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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Bakterium legt Thalasso-Zentrum lahm

Wangerland (2. 8. 2024) – Wer gedacht hat, dass es mit dem Thalasso Meeres Spa nicht mehr schlimmer hätte kommen können, der hat sich gehörig getäuscht. Nachdem die Fertigstellung des Gesundheitstempels in Horumersiel sich um Jahre verzögert hat und die Kosten von 17 auf 23 Millionen Euro explodiert sind, gibt es jetzt massive Probleme bei der Wasserqualität.

Die gemeindeeigene Wangerland Touristik GmbH (WTG) bestätigte am Freitag eine Meldung des „Jeverschen Wochenblatts“ vom Vortag, wonach das Thalasso Meeres Spa schon seit Tagen keine Anwendungen mehr anbiete. Die Einrichtung musste ihre „Soft Opening Phase“ am 19. Juli aufgrund eines Problems mit der Wasserqualität abbrechen. Derzeit stehe zwar die Rezeption als Ansprechpartner für Buchungen zur Verfügung, Anwendungen würden aber aktuell nicht vorgenommen.

Die WTG wies in einer Stellungnahme Gerüchte zurück, es habe in dem Hause ein Legionellen-Problem gegeben. Tatsache sei, so die WTG, dass es technische Probleme gegeben habe. „Bei einer Beprobung durch das Gesundheitsamt des Landkreises Friesland wurde eine Belastung durch das Bakterium Pseudomonas aeruginosa festgestellt.“ Das habe sich bei einer Untersuchung der Süßwasserleitung durch das Gesundheitsamt gezeigt.

Man arbeite intensiv daran, die technischen Probleme zu lösen. Inzwischen gebe es erste Wasserproben ohne Laborbefund. Gemäß der Vorgaben des Gesundheitsamtes sei für kommende Woche eine weitere Beprobung vorgesehen, um die einwandfreie Wasserqualität zu bestätigen. Die gute Botschaft der WTG: Die Zwangspause habe man genutzt, um noch handwerkliche Restarbeiten im „Thalasso Meers Spa“ vorzunehmen. 

Achtung, Schulanfang! Gelbe Füße weisen Kinder den Weg zur Grundschule

Aktion zum Schulanfang
Streetart für mehr Sicherheit: Verkehrssicherheitsberater Dominik Tjaden von der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland sprüht mit einer Schablone gelbe Füße auf einen Gehweg. Foto: Polizei

Hooksiel/Friesland (2. 8. 2024) – Sie kommen wieder. Die gelben Füße auf den Fußwegen hin zu den Schulen. Wie Markus Gellert als für Schulen und Ordnungsangelegenheiten zuständiger Abteilungsleiter im Rathaus der Gemeinde Wangerland gegenüber „Hooksiel-Life“ sagte, werde der Bauhof der Gemeinde in den nächsten Wochen vor den Grundschulen in Hooksiel, Tettens und Hohenkirchen entsprechende Markierungen anbringen.

Am Montag fängt die Schule an

Am Montag beginnt das neue Schuljahr. Am kommenden Samstag, 10. August, werden die Erstklässler eingeschult. „Die Erstklässler, die sich ab dann täglich auf den Schulweg machen, sind unsere schwächsten Teilnehmer im Straßenverkehr und müssen sich nicht nur als Schulanfänger, sondern auch als Verkehrsanfänger behaupten!“ sagt Dominik Tjaden, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland: „Sie bedürfen besonderer Rücksichtnahme.“

Sechs- bis siebenjährige Kinder können Gefahrensituationen noch nicht umfassend erkennen. Sie sind meist noch nicht in der Lage, Geschwindigkeiten und Distanzen richtig abzuschätzen und auch die Richtung von Geräuschen können sie oft noch nicht zuordnen. „Die Erstklässler haben ein geringeres Sichtfeld als Erwachsene und können nicht über Autos hinweg sehen“, warnt Tjaden. Zeitgleich würden die Abc-Schützen aufgrund ihrer geringen Körperhöhe selbst auch schlechter wahrgenommen.

Um so wichtiger ist es, dass die Kinder den für sie sichersten Schulweg kennen. Dabei sollen ihnen die gelben Füße auf dem Asphalt helfen. Das Projekt „Kleine Füße“ ist Teil der Sicherheitsaktion zum Schulanfang. Dazu gehört auch, dass Polizei und Verkehrswacht dafür werben, dass die Kinder möglichst zu Fuß zur Schule gehen. 

Eltern sind wichtige Vorbilder

„Dabei ist die Rolle der Eltern als Vorbilder für ein sicherheitsorientiertes Verkehrsverhalten besonders wichtig“, sagt Tjaden. Und für Autofahrer gelte: „Seien sie, wie ohnehin schon gefordert, besonders aufmerksam.“

Eltern sollten bereits vor der Einschulung mit ihrem Kind zusammen den künftigen Schulweg festlegen und das richtige Verhalten an unübersichtlichen Straßen und Kreuzungen üben. Tjaden: „Eltern sollten beachten, dass der kürzeste nicht immer auch der sicherste Weg ist.“

Zum Training gehöre auch das richtige Ein- und Aussteigen aus öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein Tipp: Auf dem Gehweg mit genügend Abstand auf den Bus warten und beim Überqueren der Straße zwingend Überwege nutzen. Die Kinder sollten gut sichtbare Bekleidung und Schultaschen mit entsprechenden Reflektoren tragen – und sich rechtzeitig auf den Schulweg machen: „Unter Zeitnot und Stress neigen Kinder noch mehr zur Unaufmerksamkeit!“

Und auch für Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, hat der Verkehrssicherheitsberater einige Ratschläge: „Vergewissern Sie sich, dass es richtig angeschnallt ist. Verwenden Sie dafür stets geeignete Kinderrückhaltesysteme. Lassen Sie Ihr Kind immer zur Gehwegseite aussteigen und achten Sie dabei auf Fahrradfahrer sowie auf Halt- und Parkverbote vor der Schule.“ Mit dem Fahrrad sollen Kinder ohne Begleitung erst nach der Radfahrausbildung in der 4. Klasse zur Schule fahren.

Polizei sucht Zeugen für Unfallflucht

Horumersiel (1. 8. 2024) – Die Polizei bittet Zeugen um Mithilfe. Am Mittwoch, 31.Juli, gegen 11.07 Uhr, kam es in Horumersiel in der Goldstraße, Höhe Hausnummer 20, zu einem Verkehrsunfall. Dabei hat ein Unbekannter einen geparkten Wagen beschädigt und ist weggefahren.

Die Geschädigte parkte laut Polizei ihren Pkw vor der dortigen Bäckerei. Als sie sich im Geschäft befunden hab, hörte sie von draußen einen lauten Knall. Sie habe dann einen grauen VW Caddy vorbeifahren sehen. Möglicherweise hat es sich dabei um den Verursacher gehandelt, der Unfallflucht beging..

Zeugen, die den Unfall gesehen oder das Kennzeichen abgelesen haben, setzen sich bitte mit der Polizei in Jever unter Telefon 04461/7449-115 in Verbindung.

3000 Besucher beim zweiten Renntag: Wett-Glück mit Behinderungen

Renntag in Hooksiel
Spannende Zieleinläufe zogen die Besucher auf der Jaderennbahn in ihren Bann. Foto: hol

Hooksiel (1. 8. 2024) – Es ist nicht ganz leicht, mit Pferdewetten das große Geld zu verdienen. Mittwoch Abend: Herrliches Wetter. Rund 3000 gut gelaunte Besucher verfolgen auf der Jaderennbahn den zweiten Renntag des Hooksieler Rennvereins. 

Drittes Rennen. Es geht um den Preis der Jadebusen-Kollektion von Stefanie Alter. Meine Chance. Ich setzte 5 Euro auf Neo Newport, ein eleganter Traber mit Außenseiterchancen. Das Pferd sieht gut aus, hat gute Vorplatzierungen. Das sollte für einen Platz unter den ersten drei reichen.

Die Gespanne jagen zwei Mal um das Rund der Jaderennbahn. Insgesamt 2200 Meter. Beim Einlauf ins Ziel ist es eng, sehr eng. Aber von der Bande aus ist dennoch gut zu erkennen. Zaafar geht als erstes Pferd durchs Ziel, dahinter folgen Niagara Newport und auf Rang 3 mein Favorit Neo Newport. Gewonnen

Ab zum Totalisator. Aber gemach, zunächst müssen die Gewinnquoten berechnet werden. Oder ist da noch etwas anderes? Es dauert. Der Mann im Wettzelt beruhigt mich. „Noch etwas Geduld bitte. Es gab einen Protest.“ Wenig später die Auflösung. Es soll eine Behinderung auf der Bahn gegeben haben. Neo Newport fällt aus den Rängen. Kein Gewinn.

Meine Frau hat mehr Glück. Sie hatte nur 2 Euro auf Niagara Newport gesetzt, den Zweitplatzierten, offenbar ein Verwandter meines Herzenspferdes. Die Quote ist beachtlich. Sie freut sich über gut 18 Euro Gewinn – und gibt dafür ein Getränk aus. Ein gutes Trostpflaster.

Insgesamt erlebten die Besucher sieben spannende Trabrennen – und eine Präsentation von Mini-Trabern. Sie lernten eine Reihe von Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft der Region kennen, die als Sponsoren die Veranstaltung unterstützten und sich dafür dem Publikum – zwischen Bratwurst, Bier und Pommes – kurz vorstellen durften. Bewährt hat sich nach den Worten des Vereinsvorsitzenden Immo Müller die Sitztribüne, die der Rennverein vor dieser Saison erworben und am Deich platziert hat.

Tribüne auf der jaderennbahn
Die neue Tribüne am Hooskieler Deich mit Blick auf das Renngeschehen. Foto: hol

Noch ein Blick aufs sportliche Treiben: Vereinsikone Günther Lühring (81) schafft diesmal keine Platzierung. Dafür fährt die heimische Starterin Sandra Hamacher mit Ivonka O.E. Einen dritten Platz ein. Erfolgreichste Fahrer des Abends werden Linda Jongejans-Hamming und Manfred Zwiener, die jeweils zwei Rennen gewinnen konnten. 

Linda Jongejans-Hamming ist es dann auch zu verdanken, dass meine Stimmung sich wieder aufhellt. Im vierten Rennen, es ging um den immerhin mit 3000 Euro dotierten Großen Preis der Nordfrost GmbH, fährt sie mit Velten Revenge einen sicheren Start-Ziel-Sieg ein. Und ich liege genau richtig mit meinem Tipp. Diesmal gibt es keinen Protest. Aber auch nur eine magere Quote. Offenbar hatten andere Wetter die gleiche Idee. Für meine 2 Euro auf Sieg erhalte ich (nur) 4 Euro zurück. 

Immerhin. Mehr wird es ja vielleicht am nächsten Mittwoch, beim letzten Renntag der Saison auf der Jaderennbahn. Erster Start ist wieder kurz nach 18 Uhr.

Krabbentage in Hooksiel: Leckere Speisen, fliegende Händler und Musik

Janine Meyer
Die Sängerin Janine Meyer tritt am Sonntag am Alten Hafen in Hooksiel auf. Archiv-Foto: hol

Hooksiel (31. 7. 2024) – Der äußere Ablauf ist seit Jahren unverändert. An den „Heringstagen“ und den „Krabbentagen“ verwandelt sich der Sielort in eine Festmeile. Dafür wird die Ortsdurchfahrt für Autos in Höhe Alter Hafen von Freitag bis Sonntag gesperrt.

An diesem Wochenende ist es wieder soweit. Der Vorstand der Dorfgemeinschaft Hooksiel stellte jetzt das Programm vor. Da das Wetter gut werden soll, werden wieder Tausende Gäste erwartet, die die Lange Straße entlang schlendern oder das Bühnenprogramm am Alten Hafen erleben wollen. Parkplätze für die Besucher gibt es genug, betont der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Marco Knodel. „Aus Richtung Sengwarden kommend steht am Ortseingang eine große Wiese als Stellplatz zur Verfügung. Und auch die Parkplätze an der Nee Straat im Ortskern können genutzt werden.“

Die Stände und Karussells auf der Festmeile werden am Freitag, 2. August, um 11 Uhr ihren Betrieb aufnehmen. Das Show- und Musikprogramm beginnt um 15 Uhr. Die offizielle Eröffnung mit Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak ist für 18 Uhr angesetzt. Dazu gibt es 50 Liter Freibier, das an der Bierbude ausgeschenkt wird, so Knodel. Am Nachmittag macht ein DJ Musik, ab 20 Uhr werden die „Rock Shots“ mit Livemusik für Stimmung sorgen.

Auch für Samstag und Sonntag dürfen sich die Gäste auf ein buntes Bühnenprogramm freuen. Am Samstag (ab 12 Uhr) tritt der Elvis-Imitator Michael Aden auf. Im Anschluss zeigt das „TSR Showteam“ aus Wilhelmshaven sein können. Bei Musik von den Bands „Tonic Brothers“ und „4 Live“ wird danach bis Mitternacht eine Hafenparty gefeiert.

Krabbentage Hooksiel
Zahlreiche fliegende Händler werden in der Lange Straße ihre Stände aufbauen. Archiv-Foto: hol

Das Bühnenprogramm am Sonntag wird um 10 Uhr mit einem Gottesdienst eröffnet. Danach gibt der Shantychor „Blaue Jungs“ aus Wilhelmshaven ein Gastspiel. Am Nachmittag (15 bis 18 Uhr) dürfen sich Schlagerfans auf den Auftritt von Janine Meyer aus Varel freuen, die schon mehrfach die Hooksieler begeistern konnte. 

Spannend geht es auf der Bühne ab 14.30 Uhr zu. Dann startet der Krabbenpuhl-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene. Die Aufgabe besteht darin, in einer vorgegebenen Zeit so viele Garnelen wie möglich von ihrer Schale zu befreien. „Wer mitmachen möchte, kann sich schon ab Freitag an der Bühne registrieren lassen“, so Knodel. Die Gewinner erhalten kleine Präsente.

Das Bühnenprogramm am Alten Hafen wird umrahmt von zahlreichen Aktivitäten auf dem Festplatz und im Hafenbecken selbst. Vom Krabbenkutter aus wird frischer Granat verkauft, das Museumsschiff „Lulu Meinders“ dreht mit Gästen Runden auf dem Hooksmeer und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Ortsgruppe Horumersiel, stellt ihr Rettungsboot vor. 

Krabbentage Hooksiel
In der Lange Straße wird sich auch in diesem Jahr wieder ein Kettenkarussell drehen. Archiv-Foto: hol

Die Organisatoren von der Dorfgemeinschaft freuen sich, dass sie für die Krabbentage in diesem Jahr eine ganze Reihe von neuen Schaustellern hinzugewinnen konnten. Unter anderem wird es eine kleine „Kulinarische Meile“ etwa mit indischen, arabischen und chinesischen Gerichten geben. Natürlich haben auch die örtlichen Geschäfte und Gastronomiebetriebe geöffnet.

Bestimmt wird die Festmeile von Kleinhandwerkern und fliegenden Händlern aller Art. Dazu werden auch Mitmachaktionen angeboten. So lädt die Initiative „Weil wir Hooksieler sind“ zum Glücksrad-Drehen ein und am Stand der Unterstützter des Kinder- und Jugendhospizes „Joshuas Himmelreich“ kann man beim Fädenziehen Preise gewinnen. 

Neue Ausstellung im Künstlerhaus

Hooksiel (31. 7. 2024) – Die nächste Ausstellung „Wachsen“ im Künstlerhaus wird am kommenden Sonntag, 4. August, eröffnet. Die Künstlerin Akkela Dienstbier aus Bremen hat bereits 2018 als Stipendiatin der Gemeinde Wangerland in Hooksiel gelebt und viele ihrer damaligen Eindrücke aus dem Küstenort künstlerisch umgesetzt. Ein Schwerpunkt: Natur und Umwelt. 

Für ihre Werke verwendet Akkela Dienstbier fast ausschließlich reine Naturmaterialien. Intensiv beschäftigt sie sich mit der Umsetzung der dreidimensionalen Objekte in zweidimensionale Druckwerke. Ein Baustein ihrer Überzeugung: Mensch und Natur stehen sich nicht gegenüber, sondern durchdringen und beeinflussen sich gegenseitig, im besten Fall bilden sie über Netzwerke Möglichkeiten von Verbindungen, Austausch und gegenseitige Unterstützung. 

In ihren Arbeiten werden verschiedene künstlerische Ausdrucksmittel eingesetzt. Akkela Dienstbiers Kunst regt eine Reflexion über Natur und Umwelt an, indem auch sinnliche, gesammelte Naturmaterialien die künstlerischen Gestaltungen bestimmen. Die Künstlerin: „Was der Mensch liebt, schützt er auch!“ 

In der Ausstellung „Wachsen“ sind Objekte, Druckgrafiken und Bilder von Akkela Dienstbier zu sehen. Die Vernissage beginnt am Sonntag um 11.15 Uhr. Die Ausstellung ist dann bis zum 15. September im Künstlerhaus Hooksiel in der Langen Straße 16 zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Trabrennen: Schwerer Sturz im Vorjahr ruft Tierschützer auf den Plan

Hooksiel (29. 7. 2024) – Nach dem gelungenen Auftaktrennen auf der Jaderennbahn an der Bäderstraße, geht die Trabrennsport-Saison des Hooksieler Rennvereins am Mittwoch, 31. Juli, in die zweite Runde. Das Saisonfinale steht dann für den 7. August an.

Die Besucher des zweiten Renntages am Mittwoch dürfen sich auf spannenden Sport freuen, bei dem es hoffentlich zu keinen Stürzen kommt, bei denen Pferde oder Fahrer zu Schaden kommen. Archiv-Foto: hol

Sieben Rennen, 3500 Zuschauer, gute Wettumsätze am Totalisator – die Verantwortlichen beim Rennverein waren mit dem ersten Renntag zufrieden. Auch weil es in einigen Rennen äußerst spannend zuging. Zielrichterin Karin Kunze musste gleich mehrfach den Zielfilm zu Rate ziehen, um einen Sieger zu ermitteln. Im letzten Rennen stieß sogar die Zielfotografie an ihre Grenzen. Am Ende gab es zwei Sieger. Erfolgreichste Fahrer im Sulky waren mit jeweils drei Siegen Hans-Jürgen von Holdt und Jochen Holzschuh. Beide Fahrer sind auch beim zweiten Renntag dabei. 

Mahnwache an der Rennbahn

Zu den Besuchern des ersten Renntages gehörte auch einer Gruppe von Tierschützern. Sie hielten als Mahnwache am Rande der Rennbahn Transparente hoch auf denen Forderungen standen wie: „Tiere sind keine Sportgeräte“ oder „Wetten ja, aber ohne Tiere“. Auslöser des Protestes war dem Vernehmen nach der Sturz eines Trabers bei einem Rennen im vergangenen Jahr. Das Tier wurde dabei so schwer verletzt, dass es getötet werden musste. Die Tierschützer, die auch noch am Wochenende an der Rennbahn auf ihr Anliegen aufmerksam machten, wollen nach eigenem Bekunden auch beim zweiten Renntag vor Ort sein.

Erster Start um 18.05 Uhr

Der Start zum ersten Rennen erfolgt am Mittwoch um 18.05 Uhr. Sechs Prüfungen werden im Sulky entschieden. Hinzu kommt ein Trabreiten mit sechs Teilnehmern. Interessant für Wetter könnte die sogenannte „V4-Wette“ sein. Diese Wettart hatte der Rennverein bereits im vergangenen Jahr angeboten. Dabei wurde am letzten Renntag 2023 diese Wette von keinem Besucher korrekt vorhergesagt, so dass ein Jackpot in der Höhe von 2969 Euro entstanden ist, der jetzt mit ausgespielt wird.

Besonderes Wett-Format

In der „V4-Wette“ sind die Sieger der Rennen 2, 3, 4 und 5 vorherzusagen, die auf einem gesonderten Wettschein einzutragen sind. Der Grundeinsatz für die Wette beträgt 1 Euro, beinhaltet jeweils einen einzutragenden Sieger der Rennen 2 bis 4. Entscheidet man sich für mehrere mögliche Sieger, erhöhen sich die Gewinnchancen, aber auch der zu zahlende Einsatz. 

Alle Wettscheine, die keinen Gewinn erzielt haben, können an einer Gratisverlosung teilnehmen. Dazu schreibt man seinen Namen auf die Rückseite des Wett-Tickets. Zu gewinnen gibt es dabei zehn Wettgutscheine zu jeweils 20 Euro, die nach dem 2. und 5. Rennen ermittelt werden. 

Bergung der vor Helgoland gesunkenen „Verity“ kommt in entscheidende Phase

Verity Stahlbandrollen
Die von der vor Helgoland gesunkenen „Verity“ geborgenen Stahlbandrollen werden auf Binnenschiffe verladen und zu Verwertern transportiert. .Foto: WSV/brand MARINE CONSULTANTS GmbH.

Hooksiel (29. 7. 2024) – Die Bergung der Ladung aus dem Wrack des südwestlich von Helgoland gesunkenen Frachters „Verity“ geht in die Schlussphase. Das Wrack des am 24. Oktober 2023 nach einer Kollision mit dem Frachter „Polesie“ gesunkenen Küstenmotorschiffs liegt in etwa 37 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund und behindert den Schiffsverkehr.

Bei dem Unglück starb ein Seemann, vier gelten noch als vermisst. Das Schiffswrack behindert den Schiffsverkehr und muss deshalb geborgen werden. Federführend dabei ist die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, eine Bundesbehörde, die heute mitteilte: „Ein großer Teil der Ladung wurde inzwischen geborgen.“

Ladung geht in die Niederlande

Geborgen wurden unter anderem 181 von insgesamt 187 Stahlbandrollen. Der größte Teil sei bereits mit einem Binnenschiff zu einem zertifizierten Verwerter in den Niederlanden transportiert worden. Andere Stahlrollen würden derzeit von einer Barge auf ein Binnenschiff umgeladen, um ebenfalls zur Verwertung befördert zu werden. „Die restlichen sechs nicht zugänglichen Stahlbandrollen werden im nächsten Schritt beim Heben des Wracks entfernt“, kündigte die Behörde an.

Eric Oehlmann, Leiter der Generaldirektion: „Wir kommen nun in die finale Phase der Bergungsarbeiten der Verity. Die Vorbereitungen des beauftragten Bergeunternehmens laufen auf Hochtouren und in enger Abstimmung mit unseren nautischen und technischen Spezialisten. Alle sicherheitsrelevanten Vorkehrungen sind getroffen.“ 

Wrack wird in zwei Teile zerlegt

Im nächsten Schritt soll das Wrack in zwei Sektionen zerlegt werden, die dann einzelnd gehoben werden. „Sicherheit ist dabei oberstes Prinzip“, so Oehlmann. In den kommenden Tagen sollen alle Gerätschaften, die für das Zerschneiden und Heben des Wracks erforderlich sind, an die Wrackstelle gebracht werden. 

Beim Zerschneiden des Wracks kommen Taucher zum Einsatz. Für die Bergung selbst wird der besonders starke Schwimmkran „Matador 3“ eingesetzt. Er kann Gewichte von bis zu 1800 Tonnen heben. Die beiden Schiffs-Sektionen sollen sollen bis Ende August geborgen werden.

Für die Sicherheit des Schiffsverkehrs im betroffenen Seegebiet während der laufenden Bergungsarbeiten sorgt die Verkehrszentrale Wilhelmshaven der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. 


Hooksiel radelt: Ausflug über die „goldene Linie“ nach Ostfriesland

Radtour durchs Wangerland
Präzision ist gefragt bei der Überquerung des Tettenser Tiefs. Foto: hol

Hooksiel (28. 7. 2024) – Der Sommer lädt zum Radeln ein. Im Rahmen der Radtouren-Serie von „Hooksiel-Life“ machen wir heute einen Abstecher nach Ostfriesland. Die Tour ist rund 45 Kilometer lang und verlangt ein paar kleine Vorbereitungen. Da es auf der Strecke kaum Gaststätten oder andere Gelegenheiten zur Einkehr gibt, sollte man sich Proviant und etwas zu Trinken mitnehmen – und vorher auf Toilette gehen. Ganz wichtig auch, so ein Tipp unseres Radtourenexperten Ulrich Hellkuhl: „Eine Radlerbrille.“

Brille zum Schutz vor Insekten

Eine Radlerbrille ist nichts Besonderes. Sie soll die Augen insbesondere vor Insekten schützen – also auch die von Menschen ohne Sehbeeinträchtigungen. „Wenn man so quer durchs Land radelt, entlang von Gräben und Tiefs, kann es gerade in der Dämmerung oder im Dunkeln schon Ecken geben, wo es nur so von Fliegen und Mücken wimmelt“, schildert Hellkuhl. „Da kann es ohne Brille unangenehm werden.“ Seine Empfehlung: Immer eine einfach Schutzbrille in der Radtasche haben.

Wir machen uns auf den Weg zum fünften Ausflug im Rahmen unserer Serie „Hooksiel radelt“. Los geht es wieder am ZOB im Ortskern. Wir verlassen Hooksiel über Nee Straat und Pakenser Straße, fahren unter der Ortsumgehung hindurch bis Tain und von dort weiter am Hookstief entlang Richtung Jever (siehe Tour 3). Kurz vor Jever sehen wir auf der linken Seite ein Wehr, mit dem Wasser gestaut werden kann. Hier biegen wir rechts ab in Richtung „Auskündigerei“.

Radtour durchs Wangerlland
Radtouren-Experte Ulrich Hellkuhl weist den Weg in Richtung Ostfriesland. An der Auskündigerei (Bild) geht es zunächst einmal in Richtung Wiefels. Foto: hol

Wir queren die viel befahrene Landesstraße L 812 (Jever-Hohenkirchen), fahren auf dem Radweg nach rechts, um nach gut 100 Metern (Radfahrknotenpunkt 29) nach links abzubiegen. 

Jetzt haben wir die Straßen wieder für uns allein. Wir folgen der mit den kleinen grünen Radfahr-Symbolen ausgeschilderten Strecke bis zum Knotenpunkt 92 in unmittelbarer Nähe von Jevers Ortsumgehung (B 210). Ein Höhepunkt auf dem Weg dorthin: Die Überquerung des Tettenser Tiefs auf einer schmalen, nein: einer sehr schmalen Radlerbrücke. 

Kleine Pause in Eggeling

Am Knotenpunkt halten wir uns rechts und biegen wenig später nach links ab – bis zur Landesstraße L 808 (Jever – Wiefels – Carolinensiel). Wir fahren den Radweg entlang bis Wiefels und biegen dann nach links in Richtung Eggeling ab. Kurz hinter der Hofstelle Groß Scheep passieren wir die „Goldene Linie“, die Kreisgrenze zwischen Friesland und Wittmund. Woran man das merkt? Im Grenzbereich wird die Straße deutlich schlechter. Offenbar fühlt sich hier keine der Kommunen so richtig zuständig.

Wie dem auch sei. Wir erreichen Eggeling, ein schmucker Ort mit einem kleinen Dorfplatz, auf dem wir eine Pause einlegen und über die Grenze nachdenken, die das einst preußische Ostfriesland von dem zum Oldenburger Land gehörenden Friesland trennte. Aber keine Sorge: Heute gibt es hier keine Zollschranken mehr. 

Wir biegen an der Kreisstraße nach rechts ab und steuern auf „Wiilis Radpadd“ wieder aufs Wangerland zu. In Wegshörne kreuzen wir die L 808 und erreichen dahinter nach wenigen Hundert Metern den Bahnhof Bussenhausen. Bahnhof? Ja hier lag früher der Schienenstrang von Jever über Tettens nach Harle. Heute ist die Strecke ein Radweg. In Bussenhausen kann man die Bahngeschichte noch erahnen.

Wir fahren aber weiter geradeaus über Zissenhausen nach Klein Zissenhausen, wo wir nach rechts in Richtung Westrum abbiegen. Wir profitieren dabei von den Flurbereiniungsverfahren. Im Rahmen der Verfahren sind im Wangerland etliche Kilometer zumeist landwirtschaftlich genutzte Wirtschaftswege saniert worden – zum Wohle auch von uns Radfahrern. 

Blick in die Kirche in Westrum

In Westrum müssen wir unbedingt einen Blick in die ev.-luth. Kirche werfen, deren Geschichte bis Mitte des 13. Jahrhunderts zurückreicht. Ein Stück Kulturgeschichte des Wangerlands. Das Gotteshaus ist übrigens eine von 13 Stationen des Wangerländischen Pilgerweges.

Auf dem Weg nach Hause kreuzen wir an der Brakerei (Knotenpunkt 15) erneut die Landesstraße 812 und fahren über den Gänseweg in Richtung Waddewarden. Auf dem letzten Stück bis Waddewarden gibt es einen guten Radweg. Ab Waddewarden müssen wir uns entscheiden: für den längeren Weg rechts bis Nadorst und dort links ab über Tain und Tünnens zurück nach Hooksiel; oder für die kürze, aber nicht ungefährliche Strecke auf (!) der Landesstraße 812 von Wadderwarden bis Haddien und erst dort rechts ab über Tünnens nach Hause. Hinter uns liegen gut drei Stunden Radtour bei strahlendem Sonnenschein – wir haben uns eine kleine Erfrischung verdient.

Tipp: Gerade auf den Radtouren quer durchs Land gibt es auch weniger gut ausgebaute Wegstrecken. Schotterwege oder bucklige Passagen, die unangenehm werden können. Ulrich Hellkuhl empfiehlt als Hilfsmittel dickere Fahrradreifen. Hellkuhl: „Es gibt bis zu sechs Zentimeter breite Reifen. Die sorgen für mehr Fahrkomfort, federn Stöße vom Untergrund deutlich besser ab und rollen zudem leichter.“ 

Ausbildung in Hooksiel: Vom Angler über ein Praktikum auf dem Weg zum Koch

Finn Wallat
Freut sich auf seine Ausbildung zum Koch: Finn Wallat. Foto: hol

Hooksiel (27. 7. 2024) – Ein gute Köchin oder ein guter Koch sind Voraussetzung für eine gute Küche. Was für das private Umfeld gilt, gilt für gastronomische Betriebe um so mehr. Allerdings: Gerade in der Gastronomie gibt es einen massiven Fachkräftemangel, der sich in der Folge der Corona-Pandemie noch erheblich verschärft hat. Hinzu kommt, dass die Arbeitszeiten in der Gastronomie aus Sicht vieler junger Leute nicht gerade als familienfreundlich gelten. 

Finn Wallat ficht das nicht an. Der 20-jähriger Wangerländer wird zum 1. August seine Koch-Ausbildung im Hooksieler „Packhaus“ beginnen. Bereits sei Anfang Mai absolviert der junge Mann ein Praktikum in dem Vorzeigerestaurant direkt am Alten Hafen, konnte seine Chefs, seine künftigen Kolleginnen und Kollegen und die Küche schon ein wenige kennen lernen.

Seither sieht er sich in seiner Berufswahl bestätigt. Im Umfeld der Gastronomie sei der Koch-Beruf genau das Richtige für ihn. „Ein Beruf im Service? Das wäre nichts für mich. Da bin ich nicht der Typ für“, sagt Finn Wallat. Nach seinem Schulabschluss vor zwei Jahren habe er bereits verschiedene Jobs gehabt. Etwa in der Baubranche. Dabei habe er auf eine Ausbildungsstelle als Koch in einem anderen gastronomischen Betrieb im Wangerland gewartet. Als sich das dann zerschlagen habe, habe er sich sehr über das Angebot aus dem Hotel „Packhaus“ gefreut.

Die dreijährige duale Ausbildung zum Koch besteht aus Unterricht in der Berufsschule in Wilhelmshaven sowie in der praktischen Ausbildung im Betrieb. Zunächst werden die Grundlagen des Kochens und der Arbeit in der Küche vermittelt. Dazu gehören etwa Lebensmittelkunde, der Umgang mit Küchenmaschinen und das Vor- und Zubereiten einfacher Speisen nach Rezept. Später dann kommen auch die Warenwirtschaft, das Zubereiten kompletter Menüs und das Kochen nach verschiedenen Themenbereichen hinzu. 

Finn Wallat weiß schon heute, wo sein kulinarischer Schwerpunkt einmal liegen wird: beim Fisch. Als passionierter Angler hat der junge Mann bereits sei Jahren eine enge Beziehung zum Metier. Seine Lieblingsspeise: Flammlachs. 

„Hooksiel-life“ stellt in loser Folge Auszubildende vor, die in Hooksiel eine Lehre machen. Bereits erschienen sind Berichte über einen angehenden Einzelhandelskaufmann, eine Medizinische Fachangestellte, einen Maler, zwei Veranstaltungskauffrauen, eine Zimmerin, eine Bäckerei-Fachverkäuferin und einen Handelsfachwirt.