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Gerd Abeldt Hooksiel-life

Beitrage veröffentlicht von “Gerd Abeldt”

Gründer und Redaktionsleiter von „Hooksiel-Life“

Ohne Führerschein unterwegs

Hooksiel (6. 10. 2024) – Ohne die erforderliche Fahrerlaubnis für sein Kleinkraftrad war ein 16-Jähriger am Freitagabend in Hooksiel unterwegs. Die Polizei kontrollierte den jungen Mann gegen 22.20 Uhr im Bereich Berghamm. Die Beamten untersagten die Weiterfahrt und übergaben den Beschuldigten in die Obhut seiner Erziehungsberechtigten. Den 16-Jährigen erwartet nun ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. 

Hooksiel radelt: Auf grünen Wegen zu einem Runddorf mit Geschichte

Radtour durchs Wangerland
Auf der Tour durchs grüne Wangerland sieht man auch Kuriositäten wie etwa diese schmale Brücke über das Crildumer Teil bei Garsiens. Auf dem Bild: Ulrich Hellkuhl (vorn) und Heinrich Theilen. Foto: hol

Hooksiel (1. 10. 2024) – Das Wangerland ist grün. Sehr grün. Wer das nachvollziehen möchte, sollte sich sein Fahrrad schnappen und einmal quer durchs Land fahren. Die heutige Folge von „Hooksiel radelt“ beschreibt eine etwa 40 Kilometer lange Rundtour durch das Kernland der Gemeinde und ihre Geschichte.

Los geht es am ZOB Hooksiel. Neben dem Radtouren-Experten Ulrich Hellkuhl begleitet uns heute der Hooksieler Heinrich Theilen, der als langjähriger Rinderbesamer nahezu jeden landwirtschaftlichen Hof und alle Schleichwege quer durchs Land aus eigenem Erleben kennt.

Wir fahren zum Verkehrskreisel und weiter entlang der Landesstraße 810. Hinter der Burg Fischhausen in Höhe des Traberhofes Müller bieten wir links in Richtung Wüppels ab. Nach einem kurzen Blick auf die Kirche, die ehemalige Schule und die einstige Gaststätte mit Kaufmannsladen geht es weiter den Bottenser Weg entlang bis zur Abzweigung nach Depenhausen. 

Jeder Hof hat seinen Namen

Depenhausen? „Im Wangerland hat fast jede Hofstelle ihren eigenen Namen“, schildert Theilen. Ein Problem dabei: „Es gibt allein fünf oder sechs Depenhausen.“ Wir fahren parallel zum Crildumer Tief in Richtung Oldorf. Kurz hinter Garsiens spannt sich eine urige Fußgängerbrücke über das Tief – und aus der Schotterstraße wird ein Grasweg. „Da kommen wir durch“, verspricht Theilen. „Hier bin ich früher auch mit meinem VW-Käfer langgefahren.“

Und er behält Recht. Ein offizieller Radweg sieht zwar anders aus. Aber es geht. Nach wenigen Hundert Metern wird der Weg wieder besser. Über die Oldorfer Sietwende erreichen wird bei Oldorfer Baum die Landesstraße 812. Wir fahren nach Oldorf, biegen links ab und fahren entlang der Kreisstraße 89 auf einem einwandfreien Radweg an der Ortschaft Pievens vorbei in Richtung Tettens. 

Pause auf Sitzbank am Weiher

Kurz vor dem Ortsschild biegen wir rechts ab in den Weg Huniburg, dem wir in seinem Verlauf (zweimal links halten) bis zu unserem Zwischenziel folgen: Ziallerns. Das Runddorf, eine unter Landschaftsschutz stehende Wurtensiedlung, die schon 100 Jahre vor Christi Geburt bewohnt gewesen sein soll. Heute bietet der Flecken mit seinen 16 Häusern Idylle pur. Mitten drin am ehemaligen Landarbeiterhaus Garlichs ein kleiner Weiher mit einer Sitzbank. Pause.

Weiter geht es nach Ostfriesland. Wir verlassen Ziallerns, kreuzen die Landesstraße 808 (Jever-Carolinensiel) und fahren am Tettenser Altengroden vorbei zum Oesterdeich, an dem wir links abbiegen. In Klein Münchhausen (man fragt sich, wie solche Namen wohl zustande gekommen sind?) passieren wir die Kreisgrenze von Friesland nach Wittmund. Wir halten uns rechts und folgen dem Berdumer Altendeich, biegen bei der nächsten Gelegenheit wieder rechts ab (entgegen der Radweg-Empfehlung) und erreichen an der Hofstelle Rosental wieder das Wangerland. 

Auf Privatstraße zur Bahnstation

Und gleich wird es wieder sportlich. Über einen „grünen“ Weg, eine Privatstraße der Gemeinde Wangerland, erreichen wir im Vertrauen auf unseren Wegbegleiter Westergarms und fahren vorbei an riesigen Kartoffeläckern in Richtung Neugarmssiel. Der Ackerbau ist neben der Milchviehhaltung die zweite wichtige Säule der Landwirtschaft im Wangerland. Allerdings: Auf unserer Tour sehen wir auf den Weiden gefühlt mehr Pferde als Kühe.

Über die Kreisstraße 88 gelangen wir nach Neugarmssiel. Oder genauer: Zum ehemaligen Bahnhof Garms, einem Haltepunkt an der Tidebahn, einem Gleisstrang, der einst von Jever über Tettens und Hohenkirchen über Garms bis nach Carolinensiel führte. Der Haltepunkt ist heute eine Radlerstation mit Toilette und Ruhebank. Die Bahnstrecke wurde 1990 endgültig stillgelegt. In weiten Teilen des ehemaligen Gleisbetts verläuft heute ein gut ausgebauter Radweg, dem wir auf unserem Rückweg vorbei an Hohenkirchen bis nach Tettens folgen. 

Grüner Weg ins Nirgendwo

Weiter geht es nach Oldorf. Hier nehmen wir jetzt die von der L 812 abbiegende Neuwarfer Straße in Richtung Küste. Wir passieren die Oldorfer St.-Marien-Kirche, lernen auf der im Zuge der jüngsten Flurbereinigung sehr gut ausgebauten Wegstrecke Neuhausen, Uphausen, Gammens, Bonnhauen und auch Groß Popkenhausen kennen – und kommen dann doch an unsere Grenzen.

Ein weiterer „grüner Weg“, der uns in Höhe Wüppelser Altendeich an die Landesstraße 810 führen soll, ist dermaßen zugewachsen, dass er nicht mehr befahrbar ist. Also zurück nach Gr. Popkenhausen und weiter über den Krummhörner Weg vorbei an der St.-Jooster-Mühle zur Landesstraße und von dort entlang der L 810 zurück nach Hooksiel, wo wir nach etwa drei Stunden den Ausgangspunkt unseres grünen Rundkurses erreichen.

Radweg auf der Tidebahnstrecke
Ein gutes Stück der Gleisstrecke der ehemaligen Tidebahn ist heute ein ausgebauter Radweg. Foto: hol

Ein Tipp: Wer die im Rahmen der Artikel-Serie „Hooksiel radelt“ vorgestellten Rundkurse nachfahren möchte, sollte unbedingt die Wetterlage beachten. Das gilt für die Windrichtung, aber auch für die Feuchtigkeit. Das Radeln über „grüne Wege“ ist bei freuchtem Gras sehr anspruchsvoll, wenn nicht gar gefährlich. Also im Zweifelsfall absteigen oder einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.

Polizei: Kind ist außer Lebensgefahr

Sillenstede (4. 10. 2024) – Das Mädchen, das bei einem Unfall in Sillenstede am Mittwochnachmittag seht schwer verletzt worden war, schwebt nach Mitteilung der Polizei vom heutigen Freitag nicht mehr in Lebensgefahr. Der Zustand der Sechsjährigen sei stabil.

Das Kind war beim Überqueren der Jeverschen Landstraße von einem Transporter erfasst worden. Es musste mit schwersten Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Der 19-jährige Fahrer des Transporters hatte einen Schock erlitten.

Vereine planen Verschmelzung

Hooksiel/Wangerland (4. 10. 2024) – Die Vorstände der Vereine Eintracht Wangerland, FC Nordsee Hooksiel und TuS Rot-Weiß Tettens laden ihre Mitglieder ein, sich am Dienstag, 24. Oktober, ab 19 Uhr in der Aula der Oberschule Hohenkirchen umfassend über den Arbeitsstand des Verschmelzungsprojektes „Sportclub Wangerland“ zu informieren. Unter anderem soll der weitere Zeitplan erörtert werden.

Es ist die zweite gemeinsame Informationsveranstaltung zu dem Thema. Neben einer Kurzpräsentation zu den Arbeitsergebnissen der Projektgruppe wird es eine Podiumsdiskussion geben. Im Rahmen dieses Forums haben die Vereinsmitglieder Gelegenheit zu Stellungnahmen. FCN-Vorsitzender Christian Doyen versichert: „Die Vorstände werden möglichst alle Bemerkungen aufgreifen und Fragen beantworten.“

Am Informationsabend und auch danach sollen die Verschmelzungs-Dokumente für alle Mitglieder einsehbar sein. Die Unterlagen werden dafür an auf den Internetportalen www.eintracht-wangerland.de und www.hooksiel-life.de veröffentlichten Terminen in den Vereinsheimen beziehungsweise Besprechungsräumen der Stammvereine ausgelegt.

Kind von Transporter erfasst: Mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus

Wangerland/Sillenstede (3. 10. 2024) – Ein Autofahrer hat mit einem Transporter am Mittwoch auf der Jeverschen Landstraße in Sillenstede ein sechsjähriges Kind angefahren. Das Kind wurde nach Angaben der Polizei mit schwersten Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Der 19-jährige Autofahrer war gegen 17.20 Uhr zwischen Sillenstede und Jever unterwegs. An einem Waldweg zwischen dem Deepsdammer Weg und Moorhausen habe das Mädchen die Straße überqueren wollen. Dabei sei es, so die Polizei, von dem Transporter erfasst worden. Die Jeversche Landstraße wurde in Höhe der Unfallstelle für die umfangreichen Rettungsmaßnahmen bis in die späten Abendstunden gesperrt.

Ein glückliches Ende genommen hat unterdessen die Suche nach zwei Vermissten. Seit Dienstagabend war im Wangerland eine 58-jährige Frau von ihren Familienangehörigen als über Stunden vermisst gemeldet worden. Bei der Suche kamen zwei Drohnen der Freiwilligen Feuerwehren Tettens und Jever zum Einsatz, so die Polizei. Gegen 21.30 Uhr sei die Frau im Bereich des Tettenser Tiefs gefunden worden. Sie wurde mit starken Unterkühlungen in ein Krankenhaus gebracht.

Entwarnung gab die Polizei Jever auch für eine Fahndung nach einer 12-Jährigen aus Jever. Das Mädchen wurde heute Morgen wohlauf am Bahnhof Oldenburg durch die Bundespolizei angetroffen. Es war zusammen mit einer Freundin in Oldenburg unterwegs gewesen und hatte kein Geld mehr für die Rückfahrt.

Chefplaner Dehrendorf im Ruhestand

Friesland (1. 10. 2024) – 34 Jahre lang war Dr. Martin Dehrendorf (Foto) im öffentlichen Dienst tätig, 30 davon beim Landkreis Friesland. Seit dem 1. Oktober ist der Leiter des Dezernats 3 „Planung und Infrastruktur“ im Ruhestand. Die Nachfolge hat Rolf Neuhaus übernommen, bislang Fachbereichsleiter für den Bereich Planung, Bauen und Gebäudemanagement.

Dr. Martin Dehrendorf

Dehrendorfs Verwaltungslaufbahn begann bei der Stadt München. Nach der großen Staatsprüfung für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst 1992 wurde er zum Baurat z. A. ernannt. Im Oktober 1994 wechselte der studierte Architekt zum Landkreis Friesland, wo er zunächst die Leitung des Planungsamtes und die Gruppenleitung für das Bauverwaltungsamt, das Bauordnungsamt und das Bauplanungsamt übernahm.

1996 wurde ihm die Fachbereichsleitung „Planung und Kreisentwicklung“ (später Planung und Bauordnung) übertragen, 2004 die Leitung des Dezernats „Planung und Infrastruktur“, zu dem die Fachbereiche Straßenverkehr, Umwelt sowie Planung, Bauordnung und Gebäudemanagement gehören.

Dehrendorf hat insbesondere in der Raumplanung Maßstäbe gesetzt – nicht nur weil unter seiner Verantwortung zwei Regionale Raumordnungsprogramme (RROP) erarbeitet wurden. Mit der Einführung des digitalen GIS-Systems (Geographisches Informationssystem) hat der Dezernent die Basis für eine aktuelle, digital gestützte Planung gelegt. Ein weiterer Schwerpunkt war für ihn die Städteplanung. Dehrendorf warnte stetig vor hohen Infrastruktur-Folgekosten, wenn immer neue Baugebiete auf der grünen Wiese abseits der Zentren entwickelt werden.

Zu den privaten Leidenschaften des Jeveraners gehört die Musik. Seit 2017 engagiert sich Dehrendorf als Leiter der „Jazzakademie“, bei der jährlich ambitionierte Jazzmusiker in Jever und Varel zu Workshops und Konzerten zusammenkommen.

Ehrungen für Engagement im Sport

Friesland/Hooksiel (2. 10. 2024) –  Ob als Trainer, Schiedsrichterin oder Vorstandsmitglied eines Sportvereins: Viele Friesländerinnen und Friesländer leisten mit ehrenamtlichem Engagement im Sport einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit und Fitness ihrer Mitbürger, für ein gelungenes Zusammenleben, für Inklusion und Integration.

Der Landkreis Friesland würdigt die so engagierten Bürger alle zwei Jahre im Rahmen der Ehrungsveranstaltung „Tag des sportlichen Ehrenamtes“. Die nächste Ehrung findet in diesem Herbst statt. Vorschläge können noch bis Sonntag, 13. Oktober, unter www.friesland.de/kommunale_ehrungen eingereicht werden.

Die Vorschläge samt Begründung werden geprüft und von Vertretern vom Kreissportbund Friesland und vom Landkreis Friesland dem Kreisausschuss zur Ehrungen vorgeschlagen.  Für Rückfragen und weiteren Informationen steht der Kreissportbund Friesland unter Telefon 04461/918384 oder per E-Mail an :info@ksb-friesland.de zur Verfügung.

Einleitungen unauffällig: Transparenz hinter verschlossenen Türen

Ein Frachtschiff entlädt flüssiges Erdgas in Richtung FSRU. An Borde der „Höegh Esperanza“ wird das Gas regasifiziert und an Land gepumpt. Foto: hol

Hooksiel/Friesland (1. 10. 2024) – Der Betrieb des LNG-Regasifizierungsschiffes „Höegh Esperanza“ hat offenbar bislang zu keiner nachweisbaren Beeinträchtigung der Umwelt und des Ökosystems Wattenmeer geführt. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Präsentation der Daten des gewässerökologischen Monitorings, das Vertreter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor wenigen Tagen dem Umweltausschuss des Kreistages des Landkreises Friesland vorgestellt haben.

Im Rahmen der bisher 21 Monaten andauernden Überwachung hätten keine negativen Auswirkungen auf das Gewässer nachgewiesen werden können, heißt es in einer Pressemitteilung des NLWKN. Vereinzelt habe es geringfügige Chlor-Grenzwertüberschreitungen gegeben. In diesen Fällen habe die Behörde den Betreiber der Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) zur Aufklärung des Sachverhalts und zur Beseitigung der Störung aufgefordert. Dem sei dieser jeweils unverzüglich nachgekommen.

„Die bisherigen unauffälligen Messergebnisse bestätigen unsere fachlichen Einschätzungen und umfangreiche Expertisen im Rahmen des Erlaubnisverfahrens und ebenso die Prognosen der vorgelegten Fachgutachten“, erklärt Ute Schlautmann, Leiterin der für die Überwachung zuständigen NLWKN-Betriebsstelle Brake-Oldenburg. 

Bromoform an den Auslässen gefunden

Beim Monitoring werde an allen Auslässen und im Nahbereich des Schiffes auch nach Stoffen gesucht, die durch den schnellen Abbau von Chlor (so genannte Desinfektions-Nebenprodukte) im Meerwasser entstehen können. Auch hier habe es keine negativen Auffälligkeiten gegeben, so das NLWKN. Mit einer Ausnahme: Bromoform, dessen Entstehung aus der Chlorierung schon im Vorfeld erwartet worden war, sei mehrfach an den Auslässen der FSRU gemessen worden. „Jedoch vor der Einleitung und somit vor der Verdünnung durch das umliegende Meerwasser“, betont die Aufsichtsbehörde. Im Meerwasser selbst seien die untersuchten Desinfektions-Nebenprodukte, abgesehen von einer „einzigen toxikologisch unbedenklichen Ausnahme unter Extrembedingungen“, nicht nachweisbar gewesen.

Über die „Höegh Esperanza“, die LNG-Terminal in Sichtweite des Hooksieler Außenhafens liegt, liefern Frachtschiffe seit Anfang 2023 verflüssigtes Erdgas nach Wilhelmshaven. Im Inneren der FSRU wird das minus 162 Grad kalte LNG mit Hilfe von Meerwasser erwärmt und dadurch wieder gasförmig. Damit Seepocken, Algen und Muscheln die Leitungen nicht verstopfen, wird das Rohrsystem gechlort.

Nabu: Verdünnung keine Lösung

Naturschützer und Fischer hatten befürchtet, dass die Chlorierung unter anderem die nahe gelegene Muschelzucht gefährden könnte. Während man die Bedenken beim Landkreis Friesland durch die Vorstellung der Messwerte, so die Einschätzung des NLWKN, ausräumen konnte, bleibt der Naturschutzbund Nabu kritisch. Die Wilhelmshavener Nabu-Vorsitzende Stefanie Eilers: „Auch wenn die Schadstoffe aufgrund der geringen Konzentration nicht nachgewiesen werden können: Verdünnung ist keine Lösung.“ Die Nordsee sei schon jetzt durch die fortschreitende Industrialisierung enorm belastet. 

„Der Schutz des sensiblen Lebensraums Wattenmeer hat für uns höchste Priorität“, beteuert auch Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne). Dazu gehöre auch größtmögliche Transparenz mit Blick auf die Ergebnisse der regelmäßig stattfindenden Untersuchungen. Die Vorstellung und Interpretation der Messwerte beim Landkreis fand übrigens in nicht-öffentlicher Sitzung statt. Ohne Naturschützer und andere interessierte Bürger.

Die Messwerte aus dem Monitoring sind im Internet einsehbar unter: www.nlwkn.niedersachsen.de/ueberwachungesperanza

Ausbildung in Hooksiel: Sicherheit ist im Meerwasser-Wellenbad oberstes Gebot

angehender Bademeister Ole Warrings
Ole Warrings ist auf dem Weg zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. An der Ausbildung im Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel macht ihm der Kontakt zu den Gästen besonders viel Spaß. Foto: hol

Hooksiel (30. 9. 2024) – Um eine Anstellung braucht sich Ole Warrings auf absehbare Zeit keine Gedanken zu machen. Bademeister werden händeringend gesucht. Überall. Aber warum sollte man seine Heimat verlassen, wenn sie einem doch durchweg gut gefällt und man zudem noch einen Job hat, der einem Spaß macht?

Ole Warrings ist Auszubildender bei der Wangerland Touristik GmbH (WTG). Sein Arbeitsplatz: Das Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel. Der junge Mann lernt im zweiten Jahr den Beruf des „Fachangestellten für Bäderbetriebe“. Dahinter steckt deutlich mehr als es der volkstümlich Begriff „Bademeister“ vermuten lässt. Aber natürlich gehöre die Aufsicht über den Schwimmbetrieb zu den Kernaufgaben, schildert der Azubi: „Vor allem wenn wir im Wellenbad-Modus sind, steht immer einer am Beckenrand, damit nichts passiert.“

Stets den Überblick behalten

Wichtig sei es, den Überblick über das Treiben im Wasser zu behalten. Kommen sich Badegäste zu nahe? Verliert ein Schwimmer die Kraft, sich über Wasser zu halten? Hat jemand gesundheitliche Probleme? Im Ernstfall müsste Ole Warrings eingreifen. Und er könnte auch jederzeit eingreifen. Dafür musste er unter anderem einen DLRG-Rettungsschein in Silber nachweisen.

Aber zum täglichen Geschäft gehört die Rettung von Badegästen nicht. „Zum Glück“, sagt der 23-Jährige, dem der Kontakt mit den Gästen des Hallenbades viel Freude macht. Etwa die Animation bei den sehr gut besuchten „Aqua-Fit“-Angeboten oder die Schnupper-Schwimmkurse, die die WTG anbietet. Hinzu kommen technische Aufgaben im Bad wie zum Beispiel die Kontrolle der Pumpen, der Wasseraufbereitung, die Überwachung des Chlorgehalts und des PH-Wertes des Wassers. Der Beruf sei unheimlich vielseitig, sagt Ole Warrings. „Wir sind ein Art Mädchen für alles.“ 

Lob für den Arbeitgeber

Der junge Mann ist in Tettens zur Grundschule gegangen und hat an der Oberschule Hohenkirchen seinen erweiterten Realschulabschluss abgelegt. Eigentlich wollte er Zimmerer werden. Doch nach einem Sturz von der Leiter hat Ole Warrings sich umorientiert – und seine Entscheidung bis heute nicht bereut. Und das liegt nicht nur an den rund 1000 Euro Azubi-Vergütung im Monat. „Wir haben hier eine gute Stimmung im Team. Und die WTG ist ein sei guter Arbeitgeber“, sagt der Auszubildende. So könne er etwa den Fitnessraum nutzen und übers Wochenende kostenlos ein Wohnmobil ausleihen. 

Die Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe dauert drei Jahre. Für den theoretischen Unterricht kommen die Auszubildenden wochenweise in Zeven zusammen. Ein Schwerpunkt des Unterrichtes in den allgemein bildenden Fächern liegt bei Mathematik und Chemie. Gelehrt werde aber auch die richtige Kommunikation. Denn: Ein netter Bademeister erhöht die Zufriedenheit der Gäste und klare Ansagen die Sicherheit im Bad. 

„Hooksiel-life“ stellt in loser Folge Auszubildende vor, die in Hooksiel eine Lehre machen. Bereits erschienen sind Berichte über einen angehenden Einzelhandelskaufmann, eine Medizinische Fachangestellte, einen Maler, zwei Veranstaltungskauffrauen, eine Zimmerin, eine Bäckerei-Fachverkäuferin, einen Handelsfachwirt, einen Koch und einen Landwirt.

Schutzgemeinschaft warnt vor CO2-Pipeline durch Wattenmeer und Nordsee

Friesland/Wangerland (29. 9. 2024) – Die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e. V. (SDN) warnt davor, die Nordsee zur Müllkippe verkommen zu lassen. Der 1973 gegründete Umweltschutzverein mit Sitz in Varel, dem über 200 Kommunen, Landkreise und Verbände angehören, hält insbesondere die Überlegungen, CO₂ unter dem Meeresgrund zu verpressen, für einen Irrweg. 

Hintergrund ist die Debatte im Bundestag über Pläne, das Kohlendioxidspeicherungs- und transportgesetzes (KspTG) zu ändern. „Mit der Absicht, CO₂ zukünftig unter der Nordsee
deponieren zu wollen, bahnt sich, neben der Verklappung von Baggergut, noch eine weitere Art der Müllbeseitigung in dem maritimen Lebensraum an. Ganz im Sinne von ,Aus den Augen, aus dem Sinn’“, befürchtet SDN -Vorsitzender Gerd-Christian Wagner, zugleich Bürgermeister der Stadt Varel.

Teuer und risikoreich

Bei der SDN ist man überzeugt, dass Deutschland ohne die so genannte CCS-Verpressungstechnik Treibhausgas-neutral werden kann. Dazu reiche schon die Nutzung natürlicher CO2-Senken wie Wälder sowie eine nachhaltige Holzwirtschaft vollständig aus. „Wir müssen viel mehr die immer weiter steigende CO₂-Produktion bekämpfen”, so Wagner. Es gelte, die Entstehung von Klimagasen zu vermindern, und nicht, sie für Generationen kosten- und energieintensiv und zudem unsicher einzulagern. 

Durch CCS-Technologie werde der CO₂-Ausstoß um kein Gramm verringert. Das Abscheiden des Gases, sein risikohafter Transport durch Pipelines, per Schiff, Schiene oder über die Straße zum Speicherort und das Verpressen im Untergrund erzeuge zusätzlichen Energieaufwand (laut Umweltbundesamt ca. 40 Prozent) und hohe Kosten. Zudem würden für Abscheidungsanlagen, Pipelines, Zwischenspeicher, Umladestationen und in Häfen riesige Flächen benötigt. Hinzu komme das Leckage-Risiko. 

Industrieinteressen vor Klimaschutz?

Dass sich immer mehr Konzerne aus dem Energiesektor mit Blick auf große deutsche und EU-Klimaschutz-Fördertöpfe mit milliardenschweren Investitionsideen zur CO₂-Verpressung zu Worte melden, beruhige ihn nicht, so der SDN-Vorsitzende. Man sehe hier offensichtlich einen Markt mit hohen Wachstumsraten. So sei etwa eine rund 900 Kilometer lange Pipeline durch die Nordsee nach Norwegen geplant, die noch vor 2032 in Betrieb gehen soll und über Wilhelmshaven jährlich mit 20 bis 40 Millionen Tonnen CO₂ etwa 20 Prozent der gesamten deutschen Industrieemissionen transportieren könnte. 

„Der Bau neuer Unterwasser-Pipelines würde die Nordsee und das Wattenmeer mit 
Flächenverbrauch, Lärmbelastung sowie Leckagengefahr noch ein Stück mehr 
zum lebensfeindlichen Industriegebiet degradieren,“ so Wagner. Der SDN-Vorsitzende warnt davor, dass Industrieinteressen die Entscheidungen in der Klimapolitik überlagern. Sinnvoller wäre es, die für CCS in Aussicht gestellten immensen Fördergelder zum Beispiel für Energieeinsparungen im Gebäudebereich, Energiemanagement der Industrie, Kreislaufwirtschaft, Ressourcen-Verbrauchsminderung, Substitution sowie die Dekarbonisierung zu verwenden.“