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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Katwarn: Schwere Orkanböen über Friesland erwartet

Hooksiel (23. 10. 2025) – Der Katastrophenwarndienst Katwarn warnt vor einem schweren Orkan an der gesamten ost-friesischen Küste. Ab Freitag um 4 Uhr werden Böen aus südwestlicher Richtung mit Geschwindigkeiten von 100 bis 120 Stundenkilometern erwartet. In exponierten Lagen kann der Sturm auch 130 km/h erreichen. Die Extremwetterlage kann nach Ansicht der Experten bis gegen 21 Uhr anhalten.

Durch den Orkan können Gefahren für Leib und Leben entstehen, etwa durch umstürzende Bäume oder umher fliegende Dachziegel. Bürgern wird geraten, sich in Gebäuden aufzuhalten oder im Freien genügend Abstand von Bäumen und Gebäuden zu suchen. Insbesondere sollten an allen Häusern Fenster und Türen geschlossen bleiben. Zudem müsse mit Straßensperrungen gerechnet werden.

EWE kündigt für 2026 Senkung der Entgelte fürs Stromnetz an

Oldenburg/Hooksiel (22. 10. 2025) – Der Oldenburger Energierversorger EWE hat für 2026 eine Senkung der Stromnetzentgelte von rund zwei Cent pro Kilowattstunde angekündigt. Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeute das eine Entlastung von etwa 70 Euro oder rund 24 Prozent. 

Bei den Ausfallzeiten des Stromnetzes belegt EWE Netz einen Spitzenplatz in Europa. Foto: EWE

Neben den sinkenden Netzentgelten erhoffe man weitere Entlastungen durch die diskutierte allgemeine Senkung der Stromsteuer und mögliche Zuschüsse zur Offshore-Netzumlage. „Das sind richtige Signale“, so EWE-Vorstandschef Stefan Dohler

Die Netzentgelte müssen Strom- und Gaslieferanten an den Netzbetreiber zahlen. In Friesland ist das die EWE Netz. Die Höhe dieses Teils des Energiepreises wird staatlich kontrolliert und an die Endkunden weitergegeben. Er ist zum Beispiel vorgesehen für Bau, Wartung und Betrieb der Netze.

Stolz ist Dohler zudem darauf, dass die EWE beim Vergleich der durchschnittlichen jährlichen Ausfallzeit der Netze pro Kunde seit Jahren „einen europäischen Spitzenplatz“ belege.„Das ist kein Zufall, sondern auch das Ergebnis konsequenter Investitionen in stabile und moderne Netze“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Der Nordwesten zeigt, dass sich Klimaschutz, sichere Versorgung und Bezahlbarkeit nicht ausschließen. Eine effiziente Infrastruktur ist die Basis für bezahlbare Energie.“ 

Kundinnen und Kunden im Netzgebiet von EWE Netz waren 2024 im Schnitt nur 3,4 Minuten ohne Strom – bundesweit lag der Wert bei 11,7 Minuten.

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OOWV sichert Regenrückhaltebecken im Wangerland

Wangerland/Hooksiel (22. 10. 2025) – Regenrückhaltebecken können potenziell gefährlich sein. Zumindest dann, wenn sie voll Wasser stehen. Der Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) hat jetzt mit Sicherungsmaßnahmen an den insgesamt neun Becken im Gebiet der Gemeinde Wangerland begonnen.

Bei diesem Becken in Hohenkirchen wird der alte bestehende Holzzaun durch einen neuen Doppelstab-Mattenzaun ersetzt. Die Zugänglichkeit für die Feuerwehr wird durch ein Tor gewährleistet. Der Schulweg für die Kinder bleibt bestehen. Foto: Eike Held/OOWV

Anlass für die Arbeiten sind Erkenntnisse aus einem Gutachten, das der OOWV nach der Übernahme der Aufgabe der Schmutz- und Niederschlagswasser-Entsorgung in der Gemeinde Wangerland erstellen ließ. „Als erforderliche Sicherungsmaßnahmen werden nun Hinweisschilder aufgestellt oder ein unbefugtes Betreten der Anlagen durch Anpflanzungen verhindert“, teilte das Unternehmen heute mit. Einige Regenrückhaltebecken müssten mit Zäunen abgesichert werden.

Bei Regenrückhaltebecken handelt es sich um technische Bauwerke, welche der Zwischenspeicherung von Regenwasser dienen. Das gespeicherte Regenwasser wird von dort aus kontrolliert und gedrosselt in ein Gewässer oder die fortlaufende Kanalisation abgegeben, um diese weiterführenden Anlagen nicht zu überlasten.

Entsprechende Anlagen finden sich im Wangerland in den Ortsteilen Waddewarden, Hohenkirchen, Hooksiel und Horumersiel. In Hooksiel gibt es entsprechende Becken am Schwarzhamm und an der Bakenstraat. Am Standort Schwarzhamm gehe es um einen Zaun, so der OOWV. Für den Standort Bakenstraat sei die Abstimmung, welche Maßnahme dort umgesetzt wird, noch nicht abgeschlossen. Die Arbeiten vor Ort erledigen im Auftrag des OOWV Mitarbeiter der Stadt.Land.Grün GmbH (Brake).

Gleichberechtigung in Niedersachsen nur Frauensache?

Hooksiel (21. 10. 2025) – Sollten in Niedersachsen nicht auch Männer Gleichstellungsberauftragte werden können? Über dieser Thema hat sich „Hooksiel-Life“ mit dem Hooksieler Jan Gerjets (Foto) unterhalten.

Er ist seit über 30 Jahren als Lehrer für Holztechnik, Mathematik und Spanisch an den Berufsbildenden Schulen in Wilhelmshaven tätig. Die BBS beschäftigt für rund 170 Lehrkräfte und etwa 20 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Peronal gehören zwei Gleichstellungsbeauftragte. 

Hooksiel-Life: Herr Gerjets, im nächsten Jahr werden Sie 67 Jahre alt und könnten in Ruhestand gehen. Aber das wollen Sie nicht. Warum?
Jan Gerjets: Ja, ich möchte gerne noch etwas länger arbeiten, der Beruf macht mir einfach Spaß, das Unterrichten macht einfach Spaß. 

Hooksiel-Life: Jetzt wollten Sie neben ihrer Lehrtätigkeit noch eine zusätzliche Aufgabe übernehmen. Sie haben sich um einen Posten als Gleichstellungsbeauftragter der Schule beworben. Sind sie genommen worden?
Gerjets: Leider nicht. Ich hätte die Aufgabe gern übernommen … Aber wie mir von der Landesschulbehörde mitgeteilt wurde, ist das aus rechtlichen Gründen nicht möglich. In Niedersachsen dürfen nur Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden.

Hooksiel-Life: Gleichstellung meint doch die Gleichstellung von Frau und Mann. Warum solle sich nicht auch ein Mann um dieses wichtig Thema kümmern können?
Gerjets: Das versteht ich auch nicht. Vermutlich rührt das daher, dass irgendwann einmal aus der Frauenbeauftragten die Gleichstellungsbeauftragte geworden ist …

Hooksiel-Life: Halten Sie das für angemessen?
Gerjets: Meines Erachtens ist das nicht mehr zeitgemäß. Natürlich stimmt es, dass in vielen Bereichen immer noch Frauen stärker unter ungleichen Bedingungen leiden als Männer. Zum Beispiel verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation im Durchschnitt immer noch weniger. Und auch von sexueller Gewalt oder Stalking am Arbeitsplatz sind Frauen mit Sicherheit stärker betroffen als Männer …

Hooksiel-Life: Also ist es doch ganz gut, dass der Job der Gleichstellungsbeauftragten Frauen vorbehalten ist?
Gerjets: Nein, das sehe ich nicht so. Ich glaube, ich kann mich als aufgeklärter Mann ebenso gut für die Belange meiner Kolleginnen einsetzen. Besonders am Herzen liegt mir die Förderung einer offenen und respektvollen Schulkultur, in der alle Mitglieder der Schulgemeinschaft unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder anderen Merkmalen gleichwertig behandelt werden. Ich bin überzeugt, dass eine vielfältige und inklusive Umgebung nicht nur das Lernen fördert, sondern auch die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen unterstützt.

Hooksiel-Life: Was muss sich Ihrer Ansicht nach ändern?
Gerjets: Meiner Meinung nach hängt es nicht vom Geschlecht ab, ob jemand erfolgreich gegen Ungerechtigkeiten vorgehen kann, sondern vom Engagement und der Qualifikation des Bewerbers. Ich halte es für an der Zeit, dass der Gesetzgeber den entsprechenden Passus im Gesetz zeitnah ändert. Es hat schon einen Hauch von Diskriminierung, wenn Männern pauschal unterstellt wird, sie würden sich nicht für die Belange ihrer weiblichen Kollegen einsetzen können. Und was passiert, wenn es einmal um die Belange eines Mannes geht? Wie sieht denn da der Umkehrschluss aus?

Zwei Verletzte: Drei Autos von Straßen abgekommen

Wangerland (21. 10. 2025) – Bei drei Unfällen im Wangerland wurden zwei Personen leicht verletzt. Am Montag kam ein 40-jähriger Mann von der Garmser Straße ab und blieb mit seinem Wagen im Straßengraben liegen geblieben. Der Fahrer blieb unverletzt, der Wagen wurde beschädigt. Der Mann war gegen 16.45 Uhr auf der Landesstraße in Richtung Neugarmssiel unterwegs. Nach Darstellung der Polizei stellten die bei der Unfallaufnahme eingesetzten Polizisten Alkoholeinfluss fest. Ein Atemalkoholtest beim Fahrer ergab einen Wert von 0,47 Promille. 

Sattelzug kippte um

Kurz zuvor gegen 15.15 Uhr war ein Sattelzug in Tettens von der Hauptstraße (Kreisstraße 98) aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Ein Gegenlenken des Fahrzeugführers blieb erfolglos, sodass das Gespann nach rechts umkippte, so die Polizei. Der Fahrer wurde leicht verletzt und vor Ort medizinisch versorgt. 

Durch den Unfall sickerten Öl und Diesel in das Erdreich, weshalb zusätzlich Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet wurden. Der Sattelzug musste geborgen werden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

Autofahrer wollte Reh ausweichen

Am heutigen Dienstag gegen 6.50 Uhr befuhr ein 27-jähriger Mann die Sillensteder Straße aus Richtung Sillenstede kommend in Fahrtrichtung Waddewarden. Plötzlich habe ein Reh die Fahrbahn überquert, so die Polizei. Der Fahrer wich aus und kam dabei nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Pkw prallte gegen einen Telefonmast und kam anschließend im Straßengraben zum Stehen.

Der Fahrzeugführer wurde leicht verletzt. An Pkw und Telefonmast entstand erheblicher Sachschaden. Die Polizei hat die Unfallaufnahme durchgeführt.

„Bildwerfer“ Stephan Giesers liebt die Vielfalt von Hooksiel

Hooksiel/Wilhelmshaven (21. 10. 2025) – Gute Fotografie braucht mehr als eine professionelle Kamera. Unverzichtbar sind ein gutes Auge und ein Gespür für den richtigen Moment. Hinzu kommen müssen aber auch Leidenschaft und Einsatzwille. Denn, so schildert der Wilhelmshavener Fotograf Stephan Giesers, für viele Landschaftsaufnahmen ist es einfach wichtig, zum richtigen Zeitpunkt am richten Platz zu sein. 

Jahreskalender für 2026

Beleg dafür die das Titelbild des Jahreskalenders 2026, den der „Bildwerfer“ jetzt unter dem Titel „Friesland – Idyllische Orte an der Küste“ herausgebracht hat. Die Aufnahme zeigt Polarlichter am Himmel über der Jade, aufgenommen vom Hooksieler Strand. Im Vordergrund Strandkörbe, dahinter der Nationalpark Wattenmeer, darüber ein teils grünlich, teils rötlich strahlender Himmel.

Das Naturschauspiel war an einem Sonntagabend Ende August ab 23 Uhr zu bewundern. Ein Pflichttermin für Giesers. Zusammen mit vielen anderen Fotografen suchte er am Strand nach der besten Perspektive, dieses spektakulären Moment festzuhalten.

Ebenso gründlich plant de 49-Jährige (Foto) seine Besuche des Wracks vor Schillighörn, das nur bei Ebbe erreichbar ist. Die Reste des 1962 gesunkenen Frachters im Morgenlicht bilden das März-Motiv des Kalenders.

Ohnehin: Das Wangerland ist für Giesers eine beliebte Foto-Arena. Insbesondere Hooksiel. „Hooksiel ist so vielfältig und bietet jede Menge Motive – der Strand, der Außenhafen, das Hooksmeer, der Alte Hafen …“

Fotografie als Leidenschaft

Als Redakteur einer Tageszeitung lag sein Schwerpunkt lange bei der Recherche und beim Schreiben. „Fotografiert habe ich nur so zum Ausgleich“, so Giesers. Aus dem Hobby wurde Leidenschaft, die längst professionellen Ansprüchen genügt.

Ansichten aus dem Sielort bilden den Schwerpunkt des Friesland-Kalenders 2026, den Giesers – neben einem Wilhelmshaven-Kalender – bereits zum sechsten Mal herausgibt. Darüber hinaus hat er mit seiner Kamera unter anderem nach Dangast, Altmarienhausen und Accum geblickt. 

Der Kalender im DIN-A3-Format kostet 20 Euro. Zu beziehen ist er über die Bildwerfer-Internetseite. 

„Überland“ will Aufenthaltsqualität deutlich steigern

Hooksiel (20. 10. 2025) – Die Saison auf dem Nordsee-Campingplatz vor dem Hooksieler Seedeich ist beendet. Bis Sonntag um 12 Uhr mussten die letzten Dauercamper ihre Wohnwagen und Vorzelte abgebaut und den Platz verlassen haben. 

Die Saison auf dem Nordsee-Campingplatz in Hooksiel ist beendet. Die Überall Gruppe übernimmt das Areal zum 1. Januar. Foto: hol

Das hat nach den Worten von Mark Schlemme, Platzleiter in Diensten der Wangerland Touristik GmbH (WTG), auch sehr gut geklappt. „Es gibt immer ein paar Nachzügler. Hier hat sich ein Wagen festgefahren, dort sitzt eine Bremse fest. Aber das ist völlig normal. Um 13 Uhr war der Platz leer.“

Campingplatz wird winterfest gemacht

Auch die Stimmung unter den Gästen sei gut gewesen. Schlemme ist zuversichtlich, dass viele der Dauercamper im nächsten Frühjahr wieder zurückkommen werden – auch wenn der Platz dann nicht mehr von der WTG betrieben werden wird. Die insolvente WTG hat den Platz mit seinen rund 1500 Stellplätze bekanntlich an die Überland Camping Gruppe (Berlin) verkauft. 

Die Übergabe soll zum Jahresbeginn 2026 erfolgen. Überland wird auch die auf dem Campingplatz beschäftigten Mitarbeiter übernehmen. Und auch die Konditionen für die Dauercamper sollen zunächst für ein Jahr mit unverändert fortgeschrieben werden. Schlemme (Foto) selbst blickt optimistisch in die Zukunft, nachdem sich die Investoren vor Ort vorgestellt haben. „Das ist ein junges Team mit vielen guten Ideen.“

Die Überland-Gruppe betreibt bereits sechs Campingplätze in ganz Deutschland. Hooksiel wird der erste Standort an der Nordsee. Das Unternehmen setzt nach eigenem Bekunden auf naturnahe Campingplätze in reizvollen Lagen. Zum Konzept gehören „verlässliche Qualitätsstandards, digitaler Komfort und hohe Nachhaltigkeit“. Mit einer Mischung aus traditionellem Camping mit modernen Ansprüchen wolle man Kindern und Eltern gleichermaßen unvergessliche Naturerlebnisse bieten, so Geschäftsführer Jan Wittlinger gegenüber „Hooksiel-life“.

Käufer planen Modernisierung

Im Detail werde man die Ideen für Hooksiel zu Beginn der neuen Saison vorstellen. Wittlinger: „Wir sind aktuell in der Ausarbeitung unseres finalen Konzepts.“ Klar sei aber schon, dass man den allgemeinen Pflegezustand sowie die Aufenthaltsqualität des Campingplatzes deutlich steigern wolle. Dazu gehöre unter anderem die Modernisierung der Sanitärgebäude, der Platzinfrastruktur, insbesondere der Stromversorgung, der Spielplätze sowie das Thema Familienfreundlichkeit und Familienangebote.

Für Mark Schlemme stehe zunächst aber noch andere Aufgaben auf dem Programm. Der Platz muss in den nächsten Wochen winterfest gemacht werden. Dazu gehört unter anderem der Abbau von Spielgeräten und aller sonstigen beweglichen Teile sowie die Sicherung der Sanitärgebäude und -container. 

Und ganz beendet ist das Campen vor dem Deich ja auch nicht. Der Stellplatz für Wohnmobile auf der Ostdüne, der ebenfalls von Überland gekauft wurde, wird ganzjährig betrieben und zieht auch über die Wintermonate Urlauber an, die das Campen mit unmittelbarem Blick auf die Jade lieben. 

Zugvogelfest mit Buschspötter, Kuhreiher und Polarmöwe

Wangerland (20. 10. 2025) – Mit einem großen Zugvogelfest im Gästehaus Horumersiel fanden die 17. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer Sonntag ihren Abschluss. Nach neun ereignisreichen Tagen voller Vogelbeobachtungen und anderer Naturerlebnisse, Fachvorträge und kreativer Mitmachaktionen kamen rund 900 Besucher, Veranstalter und Organisatoren zusammen, um das Phänomen des Vogelzugs und die Vielfalt im Wattenmeer zu feiern und sich auszutauschen.

Rund 900n Menschen besuchten das Zugvogelfest in Horumersiel. Sie erlebten ein abwechslungsreiches Programm. Foto: hol

Im Mittelpunkt der Zugvogeltage standen Finnland als Partnerland sowie die Sturmmöwe als Titelvogel. Zahlreiche Veranstaltungen hoben die Bedeutung Finnlands als wichtige Station auf dem Ostatlantischen Zugweg hervor. Die Sturmmöwe ist in Finnland weit verbreitet, aber auch im Nationalpark ein häufiger Brutvogel, Durchzügler und vor allem Wintergast. Ein wiederkehrendes Thema waren zudem die vielfältigen Herausforderungen, die der Klimawandel für den Vogelzug mit sich bringt. Insgesamt zählten die über 350 Veranstaltungen rund 12.800 Teilnehmer, davon etwa 2.700 Kinder.

Live-Musik und Mitmachaktionen

Das Zugvogelfest am Sonntag bot ein abwechslungsreiches Programm: Neben Infoständen von Umweltverbänden und Nationalpark-Partnern, Vorträgen, Mitmachaktionen für Kinder und kulinarischen Köstlichkeiten sorgten Live-Musik, Kunsthandwerk und vieles mehr für eine besondere Atmosphäre. Hochwertige Spektive und Ferngläser konnten an den Ständen fast aller namhafter Optik-Hersteller Deutschlands mit fachkundiger Beratung ausprobiert werden.

Beim Aviathlon, dem Wettbewerb um die meisten beobachteten Vogelarten, konnten die Teams von Norderney und Cuxhaven die Siegerurkunden entgegen nehmen – überreicht von “Rotti” und „Sandi”. Foto: Michael Räder/NLPV

Die Kinderaktion war erneut ein Highlight: Über Hundert selbst gemalte Bilder von Zugvögeln in ihren nordischen Brutgebieten waren im Gästehaus zu bewundern. Unter allen teilnehmenden Kindern wurden zehn hochwertige Ferngläser der Firma Minox verlost. 

Wangerland auf Platz 3

Der Aviathlon, der sportliche Wettbewerb um die meisten beobachteten Vogelarten, zog die Artenkenner in den Bann. Bei den Inseln hatte Norderney mit einem Rekordwert von 171 gesichteten beziehungsweise gehörten Arten mit knappem Vorsprung für sich entscheiden. Am Festland lag Cuxhaven mit 146 Arten deutlich vor Wilhelmshaven und Wangerland. Zu den besonderen Sichtungen zählten Buschspötter, Kuhreiher sowie Polarmöwe.

Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltungsreihe: „Jedes Jahr machen Zugvogeltage die besondere Bedeutung des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer für den Vogelzug erlebbar. Mein Dank gilt allen Veranstaltern und Unterstützern, die dieses besondere Naturschauspiel Jahr für Jahr für Gäste und Einheimische zugänglich machen.“ 

Abwind drückt Anhänger gegen Wohnmobil

Wangerland (19. 10. 2025) – Kurioser Unfall in Horumersiel. Am Samstag gegen 22.15 Uhr wurde nach Angaben der Polizei in der Deichstraße ein abgestellter Anhänger gegen ein Wohnmobil geschoben. Dabei seien beide Fahrzeuge beschädigt worden.

Auslöser für den Unfall soll der Einsatz eines Rettungshubschraubers gewesen sein. Der Hubschrauber musste in unmittelbarer Nähe landen. Seine Rotoren hätten dabei so viel Abwind erzeugt, dass der geparkte Anhänger gegen das Wohnmobil gedrückt wurde. 

Fast ein ganzes Jahr lang Urlaub in einer Ferienwohnung

Hooksiel (19. 10. 2025) – Hooksiel ist schön. Der Alte Hafen, die vielen kleinen Häuser und Geschäfte im Ortskern. Beate und Jörg Beier aus Dorsten in Nordrhein-Westfalen wissen, warum sie gerade hier seit Jahren ihre Urlaube verbringen – und das bis zu vier Mal im Jahr. „Wir waren 1998 das erste Mal in Hooksiel“, berichten die beiden Frührentner. „Und das hat uns wirklich gut getan.“

Vermieterin Anke Müller (links) bedankt sich bei ihren treuesten Gästen: Beate und Jörg Beier aus Dorsten machen seit 1998 immer wieder Urlaub in Hooksiel. Foto: hol

Anke Müller, die zusammen mit ihrem Mann elf Ferienwohnungen in Hooksiel betreibt, hat ihre treuesten Gäste jetzt mit einem kleinen Präsent überrascht. Seit 2007 wohnen die Beiers bei den Müllers. 38 Mal sind die seither angereist. Mal für eine Woche, mal für zwei Wochen. „Insgesamt kommt da inzwischen fast ein ganzes Jahr an Übernachtungen raus. Damit seit ihr bei uns der absolute Spitzenreiter.“

„Mehr für Kinder und Familien tun“

Jörg Beier hat in der chemischen Industrie gearbeitet, seine Frau in der Pflege. Die ersten Jahren wohnten sie in Hooksiel stets in einem Quartier an der Nordstraße. Zwei- bis dreimal in einem Restaurant Essen gehen, eine Wattwanderung und ein Backfisch am Außenhafen – das gehört für sie zum regelmäßigen Urlaubsprogramm. Hin und wieder seien sie auch im Meerwasser-Hallenwellenbad zum Schwimmen gegangen „Ich glaube, Hooksiel muss unbedingt etwas für Kinder und Familien tun“, sagt Jörg Beier. Früher habe es hier noch die Spielscheune „Bullermeck“ gegeben. Jetzt sei auch noch das Bad geschlossen worden …

Mit Bad, ohne Bad – die Beiers bleiben ihrem Sehnsuchtsort treu. Überlegungen, hier eine Zweitwohnung zu erwerben, hat das Paar verworfen. Aber inzwischen würden eine ganze Reihe von Freunden und Bekannten auch regelmäßig nach Hooksiel kommen, wo man dann gemeinsam ein paar schöne Tage verbringe. Beate Beier: „Die haben wir nach und nach alle überzeugt.“