Hooksiel (28. 8. 2024) – Dank des Einsatzes der freiwilligen Feuerwehren Hooksiel und Waddewarden ist nach Angaben der Polizei am Dienstag ein Wohnhausbrand verhindert worden. Die Einsatzkräfte waren am Dienstag gegen 11.50 Uhr zu einem Hof in Wangerland-Bonnhausen gerufen worden. In einem dem Wohnhaus angeschlossenen Garagentrakt war ein Feuer ausgebrochen.
Den Wehren sei es gelungen, das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus zu verhindern, so die Polizei. Innerhalb der Garage entstand allerdings erheblicher Sachschaden. Personen wurden nicht verletzt. Beschädigt wurde unter anderem die Heizungsanlage, der Stromverteiler und Komponenten einer Photovoltaikanlage.Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.
Friesland/Hooksiel (26. 8. 2024) – Gastronomie und Handwerk gehören zu jenen Branchen, die am härtesten unter dem Fachkräftemangel leiden. Ohne fähige Mitarbeiter haben gastronomische Betriebe nur eingeschränkte Öffnungszeiten. Selbst in der Hauptsaison. Und was nützen Tischler-, Gartenbau- und Sanitärbetrieben volle Auftragsbücher, wenn es zu wenige Hände gibt, sie abzuarbeiten?
Als ein Gegenmittel setzt der Landkreis Friesland auf eine „Arbeitsoffensive für Geflüchtete in Friesland“. Ein Baustein dabei wiederum sind die Jobbörsen für Geflüchtete, die bis Ende des Jahres in den Städten und Gemeinden des Kreises stattfinden. In der vergangenen Woche etwa nutzten rund 250 Bewerberinnen und Bewerber die Möglichkeit, bei der dritten Jobmesse für Geflüchtete in Jever mit potenziellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen und sich über offene Stellen zu informieren.
Gut besucht war die Jobmesse für Geflüchtete in Jever. Mit dabei war auch MdB Filiz Polat (Mitte). Begleitet wurde die Grünen-Politikerin von Anne Hanenkamp (Arbeitgeberservice Jobcenter Friesland, 2. von rechts) sowie Landrat Sven Ambrosy (rechts). Fptp: Büro Polar
Organisiert wurde die Messe vom Arbeitgeberservice des Jobcenters Friesland. Zehn Unternehmen präsentierten sich im Ratssaal der Stadt. Zusätzlich war die Willkommenslotsin der Industrie- und Handelskammer (IHK) vor Ort, um zum Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen zu beraten. Regionale Sprachschulen und Bildungsträger informierten rund ums Thema Sprache und Weiterbildung.
Unter den Gästen der Messe war neben Landrat Sven Ambrosy auch die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Filiz Polat, die aktuell die Weser-Ems-Region bereist. Ihr Eindruck: „Es ist schön zu sehen, wie Geflüchtete und Zugewanderte hier auf der Jobmesse mit Unternehmen zusammenfinden, die händeringend nach Arbeitskräften suchen.“ Im Erfolgsfall könne daraus eine Win-win-win-Situation entstehen – die Arbeitsuchenden, die Unternehmen und auch die Gesellschaft insgesamt würde gewinnen.
Erstmals wurde auf der Messe auch ein spezieller Begleitservice angeboten: Eine Mitarbeiterin des Jobcenters führte interessierte Besucher gezielt über die Messe und unterstützte sie bei der Kontaktaufnahme mit den Unternehmen. Dieses neue Angebot sei gut angenommen worden.
Ziel der Jobmesen ist es, die Potenziale von Geflüchteten für die Besetzung offener Arbeitsplätze aufzuzeigen. Im Vordergrund steht dabei vor allem die Information und das Knüpfen von Kontakten. „Die direkte Vermittlung in Arbeit ist ein gewünschter Nebeneffekt, der sich aus diesen ersten Kontakten ergeben kann“, sagt Andreas Bruns, Leiter des Jobcenters des Landkreises Friesland. Das Jobcenter betreut aktuell rund 800 arbeitssuchende Geflüchtete. Im Jahr 2023 konnten für diesen Personenkreis 143 Integrationen in den Arbeitsmarkt erreicht werden, in 2024 sind es bisher bereits 93.
Bislang fanden Messen in Sande, Varel und jetzt in Jever statt. Für Mittwoch, 18. September, ist die vierte Auflage in der Stadt Schortens geplant. Unternehmen aus Schortens, die sich dort präsentieren möchten, können sich an den Arbeitgeberservice des Jobcenters des Landkreises Friesland wenden, per E-Mail anarbeitgeberservice-jobcenter@friesland.de.
Einige der Wege auf dem Rundkurs sind nur schlecht befestigt. Aber mit entsprechender Vorsicht lassen sie sich noch gut passieren. Foto: hol
Hooksiel (25. 8. 2024) – Das Wangerland ist grün. Sehr grün. Und durch dieses Grün gibt es etliche verschlungene Wege. Einige davon haben wir auf unserer jüngsten Tour für die Serie „Hooksiel radelt“ mit unserem Radtour-Experten Ulrich Hellkuhl erkundet. Die Strecke ist rund 33 Kilometer lang und führt hier und dort über schlecht ausgebaute Teilabschnitte. Belohnt werden Radler aber beim Zwischenstopp – einer Ruheoase bei Hohenkirchen.
Also rauf aufs Rad. Vom ZOB im Hooksieler Ortskern fahren wir die Nee Straat in Richtung Alter Hafen. Gegenüber der Einmündung des Altendeichs biegen wir nach rechts in die Pakenser Straße ab, kreuzen die Lange Straße, lassen die Grundschule rechte Hand liegen und radeln immer geradeaus unter der L 810 hindurch bis nach Haddien.
Historische Kirchen im Wangerland
Jetzt müssen wir aufpassen. In Haddien biegen wir auf dem Radweg links ab und kreuzen nach wenigen Metern die Landesstraße 812. Wir fahren in den Weg hinter der Gasstätte „Lüttje Klönstuv“ hinein bis zu einem landwirtschaftlichen Wirtschaftsweg, der nach rechts abschwenkt und uns im Bogen zurück zur L 812 führt. Ein kurzes Stück bis Bottens, der Abzweigung nach Wüppels, fahren wir direkt auf der Landesstraße. Zumindest mit kleinen Kindern ist das nicht ganz ohne Risiko.
Achtung: Auf dem schmalen, recht rumpeligen Wirtschaftsweg kam uns ein Güllewagen entgegen. „In solchen Fällen ist es immer ratsam, abzusteigen und Platz zu machen“, rät Ulrich Hellkuhl.
Ein Warnschild weist den Weg um den Biogashof in Wayens herum. Wer mag, kann auf der Strecke eine Runde Fußball-Golf spielen. Fotos: hol
Aber wieder rein in die Idylle. Wir fahren auf dem gut ausgebauten Bottenser Weg nach Wüppels, werfen dort einen Blick auf die Kirche aus dem frühen 13. Jahrhundert. Weiter geht es einige Hundert Meter auf der Wüppelser Straße. In Höhe der Hofstelle Oldeborg folgen wir einem kleinen grünen Radweghinweis und biegen nach links ab, passieren den Hof und rollen in traumhafter Stille bis zum Nauenser Weg. Wieder geht es links herum und wieder wird es anspruchsvoll.
Gute Wege dank Flurbereinigung
„Auf eigene Gefahr“ nehmen wir einen schlecht ausgebauten Schotterweg, der kurze Zeit später wieder in eine Asphaltstrecke mündet. Am Weg Tammhausen geht es rechts ab (Uthausen) in den Krummhörner Weg Richtung Gammens und hier nach einem guten Kilometer links ab nach Wayens. Der Flurbereinigung sei Dank hier nur sehr gut ausgebaute Asphaltwege, fast ohne Verkehr.
Wayens ist bekannt als Standort einer der ersten großen Biogasanlagen im Wangerland. Die Fahrt über das Betriebsgelände ist untersagt, aber am Hof vorbei führt ein kleiner Radweg, der uns weiter in Richtung Hohenkirchen führt. In Höhe Gottels stoßen wir auf die Landesstraße 809. Wer mag, kann von hieraus einen Abstecher zur denkmalgeschützten St.-Sixtus-und-Sincius-Kirche aus dem 12. Jahrhundert im Ortskern von Hohenkirchen machen.
Pause am Wangermeer. Die Terrasse des Restaurants am Fußball-Golfplatz bietet Gelegenheit zur Entspannung. Foto: hol
Wir kreuzen die Landesstraße und fahren in Gottels ein. Linke Hand liegt das künstlich geschaffene Wangermeer, vor uns unsere Zwischenstation: Das Restaurant am Fußball-Golfplatz mit Bade- und Wassersport-Möglichkeiten. Von der Terrasse aus genießen wir bei einer Tasse Kaffee den Blick aufs Wasser, auf dem sich einige Paddler bewegen. Ein Kleinod.
Weiter geht es. Nach Norden, durch das immer grüne Wangerland. In Grimmens halten wir uns rechts. Nach einem guten Kilometer biegen wir erneut rechts ab in den Mahnweg, der uns vorbei an dem Western-Reit-Hof „Prettyhorse Farm“ nach Wiarden führt. Für Kirchenfans: Auch in Wiarden gibt es mit der Kirche St. Cosmas und Damian ein kulturhistorisch bedeutsames Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert.
Wir wollen nach Hause. In Wiarden nehmen wir den Radweg an der L 809 in Richtung L 810 (Horumersiel-Hooksiel). Auf dem Weg nach Hooksiel kommen wir am St. Jooster Altendeich vorbei. Im etwas zurück liegenden Ort St. Joost findet die St. Jodocus Kirche, ein kleiner spätgotischer Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert. Wir rollen weiter und sind in gut 15 Minuten wieder im Ortskern von Hooksiel.
Tipp: Gerade für Radtouren auf etwas schlechteren Wegen mit steinigem Belag empfehlen sich so genannte pannensichere Reifen, die durch ihre spezielle Gummierung dafür sorgen, dass spitze Gegenstände nicht zum Entweichen der Luft führen. „Diese Reifen sind zwar etwas teurer. Aber wenn man regelmäßig mit dem Rad unterwegs ist, dann lohnt sich die Investition“, sagt Ulrich Hellkuhl. Bedenken sollte man aber, dass man den Luftdruck solcher Räder regelmäßig mit einem Luftdruckmessgerät überprüfen sollte.
Hooksiel (25. 8. 2024) – Die Tennis-ü50-Herren des FCN Hooksiel haben auch im fünften Saisonspiel keinen Sieg einfahren können. Ob die Partie gegen Augustfehn zumindest als Unentschieden gewertet wird, ist noch offen. Nach Protest beider Mannschaften wird darüber die Staffelleitung entscheiden müssen. Den Abstiegsrang kann der FCN aber nicht mehr verlassen.
Vor dem Eklat im ersten Doppel sah es nach einem ganz normalen Spieltag aus. Spitzenspieler Thomas Otte hatte seinen Gegner sicher im Griff und sorgte mit einem 6:2/6:2-Sieg für den ersten Punkt für Hooksiel. Thorsten Csikos an Position 2 profitierte von der frühen verletzungsbedingten Aufgabe seines Gegners. An 3 und 4 unterlagen Mirko Ortmanns (1:6/2:6) und Gerd Abeldt (3:6/1:6) ihren nach den Leistungsklassen deutlich besser eingestuften Gegnern erwartungsgemäß.
Also 2:2 nach den Einzeln. Die Entscheidung musste in den Doppeln fallen. Während das Doppel Ortmanns/Abeldt auch hier chancenlos blieb, gewannen Otte/Csikos zumindest den ersten Satz mit 7:6. Allerdings: Die Debatte über die Frage, ob der Satzball im oder außenhalb des Feldes war, lief komplett aus dem Ruder. Nach lautstarken Anwürfen des Spitzenspieles aus Augustfehn lehnten die Hooksieler es ab, das Spiel fortzusetzen. Über die Wertung muss jetzt die Staffelleitung entscheiden.
Die Hooksieler B-Junioren zogen unterdessen kampflos ins Viertelfinale des Pokalwettbewerbs der B-Jugend-Staffelsieger ein. Das Team des Norder TV reiste aufgrund einer Verletzung seines Spitzenspielers gar nicht erste nach Hooksiel an. Am nächsten Wochenende müssen Lorenz Kramer, Mateo Doyen, Niklas Doyen und Tom Fiebig jetzt in Emden antreten. Im Fall eines Sieges hätten die Hooksieler im Halbfinale am 7. September Heimrecht.
Anmerkung: Der FCN hat am heutigen Dienstag, 27. August, seinen Protest zum zurückgezogen. Damit lautet das Endergebnis der Ü50-Partie 2:4.
Die Vorfreude wächst: In Kürze wird das „Thalasso Meeres Spa“ wieder geöffnet werden. Foto: WTG
Horumersiel (23. 8. 2024) – Gute Nachreichten aus Horumersiel. Laut Wangerland Touristik GmbH war das Trinkwasser des Thalasso Meeres Spa bei der jüngsten Probe durch das Gesundheitsamt des Landkreises Friesland keimfrei. Damit wäre eine Wiedereröffnung des neuen Gesundheitszentrums Mitte September möglich.
„Nach der ersten so genannten Nullbeprobung am 12. August haben wir heute die Information durch das Gesundheitsamt erhalten, dass auch die am 19. August entnommene Probe keine Spuren des ,Pseudomonas aeruginosa‘ im Trinkwassersystem aufzeigt“, teilte WTG-Marketingchefin Larissa Strangmann heute mit. Wie berichtet war wenige Tage nach der Eröffnung des Thalasso-Zentrums eine Trinkwasserprobe mit dem so genannten Krankenhaus-Keim belastet.
Mitte Juli war das Thalasso Meeres Spa deshalb wieder geschlossen worden. „Die vergangenen Wochen seit Beginn der temporären Schließung wurden genutzt, um mit Hochdruck daran zu arbeiten, die einwandfreie Wasserqualität wiederherzustellen und offene Handwerksarbeiten anzugehen“, so Larissa Strangmann. Auch nach der der offiziellen Einweihung Ende Juni standen noch eine Vielzahl von Arbeiten für Elektriker, Tischler und Fliesenleger an.
Um die größtmögliche Sicherheit für die Patienten zu gewährleisten, habe sich die WTG dazu entschieden, in Absprache mit dem Gesundheitsamt das Wassersystem des Hauses auch in den kommenden Wochen über den normalen Turnus der Beprobung hinaus engmaschig zu überwachen. Zu den Ursachen der Keim-Belastung machte das Unternehmen keine Angaben.
Der genaue Termin für die Wiedereröffnung des Thalasso Meeres Spa steht noch nicht fest. „Nun wächst mit jedem Tag die Vorfreude darauf, schon bald wieder Gäste zur Thalasso-Auszeit im Thalasso Meeres Spa empfangen zu können“, sagt Larissa Strangmann. Die Nachfrage nach entsprechenden Anwendungen sei weiterhin hoch. Das Mitarbeiter-Team freue sich sehr darauf, wieder Gäste in dem besonderen Gebäude empfangen zu dürfen.
Sisko Haschenburger macht die Arbeit auf dem Bauernhof Spaß. Zu seinen Aufgaben als Auszubildender zum Landwirt gehört auch die Versorgung der Kälber auf dem Hof. Foto: hol
Hooksiel (23. 8. 2024) – Tiere und Pflanzen, das sind die beiden großen Themenfelder, mit denen sich Sisko Haschenburger intensiv auseinandersetzt. Der 17-jährige Hooksieler absolviert eine Ausbildung zum Landwirt. „Obwohl ich viel mit Tieren zu tun habe, liegt mir die Pflanzenkunde näher“, sagt der junge Mann im Gespräch mit „Hooksiel-Life“.
Er habe sich den Beruf ausgesucht, weil er dabei den ganzen Tag draußen ist, an der frischen Luft. Sisko Haschenburger arbeitet im zweiten Lehrjahr auf dem Milchviebetrieb von Henning Lange am Ortsrand von Hooksiel. Hier wollen 150 Milchkühe und deren Nachwuchs betreut und gepflegt werden. Dazu gehört das Füttern ebenso wie das Reinigen der Boxen im Stall. Melken muss der Azubi die Kühe übrigens nicht. Das erledigt ein Melkroboter. Aber auch der Umgang mit dem Roboter wie mit einer Fülle weiterer technischer Anlagen auf dem Hof will gelernt sein.
Vor einem Jahr hat Sisko Haschenburger seinen Führerschein für einen Trecker gemacht. Das Fahren mit landwirtschaftlichen Maschinen beim Säen, Düngen oder Ernten auf Grünland und Acker ist das eine. Die mächtigen Maschinen durch den öffentlichen Straßenverkehr zu bewegen, das andere. „Angst habe ich dabei nicht“, versichert der angehende Landwirt. „Aber einige Autofahrer überholen doch schon sehr riskant.“
Sisko Haschenburger lernt drei Jahre lang in der Praxis. Alternativ könnten Auszubildende auch zunächst ein Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) absolvieren. Im ersten Lehrjahr besuchte er an zwei, ab dem zweiten Lehrjahr einen Tag in der Woche die Berufsschule in Varel. Auf dem Hof beginnt sein Arbeitstag um 7.30 Uhr und endet in der Regel um 18 Uhr. Dazwischen liegen zwei Stunden Mittagspause. Am Monatsende winkt dafür im zweiten Lehrjahr eine Vergütung von 637 Euro.
Der Feierabend lässt sich in der Landwirtschaft nicht immer auf die Minute planen, zumal Auszubildende nach und nach immer mehr eigenständig arbeiten. Während der Gras-Ernte oder wenn unverhofft ein Kälbchen zur Welt kommt, kann es schon mal vorkommen, dass Sisko Haschenburger etwas länger gefordert ist. Das ist aber kein Problem für den Hooksieler: „Das gehört für mich zum Beruf einfach dazu.“
Die „Friesland-Kliniken“ mit den Standorten Sanderbusch (Foto) und Varel sichern eine ortsnahe Versorgung im Landkreis. Gespräche mit Nachbarkliniken sind dennoch geboten. Foto: Friesland-Kliniken
Friesland/Wilhelmshaven (22. 8. 2024) – Die Alarmglocken schrillen. Und das schon seit Jahren. Die stationäre Gesundheitsversorgung ist im Umbruch. Zum Teil ökonomisch unabdingbar, zum Teil politisch gewollt, zum Teil aber auch von Verantwortlichen vor Ort selbst verschuldet. Für Hooksiel bedeutet das: Es ist mehr als fraglich, ob es in Zukunft noch drei Krankenhäuser in weniger als 20 Kilometer Entfernung mit einem Großteil der Versorgungsleistungen geben wird.
Die Stadt Wilhelmshaven muss ihr Klinikum mit immer neuen Millionen-Summen unterstützen, damit es die Löhne und Gehälter der rund 1500 Mitarbeiter zahlen kann. Hinzu kommt eine brach liegende Baugrube als Symbol für einen gescheiterten Klinik-Neubau. Auch die „Friesland-Kliniken“ mit ihren Standorten Sanderbusch und Varel geraten zunehmend unter Druck.
Neuer Anlauf für Kooperation
Vor diesem Hintergrund werden die Stimmen lauter, die eine Zusammenarbeit bis hin zur gesellschaftsrechtlichen Verschmelzung der Krankenhäuser der Region fordern. Wieder einmal. Schon mehrfach sind entsprechende Initiativen in der Vergangenheit im Sande verlaufen – zu stark waren offenkundig das Kirchturm-, Besitzstands- und Konkurrenzdenken in den Kliniken und bei deren Trägern.
Vor dem Hintergrund von Reformplänen der Bundesregierung, Hilfezusagen vom Land Niedersachsen und immer dramatischer werdenden roten Zahlen in den Büchern der Krankenhäuser jetzt ein neuer Anlauf: So hat der Kreistag des Landkreises Friesland sich in einer Sondersitzung an diesem Mittwoch für „eine mögliche Zusammenarbeit der Klinikum Wilhelmshaven gGmbH und der Friesland Kliniken gGmbH in einer noch zu bestimmenden Rechtsform unter gemeinsamer kommunaler Trägerschaft“ ausgesprochen.
Machbarkeitsstudie
Ob es dazu kommen wird? Abwarten. Klar ist, dass vor einem Zusammenschluss noch etliche Fragen geklärt werden müssen. Und das dauert. Zunächst soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Der Kreistag stellte für ein entsprechendes Gutachten bis zu 100.000 Euro bereit – geknüpft an die Erwartung, dass die Stadt Wilhelmshaven die gleiche Summe zur Verfügung stellt. Zur Vorbereitung der Vergabe des Auftrags für die Studie soll eine Arbeitsgruppe installiert werden, der drei Kreistagsmitglieder – Axel Homfeldt (CDU/Schortens), Sina Beckmann (Bündnis 90/Die Grünen/Jever) sowie Sören Mandel (SPD/Varel) – angehören.
Aktuell seien die medizinische Versorgung in Friesland und auch die Arbeitsplätze in den Friesland Kliniken sicher, hieß es im Kreistag. Aber vor dem Hintergrund der Krankenhausreform des Bundes sowie des Krankenhaus-Finanzierungsgesetzes sei es sinnvoll, so Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der „Friesland Kliniken“, wenn Krankenhausträger in der Region – also die Landkreise Friesland und Wittmund sowie die Stadt Wilhelmshaven – in einen Dialog treten, wie die medizinische Versorgung langfristig und vor Ort sichergestellt werden kann.
Ressourcen bündeln
Das Sozialministerium in Hannover hatte zuletzt seine Unterstützung für eine Machbarkeitsstudie zugesagt, in der unter anderem Standortoptionen für eine umfassende Versorgung der Region, eine bestmögliche Ressourcen-Bündelung, der Investitionsbedarf und die Zukunftsfähigkeit im Rahmen einer SWOT-Analyse und eines Kostenvergleichs bewertet werden. Dabei sollen sowohl die Standorte Varel und Sanderbusch sowie das Neubauprojekt in Wilhelmshaven berücksichtigt werden.
Ausgelöst worden war die aktuelle Debatte über eine Klinik-Fusion durch einen Vorstoß der Win@WBV-Fraktion im Wilhelmshavener Stadtrat vor einigen Wochen. Die Dringlichkeit des Themas unterstreicht der rasant steigende Zuschussbedarf des dortigen Klinikums. Die Stadt soll laut Medienberichten seiner Tochter weitere über 50 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Insgesamt würde die Summe damit auf deutlich über 100 Millionen klettern.
Wichtiger Faktor für Wohnstandort
„Wir sind davon überzeugt, dass eine engere Zusammenarbeit mit dem Ziel einer Klinik-Fusion der richtige Weg ist“, betont Thies Fischer, stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU-Friesland aus dem Wangerland. Als „fahrlässig“ stufen Fischer und sein Mitstreiter Kai Ulferts Stimmen aus Friesland ein, die den Hilferufe aus Wilhelmshaven als „Sommerloch-Diskussion“ abtuen wollten. Es gehe schließlich um „die langfristige Sicherstellung der medizinischen Versorgung in unserer Region“, so die CDU-Vertreter: „Da muss sich endlich etwas tun!“ Fischer (23 Jahre) und Ulferts (25) betonen, das die Region gerade von der jüngeren Generation als ein gemeinsamer Wohnstandort wahrgenommen werde.
Ähnlich sieht es auch die Wittmunder CDU-Bundestagsabgeordnete Anne Janssen (links im Bild; Foto: Tobias Koch): „Die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ernsthaft auszuloten, ist endlich der Schritt in die richtige Richtung! Eine große Strukturreform der Krankenhäuser wird kommen und gemeinsam haben die beiden Häuser die besten Chancen, sich auf zukunftsfähige Beine zu stellen.“
Der Teufel steckt im Detail
Oberstes Ziel einer engeren Zusammenarbeit der Kliniken wäre die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit ihres Betriebs in kommunaler Hand. Für Privatisierungs-Vorschläge, wie etwa von der FDP in Wilhelmshaven gefordert, gibt es aktuell keine Mehrheiten.
Mediziner sprechen sich seit Jahren dafür aus, Doppelstrukturen in den Krankenhäusern abzuschaffen und Ressourcen zu bündeln. So könnten Kosten gespart und möglicherweise auch noch die Qualität der Behandlung verbessert werden. Wie die Erfahrungen aus den zurück liegenden (erfolgreichen) Fusionen der katholischen Krankenhäuser St.-Willehad-Hospital (Wilhelmshaven) und St.-Johannes-Hospital (Varel) mit den jeweiligen kommunalen Kliniken gezeigt haben, gibt es dabei jedoch viele konfliktträchtige Details, die jetzt in der geplanten Machbarkeitsstudie beleuchtet und entschieden werden müssten.
Marianne Kruse (Gollmer & Hummel) übergab der Feuerwehr Hooksiel ein Schlauch-Einbindesystem, mit dem schnell druckstabile Schlauchverbindungen hergestellt werden können. Ortsbrandmeister Jörg Nöchel (links) und Dr. Thomas Große nahmen die Spende entgegen. Foto: hol
Hooksiel (21. 8. 2024) – Die Hooksieler Feuerwehr steht auf den Schlauch. Genauer gesagt: Auf den „D-Schlauch“. Bereits seit 2016 finden bei der Wehr Lehrgänge statt, bei dem der effiziente Umgang mit den vergleichsweise dünnen Löschschläuchen trainiert wird. Ortsbrandmeister Jörg Nöchel: „Die D-Schläuche haben eine Reihe von Vorteilen. Dennoch sind bei den meisten Wehren vornehmlich C- und B-Schläuche im Einsatz.“
Am Wochenende fand zum wiederholten Mal ein D-Schlauch-Workshop statt. Dazu konnten die Hooksieler 43 Feuerwehrleute aus halb Deutschland begrüßen. Der Teilnehmer mit der weitesten Anreise war aus Homburg am Main angereist. Ein Großteil der Interessierten kam aber von Wehren aus dem Nordwesten.
Am Vormittag ging es um die Theorie, am Nachmittag um die Praxis.Vier Stunden lang informierten Jörg Nöchel und Dr. Thomas Große von der Hooksieler Wehr zusammen mit Marianne Kruse von der Herstellerfirma Gollmer & Hummel (Straubenhardt) über die Eigenschaften und Vorzüge des D-Schlauches. Nachmittags wurden auf dem Gelände der Hooksieler Werft im Rahmen von Übungen verschiedene Einsatzszenarien nachgestellt.
Den praktischen Umgang mit dem D-Schlauch trainierten die Teilnehmer des Workshops auf dem Gelände der Werft Hooksiel. Fotos: Feuerwehr
Der „D-Schlauch“ hat lediglich einen Innendurchmesser von 2,5 Zentimetern. Er ähnelt einem handelsüblichen Gartenschlauch. Über den Schlauch wird weniger, aber in der Regel genügend Wasser transportiert. Für die Bekämpfung der allermeisten Brände reicht die Wassermenge gepaart mit dem richtigen Druck völlig aus. Die Vorteile: Der D-Schlauch ist deutliche leichter und wendiger, was gerade bei Einsätzen in engen Gebäuden wichtig sein kann. Er bindet zudem deutlich weniger Wasser im Schlauch, was des Wasserverbrauch senkt. Und: Die Folgeschäden durch den Löschwassereinsatz etwa bei Zimmerbränden sind deutlich geringer.
Am 7. September treffen sich die Workshop-Teilnehmer zum zweiten Teil des Seminars erneut in Hooksiel. Dann soll es schwerpunktmäßig um die Vorteile des D-Schlauches bei der Vegetationsbrand-Bekämpfung gehen; eine Einsatzart, die im Zuge des Klimawandels voraussichtlich zunehmen wird.
Ulrich Nolzen (rot-karriertes Hemd) übergibt den OKT-Wanderpokal an Helmut Kahl. Foto: hol
Hooksiel (20. 8. 2024) – „Mit den Oldtimern zur Gattersäge!“ vor wenigen Wochen hatte „Oldi R4“ Helmut Kahl aus der Hooksieler OKT-Truppe (Oldtimer Klön Tag) seinen Vorschlag für einen Sonntagsausflug nach Horsten vorgestellt. Die Teilnehmer begeistert. Der Termin wurde mit dem Gattersägen-Vorstand abgestimmt, eine Privatvorstellung vereinbart.
Am Sonntag war es dann soweit. Vor dem Start an der Hooksieler Tankstelle überreichte „Oldi BMW“ Ulrich Nolzen den Wanderpokal an den Organisator Helmut Kahl. Nachdem die Streckenführung nach Horsten aufgrund von Baustellen und Wasserschäden in Accum noch ein wenig verändert werden musste, rollten die elf durchweg über 30 Jahre alten Auto-Schätzchen vom Hof.
Neben der Besichtigung der Gattersäge in Horsten (links) stand natürlich das Fachsimpeln über die Oldtimer im Mittelpunkt der Veranstaltung des OKT Hooksiel. Fotos: privat
Der Konvoi rollte 35 Kilometer über Landstraßen und durch Dörfer wie Westerhausen, Purkswarfe, Sillenstede, Fedderwarden, Accum, Pingelei, Langewerth, Roffhausen, am Sander See vorbei nach Dykhausen in Richtung Gödens – Friedeburg nach Horsten.
In Horsten bildeten die auf dem Gemeindeparkplatz abgestellten Oldtimer einen Hingucker. Für den OKT erläuterten Vorstandsmitglieder des Gattersägen-Fördervereins die Entstehung des Sägewerks, seine Historie und die Funktionsweise. Danach besichtigte man die Räume mit dem historischem Transmissions-Maschinenpark. Als Höhepunkt wurde dann zum Abschluss die Säge angeschmissen und ein Baumstamm-Schnitt vorgeführt. Nolzen: „Sagenhaft und ein hochinteressanter Maschinenbau.“
Nach kleinen Spenden an den Förderverein besuchten die Oldtimer-Fans das Hofcafe am Horster Grashaus. Im Anschluss an die gemeinsame Kaffeetafel fuhren die Teilnehmer individuell zurück nach Hause. Und, was die Organisatoren besonders freute: Alle kamen pannenfrei an.
Wilhelmshaven/Hooksiel (20. 8. 2024) – Das Netzwerk Energiedrehscheibe lädt zu einem Aktionsmonat ein. Unter dem Motto „Ein Kessel Buntes“ finden vom 25. August bis zum 29. September insgesamt 36 Online- oder Vor-Ort-Veranstaltungen statt. Geplant ist unter anderem eine Demonstration am 21. September in Wilhelmshaven.
Das Aktionsbündnis besteht aus 23 Organisationen, Vereinen, Gruppierungen und Einzelpersonen mit rund 150 Aktiven aus dem Bereich Klima- und Naturschutz, darunter Umweltschutzverbände wie der Nabu und der BUND. Gemeinsam sammelt man Informationen und tauscht sich täglich über Fragen etwa zu Energieeffizienz, Verkehrswende, Artenschutz, Kohlenstoffspeicherung, Frackinggas und LNG-Import aus. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Entwicklungen an den Energie-Importstandorten wie Wilhelmshaven, Mukran, Lubmin, Stade und Brunsbüttel.
„An allen Standorten haben sich Menschen auf den Weg gemacht, den Import fossiler Gase zu kritisieren“, so Stefanie Eilers vom Bündnis. Eine Energiewende, für die auch der geplante „Energy Hub“ in Wilhelmshaven stehe, sehe man kritisch. Mit dem Aktionsmonat wolle das Netzwerk Energiedrehscheibe, so Nabu-Vorsitzende Stefanie Eilers, seine Themen nun lauter und breiter vertreten. Weitere Aktionsmonate sollen im Oktober und im Dezember folgen.
Den Auftakt zu der Veranstaltungsreihe bildet ein Familienfreizeit im Grünen am Sonntag, 25. August, 11 bis 18 am Jugendzentrum Krähenbusch, Hier soll es um „Parks der Zukunft“ gehen. Für Samstag, 31. August , lädt der Nabu Wilhelmshaven zum Sommerfest in die Ruscherei in Altengroden.
Am Donnerstag, 19. September, um 15.30 Uhr wollen die Aktivisten zum Beispiel den Umweltausschuss des Landkreises Friesland in Jever besuchen. Ein Thema dort: Mögliche Beeinträchtigungen des Wattenmeers durch den vor Hooksiel liegenden LNG-Frachter „Höegh Esperanza“.
Mit einer Demonstration am Samstag, 21. September, ab 15 Uhr wollen sich die Aktivisten am Fliegerdeich in Wilhelmshaven „Für einen sauberen Jadebusen ohne Fäkalien“ einsetzen. Ziel ist es, die Einleitung von Mischwasser unter anderem aus dem kommunalen Abwassersystem in die Jade zu beenden. Das gesamte Veranstaltungsprogramm finden Interessierte unter www.zukunftwhv.com.