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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Polizei: Am 1. März beginnt das neue Versicherungsjahr für E-Scooter

Friesland/Wangerland (28. 2. 2025) – Ab dem 1. März, also am Samstag, beginnt das neue Versicherungsjahr für Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen oder -plakette. Darauf weist die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland hin. Wer ein solches Fahrzeug nutzt, braucht zu diesem Datum neuen Versicherungsschutz – erkennbar an der grünen Schrift auf weißem Grund (statt Blau im Vorjahr).

Versicherungsplakette
Die Polizei erinnert daran, dass zum 1. März der Versicherungsschutz für eine Reihe von Fahrzeugen erneutert werden muss, darunter Mopeds, S-Pedelecs und E-Roller. Foto: Polizei

Warum ist das wichtig? „Bei Verkehrskontrollen fällt immer wieder auf, dass Fahrzeuge ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs sind – besonders E-Scooter, die immer häufiger auf unseren Straßen zu sehen sind“, so die Polizei. Fahrten ohne Versicherungsschutz sind aber nach dem Pflichtversicherungsgesetz strafbar. Bei Verstößen gegen dieses Gesetz handele es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat, die entsprechend verfolgt werde, warnt die Polizei. 

Welche Fahrzeuge brauchen eine neue Versicherung? Neben den E-Scootern unter anderem auch Mofas und Mopeds (bis 50 cm³, max. 45 km/h), S-Pedelecs (E-Bikes mit Unterstützung bis 45 km/h), E-Roller (mit Betriebserlaubnis, max. 45 km/h) sowie Quads und Trikes (bis 50 cm³, max. 45 km/h). Unter die Vorschrift fallen auch motorisierte Krankenfahrstühle. 

Die Polizei weist zudem darauf hin, dass der Versicherungsschein stets mitzuführen ist. Wer das Dokument bei einer Kontrolle nicht vorzeigen kann, riskiert ein Verwarngeld von 10 Euro.

Straßenkarte statt Navi: Digitalisierung der Abfall-Entsorgung hat Grenzen

Friesland /Wangerland (25. 2. 2025) – Der Landkreis Friesland wirbt um Verständnis dafür, dass es bei der Abfall-Entsorgung hier und dort noch mal hakt. Seit dem 1. Januar sei die Augustin Entsorgung Friesland für die Abfallentsorgung im Landkreis zuständig. „Ein solcher Wechsel des Entsorgers ist ein komplexer Vorgang“, betont die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung. „Trotz sorgfältiger Vorbereitung führten verschiedene Faktoren vereinzelt zu Verzögerungen in der Abfallabfuhr.“ Man stehe in engem Austausch mit dem Unternehmen, das mit Hochdruck an Lösungen arbeite.

Das Unternehmen, welches im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung beauftragt wurde, sei mit der Abfuhr von Restmüll, Biomüll, Altpapier und Sperrmüll betraut. Um der Aufgabe gerecht zu werden, habe Augustin Entsorgung zwölf neue Fahrzeuge beschafft, 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt und müsse täglich rund 180 Touren für die Entleerung von rund 145.000 Müllbehältern in unterschiedlichen Entleerungsintervallen im Kreisgebiet planen.

Die Fahrerinnen und Fahrer, die sich in die neuen Routen einarbeiten, würden dabei durch digitale Planungstools unterstützt. Aber zum Beispiel durch zum Teil veraltete Basisdaten sowie netzabhängige Fahrzeugsoftware, die in ländlichen Gebieten an ihre Grenzen stößt, könnten sich hierbei technische Hürden ergeben, die zu Verzögerungen führen können. „Zur besseren Orientierung werden zusätzlich gedruckte Karten mitgeführt“, erläutert die Kreisverwaltung. „Die neue Fahrzeugtechnik mit zahlreichen digitalen Schnittstellen wird in den ersten Monaten noch auf die Bedarfe, die sich erst aus dem Echtzeitbetrieb ergeben, angepasst.“

Die Entsorgungssicherheit werde durch die Anlaufschwierigkeiten nicht beeinträchtigt. Tonnen, die stehen geblieben sind, würden in den meisten Fällen am nächsten Werktag, teilweise auch samstags abgeholt. Beim Landkreis ist man davon überzeugt, dass die Firma Augustin alle verfügbaren Ressourcen einsetzt, um die Anfangsschwierigkeiten schnellstmöglich zu überwinden.

Kommentar: Demokratische Parteien müssen nach Ohrfeige reagieren

Von Gerd Abeldt

Hooksiel (24. 2. 2025) – Das Wangerland ist eine kleine Gemeinde. Dennoch verrät das hiesige Ergebnis der Bundestagswahl einiges über die Befindlichkeiten in ganz Deutschland. Zumindest wirft es Fragen auf, über die in den Parteizentralen nachgedacht werden muss.

Das Wahl-Ergebnis liegt auf der Linie des Bundesergebnisses. Die CDU gewinnt (weniger klar als erwartet), die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP werden teils dramatisch abgestraft. Die selbst ernannte Alternative für Deutschland (AfD) verzweieinhalbfacht ihr Ergebnis von vor vier Jahren. Und auch die Linke erzielt einen Achtungserfolg.

Bei näherer Betrachtung verraten die Zahlen: Die Abstimmung wurde eindeutig von nationalen und internationalen Themen bestimmt. Ja, es ging um den Bundestag. Aber noch nie zuvor sind traditionelle Parteibindungen im ländlichen Raum derart zersetzt worden. Die im Wangerland immer starke FDP wurde pulverisiert, dafür klettert die Linke, die in der Gemeinde noch nicht ein einziges Mal zu irgendeinem Thema das Wort ergriffen hat, aus dem Stand auf fast sechs Prozent. 

Ebenso die AfD. Kommunalpolitisch spielt die Partei im Wangerland keine Rolle. Selbst nach der Einquartierung mehrerer Hundert Flüchtlinge in Hohenkirchen gelang es der Rechtsaußen-Partei nicht, in der Gemeinde Fuß zu fassen. Und dennoch: Über 20 Prozent der Wangerländer wählen AfD. Aus Protest? Oder als Beleg für das „Prinzip Hoffnung“?

Offenbar ist die Verunsicherung bei vielen Wählern so groß, dass sie vor allem eines wollen: Eine Neuausrichtung – in der Wirtschafts-, Klimaschutz-, Außen- und Flüchtlingspolitik. Viele Menschen haben Angst, fühlen sich überfordert. Hinzu kommen vielleicht Zukunftsängste bei Landwirten und Fischern, in der bei Touristik-Branche oder bei Menschen, die sich um das Gesundheitswesen sorgen oder an hohen Kosten für Energie, Miete oder im Pflegebereich verzweifeln. 

Das Wahlergebnis ist mehr als eine Ohrfeige für die etablierten demokratischen Parteien. Es ist der vielleicht letzte Weckruf zur Erneuerung. Die direkt gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller hat zu Recht gefordert, dass ihre Partei die Basisarbeit vor Ort deutlich verstärken muss. Konkret heißt das: Gespräche mit Menschen, Gespräche, Gespräche und noch einmal Gespräche. Und dabei wären die Parteienvertreter gut beraten, wenn sie nicht nur reden, sondern wenn sie auch genau zuhören, wo den Menschen der Schuh drückt.

Wenn diese Strategie etwas bringen soll, müssen die Parteien insbesondere auch mit den AfD-Wählern sprechen, die man bislang gern in die rechtsextreme Ecke gestellt hat, vielleicht auch um sich schwierige Debatte zu ersparen. Jetzt ist es offenkundig: diese Form von Brandmauer schützt nicht. Sie schadet nur der Demokratie. 20 Prozent der Wähler Rechtsextreme? Das ist abwegig und taugt nicht länger als Argument für eine Diskurs-Verweigerung. 

Die sich abzeichnende schwarz-rote Regierungskoalition verschafft vielleicht etwas Zeit, die derartige Debatten benötigen, wenn sie neues Vertrauen schaffen sollen. Die Parteien wären gut beraten, sie zu nutzen. Auch bei uns im Wangerland. Noch wichtiger wäre es aber, wenn die neue Regierung den Bürgern einen Teil ihrer Ängste nimmt. 

Zollhund erschnüffelt Marihuana-Tüte

Wilhelmshaven/Oldenburg (24. 2. 2025) – Zöllner des Hauptzollamts Oldenburg haben bei einer Verkehrskontrolle auf einem Rastplatz an der Autobahn A 1 einen Wagen mit Wilhelmshavener Kennzeichen gestoppt, dessen Insassen dann festgenommen wurden. Im Auto waren geringe Mengen Marihuana, zwei Softair-Maschinenpistolen und ein Teleskopschlagstock gefunden worden. Zudem soll der Fahrer unter dem Einfluss von Drogen gestanden haben. 

Den Beamten war nach Darstellung des Zolls zudem aufgefallen, dass bei der Anfahrt der Kontrollstelle ein Gegenstand aus dem Auto geworfen worden war. Der Zollhund Jule
erschnüffelte schließlich an der Parkplatzzufahrt eine Einkaufstüte, in der sich etwa ein
Kilogramm Marihuana befand. 

Die Beschuldigten, ein 42-jähriger und ein 32-jähriger deutscher Staatsangehöriger, wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Oldenburg vorläufig festgenommen und zu einer Polizeidienststelle gebracht. Bei nachfolgenden Hausdurchsuchungen stellten die Ermittler 97,1 Gramm Marihuana, 7,3 Gramm Haschisch, 7,33 Gramm Amphetamin, 1,5 Gramm Opiate, eine Feinwaage und Verpackungsmaterial für Kleinmengen von Betäubungsmitteln sowie weitere Beweismittel sicher, die auf einen Handel mit Betäubungsmitteln schließen lassen. 

Die Verdächtigen seien nach dem Abschluss aller unaufschiebbaren Maßnahmen 
wieder aus dem Gewahrsam entlassen worden, berichtet der Zoll. Die weiteren Ermittlungen werden vom Zollfahndungsamt Hannover geführt.

Bestätigte SPD-Abgeordnete Möller fordert verstärkte Parteiarbeit vor Ort

Siemtje Möller mit Lena Gronwald
Die SPD-Abgeordnete Siemtje Möller (li.) freut sich über den neuerlichen Gewinn des Direktmandats für den Bundestag. Zu den ersten Gratulantinnen gehörte Frieslands SPD-Kreisvorsitzende Lena Gronewold. Foto: Ole Mattausch

Friesland/Wangerland (24. 2. 2025) – Siemtje Möller zeigt sich am Tag nach der Bundestagswahl einerseits zufrieden, andererseits mit Blick auf das Abschneiden der SPD enttäuscht. „Trotz aller Freude über mein persönliches Ergebnis war es ein bitter-süßer Wahlabend. Die SPD hat das schlechteste Wahlergebnis eingefahren und eine schwere Niederlage erlitten.“ 

Möller dankte den Wählerinnen und Wählern, die ihr erneut ihr Vertrauen ausgesprochen und der 41-jährigen Varelerin damit zum dritten Mal das Direktmandat im Wahlkreis Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund für den Bundestag gesichert haben. „Es ist eine große Ehre dieses Amt weiterhin ausführen zu dürfen und es erfüllt mich mit Demut und auch Stolz. Ich werde mich auch in den kommenden vier Jahren mit voller Kraft für das Wohl der Menschen in unserer Region einsetzen.“

Die SPD-Kreisvorsitzenden Lena Gronewold (Friesland), Marten Gäde (Wilhelmshaven) und Werner Ihnken (Wittmund) gratulieren Möller zum erneuten Wahlsieg. Das Trio blickt aber besorgt auf die starken Ergebnisse der AfD. „Die AfD konnte knapp 20 Prozent der Erst- und Zweitstimmen erringen. In einzelnen Wahllokalen ist die AfD sogar stärkste Kraft. Das besorgt uns sehr.“ Man wolle sich weiterhin auf kommunaler, Landes- und Bundesebene stark einzusetzen, um die Menschen wieder von den demokratischen Parteien zu überzeugen. Dafür, so Gronewold, brauche es einerseits einen Diskurs innerhalb der Partei, aber auch eine stärke Fokussierung auf die Themen, die die Menschen an der Küste bewegen.

Auch Siemtje Möller hat nach eigenem Bekunden das hohe Wahlergebnis der AfD „erschreckt“. „Ich mache mir Sorgen um die Menschen in unserem Land und natürlich auch in unserer Region. Wir als SPD müssen jetzt die Ärmel hochkrempeln und anpacken. Dazu braucht es eine Stärkung unser (Partei-)Arbeit vor Ort und wir müssen den Menschen zeigen, dass wir ihre Bedürfnisse verstehen, Herausforderungen angehen und das Beste für die Bürgerinnen und Bürger in diesem Land erreichen.“

Im Wangerland: CDU vor SPD – AfD und Linke gewinnen aber stark hinzu

Friesland/Wangerland (24. 2. 2025) – Die Wangerländer haben in der Tendenz ähnlich gewählt wie die Bürger im ganzen Land: 30,5 Prozent der Zweitstimmen gingen an die CDU, 24,9 Prozent an die SPD und 19,8 Prozent an die AfD. Auf den Plätzen folgen die Grünen (7,4 %), die Linke (5,8 %) und abgeschlagen die FDP (4,7 %) und das BSW (3,4 %). Damit gab es erhebliche Verschiebungen zur Wahl 2021, die die SPD im Wangerland noch mit 38 Prozent für sich entscheiden konnte. Die CDU kam vor vier Jahren auf 24,3, die FDP auf 11,7, die Grünen auf 10,7, die AfD auf 7,5 und die Linke auf 2,9 Prozent der Stimmen. 

Anders lagen die Prioritäten bei den Erststimmen, mit denen die Wähler ihre Priorität bei den Direktkandidaten der Parteien zum Ausdruck bringen. Hier liegt Siemtje Möller (SPD) mit 35,4 Prozent der Stimmen vor Anne Janßen (CDU) mit 26,8 Prozent. Auf Rang drei landete Martin Sichert von der AfD mit 19,7 Prozent der Stimmen. Alle drei dürften direkt oder über die Landeslisten ihrer Parteien in den 630-köpfigen Bundestag einziehen.

Die Wahlbeteiligung im Wangerland lag mit 82,2 Prozent deutlich höher als bei der Wahl 2021 und auch über dem Schnitt im Wahlkreis 26 (Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund) mit 81,1 Prozent. Die Zuordnung der Wangerländer Stimmen auf einzelne Ortsteile ist schwierig, da sehr viele Bürgerinnen und Bürger bereits im Vorfeld per Briefwahl abgestimmt hatten. Diese Stimmen werden nachträglich nicht mehr den Wohnorten der Wähler zugeordnete. 

Die Folge der hohen Briefwahlquote: Die Wahlbeteiligung zum Beispiel im Wahllokal in Hooksiel lag nur noch bei etwa 56 Prozent. Eine weitere Folge: Der Wahlvorstand einer der beiden eigenes eingerichteten Briefwahlbezirke benötige angesichts der Flut von Stimmen deutlich mehr Zeit für die Auszählung der Stimmen als alle anderen Vorstände.

Dennoch ein kleiner Überblick über die am Sonntag in der Sporthalle Hooksiel abgegebenen 1114 Stimmen (von 1991). Bei den Erststimmen setze sich Siemtje Möller (33,4 %) von der SPD vor Anne Janssen (28,4) von der CDU und Martin Sichert (20,2 %) von der AfD durch. Auf den Plätzen folgten Ulrike Maus (Grüne) mit 5,7 und Vincent Janßen (Linke) mit 5,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen setzte sich die CDU (26,2 %) vor der SPD (25,4 %) durch. Die AfD landete mit 21,9 Prozent auf Rang drei. Die Grünen erhielten die Zustimmung von 8,4 Prozent, die Linken von 7,7, die FDP von 5,4 und das BSW von 2,4 Prozent der Wähler. 

Die Wahl ist eröffnet: Hooksieler geben Stimmen in der Turnhalle ab

Wangerland/Hooksiel (23. 2. 2025) – Die Wahl ist eröffnet. Seit 8 Uhr haben die Wahllokale in Deutschland für die Abstimmung zur Bundestagswahl geöffnet. Auch im Wangerland, wo um die 7800 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl aufgefordert sind. In sechs Wahllokalen können die Wahlberechtigten bis 18 ihr ihre beiden Stimmen abgeben. Eine für eine Partei, eine für die oder den Politiker, der den Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund direkt im Bundestag vertreten soll.

In Hooksiel hat die Gemeinde Wangerland das Wahllokal in der Sporthalle an der Grundschule eingerichtet. Allgemein wird bei dieser „Richtungswahl“ von einer hohen Wahlbeteiligung ausgegangen. Auch weil die Außentemperaturen gemäßigt sind. Eisige Kälte jedenfalls wird niemanden davon abhalten zu wählen. Sehr viele Wähler haben ihre Stimme bereits im Vorfeld per Briefwahl abgegeben, so dass sich die Schlangen vor den Wahllokalen in Grenzen halten sollten.

Bei der vergangenen Wahl am 26. September 2021 hatte sich die SPD-Kandidatin Siemtje Möller aus Varel mit 45,4 Prozent der Stimmen im Wahlkreis deutlich gegen Anne Janßen (22,2 Prozent) durchgesetzt. Letztlich waren beide im Bundestag vertreten, da die Wittmunderin Janßen über die Landesliste ihrer Partei den Weg nach Berlin gefunden hat. Ebenso wie Joachim Wundrak von der AfD (7,7 %). Möller und Janßen stehen auch bei dieser Wahl auf dem Stimmzettel. Wundrak ist nicht wieder angetreten. Für die AfD stellt sich Martin Sichert aus Zetel zur Wahl. 

Das Trio hat unabhängig vom Direktmandat aufgrund seiner guten Listenabsicherung durch die jeweilige Partei sehr gute Chancen, in den auf 630 Sitze verkleinerten Bundestag einzuziehen. Als weitere Direktbewerber gehen Ulrike Maus (Grüne) aus Moorweg, Robert Wegener (FDP), Vincent Janßen (Die Linke), Sanchez Mengeler (Die Partei), Andreas Lang (Freie Wähl), Merten Köhler (Volt) – alle aus Wilhelmshaven – sowie Stephanie Langner (die Basis) aus Zetel ins Rennen.

Auch als Partei hatte die SPD 2021 den Wahlkreis mit 36,7 Prozent der Stimmen deutlich vor der CDU (19,6 %), den Grünen (13,6 %), der FDP (10,0) und der AfD (9,3) gewonnen. Im Wangerland lag die SPD mit 38,0 % vor CDU (24,2), vor FDP (11,7), Grünen (10,7) und AfD (7,5). Ähnlich das Wahlergebnis in Hooksiel, wo Siemtje Möller und die SPD deutlich vorn lagen.

Startschuss für den SC Wangerland: FCN Hooksiel verschmilzt in Großverein

Vorstand SC Wangerland
Der künftige Vorstand des SC Wangerland: (stehend von links) Joachim Guhl, Werner Funke, Marina Doyen, Andrew Gilliam-Hill, Stefan Goethe, Ingo Bohns, Dieter Gerken, Cristian Doyen und Corinna Decker sowie davor (v. l.) Andre Scharfe und Tobias Weyerts. Nicht auf dem Bild ist Werner Doyen. Foto: hol

Hooksiel/Wangerland (22. 2. 2025) – Das Wangerland bekommt einen Großverein. Im großen Einvernehmen haben am Freitag Abend die Mitglieder der Sportvereine FC Nordsee Hooksiel, Rot-Weiß Tettens und Eintracht Wangerland ihre Verschmelzung zum Sport-Club (SC) Wangerland beschlossen. Obwohl damit das Ende zweier Traditionsvereine besiegelt wird, spricht Christian Doyen, Vorsitzender des FC Nordsee Hooksiel, von „einem großen Tag für den Sport im Wangerland“. 

Falls die Eintragung beim Amtsgericht reibungslos läuft, soll der neue, rund 900 Mitglieder starke Verein zum 1. Juli an den Start gehen. Seine Geschicke werden dann von einem Vorstand geregelt werden, der bereits vorausblickend gewählt wurde – einstimmig.

Hoffnung auf Synergie für den Sport

Doyen begrüßte im Namen der Alt-Vorstände rund 90 Mitglieder der drei Vereine in Leerhafe. In Wittmund-Leerhafe deshalb, weil der begleitende Notar Gerrit Fiene seinen Sitz in Wittmund hat und die Ordnungsmäßigkeit der Verschmelzungs-Versammlung nur in Ostfriesland beurkunden darf. Die notarielle Begleitung ist nur eine der hohen Anforderungen, die der Gesetzgeber an das Zusammengehen von Vereine stellt. Allein in der vom Landessportbund begleiteten Vorbereitung hätten, so Doyen, über Tausend Stunden ehrenamtliche Arbeit gesteckt. 

Die Vereine arbeiten mit ihren Fußballsparten schon seit Jahren in Spielgemeinschaften zusammen. „Vor drei Jahren hatte dann jemand die spontane Idee, ob wir nicht kompakt zusammen gehen sollten“, schilderte Doyen. Und dann sei es schon einmal „etwas hektisch“ geworden. Aber man sei sich schnell einig gewesen, dass die möglichen Synergien wie weniger Vorstandsposten, weniger Verwaltungsarbeit, zentrale Mitgliederführung sowie der gemeinsame Auftritt gegenüber Verbänden, Presse und Gemeinde Energien freisetzt, die der gemeinsamen Gestaltung des Sportangebotes zugute kommen können. 

Das neue Vereinswappen des SC Wangerland

Im Zuge der Verschmelzung werden der 1956 gegründete FCN Hooksiel und der über 100 Jahre alte Rot-Weiß Tettens aufgelöst, erläuterte RW-Geschäftsführer Tobias Weyerts. Mitgliedschaften und Vermögen gehen auf den Verein Eintracht Wangerland über, der sich in SC Wangerland umbenennt und im gleichen Moment eine neue Satzung sowie einen neuen Vorstand bekommt. „Damit wir keiner der Partnern über den Tisch gezogen“, ist Weyerts überzeugt. Der Verein erhält ein neues Wappen. Sein Sitz wird Hohenkirchen sein. Alle Traditionen und Ehrenrechte der alten Vereine sollen bewahrt werden. 

Zu den Regulation gehören ein Verschmelzungsvertrag und ein Verschmelzungsbericht, eine neue Satzung, ein Finanzbericht und eine gemeinsame Mitgliederliste. Der neue Verein ist finanziell gesund und wird künftig eine Fülle von Abteilungen haben: Neben Fußball im Jugend- und Erwachsenenbereich sind das Tennis, Kampfsport, Turnen, Volleyball, Handball, Tischtennis und Freizeitsport. 

Vorstand paritätisch besetzt

Der künftige geschäftsführende Vorstand besteht aus sechs Personen. Die Mitglieder folgten dem Vorschlag, das Gremium zum Start paritätisch zu besetzen, mit jeweils zwei Vertretern aus den Alt-Vereinen. Einstimmig gewählt wurden Dieter Gerken und Ingo Bohns (beide Eintracht Wangerland), Stefan Goethe und Tobias Weyerts (beide RW Tettens) sowie Marina Doyen und Christian Doyen (beide FCN Hooksiel). Als Beisitzer verstärken den Vorstand: Werner Funke und Werner Doyen (beide FCN Hooksiel), Joachim Guhl und Andrew Gilliam-Hill (beide Eintracht Wangerland) sowie Andre Scharfe und Corinna Decker (beide RW Tettens). 

Wer wird neuer Vorstandsvorsitzender? Formal niemand. Der Vorstand selbst wird später festlegen, wer die Sprecher-Funktion für den Verein übernimmt. Auch die anderen üblichen Posten wie Schatzmeister, Schriftführer oder Pressewart werden intern besetzt. Diese moderne Vorstandsgestaltung habe den Vorteil, hieß es, dass bei Bedarf intern Posten neu besetzt werden könnten, ohne dass dafür jeweils außerordentliche Mitgliederversammlungen einberufen werden müssen. 

Noch ein Vorteil für den SC Wangerland: Die erste Fußballmannschaft, die derzeit als Spielgemeinschaft in der Kreisliga kickt, dürfte mit der Verschmelzung offiziell auch in die Bezirksliga aufsteigen.

Volksbank Jever lobt 125 Trikotsätze aus

Jever/Hooksiel (21. 2. 2025) – Die Volksbank Jever feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Profitieren soll davon auch der Sport in der Region. Das Geldinstitut lobt zu seinem Jubiläum 125 Trikotsätze für Vereine in Friesland und Wilhelmshaven aus.

Ob die Tischtennis-Mannschaft, das Squash-Team oder der Fußball-Nachwuchs, ob Handball, Volleyball, Basketball oder eine andere Sportarten – jeder Verein, der in der Region aktiv ist, kann sich bewerben und mit etwas Glück einen hochwertigen Trikots gewinnen.

„Unsere Bank ist seit 125 Jahren fest in der Region verwurzelt. Gemeinschaft und Zusammenhalt sind Werte, die nicht nur uns als Genossenschaftsbank prägen, sondern auch den Sport. Mit dieser Aktion möchten wir die vielen Vereine und Ehrenamtlichen unterstützen, die sich Tag für Tag für den Sport und die Jugend in unserer Region einsetzen“, sagt Waldemar Kelm, Markt- und Vertriebsvorstand der Volksbank Jever.

Bewerbungen könne ab sofort (bis zum 16. März) online unter www.volksbank-jever.de/125/trikots.html abgegeben werden.

Grüne zu Gast bei Optimisten: Energiehof erzeugt Strom für die Börse

Fritz Gehrken erkläret seinen Energiepark
Fritz Gerken (rechts) stellt den Besuchern den Energiehof Wayens vor. Fotos: Schaarschmidt./Oltmanns

Wangerland (21. 2. 2025) – Wo einst über 900 Schweine lebten, gedeiht heute ein Energieprojekt mit Zukunft. Der politische Stammtisch der Jeverländer Grünen besuchte den Energiepark der Familie Gerken in Wayens: Zwei mächtige Fermenter, ein Nachgärer und mehrere Blockheizkraftwerke, daneben eine Lagerstätte für jede Menge Mist, zwei Windenergieanlagen und eine große Halle mit PV-Anlagen auf dem Dach.

Almuth Thomßen, Ratsfrau in Jever, hatte zu dem Ausflug ins Wangerland geladen. Den Kontakt zur Familie Gerken, die sich schon seit über 30 Jahren um erneuerbare Energie kümmert, hatte der Wangerländer Ratsherr Reiner Tammen hergestellt. 

Neben Fritz Gerken, seiner Frau Helma und Sohn Gero gehören vier festangestellte Mitarbeiter zum Team des Energiehofes. Nach einem Blick auf die Schaltzentrale der Anlage, von der aus sich über große Bildschirme die Abläufe der Biogasanlage kontrollieren und steuern lassen, gab es einen Rundgang über die weitläufige Anlage. 

„Die älteste Windkraftanlage stammte noch aus den 90er Jahren. Das war damals mit 75 KW die erste WKA im Wangerland. Seit 2020 ist sie aus der Förderung raus“, erläutert Fritz Gerken. „Seitdem kriegen wir nur 2 Cent pro kWh als Einspeisevergütung.“ Eine weitere, deutlich jüngere Winkraftanlage soll demnächst repowert werden. „Die neue hat dann 6 MW Leistung.“ Etwa 30 Prozent des erzeugten Stroms werde für die Biogasanlage verbraucht. 

Mist von den Landwirten

Wichtiger Faktor dafür ist ein Mistlager. Gerken: „Wir haben 30 Container bei Landwirten stehen, darin holen wir den Mist hierher. Es gibt viele Grünlandbetriebe, die keine Äcker haben und im Winter können die Landwirte den Mist wegen der neuen Düngeverordnung nicht ausbringen. Deshalb haben wir manchmal auch zu viel Mist, den lagern wir hier.“ Der Mist aus dem Lager wird geschreddert und über eine sich drehende „Schnecke“ in den Gärraum der Biogasanlage eingespeist.

Fermenter in Wayne's
Mit Hilfe von Biogasanlagen können Zeiten von Dunkelflauten überbrückt werden.

Bis in die 2000er Jahre gab es in Wayens eine Schweinehaltung mit bis zu 900 Tieren. Dann fielen die Preise – und das Halten und Schlachten von Schweinen wurde zu teuer. So kamen die Gerkens aufs Biogas. „Wir haben damals mit 360 kW angefangen, mit zwei LKW-Motoren à 180 KW. 2007 kamen neue Motoren mit einem besseren Wirkungsgrad. Heute hat ein Blockheizkraftwerk 900 kW, nach einem Umbau läuft es wieder. Dazu gibt es noch ein weiteres BHKW. „Die brauchen wir alle für die Produktion von Energie. Dazu gibt es noch eine Solaranlage mit 60 kW Leistung für den Eigenstrom.“

Strom für den Fall von Dunkelflauten

Im Fall einer Dunkelflaute, eine windstille Periode ohne Sonneneinstrahlung, kann der Energiepark Wayens Energie ins Netz einspeisen. „Wir sind dabei, zusätzlich einen Speicher zu installieren“, erläutert Gerken. „Er soll eine Speicherkapazität von drei Tagen haben.“ Dann sei jede Dunkelflaute vorbei.

Allerdings seien der Energieproduktion derzeit regulatorische Grenzen gesetzt: „Wir haben eine Höchstbemessungsleistung von 650 kW. Als privilegierte Landwirtschaft dürfen wir 2,3 Millionen Kubikmeter Gas pro Jahr produzieren, das sind dann 650 KW“, erläutert Gerken. Doch in Wayens ginge noch mehr. 

Die Anlagen auf dem Hof werden über die Strombörse in Leipzig gesteuert und geregelt. Der Strom werde dann verkauft, wenn er benötigt wird. Es ist möglich, das Gas für zwölf Stunden in den Gaslagern der Anlage zu speichern und dadurch den Strom bedarfsgerecht zu verkaufen. 

Phasenweise vom Netz getrennt

„Das Problem am Standort Wangerland ist, dass die Stromnetze die Energie nicht immer aufnehmen können, wenn alle Windkraftanlagen voll einspeisen. Auch die stromgeregelte Biogasanlage in Wayens wird dann durch die Netzleitstelle der EWE in Oldenburg vom Netz getrennt und wir müssen dann das überschüssige Gas abfackeln,“ bedauert Gerken. 

Fritz und Helma Gerken wollen den Energiepark im nächsten Jahr an ihren Sohn übergeben.. Dennoch gibt es noch jede Menge Ideen, den Energiehof weiter zu entwickeln. Derzeit läuft die Bauleitplanug für eine Ergänzung der Biogasanlage. Künftig soll das Biogas nicht mehr vollständig verstromt, sondern zum Teil direkt als Methan-Gas direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden. Dafür müsste aber unter anderem die Menge des zu verarbeiteten Festmistes deutlich größer werden – was auch eine Erhöhung der Lkw-Fahren in Richtung Wayens zur Folge hätte.

Gero Gerken ist bereits jetzt voll einbezogen in alle Prozesse und Entscheidungen. Ebenso wie sein Vater ist er Optimist. Und das liegt auf dem Energiehof quasi auf der Hand, gibt es doch hier den Optimist zum Mitnehmen: Sozusagen als Abfallprodukt aus der Biogasherstellung ist Gerkens „OptiMIST“ ein 100 prozentiger organischer Naturdünger aus Kuhmist, Gras und Stroh und damit ein idealer Dünger für den heimischen Garten.