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„Hooksiel-Life“ wünscht ein Frohes Weihnachtsfest!

Von Gerd Abeldt

Es ist wieder so weit. Weihnachten. Erneut kein Schnee. Aber immerhin ist es kalt. Und am Abend irgendwann soll der Weihnachtsmann kommen. Mit Bescherungen.

Auch das noch. Bescherungen. Hatten wir davon im ablaufenden Jahr nicht schon genug? Die Welt brennt. Krieg, Gewalt, Hunger und Armut überall. Selbst unsere Wohlstandsblase Deutschland scheint bedroht. Auch das Wangerland ist betroffen, sogar Hooksiel.

Unsicherheiten und Ängste

Die schlechte Nachricht des Jahres: Die Wangerland Touristik GmbH ist insolvent. Die Versuche, das gemeindeeigene Unternehmen in Eigenregie zu retten, werden Spuren hinterlassen. Der Campingplatz in Hooksiel ist an private Investoren verkauft. Das Ende des Meerwasser-Hallenwellenbades scheint besiegelt. Und was aus dem Gästehaus wird, steht in den Sternen …

Vieles bei der kommunalen Tourismus-Tochter wird sich verändern. Ob für Gemeinde, Bürger und Gäste zum Besseren oder zum Schlechteren muss sich erweisen. Betroffen sind auf jeden Fall eine ganze Reihe von Beschäftigten der WTG, denen bereits gekündigt wurde. Obwohl sie einen guten Job gemacht haben, zum Teil über Jahrzehnte. Das löst Unsicherheiten aus, auch Ängste. Schöne Bescherung.

Wir wünschen uns allen gegenseitig „Frohe Weihnachten“. Es ist schwer, sich über Weihnachten zu freuen, wenn man nicht weiß, wie der Alltag danach aussieht. 

Wunder sind möglich

Und dennoch: Weihnachten ist das Fest der Hoffnung. Die Christenheit glaubt an das Wunder der jungfräulichen Geburt, an die Versöhnung der Mächtigen an der Krippe von Jesus. Lasst uns die Zuversicht behalten, dass am Ende alles gut werden kann. Auch wenn es dazu ab und zu mal Wunder braucht. 

Zumindest wir in Hooksiel haben Grund dazu. Wir leben in einem schönen Ort, in dem auch viele andere gern leben möchten; zumindest zeitweise. Wir haben eine gute Infrastruktur – Schule, Kindergarten, Arztpraxen, Apotheke, Geschäfte, Tankstelle, Gastronomie, Sport- und Freizeitangebote. Ebenso wichtig: Viele Hooksieler engagieren sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl, bei den Kirchen und sozialen Institutionen, in Vereinen, in Arbeitsgruppen. Es gibt einen guten Zusammenhalt, kaum Gewalttätigkeiten und einen offenen Diskurs über den richtigen Weg in die Zukunft. Gut so! 

Frische Ideen

Mich würde es nicht wundern, wenn sich Vieles im neuen Jahr zum Besseren wendet. Private Investoren müssen nicht die Vorboten für den Untergang des Wangerlandes sein. Im Gegenteil. Sie bringen möglicherweise frische Ideen, schaffen neue Arbeitsplätze und damit Wohlstand. 

Wir selbst sind aber auch gefordert. Bei der Aufklärung des Desasters rund um den Bau des Thalasso-Zentrums in Horumersiel etwa oder bei der Auswahl unseres künftigen politischen Führungspersonals. Im nächsten Herbst sind Kommunalwahlen. Wir sollten schon jetzt wirklich engagierten Mitbürgern Mut machen, sich als Kandidatinnen oder Kandidaten aufstellen zu lassen – damit wir die Wahl (und nicht die Qual) haben, einen guten Gemeinderat zu nominieren. 

Den Zusammenhalt in den Ort müssen wir uns aber weiterhin selbst bescheren. Dazu gehört eine gute und offene Kommunikation. Als „Hooksiel-Life“ werden wir uns auch 2026 darum bemühen, unseren Teil dazu beizutragen. In diesem Sinne: „Frohe Weihnacht Hooksiel, frohe Weihnacht Wangerland!“ 

Aus der Camper-Scheune wird ein Indoor-Spielplatz

Hooksiel (22. 12. 2025) – Die Tage der Party-Scheune am Campingplatz Hooksiel sind gezählt. Wo am Samstag noch die Campingplatz-Gastronomen Irene und Jens Unger im Rahmen ihrer „Kinder Weihnachts-Party“ bespaßen, werden im nächsten Jahr die Kinder allein das Sagen haben. Wie Jens Unger gegenüber „Hooksiel-life“ sagte, soll aus der Scheune ein Allwetter-Indoor-Spielplatz werden.

Viel Spaß hatten die Besucher bei der „Kinder Weihnachts-Party“ in der Camper-Scheune. Foto: hol

Bekanntlich bekommt der zurzeit winterbedingt geräumte Campingplatz zum Jahreswechsel neue Besitzer. Die insolvente Wangerland Touristik GmbH hat den Platz vor dem Deich mit gut 1500 Stellplätzen samt seiner Gebäude an die Überland GmbH verkauft. Bislang haben sich die neuen Besitzer zu ihrem Konzept noch weitgehend bedeckt gehalten. Ungers sind nach ersten Gesprächen mit den neuen Eigentümern aber zuversichtlich, dass der Platz insgesamt eine gute Zukunft haben wird.

Letzte Scheunen-Fete am 3. Januar

Daran will das Gastronomen-Paar, das die Camper bereits seit über 16 Jahren betreut, mitwirken. Auch wenn sich Irene und Jens Unter am Samstag, 3. Januar, mit ihrer letzten „Scheunen-Fete“ aus der Party-Scheune verabschieden werden, geht es für sie weiter. Auch künftig werden die Hooksieler die Gaststätte „Kajüte“ mit Verkaufsshop auf dem Campingplatz betreiben. „Der Biergarten dort soll erweitert werden“, schildern Ungers. „Wir werden einen Großteil unserer Veranstaltung künftig dort anbieten können.“

Die Party-Scheune am Campingplatz Hooksiel soll zu einem Indoor-Spielplatz für Kinder werden. Archiv-Foto: hol

Entsprechend entspannt war die Stimmung bei der „Kinder Weihnachts-Party“, bei der viele Hooksieler Kinder ihren Spaß hatten. Zumal ja auch der Weihnachtsmann schon vor Ort war und kleine Präsente brachte. 

Über Weihnachten und den Jahreswechsel gibt es noch eine ganze Reihe von Bingo- und Party-Abende in der Scheune. Höhepunkt könnte die Silvester-Party im Rahmen des „Wangerländer Deichleuchtens“ werden. Das Angebot findet sich im Internet unter www.camper-scheune.de.

Trotz aller Probleme: Kälteflut soll fürs Thalasso-Zentrum werben

Wangerland (18. 12. 2025) – Wohlfühl-Oase für jedermann oder Luxus-Tempel für Besserverdienende, moderne Architektur oder NS-Baustil, Hoffnungsträger für die Belebung der Nebensaion oder Millionengrab für die Wangerland Touristik GmbH (WTG). Über kaum ein anderes Bauwerk im Wangerland wird in der Region – und selbst bundesweit – so viel diskutiert wie über das „Thalasso Meeres Spa“ (TMS) in Horumersiel.

Noch ist nicht klar erkennbar, wie die Zukunft fürs Thalasso Meeres Spa in Horumersiel aussieht. Eines ist aber sicher: Die Kältekammer in dem Gesundheitstempel ist ein Alleinstellungsmerkmal und kann vielen Menschen helfen. Foto: Wangerland Touristik GmbH

Klar ist: Die Verdreifachung der Baukosten für das TMS auf geschätzt 23 Millionen Euro haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die WTG heute in einer „Insolvenz in Eigenregie“ steckt und sich wohl ganz neu erfinden muss. Aber: Während Bäder geschlossen, Campingplätze und weitere Immobilien zum Verkauf stehen, ist das TMS geöffnet und soll – Stand heute – auch weiter betrieben werden – schon um zu vermeiden, dass Fördermittel in Millionenhöhe zurückerstattet werden müssen. 

TMS hat täglich geöffnet

„Das Thalasso Meeres Spa ist zurzeit montags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet“, sagt Eske Gobes, die bei der WTG für das Marketing zuständig ist. „Und wir hatten auch schon zahlreiche zufriedene Gäste.“ Baulich und von der Einrichtung her sei das im Herbst 2024 in halbfertigem Zustand eingeweihte Gebäude inzwischen zu 98 Prozent fertig. Aufgrund der Insolvenz nicht ganz einfache Restaufträge sollen Anfang 2026 abgearbeitet werden. „Die 100 Prozent sind in Sicht.“

Aktuelles Ziel sei es, dass personell derzeit überschaubare Thalasso-Team auszulasten und damit auch zu einer Bereicherung des Angebotes für Einheimische und Urlauber über die Feiertage beizutragen. Aber, so kündigt Eske Gobes an: „Anfang des nächsten Jahres wollen wir detaillierte Angebot ausarbeiten und das Marketing hochfahren.“

Marketing-Offensive geplant

Bei entsprechenden Erfolgen solle dann die Mitarbeiterzahl wieder hochgefahren werden. Die erste Zielgruppe seien Menschen in der Region von Wilhelmshaven über Oldenburg bis Aurich. Die zweite die Urlaubsgäste. „Der Bau des TMS hatte ja das Ziel, die Urlaubssaison im Wangerland zu verlängern. Daran wollen wir natürlich gern zusammen mit den Leistungsträgern arbeiten.“

Der Meerwasser-Pool im TMS soll künftig noch stärker für Gruppenangebote genutzt werden. Foto: Wangerland Touristik GmbH

Die Botschaft ist dabei klar. Unabhängig von allen betriebswirtschaftlichen Problemen ist das TMS ein Ort, an dem man sich wohl fühlen, Ruhe genießen und sich runterfahren kann. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, hat dazu schon jetzt Gelegenheit. Etwa bei der „Thalasso-Kälteflut“, zu der die WTG für Sonntag, 28. Dezember, einlädt. Bei dem rund fünfstündigen Event sollen Besucher unter anderem durch Anwendungen in der minus 110 Grad kalten Kältekammer den Weihnachtsstress absteigen und neue Energie tanken.

In Gruppen in die Kältekammer

Geplant sind für Gruppen von jeweils vier Personen insgesamt vier Durchgänge in der Kältekammer, jeder zwischen 60  und  90  Sekunden. Dazwischen soll Zeit bleiben für Ruhe und Stärkung. Danach können die Gäste sich im Meerwasser-Pool entspannen oder eine Aqua-Jet-Anwendung genießen. Anmeldungen sind im Internet unter meeresspa.de/specials möglich.

Die Kältekammer gehört zu den Alleinstellungsmerkmalen des TMS. „Kälte wirkt nicht nur erfrischend – sie besitzt nachweislich vielfältige positive Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden“, so Eske Gobes. „Kältetherapien können zum Beispiel Schmerzen reduzieren, Entzündungen hemmen und das Immunsystem aktivieren.“

Entspannen im Privat-Spa-Bereich

Schon derzeit gut gebucht werde auch der so genannte Privat-Spa-Bereich, ein abgegrenzter Wellnessbereich für bis zu vier Personen mit Sauna, Doppelbadewanne und Ruhebereich. Hinzu kämen, im Rahmen der vorhandenen Personal-Kapazitäten klassische Thalasso-Anwendungen wie Massagen, Schlickpackungen und Peelings.

Stärken, so Gobes, wolle man auch das Angebot für Gruppen rund um den Meerwasser-Pool – das 1,35 Meter tiefe Schwimmbecken eigne sich ideal zum Beispiel für Aqua-Fit-Kurse für 15 bis 17 Leute. Derzeit arbeite man noch an einem Konzept dafür, wie das Becken für die Wassergewöhnung für Grundschüler genutzt werden könne. 

Umfrage zeigt Handlungsbedarf: Viel Kritik an Parkgebühren

Hooksiel (8. 12. 2025) – Die Haupturlaubsorte im Wangerland – Hooksiel, Horumersiel und Schillig – stehen bei den Urlaubern für Natur, Ruhe, Strand und „Nordsee-Feeling“. Das ist eines der Ergebnisse der Online-Umfrage, die der Hooksieler Matthias Suckert, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Wangerland und Inhaber einer Vermietungsagentur, in den vergangenen Wochen vorgenommen hat. 

Ein Bad sollte erhalten bleiben

Sehr häufig haben Einheimische und Gäste den Wunsch geäußert, dass zumindest ein Schwimmbad erhalten bleiben möge. Ebenso auffällig: Die Forderung nach einem vereinfachtem Parksystem, mit Tages- und Wochentickets, die sowohl für die Parkplätze der Wangerland Touristik GmbH (WTG) an den Ständen wie für die der Gemeinde in den Orten gültig sein sollten. Weitere Wünsche: Mehr öffentliche Toiletten, zusätzliche Lademöglichkeiten für Elektro-Autos und E-Bikes sowie bessere Geh- und Radwege.

Die Urlauber lieben am Wangerland vor allem die Ruhe, die Natur und die Weite des Wattenmeeres. Archiv-Foto: hol

Insgesamt haben sich an der Umfrage nach Angaben von Suckert 390 Menschen beteiligt. Zum Teil mit umfangreichen Einlassungen. Hintergrund der Aktion ist die Neuausrichtung der WTG nach der Insolvenz des gemeindeeigenen Unternehmens. Unter anderem sind aktuell beide WTG-Hallenbäder in Hooksiel und Horumersiel geschlossen. 

Wunsch nach „bezahlbarer Küche“

Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer an der Umfrage mit den Angeboten im Bereich Einzelhandel und Gastronomie im Wangerland weitgehend zufrieden. Einige wünschten sich einen weiteren Supermarkt sowie eine größere Vielfalt im Bereich „bezahlbare Küche“, andere vermissen mehr vegetarische Gerichte.

In Hooksiel gebe es im Vergleich zu Horumersiel und Schillig in der Hauptsaison zu wenig Veranstaltungen. Insgesamt sollten auch mehr Aktivitäten außerhalb der Hauptsaison stattfinden. Mehr Mülleimer wären aus Sicht einiger Teilnehmer ratsam – und die Anleinpflicht für Hunde sollte strenger kontrolliert werden,

Suckert zeigte zufrieden sich mit der Zahl der Rückmeldungen und der Vielfalt der Anregungen. „Wir nehmen das Feedback mit und bleiben dran.“

Für geschlossene Bäder kann kein Gästebeitrag erhoben werden

Wangerland/Hooksiel (28. 11. 2025) – Die einen sagen: „Gott sei dank!“. Die anderen: „Leider“. Im Zuge der Insolvenz der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) wird der Gästebeitrag sinken. Um wie viel steht noch nicht fest. Klar dürfte aber sein: Urlaubsgäste, die 2026 im Wangerland übernachten, werden dafür weniger an die Kommune zahlen müssen. Damit geht einher, dass weniger Geld von Auswärtigen in die Infrastruktur vor Ort fließt, die ja auch von Einheimischen mitgenutzt wird.

Gästehaus Hooksiel
Der Gästebeitrag, den Urlauber im Wangerland zahlen müssen, wird für 2026 vermutlich sinken. Aus den Einnahmen werden unter anderem auch Anteile der Kosten gedeckt, die der Betrieb des Gästehauses Hooksiel verursacht. Archiv-Foto: hol

Stefan Plaumann, Steuerberater in Diensten der Kommuna Treuhand GmbH, hat am Mittwochabend vor dem Finanzausschuss des Rates die Rechtslage erläutert. Keine einfache Materie auch deshalb, weil es nicht allzu häufig vorkommt, dass kommunale Touristikunternehmen in finanzielle Schieflage geraten und Hals über Kopf Einrichtungen geschlossen werden, die dann den Urlaubern schlichtweg nicht mehr zur Verfügung stehen. 

Rat entscheidet über Höhe der Gebühr

Nach dem niedersächsischen Kommunalabgabengesetz (NKAG) können anerkannte Urlaubsorte für Ausgaben für die Herstellung, Anschaffung, Erweiterung, Verbesserung, Betrieb und Unterhaltung von touristischen Einrichtungen sowie für Veranstaltungen Gästebeiträge erheben. Welche Ausgaben dabei in welcher Höhe zugrunde gelegt werden können, ist genau geregelt. So müssen von den Kosten etwa Eintrittsgelder wieder abgezogen werden. Zudem ist ein „Eigenanteil“ für einheimische Nutzer zu berücksichtigen.

Die Höhe des Gästebeitrags, der aktuell für die Haupturlaubsorte Hooksiel, Horumersiel und Schillig (Zone 1) für Erwachsene bei 3,80 Euro je Übernachtung liegt (in Zone 2: 1,90 Euro), legt der Gemeinderat per Beschluss fest. Grundlage dafür ist nach den Worten von Plaumann eine Kostenkalkulation für die Jahre 2024 bis 2026. Mit der aktuellen Schließung der Schwimmbäder , dem Verkauf des Campingplatzes in Hooksiel und möglicherweise weiterer Einrichtungen sind die ursprünglichen Zahlen für 2026 aber Makulatur.

Urlauber müssen weniger zahlen

Klar ist aus Sicht des Steuerberaters, dass man für Einrichtungen, die überhaupt nicht mehr genutzt werden können, keine Gästebeiträge erheben kann – auch wenn diese Einrichtungen immer noch im gewissen Umfang Kosten verursachen. Plaumann erläuterte in der Sitzung die Eckpunkte seiner Empfehlung für eine zeitnahe Anpassung des Gästebeitrages fürs kommende Jahr.

Der zugrunde liegende touristische Gesamtaufwand lag 2024 bei 13,2 Millionen und 2025 bei 14,4 Millionen Euro. In 2026 werde der Wert voraussichtlich auf 9,9 Millionen Euro fallen. Umlagefähig wären davon 4,3 (2024), 5,2 (2025) und etwa 3,9 (2026) Millionen Euro. Daraus ergebe sich ein Durchschnittswert von 4,5 Millionen Euro pro Jahr, von dem man aber für 2026 über 0,5 Millionen Euro für den Ausfall der Bäder in Horumersiel und Hooksiel abziehen müsse. 

Ungereimtheiten wurden deutlich

Die Berechnung, zu welchem Gästebeitrag ein kalkulatorischer Aufwand von rund vier Millionen Euro dann führen würde, ist noch nicht ganz abgeschlossen. Hierbei spielt auch die zu erwartende Gästezahl eine Rolle. Plaumann geht davon aus, dass eine gewisse Senkung des Gästebeitrages für 2026 ein erster Schritt wäre. Ein weiterer könnte mit der Kalkulation für 2027 folgen.

In der Diskussion mit den Ratsvertretern wurden mehrere Ungereimtheiten um die Berechnung des Gästebeitrages deutlich. Auf Nachfrage des Ausschuss-Vorsitzenden Lübbo Meppen (FDP) bestätigte Plaumann, dass die Sinnhaftigkeit eines touristischen Angebots keine Rolle spielt. Würde man theoretisch aus einem der Bäder „ein Museum“ machen, ließen sich die Kosten dafür weiter von der Urlaubsgästen eintreiben. Ähnlich verhält es sich mit den laufenden Kosten (Abschreibung, Zinsen etc.) für das Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel. Sie fließen in die Kalkulation ein, obwohl der touristische Nutzen des Gesundheitstempels (noch) überschaubar sein dürfte. 

Der Erwartung einiger touristischer Leistungs-Anbieter, dass eine Senkung des Gästebeitrages die Zahl der Urlauber im Wangerland deutlich nach oben treiben wird, teilt Plaumann nicht. „Überall wo ich bislang tätig war, hat sich eine Veränderung des Gästebeitrages kaum auf die Gästezahlen ausgewirkt.“

Hooksieler Strand
Die Kosten für die Werbung für einen Urlaub im Wangerland werden zu einem gewissen Teil vom Tourismusbeitrag gedeckt. Archiv-Foto: hol

Tourismusbeitrag ist gedeckelt

Ebenfalls auf dem Prüfstand steht die Höhe des „Tourismusbeitrages“, den alle Unternehmen zu entrichten haben, die direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr im Wangerland profitieren. Mit diesen Einnahmen sollen unter anderem die Kosten für Werbung und Marketing für die Urlaubsgemeinde auf die umgelegt werden, die davon am meisten profitieren. 

Laut Kommuna Treuhand liegt der umlagefähige Aufwand bei rund 800.000 Euro. Aufgrund eines politischen Beschlusses des Gemeinderates ist die Summe, die über den Tourismusbeitrag eingetrieben werden soll, aber auf maximal 350.000 Euro gedeckelt. Die fehlenden 450.000 Euro seien eine Art „freiwillige Leistung“ der Gemeinde, wie die Kämmerei auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Holger Ulfers bestätigte. Offen blieb die Frage, inwieweit sich das Wangerland diesen Verzicht auf Einnahmen auch künftig leisten kann. 

Beschlüsse zu den Hebesätzen werden voraussichtlich in der nächsten Ratssitzung gefällt. Die Sitzung im Rathaus in Hohenkirchen ist für Dienstag, 9. Dezember, 18 Uhr, angesetzt. 

WTG: Einige Interessenten für das Hallenbad-Areal

Hooksiel (6. 11. 2025) – Das Verkauf des Meerwasser-Hallenwellenbades Hooksiel geht in die nächste Phase. Wie die insolvente Wangerland Touristik GmbH (WTG) auf Anfrage von „Hooksiel-life“ mitteilt, haben sich im Rahmen des Anfang der Woche abgelaufenen Interessenbekundungs-Verfahrens „einige Investoren“ gemeldet.

Pläne von Investoren unklar

Die WTG plant den Verkauf des Bades samt des dazugehörigen rund 20.800 Quadratmeter großen Grundstücks, um die eigene Finanzlage zu verbessern. Der Betrieb des Mitte Oktober geschlossenen Bades war defizitär. Die Gemeinde Wangerland als Gesellschafterin der WTG hatte es als finanziell nicht leistbar abgelehnt, den Komplex zu übernehmen und somit zumindest ein öffentliches Bad im Gemeindegebiet zu erhalten. 

Hallenbad Hooksiel
Steht zum Verkauf: Das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel. Archiv-Foto: hol

Angaben zur Zahl der Interessenten oder zu deren Pläne für das Areal machte die WTG nicht. Insofern ist weiter unklar, ob es Bewerber gibt, die das Bad weiter betreiben möchten, etwa im Zusammenhang mit dem Bau eines Hotels im Nahbereich, oder ob das Interesse nur dem Grundstück in touristisch attraktiver Lage gilt. 

Nächste Phase Anfang Dezember

In diesem Fall wäre auch der Abriss des über 40 Jahren alten Bades denkbar. Der Bebauungsplan weist das Areal als Sondergebiet „Freizeitanlagen“ aus. Allen davon abweichenden Planungen müsste der Rat der Gemeinde zustimmen, da dann eine Änderung des Baurechts nötig wäre.

Aktuell werden die Pläne der potenziellen Investoren geprüft. Das so genannte „Angebotsverfahren“ soll nach Angaben der WTG bis Anfang Dezember laufen. 

Pläne für die Sicherung des Hooksieler Strandes nehmen Gestalt an

Hooksiel (29. 10. 2025) – Die Überlegungen zur Sicherung des Hooksieler Badestrandes werden immer konkreter. Wie der Hooksieler Ratsherr Dieter Schäfermeier (ZUW) am Dienstagabend beim Bürger- und Gästesnak des Seebadevereins Hooksiel erläuterte, sollen die finalen Pläne bis Anfang Dezember vorliegen. Damit könne die Gemeinde Wangerland als Bauherrin dann Zuschüsse beantragen. Daran würde sich ein Planfeststellungsverfahren anschließen.

Die Planskizze zeigt den Verlauf des geplanten Deckwerks um die Strandhäuser herum. Zudem soll die Zahl der ins Meer hinausragenden Buhnen von vier auf sieben erhöht werden. Die Fläche zwischen Deich und Deckwerk wird mit Sand aufgespült. Grafik: Planungsbüro

Schäfermeier schätzt die Kosten auf 8 bis 9 Millionen Euro. Die Bauarbeiten am Strand dürften sich über zwei Jahre hinziehen, sollen aber möglichst nicht in der Hauptsaison stattfinden. „Wir streben einen 100-Prozent-Finanzierung über Zuschüsse an“, sagte Schäfermeier. Möglich machen sollen das unter anderem Mittel aus dem Kohlestrukturfonds, die die Belastungen der abfedern sollen, die der Region durch den Ausstieg aus der Steinkohleverstromung entstehen.

Schutz für die nächsten Jahrzehnte

Hauptziel der Investition ist die Sicherung des Hooksieler Badestrandes für eine touristische Nutzung für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Wie Messungen aus den Jahren 2012, 2018 und 2024 gezeigt hätten, habe der Badestrand in den vergangenen zehn Jahren zwischen 70 und 80 Meter an Tiefe verloren. Der am Hauptstrand abgetragene Sand hat sich offenkundig in Richtung Campingplatz verlagert. In Höhe des Hundestrandes ist so eine Sandnase entstanden, die allerdings jetzt im Bereich der 1986 festgelegten Grenzen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer liegt.

Deckwerk auf 700 Meter Länge

Das Herzstück des Projektes ist der Bau eines Deckwerks, das künftig den Sand am Strand davor schützen soll, abgetragen zu werden. Der massive Sturmschutz werde deutlich kürzer ausfallen als zunächst geplant, so Schäfermeier. Die aktuellen Pläne sehen ein etwa 700 Meter langes Bauwerk vor, das sich um die Strandhäuser herum in Richtung Deich erstreckt. Ursprünglich war ein Bollwerk vom Außenhafen bis zum Campingplatz (1800 Meter) vorgesehen.

Keine Pipelines erforderlich

Das Deckwerk wird die Höhe vom Deichverteidigungsweg bekommen, so dass es selbst bei starken Stürmen nur selten überspült werden dürfte. Der Bereich zwischen Verteidigungsweg und Deckwerk soll mit Sand aufgefüllt werden. Da in der verkürzten Version dafür nur rund 60.000 Kubikmeter Sand (statt 800.000 Kubikmeter) benötigt werden, könne man auf Sandaufspülungen über Pipelines direkt aus der Jade verzichten und den Sand per Lastwagen heranschaffen, so Schäfermeier. Dadurch entfalle auch das aufwendige Auf- und Abbauen des Pipelinesystems vor und nach der Badesaison.

Der Strandbereich zwischen dem Außenhafen und dem Strandhaus 1 soll unberührt bleiben. Ebenso der Naturstrand jenseits des FKK Strandes. Aber: Der Strand insgesamt solle nicht nur gesichert, sondern auch attraktiver werden. Dazu beitragen würden Dünenlandschaften, barrierefreie Übergänge über den Deich und das Deckwerk sowie verschiedene Spiel-, Freizeit- und Erlebniszonen am Strand. 

Barrierefreier Zugang zum Wasser

Durch das massive Deckwerk hindurch sind im Bereich nördlich des Strandhauses 1 drei Treppen in Richtung Meer bzw. Watt vorgesehen. Eine davon für Surfer und Kiter. Drei zusätzlich ins Meer hinein gebaute Buhnen würden das Deckwerk und letztlich den Deich zusätzlich schützen. Über eine Brücke auf einer dieser Buhnen, so eine Überlegung, könnten zum Beispiel Rollstuhlfahrer barrierefrei bis zum Wasser gelangen. 

Ministerpräsident Lies war Initiator

Schäfermeier erinnerte vor rund 100 Zuhörern an die Geburtsstunde des Projekts, an der der damalige Wirtschaftsminister und heutige Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) maßgeblichen Anteil gehabt habe. Es sei 2022 um eine gewisse Kompensation der Nachteile gegangen, die die LNG-Importterminals in Sichtweite des Hooksieler Strandes auf den Tourismus haben könnten. Die damalige Idee: Der für das Terminal aus der Jade abgebaggerte Sand kann direkt an den Strand gebracht werden.

Als sich das als nicht machbar erwies, sei ein Runder Tisch gebildet worden, an dem alle mit der Strandsicherung befassten Behörden vertreten waren. Als Vorbilder habe man sich die Mole in Norddeich und die Lagune „Perlebucht“ in Büsum angesehen. Dass dort sehr viel Beton verbaut worden sei, lässt Schäfermeier als Kritikpunkt nicht gelten. „Anders ist der Strand für den Tourismus nicht zu sichern.“

Umfrage: Was ist Einheimischen und Gästen wirklich wichtig?

Hooksiel (29. 10. 2025) – Campingplatz verkauft, Schwimmbäder geschlossen, weiter Angebote auf dem Prüfstand. Mit der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH und der damit einher gehenden Veränderungen geht eine Verunsicherung bei vielen touristischen Leistungsträgern einher. Werden die Urlaubern auch künftig noch in gewohnter Zahl ins Wangerland kommen? Behält die Gemeinde ihre Anziehungskraft als Wohnort? Was lieben und wollen Einheimische und Gäste eigentlich wirklich?

Matthias Suckert, Inhaber des Hooksieler Vermietungsbüros „Agentur am Meer“ und Aktivist im neu gegründeten Fremdenverkehrsverein, ist auf der Suche nach belastbaren Fakten. In diesen Tagen hat er eine Umfrage online gestellt, an der sich Einheimische und Gäste noch bis Ende nächster Woche (9. November) beteiligen können. Der Link: www.agentur-am-meer.de/umfrage-wangerland/

Unter anderm will der Tourismus-Fachmann wissen, wie zufrieden die Bürger mit Infrastruktur wie den Ladestationen für Elektroautos und E-Fahrräder, den Angeboten im Einzelhandel und in der Gastronomie, der Sauberkeit an den Stränden und in den Orten sowie den kulturellen und sportlichen Angeboten wirklich sind. Wie informieren sich die Gäste über das Wangerland und die hiesigen Veranstaltungen? Was ist den Urlaubern besonders wichtig? Warum haben sie sich ausgerechnet für einen der Orte in der Gemeinde als Urlaubsort entschieden?

„Eine ehrliche Rückmeldung von unseren Gästen kann uns helfen, noch besser zu werden“, ist Suckert überzeugt. „Egal ob Lob oder konstruktive Kritik.“ Um eine möglichst große Aussagekraft zu erhalten, würde er sich über ein große Beteiligung an seiner Umfrage freuen.

FVW: Gemeinde muss den Weiterbetrieb der Bäder aktiv sichern

Wangerland (2. 10. 2025) – Der Fremdenverkehrsverein Wangerland (FVW) fordert die Gemeinde Wangerland auf, den Weiterbetrieb der Frieslandtherme in Horumersiel und des Meerwasser-Hallenwellenbades aktiv zu sichern. In einer heute verbreiteten Erklärung weist der erst kürzlich gegründete Verein, der sich als Stimme der Leistungsträger sieht, auf die zentrale Funktion der Bäder für den Tourismus hin.

Leistungsträger sehen Existenzen bedroht

Gerade in den Wintermonaten seien wetterunabhängige Angebote für Urlaubsgäste von hoher Bedeutung. Der Wegfall der Bäder im Wangerland könne dazu führen, dass sie Gäste Alternativen in anderen Regionen suchen – mit entsprechenden Folgen für Vermieter, Hoteliers, Gastronomen, den Einzelhandel und letztlich auch für die Gemeinde. Arbeitsplätze könnten wegfallen, Gewerbesteuer-Einnahmen sinken.

In einem vom Vorsitzenden Mathias Suckert unterzeichneten Positionspapier fordert der Verein Klarheit über die Zukunft der Bäder. Die in Insolvenz befindliche Wangerland Touristik GmbH (WTG) hat die Frieslandtherme zum 1. September geschlossen und wird, wie gestern angekündigt, auch das Hallenwellenbad Hooksiel zum 15. Oktober aus wirtschaftlichen Gründen außer Betreib nehmen. 

Vertrauen der Gäste verspielt

Aus Sicht der Leistungsträger ist das ein schwerer Schlag für den Tourismus im Wangerland. Die Unternehmen stünden ihren Gästen gegenüber im Wort. Entscheidungen, die die Attraktivität des Wangerlands erheblich mindern, könnten existenzielle Folgen für Hoteliers und Vermieter haben. Man benötige Verlässlichkeit, Kommunikation und Transparenz. Kurzfristige Schließungen würden die betrieblichen Kalkulationen, aber auch das Vertrauen der Gäste und Partner schädigen.

Vor diesem Hintergrund fordert der Verein Klarheit über die Zukunft und weitere Nutzung der Bäderstandorte. Selbst bei einem Verkauf sei ja nicht sicher, ob die Einrichtungen kurzfristig wieder in Betrieb genommen werden. 

Was ist mit dem Thalassa-Zentrum?

Erforderlich sei auch eine verbindliche Kommunikation zum neuen Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel, das aktuell noch in Betrieb ist. „Wir fordern eine klare und transparente Darstellung, welche Angebote des TMS dauerhaft zur Verfügung stehen und wie diese verlässlich vermarktet werden können.“ Eine grundsätzliche Forderung: Der Verein will in grundlegende touristische Entscheidungen eingebunden werden. Die Leistungsträger seien davon unmittelbar betroffen und müssten die wirtschaftlichen Folgen tragen.

Thalasso metres Spa Logo
Die Leitungsträger fordern Klarheit darüber, wie es mit der touristisch relevanten Infrastruktur im Wangerland weiter geht. Archiv-Foto: hol

„Gemeinde muss Verantwortung übernehmen“

In der Pflicht sieht der Verein nicht nur die WTG, sondern auch deren Eigentümerin, die Gemeinde. „Die Gemeinde Wangerland hat noch nicht alle Karten ausgespielt“, ist der Verein überzeugt. „Wir fordern die Gemeinde daher auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und den Weiterbetrieb oder eine tragfähige Nachfolgelösung für die Frieslandtherme und das Meerwasser-Hallenbad aktiv zu sichern.“

Der Gemeinderat dürfe nicht mehr länger nur reagieren, sondern müsse aktiv an Lösungen arbeiten. „Es gilt, frühzeitig Szenarien zu entwickeln, Optionen zu prüfen und die nächsten Züge zu planen, statt auf äußere Entwicklungen zu waren.“ Der Tourismus als Rückgrat der Wirtschaft im Wangerland, dürfe nicht allein von Insolvenzverfahren abhängig sein. 

„Roter Sand“ soll Touristen-Magnet für Hooksiel werden

Hooksiel (24. 9. 2025) – Der Leuchtturm „Roter Sand“ kann kommen. Jedenfalls wenn es nach Wolfgang Ademes und dem vierköpfigen Kompetenzteam geht, dem neben Ademes und Wolf Hegemann vom Seebadeverein Hooksiel auch Bürgermeister Mario Szlezak und Bauamtsleiter Torsten Meuer von der Gemeinde Wangerland angehören.

So stellen sich die Fachleute den Transport des Leuchtturmes „Roter Sand“ nach Hooksiel vor. Repro: hol

Die Gruppe hatte sich gebildet, nachdem die Gemeinde Wangerland sich vor anderthalb Jahren als möglicher Standort für den unter Denkmalschutz stehenden Leuchtturm ins Gespräch gebracht hatte. Das Seezeichen rottet in der Wesermündung vor sich hin. Sein Eigentümer, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, will den „Roten Sand“ für die Nachwelt retten und sucht für das Bauwerk einen Standort an Land. Neben Hooksiel sind noch Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und Bremerhaven im Rennen.

Kein Geld von der Gemeinde

„Wir sind die einzigen, die alle Anforderungen erfüllen können“, sagte Ademes am Donnerstagabend beim Bürger- und Gästesnak des Seebadevereins im Gästehaus Hooksiel. Ziel sei es, mit dem bekannten Bauwerk einen Magneten für Touristen ins Wangerland zu holen. Geld der Gemeinde werde dafür aber nicht fließen, versicherte Bürgermeister Szlezak.

Muss auch nicht, wie Ademes beteuerte. Der Leuchtturm gehöre heute und auch künftig dem Bund. Die als Standort ins Auge gefasste Fläche am Ende des oberen Parkplatzes am Außenhafen sei im Besitz des Landes Niedersachsen. Hier würde ein standsicheres Fundament gebaut werden, auf dem das 35 Meter hohe und 190 Tonnen schwere Bauwerk seinen Platz finden kann. Geplant seien zudem Nebengebäude – etwa für die Eingangskontrolle, eine kleine Gastronomie und vielleicht für ein maritimes Museum. Getragen werden soll der laufende Betrieb von einem Verein oder einer Stiftung.

Transport mit Schwimmkran

Und wie käme der Koloss nach Hooksiel? Aus logistischer Sicht kein Problem, sagte Ademes. Der Leuchtturm wird auf See oberhalb des Fundamentes abgetrennt, in ein stabiles Gestell eingerahmt und dann senkrecht an einem Haken von einem riesigen Schwimmkran bis zum Hooksieler Außenhafen transportiert. Von dort würde ein Schwerlasttransporter den Turm die 250 Meter bis zu seinem neuen Standort bringen. In kleinere Teile zerlegen könne man den Leuchtturm nicht, da er im 19. Jahrhundert aus einem Stahl gebaut wurde, den man nicht schweißen kann.

Ademes (Archiv-Foto) ist zuversichtlich, dass Hooksiel den Zuschlag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bekommt. „Wir haben alle Behörden auf unserer Seite, bis auf die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung“, sagte der 2. Vorsitzende des Seebadevereins. „Aber die überzeugen wir auch noch.“ Die WSV befürchtet, dass der Standort das ehemaligen Seezeichens direkt an der Jade die Schifffahrt irritieren könnte. 

Das Projekt „Roter Sand“ ist eines von fünf Themen, zu dem sich im Seebadeverein nach dem Auftakt-Workshop vor vier Wochen Arbeitsgruppen gebildet haben. Neben dem Leuchtturm beschäftigen sich Ehrenamtliche mit Fragen im Umfeld von Tourismus, Infrastruktur, Erscheinungsbild des Ortes Hooksiel und des Alten Hafens. Wie Schriftführer Thomas Leimkühler sagte, hätten sich für alle Kompetenzteams inzwischen „Lotsen“ gefunden, die die inhaltliche Arbeit ordnen und vorantreiben wollen. Weitere Mitstreiter sind willkommen.

Ergebnisse der Teamarbeit sollen dann jeweils beim Bürger- und Gästesnak vorgestellt werden, zu dem alle Interessierten jeden vierten Dienstag im Monat eingeladen sind. Der nächste Termin: Dienstag, 28. Oktober, 18 Uhr im Gästehaus. 

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