen. Es werde darauf ankommen, so Szlezak, die wirtschaftlichen Chancen zu nutzen und gleichzeitig den Schutz des Landschaftsbildes angemessen zu berücksichtigen.

Feuerwehrhaus und Grundschule

Um Platz für das Baufeld für das Feuerwehrgerätehaus zu bekommen, sollen im April die vorhandenen Gebäude auf dem Grundstück im Gewerbegebiet abgerissen werden. Geplant ist der Bau einer „Bunten Wache“, in der neben der Feuerwehr als Mieter auch die Polizei einquartiert werden soll. Der Neubau sei unverzichtbar und auch nicht von der Höhe möglicher Fördermittel abhängig zu machen, betonte der Bürgermeister. Das vorhandene Gerätehaus entspreche nicht mehr den Vorgaben der Feuerwehr-Unfallkasse, der Betrieb dort werde nur noch geduldet.

Einvernehmlich stellte der Rat sich auch hinter den geplanten Bau einer neuen Grundschule in der Nähe des Sportplatzes am Schulzentrum. Im Altbau am Alma-Rogge-Weg gebe es gerade mit Blick auf einen künftigen Ganztags-Schulbetrieb zu wenig Platz. Vor diesem Hintergrund lobte SPD-Fraktionssprecher Holger Ulfers ausdrücklich die Neubaulösung. Nur sie biete die Möglichkeit, auf künftige Bedarfe zu reagieren. Soll heißen: Steigt die Kinderzahl in Hohenkirchen in 10 oder 15 Jahren, könnte man den Neubau problemlos erweitern. 

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Anbau schafft mehr Sitzplätze in Gastronomie am Strand

Wangerland (12. 3. 2026) – Das gastronomische Angebot am Strand von Schillig wird erweitert. Das Eis-Café mit Imbiss erhält einen Anbau (Foto). Dort sollen 30 weitere Sitzplätze im Inneren entstehen.

Eis-Café und Imbiss sind an die Wickinger-Bäckerei samt Café und Außenterrasse angegliedert, die die Lorenz Bäcker Victorbur GmbH 2024 eröffnet hat. Das ganzjährig geöffnete Angebot wird offenbar gut angenommen, gerade auch von Nordseefreunden aus der Region, die in der Nebensaison gern an Strand und Deich frische Luft schnappen wollen.

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Pläne für die Sicherung des Hooksieler Strandes nehmen Gestalt an

Hooksiel (29. 10. 2025) – Die Überlegungen zur Sicherung des Hooksieler Badestrandes werden immer konkreter. Wie der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier (ZUW) am Dienstagabend beim Bürger- und Gästesnak des Seebadevereins Hooksiel erläuterte, sollen die finalen Pläne bis Anfang Dezember vorliegen. Damit könne die Gemeinde Wangerland als Bauherrin dann Zuschüsse beantragen. Daran würde sich ein Planfeststellungsverfahren anschließen.

Die Planskizze zeigt den Verlauf des geplanten Deckwerks um die Strandhäuser herum. Zudem soll die Zahl der ins Meer hinausragenden Buhnen von vier auf sieben erhöht werden. Die Fläche zwischen Deich und Deckwerk wird mit Sand aufgespült. Grafik: Planungsbüro

Schäfermeier schätzt die Kosten auf 8 bis 9 Millionen Euro. Die Bauarbeiten am Strand dürften sich über zwei Jahre hinziehen, sollen aber möglichst nicht in der Hauptsaison stattfinden. „Wir streben einen 100-Prozent-Finanzierung über Zuschüsse an“, sagte Schäfermeier. Möglich machen sollen das unter anderem Mittel aus dem Kohlestrukturfonds, die die Belastungen der abfedern sollen, die der Region durch den Ausstieg aus der Steinkohleverstromung entstehen.

Schutz für die nächsten Jahrzehnte

Hauptziel der Investition ist die Sicherung des Hooksieler Badestrandes für eine touristische Nutzung für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Wie Messungen aus den Jahren 2012, 2018 und 2024 gezeigt hätten, habe der Badestrand in den vergangenen zehn Jahren zwischen 70 und 80 Meter an Tiefe verloren. Der am Hauptstrand abgetragene Sand hat sich offenkundig in Richtung Campingplatz verlagert. In Höhe des Hundestrandes ist so eine Sandnase entstanden, die allerdings jetzt im Bereich der 1986 festgelegten Grenzen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer liegt.

Deckwerk auf 700 Meter Länge

Das Herzstück des Projektes ist der Bau eines Deckwerks, das künftig den Sand am Strand davor schützen soll, abgetragen zu werden. Der massive Sturmschutz werde deutlich kürzer ausfallen als zunächst geplant, so Schäfermeier. Die aktuellen Pläne sehen ein etwa 700 Meter langes Bauwerk vor, das sich um die Strandhäuser herum in Richtung Deich erstreckt. Ursprünglich war ein Bollwerk vom Außenhafen bis zum Campingplatz (1800 Meter) vorgesehen.

Keine Pipelines erforderlich

Das Deckwerk wird die Höhe vom Deichverteidigungsweg bekommen, so dass es selbst bei starken Stürmen nur selten überspült werden dürfte. Der Bereich zwischen Verteidigungsweg und Deckwerk soll mit Sand aufgefüllt werden. Da in der verkürzten Version dafür nur rund 60.000 Kubikmeter Sand (statt 800.000 Kubikmeter) benötigt werden, könne man auf Sandaufspülungen über Pipelines direkt aus der Jade verzichten und den Sand per Lastwagen heranschaffen, so Schäfermeier. Dadurch entfalle auch das aufwendige Auf- und Abbauen des Pipelinesystems vor und nach der Badesaison.

Der Strandbereich zwischen dem Außenhafen und dem Strandhaus 1 soll unberührt bleiben. Ebenso der Naturstrand jenseits des FKK Strandes. Aber: Der Strand insgesamt solle nicht nur gesichert, sondern auch attraktiver werden. Dazu beitragen würden Dünenlandschaften, barrierefreie Übergänge über den Deich und das Deckwerk sowie verschiedene Spiel-, Freizeit- und Erlebniszonen am Strand. 

Barrierefreier Zugang zum Wasser

Durch das massive Deckwerk hindurch sind im Bereich nördlich des Strandhauses 1 drei Treppen in Richtung Meer bzw. Watt vorgesehen. Eine davon für Surfer und Kiter. Drei zusätzlich ins Meer hinein gebaute Buhnen würden das Deckwerk und letztlich den Deich zusätzlich schützen. Über eine Brücke auf einer dieser Buhnen, so eine Überlegung, könnten zum Beispiel Rollstuhlfahrer barrierefrei bis zum Wasser gelangen. 

Ministerpräsident Lies war Initiator

Schäfermeier erinnerte vor rund 100 Zuhörern an die Geburtsstunde des Projekts, an der der damalige Wirtschaftsminister und heutige Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) maßgeblichen Anteil gehabt habe. Es sei 2022 um eine gewisse Kompensation der Nachteile gegangen, die die LNG-Importterminals in Sichtweite des Hooksieler Strandes auf den Tourismus haben könnten. Die damalige Idee: Der für das Terminal aus der Jade abgebaggerte Sand kann direkt an den Strand gebracht werden.

Als sich das als nicht machbar erwies, sei ein Runder Tisch gebildet worden, an dem alle mit der Strandsicherung befassten Behörden vertreten waren. Als Vorbilder habe man sich die Mole in Norddeich und die Lagune „Perlebucht“ in Büsum angesehen. Dass dort sehr viel Beton verbaut worden sei, lässt Schäfermeier als Kritikpunkt nicht gelten. „Anders ist der Strand für den Tourismus nicht zu sichern.“