Hooksiel (13. 2. 2023) – Trocken gelegte Schleusen sieht man nur selten. Die Gelegenheit dazu bietet sich technisch Interessiere aktuell an der Hooksieler Seeschleuse. Das Wasserbauwerk wird auf Herz und Nieren geprüft. Im Verlauf der nächsten zwei bis drei Jahre soll die Schleuse, die 1975 erbaut wurde, von Grund auf saniert werden.
Der Zustand der Schleuse am Hooksieler Außenhafen wird derzeit begutachtet. Dafür wurde die Schleusenkammer trocken gelegt. Foto: hol
Um den technischen und baulichen Zustand begutachten zu können, wurde die Schleuse Mitte Januar trocken gelegt. Die Trockenphase wurde zum einen für Wartungsarbeiten wie die Reinigung der Schleusentore sowie kleinere Reparaturen genutzt. Diese Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. „Darüber hinaus wird eine Bestandsaufnahme für den Stahlwasserbau beziehungsweise eine Bauwerksprüfung durchgeführt, die Grundlage für ein Sanierungskonzept ist, das im Laufe des Jahres erstellt werden soll“, teilte die landeseigene Hafengesellschaft NPorts auf Anfrage von „Hooksiel-life.de“ mit.
Konkret gehe es dabei vor allem um die Elektrik, die Hydraulik und den Stahlwasserbau. Im vergangenen Jahr war bereits einer der Hydraulikzylinder ausgefallen, mit deren Hilfe die Schleusentore bewegt werden.
Dem Land Niedersachsen gehört die Schleuse. Betrieben wird sie von der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG). Der reibungslose Betrieb der Schleuse ist nicht nur für den Küstenschutz und die Wasserstands-Regulierung im Hooksmeer wichtig. Neben einigen Fischern und Kunden der Hooksieler Werft passiert das Bauwerk von Frühjahr bis Herbst eine vierstellige Zahl von Seglern und sonstigen Freizeitskippern auf dem Weg von ihren Liegeplätzen im Hooksmeer zur Nordsee.
Die Arbeiten samt Flutung der Schleuse werden voraussichtlich bis Ende der Woche abgeschlossen sein. Bis dahin bleibt die Straße über die Schleuse gesperrt.
Maritim, regional, kindgerecht: Sylvia Dunker, Leiterin der WTG-Büchereien in Hooksiel und Horumersiel, hofft darauf, dass künftig auch wieder mehr Einheimische die Angebote nutzen. Foto: hol
Hooksiel (12 .2.2023) – Die Corona-Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen. Auch in den Büchereien der Wangerland Touristik GmbH (WTG) in Hooksiel und Horumersiel. Die Besucherzahlen sind deutlich eingebrochen. Sylvia Dunker, seit 2021 Leiterin der beiden Bildungseinrichtungen, hat sich vorgenommen, zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen diesen Trend umzukehren. Dabei setzt sie nicht nur auf Urlauber, sondern vor allem auch auf die Einheimischen.
Beide Büchereien der WTG sind längst zu einer Einheit zusammengewachsen. Insgesamt stehen den Nutzern rund 7300 Medien zur Verfügung, die unabhängig vom Standort ausgeliehen und wieder abgegeben werden können. Der Bestand umfasst zum einen gedruckte Bücher (überwiegend Unterhaltungs-Literatur, Kinder- und Jugendbücher), Hör-Bücher und Hör-CD. Zum anderen setzen die Büchereien auf Digitalisierung. Sylvia Dunker nennt ein Beispiel: „Wir haben Dank einer Förderung durch den Deutschen Bibliotheksverband 200 Tonie-Figuren und einige Tonie-Boxen anschaffen können. Die können hier bei uns gehört oder auch ausgeliehen werden.“
Tonies stehen vor allem bei Kindern hoch im Kurs. Die kleinen Figuren stellt man auf eine Tonie-Box, um unterschiedlichste Inhalte hören zu können: Lieder, Hörspiele, Geschichten oder auch Wissenswertes. Bevor Eltern die Entscheidung treffen, sich die nicht ganz billigen Figuren samt Box anzuschaffen, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Test-Ausleihe in der Bücherei. Dasselbe gilt für „Sami“, von denen die WTG-Büchereien jetzt zwei in ihrem Bestand aufgenommen haben. Diese digitalen „Lesebären“ werden an Kinderbücher gekoppelt und lesen den Kleinen ab drei Jahren daraus Geschichten vor.
Schon fast klassisch mutet da das „Bilderbuch-Kino“ an, das sich ebenfalls gezielt an Kinder wendet. „Wir habe einen neuen Beamer und eine neue Leinwand bekommen“, berichtet die Büchereii-Leiterin. Dadurch werden die aus den Büchern an die Wand geworfenen Bilder noch imposanter. Investiert hat die WTG zudem in eine neue Bibliotheks-Software sowie in die Vorbereitung der „Onleihe“, die es den Nutzern der Bücherei ab September ermöglichen soll, zum Beispiel E-Books von zu Hause aus zu lesen.
Urlauber leihen sich Bücher meist zum Zeitvertreib aus. Sylvia Dunker versteht ihre Büchereien aber auch als Bildungseinrichtung. Zum Beispiel werden Medienpakete zu bestimmten, aktuellen Themen zusammenstellt. Auf der Wunschliste des Bücherei-Teams steht zudem die Wiederbelebung von Kooperationen mit Schulen, Kindergärten oder auch Altersheimen und Vereinen, die in Corona-Zeiten zum erliegen gekommen sind. „Wer daran Interesse hat, kann sich gern bei uns melden.“
Bei der Betreuung der Kunden in Hooksiel wird Sylvia Dunker von Renate Kallweit und Christa Löber-Pabst unterstützt. Geöffnet hat die im Gästehaus untergebrachte Einrichtung montags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr. Die Jahresgebühr für einen Leseausweis beträgt für Einheimische 10 Euro, für Urlauber 5 Euro. Wangerländer Kinder (bis 14 Jahre) können die Medien kostenlos nutzen.
Hooksiel/Wangerland (12. 2. 2023) – „Ein Windkraft-Turbo sieht anders aus“, kritisiert die Wangerländer Landtagsabgeordnete Katharina Jensen (CDU). Sie reagiert damit auf die Mitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums, dass im Landkreis Friesland bis 2026 0,46 Prozent der Fläche für die Nutzung von Windenergie zur Verfügung gestellt werden soll.
„Friesland hat seine Hausaufgaben längst gemacht“, so Jensen. „Mit rund 0,8 Prozent, rund 781 Hektar, der Flächen im Kreis als Vorranggebiet Wind sind die von der rot-grünen Landesregierung vorgegebenen Ausbauziele Stand heute längst übererfüllt.“ Das jetzt von Umweltminister Christian Meyer (Grüne) verkündete Ausbauziel mache sie und die Windbauern im Wangerland eher ratlos, zumal das Umweltministerium bislang keine Informationen dazu gegeben hat, was die Grundlagen für die Soll-Zahlen sind.
Im Landesdurchschnitt sollen 2,2 Prozent der Flächen für der Windkraft bereit gestellt werden. Das niedrige Ausbauziel für Friesland, so befürchtet die Abgeordnete, könne sogar den gegenteiligen Effekt haben und die Motivation der Kommunen dämpfen, weitere Flächen für die Windkraft-Nutzung zur Verfügung zu stellen.
„Damit der Turbo wirklich zündet, braucht es dringend Bürokratieabbau und eine zusätzliche Motivation für die Städte und Gemeinden, weitere Flächen für Windkraft auszuweisen“, stellte die CDU-Politikern nach einem Besuch bei den Geschäftsführern der Bassens-Windpark Verwaltungs-GmbH im Wangerland, Johann Ortgies, Fritz Ortgies und Finn Harms-Janßen, fest.
Für Katharina Jensen ist mit Blick auf die angestrebte Energiewende klar: „Wir wollen und brauchen weitere Windkraftanlagen in Friesland.“ Derzeit hätten eine Reihe von Kommunen in Friesland, darunter auch die Gemeinde Wangerland, Bauleitverfahren auf den Weg gebracht, um nach weiteren Windenergie-Flächen su suchen. „Diese Dynamik darf sich jetzt nicht abschwächen, nur weil Friesland die Flächenziele nach Landesvorgabe bereits erreicht hat“, so Jensen.
Die Verantwortlichen für den Windpark Bassens sehen eine Reihe von Aufgaben für die rot-grüne Landesregierung, um den Windkraft-Ausbau tatsächlich zu beschleunigen. Beim erforderlichen Bürokratieabbau gehe es weniger um die Genehmigungsverfahren, die meist in wenigen Monaten abgewickelt seien. Aber potenzielle Windkraft-Projektierer müssten schon im Vorfeld eine Unmenge an Unterlagen, Studien und Untersuchungen einreichen, damit die Verfahren rechtssicher ablaufen können. Um den Windenergie-Turbo zu zünden, müsse daran angesetzt werden „Da geht es auch um Umwelt- und Artenschutz“, so Katharina Jensen. „Auch hier muss sich das grüne Umweltministerium bewegen, wenn die Energiewende zeitnah gelingen soll.“
Hooksiel/Friesland (12. 2. 2023) – Eine Vielzahl von Fahrradwegen im Landkreis Friesland müssen ausgebaut, neu beschildert oder verkehrssicher gemacht werden. Entsprechenden Handlungsbedarf haben vom Kreis bestellte Gutachter auch in Hooksiel und Umgebung festgestellt. Ob und wann die Schwachstellen im Radwegenetz angepackt werden, steht allerdings in den Sternen.
Radknotenpunkt Hooksiel: Leider sind nicht alle ausgeschilderten Wege in einem baulichen Zustand, dass man sie gern befahren würde. Foto: hol
Philipp Herzog und Robin Frömmer vom Stadt- und Verkehrs-Planungsbüro Kaulen (Aachen) haben in diesen Tagen den Entwurf des „Integrierten Radverkehrskonzeptes“ für den Landkreis Friesland vorgestellt, in dem fast zwei Jahre Vorarbeit steckt. Mit Blick darauf, dass der Radverkehr mit schnellen E-Bikes und Lastenrädern ein wichtiger Baustein der Mobilitätswende (weg vom Auto) sein kann, haben sich die Fachleute 459 Kilometer Radwege im Kreis angesehen, von denen 136 Kilometer entlang von Kreisstraßen verlaufen. Kleinere Radverbindungen in den einzelnen Orten blieben dabei außen vor. Der Anspruch des Konzepts: Den Bestand an Radwegen erfassen, deren Qualität bewerten und Vorschläge für ein alltagstaugliches Radweg-Basisnetz und so genannte Rad-Vorrangrouten (Fahrradstraßen) erarbeiten.
Mit betrachtet wurden Verkehrsknotenpunkte, an denen Fußgänger, Radfahrer, Bus und gegebenenfalls Bahn, Car-Sharring- sowie Taxis-Stationen aufeinander treffen. Wichtig auch – gerade angesichts der steigenden Zahl von hochwertigen Fahrrädern – die Rad-Abstellanlagen. Frömmer: „Es gibt da schon positive Beispiele, aber auch noch viele Felgenkiller.“ Unter Felgenkillern versteht man Fahrradständer, in die lediglich die Vorderräder eingestellt und angeschlossen werden können. Fällt das Rad, nimmt die Felge Schaden.
Aus ihren Erkenntnissen haben die Gutachter Maßnahmenlisten für alle friesischen Kommunen erarbeitet. Die einzelnen Verbesserungsvorschläge werden nach Priorität sortiert und mit Kostenschätzungen hinterlegt. Höchste Dringlichkeit hat die Beseitigung von Gefahrenstellen, kurzfristig angegangen werden sollten zum Beispiel Mängeln an Schulwegen oder an Querungsstellen. Häufig geht es nur um eine Beschilderung, oft aber auch um bauliche Maßnahmen.
Als großen Schwachpunkt im Raum Hooksiel haben die Gutachter die Radweglücke entlang der Landesstraße 812 von Waddewarden nach Schmidtshörn zur L 810 ausgemacht. Wann die Lücke geschlossen wird, liegt aber nicht in der Hand des Landkreises. Der Radweg müsste vom Land Niedersachsen gebaut werden.
Schlecht beschildert, nicht benutzerfreundlich und im Bereich des Übergangs über die Bäderstraße sogar gefährlich ist nach Ansicht der Fachleute der Radweg von der Viethstraße kommend entlang der zweien Deichlinie bis zum Campingplatz Hooksiel und weiter in Richtung Horumersiel. Die Querung müsste auf jeden Fall besser ausgeschildert werden. Für Radler mit Kinder-Anhänger oder Lastenrädern derzeit kaum zu passieren sind die Schaf-Schutzgatter am Deich.
Handlungsbedarf gibt es auch im Bereich der Ortsdurchfahrt vom Kreisel kommend in Richtung Wilhelmshaven. Der Radweg am Pakenser Altendeich (ebenso wie der entlang der Bäderstraße) ist viel zu schmal, die Oberfläche zum Teil marode und die Beschilderung im weiteren Verlauf mangelhaft. Ein brauchbarer Radweg sollte mindestens 2,5 Meter breit sein, Radvorrangrouten 3,5 Meter.
Mischverkehr auf den Straßen empfehlen die Gutachter nur, wenn die Radfahrer Vorrang haben oder der Autoverkehr maximal Tempo 30 fahren darf. Insofern, so Frömmer, sei der Radweg durch den Ort über Friesenstraße, am ZOB vorbei in die Nee Straat bis zum Alten Hafen zwar okay, aber längst nicht optimal. Die Gutachter empfehlen hier, auf der Radvorrangroute, eine „Fahrradstraße“ auszuweisen, auf der Radler Vorrang und auch Vorfahrt hätten.
Die Beratung des „Radverkehrskonzeptes“ in den politischen Gremien des Landkreises läuft in den nächsten Tagen an. Dabei geht um viel Geld. Auf bis zu 90 Millionen Euro haben die Gutachter die reinen Baukosten für die von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen veranschlagt – ohne Planungs- und Grunderwerbskosten. Dennoch, so versicherte Landrad Sven Ambrosy bei der Präsentation des Konzeptes, werde die Kreisverwaltung die Umsetzung sehr ernst nehmen, zumal die Kosten sich über eine Reihe von Jahren verteilen, hohe Förderzuschüsse möglich und einige Projekte auch schon auf den Weg gebracht sind. Für dieses Jahr etwa plant der Landkreis unter anderem den Baubeginn für den Radweg von Waddewarden nach Sillenstede.
Hooksiel (8. 2. 2023) – Die Corona-Pandemie ist abgesagt. Lockdowns sind Geschichte, Schutzmaßnahmen werden eingeschränkt, die Maskenpflicht weitgehend aufgehoben. Die Änderungen spiegeln sich auch in der Coronavirus-Testverordnung. Der Anspruch auf kostenlose Bürgertests, schon aktuell deutlich eingeschränkt, läuft zum Ende dieses Monats aus. Das betrifft auch das Hooksieler „Test drive-in“ hinter der Tankstelle. Betreiber Frank Hensel: „Wir werden unsere Station zum 28. Februar schließen.“
Die Korona-Teststation Hooksiel wird Ende Februar geschlossen. Auf dem Bild: Betreiber Frank Hensel mit seiner Mitarbeiterin Eva Kruizinga. Foto: hol
Ohne die Kostenerstattung von zuletzt 6 Euro je Untersuchung lasse sich die Teststation nicht mehr wirtschaftlich betreiben, sagt Hensel. Schon in den vergangenen Monaten hatten lediglich noch Besucher von Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen sowie Alten- und Pflegeheimen Anspruch auf einen kostenlosen Test. In Hooksiel waren das zwischen 10 und 20 Personen am Tag. Wer seinen Corona-Stand aus anderen Gründen kompetent überprüfen lassen wollte, musste selbst zahlen. „Aber Selbstzahler lassen sich an einer Hand abzählen“, so Hensel.
Der Wangerländer Unternehmer hatte die Station am 22. Dezember 2021 zusammen mit dem Tierarzt Dr. Hans-Ulrich Müller eröffnet, mitten in der Hochzeit der Pandemie. Zunächst wurde die Station acht Stunden, die vergangenen Wochen nur noch vier Stunden am Tag betrieben. Insgesamt seien mit den Tests über die Monate zwölf 450-Euro-Kräfte betraut gewesen.
Aus Sicht des Nutzers ein reibungsloser Ablauf: Mit dem Auto vorfahren, Fensterscheibe herunter lassen, den Meldebogen mit den persönlichen Daten und dem Grund für den Test ausfüllen. Schon rührt das Teststäbchen durch die Nase. Und weg. Das Testergebnis kommt aus der Station per Nachricht aufs Handy: Negativ oder positiv. Im Fall von positiven Ergebnissen schließt sich ein genauerer PCR-Test in einem Labor an – und bis vor wenigen Wochen für die Betroffenen eine Reihe von Auflagen.
Nicht immer löst die Corona-Nachricht Freunde aus. So etwa bei der Dame, die eigentlich ihre Tochter besuchen und mit der ein Konzert besuchen wollte. „Das können Sie mit einem positiven Bescheid nicht machen …“, so der telefonische Auskunft aus der Teststation. Reaktion der enttäuschten Dame: „Okay, aber vielleicht kann ich die Bahnkarten noch umtauschen. Jetzt muss ich Schluss machen. Mein Bus fährt gleich.“
„Insgesamt hatten wir bei uns vergleichsweise wenig positive Testergebnisse“, schildert Hensel. Und heute, so seine Überzeugung, wissen schon die meisten Bürger gar nicht mehr, was es für sie bedeutet, wenn sie positiv getestet sind. „Wer vernünftig ist, sondert sich natürlich weiterhin so gut es geht von anderen ab. Aber sonst?“
„Auch wenn wir optimistisch auf das Frühjahr zugehen, bitte ich alle Menschen in Niedersachsen darum, Krankheitssymptome ernst zu nehmen und sich weiterhin verantwortungsbewusst zu verhalten“, hat vor wenigen Tagen Niedersachsens neuer Gesundheitsminister Andreas Philippi gesagt. Und: „Wer sich krank fühlt, dem rate ich zu einem Selbsttest und einem Gespräch mit der Hausarztpraxis.“
Hausärzte und Apotheker sollen künftig auch die Corona-Tests übernehmen. Falls erforderlich. Experten gehen davon aus, dass Ansteckungen mit dem Corona-Virus einen epidemischen Verlauf nehmen werden. Soll heißen: Corona bleibt und wird – ebenso wie die Grippe – saisonal immer wieder mehr oder weniger Menschen befallen. Gerade für ältere und schwächere Menschen bleiben Schutzmaßnahmen wichtig. Die Krankheit ist weiterhin potenziell tödlich, auch wenn Immunsysteme und Krankenhäuser inzwischen besser auf das Virus reagieren können. Die Verantwortung für Schutzmaßnahmen liegt aber künftig nicht mehr beim Staat, sondern bei jedem einzelnen.
Insgesamt sind in Niedersachsen nach der offiziellen Statistik bislang 13 340 mit oder an Corona gestorben. Über 3,8 Millionen Menschen im Land waren bislang an dem Virus erkrankt. Über 80 Prozent sind zumindest einmal geimpft. Aber immer noch gibt es täglich Neuerkrankungen. Die Inzidenz, die die Zahl der Neuerkrankten je 100 000 Einwohnern angibt, lag heute im Landkreis Friesland bei 65,7, in der Stadt Wilhelmshaven bei 154,6. Allerdings, so Kritiker, gebe es eine große Dunkelziffer, auch weil kaum noch zuverlässig dokumentierte Corona-Tests vorgenommen werden.
Falls der Testbedarf im Herbst wieder ansteigen wollte, steht Frank Hensel bereit. „Ich sehe kein Problem darin, unsere Teststation bei Bedarf wieder einzurichten.“
Hooksiel/Wilhelmshaven (9.2.2023) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit Sitz in Berlin sieht sich in ihrer Einschätzung bestätigt, dass der Biozid-Einsatz am LNG-Terminal in Wilhelmshaven unvereinbar mit der geltenden Gesetzgebung ist und eine Gefahr für Mensch und Natur darstellt. Ein von dem Umweltschutzverband in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zudem zu dem Schluss, dass Dauerchlorierung nicht mehr „Stand der Technik“ ist. Die DUH fordert, die Genehmigung zur Einleitung von Chlor-Biozid zurückzunehmen und eine Nachrüstung des Terminalschiffs anzuordnen
Die Deutsche Umwelthilfe sieht im Betrieb des LNG-Regasifizierungsschiffes „Höegh Esperanza“ eine Gefahr für Fischerei, Natur und Gesundheit. Die Technik müsse nachgerüstet werden. Foto: NPorts
In dem seit Ende Dezember in Wilhelmshaven liegenden Regasifiziergunsschiff „Höegh Esperanza“ wird – wie mehrfach berichtet – minus 162 Grad kaltes Flüssigerdgas (LNG) durch den Einsatz von Seewasser erwärmt, damit es wieder gasförmig wird und ins Pipelinenetz eingespeist werden kann. Bei dem Verfahren kommt Chlor zum Einsatz, dass verhindern soll, dass sich Muscheln, Seepocken oder Schnecken in den Rohrleitungen des Schiffes festsetzen. Die Folge: Es werden Biozide ins Meer eingelassen, deren Menge nach Ansicht des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) als Genehmigungsbehörde allerdings unterhalb der zulässigen Grenzwerte liegt.
Nach Ansicht der DUH gefährdet die Dauerchlorierung dennoch die lokale Fischerei und die Natur im Nationalpark Wattenmeer. Untermauert wird der Vorwurf durch ein Gutachten des Labors für limnische, marine Forschung und vergleichende Pathologie (LimnoMar). Die heute veröffentlichte Analyse lege dar, dass der kontinuierliche Einsatz der Elektrochlorierung zudem in Konflikt mit deutscher und europäischer Gesetzgebung stehe und auf EU-Ebene nicht zugelassen ist, sondern sich lediglich in Prüfung befinde, heißt es in einer heute verbreiteten Erklärung.
Die DUH fordert den NLWKN auf, die die Genehmigung für die Einleitung von Chlor zurückzunehmen und eine Nachrüstung des Terminalschiffs „Höegh Esperanza“ anzuordnen. Sollte der NLWKN untätig bleiben, will der Umwelt- und Verbraucherschutzverband auf Grundlage des Gutachtens rechtliche Schritte in die Wege leiten.
Dr. Burkhard Watermann, Geschäftsführer von LimnoMar und Autor des Gutachtens, hält die Genehmigung der Dauerchlorierung auf Grundlage von Modellrechnungen für fahrlässig. „Ein biologisches Rückstands- und Effektmonitoring sollte unverzüglich im Einflussbereich der Abwässer des LNG-Terminalschiffs begonnen werden“, rät der Wissenschaftler. Auch derartige Beobachtungsstudien war im Vorfeld der Genehmigung verzichtet worden, um mit Blick auf die ausbleibenden Lieferungen von russischem Pipeline-Erdgas möglichst schnell Erdgas per Schiff importieren zu können.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, beklagt, dass in Wilhelmshaven weiter Schnelligkeit über Sicherheit und Umweltschutz gestellt werde. Es sei ein großes Versäumnis, dass Alternativen zu der an Bord der „Höegh Esperanza“ eingesetzten umweltschädlichen Elektrochlorierung nicht einmal geprüft worden seien. Eine denkbare Alternative wäre ein Reinigungsverfahren, das auf Ultraschall-Basis arbeitet.
Hooksiel (8. 2. 2023) – Das so genannte Interessen-Bekundungsverfahren für das Meerwasser-Hallenwellenbad in Hooksiel ist abgeschlossen. Bis heute konnten sich private Investoren melden, die eine (Mit-)Nutzungsidee für das über 40 Jahre alte Bad haben – und sich im Gegenzug an den Sanierungskosten beteiligen würden.
Wie der Hooksieler Ratsherr Holger Ulfers heute gegenüber „Hooksiel-life“ auf Anfrage sagte, habe sich ein Interessent bei der Gemeinde Wangerland gemeldet. Um wen es sich dabei handelt, wollte der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion nicht sagen. Er habe auch noch keine Vorstellung davon, wie ernst diese Bekundung zu nehmen sei. Details dazu und zum weiteren Vorgehen werde man in den nächsten Tagen in den Gremien der Gemeinde besprechen.
Das Interessen-Bekundungsverfahren hatte die Gemeinde Wangerland auf Initiative der „Bürgerinitiative zur Rettung des Hallenwellenbades“ auf den Weg gebracht. Hintergrund waren Gutachten zum Sanierungsstau in dem bei Urlaubern und Einheimischen beliebten Shwimmbad. Die Sorge: Falls der Investitionsbedarf die finanziellen Möglichkeiten der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH übersteigen sollte, droht dem Bad das Aus.
Aktuell ist das Bad wegen der Energiekrise geschlossen. Erste Nachuntersuchungen haben ergeben, dass nicht alle von den Gutachtern beschriebenen Mängel so dramatisch sind wie zunächst befürchtet. Insgesamt sei das Bad in einem ordentlichen, seinem Alter entsprechenden Zustand.
Die WTG plant mit einer Wiedereröffnung frühestens Ende März. Derzeit werden noch Revisionsarbeiten in dem Schwimmbad vorgenommen. Aus den Gesprächen mit einem privaten Ko-Investor versprechen sich die Verantwortlichen bei der Gemeinde auch Erkenntnisse darüber, inwieweit der dauerhafte Betrieb des Bades wirtschaftlich vertretbar ist. Vor einer offiziellen Kooperation mit einem Investor müsste diese Beteiligung wohl auch noch europaweit ausgeschrieben werden.
Hooksiel (7. 2. 2023) – Die Idee ist so einfach wie einleuchtend: Die Gemeinde Wangerland weist alle Ortslagen als Tempo-30-Zonen aus und hätte mit diesem Tempolimit sowohl etwas für den Klimaschutz als auch für die Sicherheit getan. Schnell, sinnvoll, unbürokratisch? So tickt Deutschland noch lange nicht. Trotz der viel besungenen neuen „Deutschland-Geschwindigkeit“ bei Infrastruktur-Projekten.
Aktuell gibt es bereits eine „Tempo-30-Zone“ im Kern von Hooksiel. Die Geschwindigkeit-Beschränkung auf den gesamten Ort auszudehnen, ist rechtlich derzeit kaum möglich. Foto hol
Für verkehrsregelnde Maßnahme ist stets die Verkehrsbehörde zuständig. „Also für das Gebiet der Gemeinde Wangerland der Landkreis Friesland“, heißt es aus dem Kreishaus in Jever auf Anfrage von „Hooksiel-life“. Das gilt für das Ausweisen von Geschwindigkeits-Beschränkungen für bestimmte Strecken ebenso wie für „Tempo-30-Zonen.
Rechtsgrundlage ist jeweils die Straßenverkehr-Ordnung (StVO), eine Bundesrechtsverordnung, die nur durch den Bund im Einvernehmen mit den Ländern in Form des Bundesrates geändert werden kann. Nach der StVO, so erläutert die Verkehrsbehörde beim Landkreis, ist eine Geschwindigkeits-Beschränkung immer dann möglich, wenn eine so genannte„qualifizierte Gefahrenlage“ vorliegt.
Ob und wo die vorliegt, stellte die Verkehrsbehörde unter Beteiligung der Polizei und des Straßenbaulastträgers (Bund, Land oder Kommune) fest. Dabei seien dann die konkreten örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen wie etwa die Unfallhäufigkeit, Verkehrserhebungen oder andere Beobachtungen, die für eine Absenkung der zulässigen Geschwindigkeit sprechen könnten. Ausnahme von dieser Regel gebe es innerorts etwa vor Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Hier müsse die „qualifizierte Gefahrenlage“ nicht extra geprüft werden.
Etwas komplizierter ist es noch, Tempo-30-Zonen auszuweisen. Die Voraussetzungen für „Tempo-30-Zonen“ sind in der StVO und den dazugehörigen Verwaltungsvorschriften geregelt. Sie sind grundsätzlich nur innerorts zulässig. Auf Vorfahrtsstraßen ebenso wie auf Kreis-, Landes- oder Bundesstraßen sind „Tempo-30-Zonen“ niemals zulässig.
Die StVO (Paragraph 45) weist einen langen Katalog von Gründen aus, die die Verkehrsbehörden im Einvernehmen mit den Kommunen ermächtigen, „Tempo-30-Zonen“ etwa in Wohngebieten jenseits der Hauptverkehrsstraßen einzurichten. Der Klimaschutz gehört nicht dazu.
Sehr wohl aber der Schutz der „Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen“. Insbesondere in Kurorten und „Erholungsorten von besonderer Bedeutung“. Also zum Beispiel in Hooksiel, Horumersiel und Schillig? Klar ist aber, dass innerhalb einer Tempo-30-Zone generell die Vorfahrtsregel „rechts vor links“ gilt und es dort keine Ampeln geben darf – mit Ausnahme von Fußgängerampeln.
Die Verkehrsbehörde des Landkreises Friesland unterstreicht die Bedeutung der so genannten „flächenhafte Verkehrsplanung“ der Gemeinde bzw. Stadt für die Ausweisung von „Tempo-30-Zonen“. Mit dieser Planung werde das Vorfahrtstraßennetz definiert. Hierbei ist die Polizei zu beteiligen. Die Verkehrsbehörde übernehme letztlich die formelle Prüfung, ob alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind.
Was bedeutet das für den Vorschlag: Generell Tempo 30 in allen Ortslagen im Wangerland? Nach aktueller Rechtslage wäre das nicht zulässig. Andererseits könnten wohl deutlich mehr und großflächigere Tempo-30-Zonen im Gemeindegebiet ausgewiesen werden, wenn die Gemeinde im Verbund mit Verkehrsbehörde und Polizei den Mut dazu hätte, die Vorfahrtsregelungen entsprechend zu ändern.
Das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel ohne Wasser. Interessiere können das Bad am Freitag genau inspizieren. Foto: WTG
Hooksiel (6. 2. 2023) – Sie wollten schon immer einmal einen Blick hinter die Kulissen eines Schwimmbades werfen? Oder in einem leeren Schwimmbecken spazieren gehen? Die Wangerland Touristik GmbH macht es möglich.
Am Freitag, 10. Februar, starten in der Zeit von 14 bis 16 Uhr starten in regelmäßigen Abständen Führungen durch das Meerwasser-Hallenwellenbad Hooksiel. Interessierte haben dabei die Gelegenheit, das Bad und seine Technik neu zu entdeckt. Bei den fachkundiger Führung durch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der WTG werden spannende Einblicke in Bereiche des Hallenbades geboten, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind.
Eingeladen sind sowohl Gäste als auch Einheimische. Der Einlass erfolgt über den Zugang am Wohnmobil-Stellplatz, es wird festes Schuhwerk empfohlen. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Das Bad ist derzeit aufgrund der Energiekrise für den regulären Badebetrieb gesperrt. Die WTG hat die Auszeit für Revisionsarbeiten genutzt, bei denen auch vermeintliche Mängel in Augenschein genommen werden, die kurz- oder mittelfristig behoben werden müssen.Gutachter hatten im Vorfeld die Vermutung angestellt, die Sanierung des über 40 Jahre alten Bades könnte einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.
Wangerland (5.2.2023) – Will der Landkreis Friesland in Hohenkirchen eine zentrale Flüchtlingsunterkunft einrichten? Die Gerüchteküche brodelt seit Wochen. Jetzt das eindeutige Dementi aus dem Kreishaus in Jever gegenüber „Hooksiel-life“: „Nein, der Landkreis plant keine Unterbringung von geflüchteten Personen im ,Dorf Wangerland‘ und lehnt dies auch ab, da die Infrastruktur in Hohenkirchen für die Unterbringung einer Vielzahl an Personen nicht gegeben ist.“
Landkreis-Pressesprecherin Nicola Karmires verweist auf einen entsprechenden Beschluss des Kreistages im Dezember. Bei solchen Entscheidungen würden stets auch die betroffenen Städte beziehungsweise Gemeinden beteiligt. „Somit gibt es seitens Landkreis auch keine Gespräche mit dem ,Dorf Wangerland’“, so Karmires.
Bestätigt wird die Darstellung des Landkreises von Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak. „Das Thema ist bei Landkreis und Gemeinde auf Eis gelegt. Vorerst ist das nicht geplant.“ Zu Beginn des Ukraine-Kriege vor einem Jahr waren einige wenige Flüchtlinge in dem Hotel untergekommen, bis sie in eigenen Wohnungen umziehen konnten.
Befeuert wurde die Gerüchteküche aktuell offenbar durch Informationen, die aus einer gemeinsamen, nicht-öffentlichen Sitzung von Kreisausschuss des Landkreises und Verwaltungsausschuss der Gemeinde im November durchgesickert sein dürften. Bis dahin waren dem Landkreis rund 1600 Flüchtlinge, überwiegend Ukrainer, zugewiesen worden. Bis Ende März 2023, so die aktuelle Quote, müssten in Friesland bis zu 933 weitere Personen untergebracht werden. Aus Sicht von November hätten dafür die vorhandenen Unterkünfte nicht ausgereicht.
Vor diesem Hintergrund war das Angebot diskutiert worden, die Hotelanlage „Dorf Wangerland“ komplett anzumieten. Dort wäre Platz für maximal 600 Flüchtlinge. Schon damals gab es die Sorge, dass eine solche hohe Zahl den Ort Hohenkirchen mit weniger als 2000 Einwohnern überfordern könnte.
Offenbar hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt. Vor wenigen Tagen wurde in Jever ein Containerdorf für Flüchtlinge mit 150 Plätzen in Betrieb genommen, in das inzwischen 40 Personen untergebracht wurden, die bislang in einer Sporthalle in Varel einquartiert waren. Mit den aktuell zur Verfügung stehenden Plätzen in bestehenden Gemeinschafts-Unterkünften (darunter auch noch Sporthallen) werde man die ankommenden Menschen voraussichtlich auch unterbringen können, hofft man beim Landkreis. Priorität habe aber weiterhin der private Wohnungsmarkt. „Eine zusätzliche, zentrale Unterkunft ist nicht erforderlich.“