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Beiträge veröffentlicht in “Wangerland”

Vertreter stimmen für Volksbank Jade-Weser

Jever/Hooksiel (26. 6. 2025) – Der Weg zur „Volksbank Jade-Weser eG“ist geebnet. Nach der Gesellschafterversammlung der Raiffeisenbank Butjadingen-Abbehausen am Montag und der Vertreterversammlung der Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham am Dienstag hat am Donnerstagabend nach Informationen von „Hooksiel-life“ auch die Vertreterversammlung der Volksbank Jever mit der erforderlichen Drei-Vietel-Mehrheit dem Zusammenschluss der drei Genossenschaftsbanken rückwirkend zum 1. Januar 2025 zugestimmt. Offiziell will der Vorstand der Bank das Ergebnis erst am Freitag verkünden.

Filiale Hooksiel der Volksbank Jever
Die Filiale der Volksbank Jever in Hooksiel soll auch nach der Verschmelzung zur Volksbank Jade-Weser erhalten bleiben. Foto: hol

Vor allem in Jever hatte es erhebliche Proteste gegen die Fusion gegeben. Unter anderem besteht die Sorge, dass der Standort geschwächt werden könnte, da der Hauptsitze der neuen Bank Varel sein wird. Unter anderem hatte der „Freundeskreis der Volksbank Jever“ mit ihrem Sprecher Ottmar Kasdorf und dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Jever, Jochen Ewald, das Entscheidungsverfahren und den Zeitpunkt der Verschmelzung kritisiert.

Der amtierende Volksbank-Vorstand hatte dem entgegen gehalten, dass Varel und Jever die Hauptsitze der neuen Bank sein werden. Die Verschmelzung sei aus betriebswirtschaftlichen Gründen sinnvoll, um die Leistungsfähigkeit des Geldinstitutes zu stärken und auf Dauer für nötige Fachkräfte attraktiv zu bleiben. Auch der Betriebsrat der Bank hatte sich öffentlich zur Fusion bekannt. Die Filialstandorte sollen alle erhalten bleiben – auch der in Hooksiel.

Mit der „Volksbank Jade-Weser eG“ entsteht eine der größten Volksbanken in der Region. Die Bilanzsumme liegt über 2,6 Milliarden Euro. Zusammen haben die drei Banken über 42.000 Mitgliedern und rund 85.000 Kunden. Die Volksbank Jever ist mit einer Bilanzsumme von rund 1,2 Milliarden Euro der stärkste der Partner.

Gemeinde Wangerland ordnet ihre Bauabteilung neu

Wangerland (26. 6. 2025) – Die Personalsituation der Gemeinde Wangerland ist weiterhin angespannt. Darauf wies Bürgermeister Mario Szlezak in der jüngsten Ratssitzung hin. Betroffen davon sei insbesondere die Bauabteilung. „Trotz intensiver Bemühungen konnten mehrere vakante Stellen nicht besetzt werden.“

Als Konsequenz aus der Misere hat die Gemeinde nach den Worten des Bürgermeisters ihre Organisationsstruktur neu aufgestellt. Aus bislang vier werden fünf Abteilungen. Die bisherige Abteilung „Bauen“ wird aufgeteilt in die Abteilung V „Technischer Bereich Bauen“. Die Leitung liegt in den Händen des bisherigen Bauamtsleiter Torsten Meuer. Und in Abteilung III „Bauverwaltung“. Die Leitung hier übernimmt der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Peter Podein, der bislang die Abteilung I „Zentrale Dienste“ geführt hat.

Die Abteilungen II „Finanzen“ (Arthur Wichmann) und IV „Bürgerdienste, Ordnung, Soziales“ (Markus Gellert) sind nicht betroffen. Im Zuge der Umstrukturierung soll die Leitung der Abteilung I intern neu besetzt werden. Ziel sei es, so Szlezak, die Prozesse innerhalb der Gemeinde effizienter zu gestalten und die Handlungsfähigkeit der Verwaltung im sensiblen Bereich Bauen und Bauleitplanung zu verbessern. 

Grünes Urgestein aus dem Rat verabschiedet

Wangerland (26. 6. 2025) – 33 Jahre lang gehörte Reiner Tammen dem Wangerländer Gemeinderat an. Sechs Mal wurde der Grüne in das Kommunalpolitik gewählt, wo er in wichtigen Gremien mitgewirkt und viele Themen maßgeblich beeinflusst hat. Jetzt hat Bürgermeister Mario Szlezak (SPD) die „politische Lebensleistung“ des Ratsherrn zu dessen Abschied gewürdigt. „Du warst mutig in der Haltung, konsequent in der Sache und verlässlich im Umgang.“

Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) würdigte zum Abschied die politische Lebensleistung von Reiner Tammen. Foto: hol

Tammen hat, wie berichtet, seinen Lebensmittelpunkt nach Jever verlegt. Deshalb musste er sein Mandat im Gemeinderat abgeben. Das „grüne Urgestein“ wird sich aber weiter im Kreistag und als stellvertretender Landrat engagieren. In den Wangerländer Rat wurde Reiner „Mausi“ Tammen erstmals 1991 gewählt. Seit 1993 wirkte er im wichtigen Verwaltungsausschuss mit, vertrat die Gemeinde lange als stellvertretender Bürgermeister und leitete unter anderem den Ausschuss für Gemeindeentwicklung. 

Tammen sei stets ein ehrlicher Gesprächspartner gewesen, sagte Szlezak in der Ratssitzung am Dienstag. Damit habe er sich nicht nur Freunde gemacht. Gerade in der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GFW), in der sich im aktuellen Rat CDU, FDP und Grüne zusammengefunden haben, habe er sich sehr wohl gefühlt, sagte Tammen. Er habe sein halbes Leben im Rat verbracht und gerade in den ersten fünf Jahren enorm viel gelernt. Zu seinen Erfolgen zählt er unter anderem, dass in der Gemeinde Massentierhaltung verhindert werden konnte und dass sich das Wangermeer gut entwickelt hat. Das Fazit von Tammens Fraktionskollegin Angelika Kirschner: „Reiner, du hast das Wangerland grüner gemacht.“ 

Die Planung für die Sicherung des Hooksieler Badestrands beginnt

Hooksiel/Wangerland (25. 6. 2025) – Startschuss für die geplante Sandaufspülung am Hooksieler Badestrand: Die Gemeinde Wangerland hat die Auftragsvergabe für die Planungsleistungen für das erforderliche Planfeststellungsverfahren beschlossen. Das verkündete Bürgermeister Mario Szlezak am Dienstagabend in der Ratssitzung in Hohenkirchen. „Ziel ist es, ein wirksames Deckwerk zu schaffen, das dem fortschreitenden Sandabtrag entgegen wirkt.“

Deckwerk in Norddeich Vorbild für Hooksiel
Das neue Deckwerk am Strand von Norddeich ist Vorbild für die Strandsicherung in Hooksiel.

Angesichts der angespannten Haushaltslage der Gemeinde soll das gesamte Millionen-Projekt über Fördermittel finanziert werden. Szlezak dankte ausdrücklich dem Hooksieler Ratsherren Dieter Schäfermeier, der als „Motor des Projektes“ maßgeblich dazu beigetragen habe, das Vorhaben anzuschieben. 

Baubeginn im Herbst 2026?

Im Kern geht es darum, Sand aus der Jade an den Hooksieler Strand zu spülen – und ihn dort dauerhaft zu sichern. Geplant ist dafür der Bau eines 1,8 Kilometer langen Deckwerks vom Außenhafen bis in Höhe des FKK-Strandes. Die Befestigung soll in Höhe des Deichverteidigungsweges angelegt werden. Von dort würden 80 Meter breite Treppenanlagen bis hinunter zum Watt führen. Mit den Bauarbeiten soll möglichst im Herbst 2026 begonnen werden. Die eigentlichen Aufspülungen und der Deckwerksbau sollen im Herbst 2027 beginnen und 2028 abgeschlossen werden.

Insel-Verkauf wird konkret

Als ebenfalls für den Tourismus im Wangerland wichtige Projekte nannte der Bürgermeister den Verkauf der Insel im Wangermeer in Hohenkirchen und die mögliche Umsiedlung des historischen Leuchtturms „Roter Sand“ aus der Wesermündung an einen Landstandort in die Nähe des Hooksieler Außenhafens. Der Entwurf für den Kaufvertrag für die Insel sei fast fertig, sagte Szlezak. Angesichts der zentralen Bedeutung des Projektes für die langfristige Entwicklung von Hohenkirchen und des gesamten Wangerlandes werde sich der Gemeinderat aber intensiv mit allen Aspekten die Projektes auseinandersetzen. Man wolle Freizeit, Tourismus und die Lebensqualität in der Gemeinde stärken, ohne den Charakter der Region zu gefährden. 

Leuchtturm Roter Sande

Zum Bewerbungsverfahren für den Leuchtturm „Roter Sand“ (Foto: Stiftung Denkmalschutz) sagte der Bürgermeister, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz versichert habe, dass „der Gemeinde keinerlei Kosten entstehen werden“.

Die Stiftung als Eigentümerin des vom Verfall bedrohten Wasserbauwerkes werde sich um die Finanzierung kümmern. Neben Hooksiel bewerben sind noch Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und neuerdings auch wieder Bremerhaven als Standorte für das Denkmal. Maßgeblich unterstützt wird die Gemeinde Wangerland bei ihrer Bewerbung vom Seebadeverein Hooksiel, dem Szlezak ausdrücklich dankte.

Betreiber für Bereiche der WTG gesucht

Mit Blick auf die geplante Insolvenz in Eigenregie der Wangerland Touristik GmbH (WTG) sagte Szlezak, dass es in dem Verfahren nicht darum gehe, Angebote zu schließen. Angesichts der finanziellen Schieflage, gestiegener Betriebskosten und struktureller Schwächen des gemeindeeigenen Unternehmens sei aber auch klar, dass es nicht so weiter gehen könne wie bisher. Jetzt sei „entschiedenes Handeln“ gefragt, so der Bürgermeister. 

Ziel eines von WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel aufzustellenden Sanierungsplanes sei es, die touristische Infrastruktur im Wangerland zu sichern, die Gesellschaft wirtschaftlich zu stabilisieren und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Wie der Weg aussehen könnte, deutete der Bürgermeister an: „Es sollen neue Betreiber für einzelne Bereiche gefunden werden.“ An welche „Bereiche“ dabei gedacht wird, ließ der Bürgermeister offen.

Nordseelauf als Naturerlebnis

Horumersiel (24. 6. 2025) – Zahlreiche Läufer nahmen an der letzten Etappe des 23. EWE Nordseelaufs teil. Nach dem Start an der Uferpromenade in Horumersiel ging es unter anderem am Ufersaum entlang und dann hinein ins Watt. Das Laufen durch Schlick und Priele hindurch ist besonders anstrengend. Der Endspurt erfolge dann wieder auf festem Boden.

Sport und Naturerlebnis in einem. Der EWE Nordseelaufs führte die Läufer an und ins Wattenmeer. Foto: Ralf Graner Photodesign

Bei der finalen Siegerehrung im Rahmen der Sielortfete wurden die Tourgewinner Michael Grysko und Jana Sust geehrt. Gewürdigt wurden zudem weitere Sportler in unterschiedlichen Altersklassen. Zum Beispiel belegt die Ehepartner Ahrens jeweils den ersten Platz – in der Altersklasse 80. 

Zum Abschluss gab es schon einen Ausblick auf das Jahr 2026. Das Motto des 24. EWE Nordseelaufs heiß dann: „7 Etappen, 7 Inseln“.

Sprechstunden zur Zeugnisausgabe

Friesland/Wangerland (24. 6. 2025) – Das Schulhalbjahr endet bald. Vor den Sommerferien gibt es aber noch die Zeugnisse, was nicht für jeden Schüler mit einer angenehmen Erfahrung verbunden ist. Vor diesem Hintergrund bietet die Familienberatungsstelle (FaBs) des Landkreises Friesland an zwei Terminen eine Zeugnissprechstunde für Kinder und Jugendliche sowie Eltern und Erziehungsberechtigte an: Am Donnerstag, 3. Juli, zwischen 9 und 12 Uhr im Dienstleistungszentrum (Raum E.30 bis E.34), Karl-Nieraad-Straße 1 in Varel sowie zwischen 14 und 17 Uhr im Kreisamt (Eingang C, Raum 442), Lindenallee 1 in Jever.

Kinder und Jugendliche können mit ihren Sorgen und Fragen zum Thema Zeugnis ebenso vorbeikommen wie Eltern und Erziehungsberechtigte. Eine Terminvereinbarung ist nicht erforderlich. Auch ein gemeinsamer Besuch von Kindern und Jugendlichen mit ihren Eltern ist möglich.

Double für Wangerländer Exil-Kicker

Wangerland/Heidmühle (23. 6. 2025) – Eine lange Saison endet für die C-Junioren-Fußballer Jesko und Niklas Buss (Hohenkirchen) sowie Ioannis-Lu Doyen (Hooksiel) mit zwei Trophäen. Mit der Mannschaft des Heidmühler FC konnten sie bereits am vorletzten Spieltag beim SVW Wilhelmshaven (1:0) die Meisterschaft unter Dach und Fach bringen. Nun folgte nach einem kräftezehrenden Finale bei 30 Grad in der Mittagssonne auch der verdiente Pokalsieg in Oldenburg. 

Snd stolz auf ihren doppelten Erfolg: Die Wangerländer Nachwuchskicker Jeske und Niklas Buss sowie Ioannis Lu-Doyen (Mitte). Foto: privat

Dabei machte es sich die Mannschaft unnötig schwer. Bereits nach 7 Minuten kassierte der spätere Pokalsieger einen berechtigten Foulelfmeter, der dieAußenseiter der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Ammerland-Mitte in Führung brachte. Der HFC wirkte von der robusten Spielweise des Gegners beeindruckt. 

Dem Favoriten fehlte trotz der gefühlten 90 Prozent Ballbesitz die zündende Idee, um das Abwehrbollwerk der Ammerländer zu durchbrechen. Mitte der zweiten Halbzeit nutze der HFC eine starke Ballerorberung von Doyen und erzielte den verdienten Ausgleich. Den 2:1-Endstand erzielte Niklas Buss nach umstrittenen Elfmeterpfiff 10 Minuten vor dem Ende. 

Somit endet für die Wangerländer „im Exil“ eine nahezu perfekte Saison. Die drei Spieler trugen mit ihren Toren und Qualitäten entscheidend dazu bei. Da ‚Nicky‘, Jesko und ‚Lu‘ neben ihrem C-Jugend-Engagement beim Bezirksligisten HFC auch die B-Junioren der JSG Wangerland per Zweitspielrecht in der 1. Kreisklasse unterstützten, kamen im Verlauf des Jahres viele Spiele zusammen. Die Sommerpause ist nun genauso hochverdient wie der Doublesieg.

Schmöckel: Ein Menschenleben ist mit Geld nicht aufzuwiegen

Hooksiel (22. 6. 2025) – Jetzt aber … das neue Rettungsboot der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Wangerland ist offiziell in Betrieb genommen worden. Am Samstag taufte die angehende Rettungsschwimmerin Kim Rosendahl das sechs Meter lange und 2,35 Meter breite Boot im Alten Hafen von Hooksiel mit dem Inhalt einer Flasche Sekt auf den Namen „Otto Gehrke“.

Die Hooksielerin Kim Rosendahl taufte im Alten Hafen das neue Rettungsboot der DLRG Wangerland auf den Namen „Otto Gehrke“. Neben ihr der zweite Vorsitzende der Ortsgruppe, Arne Schmöckel. Foto: hol

Arne Schmöckel, zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe, erinnerte vor zahlreichen Gästen an das langjährige Wirken des verstorbenen Vorstandsmitgliedes, dessen Verdienste um die DLRG mit der Namensgebung gewürdigt werden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, an der neben Landrat Sven Ambrosy und Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Alice Brandenburg-Bienek DLRG-Mitglieder, Sponsoren und Vertreter der Feuerwehr teilnahmen, stand aber das neue Boot.

Spender unterstützen Projekt

Die „Otto Gehrke“ hat ihre Leistungsfähigkeit bereits unter Beweis gestellt. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Lebensretter damit erste Einsätze an den Stränden im Wangerland gefahren – allerdings stellte sich dann heraus, das hier und dort noch Nachbesserungsbedarf an dem Aluminium-Bootskörper bestand. Diese Schwachstellen hat der Hersteller inzwischen behoben. Der Vorteil für die DLRG, so der Leiter Einsatz Thorsten Knebel: „Wir wissen schon, dass wir ein tolles Boot bekommen.“

„Gute Technik kostet auch viel Geld“, sagte Schmöckel. „Aber ein Menschenleben ist ja mit Geld nicht aufzuwiegen.“ Und Menschen aus Lebensgefahr zu retten, das ist genau die Aufgabe der „Otto Gehrke, die rund 63.000 Euro gekostet hat – ohne Motor, der vom Vorgängerboot übernommen wurde. Spenden von Stiftungen, Service-Clubs, Unternehmen und Privatleuten hätten davon rund 18.500 Euro abgedeckt. 

DLRG Teil des Katastrophenschutzes

Landrat Ambrosy unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung der DLRG für die Tourismusregion. Allein in Friesland habe die Rettungsorganisation 6000 Mitglieder. Die DLRG sei Teil des Katastrophenschutz-Zuges des Landkreises und arbeite hier eng zum Beispiel mit den Feuerwehren, dem THW und dem DRK zusammen. „Eine solche Zusammenarbeit ist andernorts keineswegs selbstverständlich“, hob Ambrosy hervor. 

Nach der Taufe drehten Bootsführer der DLRG mit der „Otto Gehrke“ ein paar Runden im Hooksmeer. Foto: hol

Im Wangerland schützen DLRG Mitglieder mit ihren beiden Booten die Schwimmer an den Badeständen während der gesamten Saison von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Hochwasser. In Notfällen müssen die Lebensretter zudem innerhalb von 15 Minuten mit ihren Booten im Wasser sein. „Das bekommen wir gut hin“, versichert Knebel. „Die Bootsführer seien dafür in ständiger Bereitschaft und die Boote würden voll ausgerüstet in der Marina in Hooksiel und im Wangertief bei Horumersiel liegen.

Neue Einheit geplant

Knebel denkt bereits an die nächsten Projekte. So wird die DLRG eine „Strömungsretter-Einheit“ aufstellen, die darauf spezialisiert sein wird, Menschen aus Gewässern mit starker Strömung zu retten. Allein die persönliche Ausrüstung dafür kosten rund 1000 Euro je Retter. Zudem müssten in absehbarer Zeit etliche Rettungswesten neu beschafft werden. Kurzum: Es gibt immer noch genügend Möglichkeiten für Spender, die DLRG im Wangerland sinnvoll zu unterstützen.

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Sielortfete mit Udo, Abba und den Geissens

Zeigen sich zufriedne mit dem Verlauf der Sielortfeste: Mario Kran (links; und Frank Hensel. Foto: hol

Horumersiel (22. 6. 2025) – Super Wetter, gute Musik, tolle Stimmung – die Chef-Organisatoren der Sielortfete in Horumersiel, Frank Hensel und Mario Krar, waren zufrieden. Auf dem Dorfplatz tummelten sich am Samstag Abend mehrere Hundert Gäste und Einheimische und schwoften zur Musik der Hamburger Coverband „Das Fiasko“, die die Originale nicht nur musikalisch, sondern auch optisch interpretierten.

So traten unter anderem Udo Lindenberg, Abba, Marianne Rosenberg und sogar die Geissens auf der Showbühne auf. Illusion pur. Dem Publikum hat es ebenso gut gefallen wie die sonstigen Angebote des traditionellen Festes, das noch bis zum heutigen Sonntag gefeiert wird. Ein maritimer Höhepunkt: die Neptuntaufe mit Wieland Rosenboom in der Rolle des Meeresgottes. 

Die Band „Das Fiasko“ sorgte für Stimmung auf dem Dorfplatz in Horumersiel. Foto: hol

Rat legt den Weg fest: WTG soll sich in Eigenregie sanieren

Wangerland/Hooksiel (20.6. 2025) – Die Wangerland Touristik GmbH (WTG) geht in die Insolvenz. Der Rat der Gemeinde Wangerland hat am Donnerstagabend in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen, zu versuchen, das gemeindeeigene Tourismusunternehmen in einer Insolvenz in Eigenregie zu sanieren. „Ziel ist es, durch das Verfahren eine nachhaltige wirtschaftliche Fortführung der Gesellschaft unter Wahrung der Interessen der Gläubiger und der Gemeinde zu erreichen“, heißt es in einer heute Vormittag verbreiteten Pressemitteilung der WTG.

Gehälter vorerst sicher

Die WTG mit Sitz in Horumersiel ist mit rund 180 Mitarbeitern das wichtigste Unternehmen der Gemeinde. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem der Betrieb der beiden Großcampingplätze in Hooksiel und Schillig, der beiden Hallenbäder in Hooksiel und Horumersiel sowie das komplette touristische Marketing samt der Organisation eine Veranstaltungsprogramms. Maßgeblich die finanzielle Schieflage des Unternehmens verursacht hat der Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel, das im vergangenen Jahr eröffnet worden ist. Die Baukosten waren von 8,7 auf zuletzt geschätzte 23 Millionen Euro gestiegen. Eine Endabrechnung liegt noch nicht vor.

Die Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert, betont die WTG. Die Beschäftigen seien hoch motiviert und willens, den Sanierungsprozess zu unterstützen.

Gästehaus Hooksiel
Inwieweit der Betrieb des Gästehauses in Hooksiel von der notwendigen Sanierung der WTG betroffen ist, ist noch ungewiss. Archiv-Foto: hol

WTG-Geschäftsführer Torsten Riedel: „Die Situation ist nicht leicht. Die finanzielle Lage ist eine Herausforderung. Mit dem Antrag auf Eigenverwaltung schaffen wir die notwendigen rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, um unsere Zukunftsfähigkeit aktiv und verantwortungsvoll sicher zu stellen.“

Interessen der Gläubiger im Blick

Mit der eigenverwalteten Sanierung kann der Geschäftsbetrieb der WTG weiterlaufen. Das gilt für alle laufenden Projekte ebenso wie für die Gästebetreuung, das Marketing und die regionalen Kooperationen. Geschäftsführer Riedel bleibt im Amt. Er wird vom Sanierungsexperten Dr. Christian Kaufmann von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH (Oldenburg) als Generalbevollmächtigter unterstützt. „Ferner wird ein Sachwalter eingesetzt, der die Sanierung konstruktiv begleitet und sicherstellt, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt bleiben“, so die WTG.

Sanierungskonzept in Arbeit

In den kommenden Wochen sollen die finanziellen Rahmenbedingungen der WTG geprüft und ein umfassendes Sanierungskonzept zur Neuaufstellung des Unternehmens verfeinert und umgesetzt werden. Kaufmann: „Wir werden eine umfassende Prüfung und Anpassung aller Verträge sowie eine Optimierung der Abläufe und Kostenstrukturen umsetzen.“ 

Angaben dazu, was das für das TMS oder die Einrichtungen der WTG in Hooksiel wie das Hallenwellenbad und das Gästehaus bedeutet, machte das Unternehmen noch nicht. Offen ist auch, in welchem finanziellen Rahmen die Gemeinde als 100-prozentige Gesellschafterin der WTG helfen muss. Aber, so eine Zusage: „Alle Gläubiger werden in die transparente und kooperative Sanierungsstrategie eingebunden.“

Zum PLUTA-Sanierungsteam gehören neben Dr. Kaufmann Rechtsanwalt André Gildehaus und die Wirtschaftsjuristin Nicole Neumerkel. Zudem werde die WTG betriebswirtschaftlich und in Sachen Sanierungskonzept von Wirtschaftsprüfer Tobias Kersten von der FIDES Corporate Finance GmbH unterstützt.