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Nach Überflutungen: OOWV prüft Entwässerungssystem

Hooksiel/Wangerland (4. 7. 2026) –  Die Arbeiten an einem Generalentwässerungsplan (GEP) für die Gemeinde Wangelrand haben in der vergangenen Woche begonnen. Wie der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) auf Anfrage von „Hooksiel life“ mitteilt, habe der Verband ein externes Ingenieurbüro mit der Studie beauftragt. „Der GEP soll die bestehenden Entwässerungsstrukturen systematisch erfassen und eine Grundlage für notwendige Maßnahmen schaffen, so OOWV-Sprecher Heiko Poppen.

Immer wieder müssen Feuerwehr und THW nach Starkregenfällen ausrücken, um das Wasser aus Gräben wie hier an der Viethstraße, Kellern und von überfluteten Grundstücken abzupumpen. Foto: hol

Die Starkregenereignisse der vergangenen Tage hätten erneut gezeigt, vor welchen Herausforderungen Entwässerungssysteme angesichts immer häufiger auftretender Extremniederschläge stehen. Selbst leistungsfähige Entwässerungssysteme könnten dabei an ihre Belastungsgrenzen stoßen, so der OOWV. Die Überflutungsvorsorge im Starkregenfall erfordere ein abgestimmtes Zusammenwirken aller an den Entwässerungssystemen beteiligten Akteure.

Klärendes Gespräch mit der Gemeinde

Nach den großflächigen Überflutungen in Hooksiel am vergangenen Wochenende hatte es auch Kritik am OOWV gegeben. Unter anderem hatte der SPD-Ratsherr Holger Ulfers dem Verband Untätigkeit vorgeworfen. Die Gemeinde Wangerland hat die Oberflächenentwässerung an den Verband übertragen. Offenbar gibt es aber immer noch Unstimmigkeiten über die Aufgabenverteilung, insbesondere bei der Aufreinigung von offenen Gräben. 

„Richtig ist, dass es derzeit in einzelnen Punkten noch Abstimmungsbedarf zwischen der Gemeinde Wangerland und dem OOWV hinsichtlich der Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung gibt“, räumt der Verband ein. Dazu sei für Anfang August ein gemeinsames Gespräch vereinbart worden. „Ziel ist es, offene Fragen zu klären und die weitere Zusammenarbeit verbindlich abzustimmen. Auch die Frage, welche Anlagen im Einzelfall in die Unterhaltungspflicht des OOWV fallen, ist Gegenstand dieser Abstimmungen.“

Analyse der Schwachstellen

Für den Bereich Hooksiel müssten die konkreten Ursachen der Überflutungen sorgfältig ausgewertet werden. Dabei sind nach Ansicht des OOWV verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: etwa die Leistungsfähigkeit einzelner Entwässerungsanlagen, die örtlichen Gegebenheiten sowie die außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen. Poppen: „Auf dieser Grundlage werden wir gemeinsam bewerten, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen sinnvoll sind.“

Grundsätzlich weise der OOWV seit Jahren mit Partnern wie dem Landkreis, den Gemeinden und weiteren Akteuren darauf hin, dass sich private Grundeigentümer angesichts zunehmender Starkregenereignisse mit dem Schutz ihrer Gebäude vor möglichen Überflutungen beschäftigen sollten.  So empfiehlt der Verband Hauseigentümern unter anderem, sich grundsätzlich gegen Rückstau absichern, wenn sie einen Keller haben oder Räume im Gebäude ganz oder teilweise unterhalb der Straßenoberkante liegen.

Tipps für Hauseigentümer

Zum Schutz vor eindringendem Oberflächenwasser könnten Barrieren wie Schwellen oder Aufkantungen sinnvoll sein. „Auch Sandsäcke vor Kellerlichtschächten oder tieferliegenden Eingängen können im Ernstfall helfen“, so der OOWV. Darüber hinaus könnten Vordächer über Kellerzugängen sowie wasserdichte Fenster und Türen dazu beitragen, Gebäude besser vor eindringendem Wasser zu schützen.

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Land unter nach Starkregen: Gräben können Wassermassen nicht aufnehmen

Hooksiel (28. 6. 2026) – Blitz und Donner, Sturmböen, Hagelschauer mit bis zu zwei Zentimeter großen Körnern, dazu über Stunden Starkregen. In der Nacht zum Sonntag konnte man in Hooksiel und in weiten Teilen des Wangerlandes Angst bekommen. Das von Meteorologen nach der extremen Hitze über den gesamten Tag angekündigte Unwetter zog sich von 24 Uhr bis in die Morgenstunden hin.

Seit 5 Uhr waren die Freiwilligen der Feuerwehr Hooksiel im Dauereinsatz. Vornehmlich mussten die Helfer Wasser von Grundstücken sowie aus Gräben und Kellerwohnungen abpumpen. Foto: Ulfers

Die Folgen: Viele Dinge, die nicht sicher verstaut waren, flogen durch die Gegend. Der Sturm knickte Äste ab. An der Jaderennbahn schlug ein Blitz in einen mächtigen Baum. Die Hagelkörner zerschlugen Vordächer und Garten-Ausstattungen und sollen auch an einigen Wagen Spuren hinterlassen haben. Auf Straßen, Wegen und befestigten Grundstücksteilen stand mehrere Zentimeter hoch das Wasser und drang in eine ganze Reihe von Kellern und Kellerwohnungen ein. Menschen aber kamen offenbar nicht zu Schaden.

Etliche Grundstücke überflutet

Der Starkregen zeigte zum wiederholten Mal die Schwächen des Entwässerungsystems in Hooksiel auf. Vor allem der zum Teil verrohrte Gräben entlang der Viethstraße war nicht in der Lage, die Unmengen an Wasser aufzunehmen oder abzuführen. In der Folge wurde etliche Grundstücke überflutet.

Die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel war seit 5 Uhr mit 14 Frauen und Männern im Dauereinsatz. Später alarmierte Ortsbrandmeister Jörg Nöchel noch in Nachbarwehr aus Waddewarden, die in gleicher Stärke ausrückte, um Straßen und Wege in Hooksiel und Umland zu sichern. Hier mussten Äste von den Fahrbahnen geräumt, dort welche abgesägt werden, die auf die Straße zu fallen drohten.

Blitz in Baum eingeschlagen

Die Hooksieler Wehr pumpte unterdessen vornehmlich Wasser aus dem Grabensystem, aus Kellern und von den Grundstücken ab, die zum Teil knietief überflutet waren. Zur Verstärkung rückte am Morgen das Technische Hilfswerk (THW) aus Varel an und pumpte mit leistungsstarken Aggregaten im Bereich Viethstraße Wasser aus den Gräben ins Hooksmeer.

Viethstraße und Altendeich waren für den allgemeinen Verkehr während der Einsätze weitgehend gesperrt. Auch die Straße An der Jaderennbahn war nicht mehr passierbar. Hier musste ein vom Blitz geradezu gespaltener Baum zerlegt und beseitigt werden. Zudem lagen etliche weitere Äste auf der Fahrbahn.

Ärgerlich. Die Wassermassen drückten zum Teil durch die Außenwände in die Keller und Kellerwohnungen. Foto: Feuerwehr

Feuerwehrchef kritisiert Entwässerung

Die Einsatzbilanz von Jörg Nöchel fiel gegen Mittag zweigeteilt aus. Der Ortsbrandmeister zeigte sich sehr zufrieden mit der Arbeit seiner Leute. Es könne aber nicht angehen, dass die Gräben trotz einer Reihe von vergleichbaren Vorfällen in den zurückliegenden Jahren immer noch nicht sauber und zum Teil völlig unzureichend verrohrt seien. Sein Appell an die Gemeinde Wangerland und den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV), der die Entwässerung von der Gemeinde übernommen hat: „Hier muss endlich mal etwas geschehen, damit sich die Lage dauerhaft verbessert.“

Ulfers sieht OOWV in der Pflicht

In die gleiche Kerbe schlägt der Hooksieler Ratsherr Holger Ulfers, selbst Anwohner und Betroffener der Überschwemmungen an der Viethstraße. Der SPD-Politiker sieht neben den Anwohnern, die auch selbst ein Auge auf ihren Graben haben sollten, vor allem den OOWV in der Pflicht. Der Verband habe die Oberflächenentwässerung „vollumfänglich“ von der Gemeinde übernommen. Dazu gehöre dann auch im gewissen Umfang die Pflege der Gräben.

„Es wird viel geredet. Aber es passiert nichts“, beklagt Ulfers mit Blick auf den vom OOWV für dieses Jahr angekündigten Entwässerungsplan. In dem Plan soll für acht Orte im Wangerland die Entwässerungssituation erfasst werden – unabhängig davon, ob der OOWV, die Gemeinde, Verbände oder die Anwohner in der Unterhaltungspflicht für Anlagen oder Gräben sind.

Unhaltbarer Zustand

Eine umfassende Entwässerungsplanung sei für Hooksiel auch für die geplante Erschließung der Freiflächen zwischen der Bäderstraße und dem Altendeich unverzichtbar. Bevor hier zum Beispiel ein Wohngebiet ausgewiesen werden kann, müsse geklärt sein, wohin das Oberflächenwasser fließen kann und soll, so Ulfers. 

Aus Sicht des Kommunalpolitikers ist es ein unhaltbarer Zustand, dass seit rund 14 Jahren bei Starkregen jedes Mal die Feuerwehr ausrücken muss. Die Belastung der Feuerwehrleute sei dabei ein Aspekt. Ein anderer: Die teuren Pumpen der Wehr seien eigentlich gar nicht dafür ausgelegt, schmutziges Grabenwasser zu befördern.

Anmerkung: Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages aktualisiert.

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